Aussschlafen? Was ist das?

Wieder drei 12-Stunden-Schichten. Ein Polizist fragt mich: „Bist du eigentlich immer hier? Oder hast du auch mal frei?“ #notaufnahme #rettungsstelle

Arbeiterklasse

arbeiterklasse

Source: Libcom.org: Cordobazo

Sehr schönes Interview im Neuen Deutschland mit dem „Historiker Marcel van der Linden über riesige Streiks, schwache Gewerkschaften und prekäre Normalarbeit“.

Herr van der Linden, gibt es eine globale Arbeiterklasse?
Ja natürlich, warum zweifeln Sie daran?

In Deutschland wird der Begriff nicht gerne verwendet. Die meisten Menschen definieren sich als soziale Mitte. Warum ist es denn gerechtfertigt, trotzdem von der Arbeiterklasse zu sprechen?
Ich würde sagen, ein Arbeiter beziehungsweise eine Arbeiterin ist jemand, dessen Arbeitskraft zur Ware gemacht wird. In diesem Sinne gibt es eigentlich immer mehr Menschen, die zu dieser breiten Arbeiterklasse gehören. Schätzungen zufolge sind es 3,1 Milliarden. Diese Gruppe ist aber sehr heterogen.“

„Global und historisch betrachtet ist die Arbeiterbewegung in einer tiefen Krise. Sie wird ja klassisch über drei Grundformen definiert: Konsumgenossenschaften, Gewerkschaften und Arbeiterparteien.“

Ich sehe das ähnlich. Weltweit wächst die Arbeiterklasse an – auch ihr Widerstand, aber leider sind die Organisationen, die das politisch umsetzen könnten, noch nicht (wieder) stark. Die „Linke“ in Deutschland ist ohnehin nur reformistisch und nicht ernstzunehmen.

Neues aus Absurdistan

Der Verfassungsschutz will will den NSU-Bericht für 120 Jahre wegsperren.

Man stelle sich vor, jemand hätte 1897 gesagt, erst in 120 Jahren bekäme man Akten zu lesen, zum Beispiel:

14. November 1897: Deutsche Marineinfanterie landet in der Kiautschou-Bucht in China und besetzt sie kampflos. Darf ich heute schon wissen, warum?

10 Jahre deutsches Gor

ianda

Dazu gibt es eine Rede von Thor Tracer. Oben übrigens meine Heimatsim im englischsprachigen Gor – Ianda on the Isle auf Ianda.

Auch das noch!

titanic

Hau weg den Scheiß!

Wir beginnen den Tag mit einer guten Nachricht: Der Religionsunterricht wird abgeschafft. Leider nur in Luxemburg.

Betr.:Kohlen

Vielen Dank dem edlen Spender!

Guten Tag, Herr Schröder

Kann man nicht mehr einfach inkognito einen Job im Krankenhaus machen, ohne dass (bisher unbekannte) Leser dieses Blogs daherkommen und einem die Hand schütteln?

Gewalt oder: Bataillone von Schwätzern

Thomas Fischer made my day. Lesebefehl (keinen Kuchen und Kaffee im Mund vor einer Tastatur). Leuchtfeuer der Vernunft im Meer der Dummschwätzer.

„Aber hatten Sie nicht, liebe Leser, gelegentlich auch den überwältigenden Eindruck, dass Bataillone von Schwätzern all dies genauso wenig wissen wie Sie selbst? Oder denken Sie, einer der total berühmten ModeratorInnen der „Was wird Trump zu Putin sagen?“-Formate könnte Ihnen erklären, was unter „Freihandel“ zu verstehen ist, verstanden wird oder im Einzelnen streitig sein könnte und vor allem: was er bedeutet? (…)

Auf jeden Vermummten müssen drei Fotografen und zwei Kriegsberichterstatter kommen, allesamt von „Sendern“ und „Redaktionen“ ausgesandt. Wer nur deshalb filmt, weil er es geil findet, ist selbstverständlich Abschaum, Unterstützer oder Geheimagent. (…)

Dem durchschnittlichen Steineschmeißer geht das teppichknüpfende Mädchen aus Bangladesch, wie jeder weiß, der mal eine oder zwei Literflaschen Müller-Thurgau mit Autonomen geleert hat, spätestens dann am Arsch vorbei, wenn er dafür regelmäßig morgens um 5.30 Uhr aufstehen müsste. Da ist er sich übrigens einig mit den Volksgenossen, deren Liebe zum Deutschtum mit der Frühschicht sinkt und der Promillezahl steigt.“

Reminder: Ökonomen

Es gibt nur einen Ökonomen, der es verdient, diesen Titel zu tragen. Karl Marx.“ (Börsenlegende Seth Glickenhaus laut sueddeutsche.de)

Des Volkes Stimme

volkes stimme

Wenn man den Volkszorn gegen die „Chaoten“ in Hamburg nur genügend medial orchestrierte, könnte man schnell wieder in vorzivilisatorischen Zeiten enden. Ich bin Pessimist.

Hamburger Aufstand

Mehr zum Hamburger Aufstand… Audiatur et altera pars: Hamburger Aufstand. By the way und nicht vergessen: Ernst Thälmann redet und schreibt Bullshit zum Thema.

Kleinbürger und Bullen

apokalypse

„Doch nur vor Einem ist mir bang: Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang.“ (Mephistopheles in Johann Wolfgang von Goethes „Faust“: Der Tragoedie erster Teil)

Interessante Lektüre: „Kleinbürger und Bullen in die Hölle von Hamburg“ – Vom Verschwörungsglauben der #NoG20-Linksextremisten (Michael Blume, SciLogs). Der Inhalt ist nicht so polemisch „gegen links“, sondern eher zynisch und klug aus der Sicht eines Ethnologen bzw. Soziologen.

Wenn sich die – oft berechtigte – Unzufriedenheit mit den Zuständen dieser Welt nicht überzeitlich-religiös auflösen lässt, wenn sich alle utopischen Hoffnungen in dieser säkularen Zeit erfüllen (oder scheitern) müssen – dann liegt der Traum von entfesselter Gewalt nahe, schein-legitimiert durch eine mythologische Hoffnung auf ein apokalyptisches Paradies nach der großen Zerstörung.

Dazu passt eine Rezension: „Die Gefahr durch Religion(en) – Not in God’s Name von Rabbiner Baron Jonathan Sacks“. (Vgl. dazu New York Times)

Ich denke bei dem Thema auch an Hans Blumenberg: „Lebenszeit und Weltzeit, 2. Kapitel: Apokalypse und Paradies“:

Aber es geht doch auch und womöglich in hintergründiger Weise um die Aufhebung des Ärgernisses, welches der Einzelne daran nimmt, daß die Welt über die Grenzen seiner Lebenszeit hinweg unberührt feststeht und sich noch andere Freuden zu erfreuen anschickt, als ihm selbst vergönnt sein mögen.

Babylonien, revisited, 39.0

Babylonien, revisited, 39.0: Schottisch. Drei junge Männer, die von einer Aikido-Veranstaltung kamen, die für einen von ihnen nicht gut ausgegangen war. Ich hörte eine Sprache, die für mich wie eine Mischung aus Skandinavisch und Englisch klang, und fragte nach. Ich habe mir gerade Centurion gekauft, weil ich alle Filme mag, in denen Olga Kurylenko vorkommt. Vielleicht haben die Pikten ja so gesprochen.

Und noch einmal: Tigrinya. Schon der zweite Eritreer, der das sprach.

Feierabend

feierabend

Feierabend nach einer 12-Stunden-Horror-Nacht ohne Pause. Man kommt sich dämlich vor, ins Wachbuch einzutragen: „Keine besonderen Vorkommnisse“. Besser wäre: „Zahllose Vorkommnisse, aber hier keine besonderen.“

Drei Großfamilien vom Balkan. Das meint: Nach Mitternacht mehr als 50 Personen im Warteraum, inklusive mehrerer lärmender Kinder. Dazu besoffene Hipser-Tussies, die sich über sich selbst lauthals totlachen, mehrere „südländische“ Männer, die kurz vor dem Ausflippen sind und die ich nur mühsam im Zaum halten kann.

Vier Polizisten und drei Feuerwehrleute bringen einen gefesselten, aber dennoch tobenden Mann auf einer Trage, der Schaum vor dem Mund hat und schier unmenschlich kreischt und schreit. Definitiv die falsche Drogenmischung. Eine alte Bulgarin im Rollstuhl bekreuzigt sich, als die Prozession an ihr vorbeizieht. Vielleicht ist das das Richtige. Wir brauchten auch einen Exorzisten. #rettungsstelle #notfallaufnahme

#G20

Wie sehr die deutschen „Linken“ aber auch überzeugt sein mögen, daß diese Taktik revolutionär sei, in Wirklichkeit ist sie grundfalsch und enthält nichts als hohle Phrasen. (Wladimir Iljitsch Lenin, aus dem Zusammenhang gerissen)

Deutsche Leerstellen

Schon erstaunlich, dass es zu historischen Ereignissen wie dem Kfar Etzion massacre keinen deutschen Wikipedia Eintrag gibt. Oder ist es doch kein Zufall? (Einen Hinweis auf den Kibbuz hatte ich in Exodus gefunden und war neugierig geworden.)

Bitte durchsuchen Sie mein Gerät!

bundestrojaner

Ich habe eine kleine und unmaßgebliche Frage, die bekanntlich niemanden interessiert: Wie will man Computer „heimlich“ durchsuchen?

„…ist es nötig, die Geräte der Betroffenen mit Schadsoftware in Form sogenannter Staatstrojaner zu infizieren.“

Wie? Wie? Wie?

New York

new york

Das Foto habe ich 1979 gemacht.

In flagranti oder: Gepriesen sei der Abschnitt 54!

Fahrrad

Da will ich doch heute gegen Mittag Schrippen beim Bäcker meines Vertrauens holen und sehe auf der Strasse zwei Streifenwagen und den zweiten Hof voller Polizei. Ich fragte neugierig, um was es gehe. „Fahrraddiebstahl“ sagte man mir. Die offenbar in flagranti ertappten drei Bürschlein standen betreten guckend herum. Zufällig hatten sie sich ausgerechnet eines meiner Fahrräder ausgesucht und das teure Schloss schon durchgeflext. Der Tag fängt ja gut an.

Die Polizisten meinten grinsend, ich solle dem Polizeipräsidenten eine E-Mail schreiben, dass der Abschnitt 54 der beste sei, weil sie schon immer da seien, bevor das Verbrechen geschehe. Stimmte in meinem Fall.

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