Syrien oder die gerufenen Geister

syrien

Leider muss ich das Publikum noch einmal mit Syrien belästigen. (Chor im Hintergrund mit weinerlichem Unterton: „Warum tust du dir das an?“) Es geht um die Kohle, woher sie kommt und geht und um Öl und Gas.

Die Experten sind sich nicht einig, deshalb muss ich selbst recherchieren.

Meinung I: Die Hauptakteure der ausländischen Parteien, die in Syrien Krieg führen, sind Gas-Exporteure mit Interessen in einem von zwei umkämpften Pipeline-Projekten. Dabei geht es um die Ausbeute der weltgrössten Erdgasreserven, nämlich des Gasfeldes South Pars/North Dome, welches auf dem Grund des Persischen Golfs liegt und zum Teil dem Iran, zum Teil Katar gehört.

Meinung II: Der Krieg für Gas und die „Pipeline-Theorie“ seien ein Märchen. Besonderer Popularität erfreut sich die „Pipelinetheorie“. Ihr zufolge sei der Krieg in Syrien auf das Scheitern einer „Katar-Türkei-Pipeline“ zurückzuführen. Diese hätte von Katar über Saudi-Arabien, Jordanien und Syrien in die Türkei und von dort nach Europa führen sollen. Die USA hätten das Projekt unterstützt um die ebenfalls Erdgasexportierenden Iraner zu schwächen – auch hätte es Europa unabhängiger von russischen Gasimporten gemacht. Doch Assad, so die Erzählung, hätte ihnen allen einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem er das Projekt ablehnte (um die Interessen seiner iranischen und russischen Alliierten zu schützen).

Und im Hintergrund agiert natürlich Erdogan.

Zur Info: die zweite Meinung wird von der Organisation Adopt a Revolution (AaR) vertreten, die Gendersprache schreibt („zivilgesellschaftlicher Akteur*innen“). Man weiß also schon vorher, was sie sagen und dass möglichst bald und oft der Begriff Rassismus vorkommt. Und siehe: die Pipelinetheorie „ist perfide rassistisch, weil sie Syrerinnen und Syrern ihren freien politischen Willen abspricht und sie stattdessen als Marionetten ausländischer Mächte denunziert…“ Man kann solche Leute* nicht ernst nehmen, aber die Argumente sind nicht alle von der Hand zu weisen.

Die erste Meinung (2015) vertritt der Journalist Helmut Scheben. Der hat, wie er schreibt, seine Analyse von Mitchell Orenstein und Foreign Affairs. Der Pipeline-Streit war wohl nicht mehr als ein gewichtiger Faktor unter vielen, die Syrien in den Krieg trieben.

Scheben bezieht sich auch auf das Buch Lüders‘ Buch Lüders‘: „Die den Sturm ernten: Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“. Die grünen „Faktenchecker“ sehen das anders: Auch in Michael Lüders‘ Syrien-Bestseller „Die den Sturm ernten“ wird die falsche Geschichte unkritisch wiederholt.

Beide Seiten haben Argumente, aber Scheben IMHO die Besseren. Ich glaube aber eher nicht an einen Masterplan der USA, sondern dass alle beteiligten Parteien da hineingeschlittert sind und jetzt das klassische Problem des Zauberlehrlings haben.

Herr, die Noth ist groß,
Die ich rief die Geister
Werd ich nun nicht los.

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*Im Impressum steht u.a. Svenja Borgschulte, Sprecherin der BAG Migration und Flucht der „Grünen“.

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Inhaltsleere Stichworte

Gutachten
Several tax officials and auditors, looking very stuffy, with glasses and ill-fitting boring suits, throw banknotes lavishly into the air with both hands

Der Bundesrechnungshof hat wieder Backpfeifen verteilt, die leider nicht weh tun. Es ist einfach unglaublich,

Deutliche Worte findet der Rechnungshof auch hinsichtlich der Vergabe von Aufträgen an externe Berater. Das konkrete Beispiel ist hier ein Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund. 765.000 Euro zahlte diese an eine Beraterfirma, um sich eine „Geschäftsordnung“ erstellen zu lassen, wie in den Bemerkungen 2024 aufgeführt wird. Das Ergebnis: ein Dokument von zehn Seiten, gefüllt mit „mit weitestgehend inhaltsleeren Stichworten“.Das sei kein Einzelfall, heißt es vom Rechnungshof. Es fehle „regelmäßig an einem nachgewiesenen Bedarf und an konkreten Beratungszielen“. Auch sei meist nicht nachvollziehbar, „wie die Beratungsergebnisse in die Praxis umgesetzt wurden oder welchen Mehrwert die zum Teil millionenschweren Beratungsaufträge brachten“.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt. So eine Geschäftsordnung schreibe ich übrigens in einem Tag mit links und mit ein paar Blicken in den Sauter.

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Drei Fenster

machu picchu

Postkarte am meinen Großvater (väterlicherseits) am 05.01.1980 aus Cusco, Pero, wenige bevor ich zu meinem ersten Marsch nach Machu Picchu aufbrach. Das Foto zeigt den Tempel der drei Fenster, den ich natürlich auch fotografiert habe.

Ich werde erst bei dieser Karte wieder daran erinnert, dass ich auf meiner ersten halbjährigen Reise eigentlich von Bolivien nach Brasilien wollte, und von dort aus über Surinam nach Guyana. Aber da ich mich mit meinem Reisebegleiter nicht einig wurde, habe ich letztlich nachgegeben, und wir sind von Bolivien über den Rio Mamoré nach Puerto Velho und von dort nach Manaus am Amazonas.

machu picchu

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Der Pfeil Bashans

syrien

Israel hat jetzt auch den Gipfel des Bergs Hermon besetzt. Ein Schelm, wer denkt, daran würde sich jetzt irgendwann noch etwas ändern.

Hier ist eine Analyse von Naftali Hazony/X („Israeli fighter pilot turned combat special forces“) auf X:
In the past, Israel’s radars suffered from a significant blind spot, unable to see beyond Mt. Hermon and parts of Lebanon from their position on Mt. Meron. Iran’s low-fyling drones exploited this weakness, infiltrating Israel time and time again.

Once placed on Mt. Hermon, Israel’s radars will see far into both Syria and Lebanon, providing early warning of incoming low-flying jets and drones. Israel’s intelligence canalso leverage the peak, placing sensors to condut surveillance and intercept enemy communications.

The mountains also provide the perfect cover for Israel’s spacial forces and spies, wo can ow enter Syria more freely, conducting missions under the cover of darkness.

Several of Hezbollah’s smuggling routes north of the Hermon have been cut off.

Be it ISIS HTS, Iran, or Hezbollah, a hostile force advancing toward Israel will now be exposed – at the mercy of Israel’s drones, surface-to-surace missiles, and laser-guided ombs. Residents of north Israel can sleep more soundly knowing that Israel controls this peak.

syrien
Source: Naftali Hazony/X

Grafik unten: Russische Propaganda, also automatisch voll gelogen. Man sieht, dass die russische Meinung sich nicht unterscheidet von dem, was die Bundesregierung, die Wagenknechte, die „Linke“ und die Taz meinen: Die Golenhöhen und die „Palästinensergebiete“ seien „besetzt“. Intel Slava schreibt auch: „Israel announced the successful completion of Operation Sword of Bashan against Syria.“ Falsch, es heisst Arrow of Bashan. Bashan ist natürlich wie alles in der Region uralt und wurde in der Bibel erwähnt (was nicht bedeutet, dass es wahr ist – aber fast immer gut gelogen).

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Wie umgeht man Zensur und Sperren von Websites?

censorship
Take a photo that describes the content of this judgment: A free press, not controlled by public authority and not subject to censorship, is an essential element of a free state; in particular, a free, regularly published political press is indispensable for modern democracy. If citizens are to make political decisions, they must be fully informed, but also be aware of the opinions that others have formed and be able to weigh them against each other. –s 750

Diesen Text habe ich für das Nitro-Magazin (Dezember 2024) verfasst.

Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muß er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben. (Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 05.08.1966 – das so genannte „Spiegel-Urteil“)

Ich glaube, dass diese unregulierte Form von diesen sozialen Medien inzwischen nicht mehr akzeptabel ist. (Robert Habeck am 17.10.2024)

Wir sind massiver Propaganda und Desinformation über diesen verabscheuungswürdigen Angriff auf ein freies und unabhängiges Land ausgesetzt. Wir werden diesen Sprachrohren des Kreml nicht länger gestatten, ihre toxischen Lügen zu verbreiten, um Putins Krieg zu rechtfertigen und zu versuchen, unsere Union zu spalten.(Ursula von der Leyen, 2.3.2022)

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Journalisten müssen umfassend informieren, wenn sie ihren Beruf ernst nehmen. Das heißt: Nach dem berühmten Satz „audiatur et altera pars“ handeln – höre auch die andere Seite. Diese Maxime ist im Zeitalter des betreuten Denkens und des Haltungsjournalismus leider außer Mode gekommen.

Wer sich im Internet als Journalist informieren will, muss jedoch in der Lage sein, Zensur und so genannte „Netzsperren“ umgehen zu können. Das dürfte selbstverständlich sein. Länder wie Russland, China, Iran, Russland, die Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan, Ägypten und Vietnam, dazu viele kleinere Länder zensieren und sperren „unliebsame“ Websites direkt.

Auch Suchmaschinen und Soziale Medien, etwa Facebook, zensieren Nutzer aus bestimmten Ländern, Deutschland inklusive.

Der Spiegel titelte schon 2010: „Wie die Deutschen Zensur-Vizeweltmeister wurden – Sperren, löschen, Personen identifizieren: Google macht jetzt erstmals öffentlich, welche Staaten solche Anfragen stellen. Bei der Entfernung von Videos, Blogeinträgen und Suchtreffern landet Deutschland auf Platz zwei hinter Brasilien“.

Fast alle Internet-Sperren kann man umgehen, sogar mit wenig Aufwand und ohne technische Spezialkenntnisse. Hier werden die gängigsten Zensur-Maßnahmen beschrieben – und wie man sie ad absurdum führt. (Die Liste ist nicht vollständig.)

censorship
A female computer genius in front of a futuristic computer, using sophisticated virtual tools to circumvent the censorship measures of a totalitarian state

2. Internet-Sperren und Maßnahmen gegen Zensur

Geo-IP-Blocking:
Die Betreiber von Websites erkennen die IP-Adresse eines Nutzers. Diese wird mit Datenbanken abgeglichen, etwa Maxmind oder IP Geolocation. Damit kann man IP-Adressen aus bestimmten Ländern blockieren.

Gegenmaßnahmen: Anonymisieren der eigenen IP-Adresse, zum Beispiel durch VPN-Dienste oder den Tor-Browser.

DNS-Blocking:
Die Internet-Provider blockieren den Zugriff auf bestimmte Domains, indem ihre Domain-Name-Server (DNS) den gefragten Hostnamen nicht auflösen. Beispiel: rtnewsde.site (Hostname) hat die IP-Adresse 185.79.236.191 – die kann man auch direkt eingeben.

Gegenmaßnahmen: Wenn nur der Hostname nicht in die IP-Adresse „übersetzt“ wird, gibt man einfach diese ein. Falls auch die IP-Adresse vom DNS-Server blockiert wird, wählt man einen anderen DNS-Server als den, den der Internet-Provider vorschlägt. Manche Provider (wie Vodafone) versuchen das zu unterbinden.

– Liste vertrauenswürdiger und unzensierter DNS-Server www.privacy-handbuch.de/handbuch_93d.htm
– Schneller und ohne Sperren: Alternative DNS-Server einsetzen:
www.heise.de/ratgeber/Schneller-und-ohne-Sperren-Alternative-DNS-Server-einsetzen-8659971.html
– DNS How to (CCC) www.ccc.de/censorship/dns-howto/

IP-Blocking auf Netzwerkebene:
Regierungen oder ISPs blockieren bestimmte IP-Adressen oder IP-Bereiche von Websites, um den Zugriff auf Websites zu verhindern. Diese Methode kann auf nationaler Ebene durchgesetzt werden.

Gegenmaßnahmen:
– VPN-Dienste oder Tor-Browser. Manche Länder blockieren auch deren IP-Adressen, zum Beispiel die der Torserver.
– Surft man mit dem Tor-Browser und erreicht eine gesperrte Website dennoch nicht, hilft meistens die „Brücken-Relay“-Technik von Tor: Man fordert einen Server an, der verbirgt, dass er zum Tor-Netzwerk gehört.
– Gegen Sperren auf Netzwerkebene helfen oft so genannte (meistens kommerzielle) Smart DNS-Dienste, etwa GetFlix. Nicht alle dieser Dienste sind empfehlenswert.

Keyword-Blocking (Deep Packet Inspection)
Diese Methode scannt den Internetverkehr nach bestimmten Schlüsselwörtern oder Inhalten und blockiert den Datenverkehr, der diese enthält. Internet-Provider nutzen oft Deep Packet Inspection (DPI), um den Inhalt der übertragenen Datenpakete zu analysieren und unerwünschte Inhalte herauszufiltern oder zu zensieren.

Gegenmaßnahmen:
– Tor-Browser benutzen
– Manche kommerziellen Anbieter bieten sogenannte Obfuscated-Server an, die speziell gegen DPI entwickelt wurden.
– Man verwendet Shadowsocks (Open Source). Shadowsocks verschleiert den Datenverkehr und ist schlechter erkennbar als VPNs. Es wird häufig in Regionen mit starker Internetzensur eingesetzt – wie in China, Iran und Russland.
– Psiphon (Open Source). Psiphon kombinierts VPN, SSH und HTTP-Proxys, um Zensur zu umgehen. Psiphon passt sich automatisch an die sicherste Verbindungsmethode an (als App und Desktop-Version).
– UDP-basierte Protokolle (zum Beispiel die VPN-Lösung WireGuard, kostenlos, erhältlich für Smartphones, PCs und Fritz!Box-Router).

URL-Filtering:
Bei dieser Methode wird der Zugriff auf bestimmte URLs oder Pfade innerhalb einer Domain gesperrt, um bestimmte Inhalte zu zensieren.

Gegenmaßnahmen:
Tor, VPN, alternative DNS-Server. HTTPS statt HTTP (Hypertext Transfer Protocol ) verwenden: Einige URL-Filter blockieren nur die HTTP-Version einer Seite und nicht die HTTPS-Version. Der direkte Zugriff über HTTPS (https://) kann manchmal die Sperre umgehen.

Verschlüsselungs-Blocking:
In einigen Fällen können Regierungen den Zugriff auf Websites einschränken, die verschlüsselte Verbindungen (z. B. HTTPS) verwenden. Sie tun dies, um die Inhalte besser kontrollieren zu können, da verschlüsselte Verbindungen die Überwachung erschweren.

Gegenmaßnahmen: Alle oben erwähnten

Throttling oder Drosselung:
Eine weniger offensichtliche Methode der Zensur ist die Drosselung des Datenverkehrs zu bestimmten Websites oder Diensten. Dies macht den Zugriff so langsam, dass die Nutzer davon abgehalten werden, die Seite zu besuchen, obwohl sie technisch gesehen noch zugänglich ist.

Gegenmaßnahme u.a.: Browser-Erweiterungen für Datenkomprimierung. Einige Erweiterungen wie Google Chromes „Lite Mode“ komprimieren Daten und leiten den Datenverkehr über Google-Server, wodurch das Datenvolumen reduziert wird und der ISP das Nutzungsverhalten schwerer überwachen kann.

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3. Begriffserklärung:

Tor-Browser
Der Tor-Browser schützt die Privatsphäre beim Surfen, indem er die Internetverbindung über ein Netzwerk von Servern weltweit verschlüsselt und weiterleitet. Dadurch werden die Identität und der Standort des Nutzers verborgen.
Den Tor-Browser gibt es für alle Betriebssysteme, einschließlich für Smartphones, und ist einfach zu installieren.
Für Smartphones ist Orbot eine Alternative:

Tor gerantiert nur Anonymität, wenn man den Browser wie „ab Werk“ vorgesehen nutzt, also alles verbietet, was Hinweise auf den Nutzer geben könnte (Cookies, Scripte usw.). Soziale Medien kann man damit nicht benutzen.

Alternativen und kostenpflichtige VPN-Dienste: www.netzwelt.de/sicherheit/anonym-surfen/alternativen-zum-tor-browser.html

Virtuelles Privates Netzwerk (VPN)
Ein VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) stellt eine sichere und verschlüsselte Verbindung über das Internet her. Es verbirgt die echte IP-Adresse des Nutzers und lässt ihn so erscheinen, als sei er von einem anderen Standort aus online. Das VPN schützt dadurch die Privatsphäre, macht das Surfen sicherer – vor allem in öffentlichen Netzwerken.
Für VPN kann man kostenpflichtige Dienste benutzen oder etwa WireGuard.

1. China: China blockiert das Tor-Netzwerk systematisch über die „Great Firewall“. Tor-Nutzer müssen auf „Bridges“ oder alternative Technologien zurückgreifen, um Zugriff zu erlangen. Die Nutzung des Tor-Netzwerks ist jedoch praktisch illegal und kann zu Strafen führen.

2. Russland: In Russland ist Tor de facto illegal, da das Land eine umfassende Zensur durchführt und den Zugang zu anonymisierenden Netzwerken stark einschränkt. Die Regierung hat in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um den Zugriff auf Tor zu blockieren, und russische Behörden warnen vor rechtlichen Konsequenzen für Nutzer.

3. Iran: Im Iran ist die Nutzung von Tor ebenfalls illegal, da das Land strenge Internetkontrollen durchführt. Tor wird häufig blockiert, und Nutzer riskieren rechtliche Verfolgung oder Strafen, wenn sie beim Zugriff auf Tor erwischt werden.

4. Belarus: In Belarus ist der Zugang zu anonymen Netzwerken wie Tor und VPNs offiziell verboten. Die Nutzung solcher Technologien kann zu rechtlichen Konsequenzen führen, und der Zugang wird vom Staat blockiert.

5. Venezuela: Venezuela hat in den letzten Jahren die Nutzung von Tor und anderen anonymisierenden Diensten eingeschränkt, insbesondere während politischer Unruhen. Obwohl es kein ausdrückliches Verbot gibt, wird der Zugang häufig blockiert und die Nutzung kann in bestimmten Fällen zu Problemen führen.

6. Türkei: In der Türkei ist der Zugang zu Tor nicht explizit illegal, aber das Netzwerk wird häufig blockiert, insbesondere während politisch sensibler Zeiten. Die Regierung hat in der Vergangenheit Maßnahmen gegen Tor-Nutzer ergriffen, insbesondere, wenn sie für Aktivitäten genutzt wird, die als „regierungsfeindlich“ angesehen werden.

7. Ägypten: In Ägypten wird Tor teilweise blockiert und überwacht, besonders während politischer Krisen. Der Zugang ist nicht explizit illegal, aber Nutzer können Schwierigkeiten bekommen, wenn sie auf das Netzwerk zugreifen.

censorship
Examples for censorship of websites

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Keine Schnappatmung wegen Telepolis

Telepolis

Ich muss das Publikum ein wenig wieder von den Palmen herunterlocken. Nein, ich bekomme keine Schnappatmung wie Peter Bürger, das Neue Deutschland oder Multipolar, wenn meine alten Artikel nicht mehr auf Telepolis verfügbar sind.

Natürlich bedauere ich zutiefst, dass ich etwa „Der Verliebte Avatar“ oder „Einsame Herzen 2.0“ (zwei Teile über Sex in Secondlife) noch nicht einmal mehr auf archive.org ansehen kann. Aber nichts ist älter als eine Zeitung von gestern.

Beispiel: Ich habe im Oktober knapp 1000 Euro an einen Anwalt zahlen müssen, weil Reuters mit KI Blogs durchforstet und in meinem Fall geklaute (ich wusste noch nicht einmal, dass die von Reuters waren) Fotos, die rund 20 (!) Jahre auf meinem Blog standen, abgemahnt hat. Ich bin noch glimpflich davongekommen. Ich wüsste aber nicht, woher ich die Zeit nehmen sollte, alle meine Blogartikel seit 2002 zu checken, ob es irgendwo Urheberrechtsprobleme geben könnte, obwohl ich sehr vorsichtig bin. Für Telepolis stelle ich mir das technisch unmöglich vor.

Ich hatte aber ein anderes Wort als „Qualitätsoffensive“ benutzt; das
lädt zum Spekulieren ein.

Telepolis
Mein Bild (ChatGPT) ist besser als das von Telepolis – und gratis.

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Wg. Syrien

syrien

Ich fühle mich zum Thema Syrien durch die Qualitätsmedien nicht ausreichend informiert.

Deshalb habe ich selbst ein wenig herumrecherchiert eingedenk der meistens völlig ausreichenden Fragen – wenn man die Antwort dazu hat -: Wo kommt die Kohle her? Wo geht die Kohle hin? (Matthew D. Rose) sowie: Cui bono? Und dann sucht man natürlich auch nach map natural resources Syria.

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Source: M. Izady/geocurrents.info

Einen syrischen Staat hat es in der Geschichte nie gegeben. Damaskus war zwar die Metropole der ersten imperialen Ordnung des Islam, der Umayyaden-Dynastie von 661 bis 750, aber das heutige Syrien ist eine Schöpfung der französischen Kolonialzeit. Damaskus wiederum war eine Entität für sich. Die französischen Kolonialherren haben in Syrien ein Gebilde konstruiert, aus dem nominal ein Nationalstaat hervorging, das aber jeder Substanz der staatlichen Institution des Nationalstaats entbehrt. Nationalstaaten im Nahen Osten sind ein europäisches Transplantat in einer fremden Umwelt. Meine eigene kulturelle Identität hat mit Syrien nichts zu tun. In Damaskus habe ich gelernt, mich als ein Schami, ein Damaszener, und nicht als ein Syrer zu definieren. Was ist dann Syrien überhaupt? (Bassam Tibi)

Ist Syrien ein „normaler“ kapitalistischer Staat wie Italien oder Frankreich?

Nein. Syrien ist vergleichbar mit Staaten wie Venezuela. Es gibt keine nennenswerte Industrie, wie sie sich Westeuropa oder Japan entwickelt hat, sondern nur Rohstoffe (Öl, Gas, Phosphate), die andere imperialistische Staaten auch haben wollen. Der Erlös wird unter die jeweiligen mehr oder weniger loyalen Peer Groups der herrschenden Klasse aufgeteilt.

Während der hoch entwickelte Kapitalismus immer faschistische Herrschaftsformen als Alternative hat, wenn das Kapital in Gefahr ist, die Kontrolle zu verlieren, gibt es in den „protokapitalistischen“ Staaten der so genannten Welt, insbesondere den arabischen Staaten, nur den Umsturz, wahlweise den Militärputsch (wenn keine der großen imperialistischen Mächte einmarschiert).

Im Unterschied zu Lateinamerika ist der vordere Orient (außer natürlich Israel) immer noch tribalistisch organisiert, das heißt: Die Loyalität gilt nicht der eigenen Klasse, sondern eine Gruppe, die sich nach irrationalen Kriterien organisiert: Nation, Religion, Sprache oder „Stamm“ (vgl. Karte oben). Die Nation entstand als Form der ideologischen Überhöhung der bürgerlichen Klassenherrschaft; Frankreich ist das klassische Beispiel. Arabische Nationen gibt es gar nicht, dazu kamen sie „zu spät“, auch wenn die deutsche Presse immer die Nation der „Palästinenser“ herbeischreiben und -zaubern will.

Man muss sich daher fragen: Warum ist das nicht in Großbritannien oder Deutschland so wie in den arabischen Staaten? Weil der voll ausgebildetete Kapitalismus Tribalismus (Bayern, Sachsen usw.) obsolet gemacht hat: Das Individuum wird vollends auf seine Existenz als Ware Arbeitskraft reduziert, alles andere ist Feuilleton, zwar möglich, aber letztlich entbehrlich (vgl. das Zitat Bassam Tibis).

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Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sich (2018) an einer Art Klassenanalyse versucht, was ein völlig korrektes Vorgehen ist: „Die wichtigste Komponente der Bewegung bestand aus ökonomisch benachteiligten sunnitischen Landarbeitern zusammen mit städtischen Angestellten und selbstständigen Arbeitern, die die Last der neoliberalen Politik tragen mussten, vor allem seit der Machtübernahme durch Bashar al-Assad im Jahr 2000. Die Geographie der Revolten in Idlib, Dar’a und anderen mittelgroßen Städten sowie in anderen ländlichen Gegenden weist Muster auf, denn all diese Orte waren historische Hochburgen der Ba’th-Partei und profitierten von den Agrikulturreformen der 1960er-Jahre. (…) Im Jahr 2005 wurde die «soziale Marktwirtschaft» bei der zehnten Regionalkonferenz der Ba’ath-Partei als neue wirtschaftliche Strategie verabschiedet.“

Bashar al-Assad’s politische Herrschaft und Wirtschaftspolitik führten zu einer noch nie dagewesenen Verarmung der Gesellschaft und weiter wachsenden Wohlstandsgefällen. (Joseph Daher)

Das Regime der nationalistischen Baath-Partei hat sich also daran versucht, den ökonomischen Rückstand zur den großen Industriestaaten aufzuholen, ist aber naturgemäß gescheitert, ein Problem, das sich etwa in Indien kaum stellt (ein interessantes Problem, aber mit Indien kenne ich mich nicht aus), eher aber in Staaten wie Argentinien und Brasilien.

Die Zukunft in Syrien ist natürlich ein Bürgerkrieg. Das rührselige Gefasel in der bürgerlichen Presse („Freiheit!“) wird bald Makulatur sein. Die schwache Struktur der Gesellschaft hat für die herrschende Klasse nur die Diktatur oder eine sich als Demokratie tarnende Diktatur (wie in Ägypten) als Option.

Syrien ist einer der mittlerweile zahlreichen failed states an der Peripherie der imperialistischen Mächte und Staaten, und wird zerfleischt werden – die Frage ist nur, ob das auf Kosten der Staatlichkeit gehen wird. Die USA, die Russen und die Türken sind schon dabei, sich alles Wertvolle unter den Nagel zu reißen. Die Kurden, die ewigen Verlierer, werden auch dieses Mal zuschauen.

„Dass die Türken der Offensive nicht zugestimmt haben, bedeutet ja nicht, dass sie nichts davon gewusst haben“, sagt ein Beobachter. „Man kann ja auch zustimmen, indem man nicht Nein sagt.“ (Die bürgerliche Presse zitiert einen „Beobachter“…)

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Source: Intel Slava

Die Israelis machen, was zu erwarten war, genau das Richtige: „Israeli Air Force Shaldag special forces have captured Mount Hermon during their advance on the Golan Heights. The UNDP base, located at an altitude of 2,814 meters, has come under the control of the special forces. At the moment, the IDF advance on the Golan Heights is 14 km.“

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Quellen:

– Karten von Syrien: Perry-Castañeda Library
Map Collection – Syria maps https://maps.lib.utexas.edu/maps/syria.html

– Forat Suliman / Homam Khwanda /R.V. Ramana Murthy: An Analysis of the Syrian Economy in the Era of Military Conflict, 2011–2020: The Perspective of Government and Economics, 1923 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2667319323000253?via%3Dihub

– The Energy Consulting Group – Management consultants for upstream oil and gas producers and service companies: Syrian Oil and Gas https://www.energy-cg.com/MiddleEast/Syria/Syria%20Oil%20and%20Gas%20Overview.html

– Bassam Tibi: „Falsche Tabus führen zu falscher Politik. Die wahren Fluchtursachen“: Analyse im Cicero (Februarausgabe 2017) https://www.bassamtibi.de/?p=3014

– Martin W. Lewis: Michael Izady’s Amazingly Detailed Map of Ethnicity in Syria (and the Syrian Armenians) https://www.geocurrents.info/blog/2014/10/26/michael-izadys-amazingly-detailed-map-ethnicity-syria-syrian-armenians/

– Joseph Daher: Syrien: Die sozialen Ursprünge des Aufstands (2019) https://www.rosalux.de/publikation/id/39149/syrien-die-sozialen-urspruenge-des-aufstands/

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Neu in der Blogroll

Neu in der Blogroll:

– GeoCurrents (Martin W. Lewis): „GeoCurrents is dedicated to exploring the geographical and historical patterns that underlie the world’s current events and that structure global and regional relationships.“ – „Martin W. Lewis is senior lecturer emeritus at Stanford University, where he taught world history and world geography from 2002 to 2022.“

– Memri TV: „MEMRI TV monitors over 100 channels from the Arab and Muslim world – from Saudi Arabia and the Gulf, Yemen, Iran, and Iraq to Egypt, Jordan, Lebanon, Syria, Turkey, Palestinian Authority, and Gaza, and parts of Africa as well as Af-Pak and Russia“.

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AI Surveillance oder: Profitmaximierung im Kapitalismus

variables Kapitalvariables Kapital

In diesem Instagram-Video kann man sehr schön erkennen, wie Künstliche Intelligenz dem Kapital bei der Profitmaximierung hilft. Wenn die Angestellten sich von ihren Plätzen erheben, werden sie gleich markiert, und die Fehlzeit wird vom Lohn abgezogen.

Das variable Kapital besteht aus den Kosten der Ware Arbeitskraft (nicht zu verwechseln, ChatGPT, mit dem Lohn). Je größer die Kosten des variablen Kapitals, um so geringer der Mehrwert und letztlich Profit.

ChatGPT: Laut Karl Marx besteht der Unterschied zwischen Mehrwert und Profit darin, dass der Mehrwert die grundlegende Größe ist, die durch die Ausbeutung der Arbeitskraft im Produktionsprozess entsteht, während der Profit eine Erscheinungsform dieses Mehrwerts darstellt, die durch die Konkurrenz und Verteilung im kapitalistischen System beeinflusst wird.

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Span Style

html

Wie kann man in einem WordPress-Blog die Schrift des Textes farblich unterlegen? (Antwort vgl. oben)

ChatGPT: Wenn du regelmäßig Texte farblich hinterlegen möchtest, könnte ein Plugin hilfreich sein: Plugins wie „Advanced Editor Tools (TinyMCE Advanced)“.

Nein, da ich HTML per Hand schreibe, lasse ich das mit dem Blockeditor lieber. Und ein „benutzerdefiniertes CSS“, das ChatGPT mir als dritte Option vorschlägt, ist mir nicht variabel genug.

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Dem deutschen Volke und der Bevölkerung

Brandenburg GateReichstagBrandenburg Gate

Die Kleine Hirse macht auch in der Nacht ganz ordentliche Fotos.

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Machu Picchu, revisitado

Machu Picchu

Postkarte aus Peru an meinen Großeltern, Januar 1980. Die Karte kam leider eine Woche nach dem Tod meines Großvaters an. Ich erfuhr erst nach meiner Rückkehr nach Deutschland, dass er gestorben war. Liebe Nachgeborene: Man hatte damals kein Handy, konnte also auch nicht telefonieren. Und wenn man das in einer Post in einer Großstadt versuchte, kostete eine Minute so viel wie eine Woche Aufenthalt….

Die Karte zeigt Machu Picchu, El Grupo Real. Ich war 1980 und 1984 dort.

Machu Picchu

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Kulturell angeeignet

avatare

Der Kerl (im wahren Leben „weißer“ US-Amerikaner) spielt meinen „Bruder“ in Secondlife. (Mein Avatar ist auch dunkelhäutig und hat Rasta-Locken.) Darf der das? Das ist doch bestimmt kulturelle Aneignung!

Zum Glück schert das in Secondlife niemanden. Deswegen gibt es auch so wenige deutsche Rollenspieler. Und welche Rolle die Dame spielt, will ich am besten gar nicht erwähnen. Den Screenshot kann ich aus Gründen nicht in sozialen Medien verbreiten, aber hier…

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Alice und Bob oder: Encryption is your friend

encryption

Die Hölle friert ein. Heise: Wegem schwerem Cyberangriff auf US-Provider: FBI wirbt für Verschlüsselung“. („Wegen eines schweren Cyberangriffs“ – Genitiv!)

Die Originalmeldung von NBC News ist etwas ungenauer: „U.S. officials urge Americans to use encrypted apps amid unprecedented cyberattack“.

„Encrypted Apps“ – ist denn PGP eine App? Transportverschlüsselung, Software ohne Hintertüren oder Verschlüsseln der Inhalte? Die Unterschiede zu erklären bedeutete für deutsche Medien, intellektuell überfordert zu sein: Sind die Apps nun verschlüsselt (worden, Passiv) oder tun die Verschlüsseln das (Aktiv)?

“Our suggestion, what we have told folks internally, is not new here: Encryption is your friend, whether it’s on text messaging or if you have the capacity to use encrypted voice communication. Even if the adversary is able to intercept the data, if it is encrypted, it will make it impossible,” Greene said.

The FBI official said, “People looking to further protect their mobile device communications would benefit from considering using a cellphone that automatically receives timely operating system updates, responsibly managed encryption and phishing resistant” multi-factor authentication for email, social media and collaboration tool accounts.

Aha. Es geht wieder mal primär um die mobile devices. Das hatten wir schon durchgenommen. Und Maßnahmen gegen Phishing haben nur sehr indirekt etwas mit dem Thema zu tun. Ausreichend wäre schon, wenn man E-Mails nur im Textformat ansähe.

Also nur und wieder einmal allgemeines ungenaues Gefasel.

encryption

2015 schrieb ich: „Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat gefordert, dass deutsche Sicherheitsbehörden befugt und in die Lage versetzt werden müssen, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln oder zu umgehen‘.“ (AFP via Heise)

Oh, wir haben hier noch etwas aus dem Jahr 1997: Rede: von Bundesinnenminister Manfred Kanther anläßlich der Eröffnung des 5. IT-Sicherheitskongresses am 28. April 1997 in Bonn „Mit Sicherheit in die Informationsgesellschaft“:
Die legalen Überwachungsmöglichkeiten müssen auch dann gewahrt bleiben, wenn der Fernsprechverkehr künftig mehr und mehr verschlüsselt wird. Die Frage, ob deswegen der Einsatz von Verschlüsselungsverfahren gesetzlich zu regeln ist, wird derzeit leidenschaftlich diskutiert. Wenn in einigen Jahren nicht nur der gesamte Datenverkehr über das Internet und andere Netze verschlüsselt wird, sondern vielleicht sogar das ganz normale klassische Telefongespräch, dann hat das ohne eine wirksame Regulierung zur Folge, daß die Befugnisse der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden nach dem G 10-Gesetz, der Strafprozeßordnung oder dem Außenwirtschaftsgesetz zum Mithören des Telefon- und Datenverkehrs praktisch ins Leere laufen werden.

By the way, Heise, warum wird mein Artikel aus dem Jahr 2013 nicht mehr zur Verfügung gestellt?

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99, mütterliche Messerbänkchen

messerbänkchen

Meine Mutter wäre heute 99 Jahre alt geworden. Die Familie hat zum letzten Mal in ihrer Wohnung ein Essen veranstaltet. Dabei kamen auch die hier schon bei meiner Schwester lobend erwähnten mütterlichen Messerbänkchen zum Einsatz. Ab morgen fangen wir an, die Wohnung aufzulösen…

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Büchsen der Pandora

pandora
AI/Burks

Denn wohl lebten zuvor auf Erden die Stämme der Menschen
Jeglichem Leiden entrückt und entflohn mühseliger Arbeit,
Fern von der Krankheit Weh, das Tod bringt sterblichen Männern.
Schnell ja verfallen im Leiden die sterblichen Menschen dem Alter.
Aber das Weib, vom Gefäß abnehmend den mächtigen Deckel,
Ließ sie heraus und bedachte mit düsteren Sorgen die Menschen.
Einzig die Hoffnung blieb in dem niemals wankenden Hause
Unter der Mündung noch im Gesäß und konnte heraus nicht
Flattern, da jene zuvor dem Gefäße den Deckel noch aufdrückt,
nach dem Befehl des Kroniden, des aigistragenden Herrschers.
Zahllos schwärmten umher bei Menschen die anderen Leiden.
Voll ist wahrlich das Land vom Unheil, voll auch die Meerflut;
Krankheit schleichet am Tag wie zur Nachtzeit unter den Menschen,
Rings zu den Sterblichen tragend das Weh aus eigenem Antrieb,
Schweigenden Gangs, da Zeus sie der Stimme beraubt, der Berater.
So denn ist es unmöglich, den Willen des Zeus zu vereiteln. (Hesiod, Werke und Tage, ca. 700 v.Chr.)

pandora

Von den Israelis kann unsere Außenministerin unfeministische Außenpolitik lernen. Alles nützt, was Israel nützt, egal was. Oder ist das jetzt schon Beleidigung des Politikertums? Ich meine: Die Lage in und um Palästina herum, insbesondere in Syrien, erinnert an den 30-jährigen Krieg – jeder gegen jeden, und niemand weiß eigentlich, um was es geht.

Angeblich hat Syriens Machthaber Assad Israel um Hilfe gebeten. Gegen wen noch mal? Gegen Dschihadisten, die früher mal „Rebellen“ waren und vom „Westen“ gelobt wurden. Aber Assad wird doch vom Iran und der Hisbollah unterstützt? Und Israel macht die Hisbollah gerade platt?

pandora
„Eine iranische Wochenzeitung, die mit den Revolutionsgarden verbunden ist: „Die Zionisten von Al-Sham“. Ein AI-Foto auf dem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und der Anführer der sunnitischen HTS Dschihadisten Abu Muhammad al-Dschaulani zu sehen ist.“

Und was sagen die Russen? „Today, the Popular Mobilization Forces (Hashd al-Shaabi) from Iraq began to be transferred to Syria. Hashd al-Shaabi is a coalition formed in Iraq to fight ISIS, including Shiite (such as Kataib Hezbollah), Yazidi, and Christian militias.“

Wer fehlt noch? Mir fallen da die Klingonen und die Orks ein.

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Unter Qualitätsmedienschaffenden

ZDF

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Aber die Gegend ist sehr schön oder: Von Belize nach Ecuador

gringo
Nahe der Grenze zwischen Belize und Guatemala bei Melchor de Mencos, 27.10.1979

Hier ein Brief, der einen Teil meiner erste Reise nach Lateinamerika beschreibt – zwischen Belize und Kolumbien. Die Rechtschreibung habe ich nicht verändert.

reisepass
Mein Reisepass mit den Stempeln von Belize und dem Einreisestempel von Guatemala, Melchor de Mencos

Quito, den 26.11.79
Liebe Eltern,

Nun sind wir mittlerweile in Ecuador, haben soeben den Äquator überschritten und haben seit dem letzten Brief aus Belize, der hoffentlich angekommen ist, schon so viel erlebt, daß ich nur das Wichtigste schreiben kann.

Von Belize aus sind wir nach Guatemala getrampt. Das Gute an Belize ist, daß jeder Anhalter mitnimmt, weil so wenig Busse fahren und es sowieso nur 2 größere Überlandstraßen gibt, von Mexico nach Belize City und von da nach Guatemala. Zuletzt sind wir von englischen Soldaten mitgenommen worden (Belize ist zwar angeblich unabhängig, aber in Wirklichkeit immer noch eine englische Kolonie), die kurz vorher in Hamm stationiert waren – sie kannten auch Unna.

Tikal
Tikal, Guatemala, 29.10.1979

In Guatemala ging es richtig los: für die 200 km nach Tikal – d.i. eine große Ruinenstadt der Mayas – brauchten wir drei Tage. Die einzige Straße ist so schlecht, daß kein PKW fahren kann, nur 1x am Tag ein Bus. Zwischendurch haben wir noch an einem sehr romantischen See übernachtet. Tikal war das Beeindruckendste, was ich bisher gesehen habe. Hier wohnten vor 2000 Jahren mehr als 200000 Mayas! Heute ist überall tiefer Dschungel, nur ein paar kleine Dörfer, und mittendrin ein riesiges Ruinengelände mit Pyramiden, die mit der Spitze aus dem Dschungel gucken, Palastanlagen und Tempeln.

Busfahren in Guatemala geht z.B. so: Nachts um 11 soll der Bus fahren. Um 11 sagt der Busfahrer, der oben auf dem Dach liegt und schläft: Der Bus fährt um 1. Die Passagiere, darunter auch wir, sitzen auf einem schmutzigen Marktplatz, rundum voll Bretterbuden, wo man Kaffee und seltsames Gebäck verkauft, dazwischen streunende Hunde und ein paar Schweine, die im Müll wühlen. Um 1/2 2 kommt der Busfahrer vom Dach, will den „Bus“ starten, aber der springt nicht an. Alle Passagiere klemmen sich hinter den Bus und schieben ihn durch die halbe Stadt unter Höllenlärm, während ich auf dem Platz sitze und das Gepäck bewache und mich halb totlache. Der Bus springt aber nicht an und der Busfahrer legt sich wieder schlafen, Wir beide legen uns samt Rucksack auf einen der Markttische und schlafen bis um 3, bis ein anderer Bus kommt und unseren anzieht.

Dann geht es wie die wilde Jagd los, der Bus schwankt wie ein Schiff im Sturm, kracht in die Schlaglöcher, Hühner gackern, weil ihnen immer wieder auf den Schwanz getreten wird, eine dicke Indiofrau hat gleich 4 Truthähne mit. Der Bus braucht 19 (!) Std. bis Guatemala City, der Hauptstadt. Der Busfahrer fährt natürlich in einem Stück und kurzen Pausen durch und man kommt kaum zum Pinkeln.

Allgemeiner Eindruck von Guatemala: Das Land ist ein absoluter Polizeistaat, überall Militärkontrollen und man sagte uns, daß es hier wohl bald knallt wie in Nicaragua. Aber die Gegend ist sehr schön, vor allem die Indios sehr freundlich.

Wir sind 1 Woche in Antigua geblieben, einer Stadt mit viel spanischer Kolonialarchitektur, die aber durch verschiedenen Erdbeben sehr zerstört worden ist. Rundherum gibt es viele Indiodörfer, sehr arm, aber die Leute sind sehr nett. Die Frauen haben alle unwahrscheinlich bunte Gewänder an. Sie kennen noch kaum Touristen. Ihr müßt euch das so vorstellen, daß in den meisten Staaten Mittel- und Südamerikas die Indios den Hauptanteil der Bevölkerung stellen einschließĺich der Mischlinge, aber kaum in größeren Städten leben, sondern in Dörfern. In den Städten lebt die weiße Oberschicht, d.h. die Nachkommen der Spanier. Die Indios sehen sehr asiatisch aus und manche erinnern sehr an die Steinfiguren der Azteken und Maya, die die Spanier unterworfen haben.

agua
Der Vulkan Agua (3760 m) in der Nähe von Antigua, Guatemala (01.11.1979).

In Antigua haben wir einen Vulkan bestiegen, der über 4000m hoch ist. Aber das ist hier alles anders als in den Alpen, weil alles relativ höher liegt. Z.B. hier in Ecuador liegen die meisten Städte über 2000m hoch, Quito 2800! Dementsprechend hoch sind die Berge, aber in Quito gibt es sogar Palmen! Das liegt daran, daß es tagsüber – wegen der Äquatornähe – meist warm ist, 20° Grad vielleicht und teilweise mehr, aber nachts ist es knapp über 0 Grad!

nicaragua
Das Hochland von Nicaragua, Flug von Guatemala nach Tegucigalpa, Honduras, 04.11.1979

Von Guatemala sind wir geflogen mit einer klapprigen Propellermaschine nach Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras. Dort ging die Maschine kaputt und wir mussten umsteigen. Aber die Fluglinie kann man nur weiterempfehlen: Es gibt gutes Essen an Bord und Alkohol ist frei, dabei gute Aussicht über das Hochland von Nicaragua.

So kamen wir in San Andrés an, einer Karibik-Insel zwischen Nicaragua + Kolumbien, die aber zu Kolumbien gehört. Dort sah es auch wie in Belize (s. Karte): Sandstrand, Palmen, das Meer blau und kristallklar und nie weniger als 30 Grad. An dem Küsten Südamerikas und in der Karibik leben fast nur Schwarze, die Nachkommen der afrikanischen Sklaven.

Medellín
Medellín, Kolumbien, Flug von Tegucigalpa, Honduras, nach Bogotá, 04.11.1979

Nach einer knappen Woche inklusive Sonnenbrand flogen wir über Barranquilla und Medellin nach Bogota, wo wir spät abends mit gemischten Gefühlen ankamen, denn man hatte uns erzählt, daß Bogota eine der gefährlichsten Städte Südamerikas wäre. Wir mußten erst eine Stunde nach dem Gepäck suchen und waren etwas gestresst.

Bogota
Ankunft in Bogotá, Kolumbien, 08.11.1979

In Bogota (5 Millionen Einwohner) ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch und die Leute sehr arm, dementsprechend hoch ist auch die Kriminalität. In bestimmten Stadtvierteln kann man nachts nicht mehr auf die Straße gehen, weil man sonst ausgeraubt wird. Und die Pauschaltouristen, die meistens reich aussehen, sind das selbst schuld. Die Stadt ist häßlich, die Häuser phantasielos, überall liegt Müll herum und ein unwahrscheinlicher Krach und Gestank. Die südamerikanische Autofahrer-Mentalität kann man sich kaum vorstellen: Verkehrszeichen geben nur grobe Anhaltspunkte, rote Ampeln sind uninteressant und jeder hupt, so laut er kann. Dabei sehen die Autos aus, als wenn sie gerade vom Schrottplatz kämen. Wir haben um 4 Uhr nachmittags einen uralten Bus mitten auf einer Kreuzung zur Hauptverkehrszeit gesehen, die Busfahrer lagen darunter und reparierten etwas, die Passagiere schauten interessiert zu, hinter dem Bus lag ein R4 auf der Straße, der gerade ein Rad verloren hatte, alle Autos fuhren kreuz und quer herum und mittendrin stand ein Polizist, der aus Leibeskräften auf einer Trillerpfeife flötete, den aber keiner irgendwie beachtete.

Wir haben in 3 Tagen keinen einzigen Europäer gesehen außer einer deutschen Reisegruppe im Goldmuseum, die aber in einem teuren Hotel wohnten und ziemlich verängstigt waren. Auf der Straße laufen Bettler herum, einer hatte sich einen Tropf organisiert, lag auf der Straße und hielt ihn hoch, bettelte gleichzeitig um Geld.

Es gibt eine ganze Menge interessanter Dinge, aber der Brief wird zu lang.

San Augustin
San Agustín, Kolumbien, 12.11.1979

Von Bogota aus sind wir ins Gebirge, d.h. die Anden, in ein kleines Indiodorf. Die Entfernungen sind hier etwas anders. Kolumbien ist 4 1/2 mal so groß die die BRD [sic], hat aber nur 30 Mio. Einwohner und der Bus braucht durchschnittlich 8-10 Stunden für eine normale Strecke. Eisenbahnen gibt es kaum, weil im Süden fast alles wildes Gebirge ist. Aber die Landschaft ist einfach großartig!

In San Augustin [es heisst San Agustín] sind wir 1 Woche geblieben. Es gibt nur eine Straße und das nächste Dorf ist 1 1/2 Stunden mit dem Bus entfernt. Elektrisches Licht gibt es nur ein paar Stunden am Tag. Wir haben uns Pferde organisiert und sind in der Gegend herumgeritten. Hier stehen überall auf den Bergen und im Dschungel 2000 Jahre alte Steinfiguren herum, die von einem Volk stammen, das sich damals, als die Spanier kamen, in die Berge zurückgezogen hat. Hier gibt es richtige Hünengräber wie in Norddeutschland.

San Augustin [San Agustín] ist relativ sicher, weil die Indios nicht klauen, aber fast alle Touristen, die hier ankamen (es gibt nur 3 oder 4 Übernachtungsmöglichkeiten, sodaß man sich trifft) waren beklaut worden, in einem Bus, der ankam, gleich 7 auf einmal.

tumaco
Tumaco, Kolumbien, 21.11.1979

Von San Augustin [San Agustín] sind wir nach Popayan, Pasto (das liegt auf der Panamericana in Richtung Ecuador), dann mit einem Nachtbus 10 Std. an die pazifische Küste von Kolumbien nach Tumaco. Hier sieht es wieder ganz anders aus: Ein Fischerdorf, nur Holzhütten, nur Schwarze, sehr dreckig und staubig, viele Häuser auf Pfählen und ringsherum nur Mangrovensümpfe. Mangroven sind Bäume, deren Wurzeln alle oberhalb des Wasserspiegels liegen, sodaß man von nirgendwo durchkommt.

Wir haben einen Einheimischen aufgegabelt, der uns für 20 DM nach Ecuador fahren wollte – mit einem hölzernen Einbaum mit Außenborder. So zogen wir, inklusive 6 leeren Ölfässern, Rucksäcken und 2 Mann Besatzung los. Das „Schiff“ blieb im „Hafen“ ein paar Mal stecken, wir mußten ins Wasser und anschieben. Die Fahrt kann ich kaum beschreiben, das war das Abenteuerlichste, was ich je erlebt habe. Wir sind 9 (!) Stunden durch kleine Flußarme, durch Sümpfe, teilweise auf größeren Flüssen gefahren. Die Gegend ist fast menschenleer, nur alle halbe Stunde ein winziges Dorf aus Schilfhütten, in denen ein paar Schwarze wohnen, die fast alle nackt herumlaufen und entweder mit Einbäumen fahren, weil es absolut keine Wege und Straßen gibt, oder auf Flößen mit langen Stangen herumschwimmen und Kokosnüsse und Bananenstauden transportieren. Anders kann es in Afrika nicht aussehen. Dabei ringsherum riesige Urwaldbäume und undurchdringliches Dickicht, aus dem man jeden Augenblick Tarzan erwartet.

Rio Mira
Rio Mira, Pazifikküste Kolumbiens, 21.11.1979

Nach 8 Stunden hatten wir wieder den Pazifik erreicht. Plötzlich knallten ein paar Schüsse, ein anderer Einbaum kam herangeflitzt, in dem ein paar Soldaten aus Ecuador saßen, die unser „Schiff“ enterten, den „Kapitän“ festnahmen und wieder zurücktransportierten und uns im „Polizeieinbaum“ nach San Lorenzo in Ecuador brachten. Unser „Kapitän“ war nämlich ein Schmuggler, der billiges Benzin von Ecuador nach Kolumbien schmuggeln wollte. Aber wir hatten ja damit nichts zu tun und nach kurzer Kontrolle der Rucksäcke ließ man uns laufen.

san lorenzo
San Lorenzo, Ecuador, 22.11.1979

San Lorenzo ist genauso wie Tumaco, nur ein bißchen sauberer und die Leute sind freundlicher. Hier sind wir einem deutschen Juden aus Berlin (!) begegnet, der 1936 aus Deutschland ausgewandert ist und den es nach hier verschlagen hat. Er kannte sogar noch die Knesebeckstraße [da wohnte ich damals]. Doch darüber auch mündlich!

Kapitel: Eisenbahnfahren in Ecuador! Der Schienenbus (es gibt keine Straße) sollte um 6 Uhr morgens fahren. Wir hatten am Vortag ein Gefährt gesehen, was aus einem Lastwagen bestand, dem man die Räder abmontiert hatte und stattdessen Eisenbahnräder anmontiert hatten und waren recht gespannt. Der Zug kam nicht, obwohl bestimmt 50 Leute herumstanden. Ich weiß nicht, wer mehr gestaunt hat: Wir über die oder sie über uns. Um 1 (!) Uhr kam ein Güterzug mit drei Waggons, alle Leute kletterten auf das Waggondach, auch ein Schwarzer, der Kokospalmenschößlinge von ca. 4m Länge dabei hatte, und wir auch.

san lorenzo
Eisenbahnfahrt von San Lorenzo nach Ibarra, 23.11.1979

Dann ging es los, der „Schaffner“ sprang während der Fahrt von Waggondach zu Waggondach und kontrollierte die Tickets. Nach eineinhalb Stunden Fahrt durch tropischen Regenwald kam plötzlich ein uraltes Ding von Schienenbus hinterhergerattert, Plätze für 30, aber wie hier so üblich, mit ca. 50 Leuten besetzt. Bei einer Ausweichstelle, wo der Bus den Güterzug überholen konnte, haben wir uns auch noch reingequetscht. Der „Lokführer“ hatte eine Gangschaltung wie im Auto und sogar ein Lenkrad, an dem er wie wild dreht. Ich weiß aber nicht warum, denn auf Schienen braucht man normalerweise nicht zu lenken. Jedenfalls sind wir einmal entgleist, weil die Schienen fast lose auf den vermoderten Holzbalken liegen. Sie waren wohl für ein kurzes Stück zu weit auseinander, aber irgendwie kam alles wieder ins Lot. Die Bahn schlängelt sich in endlosen Serpentinen an Abgründen vorbei auf 300km von 0 auf 2200m Höhe nach Ibarra und baucht dafür ca. 7. Stunden.

tulcan
Tulcán, Ecuador, an der Grenze zu Kolumbien, 24.11.1979

Wir haben in Ecuador noch ziemlichen Ärger mit der Polizei gehabt und mußten eine Strafe zahlen, weil seit neuestem die Einreise nur an bestimmten Stellen gestattet ist, nicht aber in San Lorenzo. Die Polizei dort wußte das aber nicht, nur die Polizei in Tulcan. Das ist der Grenzort zu Kolumbien, wo wir wieder hinaufgefahren sind, weil alle Einreisebüros geschlossen hatten und man ohne [Einreise]Stempel nicht nach Quito kann. Dort saßen wir drei Tage fest, weil Wochenende war, und heute morgen nach 3-stündigem Verhandeln und 80 DM Strafe konnten wir endlich nach Quito. Wir werden aber noch den Botschafter einschalten, weil das Ganze nicht unsere Schuld war, denn die Polizei hatte uns ja die Éinreise erlaubt. [Haben wir natürlich nicht gemacht.]

Quito, die schönste Stadt, die ich bisher und überhaupt gesehen habe! Doch davon später und in Fotos, da wir erst gerade angekommen sind. Wir bleiben ca. eine Woche, fahren 1 Woche in den Urwald östlich den Anden zum Rio Napo. brauchen ca. eine Woche über Riobamba u. Guayaquil zur Grenze nach Peru, sind kurz vor Weihnachten in Lima, Peru, und zu Silvester auf eine indianischen Landkooperative, von der wir Adresse und ein Empfehlungsschreiben von einem deutschen Entwicklungshelfer haben. Wir wollen nach ca. 4 Wochen Peru weiter nach La Paz, Bolivien, wissen aber noch nicht, ob das möglich ist, weil die mal gerade wieder einen Putsch hatten. (…)

Quito
In einer Vorstadt von Quito, Ecuador, mit Blick auf die Altstadt (November 1979)

Preise hier: Hotel ca 3 DM, Mittagessen 2 DM, 1 Banane 20 Pfg, Schachtel Zigaretten 30 Pfg, 400 km Busfahrt 5 DM! Wir geben ohne Andenken und Sonderausgaben ca. 10-13 DM pro Tag und Person aus. Vorher war es etwas teurer, aber Peru ist noch billiger.

Bis bald und viele Grüße an alle! Ich hoffe, daß ein paar von den vielen Ansichtskarten angekommen sind! (…) Und außerdem herzliche Glückwünsche zum Geburtstag, aber ich habe keine Ahnung, wann der Brief ankommen könnte.

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Abgelenkt

tahari

Ich war in den letzten Tagen durch mancherlei Dinge abgelenkt, obzwar ohne Lohnschindereipflicht. Man könnte über viele Dinge räsonnieren – aber ist das wirklich wert? Schauen wir doch mal im 12. Buch des Diodor nach, was mitteilungswürdig ist:

Als in Athen Aminias Archon war, wählten die Römer zu Consuln den Lucius Julius und Lucius Papirius. In diesem Jahr fielen die Einwohner von Scione, den Athenern wegen der Niederlage bei Delium Trotz bietend, zu den Lacedämoniern ab und übergaben die Stadt dem Brasidas, dem Heerführer der Lacedämonier in Thracien. Die Flüchtlinge von Lesbos, die bei der Eroberung von Mitylene durch die Athener in großer Zahl der Gefangenschaft entgangen waren, und die schon lange versuchten, Lesbos wieder einzunehmen, vereinigten sich jetzt und besetzten Antandrus; von dort machten sie Ausfälle und gritfen die Athener an, welche Mitylene inne hatten. Darüber aufgebract sandte das Volk der Athener die Feldherrn Aristides und Symmachus mit einem Heer gegen sie aus. Diese machten, als sie in Lesbos ankamen, beständige Angriffe auf Antandrus und eroberten die Stadt. Die Flüchtlige wurden von ihnen theils getödtet, theils verjagt.

Oder ist das hier wichtiger?

Dutzende Journalisten und Autoren sowie eine Reihe von gesellschaftlichen Institutionen in Deutschland haben gemeinsam ihren Abschied vom Kurznachrichtendienst X angekündigt. Darunter sind die Fernsehmoderatoren Dunja Hayali und Jo Schück ebenso wie Bestsellerautorin Anne Rabe sowie etwa mehrere NS-Gedenkstätten wie das NS-Dokumentationszentrum in München und die Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz in Berlin. Insgesamt trägt die Liste mehr als 60 Unterschriften.

Denkt man daran noch nach mehr als zwei Jahrtausenden? Oder an die F.D.P.?

Nein, ich habe am Wochenende eine großes virtuelles Hauen und Stechen organisiert, das zwei Stunden dauerte. Wie man sieht, durchkämmen Avatare Wüstenkrieger eine heiße, abgeschiedene Gegend in der Nähe der Kasbah, um die Überreste einer überfallenen Karawane zu finden. Das taten wir nach einiger Zeit, aber die bad guys waren auch noch da. Deshalb gab es ein Pfeil- und Armbrustschießen und Schwerthieben vom Feinsten. Wir verließen jedoch siegreich die Walstatt. Und gestern mussten wir noch zahlreiche Dinge besprechen…

Das alles war interessanter und unterhaltsamer als sich mit „Prominenten“ wie Frau Chebli oder – wie hieß noch der von der F.D.P.? – zu beschäftigen. Darauf einen Lumumba!

tahari

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Das Ministerium für Wahrheit informiert

Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als öffentlich-rechtliches Amt für korrekte Wortfindung, gegen Hass und Hetze (ÖRAfkWgHH) informiert: Islamistische Terroristen, die von der Ukraine ausgebildet und unterstützt werden, heißen ab sofort nicht mehr so, sondern, weil sie gegen Putin und seine Vasallen in Syrien sind, objektiv und neutral „Rebellen“. Ebenso darf das Ein-Mann-Institut Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte als einzige seriöse Quelle zitiert werden. Andere Meinungen sind irrelevant.

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