Preussische, geheime und haptische Folianten

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

Hat jemand schon einmal Dokumente aus dem 18. Jahrhundert betastet? Mit den Fingern? Ich fand es wahnsinnig aufregend. Da bestellt man etwas aus ‚Die Plankammer der Regierung Bromberg. Spezialinventar 1772-1912 im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz und kriegt Schriftrollen knisterne Karten, die nur sehr vorsichtig angefasst werden dürfen und ein komisches Geräusch machen, wenn man sie auseinanderrollt. Entweder war das ziemlich dickes Papier oder ein Material, das ich nicht kenne.

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

Wozu das alles? Nach der 1. Teilung Polens 1772 fiel das Gebiet südöstlich von Bromberg an Preußen. Daher stammen meine Vorfahren (patriarchale Linie). Einige der Namen sind – laut den Kirchenbüchern – schon seit 1760 dort präsent. Ich wollte aber Details wissen – und das auch beweisen können. Der preußische König hatte damals angeordnet, das gesamte Gebiet kartographisch und als Kataster zu erfassen. Diese Karten sind erhalten – fein säuberlich per Hand gemalt und beschriftet.

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

Ich habe unter anderem herausgefunden, dass es einen Bauernhof der Schröders in Otteraue/Langenau schon 1780 gegeben hat, in unmittelbarer Nähe des Weichselufers. Heute ist das ein Vorort von Bydgoszcz. Die Wiesen von Otorowo (Otteraue) sind fast noch genauso wie damals.

I keep you informed.

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

Kommentare

2 Kommentare zu “Preussische, geheime und haptische Folianten”

  1. ... der Trittbrettschreiber am August 18th, 2017 7:13 am
  2. A.Heidemann am August 18th, 2017 11:24 am

    Das hört sich spannend an. Auf dem Bild ist das Material der gerollten Karten wohl auf Textilien geklebtes Papier. Jahrhunderte alte Geschichte in der Hand zu halten, ist ein Erlebnis an sich.

    Trotzdem kämpfe ich dafür, möglichst viele der alten Dokumente möglichst umfassend zu digitalisieren und damit unabhängig von Ort und Öffnungszeiten allen (Hobby-) Forschern zugänglich zu machen. Das macht zu Hause am PC zwar haptisch nicht viel her, hilft aber beim Forschen ungemein.

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