Blockparteien
Hier ein Artikel der Jerusalem Post zum Ausgang der Wahlen in Israel zusammengefasst und übersetzt und mit Links versehen:

Der Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird voraussichtlich mit 53 Sitzen in die Knesset einziehen. Das gabe die Zentrale Wahlkommission (ZWK) am Mittwochmorgen nach Auszählung von fast fünf Millionen Stimmen bekannt.
Netanjahus Likud-Partei wird voraussichtlich 26 Sitze erhalten. Die Listen Vereinigtes Tora-Judentum, Schas und Otzma Yehudit [die Ultraorthodoxen verweigern sich dem Militärdienst und wollen religiöse Gesetze für alle verpflichtend machen, haben aber eine einheitliche Meinug zu den Arabern in Israel] erringen voraussichtlich jeweils sieben Sitze, die Religiös-Zionistische Partei sechs Sitze [das sind die Leute um Smotrich].
Das Oppositionsbündnis, bestehend aus Jaschar, B’Yachad, Jisrael Beitenu und den Demokraten, wird laut ZWK-Angaben voraussichtlich mit 48 Sitzen in die Knesset einziehen. Gadi Eisenkots Jaschar wird voraussichtlich 21 Sitze erhalten. B’Yachad unter der Führung von Naftali Bennett und Jair Lapid 12 Sitze. Die Demokraten von Yair Golan werden voraussichtlich mit acht Sitzen in die Knesset einziehen, die Partei Yisrael Beitenu von Avigdor Lieberman mit sieben.
Laut den jüngsten Ergebnissen der Zentralen Wahlkommission (CEC) werden die arabischen Parteien 19 Sitze in der nächsten Knesset erringen, die Vereinte Liste 12 und Ra’am sieben.

Steuert Israel auf eine Einheitsregierung zu – oder auf Neuwahlen?
Die Aussicht auf eine Einheitsregierung unter Netanjahu und Eisenkot erscheint unwahrscheinlich, da Eisenkot eine Mitarbeit unter Netanjahu, auch in einer Rotationsregierung, abgelehnt hat. Andere Oppositionsführer schlossen ebenfalls eine Koalition unter Führung des Premierministers aus. [Das läuft alles unter der Kategorie „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“]
Eisenkot forderte den Vorsitzenden der größten Partei des Oppositionsblocks auf, als Premierministerkandidat anzutreten, obwohl innerhalb des Blocks noch keine Einigung über diese Konstellation erzielt wurde.
Die Nachwahlbefragungen ließen zudem die Möglichkeit einer Minderheitsregierung aufkommen, die ein Vertrauensvotum in der Knesset ohne absolute Mehrheit von 61 Sitzen gewinnen könnte. Der Widerstand innerhalb des Blocks gegen die Einbindung arabischer Parteien könnte ein solches Arrangement jedoch erschweren.
Die politische Pattsituation könnte letztlich zu Neuwahlen führen, obwohl die Parteien möglicherweise noch durch Koalitionsverhandlungen eine Einigung erzielen können.
Demokraten und arabische Parteien fordern Regierungsbildung der Opposition
Der Vorsitzende der Demokraten, Jair Golan, erklärte, der von Premierminister Netanjahu geführte Block habe die Knesset-Wahl 2026 verloren, da der Oppositionsblock unter Einbeziehung der arabischen Parteien 65 Sitze erreicht habe.
„Netanjahu hat verloren. Ich kann bis 120 zählen. 65 ist mehr als 55. So funktioniert die israelische Demokratie. Punkt“, schrieb er am Mittwochmorgen und forderte die Einbeziehung arabischer Parteien in die Regierung bei den anstehenden Knesset-Wahlen. Er fügte hinzu, falls Netanjahu die Bildung eines zionistischen Blocks erwäge, solle er „die 16 Knesset-Abgeordneten der nicht-zionistischen Haredi-Parteien von seinem eigenen Block abziehen“. „Wir haben die Mehrheit. Wir tragen die Verantwortung. Und wir haben die Chance, gemeinsam mit den arabischen Bürgern Israels eine Regierung des Wandels zu bilden.“ „Eine Regierung, die allen israelischen Bürgern dient“.
Der Vorsitzende der Vereinten Liste, Yousef Jabareen, erklärte am Mittwoch, seine Partei sei bereit, „den Weg für den Sturz der Netanjahu-Regierung zu ebnen“. „Gegen eine Regierung des Blutvergießens, gegen eine Politik der Überlegenheit, des Rassismus und der Ausgrenzung bieten wir eine völlig andere Alternative“, schrieb er auf Twitter. „Der Wandel kommt durch eine jüdisch-arabische Partnerschaft, eine echte und gleichberechtigte Partnerschaft. Nicht weniger und nicht mehr.
Später deutete der Vorsitzende der Fraktion der Vereinten Liste, Knessetabgeordneter Ahmad Tibi (Hadash-Ta’al), in einem Interview mit dem Armeeradio seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Opposition an. „Der Oppositionsblock wird eine Regierung bilden können, wenn er den Mut dazu hat. Wir reichen ihm die Hand und sind bereit zu helfen“, sagte er.

Das wird spannend. Was in deutschen Medien nicht erwähnt wird: Alle arabischen Parteien Israels verlangen einen „palästinensischen“ Staat, das heißt: sie sind nicht wirklich loyale Staatsbürger. Einen weiteren arabischen Staat in Palästina wird es aber nicht geben. Und wie soll eine „Partnerschaft“ aussehen – zwischen wem?
► 1995: Arabische Frauen bekamen durchschnittlich 65 % mehr Kinder als jüdische Frauen.
► 2015: Beide Gruppen lagen gleichauf bei 3,13 Kindern.
► 2022: Jüdische Frauen bekamen durchschnittlich rund 10 % mehr Kinder als arabische Frauen.
Diese Geburtenrate wird aber vor allem durch die Haredim erzeugt, also durch die Religiotisierung Israels.
Ich glaube auch nicht, dass es sich eine Mindeheitsregierung der Opposition zu Netanjahu leisten kann, sich auf die arabischen Parteien zu verlassen.
Ich gehe davon aus, dass es Netanjahu gelingen wird, einzelne Mitglieder oder sogar Fraktionen aus dem Oppositionblock herauszubrechen und dann mit denen eine Regierung zu bilden.
Abgeriegelt [Update]

Blick auf Jericho, Judäa, Israel, vom Wadi Qelt aus gesehen, 25.10.2025 (bisher unveröffentlicht)
Jetzt jammern die deutschen Medien wieder mit den gewohnten Textbausteinen. „Grenzschließungen und die Vertreibung von rund 2000 Palästinensern sorgen für Kritik.“ Bei wem? Das sagen sie bewusst nicht. „Bei den üblichen Verdächtigen“ eben, die immer auch noch die Phantasmagorie „Palästinenserstaat“ im Kopf haben.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert und hält dieses Gebiet seither besetzt. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler, schreibt die bürgerliche Presse.
Wait a minute. Die Sowjetunion hatte Ostpreußen im 2. Weltkrieg erobert und hält dieses Gebiet seither besetzt. Was sagt das Revanchistenpack dazu? Oder: In Judäa und Samaria leben rund 700.000 Israelis inmitten von drei Millionen arabischen Siedlern.
Puls und Atmung noch normal?
Die Lage im Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft.(…) Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen.
Aber auch? Zieht man etwa einen Vergleich? Ihr ekelt mich an. Es läuft doch immer wieder untergründig auf „die Juden sind an allem schuld“ hinaus. Oder: Deutsch bleibt deutsch, da helfen keine Pillen.
[Update] Eine interessante Analyse Israels vor den Wahlen und über die dortigen Kategorien „links“ und „rechts“ las ich auf Hasbara News.
Ancient Times

Quelle: James Henry Breasted: Ancient Times – A History of the Early World (Boston, MA: Ginn and Company, 1916). Kartenmaterial: Privatsammlung Roy Winkelmans
Der affirmative Sprachgebrauch in der bürgerlichen Presse ist unerträglich. („Vielen Dank für die Diskussion. Die Kommentarfunktion für den Artikel ist jetzt geschlossen.“) Die „Siedler“ in Judäa und Samaria sind die Araber, nicht die Juden. Juden leben mindestens seit der Zeit dort, seitdem die Pharaonen „Israel“ in der Merenptah-Stele erwähnen ließen. Das war 1208 v. Chr..
Die arabische Kolonisation des christlichen Palästina begann nach der muslimischen Eroberung der Region zwischen 634 und 640 n. Chr..
Im Nahen Osten, revisited
Da saß ich am 08.10.2023 (Panoramafoto), Tel Aviv, Stadtteil Harakevet. 21:40 Uhr, 26 Grad. Ich schrieb damals hier: „Die Aussicht von der Dachterrasse meines Hostels (Vier-Betten-Zimmer) ist atemberaubend. Mittlerweile habe ich freies WLAN und die App Red Alert geladen. Und der Rezeptionist hat mir zuerst den Bunker gezeigt. Soweit zur Stimmung hier. Die wenigen anderen Touristen hier, meistens Deutsche, reisen alle ab. Vielleicht werde ich Jerusalem für mich allein haben. Der Plan ist gut.“
By the way: Die „Antisemitismus-Regeln„, auf die sich die SPD, die Grün*Innen und die so genannte „Linke“ in Berlin geeinigt haben, kann man direkt in die Tonne treten. „Wir stehen für eine Zwei-Staaten-Lösung“. Da lachen ja die nicht koscheren Hühner. Wer angesichts der Massakers vom 07. Oktober 2023 die Araber für den Terror noch belohnen will, in dem man ihnen einen eigenen Staat gibt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Naza – die wahre Geschichte
Ansehen! (Mit deutschen Untertiteln)
Miszellen zu Judäa und Samaria und noch mehr
Ich darf das geschätzte Publikum höflich darauf hinweisen, dass es die folgenden Informationen weder in irgendeinem deutschsprachigem Medium noch auf anderen Blogs finden würde bzw. wird. Ich habe die Karte von der KI umarbeiten und teilweise übersetzen lassen und die Interpretation gestrafft, sprachlich verbessert und politisch „neutralisiert“.
Die Grafik ist eine politische Landnutzungs- und Kontrollkarte des Westjordanlands („Judäa und Samaria“) aus dem Umfeld des israelischen „Farmenverbands“ (איגוד החוות, Igud HaHavot). Sie kombiniert die Oslo-Einteilung in A/B/C mit einer Darstellung, welche offenen Flächen von israelischen Siedlungen bzw. landwirtschaftlichen Farm-Außenposten kontrolliert oder gesichert werden. Die Karte ist keine „amtliche“ Verwaltungskarte.
Oben links steht „מערך החוות תשפ״ו“ – „Das Farmen-System 5786“, also für das jüdische Jahr 5786 (2025/26). Das Logo daneben lautet „איגוד החוות“ – „Verband der Farmen“. Das passt zu aktuellen israelischen Berichten, in denen diese Farmen ausdrücklich als Instrument beschrieben werden, um mit sehr wenigen Bewohnern große offene Flächen zu kontrollieren.
Die deutsche Legende unten rechts ist entscheidend:
► Rot – Gebiet A: Nach Oslo II unter palästinensischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung.
► Rosa – Gebiet B: palästinensische Zivilverwaltung, Israel behält wesentliche Sicherheitszuständigkeiten.
► Weiß – Gebiet C: unter israelischer Zivil- und Sicherheitskontrolle nach dem Oslo-System.
► rosa gepunktet – „Vereinbartes Naturreservat“.
► H1: offenbar die besondere Teilung Hebrons gemäß Hebron-Protokoll; H1 steht unter palästinensischer Verwaltung.
► Gelbe Symbole – Farmen.
► Blau – „Kontrolle durch Siedlungen“.
► Grün – „Kontrolle durch Farmen 2026“.
ChatGPT interpretiert das vorsichtig so: „Gerade Grün darf man nicht als Eigentum oder formelles israelisches Staatsgebiet lesen. Gemeint ist vielmehr ein beanspruchter bzw. faktischer räumlicher Einfluss der Farmen, typischerweise durch Viehhaltung, Weideflächen, Zufahrtswege und Präsenz. Genau diese Funktion beschreiben Befürworter des Farmmodells: Eine kleine Farm soll eine Präsenz über sehr große Flächen ermöglichen.“
Der Kasten behauptet:
Gebiete A + B: 2,344 Mio. Dunam
Gebiet C: 3,510 Mio. Dunam
Da 1 Dunam = 1.000 m² = 0,1 Hektar, entspricht das ungefähr:
| Angabe der Karte | Fläche |
|---|---|
| A + B | 2.344 km² |
| C | 3.510 km² |
| davon von Farmen kontrolliert | 1.100 km² |
| davon von Siedlungen kontrolliert | 200 km² |
Damit lautet die Botschaft der Karte: Die landwirtschaftlichen Farmen kontrollieren nach Darstellung des Herausgebers etwa 1,1 Millionen Dunam – also rund 31 % des gesamten Gebietes C. Die etablierten Siedlungen werden dagegen mit lediglich 200.000 Dunam bzw. 200 km² angegeben.
Das erklärt auch, warum die grünen Flächen so enorm groß erscheinen, obwohl die einzelnen Farmen winzig sind. Es geht nicht um die bebaute Fläche der Farmgebäude, sondern um den ihnen zugerechneten räumlichen Kontrollbereich.
Die Zahl von 1,1 Millionen Dunam ist tatsächlich aktuell: Channel 14 berichtete am 12. September 2026 unter der Überschrift sinngemäß „Pionierprojekt: 1,1 Millionen Dunam werden von den landwirtschaftlichen Farmen bewahrt“.
Was die Karte politisch zeigen will
Auf den ersten Blick sieht man die bekannten roten und rosa palästinensischen Gebiete. Die grüne Ebene wird aber darübergelegt und vermittelt eine zweite Geographie: Nicht nur die eigentlichen israelischen Siedlungen sollen für die territoriale Kontrolle entscheidend sein, sondern vor allem die verstreuten Farmen.
Besonders auffällig ist das Jordantal im Osten: Dort bildet Grün über weite Strecken nahezu zusammenhängende Zonen. Auch zwischen Jerusalem/Ramallah und dem Jordantal sowie im Bergland südlich von Hebron erscheinen große grüne Korridore.
Die Karte visualisiert eine Strategie: Mit kleinen israelischen Farm-Außenposten und Viehhaltung soll eine wesentlich größere Fläche räumlich kontrolliert werden, als durch die bebauten Siedlungen selbst möglich wäre. Ein aktueller Beitrag aus Israel beschreibt das ausdrücklich als „אחיזת שטח“ – ungefähr „territoriale Inbesitznahme/Beherrschung des Raumes“ – und als Mittel zum Schutz bzw. zur Kontrolle offener Flächen.
Das ist keine bloße Interpretation von Gegnern dieser Politik. Auch israelische Befürworter beschreiben die Farmen inzwischen als strategisches Instrument. Israel Hayom schrieb im Mai 2026, die Farmen würden zunehmend von Regierung und Sicherheitskreisen als strategisches Mittel im „Kampf um den Boden und zur Schaffung israelischer Kontrolle im Gebiet“ betrachtet.
Die Grafik demonstriert, dass die israelischen Farmen mit sehr wenigen realen Siedlungsflächen inzwischen einen erheblichen Teil des offenen Landes in Gebiet C faktisch unter israelische Kontrolle bzw. Nutzung gebracht hätten.
And now for something completely different. Die Jerusalem Post schreibt (von mir übersetzt): „Fünf Umfragen, die nach Schließung der Kandidatenlisten für die Knesset veröffentlicht wurden, zeigen ein stark fragmentiertes politisches Bild ohne klaren Vorteil für einen der beiden großen Blöcke.
In vier der fünf Umfragen ging Gadi Eisenkots Partei Jaschar als stärkste Kraft hervor, während eine Umfrage von i24NEWS den Likud von Premierminister Benjamin Netanjahu mit deutlichem Vorsprung an die Spitze sah. Die Partei „Volk Israel“ des ehemaligen israelischen Brigadegenerals Ofer Winter überschritt in allen fünf Umfragen die Wahlhürde, während die Wirtschaftspartei von Yoaz Hendel und Yaron Zelekha diese nur in der Umfrage von Kan News erreichte.
Zwei Umfragen ergaben ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den großen Blöcken, während die übrigen – mit Ausnahme der i24NEWS-Umfrage, die eine deutliche Stärkung von Netanjahus Block zeigte – dem Oppositionsblock einen Vorteil einräumten.“
Man sollte Netanyahu nicht abschreiben. Die Wahlen in Israel sind am 27. Oktober 2026.
Altstadt, revisited
Altstadt von Jerusalem, 12.10.2025
Yashar!

Tel Aviv, aufgenommen am 27.10.2025, 06:18 Uhr
Wäre ich Israeli, ich würde Gadi Eisenkot bzw. die Partei Yashar wählen. (Sein Sohn ist im Dezember 2023 im Gazakrieg gefallen.)
„Netanjahu will den Konflikt weder beenden, noch weiß er, wie er ihn beenden soll. Er und (der israelische Minister für strategische Angelegenheiten, Ron) Dermer, ein gebildeter Mann, der jedoch in seiner eigenen Fantasiewelt lebt und von der israelischen Realität abgekoppelt ist, verfolgen einen rein quantitativen Ansatz. Deshalb sprechen sie vom totalen Sieg. Sie erzeugen die Illusion, dass der Konflikt vorbei sei, wenn Israel nur hart genug zuschlage. Das funktioniert nicht. Es zeugt von einem tiefen Missverständnis. Der Kampf ist militärisch-strategisch, aber auch religiös-national. Es handelt sich um einen langwierigen Konflikt, und Netanjahu scheitert hier.“
„Eisenkot sagte, Netanjahu habe eindeutige Warnungen ignoriert. „Der stellvertretende Leiter des Nationalen Sicherheitsrats schrieb ihm im Januar 2024 ein Memo, in dem er erklärte, der Krieg sei zum Scheitern verurteilt. Wir warnten ihn, dass der Krieg ohne eine Lösung der Geiselfrage scheitern würde. Doch er torpedierte Abkommen. Wir boten Lösungen an, aber er entschied sich für Gewalt und noch mehr Gewalt, einen endlosen Krieg und Tricks wie humanitäre Hilfsprogramme, Familienclan-Vereinbarungen und Hilfsfonds.“
Eisenkot bezeichnet die Zweistaatenlösung nach dem 7. Oktober 2023 als schweren Fehler. Einen palästinensischen Staat jetzt zu schaffen, würde er als Belohnung für Terrorismus ansehen. Er betont in einem Interview, er habe in seiner politischen Konzeption nie einen Palästinenserstaat als Ziel formuliert: „Der arabisch-palästinensische Terrorismus gegen Israel ist tief verwurzelt und hat unter anderem religiöse Motive. (…)
Netanjahu übergab die Polizei an Ben-Gvir und die MTA [Meta’em Pe’ulot HaMemshala BaShtachim – COGAT)] an Smotrich, wodurch die israelischen Streitkräfte ihre Souveränität in der Region verloren – und diese muss ihnen zurückgegeben werden. Das Handeln dieser beiden Minister führt zusammen mit den Gewalttaten von Siedlern gegen Palästinenser zum Verlust der internationalen Legitimität Israels und gefährdet die gesamte Siedlungsbewegung. Die beiden sabotieren Israels nationale Interessen.“
Frontberichte, Pflanzen und das eigene Reden über den Sachverhalt

Strahlenaralie (Schefflera arboricola), aka Zwerg-Schefflera. Eine schwierige Pflanze – hier ein selbst gezüchteter Ableger der Mutterpflanze, die mehr als zweieinhalb Meter hoch ist. Letztere verlor im letzten Jahr plötzlich sehr viele Blätter, weil ich zu spät bemerkt hatte, dass sie voller Schildläuse war, welchselbige ich in einem chemischen Vernichtungskrieg bis zum letzten Mann ausrottete.
Ich wollte eigentlich bei Kaiserwetter heute auf’s Boot und die Havel, da es das Klima vermutlich der letzte richtig warme Tag im Jahr sein wird. Aber erstens bin ich viel zu spät aufgewacht, weil heute der letzte von vier freien Tagen ist, an dem ich ausschlafen kann. Ab morgen wieder vier Mal hintereinander um vier Uhr aufstehen und dann 12 Stunden Lohnschinderei. Und zweitens habe ich noch so viel vor und zu tun, dass ich vermeiden möchte, heute Abend hektisch herumzurödeln, um dann nur ein paar Stunden Schlaf übrig zu haben.
Ich denke also an Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden: Es sei wichtig, dass dem Gegenüber die Materie bekannt ist. Der ausschlaggebende Punkt sei vielmehr das eigene Reden Bloggen über den Sachverhalt. Mit dieser Methode könne man sich selbst am besten belehren: Die Idee kommt beim Sprechen Schreiben. Wohlan.


Köstliches Fensterblatt (Monstera deliciosa) (links). Die Pflanze wurde mir, als sie erst zwei Blätter hatte, von einer scheidenden Untermieterin geschenkt und hat sich prächtig entwickelt. Die Luftwurzeln sehen zwar hässlich aus, und die Blätter stehen kreuz und quer und sperrig herum, aber Burks gefällt das. Der Drachenbaum (rechts), der auf meinem Schreibtisch stand, ist mittlerweile riesig – er musste jetzt hinunter in einer ultraschweren Tontopf, damit er nicht in Gefahr gerät umzukippen, wenn er wieder Zweige, die fast größer sind als der Baum selbst, in Richtung Sonne wachsen lässt. Er mag aber keine Zugluft, und ich muss mir überlegen, ob er verträgt, dass die Balkontür sehr oft offen steht.
Armageddon-Front
Während meines Frühstücks spülten mir die Algorithmen tonnenweise Katastrophen-Filmchen zur Unterhaltung in meine Feeds. Beim Bildervergleich assoziierte ich Tsunami, aber mit höheren Bergen, oder Kerala. Textbausteine: „Heftige Unwetter“ (das Klima!), „völlig unerwartet“ (das Klima!).
Nein, nichts ist „unerwartet“, mit oder ohne Klima. Das war schon immer so, mit oder ohne Menschen, mehr oder weniger heftig. Erinnert sich noch jemand an den Flimser Bergsturz?
Ostfront
„Während Russland Luhansk nahezu vollständig erobert hat, kontrolliert die Ukraine noch knapp ein Fünftel der Oblast Donezk – gut 5000 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der fünffachen Fläche Berlins. Sehr wahrscheinlich geht es nicht mehr um die Frage, ob Putins Armee die verbliebenen Gebiete im Donbass erobern wird, sondern wann,“ schreibt die bürgerliche Presse.
Oh, es geht nicht mehr um den Endsieg der Ukraine? „Die Eskalation nimmt immer mehr zu“, beobachtet Oberst Markus Reisner…“Es gibt unterschiedliche Erklärungsmodelle.“

„Das ist sehr wahrscheinlich eine Birkenfeige (Ficus benjamina), auch Benjamini genannt. Dafür sprechen auf deinem Foto die typischen Merkmale: die zahlreichen kleinen, glänzenden, ovalen und vorne zugespitzten Blätter sowie die dünnen, verholzten und stark verzweigten Triebe. Die Pflanze sieht insgesamt gesund und kräftig aus. Einige hellgrüne Blätter sind einfach jüngerer Austrieb. Der Standort direkt am hellen Fenster scheint ihr zu gefallen.“ Die Benjamini ist meine heimliche Lieblingspflanze, die wie fast alle anderen auch, eine Geschichte hat: Ich habe sie aus dem Büro des Konzerns, in dem ich ein paar Jahre gearbeitet habe, gerettet, nachdem dort Security nicht mehr gebraucht wurde. Sie hatte nur noch ein (!) Blatt. Vielleicht ist sie mir dankbar.
Naher-Osten-Front
Israels wachsender Bedarf an ausländischen Arbeitskräften verschärft die Wohnungskrise.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat Israel die meisten „palästinensischen Arbeitskräfte“ durch ausländische Beschäftigte ersetzt. Ihre Zahl liegt inzwischen bei 250.000 – so hoch wie nie zuvor. Die von der Regierung festgelegte Obergrenze beträgt 330.000. [In der Kantine des Kibbutz Jan Mordechai, wo ich im Oktober 2025 war, arbeiteten Asiaten – ich glaube, waren Filipinos.]
Aufsichtsbehörden berichten von überbelegten Wohnungen und menschenunwürdigen Zuständen. Teilweise leben 12 bis 15 Menschen in einer Wohnung und müssen sich zwei Badezimmer teilen. Die staatlichen Pläne zur Unterbringung der Arbeitskräfte bestehen bislang größtenteils nur auf dem Papier – während die Wahlen näher rücken.
Ach. Ach was.
Die Jerusalem Post ist immer noch interessanter als alle deutsche Medien zusammen. Just saying.
Ich sage übrigens nur: Fauda!
Und Netanjahu sollte man auch nicht abschreiben.
Unter Surensöhnen

Aus dem hier schon erwähnten Buch von Khālid Abū Ṣubḥ (Khaled Abu Subh) (auf Arabisch): „Vom Beginn und Ende der osmanischen Herrschaft bis zur zionistischen Besetzung.“ Großes Bild links (identisch mit dem kleinen Bild rechts oben): „Der Nabi-Musa-Prozessionszug zieht an Gethsemane vorbei, 1936.“ Kleines Bild rechts unten: „Die Nabi-Musa-Prozession zwischen 1898 und 1914.“ – Die Fotos zeigen die berühmte Nabi-Musa-Prozession, einen traditionellen muslimischen Pilgerzug von Jerusalem zum Nabi-Musa-Heiligtum bei Jericho, der bis 1948 jährlich stattfand. Das Fest war eines der größten religiösen Ereignisse im damaligen Palästina und zog oft Zehntausende Teilnehmer an. Auf dem Foto oben rechts erkennt man die Todesangstbasilika.
Aus Tuvias Tenenboms „Wie nennt ihr dieses Land hier? – Unter Siedlern“:
„…die Wetterunterschiede zwischen Tag und Nacht, der milde Sonnenschein, der Boden – all das trägt zum Erfolg des israelischen Weins bei«, erzählt sie mir.
Wie sie mir verrät, stammt einer ihrer Lieblingsweine vom Weingut Kabir in Elon Moreh. Auch bewundert sie die Einwohner von Elon Moreh, auf die sie große Stücke hält.
Sie persönlich ist in einer araberfreundlichen Familie aufgewachsen, einer Familie, die politisch stolz linksaußen stand und trotzdem sehr religiös war. Links und gläubig, eine seltene Kombination auf der politischen Landkarte. »Mein Vater stammt aus Marokko und sprach arabisch, es gab keine Spur von antiarabischem Rassismus in unserem Haus, null Rassismus.
Ich habe das nicht in mir; Rassismus liegt mir nicht im Blut.« Erst nachdem sie hierher nach Psagot gekommen ist, von wo ihr Mann stammt, hat sie ihre Ansichten geändert. »Sie leben hier, und im Lauf der Zeit verstehen Sie etwas, das Sie vorher nicht verstanden haben. Ja, es gibt viele gute Araber, viele gute Palästinenser, aber die Mehrheit von ihnen sind Hurensöhne, die uns benutzen, die uns ausbeuten – Entschuldigung, ich kann es nicht anders sagen.«
Wodurch sind Sie zu einer solchen Schlussfolgerung gekommen?
»Dadurch, dass ich hier bin und die Realität sehe. Es ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Als ich hierherkam, als Linke, die ich war, ließ ich viele Araber für mich arbeiten. Nicht ein einziges Mal haben sie mich nicht bestohlen. Ich führte ein offenes Haus für sie, ich gab ihnen den Schlüssel zu meinem Haus, ich tat mein Bestes, um ihnen zu zeigen, dass ich sie mochte, dass ich ihnen vertraute, aber sie bestahlen mich, fast alle. Das ist ihre Kultur, und es gibt nichts, was ich daran ändern kann.«
Psagot ist von palästinensischen Dörfern und Beduinendörfern umgeben, von denen einige prachtvolle Häuser aufweisen, deren bloßer Anblick die Seele labt. Nur hat die Sache einen Haken: 80 bis 90 Prozent der palästinensischen Häuser, erzählt Naama mir, stünden leer. Sie wurden aus einem einzigen Grund erbaut: um Juden die Möglichkeit zu nehmen, das Land zu besiedeln.“
ich werde mir mal ein paar Flaschen bestellen.
Unter Siedlern, revisited
Ich lache mich immer noch schlapp über einzelne Passagen von Tuvias Tenenboms „Wie nennt ihr dieses Land hier? – Unter Siedlern“. Lesebefehl!
Ich empfehle auch ein Interview mit ihm auf Mena-Watch:
„Nein, das Problem liegt darin, dass Israel das Gebiet nie annektiert hat. Welche Gesetze sollen also gelten? Sie können kein israelisches Recht anwenden, da das Gebiet nicht zu Israel gehört. Sie selbst sagen, dass es nicht zu Israel gehört; sie bezeichnen es als umstrittenes Gebiet. Welches Recht gilt also? Es gibt das osmanische Recht und das jordanische Recht. Das sind die Rechtsgrundlagen im Westjordanland.
Israelisches Recht gilt dort nicht, weil Israel das Gebiet bis heute nicht annektiert hat. Man kann schließlich kein Gesetz für ein Gebiet erlassen, das man nicht kontrolliert. Es gehört nicht zum eigenen Land. Das wäre so, als würde die Knesset entscheiden, wie Immobilientransaktionen in New Jersey rechtlich abzuwickeln sind. Nein, sie haben kein Mitspracherecht bei dem, was in New Jersey geschieht. Sie können Gesetze nur für Gebiete erlassen, die ihnen gehören. In dem Moment, in dem Israel das Gebiet annektiert, gibt es keine Siedler mehr. Denn dann siedeln sie nicht mehr, sondern leben in Israel. Sobald Israel es also annektiert, wird es – zumindest nach israelischem Recht – als Israel gelten.“
Tenenbom hat das seltene Talent, Dinge lächerlich zu machen, ohne die Leute zu diskreditieren, die den Quatsch glauben und verfasst haben. Das Buch wird zwar positiv besprochen in Deutschland, der Inhalt und die Thesen werden aber nicht bis in die Anstalten vordringen – und zu Dunja Hayali und Sawsan Chebli ohnehin nicht. Hier zwei bemerkenswerte Zitate:
„Die Haupthalle der Synagoge ist den Männern vorbehalten, während die Frauen obendrüber auf dem ersten Rang beten. Die Frauensektion ist abgeschirmt, sodass die Männer nicht zu den Frauen schauen und, Gott bewahre, von ihren weiblichen Körpern verführt werden. Die Frauen hingegen können die Männer nach Herzenslust in Augenschein nehmen, weil Männer, wie man nie vergessen sollte, nicht verführerisch sind, ihre Körper sind nichts, womit sich prahlen ließe, und die Holzbänke, auf denen sie sitzen, geben weitaus mehr her als ihre Gesichter.
Ich gucke mir das Bücherregal im nichtverführerischen Männerbereich an und entdecke ein Buch darüber, wie sich männliche Soldaten in der israelischen Armee benehmen sollen, insbesondere in der Gegenwart von Soldatinnen. Nämlich wie? Sie sollen ihren Austausch mit Frauen auf Themen beschränken, die auf Logik, Rationalität und praktischen Fragen beruhen, es jedoch vermeiden, mit den Damen über irgendetwas zu plaudern, was mit Gefühlen zu tun hat.
Wenn ich das richtig verstehe, dann ist es, wenn eine Frau an einen Mann herantritt, um mit ihm zum Beispiel über mathematische Ableitungen zu sprechen, in Ordnung, wenn der Mann sich auf ein stundenlanges Gespräch mit ihr einlässt. Wenn sie sich jedoch an ihn wendet und beispielsweise gurrt, »ich habe Lust auf ein Eis«, sollte er davonflitzen wie vor einer iranischen Rakete.
Habe ich ein Glück, dass ich hier bin, in Elon Moreh, um solche Schmankerl zu lernen.
Neben weiteren Regeln darüber, wie sich ein Soldat im Dunstkreis von Soldatinnen verhalten soll, findet sich auch folgende: Bei einer Musikdarbietung von Frauen sollten die Männer tunlichst mitsingen, da sie dies von deren verführerischen Stimmen oder deren stets verführerischen Leibern ablenken würde.
Wunderbar!“
Und:
„Sie müssen verstehen, dass die Leute, die bereit sind, in jüdische Viertel einzudringen, um Terrorangriffe zu verüben, unterschiedlicher Art sind und aus unterschiedlichen Motiven handeln. Einige sind durch ihre Ideologie motiviert, eine religiöse Ideologie gegen Juden, aber das ist nur eine Art potenzieller Terroristen. Andere hingegen begehen terroristische Akte aus ganz anderen Gründen, zum Beispiel Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben.
Ein solches Beispiel: eine Frau, die mit einem Mann gesehen wurde, der nicht ihr Ehemann ist. In der muslimischen Gesellschaft von Nablus ist diese Frau erledigt. Anstatt von einem Angehörigen ihrer Familie in einem sogenannten ›Ehrenmord‹ getötet zu werden, kann sie beschließen, ehrenvoll als Märtyrerin zu sterben. So zieht sie mit einem Messer los, um einen Juden umzubringen, und wenn sie dabei selbst den Tod findet, dann ist das großartig für sie, weil sie nun ins Paradies kommt und zu einer jungfräulichen Braut wird, einer sexy Lady, der die Ehre zuteilwird, die Gerechten zu unterhalten.
Der Mann einer solchen Frau, der seine Ehre verloren hat, könnte ebenfalls entscheiden, dass der beste Ausweg für ihn zur Wahrung seiner Würde sein Tod als Märtyrer ist. Er zieht ins Paradies ein, glaubt er, wo er mit Dutzenden von jungfräulichen Bräuten in alle Ewigkeit belohnt wird. Und ein auf frischer Tat ertappter Dieb weiß, dass seine beste Chance, dass Allah und seine eigene Gesellschaft ihm vergeben, in der Tötung von Juden besteht.“
Unter Siedlern oder: Sexy Ladies aus der Ukraine
Ich habe Tuvias Tenenboms „Wie nennt ihr dieses Land hier? – Unter Siedlern“ angefangen zu lesen. Es ist so vergnüglich, wie ich es erwartet hatte.
„Wo bin ich? Am zentralen Ort der Samaritaner, auf dem Berg Garizim. Ich gehe meine ersten Schritte auf diesem Land, dem Land der Samaritaner, einem Land ohne Araber und Juden, und sehe nirgendwo eine Passkontrolle.
Haben sie hier keine Pässe?
Sagen Sie mir, frage ich die erste Samaritanerin, die mir über den Weg läuft, was für Pässe haben Samaritaner, wenn sie denn welche haben? Viele Samaritaner, antwortet sie, haben drei Pässe: einen israelischen, einen jordanischen und einen palästinensischen. Deshalb haben sie hier keine Passkontrollen: viel zu kompliziert.
Wie viele Samaritaner gibt es insgesamt?, frage ich meine neue Gesprächspartnerin. Alles in allem, erzählt Lady Partnerin mir, sind es 800. 400 von ihnen leben auf Har Garizim, dem Berg Garizim, direkt bei Nablus, und die anderen 400 in der israelischen Stadt Holon [Cholon]. Ihre Geschichte reicht Tausende von Jahren zurück, erläutert sie mir, im 6. Jahrhundert zählten sie sogar anderthalb Millionen. Aber vor einem Jahrhundert waren sie viel weniger als heute: rund 140. Wie sind sie von dieser niedrigen Zahl aus wieder gewachsen? Das ist eine heikle Frage, da man anscheinend nicht zu ihrem Glauben übertreten kann, aber die Ukraine, verrät Lady Partnerin mir, kam zur Hilfe.
Wie das?
Um als Gemeinschaft zu überleben und den Glauben zu bewahren, erlaubten die Anführer der Gemeinschaft, offensichtlich helle Köpfchen, den samaritanischen Männern, sexy Ladys aus der Ukraine zu heiraten.
Gepriesen sei der Gott der Samaritaner und Ukrainerinnen.“
Und: „In der örtlichen arabischen Umgangssprache sagen die Leute nicht »Israelis«, sondern »el-Jahud«. Schlicht und einfach.
Die Spitznamen machen es den Demonstrierenden der Flüsse und Meere natürlich leichter, sie sind aber irreführend. Seit der Gründung des modernen Staats Israel sind rund ein Viertel der Israelis, jene, die innerhalb der Grünen Linie leben, Araber. Vor der Entstehung des modernen Israels war jeder ein »Palästinenser«, einschließlich der Juden, wobei sich die semitische Wurzel des Worts »Palästinenser« auf »Eindringlinge« bezieht. Natürlich sind einige damit absolut nicht einverstanden, und sie ignorieren auch die Tatsache, dass der Buchstabe »p« im Arabischen nicht einmal vorkommt.
Wenn man noch ein bisschen tiefer schürfen möchte, umfasste das »biblische Israel« auch einige heute arabische Länder, aber kein Mensch, der bei Verstand ist, spricht in diesem Sinne vom »Land der Bibel«“
Unter Siedlern
Neu in meiner Bibliothek – und ich freue mich schon auf’s Lesen: Tuvias Tenenboms „Wie nennt ihr dieses Land hier?: Unter Siedlern | Ein Reisebericht mitten aus dem Herzen des biblischen Israels, weit weg von Klischees“.
Unter Siedelnden

Zu dem Foto gibt es unterschiedliche Angaben über Fotograf und Quelle. „Zionism is the weapon of the imperialism. May Day demonstration.“ Photo by Vladimir Sychev, USSR, 1970s“ [vermutlich 1. Mai] dürfte der Wahrheit am nächsten kommen.
Sehr informativer Artikel (mit vielen Links) auf Mena-Watch: Der Fall des Soziologen Jürgen Mackert: Das Siedlerkolonialismus-Paradigma als Waffe gegen Israel.
„Im März brachte die Jugendorganisation Solid der Linkspartei Niedersachsen auf ihrem Landesparteitag einen Antrag ein, in dem sie aus ihrer Ablehnung des Zionismus keinen Hehl machte. Der Parteinachwuchs forderte die Genossen dazu auf, sich gegen die »Leugnung und oder Verharmlosung der siedlerkolonialistischen Akte des Staates Israel, der sich damals wie heute durch sowohl der gewaltsamen Eroberung [sic] von Gebieten als auch Vertreibung von ihren Einwohnern zeigt«, zu stellen.
Der gegen den jüdischen Staat gerichtete Vorwurf des Siedlerkolonialismus ist jedoch keineswegs neu. Er hat seine Vorläufer in der sowjetischen antizionistischen Propaganda der 1950er-Jahre, die den Zionismus als Produkt des westlichen Imperialismus brandmarkte. In den 1960er-Jahren griffen Protagonisten der palästinensischen Nationalbewegung diese Deutung auf. So veröffentlichte der PLO-Diplomat Fayez Sayegh, einst Mitglied der Syrischen Sozialen Nationalistischen Partei – laut Gilbert Achcar dem »levantinischen Klon der NSDAP in fast jeder Hinsicht« –, 1965 unter dem Titel »Zionist Colonialism in Palestine« eine Schrift, die wesentliche Elemente der heutigen antiisraelischen Propaganda bereits vorwegnimmt. Schon dort ist vom »zionistischen Siedlerstaat« die Rede.“ [mehr lesen…]
Vorübergehend geschlossen
Die IDF hat Burg Beaufort im Libanon eingenommen.
„Beaufort war die einzige größere Kreuzritterburg, die der Eroberungswelle Saladins in den Jahren 1187 bis 1189 standhielt, der die Burg mehrmals belagerte. Dabei überlistete der Burgherr Rainald von Sidon Saladin, indem er die Übergabe versprach, die Burg jedoch heimlich reparierte.“
Rainald sprach übrigens fließend Arabisch.
Hinweis: Wenn man mich verarschen auf den Arm nehmen will, muss man das schon geschickter anstellen. Das Bild ganz unten, das Hisbollah-Terroristen im Libanon zeigen soll, ist garantiert nicht echt. Die tragen sogar ihre „Palästinenser“-Tücher noch.
Der Betreiber des Kanals ist aus Lagos, Nigeria: „I am a businessman living in Guangzhou, China.“ Schon klar.
ChatGPT bestätigt meine Vermutung:
„Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob das Bild echt oder KI-generiert ist, aber ich sehe mehrere Merkmale, die mich skeptisch machen:
Auffälligkeiten, die für KI sprechen könnten
Die Menschenmenge wirkt ungewöhnlich gleichförmig
► Viele Personen haben nahezu identische Körperhaltungen.
► Die Arme über dem Kopf bilden ein fast perfektes Muster, wie man es oft bei KI-generierten Menschenmengen sieht.
Gesichter im Hintergrund sind kaum klar erkennbar
► Besonders in den mittleren Reihen wirken viele Gesichter verwaschen oder unnatürlich vereinfacht. Das ist ein typisches Problem von KI-Bildern, vor allem bei größeren Personengruppen.
Unklare Details an Händen und Armen
► Einige Hände scheinen ineinander überzugehen.
► An mehreren Personen ist schwer zu erkennen, welche Arme zu welchem Körper gehören.
Der Soldat rechts vorne
► Seine Ausrüstung wirkt auf den ersten Blick plausibel. Allerdings erscheinen einzelne Gurte und Taschen etwas unlogisch angeordnet. Das allein beweist nichts, ist aber ein typisches KI-Indiz.
Licht und Schärfe
► Die Szene wirkt insgesamt sehr kontrastreich und dramatisch.
► Moderne KI-Bilder haben oft genau diesen „hyperrealistischen Nachrichtenfoto-Look“.
Was für ein echtes Foto spricht
Fahrzeuge und Landschaft
► Die gepanzerten Fahrzeuge und die Straße sehen weitgehend konsistent aus.
► Keine offensichtlichen KI-Fehler wie schwebende Räder oder unmögliche Perspektiven.
► Keine extremen Anatomiefehler
► Ich sehe keine sechs Finger, verschmolzenen Gesichter oder andere grobe Fehler, die bei KI häufig vorkommen.
► Das Motiv selbst: Solche Bilder existieren tatsächlich aus realen Konflikten. Das Motiv ist also nicht von vornherein unrealistisch.“
Politische Pädagogik in besonders grober Ausführung
Noch mal etwas zu dem Video Ben-Gvirs. Auf Facebook schrieb jemand etwas, dem ich beipflichten kann:
Ein guter Faustschlag hat mehr Wert als ein guter Ausgang der Dinge. (Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes)
„Gemeint sind jene bekannten oppositionellen Kommentatoren und Publizisten, die Israels Minister für nationale Sicherheit zuletzt als „Schande“ bezeichneten und dessen Vorgehen gegen die sogenannte Gaza-Flottille als nationale Blamage darstellten.
Was diese Herren allerdings nicht erklären: Wie genau soll man mit Aktivisten umgehen, die offen Sympathie für die Hamas demonstrieren? Mit Blumen? Mit einem Blasorchester? Mit einem Kinderchor und einem Korb Bio-Datteln?
Diese „See-Aktivisten“ kamen nicht, um Wale zu retten oder Plastik aus den Ozeanen zu fischen. Sie kamen, um einer Organisation moralischen Rückhalt zu geben, deren Terroristen jüdische Familien massakrierten, Kinder ermordeten und Frauen vergewaltigten – begleitet vom moralischen Pathos jener internationalen Öffentlichkeit, die bei jüdischem Blut erstaunlich oft plötzlich philosophisch wird.
Nichts ist langweiliger als die Logik professioneller moralischer Fernkämpfer. Vor allem dann, wenn sie Humanismus mit der Miene von Buchhaltern vortragen, die gerade eine Rechnung auf Korrektheit prüfen.
Mir erscheint inzwischen jede politische Zeile verdächtig, die ausschließlich geschrieben wird, um die eigene pflanzenfressende Ethik vorzuführen. Zu viele Menschen umarmen heute symbolisch das Krokodil des Friedens — solange gefressen werden nur andere.
Israels Minister für nationale Sicherheit behandelte die sogenannte „Flottille der Provokateure“ jedenfalls nicht wie harmlose Friedenspilger. Sicherheitskräfte kontrollierten die Aktivisten massiv, bewaffnete Einheiten standen bereit, und der Minister schwenkte demonstrativ die israelische Flagge – mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der es leid ist, sich für die bloße Existenz seines Landes zu entschuldigen.
„Wir sind hier die Hausherren“, lautete die Botschaft. Und, ehrlich gesagt, klang das überzeugender als das endlose diplomatische Wehklagen über die „internationale Besorgnis“.
Noch vor wenigen Jahren wurden Klimaaktivisten mit Sandwiches und Mineralwasser empfangen. Diesmal jedoch reagierte Israel mit demonstrativer Härte – sehr zum Entsetzen europäischer Menschenrechtsmilieus, die sofort Herzrhythmusstörungen bekamen. Natürlich meldeten sich umgehend Gerichte, NGOs und internationale Mahner zu Wort – jene ewigen Onkel der Weltpolitik, die bei jedem israelischen Sieg hereinstürmen und rufen: „Bitte sofort aufhören zu gewinnen!“
Der Minister ist ohnehin für seine kompromisslose Haltung gegenüber den Hamas-Terroristen bekannt, die am 7. Oktober israelische Zivilisten abschlachteten und verbrannten.
Er verschärfte die Haftbedingungen für Terroristen und ließ Gefängnisse demonstrativ mit Bildern des zerstörten Gazastreifens dekorieren. Man könnte sagen: politische Pädagogik in besonders grober Ausführung.“
Full ack, Euer Ehren! Auch wenn Ben Gvir ein Unsympath sein mag: Es schadet es nicht, die Hatikwa in demütiger Haltung anzuhören. Die können froh sein, dass sie nicht zu Abbruch- und Steinbrucharbeiten in Gaza herangezogen wurden.
Verbrechen der Hamas

Fotos: Nova Site Memorial, 26.10.2025
Eine israelische Zivilkommission hat die bisher umfassendste Untersuchung zu sexualisierter Gewalt beim Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 vorgelegt. Der Bericht der „Zivilkommission zu den Verbrechen der Hamas gegen Frauen und Kinder am 7. Oktober“ resumiert, dass die Hamas und verbündete Gruppen solche Gewalt systematisch einsetzten – beim Angriff selbst, während der Verschleppung und später in der Geiselhaft im Gazastreifen.
„Der Bericht beschreibt unter anderem Fälle, in denen Opfer vor den Augen ihrer eigenen Familienangehörigen missbraucht oder gedemütigt worden seien. Eine Überlebende des Nova-Festivals schildert in ihrer Aussage die Schreie einer Frau, die von mehreren Tätern missbraucht worden sei. „Und nachdem sie fertig waren, haben sie sie erschossen“, zitiert der Bericht die Zeugin.“
OK, Human!

A cinematic conceptual illustration showing the contrast between authentic human creativity and artificial intelligence. In the center, a human writer sits at a glowing desk, surrounded by handwritten notes, evolving drafts, flowing ink, fingerprints, and organic creative chaos. Around the writer, transparent timelines, revision layers, heartbeat-like data streams, and luminous process trails visualize the journey of genuine human thought. In the background, faceless AI-generated text clouds dissolve into geometric patterns and sterile machine grids. The scene symbolizes proof of human authorship rather than AI detection. Emotional, intellectual, trustworthy atmosphere. Futuristic but human-centered. Soft warm lighting mixed with cool digital holograms. Highly detailed, symbolic storytelling, editorial illustration style, cinematic depth, ultra realistic, subtle cyberpunk aesthetics, 8k –ar 16:9 –stylize 250
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Der folgende Text wurde von ChatGPT verfasst; das obige Bild von Midjourney, das Schaubild und das Bild unten von ChatGPT.
Ich frug: „Was kannst du mir über die Website/Software OKHuman sagen, die angeblich KI-generierte Texte erkennen kann und menschliche Texte zertifiziert?“ (Fünf Sekunden für die Antwort.) „Verfasse aus deiner Antwort einen journalistischen Text, den man in ein WordPress-Blog einfügen kann.“
OKHuman: Kann diese Plattform wirklich menschliche Texte zertifizieren?
Seit dem Siegeszug von ChatGPT, Claude und anderen generativen KI-Systemen stehen Schulen, Universitäten und Unternehmen vor einer neuen Herausforderung: Wie lässt sich überhaupt noch feststellen, ob ein Text von einem Menschen oder von einer KI geschrieben wurde?
Während zahlreiche sogenannte „AI Detectoren“ versuchen, KI-generierte Texte anhand statistischer Muster zu erkennen, verfolgt die Plattform OKHuman einen anderen Ansatz. Das Unternehmen behauptet nicht, künstliche Intelligenz direkt zu entlarven. Stattdessen soll der eigentliche Schreibprozess eines Menschen nachvollziehbar dokumentiert werden.
Doch wie funktioniert das – und wie glaubwürdig ist dieser Ansatz wirklich?
Weg von der KI-Erkennung, hin zum Schreibprozess
Klassische KI-Detektoren analysieren fertige Texte. Sie suchen nach sprachlichen Mustern, typischen Satzstrukturen oder statistischen Auffälligkeiten, die auf Systeme wie GPT [Sprachmodelle aus der GPT-Familie, also die Technik hinter OpenAIs ChatGPT] hindeuten könnten.
Das Problem dabei: Moderne Sprachmodelle werden immer besser. Inzwischen gelten viele KI-Erkennungssysteme als unzuverlässig. Menschliche Texte werden teilweise fälschlich als KI-generiert markiert, während überarbeitete KI-Texte oft unerkannt bleiben.
Genau hier setzt OKHuman an.
Die Plattform konzentriert sich nicht auf den fertigen Text, sondern auf dessen Entstehung. Während des Schreibens werden offenbar verschiedene Metadaten erfasst, darunter:
- Schreibdauer,
- Bearbeitungsverläufe,
- Überarbeitungen,
- Schreibpausen,
- Versionsänderungen.
Am Ende entsteht daraus eine Art Zertifikat oder „Stamp“, der bestätigen soll, dass ein Mensch tatsächlich an diesem Text gearbeitet hat.
Kein KI-Detektor im klassischen Sinn
OKHuman betont ausdrücklich, kein klassischer KI-Scanner zu sein. Statt zu fragen: „Ist dieser Text von einer KI geschrieben worden?“ lautet die eigentliche Frage: „Kann nachgewiesen werden, dass ein Mensch aktiv an diesem Dokument gearbeitet hat?“
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Denn die Plattform versucht nicht, künstliche Intelligenz direkt zu identifizieren – etwas, das selbst Experten zunehmend für schwierig halten. Stattdessen soll eine Art Vertrauensnachweis entstehen, vergleichbar mit einer Versionshistorie in Google Docs oder Commit-Verläufen bei Softwareentwicklern.
Die Schwächen des Systems
Trotzdem bleibt die Idee nicht ohne Kritik. Denn ein dokumentierter Schreibprozess beweist nicht automatisch, dass keine KI beteiligt war. Nutzer könnten weiterhin:
- KI-generierte Abschnitte einfügen,
- Texte umformulieren,
- Inhalte schrittweise übernehmen,
- oder KI parallel zum Schreiben verwenden.
Das System kann also eher belegen, dass jemand mit dem Dokument gearbeitet hat – nicht jedoch, dass der gesamte Inhalt ausschließlich menschlichen Ursprungs ist.
Hinzu kommen Datenschutzfragen. Auch wenn OKHuman nach eigenen Angaben nicht den eigentlichen Text analysiert, entsteht dennoch eine umfangreiche Schreib-Telemetrie. Dazu gehören möglicherweise Informationen über Arbeitsweise, Tippverhalten, Bearbeitungsgeschwindigkeit oder Pausen.
Gerade im Bildungsbereich könnte das kritisch gesehen werden. Datenschützer dürften sich fragen:
- Wer speichert diese Daten?
- Wie lange bleiben sie erhalten?
- Und welche Rückschlüsse lassen sich daraus über Nutzer ziehen?
Die Branche sucht nach neuen Lösungen
Der Fall OKHuman zeigt vor allem eines: Die Diskussion um KI-generierte Inhalte verschiebt sich gerade grundlegend.
Viele Experten gehen inzwischen davon aus, dass reine KI-Erkennung langfristig kaum zuverlässig funktionieren wird. Sprachmodelle imitieren menschliche Schreibweisen mittlerweile zu gut.
Deshalb entstehen neue Ansätze:
- Schreibprotokolle,
- Versionsnachweise,
- kontrollierte Schreibumgebungen,
- digitale Signaturen,
- kryptografische Watermarks,
- oder eben Systeme wie OKHuman.
Die Idee dahinter lautet nicht mehr: „Erkenne die Maschine.“ Sondern vielmehr: „Dokumentiere den Menschen.“
Fazit
OKHuman wirkt auf den ersten Blick moderner und plausibler als klassische KI-Detektoren. Statt fragwürdiger Textanalysen setzt die Plattform auf die Dokumentation des Schreibprozesses.
Allerdings bleibt auch dieser Ansatz weit von einem eindeutigen Beweis menschlicher Autorschaft entfernt. Letztlich handelt es sich eher um ein Vertrauenssystem als um eine technisch unangreifbare Zertifizierung.
Ob sich solche Plattformen langfristig durchsetzen, dürfte vor allem davon abhängen, wie Schulen, Universitäten und Unternehmen künftig mit KI-generierten Inhalten umgehen wollen.
Denn eines scheint bereits klar zu sein: Die Zeit, in der sich KI-Texte zuverlässig allein anhand ihres Sprachstils erkennen ließen, geht wahrscheinlich zu Ende.
Zur Ehrenrettung der Humanoiden muss ich natürlich noch etwas anmerken. Außerdem habe ich gern das letzte Wort. Was hätte ich anders formuliert? In willkürlicher Reihenfolge:
- Sätze fängt man nicht mit „denn“ an. Grammatikalisch ist das zwar korrekt, denn – wenn „denn“ einen Satz beginnt – handelt es sich um einen Konjunktionalsatz mit nebenordnender Konjunktion, auch als „Bindewort“ bekannt.
- Alle Zwischenüberschriften sind gähnend langweilig – ein typisches Problem der KI.
- „Die Branche sucht nach neuen Lösungen“ – Wolf Schneider würde urteilen: „Direkt aus dem Anus einer Werbeagentur ausgeschieden.“
- Eine künstliche Intelligenz benutzt kein starkes und korrektes, aber archaisches Verb wie „frug“.
- „Beweis menschlicher Autorschaft“. Nein, keine Schäfte. Ein Beweis, dass der Autor ein Mensch war.
- Keine „-ung“-Wörter wie „Herausforderung“.
- „Der eigentliche Schreibprozess“ – was ist mit dem uneigentlichen Schreibprozess? Fasel-Rhabarber.
- „Dürfte davon abhängen“ und „scheint klar zu sein“. Nichts Genaues weiß man also nicht. Vielleicht sollte man dann besser die Kresse halten?
Luxury und andere Beliefs

Die Qualitätsboulevardmedien von gestern (digitaler Ausriss)
Wir nehmen wieder Dinge zusammen durch, die gar nicht zusammengehören.
Medien und die Ostfront
Manchmal frage ich mich ganz ernsthaft, ob es heute nicht ehrenrührig ist, sich „Journalist“ in Deutschland zu nennen. Mit dieser haltungsaffinen belehrungsfreundlichen Mischpoke möchte ich eigentlich gar nichts mehr zu tun haben.
Ich sehe in der Tagespresse keinen Journalismus, wie ich ihn verstehe, nirgends. „Expertin entlarvt“ – soll ich da etwa weiterlesen? „Digital-Terror“? WTF? Und wieso denke ich jetzt an Immobilienmakler?

Die Qualitätshauptstadtmedien von gestern (digitaler Ausriss)
Es kömmt darauf an, was mit dem suggeriert wird, was als Cluster von „Nachrichten“ angeboten wird. „Ukraine meldet“ ist kein Journalismus, sondern ungefragte Weitergabe von Propaganda. Das ist genau so „seriös“ wie die zahlreichen Krankheiten Putins, von denen die üblichen Verdächtigen gern herumraunen.
„Seine Frau versucht“ – auch das ist suggestiv und hat mit dem Thema rein gar nichts zu tun. „Politisch isoliert“ bedeutet nur, das man in der selbstreferenziellen Medienblase nicht mehr auftaucht. Außerdem ist das nicht mess- und verifizierbar, gehörte also in einen gekennzeichneten Kommentar, nicht in eine Nachricht.

Das gefühlte Zentralorgan der deutschen Bourgeoisie von gestern (digitaler Ausriss)
Schröder ist Putins Mann. Weitere Nachrichten: Spaniens Regierungschef ist der Mann der Hamas und der Hisbollah. Merz ist Selenskijs Mann. Stegner ist der Mann des Islam. Man kann den Blödsinn bis ins Unendliche fortführen.
Fernost
Wechseln wir das Thema. Falls übrigens jemand eine Bombe auf den nordkoreanischen Diktator würfe, wäre das eine schlechte Idee. Und noch schlechter wäre dieser Bombenwurf, wenn der Täter sich gar nicht zu erkennen gäbe.
Luxurybeliefniks
Kommen wir zu den Sich-gut-Fühlenden.
„Der Artikel argumentiert, dass der Erfolg der Grünen in London weniger von ärmeren Wählern getragen wird, sondern vor allem von wohlhabenden, gut situierten Bewohnern attraktiver Innenstadtviertel. Obwohl Zack Polanski mit Forderungen wie Vermögenssteuer, höheren Kapitalertragssteuern und Gehaltsobergrenzen auftritt, zeigen die Wahlergebnisse laut Autor ein anderes Bild.
Die Grünen erzielten besonders gute Ergebnisse in reichen und beliebten Stadtteilen wie Highbury, Clissold Park oder De Beauvoir Town – Gegenden mit hohen Immobilienpreisen und wohlhabender Bevölkerung. Dagegen hielten ärmere Viertel mit höherer Kriminalität oder sozialen Problemen, etwa Homerton, Notting Dale oder Northumberland Park, eher zur Labour-Partei.
Der Autor interpretiert dies als Beispiel für sogenannte „Luxury Beliefs“: Wohlhabende Menschen unterstützen politische Ideen, die ihnen moralisches Prestige verleihen, deren negative Folgen aber eher ärmere Bevölkerungsschichten tragen müssten. Die Grünen würden damit vor allem das politische und moralische Selbstbild der urbanen Mittelschicht bedienen.“
Ist also exakt wie hier. Den Begriff Luxury Beliefs merke ich mir. Die Taz ist das Zentralorgan der Luxurybelievers (ChatGPT schlägt auch „Luxurybelieflings“, „Luxurybeliefocrats“ und „Luxurybeliefarians“ vor – gefällt mir!).
Internet verbieten!
Dann hatten wir noch eine lustige Meldung: „Der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlaments stuft VPNs als Gefahr für den Jugendschutz ein und fordert Auflagen gegen das Umschiffen von Altersverifikation.“ (Die Original-Quelle ist CyberInsider.
Virtual Private Networks seien ein „loophole that needs closing“. Tor haben sie vergessen. Und was ist mit dem Verbot von Verschlüsselung?
Übrigens surfe ich über das VPN meiner eigenen Fritzbox, wenn ich nicht zu Hause bin. Wie wollen die das verbieten?
Man muss es ganz unverblümt aussprechen: „Jugendschutz“ ist seit vierzig Jahren nur ein Vorwand, Zensur im Sinn der herrschenden Klasse im Internet einzuführen. Zum Glück sind die alle so dämlich, dass daraus nie etwas wird oder nur für Klein Fritzchen. Ernst würde es erst, wenn der European Parliamentary Research Service (EPRS) eine Bildungsreise nach China machen würde.

a static shot featuring a figure in military attire and a balaclava with their back to the viewer, against a large blue star of david symbol on a white wall. a laptop is placed on a shiny case in the foreground, displaying source code on the left of its screen and a stylized, luminous blue brain icon with „ai“ on the right, accompanied by network information below the code. –ar 16:9 –s 750
Naher-Osten-Front
– Wir haben das Gewohnte vom künstlich intelligenten Mossad: „Inside Israel’s AI targeting system: How data from a phone becomes a death sentence“.
„Der Artikel beschreibt, wie Israel mithilfe von künstlicher Intelligenz und umfassender Überwachung gezielt Mitglieder und Unterstützer der Hisbollah aufspürt und tötet. Im Mittelpunkt steht Ahmad Turmus, ein älterer Hisbollah-Funktionär aus dem libanesischen Grenzdorf Talloussah, der im Februar nach einem Anruf eines israelischen Offiziers bei einem Drohnenangriff getötet wurde.
Das israelische System kombiniert Daten aus Smartphones, Kameras, Drohnen, WLAN-Signalen, sozialen Medien und staatlichen Datenbanken. KI analysiert daraus Bewegungen, Kontakte und Verhaltensmuster, um sogenannte „Bedrohungsprofile“ zu erstellen. Laut dem Bericht kann die Software Ziele in Sekunden identifizieren – Aufgaben, für die früher viele Analysten Wochen gebraucht hätten.
Experten warnen jedoch vor großen Risiken: Die KI arbeite oft mit Wahrscheinlichkeiten statt mit sicherem Wissen. Menschen könnten allein wegen ihrer Kontakte oder ähnlicher Kommunikationsmuster fälschlich als Kämpfer eingestuft werden. Dadurch entstehe eine gefährliche „Illusion von Gewissheit“.
Der Artikel zeigt außerdem, dass Israel die Infrastruktur und Kommunikationsnetze im Libanon über Jahre infiltriert hat. Gleichzeitig versucht die Hisbollah inzwischen, sich anzupassen, etwa durch kleinere Gruppen und sicherere Kommunikationsmethoden.
Am Ende schildert der Text die letzten Stunden von Turmus: Nachdem er einen Anruf der Israelis erhalten hatte, sagte er seiner Familie, sie solle das Haus verlassen, weil „sie sein Gesicht kennen“ und es keine Möglichkeit gebe zu entkommen. Kurz darauf wurde er getötet.“

Jerusalem, Nachlaot, Oktober 2025
– Ich traue mich jetzt nicht mehr, den Ausgang der Wahlen in Israel im Oktober vorherzusagen. Netanjahu hat zwar jetzt eine ganz große Koalition gegen sich, die wesentlich mehr Stimmen bekäme als der Likud, aber man sieht schon im Ansatz, dass dieses Bündnis sehr brüchig ist.
Die Die Jerusalem Post „berichtet über die schwere Personalkrise der israelischen Armee (IDF). Generalstabschef Eyal Zamir fordert dringend mehr Soldaten, insbesondere die Einberufung großer Zahlen ultraorthodoxer Juden (Haredim), die bisher oft vom Militärdienst befreit sind.
Zamir warnte, dass die Armee wegen der vielen Gefallenen, Verwundeten und psychisch belasteten Soldaten sowie der anhaltenden Einsätze in Gaza, Libanon, Syrien und dem Westjordanland an ihre Grenzen komme. Laut ihm brauche die IDF bis 2027 etwa 15.000 zusätzliche Soldaten, darunter viele Kampfsoldaten.
Er fordert drei neue Gesetze: längere Wehrpflicht, längeren Reservedienst, sowie ein wirksames Gesetz zur Einberufung der Haredim.
Politisch ist das Thema hoch umstritten, weil Premierminister Benjamin Netanyahu auf die Unterstützung ultraorthodoxer Parteien angewiesen ist. Kritiker werfen der Regierung vor, aus politischen Gründen keine gerechte Wehrpflicht durchzusetzen und damit die Sicherheit Israels zu gefährden.
Oppositionspolitiker wie Naftali Bennett und Gadi Eisenkot erklärten, dass die Verweigerung der Einberufung ultraorthodoxer Männer Soldatenleben koste und die Einsatzfähigkeit der Armee schwäche.“
Das Thema Armee und Einberufung der Orthodoxen wird die Wahl entscheiden. In Israel kann jeder mit jedem koalieren. Man sollte trotz der Umfragen den Machiavellisten Netanjahu nicht abschreiben.
Wg. Todesstrafe
Israel führt also die Todesstrafe für „Terroristen“ ein. Wer Anschläge auf Israelis/Juden verübt, ist eindeutig einer. Was aber ist mit denen, die andere morden lassen, den Terror aber ausgeheckt haben?
Ich finde er übertrieben, sich jetzt aufzuregen. Wenn die IDF reihenweise Hamas- und Hibollah-Anführer liminiert/tötet/exekutiert (die Wortwahl sagt schon viel aus), dann ist das auch die Todesstrafe, nur ohne Gerichtsurteil.
Todesstrafe wegen Homosexualität
| Land | Status |
|---|---|
| Iran | Todesstrafe wird angewendet |
| Saudi-Arabien | Todesstrafe möglich |
| Jemen | Todesstrafe möglich |
| Vereinigte Arabische Emirate | Todesstrafe gesetzlich möglich |
| Katar | Todesstrafe theoretisch möglich |
| Afghanistan | Unter Taliban Todesstrafe |
| Brunei | Todesstrafe im Gesetz (Moratorium) |
| Mauretanien | Todesstrafe im Gesetz |
| Nigeria | In einigen Bundesstaaten mit Scharia |
| Somalia | In einigen Regionen |
| Pakistan | Theoretisch möglich (sehr selten angewendet) |
Ich war immer ein Gegner der Todesstrafe, weil wie erwiesenermaßen nichts bewirkt. Außerdem ist sie barbarisch, wenn man sich überlegt, dass die Justiz auch irren kann.

Seitdem ich aber das Nova Site Memorial gesehen habe, weiß ich nicht mehr, was „barbarisch“ ist… Wenn man diese Täter lebenslang in den Knast steckte, werden sie nicht resozialisiert, was eigentlich immer auch ein Zweck der Strafe ist.
Vielleicht ist es eine zynische Abwägung: Wenn arabische Terroristen durch Geiselnahme andere Terroristen freipressen wollen, wäre die Auswahl jetzt nicht mehr so groß.
Todesstrafe wegen Terrorismus
| Land | Region | Status |
|---|---|---|
| China | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Indien | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Pakistan | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Afghanistan | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Iran | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Saudi-Arabien | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Vereinigte Arabische Emirate | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Katar | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Bangladesch | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Indonesien | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Malaysia | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Nordkorea | Asien | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Ägypten | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Somalia | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Nigeria | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Sudan | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Südsudan | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Äthiopien | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Libyen | Afrika | Todesstrafe für Terrorismus möglich |
| Algerien | Afrika | Gesetzlich möglich |
| Marokko | Afrika | Gesetzlich möglich |
| USA | Amerika | Im Bundesrecht bei Terrorismus mit Todesfolge möglich |
| Kuba | Amerika | Theoretisch möglich |































