Gruß von der Nachtschicht

Nachtschicht

#Nachtschicht

„Die Clans treten immer gleich auf“: So brutal geht es in Berlins Rettungsstellen zu [Update]

gewalt
Wenn der Wachschutz in der Notaufnahme Feierabend hat, also nicht präsent ist, belieben wartende Patienten manchmal auszurasten und die Scheiben der Rettungsstelle mit Stühlen und Feuerlöschern zu bearbeiten. Die Folgen beantworten auch die oft von naiven Touristen gestellte Frage: Wieso muss im Krankenhaus Security sein? #notaufnahme #security #rettungsstelle #arbeitsplatzbeschreibung 2017

Die Berliner Zeitung berichtet über meine ehemaligen Arbeitsplatz. Leider ist der Artikel jetzt hinter einer Paywall verschwunden; heute morgen konnte ich ihn noch lesen, obwohl ich kein Abonnent bin.

Update: Hier kann man den Artikel ganz lesen: https://archive.is/FKJre

Unter Fröschen, Treppen steigend

frosch

Das grüne Gehäuse neben dem Türschloss nennt man im Sicherheitsgewerbe „Frosch“.

Im Fachjargon (der schon von der KI und von mir geglättet wurde): Die Türklinke wird in der Verschlussstellung überwacht. Im Notfall kann die Tür mit nur einem Handgriff geöffnet werden. Durch das Herunterdrücken der Türklinke wird der EH-Türwächter nach unten verschoben. Die Tür kann dann geöffnet werden. Bei einer Notöffnung ertönt ein Dauersignal. Der Alarm kann nur von berechtigten Personen mithilfe des Geräteschlüssels deaktiviert werden. Berechtigte Personen können die Tür alarmfrei öffnen, indem sie das Türschloss bzw. die Schlossfalle mit dem Schlüssel betätigen, ohne dabei die Türklinke zu benutzen.

Jetzt noch dazu denken: 36 Monitore in der Sicherheitszentrale, 1600 Schlüssel, sieben Etagen, zehn Treppenhäuser, ein mehr als ein Jahrhundert altes Gebäude, das ununterbrochen umgebaut und erweitert wurde und wird und bei dem es passieren kann, dass man plötzlich vor einer Mauer steht, wo im Bauplan noch eine Tür ist.

Und rund 40 Kontrollpunkte (Deisterpunkte), die mit einem PdA gescannt werden müssen – heute ein Smartphone mit entsprechender Software (Beispiel).

Wenn man zügig geht und sich nicht verläuft und alles sofort findet, dauert das eine gute Stunde. Zwei Mal in zwölf Stunden. Wer nicht fit ist, braucht mehr, weil man mindestens fünf Mal vom Erdgeschoss ins zweite Obergeschoss oder gar ins Dachgeschoss steigen muss. Sicherheitsmitarbeiter dürfen im Dienst Aufzüge nicht benutzen, weil es suboptimal wäre, falls derjenige, der im Falle des Falles Leute aus einem steckengebliebenen Aufzug retten soll, selbst befreit werden müsste.

Man sollte auch nicht versehentlich einen Alarm auslösen bei den unzähligen scharf geschalteten Türen, die man jedes Mal „händisch“ unscharf schalten muss. Das bedeutet: Man steckt für eine Tür zwei Mal den richtigen Schlüssel in das richtige Loch und hat dann nur wenige Sekunden, um die schwere Tür zu öffnen und hineinzugehen. Manche Türen, die ein Jahrhundert auf dem Buckel haben, geben sich störrisch und tun nicht sofort das, was der Schlüssel ihnen befiehlt, sondern wollen, dass man sie zusätzlich schiebt und/oder stößt, weil sie vielleicht das moderne nachträglich montierte Alarmzeugs abschütteln wollen. Manche Türen müssen zusätzlich noch abgeschlossen werden, manche dürfen nicht, weil Fluchtweg.

Es könnte auch eine von mehreren Kältemaschinen im Keller ausfallen, Dampf austreten und einen Feueralarm ausläsen, so dass das gesamte Gebäude evakuiert werden muss.

Ich hatte gar nicht vor, das Sicherheitsgewerbe an einem sonnigen Sonntag zu beschreiben…

Unter Insidern

krankenhaus

Heute war ich in einem Zehlendorfer Krankenhaus zu einem Check. Und siehe, der Arzt in der Sprechstunde erkannte mich sofort – er hatte in der Notaufnahme des Urban-Krankenhauses gearbeitet, als ich dort Rausschmeißer Security war. Wir haben gleich ein beiderseitig grinsendes „Insider“-Gespräch über die damaligen Zustände geführt, und die anwesende Krankenschwester kriegte ganz große Augen…

Abdul und gedeistert

abdul

„Gesprächstermine mit einer Beratungsstelle im Bereich Deradikalisierung und Extremismusprävention“ – den Quatsch kann man auch abschaffen.

Oder: „Violence Prevention Network gGmbH ist eine NRO, die seit über zwei Jahrzehnten mit Erfolg in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung und Distanzierungsbegleitung tätig ist.“

Das sieht man. Immerhin kann man hierzulande auch die israelische Anti-Abdulalimohammed-Methode.

Martin Post schreibt auf Facebook über die „freie und weltoffene Gesellschaft“ mit all ihren Bodyguard-geschützten Sprechautomaten und Weiter-so-Journalisten“:
„Sie wird spätestens ab Montag
– statt über den Islam von „Autos“ sprechen, die in Gruppen fuhren;
– mit hängenden Mundwinkeln und zitternder Stimme wortreich vor jeder „politischen Vereinnahmung der schrecklichen Ereignisse“ warnen, gleichwohl
– „Konsequenzen“ ankündigen (die nicht kommen werden);
– den Kampf gegen den „eigentlichen Gegner“ – die „rechten Feinde Unserer Demokratie™“ – intensivieren (ein Verbot der AfD ist nun das Gebot der Stunde!) und selbstverständlich
– Demos für die behauptete „Vielfalt“ organisieren. Es wird Gelegenheit zu Selfies mit Katrin Göring-Eckardt geben und ansonsten eben: Party und strahlende Wir-sind-mehr-Gesichter, von rot und grün bis schwarz.“

abdul

And now for something completely different.

Was ich heute gemacht habe? Im Naturkundemuseum in einer 12-stündigen Schicht die Deisterroute erkundet, knapp vierzig Kontrollpunkte (auszulesen mit einem Handheld-Computer mit integriertem RFID-/NFC-Leser oder Barcode-Scanner) auf sieben Etagen in einem total verwinkelten Gebäude, das vor fast 150 Jahren erbaut und danach mehrfach erweitert wurde.

Wieviel Kalorien verbraucht man ungefähr, wenn man viereinhalb Stunden zügig geht, davon ein Viertel Treppen steigt?

Das hängt vor allem von deinem Körpergewicht, dem Tempo und der Steigung ab. Als grobe Schätzung:
Zügiges Gehen (ca. 5,5–6 km/h): etwa 300–400 kcal pro Stunde.
Treppensteigen: etwa 700–1.000 kcal pro Stunde, je nach Intensität.

Wenn du 4,5 Stunden unterwegs bist und davon ein Viertel (ca. 1 Stunde 8 Minuten) Treppen steigst, ergibt sich ungefähr:
3 Stunden 22 Minuten zügiges Gehen: ca. 1.000–1.350 kcal
1 Stunde 8 Minuten Treppensteigen: ca. 800–1.100 kcal

Insgesamt: etwa 1.800 bis 2.400 kcal.

Für eine Person um 80 kg liegt ein realistischer Wert meist bei rund 2.000 kcal für diese Belastung.

Wisst ihr Bescheid.

Unter Multitaskenden

multitasking

– 04:00 Uhr: Alexa, ein Handy und das Festnetztelefon lärmen aus Leibeskräften: Zeit zum Aufstehen.

– 04:15 Uhr Frühstück: ein Saft aus einer Banane, einer Orange, einer Birne, einem Ei, einen Esslöffel Honig (Jugo Especial nach dem Rezept einer Marktfrau vom Zentralmarkt von Arequipa, Peru). Dazu zwei Schnitten Weißbrot mit Streichkäse und selbstgemachter Apfelsinen- bzw. Kirschmarmelade sowie Nutella. Thermoskanne voll Kaffee eingepackt.

– 05:00 Uhr Abfahrt zur Lohnschinderei an der Pforte des Naturkundemuseums Berlin (kein Publikumsverkehr, sondern Sicherheitszentrale mit Schränken voller Schlüssel, Brandmelde- und Alarmanlage und unzähligen Monitoren) und der zweiten von drei 12-Stunden-Schichten.

– 12:00 Uhr, kleine Pause mit einer Handvoll Himbeeren (ich will mein Idealgewicht nicht verlieren).

– 18:00 Uhr Feierabend, aber mein Kollege löst mich schon um 17:30 Uhr ab (dafür bin ich morgen früh um 05:30 Uhr auch schon da).

– 18:30 Einkaufen, Danach vegetarische Gemüsesuppe mit Bockwurst, polnischen Schinkenknackern und einem Pfund Kasseler, vorgestern schon für drei Tage vorgekocht. Dazu Vanillepudding mit dem Rest Himbeeren. Eine Kanne exotischen japanischen Tees getrunken.

– 20:00 Uhr Abwasch gemacht, Arbeitsflächen der Küche geputzt. Käsekuchen gebacken – der ist noch bis 21:45 Uhr im Backofen. Morgen Abend nach der Schicht kommt eine Freund, der den essen wird, bevor wir ein paar Bars aufsuchen werden (übermorgen habe ich frei, muss aber noch einen Artikel fertig schreiben.)

– 21:25 Uhr gebloggt.

– 21:35 Uhr: Der Kuchen ist fertig und muss jetzt erkalten. Die Wecker werden in sechs Stunden und 25 Minuten klingeln.

– Keine Zeit gefunden für: Blumen gießen, Duschen, Secondlife, die Medien und was sonst noch geschah.

Gestern, heute und morgen

Pariser Platz

Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor, morgens um vier Uhr… Wisst ihr Bescheid.

Nachtschicht

staatsoper

5:19 Uhr – nein, die Nachtschicht ist noch nicht vorbei.

Unter Behüteten

staatsoper

Arbeitsplatz in Sicht. Zur Zeit ist es mir zu kalt für den Roller, und ich brauchte genauso lange wie die BVG zur Staatsoper, wo ich heute die 4. von vier 12-Stunden-Schichten verbringe.

Ja, der Fedora-Hut sieht komisch aus, weil niemand sonst so etwas trägt. Aber er ist wärmer als eine Wollmütze, weil der Schirm den Wind abhält, und sieht auch besser aus. „Nach der Jahrhundertwende kam der Fedora zudem bei Männern in Mode, so etwa bei den hochrangigen Vertretern der Gangsterorganisationen während der Prohibition in den USA.“

Rechts ist übrigens der Eingang des Hotel De Rome, links die Staatsoper, geradeaus die Intendanz.

Wenn der Feierabend nicht kommt

Mehringdamm

Zwei mal 12 Stunden Tagschicht 7-19 Uhr, sofort danach zwei mal 12 Stunden Nachtschicht 18-6 Uhr. Wisst ihr Bescheid.

Nachtschicht, reloaded

Brandenburg gate

Mit fällt gerade nichts ein. Daher poste ich Bilder vom Arbeitsplatz.

Am Arbeitsplatz

Bundespresseamt

Mein Arbeitsplatz bis Montag, heute 12, morgen und übermorgen elf, dann acht Stunden. Danach noch woanders zwei Nachtschichten bis morgens um sechs.

Übrigens: Als ich draußen stand, fuhr Google vorbei. Es kann also sein, dass ihr bald mich in der Neustädtischen Kirchstraße sehen werdet.

Auf Nachtwache

bebelplatz bebelplatz

NRW

NRW

Mein heutiger Arbeitsplatz (12 Std.).

Unter Arbeitskraftgebenden

schlaf

So sieht das aus, wenn man drei Tage lang um 3:20 Uhr aufstehen muss und 12-Stunden-Schichten hat.

Unter Ersthelfern

ersthelfern

Wisst ihr, was ich heute getan habe. Was gar nicht schön ist, wenn Nachtschichten mit wenig Pause mit Frühschichten wechseln. Ab Morgen wieder drei Nachtschichten…

Unter Nachtwächtern

1.1.-3.1.: 12 Stunden Nachtschicht. 7.1. und 8.1.: 12 Stunden Nachtschicht. 9.1.-11.1.: 10 Stunden Nachtschicht. 14.1.: 8-16 Schicht. 15.1.-17.1.: 10 Stunden Nachtschicht. Wisst ihr Bescheid, warum ich wenig blogge.

Vielen Dank an den edlen Spender Björn Sch.!

Der Sumpf ist tief

Security
Symboldbild für das Thema

Interessanter und ausnahmsweise einigermaßen gut recherchierter Artikel in der Berliner Zeitung über das Sicherheitsgewerbe in Berlin: „Geschäft mit der Flüchtlingskrise: Der Sumpf im Security-Gewerbe ist tief“.

Es ist relativ leicht, eine Security-Firma zu gründen. Schon vor Jahren haben arabische Clans begriffen, dass hier viel zu holen ist. Sie schicken entweder Strohmänner mit sauberer Weste vor oder Familienmitglieder, die keinen Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis haben.

Ein Insider erklärt die Betrugsmaschen: „Seriöse kommen nicht dagegen an“. Wenn aber zu hundert Prozent der Preis entscheidet und die Qualität eine untergeordnete Rolle spielt, wie wird man der billigste Anbieter? Indem man bei der Bewerbung zum Beispiel einen unrealistisch niedrigen Preis pro Mann und Stunde angibt. „Wenn jemand einen Stundensatz unter 21,50 Euro vorlegt, dann kann das nicht funktionieren“, sagt ein Insider aus der Branche, der ungenannt bleiben will. Man habe Zusatzkosten für jeden Angestellten. Etwa Sozialabgaben wie Renten- und Arbeitslosenversicherung und Krankenkasse bis hin zum Einkleiden, Schulungen, den Beitrag zur Berufsgenossenschaft. Eine auskömmliche Kalkulation beginne bei 24 Euro.

Folglich heuern viele Firmen mehrere Subunternehmer an, sagt der Security-Mann: „Wenn Sie laut Vertrag am Tag 150 Personen stellen sollen, aber davon haben Sie nur 20 oder 30, die durch Nach-Nach-Nach-Unternehmer nicht regulär beschäftigt sind – was meinen Sie, was Sie da am Tag verdienen?“ (…)

Nur schwer kommen die Behörden bei den Gewerbekontrollen hinterher. Nach Angaben einer Polizeisprecherin kontrollierte das LKA im vergangenen Jahr an 85 Flüchtlingsunterkünften, inklusive dem Ankunftszentrum Tegel, insgesamt 514 Mitarbeiter von 204 Sicherheitsunternehmen. Die Fahnder stellten 300 Verstöße fest. Bei 127 der Überprüften lag keine Zuverlässigkeit vor. Sie hätten keine Bewachungstätigkeit ausüben dürfen. Andere hatten nicht mal eine Unterrichtung. Und ein Wachmann war noch keine achtzehn.

Im Frühtau zu Hinterhof

burks

Frühschicht, 5:10 Uhr.

Besser als acht Prozent

Huawei Health

Immerhin. Man verzeihe mir eine gewisse Müdigkeit. Ich wechsele jetzt von vier Nachtschichten – davon drei 12-stündigen -, auf drei 12-stündige Tagschichten, mit einem Tag Pause dazwischen. Gesund ist das nicht, aber es ist auch nicht immer so. Morgen also um 3:45 Uhr aufstehen. Das heißt bei dem Schlafdefizit: Ich müsste jetzt schon ins Bett.

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