22.10 Uhr

Kafee und Whisky

Das musste jetzt sein nach der ausnahmsweise nur achtstündigen Arbeit. Johnny Walker schmeckt aber nicht so gut wie Glenfiddich. Kann an meinem Geschmack oder auch am Preis liegen.

Berliner Pappnasen

Tagesspiegel: „Seit 2014 wurden den Bürgerämtern zusätzlich 117 Stellen genehmigt. Ob bis jetzt alle Stellen besetzt werden konnten, ist dem Senatspapier nicht zu entnehmen, weil dort der bescheidene Besetzungsstand von Ende März wiedergegeben wird. Anschließend wird dargestellt, welche Forderungen des Parlaments nicht umgesetzt wurden. Dazu gehört die Freischaltung von Terminen im Internet über 60 Tage hinaus, eine Erhöhung des Terminkontingents und eine Verlängerung der Öffnungszeiten in die frühen Abendstunden hinein und an den Samstagen. Dies alles wurde nicht gemacht.“

„Vorwegzunehmen ist jedoch, dass der Senat die Organisation und Leitung der Bürgerämter nicht unmittelbar steuert und keine Weisungsbefugnisse gegenüber den Bezirken hat.“

Ohne Worte.

Klar und schwarz

Ian Rankin

Normalerweise gefallen mir keine Bücher, die alle gern lesen. Heute muss ich eine Ausnahme machen.

Der angelsächsische Sprachraum kennt bekanntlich nicht den typisch deutschen Unterschied zwischen „Literatur“ und „Unterhaltungsliteratur“. Kriminalromane werden genauso besprochen und ernst genommen wie der „Faust“ oder Joyce Carol Oates. Durch Zufall fiel mir neulich ein Buch von Ian Rankin in die Hände. Kriminalroman, dachte ich, das kann nur schief gehen bei meinen Ansprüchen. Es tut mir leid, liebe wohlwollenden Stammleserinnen und geneigten Stammleser, euch mit Slang behelligen zu müssen, aber nach den ersten 100 Seiten war mein Fazit: Wie geil ist das denn?

Bei Krimis für den gehobenen Anspruch denkt man an Philip Marlowe, den Meister aller sprachlichen Klassen und des treffenden Vergleichs (nur in der Übersetzung Hans Wollschlägers). Dann vielleicht an Martin Beck von Maj Sjöwall und Per Wahlöö – die Reihe habe ich auch komplett hier. Dann natürlich die Krimis von Janwillem van de Wetering.

Jetzt werde ich sämtliche Bücher Ian Rankins kaufen und lesen müssen. „The Times“ schrieb: „Ausnahmslos alle Romane aus der Rebus-Reihe sind einfach großartig“. So ist es. „Je mehr Titel mir von Ian Rankin in die Hände fallen, desto größer die Begeisterung. (…) Wer Rankin liest, sieht klarer und schwarz.“ (Tobias Gohlis, Die Zeit)

Die traurige Nachricht, ganz persönlich: Ich werde nie einen Krimi schreiben. So wie Rankin würde ich das nicht annähernd können. Also gar nicht erst versuchen.

Árstíðir – Heyr himna smiður

Via Atlas Obscura. „Heyr himna smiður“ stammt aus dem Jahr 1208, komponiert von Kolbeinn Tumason. Kombiniert mit einem Wuppertaler Bahnhof nennt man das vermutlich ein Oxymoron.

Dazu könnte man sich noch Eivør Palsdottir anhören, allerdings wäre mir Altisländisch auch recht.

Babylonien, revisited, 37.0

Babylonien, revisited, 37.0: Punjabi. Die Dame kam zusammen mit ihrer Freundin, die Hindi sprach, beide parlierten natürlich auch fließend in Englisch. Die Indierinnen stammten, wie sie gekleidet waren und sich gaben, vermutlich aus der Oberschicht, da sie mit ihren (nicht anwesenden) Gatten – beide Ärzte – in Europa shoppten. Selbstredend waren auch beide Damen wunderschön.

Aleppo

aleppo

Der Hauptbahnhof von Aleppo. Rund 1000 Flüchtlinge kamen hier 1944/45 pro Monat an, nachdem sie über die Ägäis und die Türkei vor den Nazis geflohen waren. (via Peter Glaser und RT via Fabian Köhler ‏@fabikde)

Ururgrossirgendwas

stroewers

Meine Ururgroßeltern Wilhelm und Berta Ströwer 1915 in Dortmund-Sölde.

Ich habe mich auf einschlägigen Websites sachkundig gemacht, was Wilhelm auf der Brust trägt. Rechts ist die Zentenarmedaille, gestiftet 1897. Sie wurde laut Wikipedia „den preußischen Staats- und Hochschulbediensteten sowie sämtlichen Offizieren, Militärbeamten, Unteroffizieren und Mannschaften verliehen, welche an diesem Tag dem aktiven Heer und der Marine sowie den Schutztruppen angehörten; ebenso den noch lebenden Veteranen aus den Kriegen 1848/1849, 1864, 1866 und 1870/71.“

Da Dortmund damals schon zu Preußen gehörte, vermute ich, dass mein Ururgroßvater, von dem ich sonst nichts weiß, im Staatsdienst war oder am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teilgenommen hat. (Vgl. beide Orden bei Ebay)

Ich habe gerade die Nachfahren der Stöwers gefunden und den Kontakt aufgenommen. Leider sind wir keine Indianer, sonst hätten wir ein Wort für einen Verwandschaftsgrad, den ich nicht beschreiben kann: Gemeinsame Ur- und Ururgroßeltern bedeutet, dass wir Urgroßvettern sind? Oder ist „Vetter“ einfach nur ein Pars pro toto für alles, für das es keine Begriffe mehr gibt?

Captured by the Hard Left

labour

Wenn ich in Großbritannien lebte, könnte ich jetzt vermutlich die Labour Party wählen. Ist doch schön, wenn die rechten und sozialdemokratischen Pappnasen eine Partei verlassen.

Chakabumm!

Esoterik

Zum durstigen Krieger et al

gorgorgorgor

Und jetzt zu etwas ganz Unpolitischem. Ich habe in meiner Freizeit, wenn man die wenige Zeit so nennen darf, wieder zwei Sims für Rollenspieler in Secondlife gebaut, Ianda Harbor mit der Taverne „the Thirsty Warrior“ („Zum durstigen Krieger“) und Port Ianda, beide Vorstädte der Stadt Ianda. Zur Eröffnung traten die in Secondlife berühmten Oasis Dancers auf.

Trump is headed for a win

The Independent und die Washington Post lassen Professor Allan Lichtman zu Wort kommen, der den Ausgang aller Präsidentchafts-Wahlen in den USA seit 1984 richtig vorhergesagt hat. Trump werde wahrscheinlich gewinnen.

„The Keys to the White House“ is a historically based prediction system. I derived the system by looking at every American presidential election from 1860 to 1980, and have since used the system to correctly predict the outcomes of all eight American presidential elections from 1984 to 2012.

The keys are 13 true/false questions, where an answer of „true“ always favors the reelection of the party holding the White House, in this case the Democrats. And the keys are phrased to reflect the basic theory that elections are primarily judgments on the performance of the party holding the White House. And if six or more of the 13 keys are false — that is, they go against the party in power — they lose. If fewer than six are false, the party in power gets four more years.

Die „Experten“ sind sich aber auch einig, dass Vorhersagen schwierig sind, insbesondere die Zukunft und die nächsten Wahlen betreffend.

Zu hoch für dich

Christian Baron in Konkret: „Warum ist es unter so vielen Linken en vogue, sich über Angehörige der sogenannten Unterschicht lustig zu machen und sie aus ihren Gruppen auszuschließen? Klassendiskriminierung unter Linken ist ein altbekanntes Phänomen, das bis heute totgeschwiegen wird.“

Klassismus ist aktiver Klassenkampf von allen Seiten gegen die Arbeiterklasse. Und doch ist der Begriff bei fast allen innerhalb der Linken, die ihn nicht ablehnen, bisher komplett unbekannt.
Das mag vor allem damit zusammenhängen, daß linke Gruppen, wie schon erwähnt, seit Jahrzehnten von Menschen geprägt sind, die materiell abgesicherten, ja häufig wohlhabenden Einfamilien- oder Reihenhausverhältnissen entstammen. Ihre eigene Lebenswirklichkeit kennt keinen aktiven Klassenkampf, weil sie das Gymnasium und später die Universität besucht haben, ohne dort mit vielen Menschen aus Armutsverhältnissen oder aus gewerkschaftlich organisierten Lohnarbeiterhaushalten in Kontakt gekommen zu sein.

Ich hatte hier auch schon behauptet, dass Gendersprech Klassismus sei. Quod erat demonstrandum.

Für gerechte Profite!

linke

Wegen solcher lächerlicher Parolen kann ich die Partei „Die Linke“ eigentlich nicht mehr wählen. Das ist nicht links, sondern nur sozialdemokratisch. Welche Pappnase fordert denn im Kapitalismus einen „gerechten“ Handel – und was soll das sein? Gibt es jetzt auch einen „gerechten“ Profit? Ach ja, es fordern Leute einen „gerechten“ Lohn und einen „fairen“ Handel.

Die haben nichts begriffen. Es schadet nicht, Karl Marx zu lesen. Das scheint aber bei der „Linken“ nicht üblich zu sein.

Marx schrieb schon 1865: „Nach gleicher oder gar gerechter Entlohnung auf Basis des Lohnsystems rufen, ist dasselbe, wie auf Basis des Systems der Sklaverei nach Freiheit zu rufen.“

Leider gibt es links von der „Linken“ nur Sekten. Irgendwelche Vorschläge, was zu tun sei?

Kommt ein Jude in die Vereinten Nationen

Meine Damen und Herren,
wenn schon die Gewohnheiten der Vereinten Nationen schwer aussterben, sterben palästinensische Gewohnheiten noch viel schwieriger aus. Präsident Abbas hat gerade von diesem Podium aus die Balfour-Deklaration angegriffen. Er bereitet momentan eine Klage gegen Großbritannien vor, aufgrund der Erklärung von 1917. Das ist fast 100 Jahren her. Da steckt mal jemand in der Vergangenheit fest! Die Palästinenser können genauso gut den Iran für die Erklärung Nebukadnezars verklagen, der es uns Juden erlaubte, unseren Tempel in Jerusalem vor 2500 Jahre wieder aufzubauen. Oder wo wir schon mal dabei sind, warum bringen die Palästinenser nicht direkt eine Sammelklage gegen Abraham ein, weil er ein Grundstück in Hebron kaufte, wo die Väter und Mütter des jüdischen Volkes vor 4000 Jahren begraben wurden?
(Israels Präsident Benjamin Netanjahu vor der UN)

Reality is Purely your Perception

Studien der Harvard-University konstatieren, dass politische Inhalte im US-amerikanischen Wahlkampf kaum eine Rolle spielen, auch dank der Rolle der Medien. Vielleicht hat die bildschöne Kriminalpsychologin Julia Shaw einfach Recht – wir sind manipulierbar. „I think that reality is purely your perception.“

Monasterio de Santa Catalina de Siena

Monasterio de Santa Catalina de SienaMonasterio de Santa Catalina de SienaMonasterio de Santa Catalina de SienaMonasterio de Santa Catalina de SienaMonasterio de Santa Catalina de SienaMonasterio de Santa Catalina de SienaMonasterio de Santa Catalina de Siena

Wenn es nicht immer nur um Geld oder Profit ginge, könnte man auch etwas Schönes bauen. Warum sieht es nirgendwo in Berlin so aus wie im Kloster Santa Catalina in Arequipa in Peru? Man muss jedoch hinzufügen, das das Kloster früher nur weiblichen Mitgliedern der herrschenden Klasse offen stand. Indianer arbeiteten als Dienstboten oder Sklaven.

Die Fotos habe ich 1984 gemacht.

Juche is tiny

nordkorea

Das Internet von Nordkorea kann man auf einer Diskette speichern. Außerdem war es – vermutlich versehentlich – eine Weile jedermann zugänglich. Wenn ich mir einige nordkoreanische Websites so ansehe, könnte ich mir genauso gut auch etwas Klingonisches zu Gemüte führen. Richtig alien.

Entertain me!

movies

Neu in meiner Film-Bibliothek. Ich habe zur Zeit wenig Zeit, nächste Woche wird es besser mit der Bloggerei.

Unter Neidhammeln

Scinexx: „Unserer Ergebnisse sprechen dafür, dass sich die Mehrheit der Individuen durch nur wenige Typen beschreiben lassen: Neider, Pessimisten, Optimisten und Vertrauensvolle“, so die Forscher. Nur zehn Prozent entzogen sich dieser Kategorisierung.“ (Original-Quelle: ScienceAdvances)

No Pardon for The Washington Post

Die Washington Post macht sich gerade total lächerlich. Glenn Greenwald schreibt: „WashPost Makes History: First Paper to Call for Prosecution of Its Own Source (After Accepting Pulitzer). … the Post editorial page today not only argued in opposition to a pardon, but explicitly demanded that Snowden — the paper’s own source — stand trial on espionage charges or, as a ’second-best solution,‘ accept ‚a measure of criminal responsibility for his excesses and the U.S. government offers a measure of leniency.’”

Oh Mann. Wie bescheuert sind die denn?!

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