Der Teufel, magische Wände und noch allerlei

notaufnahme

Ortstypische Verunreinigung, reloaded. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Ich habe gar keine Zeit zum Bloggen, daher fasse ich – unter einem Symbolbild für alles – kurz zusammen, was mich interessierte.

In Sachsen begann der Aufstieg der NSDAP. Der Artikel erklärt nicht viel und bleibt sogar unter dem Niveau der bürgerlichen Historiografie („lustlose Regierung“), aber man kann nie genug wissen. Wir hatten das schon: Von Luther zur NSDAP und zur AfD. Karsten Heinz Schönbach hat dazu das Nötige geschrieben: Ohne das deutsche Großkapital wäre Hitler nicht an die Macht gekommen. Das sind die Fakten, die im öffentichen Diskurs gern verschwiegen werden.

„Keine Rolle dagegen spielte die Weltwirtschaftskrise.“ Genau. Auch die kleine Meldung der MOZ überrascht mich nicht.

And now for something completely different. Was geht in der Wissenschaft? Magische Wände und der Teufel gehen immer. Außerdem sterben die Guten auch hier oft zu früh.

And now for something completely different. Aus der schönen und bunten Welt der Religioten: Der Independent berichtet, was geschieht, wenn man sich in Indonesien über den Lärm einer Moschee beschwert.

Ähnlich: Es gab einen „Ehrenmord“ an einer Frau aus Bethlehem. Natürlich spielt auch hier der Glaube an höhere Wesen der islamischen Art eine Rolle. „Gewalt gegen Frauen durch die eigene Familie ist ein weit verbreitetes Problem im Westjordanland: Nach Angaben der palästinensischen Staatsanwaltschaft wurden in den Jahren 2016 und 2017 in den Gebieten des Westjordanlandes, in denen die Autonomiebehörde die Aufsicht über Politik und Justiz hat, insgesamt 14 Frauen getötet. In elf Fällen war der Täter ein männlicher Verwandter.“

Note: Deutschland finanziert dieses Milieu und diesen Wahnsinn.

Gute Nachrichten: Das Berliner Neutralitätsgesetz „verstößt weder gegen das Grundgesetz noch gegen EU-Recht noch gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Dies ist das zentrale Ergebnis eines neuen Gutachtens…“. Nur ein Gutachten, aber immerhin.

Noch ein Gutachten und schlechte Nachrichten: Das mit dem Mietendeckel könnte schwierig werden. Natürlich gehtes bei Juristen nicht um Inhalte, sondern um Formfragen. „Im Folgenden gilt es zu prüfen, ob der Gesetzgeber des Landes Berlin nach der grundgesetzlichen Kompetenzordnung überhaupt zuständig ist, einen solchen Mietendeckel einzuführen. Diese Frage drängt sich deshalb auf, weil der Bundesgesetzgeber unter Inanspruchnahme seines Rechts zur konkurrierenden Gesetzgebung für das ‚bürgerliche Recht‘ im Art. 74 Abs. 1 Nr. 1 GG bereits Vorschriften zum Mietpreisrecht als Teil des sogenannten sozialen Mietrechts erlassen hat. (…) Der Bundesgesetzgeber regelt im § 556d Abs. 2 BGB ferner die Voraussetzungen, unter denen Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten festgelegt werden dürfen.(…) Für ein und denselben Wohnraum im Land Berlin würden mithin unterschiedliche gesetzgeberische Anordnungen gelten.“

Ich halte Papiers These für recht schlüssig. Es gibt schon Bundesrecht, das die zulässige Mietobergrenze regelt, das hätte man in Berlin schlicht durch eine Rechtsverordnung regeln können. Man darf aber nichts festlegen, was dem geltenden Recht widerspräche (Sperrwirkung). Der Teufel liegt aber auch hier im Detail. Es bleibt spannend, vor allem auch deswegen, weil die Dauer der zu erwartenden Prozesse die des Mietdeckels gewiss übersteigen wird,

Sagte jemand Eichhörnchen? Eichhörnchen! Und Katzen!

Schwarzlicht

Schwarzlicht

Das Schwarzlicht auf einigen Toiletten des Krankenhauses verhindert, dass man die Venen sehen kann – die „Premiumkunden“ aus dem Umfeld des Kottbusser Tores können den Raum nicht mehr zweckentfremden.

Keine besonderen Vorkommnisse, reloaded

kbv
Symbolbild

Ein Suizid (Sprung aus einem höheren Stockwerk) und eine Bombendrohung mit Polizeieinsatz. Ansonsten alles ruhig heute. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Nicht viele besonderen Vorkommnisse

polizei

Über mangelnde Polizeipräsenz kann man an meinem Arbeitsplatz (II) in der Notaufnahme nicht klagen. (Das Zivilfahrzeug ist die Kriminalpolizei.) Für mich war es eine ruhige Nacht – nur ein obdachloser Gentleman versuchte mich zu hauen (er kannte mich noch nicht), nachdem das Personal ihn hinausgeworfen hatte.

Rauch und Feuer (optional)

Patient raucht in der Notaufnahme. Weil er untenrum feucht ist, liegt er auf einem Papierlaken. Nicht weit weg ist auch eine Sauerstoffflasche. Patient ist uneinsichtig. Ich musste gewalttätig werden. #Notaufnahme #Rettungsstelle #Krav_Maga

Goethe et al

goethe zitate

Welche Gesellschaft soll das abbilden?

schutzweste

Die Firma sorgt sich um die Sicherheit der Mitarbeiter. Also tragen wir jetzt hieb- und stichfeste Westen in der Notaufnahme. Ein Kollege wurde neulich so schwer verletzt, dass er für Monate ausfallen wird. Vor kurzem ging jemand mit einer abgebrochenen Flasche vor dem Krankenhaus auf Leute los.

Wäre ich Boris Palmer, würde ich fragen: Welche Gesellschaft soll das abbilden?

Eine Gesellschaft, die von vielen Einwanderern und deren Nachfahren geprägt ist, deren Werte und Verhalten nicht mit denen des gefühlten Mainstreams übereinstimmen. Zum Beispiel Leute, die in Deutschland geboren wurden, aber Fans des Diktators Erdogans sind. Leute, die hier Zuflucht gefunden haben, aber keinerlei Regeln akzeptieren (weil sie Regeln nie kennengelernt haben). Männer der „südländischen“ Art, die ausflippen, wenn Krankenschwestern (!) oder Ärztinnen (!) sie etwa anweisen zu tun. Mit denen habe ich täglich zu tun. Man muss es sportlich sehen, aber niemand wird mich daran hindern, die Dinge zu benennen.

Besonders lustig ist es natürlich, jetzt die Kommentare der Krawallzeitung Bild über Tübingens Oberbürgermeister und seine Kritik an der Multikulti-Werbekampagne der Deutschen Bahn zu lesen: „Boris Palmer ist eine notorische Krawallnudel und ziemlich eitel verliebt in seine eigenen Provokationen.“ Har har. (Ich finde den Namen des Kommentators nicht.) „Denn das Bild, das die Bahn von Deutschland und den Deutschen entwirft, ist nicht das, was die große Mehrheit der Deutschen täglich sieht. In der Nachbarschaft. Am Arbeitsplatz. In der Eisenbahn.“ Ist aber richtig und wahr.

Der Tagesspiegel zitiert Palmer zum aktuellen Thema: Menschen wie ich, also alte, weiße Männer, tauchen auf dieser Bildauswahl nicht auf“, sagte er. „Das finde ich erst mal erklärungsbedürftig.“ Offen und bunt heiße nicht, dass Personen, die aussähen wie er, auf einmal keinen Platz mehr zugewiesen bekämen.

Palmer weiß genau, auf welche Knöpfe er drücken muss, damit diejenigen, die er meint, Schnappatmung bekommen. Meinungstyrannen ist der richtige Begriff für Leute (oder schmallippige verletzte Frauen), die gar nicht mehr kontrovers diskutieren können oder wollen und die nur tolerant gegenüber der eigenen Meinung sind. (Beifall von der falschen Seite – etwa von den Salonfaschisten der AfD – sollte man ohnehin ignorieren.)

Ich habe eine Sache, zu der ich stehe und die ich weiterhin für richtig halte, falsch kommuniziert, weil ich mir nicht mehr als eine Minute Zeit genommen habe, um die Wirkungen meiner Formulierungen zu durchdenken.

Das ist natürlich gelogen. Palmer weiß genau, was er tun muss, um in sozialen Milieus, die nicht „grün“ sind, Stimmen bei der nächsten Wahl zu fangen. Der Mann ist ein Naturtalent. Im Gegensatz zu ihm würde ich aber nicht so weicheirig etwas verwässern oder zurücknehmen, was ich gesagt habe.

OMG OFW

Ein polnische Obdachloser, den die Feuerwehr als „hilflose Person“ in die Rettungsstelle brachte und der offenbar volltrunken war, hatte auf seinem Arm tätowiert: Eli Lama Sabachthani. Da ich als Kind mit der Bibel aufgewachsen bin wie ein Taliban mit dem Koran, wusste ich gleich, was das hieß – in seiner Situation ein subtiler, wenn nicht gar schwarzer Humor. Als ich das nachsprach, musste er trotz seines benebelten Hirns doch lachen.

Sackpfeifen

„Mir pfeift der Sack weg“, sagt ein gut gekeideter weißhaariger Herr, den die Feuerwehr bringt. Ich verstehe das nicht ganz, tippe aber auf Fachabteilung Urologie. #Notaufnahme #Rettungsstelle

In der Notaufnahme

Einer meiner Kollegen ist gestern früh von einem „Kunden“ in der Notaufnahme so zusammengeschlagen worden, dass er für mehrere Monate ausfällt – vermutlich ein komplizierter Bruch der Schulter. Der Täter, von dem es bis jetzt nur eine vage Personenbeschreibung gibt, ist leider noch flüchtig. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Traumjob Lebensretter

notaufnahme

Leider Privatfernsehen (TV Now/RTL Now) und mit nervigen Werbeunterbrechungen, aber trotzdem ein Einblick in meinen Arbeitsplatz in der Notaufnahme im Urban-Krankenhaus (nein, ich bin nicht zu sehen, nur einer meiner Security-Kollegen und viele andere Ärzte, Schwestern und Pfleger).

„Kreuzberger Nächte sind lang. Vor allem im Vivantes Klinikum Am Urban. Die Reportage ‚Traumjob Lebensretter? Hauptstadtärzte im Dauereinsatz‘ zeigt den Alltag in der Notaufnahme. Hier wird die Nacht zum Tag: Die Rettungsstelle in Kreuzberg hat im Jahr ca. 50.000 Einsätze. Die Ärzte hetzen von einem Notfall zum nächsten.“

Das heißt: ca. 180-250 Patienten am Tag im 24-Stunden-Betrieb. Während der Filmaufnahmen war es jedoch verhältnismäßig leer.

Die Welt als Wille und Vorstellung

Ein randalierender Patient sagt der Polizei: „Ich gehe, wann ich will.“ Das sehen die Polizisten anders. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Beware Your Mental Health

christmas music

Ich muss das in festtäglicher Stimmung befindliche Publikum darauf hinweisen, dass ich morgen die letzte von drei 12-Stunden-Schichten und auch zu Silvester und Neujahr eben dieses vor mir habe. Da bleibt nicht mehr viel Zeit.

Wenn ich mich also nicht telefonisch melde, liegt das daran, dass ich entweder arbeite, schlafe, oder dusche, Ansonsten mache ich nicht viel.

Immerhin habe ich heute schon um 20 vor sieben Uhr zwei afrikanische Kunden (soziales Milieu Görlitzer Park oder Kottbusser Tor) aus der Rettungsstelle „hinauskomplimentieren“ müssen, einen davon mit Polizeieinsatz. Mein Kreislauf kann sich nicht beklagen.

Die Warnung bitte ich zu beherzigen. CU soon.

Ausgenüchtert

promille

5,9 Promille (in Worten: fünf Komma neun). Der Patient fühlt sich nach einigen Stunden ausgenüchtert und begibt sich in Richtung Kottbusser Tor, vermutlich für ein Update. Das oben war eine andere Patientin, die von vier Polizisten begleitet wurde. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Ziemlich ruhig

Eine Patientin attackiert den Psychiater. Zufällig stand ich genau hinter der Tür, als der Alarm losging. Beim Fixieren assistiert. Der andere fixierte Patient, den die Polizei um sechs Uhr mit gezogener Pistole überwältigen musste, weil er randaliert hatte, ist jetzt auf einer Station. Sachschaden mehrere tausend Euro. Ansonsten ist es ein ruhiger Morgen. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Ortstypisch

Rettungsstelle

Foto: Ortstypische Verunreinigung #Notaufnahme #Rettungsstelle

Eine Frau versucht sich innerhalb von 12 Stunden 22 Mal in der Notaufnahme anzumelden. Der Psychiater kennt sie schon und will sie nicht. Jetzt bekommt sie Hausverbot.

Der ideale Täter-Typ

§34a

In alten Unterlagen beim Kramen gefunden, Teil der Vorbereitung für die Sachkundeprüfung nach § 34 a Gewerbeordnung.

Ich bringe dich um, du Hurensohn

Die BZ zitiert aus einem „Brandbrief“ des Personals („zwei Angestellte der Rettungsstelle, auch im Namen weiterer Mitarbeiter“) des Vivantes Klinikums Am Urban über die Sicherheitslage:

…da es immer wieder zu brutalen Übergriffen in der Rettungsstelle kommt. Der Schutz der Mitarbeiter sei nicht ausreichend. Sie gehen mit einem Survival-Messer auf die Rettungskräfte los, schlagen mit einem Feuerlöscher Scheiben ein, randalieren halb nackt oder schreien: „Ich bringe dich um, du Hurensohn“ und Schlimmeres. Die Mitarbeiter der Rettungsstelle des Vivantes Klinikums Am Urban sehen sich oft der vollen Wucht von Gewalt und Aggressivität ihrer Notfall-Patienten ausgesetzt. (…) Zudem müsse eine 24-Stunden-Security eingerichtet werden. Bislang ist der Sicherheitsdienst nur von 16 bis 4 Uhr morgens im Einsatz.

Nun gut. Wir haben ein profitorientieres Gesundheitssystem. Was ist, wenn jetzt oder bei der nächsten Ausschreibung eine „24-Stunden-Security“ eingestellt wird, dafür aber eine Billigfirma, deren Personal ungefähr so ist wie die problematischen Patienten?

Intox

„Haben wir jemanden, der Polnisch spricht?“ – „Ja, Intox vielleicht.“ #Insiderhumor #Rettungsstelle #Notaufnahme

Nachtwache

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