Fehlende preussisch-protestantische Selbstbeherrschung, kulturell bedingt

gewalt

Wenn der Wachschutz in der Notaufnahme Feierabend hat, also nicht präsent ist, belieben wartende Patienten manchmal auszurasten und die Scheiben der Rettungsstelle mit Stühlen und Feuerlöschern zu bearbeiten. Die Folgen beantworten auch die oft von naiven Touristen gestellte Frage: Wieso muss im Krankenhaus Security sein? #notaufnahme #security #rettungsstelle #arbeitsplatzbeschreibung

Aussschlafen? Was ist das?

Wieder drei 12-Stunden-Schichten. Ein Polizist fragt mich: „Bist du eigentlich immer hier? Oder hast du auch mal frei?“ #notaufnahme #rettungsstelle

Babylonien, revisited, 39.0

Babylonien, revisited, 39.0: Schottisch. Drei junge Männer, die von einer Aikido-Veranstaltung kamen, die für einen von ihnen nicht gut ausgegangen war. Ich hörte eine Sprache, die für mich wie eine Mischung aus Skandinavisch und Englisch klang, und fragte nach. Ich habe mir gerade Centurion gekauft, weil ich alle Filme mag, in denen Olga Kurylenko vorkommt. Vielleicht haben die Pikten ja so gesprochen.

Und noch einmal: Tigrinya. Schon der zweite Eritreer, der das sprach.

Feierabend

feierabend

Feierabend nach einer 12-Stunden-Horror-Nacht ohne Pause. Man kommt sich dämlich vor, ins Wachbuch einzutragen: „Keine besonderen Vorkommnisse“. Besser wäre: „Zahllose Vorkommnisse, aber hier keine besonderen.“

Drei Großfamilien vom Balkan. Das meint: Nach Mitternacht mehr als 50 Personen im Warteraum, inklusive mehrerer lärmender Kinder. Dazu besoffene Hipser-Tussies, die sich über sich selbst lauthals totlachen, mehrere „südländische“ Männer, die kurz vor dem Ausflippen sind und die ich nur mühsam im Zaum halten kann.

Vier Polizisten und drei Feuerwehrleute bringen einen gefesselten, aber dennoch tobenden Mann auf einer Trage, der Schaum vor dem Mund hat und schier unmenschlich kreischt und schreit. Definitiv die falsche Drogenmischung. Eine alte Bulgarin im Rollstuhl bekreuzigt sich, als die Prozession an ihr vorbeizieht. Vielleicht ist das das Richtige. Wir brauchten auch einen Exorzisten. #rettungsstelle #notfallaufnahme

Sie werden integriert – Widerstand ist zwecklos

second lifesecond life

Screenshots Second Life 2007: Burks‘ Avatar – der mit den Dreadlocks – boxt einen bewaffneten Angreifer in den Abgrund. (Ich hatte gestern eine Schlägerei im Urban-Krankenhaus, ich bin in der Laune….)

Meine Leseempfehlungen für diejenigen, die nicht am Wochenende arbeiten müssen wie ich:

– Thomas Knüwer über eine zukünftige kostenlose Bouelevard-Zeitung: „Der Tipping Point für Deutschlands Zeitungen: die Gratis-‚Bild'“.

Don Alphonso über grüne BlockwärtI*_nnen: „Grüne Denunzianten küsst und wählt man nicht“.

Michael Angele über den Niedergang der Presse, reloaded (Facebook): „Der Tagesspiegel lädt zum ‚Trendfrühstück: Hunger als Fluchtursache‘ ein. Gesponsort von Rewe“.

Kai Biermann über die Thesen eines Verwaltungsfachangestellten über Kulturelles: „Was ist deutsch? Der Innenminister schreibt über die Regeln der Leitkultur und will so Toleranz stärken. Doch seine Vorschläge sind verlogen und bewirken das Gegenteil.“

Für’s Feuilleton IFLScience: „Female Dragonflies Fake Their Deaths To Avoid Annoying Males“.

Angeschossen

Bin erst morgen wieder dort: „An der Rettungsstelle des Urban-Krankenhauses in Berlin-Kreuzberg ist ein Mann von der Polizei angeschossen und am Bein verletzt worden.“

Hanging Gardens oder: Programmierung 42 komplexer Polygone

hanging gardens

Ich weiß, ich weiß. Ich bin ein komischer Typ, der sich für allerlei komische Sachen interessiert. Ich baue virtuelle hängende Gärten (hier in: Ianda), obwohl ich Hetero bin. Ich schreibe Bücher und lehre Studenten und arbeite gleichzeitig als Bodygard. Ich bin linksradikal und greife dennoch hart gegen (meistens) Araber durch, die sich (meistens) nicht benehmen können. Meine Vorurteile gegen Polen halten sich in Grenzen, obwohl ich beruflich nur mit Polen zu tun haben, die nur noch das Wort Kurwa aussprechen können, womit sie mich meinen. Ich verweigere mich dem Gendersprech, und meine Studenten mögen es (jaja, private Elite-Uni). Ich kann in Südamerika ohne Karte und ohne Google Earth reisen, war aber noch nie in Griechenland oder Großbritannien.

Ich muss das jetzt irgendwie sagen, weil ich für lau gerade virtuelle Münzen herstelle, für jemanden, der sie braucht, und mich frage, ob das mit 42 zu tun hat ob ich vielleicht besser eine sinnvolle Sache tun sollte – nein, ich habe acht Tage durchgearbeitet, davon fünf 12 Stunden, und eine Nacht gar nicht schlafen können; ergo: Ich erlaube mir daher, jetzt um 2.10 Uhr in der Frühe nur dummes Zeug zu veranstalten, zum Beispiel hier über Blumenarrangements und den Aufgang zum Hauptquartier meines Avatars zu posten, obwohl das Publikum etwas Politisches erwartet oder zumindest eine klarere corporate identity dieses Blogs, das sich ursprünglich den Weltläuften und dem hinreichenden Erklären derselben gewidmet hatte, aber oft mäandernd ins logisch Ungefähre abschweift, der seichten Unterhaltung wegen, die zu genießen als Bedürfnis ich den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern kühn und anmaßend unterstelle.

Gesiezt

Es gibt noch höfliche Randalierer. Ein Mann, auf dem ich lag/saß und dessen Arm im Hebel gut verwahrt war: „Ich zeig Sie an, Sie Opfer!“

Falsche und richtige Kombinationen

Ein Feuerwehrmann zum anderen, mit dem Finger auf einen gerade angelieferten Patienten zeigend, der dummes Zeug vor sich hin faselt: „Definitiv die falsche Drogenkombination.“ I love it. Es suggiert, dass es auch eine „richtige“ Kombination gebe.

Eine Frage an die hier mitlesenden Psychiater!

Warum bekommen Patienten auf geschlossenen Stationen der Psychiatrie „Ausgang“, so dass ich sie in Seitenstraßen des Krankenhauses wieder gegen ihren Willen einfangen muss, weil das Personal mich um Hilfe ruft? Ist „Ausgang“ in der geschlossenen Psychiatrie nicht ein Oxymoron?

Lustkauf

armbanduhr

Ein Patient war in der Laune, die diensthabende Psychiaterin zu attackieren. Zufällig stand ich, als der Alarm losging, neben der Tür zum betreffenden Raum. Der Herr war groß, stark und außer Rand und Band, aber, wie mir schien, nicht unter dem Einfluß psychotropher Substanzen, was die Sache noch schlimmer machte. Ich hatte meine Mühe mit ihm, und da er auch biss und trat, musste ich darauf achten, dass er mich nicht erwischte. Nur das Armband meiner Uhr ging dabei drauf. Niemand ersetzt das, und eine Privatklage – die die Polizei empfahl („fahrlässige Sachbeschädigung“) – wegen 10 Euro gegen einen vielleicht ab Werk Verrückten ist nicht sehr aussichtsreich.

Da ich ohnehin eine neue haben wollte, weil mir diverse Features wichtig sind (u.a. Beleuchtung, Weltzeituhr), lustkaufte ich eine Casio Herren-Armbanduhr.

Der Juwelier, den ich aufsuchte musste, weil das Armband verkürzt werden musste, meinte, als ich ihm den Preis sagte, die Uhr sei geschenkt. Das Verhältnis zwischen Preis und Leistung stimmt ohnehin, wenn man in Kauf nimmt, das Casio offenbar allen Ehrgeiz daran setzt, die unverständlichsten fucking manuals aller Zeiten verfassen zu lassen. (Nein, das Buch hat nichts mit der Uhr zu tun, das lag da nur so herum.)

Wegen Überfüllung nicht geschlossen

notaufnahme

2.05 Uhr bis 2.25 Uhr: Schneetreiben und insgesamt sieben Feuerwehren, die Patienten in die Notaufnahme brachten – nicht alle passten auf’s Foto. Morgens um vier war es noch überfüllt.

Beiläufige Anmerkungen zu Nafris und Anti-Nafris und zu meinem persönlichen Profiling [Update]

aras bacho

Die Männer sind den Frauen überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den anderen gegeben hat (…). die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit (ihrer Gatten), wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet – warnet sie, verbannt sie aus ihren Schlafgemächern und schlagt sie. (Der Koran Sure 4,34)

Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem HERRN. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland. Aber wie nun die Gemeinde ist Christo untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen. (Die Bibel, Epheser 5,22

Und siehe, ich rede zu Euch nicht in Gleichnissen, sondern erzähle schlicht die Fakten, auch wenn Euer Herz sich danach sehnt, vom mir unverzüglich etwas über Nafris und Anti-Nafris zu hören. Geduld ist Euch vonnöten, ihr auserwählte Schar der Burks.de-Leser!

Wenn in Polen Nafris unter Verdacht stehen, randaliert der Mob. Innenminister Mariusz Blaszczak „verglich die Situation mit der Lage in Westeuropa, wo es ‚große Enklaven muslimischer Emigranten gibt, die sich nicht integrieren'“. Dieses Zitat vergleiche ich gern und wiederum mit historischen Beispielen, auch und besonders in Polen.

Don Alphonso hat das Thema „Der Nafri im deutschen Mainstream-Diskurs“ aus der Sicht eines aufgeklärten Couponschneiders kommentiert. Ich stimme dem so nicht zu, obwohl die Fragen natürlich berechtigt sind. Viel interessanter wäre es doch zu untersuchen, warum sich die Leute beim Morden deutscher Panzer via Saudis im Jemen und auch anderswo nicht aufregen, aber beim phänotypischen Profiling um so mehr? Den „Nordafrikaner“ gibt es übrigens nicht, auch an der Hautfarbe kann man die Geografie nicht festmachen.

Wenn ich einen potentiellen Krawallmacher an meinem nächtlichen Arbeitsplatz taxiere, dann gehe ich auch nach der Phänotypie vor: Viele Plastiktüten und zerfledderte Kleidung bedeutet „Obdachloser“, der einen Schlafplatz im Warteraum sucht (muss ich unterbinden). Wenn es klirrt, hat er Alkohol dabei (verboten). Wenn er sich wie in Zeitlupe bewegt und Abzesse zu sehen sind (stimmt nicht immer): Junkie, der sich in der Behindertentoilette spritzen will (muss ich unterbinden). Mehrere junge Männer mit komischen Basecaps, die sich schnell bewegen und lauter als andere sprechen: „Südländer“ voller Adrenalin, die es nicht gewohnt sind, dass ihnen irgendjemand irgendwelche Grenzen setzt und denen ich deswegen meistens eine kleine prophylaktische Ansprache halten muss. Mittelalterliche Frauen, die versuchen, mich beiseite zu schieben und/oder mich anbrüllen: „Ich muss da jetzt rein!“ – die machen richtig Ärger. Barfüßige Damen mit Plüschtieren im Arm und merkwürdigem Blick und Fantasie-Kleidung: Die geschlossenen Stationen haben wieder jemandem Ausgang gewährt, vielleicht zur Resozialisierung?

Heute morgen gegen drei Uhr sagte mir eine Krankenschwester beiläufig, ein Mann sei in die Anmeldung (ein kleines Glashäuschen) gekommen, habe sie beleidigt und gedroht, mit Gewalt einzudringen. Sie habe nicht reagiert und wolle es auf sich beruhen lassen. Ich hatte das nicht mitbekommen, mag das aber nicht. Ich ließ mir den Kerl, der noch im Warteraum saß, beschreiben. Die Kölner Polizei hätte ihn für einen Nafri gehalten, der wie ein Türke oder Sizilianer aussah. Ich hielt ihn für einen Araber, der vermutlich in den frauenfreien Cafes der Sonnenallee verkehrte. Ich stellte mich so, dass mich die rund zwei Dutzend Wartenden sehen konnten und sagte dem Herrn laut und deutlich: „Wenn Sie hier mit Gewalt drohen, werfe ich Sie hinaus, und Sie bekommen außerdem Hausverbot.“ Vermutlich wirkte ich richtig sauer. Ich war es auch. Der Mann guckte mich an und sagte nichts. Diese Typen trauen sich nur, gegenüber Frauen ausfällig zu werden.

Wenig später stand ein junger Mann in Zivil auf, der körperlich aussah wie ein Zehnkämpfer, aber mit einem blauen Auge, und winkte mich zur Seite. Er zeigte mir grinsend seinen Polizeiausweis. Jemand hatte ihm zu Silvester eine Flasche ins Gesicht geworfen. Er wollte sich behandeln lassen, weil er immer noch Gleichgewichtsstörungen hatte. Es war klar, dass er inkognito bleiben wollte, aber ich hätte, wenn es denn nötig gewesen wäre, einen Verbündeten gehabt. Das größte Kompliment, was ich von einem Polizisten bekommen kann, gab es wieder: „Deinen Job möchte ich nicht machen.“

Einige Stunden zuvor war die Feuerwehr mit einem Araber auf einer Trage gekommen. Der benahm sich äußerst merkwürdig: Er streckte beide Hände aus, auch zu mir, als wollte man ihn verprügeln, hatte die Augen weit aufgerissen und schrie wie in Todesangst. Aber es gab keinen Grund dafür. Die Feuerwehrleute sagte, sie hätten ihn so gefunden, der Mann habe wohl – nach Aussagen von Zeugen – ein paar Bier getrunken.

Ich vermutete, dass auch noch andere Substanzen im Spiel waren. Man kann kaum beschreiben, was eine Mixtur aus Chemikalien und Alkohol mit Menschen anrichten kann. Ein Kollege von mir, der zufällig vorbeikam und der Arabisch spricht, versuchte, als die Psychiaterin eintraf, zu übersetzen. Er kam erst eine gute Stunde später aus dem Arztzimmer zurück und sah etwas schockiert aus. Der Araber schliefe jetzt, berichtete er. Er habe immerzu geschrien: „Schlagt mich nicht!“ Der Mann sei aus dem Irak, und die Ärztin habe festgestellt, dass sein ganzer Körper voller Folternarben war. Der wenige Alkohol habe wohl die Erinnerungen ausgelöst – oder so etwas in der Art.

Also doch nicht die falschen Substanzen… Ich musste mein persönliches Profiling korrigieren.

Ich verstehe diese pseudoaufgeregte Diskussion nicht. Es gibt offenbar eine kleinkriminelle Subkultur im Rheinland, die von Männer beherrscht wird, die aus den failed states Nordafrikas stammen. Na und? Die Mafiosi in Frankreich stammten meistens aus Korsika – wie Napoleon. Der Rest ist normale Polizeiarbeit. By the way: Was macht eigentlich die Russenmafia?

[Update] Fefe schreibt ganz richtig: „Mir ist nicht ganz klar, was die Kritiker von der Polizei erwartet haben. Das macht doch Sinn, als aggressiv auffallende Nordafrikaner zu filzen? Meinem Verständnis nach ist racial profiling, wenn man jetzt generell Nordafrikaner filzt, außerhalb von Silvester- oder anderen Feierlichkeiten und wenn es außer ihrer Herkunft keinen Anlass für die Vermutung gibt (insbesondere nicht durch ihr Verhalten), dass sie straffällig werden könnten.“

Auf einmal im Krankenhaus

Jenny Mansch hat in „Publik“ (ver.di) etwas über ihren Aufenthalt im Krankenhaus geschrieben: „Niemand ist wirklich davor gefeit, plötzlich ins Krankenhaus zu müssen. An einen Ort zu kommen, an dem sich die Sparpolitik in der Gesundheitsversorgung im wahrsten Sinn der Worte am eigenen Leib erfahren lässt.“

„Mir fallen die Sicherheitsleute auf, die den Eingang zu den Behandlungsräumen bewachen.“ Nein, da ist nur einer. Manchmal kommt aber die Objektstreife vorbei.

Keine besonderen Vorkommnisse

Blut

17.50 Uhr: Ein entlassener Patient weigert sich, den Wartebereich vor der Rettungsstelle zu verlassen, krakeelt herum, breitet seinen Müll seine Habseligkeiten auf den Stühlen aus und belästigt Wartende. Musste ihn entfernen.
18.35 Uhr: Ein Mann, der versucht, jeden Tag im Krankenhaus zu übernachten und der sich auf den Stationen versteckt, weil ihn angeblich die Ehefrau hinausgeworfen hat (das seit Monaten), aus der Rettungsstelle verwiesen.
18.45 Uhr: Auf Anforderung des Personals mitgeholfen, einen aggressiven randalierenden Patienten zu fixieren. Falsche Drogen, falsche Menge, kombiniert mit Alkohol.
19.05 Uhr: Auf Anforderung der Psychiaterin sie und einen gefährlichen Patienten während des Gesprächs überwacht.
20.15 Uhr: Auf Anforderungen einen aggressiven Patienten bis zum Eintreffen der Polizei bewacht.
21.30 Uhr: Auf Anforderung der anwesenden Polizei beim Fixieren eines Patienten „assistiert“.
01.35 Uhr: Aggressiven und alkoholisierten Randalierer gewaltsam aus dem Wartebereich entfernt.
02.10 Uhr: Auf Anforderung der Psychiaterin einen potentiell gefährlichen Patienten nach draußen geleitet.
03.25 Uhr: Ein Mann schneidet sich vor der Rettungsstelle die Pulsadern auf. Ärzte, Psychiaterin und Reinigungspersonal informiert.

Katastrophenalarm

rettungsstelle

Katastrophenalarm in der Rettungsstelle im Urban-Krankenhaus: Über eine Telefonkette alarmiert, kamen rund 50 Ärzte, Schwestern und Pfleger freiwillig, obwohl sie keinen Dienst hatten. Hervorragende Organisation und beeindruckender Einsatz. Proud to be part of the team.

Security on strike?

Taz: „Die Wach- und Sicherheitswirtschaft steht möglicherweise vor einem Arbeitskampf. In mehren Bundesländern sind die Tarifverhandlungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit dem jeweiligen Landesableger des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW) ins Stocken geraten – und zum Jahreswechsel endet die Friedenspflicht. Danach drohen Streiks, falls die Arbeitgeber nicht bereit sind, mindestens eine zentrale Forderung der Gewerkschaft zu erfüllen: Niemand in der Branche soll künftig weniger als 10 Euro verdienen. (…)
Der Personalbedarf im Sicherheitsgewerbe ist groß. 13.000 Arbeitsplätze sind zurzeit unbesetzt. Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich in der Branche zwar gut Geld verdienen lässt – nur nicht von den Wachleuten. 80 Prozent der Beschäftigten der allgemeinen Bewachung arbeiten im Niedriglohnbereich. Je nach Bundesland liegen die Stundenlöhne zwischen 8,60 und 9,74 Euro brutto.“

Yeah.

Ich stech dich ab! [Update]

rettungsstelle

Michael de Ridder beschreibt im Tagesspiegel meinen Arbeitsplatz: „Beispiel Urban-Krankenhaus: Unfassbare Beleidigungen des Rettungsstellenpersonals sind in Berliner Kliniken an der Tagesordnung“.

Von heute Nacht kann ich beisteuern (zu mir): „Du Fotze!“ – „Ich bring dich um“. ! – „Verdammter Penner“. Zwei Mal musste ich jemanden gewaltsam aus der Rettungsstelle entfernen. Einmal musste die Polizei kommen, weil ein Türke das Personal permanent beleidigte und im Warteraum herumbrüllte und nicht kapierte, was ein Hausverbot ist. Die Polizei erklärte es ihm.

Coolster Spruch des Tages: Ein beschmutzter Herr, der von der Feuerwehr gebracht wurde und sich vollgekotzt hatte, sagte, nachdem der Brechreiz einigermaßen vorbei war: „Scheiße, jetzt muss ich auch noch kacken.“

Von de Ridder gibt es übrigens ein sehr gutes Buch, das ich gelesen und für mein eigenes Buch zum Thema oft verwendet habe: Heroin: Vom Arzneimittel zur Droge.

[Update] Das konnte die Leitung des Krankenhauses so nicht auf sich sitzen lassen. Tagesspiegel: „Urban-Krankenhaus setzt auf Schulung und Wachschutz“. Har har. Wer kann das nur sein…

PPP

Pro7 hat einen Beitrag über die Firma, für die ich arbeite. Interessant, dass auch über die Probleme der Branche offen geredet wird (aber nicht über die Löhne).

Vorauseilender Antirassismus

Die Leipziger Volkszeitung über Tanzveranstaltungen im linken Conne Island (ein selbstverwaltetes Jugend-Kulturzentrum in Leipzig-Connewitz):
Zudem sei der sogenannte „Refugees-Fuffziger“ durch junge Männer mit Migrationshintergrund missbraucht worden. Gerade bei Tanzveranstaltungen seien sie angesichts des billigen Eintritts in größeren Gruppen angerückt, um dort für Stress zu sorgen. Sie trafen der Schilderung nach auf verunsicherte Security-Leute, die sich im Umgang mit Migranten mehrmals ungerechtfertigt einem Rassismusvorwurf ausgesetzt sahen – zumal auch unbeteiligtes Publikum „in vorauseilendem Antirassismus“ das Einlasspersonal zurechtgewiesen habe. (…) „Ein verbales Umschiffen des Sachverhalts“, so die Erkenntnis des Plenums, „scheint nicht mehr zweckdienlich.“

Würde mich schon interessieren, ob es auch selbstverwaltete Security-Leute waren… Jedenfalls hatten die offenbar keinen Plan. Sollte man aber haben.

Das Problem kenne ich. Das hat aber nichts damit zu tun, ob jemand, der Stress macht, Einwanderer ist oder nicht. Wenn jemand zum Beispiel (sehr oft „Bürger mit polnischem Migrationshintergrund“) einen Arzt oder einen Krankenpfleger angreift und ich das verhindere, gib es fast immer Einwürfe aus dem weiblichen deutschen Publikum aka Wartende, warum ich so brutal sei. Man muss schon vorher genau wissen, was man will, sonst geht alles schief. Man darf auch keinen „Krieg“ anfangen, den man nicht wirklich gewinnen möchte, auch wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.

Aus völkerkundlicher Sicht finde ich viel interessanter zu fragen, warum ein Sachverhalt – und welcher – „verbal umschifft“ werden sollte? Welcher Schiffbruch könnte drohen?

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