Gesiezt

Es gibt noch höfliche Randalierer. Ein Mann, auf dem ich lag/saß und dessen Arm im Hebel gut verwahrt war: „Ich zeig Sie an, Sie Opfer!“

Falsche und richtige Kombinationen

Ein Feuerwehrmann zum anderen, mit dem Finger auf einen gerade angelieferten Patienten zeigend, der dummes Zeug vor sich hin faselt: „Definitiv die falsche Drogenkombination.“ I love it. Es suggiert, dass es auch eine „richtige“ Kombination gebe.

Eine Frage an die hier mitlesenden Psychiater!

Warum bekommen Patienten auf geschlossenen Stationen der Psychiatrie „Ausgang“, so dass ich sie in Seitenstraßen des Krankenhauses wieder gegen ihren Willen einfangen muss, weil das Personal mich um Hilfe ruft? Ist „Ausgang“ in der geschlossenen Psychiatrie nicht ein Oxymoron?

Lustkauf

armbanduhr

Ein Patient war in der Laune, die diensthabende Psychiaterin zu attackieren. Zufällig stand ich, als der Alarm losging, neben der Tür zum betreffenden Raum. Der Herr war groß, stark und außer Rand und Band, aber, wie mir schien, nicht unter dem Einfluß psychotropher Substanzen, was die Sache noch schlimmer machte. Ich hatte meine Mühe mit ihm, und da er auch biss und trat, musste ich darauf achten, dass er mich nicht erwischte. Nur das Armband meiner Uhr ging dabei drauf. Niemand ersetzt das, und eine Privatklage – die die Polizei empfahl („fahrlässige Sachbeschädigung“) – wegen 10 Euro gegen einen vielleicht ab Werk Verrückten ist nicht sehr aussichtsreich.

Da ich ohnehin eine neue haben wollte, weil mir diverse Features wichtig sind (u.a. Beleuchtung, Weltzeituhr), lustkaufte ich eine Casio Herren-Armbanduhr.

Der Juwelier, den ich aufsuchte musste, weil das Armband verkürzt werden musste, meinte, als ich ihm den Preis sagte, die Uhr sei geschenkt. Das Verhältnis zwischen Preis und Leistung stimmt ohnehin, wenn man in Kauf nimmt, das Casio offenbar allen Ehrgeiz daran setzt, die unverständlichsten fucking manuals aller Zeiten verfassen zu lassen. (Nein, das Buch hat nichts mit der Uhr zu tun, das lag da nur so herum.)

Wegen Überfüllung nicht geschlossen

notaufnahme

2.05 Uhr bis 2.25 Uhr: Schneetreiben und insgesamt sieben Feuerwehren, die Patienten in die Notaufnahme brachten – nicht alle passten auf’s Foto. Morgens um vier war es noch überfüllt.

Beiläufige Anmerkungen zu Nafris und Anti-Nafris und zu meinem persönlichen Profiling [Update]

aras bacho

Die Männer sind den Frauen überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den anderen gegeben hat (…). die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit (ihrer Gatten), wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet – warnet sie, verbannt sie aus ihren Schlafgemächern und schlagt sie. (Der Koran Sure 4,34)

Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem HERRN. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland. Aber wie nun die Gemeinde ist Christo untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen. (Die Bibel, Epheser 5,22

Und siehe, ich rede zu Euch nicht in Gleichnissen, sondern erzähle schlicht die Fakten, auch wenn Euer Herz sich danach sehnt, vom mir unverzüglich etwas über Nafris und Anti-Nafris zu hören. Geduld ist Euch vonnöten, ihr auserwählte Schar der Burks.de-Leser!

Wenn in Polen Nafris unter Verdacht stehen, randaliert der Mob. Innenminister Mariusz Blaszczak „verglich die Situation mit der Lage in Westeuropa, wo es ‚große Enklaven muslimischer Emigranten gibt, die sich nicht integrieren'“. Dieses Zitat vergleiche ich gern und wiederum mit historischen Beispielen, auch und besonders in Polen.

Don Alphonso hat das Thema „Der Nafri im deutschen Mainstream-Diskurs“ aus der Sicht eines aufgeklärten Couponschneiders kommentiert. Ich stimme dem so nicht zu, obwohl die Fragen natürlich berechtigt sind. Viel interessanter wäre es doch zu untersuchen, warum sich die Leute beim Morden deutscher Panzer via Saudis im Jemen und auch anderswo nicht aufregen, aber beim phänotypischen Profiling um so mehr? Den „Nordafrikaner“ gibt es übrigens nicht, auch an der Hautfarbe kann man die Geografie nicht festmachen.

Wenn ich einen potentiellen Krawallmacher an meinem nächtlichen Arbeitsplatz taxiere, dann gehe ich auch nach der Phänotypie vor: Viele Plastiktüten und zerfledderte Kleidung bedeutet „Obdachloser“, der einen Schlafplatz im Warteraum sucht (muss ich unterbinden). Wenn es klirrt, hat er Alkohol dabei (verboten). Wenn er sich wie in Zeitlupe bewegt und Abzesse zu sehen sind (stimmt nicht immer): Junkie, der sich in der Behindertentoilette spritzen will (muss ich unterbinden). Mehrere junge Männer mit komischen Basecaps, die sich schnell bewegen und lauter als andere sprechen: „Südländer“ voller Adrenalin, die es nicht gewohnt sind, dass ihnen irgendjemand irgendwelche Grenzen setzt und denen ich deswegen meistens eine kleine prophylaktische Ansprache halten muss. Mittelalterliche Frauen, die versuchen, mich beiseite zu schieben und/oder mich anbrüllen: „Ich muss da jetzt rein!“ – die machen richtig Ärger. Barfüßige Damen mit Plüschtieren im Arm und merkwürdigem Blick und Fantasie-Kleidung: Die geschlossenen Stationen haben wieder jemandem Ausgang gewährt, vielleicht zur Resozialisierung?

Heute morgen gegen drei Uhr sagte mir eine Krankenschwester beiläufig, ein Mann sei in die Anmeldung (ein kleines Glashäuschen) gekommen, habe sie beleidigt und gedroht, mit Gewalt einzudringen. Sie habe nicht reagiert und wolle es auf sich beruhen lassen. Ich hatte das nicht mitbekommen, mag das aber nicht. Ich ließ mir den Kerl, der noch im Warteraum saß, beschreiben. Die Kölner Polizei hätte ihn für einen Nafri gehalten, der wie ein Türke oder Sizilianer aussah. Ich hielt ihn für einen Araber, der vermutlich in den frauenfreien Cafes der Sonnenallee verkehrte. Ich stellte mich so, dass mich die rund zwei Dutzend Wartenden sehen konnten und sagte dem Herrn laut und deutlich: „Wenn Sie hier mit Gewalt drohen, werfe ich Sie hinaus, und Sie bekommen außerdem Hausverbot.“ Vermutlich wirkte ich richtig sauer. Ich war es auch. Der Mann guckte mich an und sagte nichts. Diese Typen trauen sich nur, gegenüber Frauen ausfällig zu werden.

Wenig später stand ein junger Mann in Zivil auf, der körperlich aussah wie ein Zehnkämpfer, aber mit einem blauen Auge, und winkte mich zur Seite. Er zeigte mir grinsend seinen Polizeiausweis. Jemand hatte ihm zu Silvester eine Flasche ins Gesicht geworfen. Er wollte sich behandeln lassen, weil er immer noch Gleichgewichtsstörungen hatte. Es war klar, dass er inkognito bleiben wollte, aber ich hätte, wenn es denn nötig gewesen wäre, einen Verbündeten gehabt. Das größte Kompliment, was ich von einem Polizisten bekommen kann, gab es wieder: „Deinen Job möchte ich nicht machen.“

Einige Stunden zuvor war die Feuerwehr mit einem Araber auf einer Trage gekommen. Der benahm sich äußerst merkwürdig: Er streckte beide Hände aus, auch zu mir, als wollte man ihn verprügeln, hatte die Augen weit aufgerissen und schrie wie in Todesangst. Aber es gab keinen Grund dafür. Die Feuerwehrleute sagte, sie hätten ihn so gefunden, der Mann habe wohl – nach Aussagen von Zeugen – ein paar Bier getrunken.

Ich vermutete, dass auch noch andere Substanzen im Spiel waren. Man kann kaum beschreiben, was eine Mixtur aus Chemikalien und Alkohol mit Menschen anrichten kann. Ein Kollege von mir, der zufällig vorbeikam und der Arabisch spricht, versuchte, als die Psychiaterin eintraf, zu übersetzen. Er kam erst eine gute Stunde später aus dem Arztzimmer zurück und sah etwas schockiert aus. Der Araber schliefe jetzt, berichtete er. Er habe immerzu geschrien: „Schlagt mich nicht!“ Der Mann sei aus dem Irak, und die Ärztin habe festgestellt, dass sein ganzer Körper voller Folternarben war. Der wenige Alkohol habe wohl die Erinnerungen ausgelöst – oder so etwas in der Art.

Also doch nicht die falschen Substanzen… Ich musste mein persönliches Profiling korrigieren.

Ich verstehe diese pseudoaufgeregte Diskussion nicht. Es gibt offenbar eine kleinkriminelle Subkultur im Rheinland, die von Männer beherrscht wird, die aus den failed states Nordafrikas stammen. Na und? Die Mafiosi in Frankreich stammten meistens aus Korsika – wie Napoleon. Der Rest ist normale Polizeiarbeit. By the way: Was macht eigentlich die Russenmafia?

[Update] Fefe schreibt ganz richtig: „Mir ist nicht ganz klar, was die Kritiker von der Polizei erwartet haben. Das macht doch Sinn, als aggressiv auffallende Nordafrikaner zu filzen? Meinem Verständnis nach ist racial profiling, wenn man jetzt generell Nordafrikaner filzt, außerhalb von Silvester- oder anderen Feierlichkeiten und wenn es außer ihrer Herkunft keinen Anlass für die Vermutung gibt (insbesondere nicht durch ihr Verhalten), dass sie straffällig werden könnten.“

Auf einmal im Krankenhaus

Jenny Mansch hat in „Publik“ (ver.di) etwas über ihren Aufenthalt im Krankenhaus geschrieben: „Niemand ist wirklich davor gefeit, plötzlich ins Krankenhaus zu müssen. An einen Ort zu kommen, an dem sich die Sparpolitik in der Gesundheitsversorgung im wahrsten Sinn der Worte am eigenen Leib erfahren lässt.“

„Mir fallen die Sicherheitsleute auf, die den Eingang zu den Behandlungsräumen bewachen.“ Nein, da ist nur einer. Manchmal kommt aber die Objektstreife vorbei.

Keine besonderen Vorkommnisse

Blut

17.50 Uhr: Ein entlassener Patient weigert sich, den Wartebereich vor der Rettungsstelle zu verlassen, krakeelt herum, breitet seinen Müll seine Habseligkeiten auf den Stühlen aus und belästigt Wartende. Musste ihn entfernen.
18.35 Uhr: Ein Mann, der versucht, jeden Tag im Krankenhaus zu übernachten und der sich auf den Stationen versteckt, weil ihn angeblich die Ehefrau hinausgeworfen hat (das seit Monaten), aus der Rettungsstelle verwiesen.
18.45 Uhr: Auf Anforderung des Personals mitgeholfen, einen aggressiven randalierenden Patienten zu fixieren. Falsche Drogen, falsche Menge, kombiniert mit Alkohol.
19.05 Uhr: Auf Anforderung der Psychiaterin sie und einen gefährlichen Patienten während des Gesprächs überwacht.
20.15 Uhr: Auf Anforderungen einen aggressiven Patienten bis zum Eintreffen der Polizei bewacht.
21.30 Uhr: Auf Anforderung der anwesenden Polizei beim Fixieren eines Patienten „assistiert“.
01.35 Uhr: Aggressiven und alkoholisierten Randalierer gewaltsam aus dem Wartebereich entfernt.
02.10 Uhr: Auf Anforderung der Psychiaterin einen potentiell gefährlichen Patienten nach draußen geleitet.
03.25 Uhr: Ein Mann schneidet sich vor der Rettungsstelle die Pulsadern auf. Ärzte, Psychiaterin und Reinigungspersonal informiert.

Katastrophenalarm

rettungsstelle

Katastrophenalarm in der Rettungsstelle im Urban-Krankenhaus: Über eine Telefonkette alarmiert, kamen rund 50 Ärzte, Schwestern und Pfleger freiwillig, obwohl sie keinen Dienst hatten. Hervorragende Organisation und beeindruckender Einsatz. Proud to be part of the team.

Security on strike?

Taz: „Die Wach- und Sicherheitswirtschaft steht möglicherweise vor einem Arbeitskampf. In mehren Bundesländern sind die Tarifverhandlungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit dem jeweiligen Landesableger des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW) ins Stocken geraten – und zum Jahreswechsel endet die Friedenspflicht. Danach drohen Streiks, falls die Arbeitgeber nicht bereit sind, mindestens eine zentrale Forderung der Gewerkschaft zu erfüllen: Niemand in der Branche soll künftig weniger als 10 Euro verdienen. (…)
Der Personalbedarf im Sicherheitsgewerbe ist groß. 13.000 Arbeitsplätze sind zurzeit unbesetzt. Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich in der Branche zwar gut Geld verdienen lässt – nur nicht von den Wachleuten. 80 Prozent der Beschäftigten der allgemeinen Bewachung arbeiten im Niedriglohnbereich. Je nach Bundesland liegen die Stundenlöhne zwischen 8,60 und 9,74 Euro brutto.“

Yeah.

Ich stech dich ab! [Update]

rettungsstelle

Michael de Ridder beschreibt im Tagesspiegel meinen Arbeitsplatz: „Beispiel Urban-Krankenhaus: Unfassbare Beleidigungen des Rettungsstellenpersonals sind in Berliner Kliniken an der Tagesordnung“.

Von heute Nacht kann ich beisteuern (zu mir): „Du Fotze!“ – „Ich bring dich um“. ! – „Verdammter Penner“. Zwei Mal musste ich jemanden gewaltsam aus der Rettungsstelle entfernen. Einmal musste die Polizei kommen, weil ein Türke das Personal permanent beleidigte und im Warteraum herumbrüllte und nicht kapierte, was ein Hausverbot ist. Die Polizei erklärte es ihm.

Coolster Spruch des Tages: Ein beschmutzter Herr, der von der Feuerwehr gebracht wurde und sich vollgekotzt hatte, sagte, nachdem der Brechreiz einigermaßen vorbei war: „Scheiße, jetzt muss ich auch noch kacken.“

Von de Ridder gibt es übrigens ein sehr gutes Buch, das ich gelesen und für mein eigenes Buch zum Thema oft verwendet habe: Heroin: Vom Arzneimittel zur Droge.

[Update] Das konnte die Leitung des Krankenhauses so nicht auf sich sitzen lassen. Tagesspiegel: „Urban-Krankenhaus setzt auf Schulung und Wachschutz“. Har har. Wer kann das nur sein…

PPP

Pro7 hat einen Beitrag über die Firma, für die ich arbeite. Interessant, dass auch über die Probleme der Branche offen geredet wird (aber nicht über die Löhne).

Vorauseilender Antirassismus

Die Leipziger Volkszeitung über Tanzveranstaltungen im linken Conne Island (ein selbstverwaltetes Jugend-Kulturzentrum in Leipzig-Connewitz):
Zudem sei der sogenannte „Refugees-Fuffziger“ durch junge Männer mit Migrationshintergrund missbraucht worden. Gerade bei Tanzveranstaltungen seien sie angesichts des billigen Eintritts in größeren Gruppen angerückt, um dort für Stress zu sorgen. Sie trafen der Schilderung nach auf verunsicherte Security-Leute, die sich im Umgang mit Migranten mehrmals ungerechtfertigt einem Rassismusvorwurf ausgesetzt sahen – zumal auch unbeteiligtes Publikum „in vorauseilendem Antirassismus“ das Einlasspersonal zurechtgewiesen habe. (…) „Ein verbales Umschiffen des Sachverhalts“, so die Erkenntnis des Plenums, „scheint nicht mehr zweckdienlich.“

Würde mich schon interessieren, ob es auch selbstverwaltete Security-Leute waren… Jedenfalls hatten die offenbar keinen Plan. Sollte man aber haben.

Das Problem kenne ich. Das hat aber nichts damit zu tun, ob jemand, der Stress macht, Einwanderer ist oder nicht. Wenn jemand zum Beispiel (sehr oft „Bürger mit polnischem Migrationshintergrund“) einen Arzt oder einen Krankenpfleger angreift und ich das verhindere, gib es fast immer Einwürfe aus dem weiblichen deutschen Publikum aka Wartende, warum ich so brutal sei. Man muss schon vorher genau wissen, was man will, sonst geht alles schief. Man darf auch keinen „Krieg“ anfangen, den man nicht wirklich gewinnen möchte, auch wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.

Aus völkerkundlicher Sicht finde ich viel interessanter zu fragen, warum ein Sachverhalt – und welcher – „verbal umschifft“ werden sollte? Welcher Schiffbruch könnte drohen?

Zutritt nur nach Aufforderung

notaufnahme

Berliner Morgenpost: „Überfüllte Notaufnahmen: Patienten attackieren Personal“. RBB: „In Berliner Notaufnahmen steigt die Aggressivität“.

Ach. Was mich ärgert: Die Berichte sind wie gewohnt fast faktenfrei. „Eine dramatische Zunahme beobachte man im UKB jedoch nicht. Festhalten könne man nur, dass die größte Gruppe der aggressiven Patienten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehe.“ Das UKB hat auch einen anderen Einzugsbereich und eine völlig andere Klientel als etwa das Urban-Krankenhaus oder das Klinikum Neukölln. Aggressive Araber stehen zum Beispiel eher selten unter „Drogeneinfluss“, die sind ab Werk aka Sitten und Gebräuche so.

Die Befragten in den Artikeln haben wenig Ahnung und machen abstruse Vorschläge. „Warte- und Behandlungsbereich sind nur durch Glaswände getrennt, damit die Patienten sehen, dass in der Notaufnahme etwas passiert und dass gleichzeitig auch sie wahrgenommen werden“. Was für ein Quatsch und fernab jeder Realität! Wäre das zum Beispiel im Urban-Krankenhaus so, dann gäbe es täglich Mord- und Totschlag.

„Einzelne Rettungsstellen hätten einen eigenen Wachschutz, ansonsten werde bei Bedarf die Polizei gerufen.“ Ja, aber die braucht ein paar Minuten. Das kann schon zu spät sein. Und es gibt zahllose Fälle unterhalb der Schwelle des Eingreifens der Polizei, die geregelt werden müssen.

Zeit online: „Die Gründe sind laut dem Gutachten vielfältig“. Wer hätte das gedacht!

Am realistischsten formulierte Welt online schon vor einem Jahr: „Rettungsstellen in Deutschlands Kliniken sind hoffnungslos überlaufen. ‚Zu uns kommen alle, auch Gelangweilte und Irre‘, sagt ein Arzt. Darunter leiden echte Notfälle und das Personal. Das soll sich ändern.“ Soll. Schon klar, der Berliner Flughafen soll ja auch gebaut werden.

Ich habe da einen Vorschlag. Befragt doch einfach mal die Schwestern und Pfleger (nein, nicht die Ärzte und nicht jemand, der irgendwo etwas verwaltet), die in einer Notaufnahme in Berlin in einem so genannten „Problembezirk“ arbeiten. Die wissen, was getan werden könnte und was am besten wäre. Aber die fragt niemand.

Fuck Salām oder: Gangs of Germany

gang of new york

Don Alphonso schreibt in der FAZ über „Das regierungsfreundliche GibGeldDuOpfa der Medien in der Provinz“. Sehr gut, sehr lesenswert, alles ist korrekt benannt, insbesondere die Rolle der Medien. Ich stimme trotzdem nicht zu, wenn es um die Konsequenzen geht. By the way: Wie sah denn das Einwanderungsland USA früher aus? (vgl. Foto)

(Das liegt auch daran, dass ich nach einer 12-stündigen Nachtschicht in einem Problemkiez Berlins gerade aufgestanden bin und gefrühstückt haben und in einer Stunde schon zur nächsten muss. Ich habe einfach nicht so viel Zeit wie Kleinbürger und Couponschneider. Ihr dürft mich gern temporär Proletarier nennen, obwohl ich vermutlich keiner bin, aber im Gegensatz zu 95 Prozent aller Leute, die das Internet vollschreiben oder sonst was mit Medien machen, kenne ich genug waschechte Proletarier, um zu wissen, was die so denken und tun.)

Anders als Don Alphonso erkläre ich Verhalten (oder auch Religion) als versuchtes Anpassen an die Umstände. Was ist effektiv und was nicht? Warum sollte ich arbeiten, wenn es auch anders geht? Warum sollte ich mich gewaltfrei durchsetzen, wenn Gewalt viel effektiver ist? Das Kleinbürgertum kommt nie weiter als bis zur Moral und zum Lamentieren, dass jemand etwas „Falsches“ tut oder sagt. Lieber Don, es kommen keine Leute, die sich ausbilden lassen wollen (das ist die Minderheit), sondern es kommt die industrielle Reservearmee. Das ist so gewollt und nützt dem Kapital auf lange Sicht, nicht jedoch dem ländlichen Kleinbürger. Das war noch nie anders.

„Urbane Eliten“ ist übrigens für mich ein Synonym für Spießbürger, die vegan essen, wissen, was „queer“ bedeutet (meine Eltern, die noch leben, wissen das nicht), und die trotzdem, wenn es die Situation gefühlt erforderte, sehr schnell bei einer NSDAP light, revisited landen könnten, auch wenn sie sich „alternativ“ dünken. Ich traue dieser Hipster-Mischpoke nicht über den Weg. Das sehe ich noch „härter“ als Don Alphonso.

Erst kommt das Fressen, dann die Moral, sagte Brecht. Das gilt für Deutsche (die sich offenbar nicht ändern) und Einwanderer gleichermaßen.

Ich hatte gestern in der Rettungsstelle eine Libyer, der randalierte, das Personal beleidigte, herumbrüllte und laut „Fuck Merkel“ und „Fuck Deutschland“ rief, und, als ich ihn auf Arabisch grüßte, „fuck salam“ antwortet. Ich wusste dann: Der Kunde Patient war extrem schlecht gelaunt.

Ich bin mit ihm mit Mühe fertig geworden. Einer der vier Polizisten, die in Eile (Codewort für „es muss wirklich schnell gehen und bitte mit Blaulicht“) kamen, sprach Arabisch und beruhigte ihn. Auch das ist ein Service des von Don Alphonso gehassten Berlin: Polizisten, die den Übeltätern mit kosmopolitischer Attitude kommen. Die ließen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als er sie mit „Fuck Polizei“ ansprach. War großes Theater, wofür man anderenorts Eintritt zahlen müsste. Darüber könnte man jetzt sehr viel schreiben, aber ich muss arbeiten….

Fünf?!

Wir hatten heute eine Patientin mit exakt fünf Promille Blut im Alkohol Alhohol im Blut. Wie und was muss man da trinken? Und wie lange muss man dafür trainieren, damit der Körper das aushält?

„Der Wert der letalen Dosis wird in Fachliteratur mit 3 ‰ bis 4 ‰ beschrieben. Allerdings sind Fälle mit einer überlebten BAK um 4 ‰ nicht außergewöhnlich. Es sind extreme Fälle bekannt, die diese Werte deutlich überschreiten.“ Quod erat demonstrandum.

Feierabend

feierabend

Wenn fünf junge Männer, Deutsch und Arabisch sprechend, in den Warteraum kommen, mit Adrenalin voll bis zur Oberkante Unterlippe, und ich allein vor ihnen stehe und eine kleine Ansprache halte über das Thema, welcher Geräuschpegel erwünscht sei und welcher nicht, und sie mich dann mit „Chef“ titulieren, dann weiß ich, dass – aus pädagogischer Sicht – die Sache einwandfrei gelaufen ist.

Sie werden gerettet oder: Falsche Substanzen und mein Kampf mit Herrn M.

rettungsstelle

Man muss nicht obdachlos bleiben in Berlin. Meine Theorie: Obdachlosigkeit ist immer ein Symptom. Das Problem: Wer einen Schlafplatz sucht, muss das vor 22 Uhr tun und nüchtern sein. Daran scheitern viele. Fast immer ist Alkohol im Spiel.

Psychiater der Rettungsstelle am Diensttelefon: „Kannst Du mal schnell kommen? Ich brauche Begleitschutz, ich muss eine Patientin zur Station bringen.“
Die Frau, Ende vierzig, umklammert den Arm ihres Ehemanns. Beide sind ordentlich gekleidet. Sie scheint die Idee, in eine geschlossene Abteilung des Psychiatrie gebracht zu werden, akzeptiert zu haben. Wir gehen alle zum Fahrstuhl. Die Dame benimmt sich unauffällig und keinesfalls aggressiv. Ich sage ihr, dass ich sie beschützen würde. Es ist nützlich, problematische Kunden „zuzutexten“. Wenn für die ein Arzt der „bad guy“ war, sind sie um so nervöser, wenn ein großer Mann auftaucht, der unschwer als Security zu erkennen ist. Wenn man scheinbar nett zu den gefährlichen Patienten ist, dreht sich oft schnell der Spieß um: Sie jammern und beklagen sich bei mir über die „bösen“ Ärzte. Dann sind sie abgelenkt.
Vor der Glastür der geschlossenen Abteilung angekommen, zögert die Dame. Der Psychiater schließt die Tür auf. Plötzlich beginnt sie zu schreien, reißt sich von ihrem Mann los und fuchtelt mit den Armen herum:“ Ich will nicht! Ich will nicht! Ich bin doch gar nicht betrunken!“
Ich schaue zum Psychiater, warte auf ein Zeichen, ob ich eingreifen soll. Der bleibt cool und sagt der Dame in freundlichem Ton“: „Aber 3,6 Promille ist ganz schon viel Alkohol.“

Ich habe in den letzten zwei Jahren so viele Obdachlose „kennengelernt“, dass ich mir auch die These erlaube: Jedes Schicksal ist anders, jeder ist ein Einzelfall, man kann nie verallgemeinern. Die Menschen jedoch, die Obdachlose „von außen“ ansehen, in deren Leben diese nicht vorkommen, haben überhaupt keine Ahnung.

Es wird nie eine Reportage geben können, die auch nur annähernd realistisch ist, weil kein Krankenhaus das erlauben dürfte und könnte und weil das gesamte Gesundheitssystem damit ad absurdum geführt werden würde.

Für Obachlose bin ich ein Feind, weil ich andere Interessen vertrete. Ich versuche zu verhindern, dass sie die Rettungsstelle des Krankenhauses, in dem ich als „Bodyguard“ des Personals arbeite, missbrauchen, um einen Schlafplatz zu finden. Sie kennen Überlebenstechniken, um dennoch zum Ziel zu kommen. Man muss das sportlich sehen und nicht persönlich. Die Elite der Obdachlosen hebelt im Alleingang das System aus.

Psychiater schon wieder am Diensttelefon: „Kannst Du mal kommen? Ich muss einen Patienten zur Station bringen. Ich traue ihm nicht.“
Der Mann ist mittelalt, groß und stark, etwas füllig, kleiner als ich, seriös gekleidet und redet wie ein Wasserfall, aber in freundlichem Ton. Wir gehen zu dritt zu den Fahrstühlen. Ich halte mich schräg hinter dem rechten Arm des Mannes, trage dessen schwere Reisetasche mit meiner linken Hand, und plaudere scheinbar interessiert über die Weltläufte mit ihm. Ich frage ihn, ob er Gold gewaschen habe, die Tasche sei schwer. Nein, sagt er, das seien Bücher, wichtige Bücher. Über Literatur kann man immer gut plaudern. Ich kriege aber nicht heraus, um welche Bücher es sich handelt. Vermutlich weiß der Mann das auch nicht.
Vor der Tür zur geschlossenen Psychiatrie halten wir an. Der Psychiater schließt auf und schaut den Mann an. Der weicht zurück, ich auch, damit ich ihn vor mir habe. Ich stelle die Tasche ab. Der Mann schreit: „Da gehe ich nicht hinein, auf keinen Fall“, und hebt die Faust gegen den Psychiater. „Wir haben das doch besprochen“, sagt dieser, und löst den Alarm aus. Von Gang hinten sehe ich zwei Pfleger auf uns zurennen.
Der Mann findet das nicht gut und versucht den Psychiater zu schlagen, ist aber schon im Doppelnelson. Ich übergebe ihn den Pflegern.

Vielleicht ist Herr M. auch nur ein heimlicher Anarchist. An manchen Tagen beschäftigt er mich fünf Stunden lang, und ich muss mehrere Male die Polizei rufen. Das Geschäftsmodell des Herrn ist es, sich hilflos zu stellen, um in der Rettungsstelle übernachten zu können. Zugegeben: Er ist fast immer betrunken und sieht recht desolat aus, trägt aber eine Brille und eine Warnweste. Zudem fährt er ein Fahrrad. Ich weiß nicht, ob er obdachlos ist, ich nehme es aber an. Herr M. radelt bis vor das Krankenhaus, schließt es ab und lässt sich vor dem Eingang der Rettungsstelle zu Boden fallen, und rührt sich nicht und reagiert nicht auf Ansprache. Alternativ: Er legt sich mitten auf die Kreuzung einer nicht sehr befahrenen Straße in der Nähe, und legt das Fahrrad neben sich, dass es nach einem Unfall aussieht. Es dauert meistens nur eine Minute, bis ein besorgter Bürger die 112 anruft oder, wenn es direkt vor dem Krankenhaus ist, mich über eine „hilflose Person“ informiert, um die ich mich kümmern müsse.

Was tun? Eine Rettungsstelle kann Betrunkene, die sich selbst „einliefern“ oder von der Feuerwehr gebracht werden, nicht ablehnen; sie könnten ja noch etwa anderes haben als zu viel Blut im Alhohol Alkohol im Blut. Unser Rekord steht bei 5,1 Promille. Die Schwestern erzählen von einem Mann, der mit rund fünf Promille von der Polizei gebracht wurde und noch stehen und artikuliert reden konnte. Als eine Schwester ihm sagte, wenn er wolle, könne er auch gehen und dieser Anstalten machte, die Rettungsstelle schwankend, aber auf zwei Beinen zu verlassen, meinte ein Polizist völlig entgeistert: „Müsste der nicht tot sein?“

Es kommt darauf an, welcher Arzt Dienst hat. Manche meinem beim Anblick des Herrn M., der dann auf einer Trage liegt, nachdem sie ihn kurz gecheckt haben: „Keine medizinische Indikation“ und geben mir einen Wink, ihn hinauszuwerfen. Andere Ärzte lassen ihn einfach seinen Rausch ausschlafen. Das war das, was Herr M. im Sinn hatte. Man kann nur froh sein, dass nicht mehr Leute auf die Idee kommen.

Ein wahnsinniges Geschrei draußen vor dem Eingang. Zwei Polizisten, eine Polizistin und drei Feuerwehrleute bringen einen fast nackten Mann in Handschellen, der auf dem Bauch angeschnallt auf einer Trage liegt und schier unmenschliche Laute von sich gibt und trotzt der Fesseln tobt und sich aufbäumt. So muss „in Zungen reden“ sich anhören. Die meisten Kunden, die randalieren, schimpfen, beleidigen und fluchen aus Leibeskräften, aber man kann fast immer die Sprache erkennen, meistens ist jedes zweite Wort „Hurensohn“, „Fotze“ (bei Arabern) oder „Kurwa„. Für die Statistik: Wenn drei Polizisten mit einem Randalierer kommen, sind die fast immer total cool, grinsen und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen; kommen jedoch acht Polizisten mit einem (!) Mann in Handschellen, finden sie ihn nicht wirklich sympatisch.
Der diensthabende Psychiater muss erst von einer Station geholt werden. Das kann schon mal dauern. Wir stehen alle um den Mann herum. Der hört nicht auf zu schreien und zu toben, er ist schweißüberströmt, sein Gesicht liegt in einer Pfütze seiner eigenen Spucke.
Die Polizistin schüttelt den Kopf. Auf jeden Fall stimmt hier die übliche Diagnose: Falsche Substanz, und auch noch die falsche Menge davon.
Mittlerweile ist die Psychiaterin da. Der Mann wird fixiert. Er schreit jetzt schon fast eine halbe Stunde und hört nicht auf. Alle übrigen Patienten der Rettungsstelle beschweren sich oder sind verängstigt. Das medizinische Person schaut kurz um die Ecke; die kann man sowieso durch nichts mehr erschüttern. „Sowas hatten wir schon öfter“, murmelt eine Krankenschwester, und ein Pfleger kommentiert abgebrüht: „Haben wir überhaupt soviel Haldol hier, um den ruhigzustellen?“
Oft werde ich gerufen (falls die Polizei nicht eh schon da ist), wenn ein Patient ein Medikament intravenös bekommen muss, weil der so randaliert, dass die Schwestern keine Vene treffen. Bei Junkies geht es manches Mal um Leben und Tod, und diese wissen nicht, was sie tun und dass sie sich gegen Mediziner wehren, die sie retten wollen.

Aber wie kann man Herrn M. hinauswerfen? Der wiegt bestimmt 90 Kilo, wehrt sich aber nicht. Aber er steht nicht freiwillig auf. Man fährt ihn auf der Trage nach draußen. Natürlich kann ich Armhebel ansetzen, die ihm vermutlich weh tun, und die ihn zwingen, von der Trage runterzukommen. Und dann? Schleppe ich ihn zehn Meter weit, in Richtung des Parks, in denen es Bänke gibt, lässt er sich fallen, alles untern den Blicken zahlreicher Schaulustiger, die misstrauisch beäugen, was ein böser Wachmann mit einem wehrlosen Obdachlosen anstellt.

Herr M., kann sehr wohl recht gut zu Fuß gehen; das weiß in diesem Augenblick aber niemand außer ihm selbst und mir. Meistens hole ich den Kollegen, der nachts im Krankenhaus Steife geht, und wir setzen Herrn M. zu zwei auf eine Parkbank. Es dauert aber nur höchstens zehn Minuten, dann kommt der wieder angewankt und lässt sich vor dem Eingang fallen. Oder er schreit einfach laut um Hilfe, bis wieder jemand die Feuerwehr ruft (es sind nur 50 Meter von der nächsten Parkbank zum Eingang.) Wir nehmen jetzt meistens einen Rollstuhl, auf den wir Herrn M. setzen, und rollern ihn im Eiltempo ein bisschen weiter weg, dass er länger braucht, um wieder zurückzukommen.

Man kann natürlich auch die Polizei holen. Wenn ein Arzt der Rettungsstelle bestätigt, dass Herr M. nicht behandelt werde, haben die Polizisten ein Problem. Sie schleppen ihn auf eine Parkbank, der lässt sich sofort auf den Boden fallen, damit es dramatisch aussieht, und sobald die Polizei außer Sicht ist, steht er auf und begibt sich wieder in Richtung Rettungsstelle. Die Polizei kann jemanden nicht mehr so einfach in die Gesa bringen, weil es dazu einen richterlichen Beschluss braucht und weil Herr M. eigentlich nichts Verbotenes getan hat. Er schädigt nur „den Steuerzahler“, aber im Gegensatz zu den Banken, die das auch tun, sind die paar hundert Euro pro Nacht für die Feuerwehr- und Polizeieinsätze Peanuts.

Normalerweise erkläre ich den Polizisten das Geschäftsmodell des Herrn M.. Sie beobachten ihn dann, um zu sehen, ob ihre pädagogische Ansprache wirkt. Tut sie aber nie. Neulich hatte ich Glück, und die Polizei hatte nicht so viel zu tun. Herr M. kam zur Rettungsstelle zurück, aber die Polizisten warteten schon auf ihn, und schleppten ihn wieder auf eine Bank. Von Ferne sah ich, dass die Ansprache jetzt schon viel schlechter gelaunt ausfiel. Herr M. wartet dann eben ein bisschen länger. Oder er setzt sich auf sein Fahrrad und fährt die Auffahrt zur Rettungsstelle hinunter, bis zur Kreuzung, und lässt sich dort wieder fallen. Vorgestern ging das mehrere Stunden so. Irgendwann standen zwei Polizeiwagen da, und die Scheinwerfer leuchteten in den Park zu Herrn M., der dort lag und laut um Hilfe schrie. Eine Polizistin sagte mir, dass die Nachbarn ständig 110 anriefen: Da rufe jemand im Park. In diesem Fall müssen die Polizisten Herrn M. wohl Angst gemacht oder sie haben ihm mit irgendwas gedroht (was natürlich ein Bluff war), denn er bliebt eine halbe Stunde auf der Bank sitzen. Dann verschwand er. Ich habe ja viel zu tun und kann nicht immer nachsehen. Dann kam ein Auto vorgefahren, ein Mann stieg aus und sagte mir in besorgten Ton: „Da liegt ein hilfloser Mann auf der Straße“. Als ich fragte, ob der eine gelbe Weste anhabe und ob da auch ein Fahrrad sei, nickte der: Ich bin kurz hingerannt und habe Herrn M. an seinem Fuß von der Straße ins Gebüsch gezogen, dass ihn niemand überfahren konnte.

Eine Stunde geschah nichts. Es war schon drei Uhr morgens. Plötzlich kam ein Rettungswagen der Feuerwehr, und drei Feuerwehrleute stiegen grinsend aus und kamen auf mich zu. Ich kenne mittlerweile fast alle von denen. „Wir haben eine gute Nachricht für dich“, sagte einer. „Wir haben deinen Freund ins Krankenhaus nach Tempelhof gefahren“.

Für diese Nacht hatte ich den Kampf mit Herrn M. gewonnen.

Nur noch Irre da draussen

Heute sind wirklich alle irre. Bin von einem (fließend Deutsch sprechenden) Araber im Krankenhaus angegriffen worden, aber ohne Erfolg. Er wollte gewaltsam in die Rettungsstelle eindringen, und ich habe ihn daran gehindert. Draußen hat er sich noch mit der Polizei angelegt, wurde dann festgenommen. In einer 12-Stunden-Schicht drei Mal Polizei gerufen… sind nur noch Verrückte da draußen?

Wach und Schutz

Erhöht die Motivation zu arbeiten: „Schön, dass Du da bist“. Wenig später: „Gott sei Dank, dass Du da bist.“ #krankenhaus #rettungsstelle #security #bodyguard #lauter_irre

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