Brothers and Sisters!

tam

Ich bin von einer gestrigen Weihnachtsfeier immer noch verkatert. Daher heute etwas Unpolitisches… nein, das schaffe ich nicht. Also ein Rätsel: Ich sitze in einer Hafenbar, die einem Diktator gehörte, der kurz vor meinem Eintreffen auf der Insel zum Teufel gejagt worden war. Hier die Original-Meldung:

„Brothers and Sisters, this is Maurice Bishop speaking. At 4.15 am this morning, the People’s Revolutionary Army seized control of the army barracks at True Blue. The barracks were burned to the ground. After half-an-hour struggle, the forces of Gairy’s army were completely defeated, and surrendered. Every single soldier surrendered, and not a single member of the revolutionary forces was injured.“

Und wo sitze ich, und wie heisst die Bar heute?

Mit der TAM ins Kolonisationsgebiet Nordwest

tam

Mein abenteuerlichster Flug überhaupt – von Reyes in den Yungas von Bolivien nach Cobija an die brasilianische Grenze, dann nach Riberalta im östlichen Pando. Nachdem wir eine Woche in Reyes gewartet hatten (dort gab es nur eine Graspiste für Militärflugzeuge) und dann endlich losgeflogen waren, eröffnete uns der Pilot, dass wir nicht nach Riberalta flögen, sondern ein paar hundert Kilometer westlich an die brasilianische Grenze, mit einer Nacht Aufenthalt, und erst einen Tag später zu dem gebuchten Ziel. Der Grund: Der Pilot hatte in Cobija eine Freundin, die er besuchen wollte. Als Passagier muss man sich dann fügen, weil man keine Wahl hat…

Was mich am meisten wundert: Die TAM gibt es heute immer noch, aber sie fliegen die Strecke nicht mehr mit Propellermaschinen.

Wir sind dann nach ein paar Tagen von Riberalta nach Westen; den Rio Madre de Dios entlang bis nach Peru. Das dauerte zwei Wochen.

Curiosity Rover

mars

Immer wieder grandios und faszinierend: Curiosity rover: Martian solar day 1197- High resolution 360° panorama.

Differenzierte Fakten

Ich lese gerade Israels Existenzkampf: Eine moralische Verteidigung seiner Kriege. Der Titel ist ein wenig missverständlich, weil der Autor natürlich nicht alle Kriege legitimiert; den Libanonkrieg hält er zum Beispiel für eine Katastrophe, eine moralische ohnehin.

Das Buch ist aber äußerst nützlich, weil dort Fakten vorgestellt wurde, die jeder wissen müsste, der hier etwas über die Geschichte Israels meint verlautbaren zu müssen. Wann zum Beispiel wurde das Westjordanland von Jordanien (!) annektiert? Warum sind die Drusen im Libanon nicht vor den IDF geflüchtet? Wie viele Juden lebten 1949 in Israel, und was sagte das osmanische Recht über den Kauf von Land?

Ich stimme mit dem Autor in vielen Punkten überein, zumal ich in „linken“ Foren mit Shitstorms überhäuft werden, wenn ich den Staat Israel verteidige (nicht die Politik der Regierung), und dementsprechend gelaunt bin. Ich nenne aber im Gegensatz zum Autor die „Palästinenser“ nicht ein „Volk“. Überraschung: Die Mehrheit der Deutschen denkt natürlich nicht so wie ich.

Hilfreich sind übrigens die Besprechungen bei Amazon. Das Buch sei „allerdings differenzierter als der Titel androht.“ – „Er scheut nicht davor zurück, Fehler der Juden bzw. Israelis zu benennen, die Details sorgfältig analysierend. Andererseits fordert er auch Fairness vom Rest der Welt und stellt klar, dass bestimmte Geschehnisse, die für einen Beobachter von aussen vielleicht gleichartig erscheinen, im einen Fall Unrecht sind und im anderen Fall durchaus berechtigt, wenn man den Kontext genau betrachtet.“

Smankies

Frankreich will Handys an Schulen verbieten. Großartige Idee!

…eine Studie der London School of Economics zeigt: In Schulen, in denen Smartphones verboten sind, verbesserten sich die Testergebnisse der 16-jährigen Schüler um 6,4 Prozent. Besonders Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen profitierten von solchen Verboten.

Sollte man hier auch einführen, inklusive der Pflicht, Schuluniform zu tragen.

Ragequitten

Neues Wort (Jargon) gelernt: ragequitten. Das Wort nutzt eine interessante Eigenart des Deutschen, einfach zwei Wörter zu kombinieren, und das Resultat bedeutet dann etwas Neues. Im Jargon werden hier englische Wörter „deutsch“ verknüpft. Wenn also die des gehobenen Deutschen kundigen Leserinnen und die sprachgewandten Leser hier kommentierend herumzicken, werde ich dann ragequitten. Ischwör Wallah!

Die Macht des Faktischen

palästinenser

Was vernünftig ist, das ist wirklich, und was wirklich ist, das ist vernünftig. (Georg Friedrich Wilhelm Hegel)

Metz war eine echt deutsche Stadt, denn als Lothar der Jüngere seine Länder theilte, kam es (…) in den Besitz Ludwigs des Deutschen, also an das deutsche Reich. Nur fortgesetzten französischen Umtrieben und Hinterlistigkeiten gelang es, die Schutzherrschaft über Metz zu erlangen, (Karl May, Die Liebe des Ulanen)

Ich muss hier etwas klarstellen. Das Stammpublikum schien verwirrt ob einiger meiner Thesen. Natürlich habe ich mit völkischen Quatsch nichts zu tun. Ich habe auch eindeutig argumentiert, dass fromme Märchen und Mythen, die durch Fakten und die Archäologie nicht gestützt werden, ungeeignet sind, die Existenz von Staaten zu legitimieren. Was früher mal war, muss nicht unbedingt wieder sein. Das wissen Deutsche am besten.

Die „Palästinenser“ sind ein erfundenes Volk. „Volk“ ist immer ein kulturelles Projekt und kann nie auf anthropologischen oder gar biologischen Konstanten fußen. Die Juden sind ein historischer Sonderfall insofern, als dass die Religion auch eine Nation schuf. Aber auch das ist vage, da es vor der Shoah auch viele „assimilierte“ Juden gab, zum Beispiel in Deutschland, für die das Judentum so wichtig bzw. unwichtig war wie für heutige Katholiken. Sie waren deutsche Juden, aber gehörten sie zu einer jüdischen „Nation“? Oder gehörten sie damals als deutsche Staatsbürger zum jüdischen Volk? Oder beides? Das entscheidet jeder selbst, auch auf welche kulturellen Konventionen er sich dabei jeweils beruft. Es gibt keine „objektiven“ Kriterien, zu welchem „Volk“ jemand gehört. And period, wie man im Englischen zu sagen pflegt.

„Palästinenser“ sind genausowenig ein Volk wie es ein sudetendeutsches oder ostpreußisches Volk gibt. Sie sind schlicht Araber, mit oder ohne Staatsangehörigkeit. Kein Araber, der nach dem Krieg 1948 aus Israel flüchtete, hat automatisch das Recht, wieder zurückzukehren. Außerdem gingen viele freiwillig oder wurden von den arabischen Regierungen, die Israel vernichten wollten, dazu aufgefordert.

Das gilt natürlich auch für alle anderen Kriege Israels. Wenn man die Juden ins Meer werfen und sie töten will, sollte man nicht herumjammern, wenn das nicht funktioniert. Zu Risiken und Nebenwirkungen von Kriegen gegen Israel fragen Sie Ägypten, Syrien, Jordanien, den Irak usw.

Die Araber, die sich heute Palästinenser nennen, haben genauso wenig „Rechte“ wie Deutsche, die meinen, Elsass-Lothringen gehöre wieder heim ins Reich. Solange das Existenzrecht Israals angezweifelt wird, ist jede Diskussion über die „Palästinenser“ völlig überflüssig.

Beispiele?

Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen! (Abdallah Jarbu, stellvertretender Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, 2010)

Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden. (Jahia al-Sinwar, Chef der Hamas in Gaza, 2017)

Artikel 7: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.
Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung.
(Gründungscharta der Hamas)

In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten. (Mahmoud Abbas, Präsident der „Palästinenser“, 2013)

Abbas ist übrigens ein Freund Siegmar Gabriels (vgl.Screenshot unten). Was sagt uns das über den Mainstream in Deutschland?

palästinenser

Abend am Amazonas

Amazonas

Am Amazonas – das Foto habe ich 1982 in Brasilien gemacht. Ich bin damals per Schiff von Kolumbien den Amazonas hinunter (vgl. Am Solimões, 18.01.2011) gereist und von Manaus per Bus nach Norden nach Guyana.

Roshischtsche

Neu auf burks.de – Ancestry:
Kirchspiel Roshischtsche (ab 1862)
Roschyschtsche – Wohnort meiner Ururgroßseltern (matriarchale Linie)
Michael Baumgart (gest. 1874) und
Anna Baumgart geb. Itermann (gest. 1867)

Das islamische Kopftuch ist ein Symbol des Patriarchats und nicht der Selbstbestimmung

Die NZZ sagt, wie es leider ist: „Die Linke gibt vor, für Minderheiten zu kämpfen. Eine Minderheit erhält aber nur dann ihre Aufmerksamkeit, wenn sie den «richtigen Unterdrücker» hat: Rechte und Reiche, Imperialisten und Kapitalisten. Da bleibt kein Platz für muslimische Islamkritiker.“

Mexiko-Stadt

mexico

Das Foto habe ich 1979 gemacht, wo genau, weiß ich nicht mehr.

Übrigens, liebe mitlesenden Journalisten: Die Hauptstadt von Mexiko heisst entweder Mexiko-Stadt (deutsch) oder Ciudad de México (spanisch, auch México Ciudad), sie heißt aber in einem deutschen Artikel keinesfalls „Mexiko-City„. Das ist Denglisch und gleich doppelt falsch. Wenn schon anglifiziert, dann auch „Mexico-City. Ich schrob sagte es hier schon, aber genützt hat es natürlich nicht.

Homosexuelle Porno-Darsteller

Fefe dokumentiert, wie Mobbing in der Schwulen- und Lesben-Szene geht, bis Leute in den Selbstmord getrieben werden. (Ja, ich weiß, es gibt da irgendeine Abkürzung für dieses Milieu, die heute von Leuten benutzt wird; die ist aber so kompliziert, dass sie mir entfallen ist.)

Klüngeklüngelüng

Der Kölner Rechtsanwalt Markus Kompa hat sich als Direktor einer Landesmedienanstalt beworben, um „den privaten Rundfunk zu beaufsichtigen“. Das musste naturgemäß scheitern.

Rixdorfer Grünkohl

weihnachtsmarkt Rixdorfweihnachtsmarkt Rixdorf

Jährlich gesetzt: Grünkohl mit Knacker auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Schön ist auch, dass ich den Markt vom Balkon aus sehen kann. Puffer mit Apfelmus konnte ich leider nicht ergattern, weil die Warteschlange wie erwartet zu lang war.

Schröder 1778, am Weixel Strohm

karte preußen

Nach langem Warten waren sie endlich da: Digitalisierte Kataster-Karten aus Westpreußen im 18. Jahrhundert. Ich kann jetzt beweisen, dass meine Vorfahren (väterlicherseits) schon 1778 einen Hof in der Nähe vom Bromberg besaßen, in Otteraue-Langenau direkt an der Weichsel. In Otteraue ist auch mein Ururgroßvater Friedrich Schröder geboren.

Heute heißen die Orte Legnovo und Otorowo und sind offensichtlich nicht viel größer als im 19. Jahrhundert. Man sollte fast meinen, dass sich sogar die Grenzen der Felder und Wiesen kaum geändert haben. (Die preußische Karte ist nicht exakt eingenordet.) Die Grundstücke waren offenbar östlich des kleinen Kanals oder Baches, der früher der Bra oder die Brahe genannt wurde und heute Struga Młyńska heißt. Erstaunlich, wie genau die damals schon gearbeitet haben!

Jetzt muss ich einige Kirchenbücher durchforsten. Ich weiß noch nicht, woher die westpreußischen Schröders kamen…

preussische Karte

Lesesaal

Lesesaal

Trump und Jerusalem [Update]

Man muss sich schon wundern, welchen Unsinn die Medien und noch viel mehr die Politiker verbreiten, wenn es um Israel geht. Die Sprechblasen sind weitgehend fakten- und kenntnisfrei. Trump hat also wieder mal ein Wahlversprechen erfüllt. Wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde, der gewählt wird?

Bevor jetzt jemand Schaum vor dem Mund kriegt: Kennt das Stammpublikum den Jerusalem Embassy Act von 1995?

The Congress makes the following findings:
(1) Each sovereign nation, under international law and custom, may designate its own capital.
(2) Since 1950, the city of Jerusalem has been the capital of the State of Israel.
(3) The city of Jerusalem is the seat of Israel’s President, Parliament, and Supreme Court, and the site of numerous government ministries and social and cultural institutions.
(4) The city of Jerusalem is the spiritual center of Judaism, and is also considered a holy city by the members of other religious faiths.
(5) From 1948-1967, Jerusalem was a divided city and Israeli citizens of all faiths as well as Jewish citizens of all states were denied access to holy sites in the area controlled by Jordan.
(6) In 1967, the city of Jerusalem was reunited during the conflict known as the Six Day War. (…)
14) In June of 1993, 257 members of the United States House of Representatives signed a letter to the Secretary of State Warren Christopher stating that the relocation of the United States Embassy to Jerusalem `should take place no later than 1999′.

So. Puls und Atmung noch normal? Warum hat bisher kein Präsident der USA das umgesetzt?

Wie man Trump kennt, verkündet er viel, wenn der Tag lang ist. Der Tagesspiegel meint, dass alles ein Trick sei und sich in nächster Zeit ohnehin nichts ändere. Der Autor meint, Trump erfülle ein Wahlkampfversprechen an christliche Fundamentalisten und pro-israelische Geldgeber.“ („Reiche Juden“ wollte er wohl doch nicht schreiben, immerhin.)

Ich glaube auch nicht, dass es einen Staat Palästina geben sollte. Die Araber, die Israel 1948 und danach noch oft den Krieg erklärten und es auslöschen wollten und das immer noch wollen, müssen eben mit den Konsequenzen ihrer Ideen leben. Der „Flüchtling“status scheint sich bei ihnen so zu vererben wie den Sudetendeutschen. Solange nicht alle arabischen Regierungen und Terrororganisationen das Existenzrecht Israels eindeutig anerkennen, sollte man einfach mit einem Merkava drüberfahren…

Übrigens: Die Römer haben Judäa in „Palästina“ umbenannt. Jerusalem war schon jüdisch, als es noch gar keine Araber gab. Wer das anders sieht, kann ja mal versuchen, Westpreußen wieder heim ins Reich zu holen. Das wäre genau so „logisch“.

[Update] Die Russen haben schon im April Jerusalem als Hauptstadt Isreals anerkennt. Nur haben damals die „Palästinenser“ vergessen, „Tage des Zorns“ auszurufen.

Quito, revisited

Quito

In einer Vorstandt von Quito, Ecuador, mit Blick auf die Altstadt (1979)

A Little Bit Help from outer Space

Bronzeschwerter

Source: By Dbachmann, CC BY-SA 3.0,

IFLScience fragt: „How did Bronze Age civilizations manage to forge iron weapons before they had learned how to smelt iron ore?“ Die Antwort ist verblüffend: “ It turns out, they had a little bit of help from the cosmos, as many of the iron artifacts from this era appear to have an extraterrestrial origin.“ Der Original-Artikel „Bronze Age iron: Meteoritic or not? A chemical strategy.“

Hier das Resume:
• There has been a controversy about the origin of Bronze Age irons that could be either meteoritic or smelted irons.
• A geochemical approach using Fe:Co:Ni analyses, permits to differentiate terrestrial from extraterrestrial irons.
• Meteoritic irons, Bronze Age iron artifacts, ancient terrestrial irons and lateritic ores enable to validate this approach.
• Modern irons and iron ores are shown to exhibit a different relationship in a Fe:Co:Ni array.
• Iron from the Bronze Age are meteoritic, invalidating speculations about precocious smelting during the Bronze Age.

Am Rio Mira, revisited

Rio Mira

Benzinschmuggler brachten mich 1979 von der Pazifikküste Kolumbiens durch die Mangrovensümpfe des Rio Mira nach Ecuador. Vorn links sind meine Zehen zu sehen. (Nachtrag zu meinem Posting vom Januar 2015: Am Rio Mira“)

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