Vive la Révolution!

revolution

Ich kann mich nicht erinnern, wann burks.de zum ersten Mal online ging; die Wayback Machine hat noch Screenshots aus den späten 90-er Jahren. 1996 war ich schon mindestens ein Jahr im Internet, vor allem auch per Mailbox. Das kann ich beweisen.

Wenn man damals gewusst hätte, dass das Internet alles revolutionieren würde! Heute habe ich ein Déjà-vu: Die Künstliche Intelligenz wirft wieder alles um.

Manche schaffen es nicht, mit dem Neuen umzugehen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass zu Beginn meiner journalistischen Laufbahn ein Redakteur einer Berliner Tageszeitung sich weigerte, einen Computer zu benutzen, sondern darauf bestand, seine Artikel mit einer – natürlich hochmodernen! – Schreibmaschine zu verfassen.

Also zum Mitschreiben: wir leben in einer Revolution! Macht Screenshots und Fotos, die ihr den Nachgeborenen zeigen könnt!

Geheime zweite Schutzinselprofile

hidden volume
A futuristic smartphone displaying a hidden „Second Space“ profile designed to conceal sensitive data, sci-fi cyber security aesthetic, dual digital identities inside one device, encrypted private zone glowing beneath the normal interface, holographic folders, hidden emails and secret files protected behind biometric locks, layered user profiles visualized as parallel digital realities, dark neon environment, blue and cyan light, cinematic atmosphere, ultra-detailed, cyberpunk style, advanced mobile privacy technology, glowing encryption symbols, realistic high-tech smartphone UI, dramatic volumetric lighting, octane render, 8k –ar 16:9 –stylize 700

Wir müssen es mit der Datencontainerwissenschaft noch weiter treiben, zumal in den Kommentaren Defätismus verbreitet wurde, dem ich entgegenwirken will.

Die Idee, auf mich und meine kleine Hirse gemünzt (ich habe jetzt zwei Xiaomi-Handys): Ist es möglich, das E-Mail-Programm – hier FairEmail – in einem geschützten Container zu betreiben?

Die KI sagt: Ja und nein. Es sei prinzipiell möglich, „aber mit wichtigen Einschränkungen unter Xiaomi Android bzw. HyperOS/MIUI.“

Programme wie EDS können verschlüsselte Container (ähnlich VeraCrypt) bereitstellen. Darin lassen sich Dateien speichern. Schwieriger wird es aber bei kompletten installierten Apps wie FairEmail.

Der entscheidende Punkt: Android installiert Apps normalerweise immer im regulären App-Bereich des Systems. Ein Container wie EDS kann zwar APK-Dateien oder Daten speichern, aber nicht ohne weiteres eine App „unsichtbar“ im Container betreiben, sodass sie erst nach dem Mounten erscheint.

Vorschlag: eine „Work Profile“-Container benutzen.

Mit Apps wie Shelter, Insular oder Island kann man FairEmail in ein getrenntes Arbeitsprofil installieren. Dieses Profil kann gesperrt werden. Dann verschwindet die App aus dem normalen Bereich, Benachrichtigungen stoppen, und erst nach Entsperren des Profils wird FairEmail sichtbar.

Alle drei Apps – Shelter, Insular und Island – basieren auf derselben Android-Technik: dem sogenannten „Work Profile“ bzw. Arbeitsprofil. Sie erzeugen also keinen echten VeraCrypt-artigen Container, sondern nutzen die von Android eingebaute Trennung verschiedener Profile.

„Das ist auf Xiaomi-Geräten meist die praktikabelste Lösung ohne Root-Zugriff.“

Funktion Shelter Insular Island
Open Source Ja Ja Teilweise / nicht vollständig FLOSS
Basis Eigenständiges Projekt Fork von Island Originalprojekt
Datenschutz-Fokus Sehr hoch Hoch Mittel
Werbung / Tracking Keine bekannt Keine bekannt Teilweise Google-näher
Bedienung Einfach, technisch Modern und komfortabel Sehr komfortabel
Apps einfrieren („Freeze“) Ja Ja Ja
Arbeitsprofil pausieren Ja Ja Ja
Kontakte zwischen Profilen blockieren Gut Sehr gut Eher schwach
F-Droid verfügbar Ja Ja Nein
Xiaomi-Kompatibilität Meist gut Gut Schwankt je nach HyperOS-Version
Ressourcenverbrauch Gering Mittel Mittel
Typische Zielgruppe Privacy- und Security-Nutzer Privacy mit mehr Komfort Mainstream- und Komfort-Nutzer
Besonderheit Sehr transparent und minimalistisch Guter Mittelweg zwischen Privacy und Bedienung Viele Komfortfunktionen und App-Klonen
Empfehlung für FairEmail auf Xiaomi Sehr empfehlenswert Gut geeignet Eher Komfortlösung

[Eine Stunde später.] Nein, ist es nicht.

Auf Xiaomi-Smartphones lässt sich Shelter zwar per F-Droid installieren, aber die vollständige Installation wird geblockt. Shelter ist auch im Play Store nicht mehr erhältlich. Shelter und Insula wurden entfernt, „unter anderem wegen Android-/Google-Play-Richtlinien rund um Work Profiles und App-Installation.“

Ich kann natürlich nichts darüber sagen, wie Apps, die per F-Droid installiert wurden, auf Samsung- und anderen Smartphones funktionieren. Bei Xiaomi geht es definitiv nicht.

zweitprofil

Also Plan B. Und der wird jetzt richtig kompliziert und nerdig, aber es funktioniert.

Wer sich aber der Hilfe der KI bedienen will, muss starke Nerven haben, weil auf Anhieb alle Antworten falsch sind und dann bedauernd kommt: Ja, tut mir leid, früher war das so, heute ist das nicht mehr der Fall und ähnlicher nervtötender Quatsch.

Man muss ein so genanntes Zweitprofil einrichten. (Die Option findet man in den Einstellungen.)

HyperOS hat die Oberfläche von „Second Space“ stark verändert:
– manche Regionen blenden das Icon aus,
– manche zeigen es nur im Zweitprofil,
– manche nur über den Sperrbildschirm.

Das ist an sich nicht kompliziert (wenn man das Feature gefunden hat). Die Panik kommt, wenn es funktioniert und man plötzlich vor einem ganz „fremden“ Handy-Monitor mit nur wenigen Apps sitzt. Wie gelangt man wieder zurück ins Hauptprofil? Es gibt im Zweitprofil einen „Schalter“ (wie eine App) „wechseln“. Aber mitnichten im Hauptprofil.

Man muss tricksen: Den Bildschirm sperren und dann mit dem Passwort oder dem Fingerabdruck des Zweitprofils einloggen. Niemand weist einen darauf hin, dass man beim Anlegen des zweiten Profils auch andere Passwörter benutzen sollte – sonst funktionier das nicht und man tritt|tippt auf der Stelle.

zweitprofil

Ich finde die Idee gut. Es ist fast so wie bei einem hidden container: Wenn ein Schnüffler gar nicht weiß, dass es ein zweites Profil gibt, müsste man schon gezielt und lange – mit forensischen Methoden – danach suchen. (Den Button „Wechseln“ habe ich ganz nach hinten verbannt.)

Wie die Übersicht unten zeigt, bieten einige Hersteller diese Option an.

Kompliziert ist bei Xiaomi, Daten von einem Profil zum anderen zu schicken. Ich habe mir beim ersten Mal mit Webmail beholfen. Zukünftig werde ich – wie bisher – einfach FTP benutzen.

Hersteller Funktion Art der Trennung Besonderheiten
Xiaomi Zweitprofil / Second Space Sehr stark Fast wie ein zweites Smartphone mit getrennten Apps, Daten und Konten
Samsung Secure Folder Stark Knox-basierte Hardwareverschlüsselung, separater geschützter Bereich
OnePlus System Cloner / Private Safe Mittel bis stark Separates Benutzerprofil mit eigenen Apps und Daten
OPPO Privacy Space / System Cloner Stark Ähnlich Xiaomis Zweitprofil, inklusive separater Apps und Konten
Vivo Privacy Space Mittel Fokus auf versteckte Apps und private Datenbereiche
Huawei PrivateSpace Sehr stark Komplett getrenntes Profil mit eigenem Passwort und Fingerabdruck
Honor Parallel Space / Private Space Mittel Je nach MagicOS-Version unterschiedlich umfangreich
Google Pixel / Android 15+ Private Space Mittel Versteckter App-Bereich mit separater Sperre und eigenem Play Store
Standard-Android vieler Hersteller Gastmodus / Mehrbenutzer Sehr stark Echte Android-Benutzerkonten mit vollständiger Trennung
Beste Sicherheitslösung Samsung Knox Secure Folder Sehr stark Besonders starke Hardware- und Software-Isolation
Beste Alltagstauglichkeit Xiaomi Zweitprofil Sehr stark Sehr komfortabler Wechsel zwischen getrennten Bereichen

Kaltstartangriffe und Hidden Volumes, minderlegal reloaded

hidden volume
Multiple nested encrypted containers, inspired by VeraCrypt, layered vaults inside each other, glowing secure cores, digital locks and keyholes, symbol of strong cryptography, dark background, blue and cyan light, ultra detailed, cinematic lighting, 3d render, octane style –ar 3:2 –s 750 (Midjourney)

Ich habe mich kurz umgesehen, was es an verständlichen Anleitungen gibt, ein hidden volume mit Veracrypt anzurichten. Es gibt einige und recht gute (auf Englisch), sogar für Lehrer.

Wenn man weiß, wie Veracrypt funktioniert, ist es fast selbsterklärend.

Merke: Bevor Sie ein komplettes Laufwerk inklusive Daten verschlüsseln, sollten Sie die Dateien zuvor unbedingt sichern. Zwar arbeitet Veracrypt seit Jahren sehr zuverlässig, doch Fehler können trotzdem passieren.

Das habe ich noch nie gemacht. So viele Daten, die privat bleiben sollten, habe ich gar nicht. Ich begnüge mich mit Containern und verschlüsselten USB-Sticks (vor allem auf Reisen). Umgekehrt: Wenn man das ganze Laufwerk des Rechners verschlüsselt, braucht man keine Container.

Aber: Wozu sollte man hidden volumes überhaupt haben? Für misstrauische Ehepartner?

Ich habe mir ein Szenario überlegt, das vielleicht für Geschäftsleute realistisch ist, die davon ausgehen müssen, dass sie in dem Land, in dem sie gerade sind, gezwungen werden, den Inhalt ihrer Rechner den neugierigen Augen der dortigen Sicherheitsbehörden preiszugeben, etwa China und Hongkong, USA, Großbritannien, Kanada. (Fährt hier jemand oft nach Russland? Weiterlesen!)

darknet

Ich muss ein bisschen ausholen. Vor Jahren habe ich ein Vortrag in einem großen Rüstungskonzern über Sicherheit und Recherche gehalten und einer der Teilnehmer fragt, ob von ihrer Firma etwas im Darknet zu finden sei. Nichts leichter als das.

Man muss natürlich die Realität berücksichtigen; In welcher Firma ist es erlaubt, den Tor-Browser zu installieren und in dunkelsten Ecken des Netzes herumzusurfen? Ich habe schon in internationalen Konzernen gearbeitet, die sich IT-mäßig als Hochsicherheitstrakt – ohne jedwede Fremdgeräte – gaben, aber natürlich lagen alle Daten bei Microsoft in der Cloud.

Ich fand damals irgendwelche internen Preislisten der Firma im Darknet und löste eine gewissen Panik aus nach dem Motto: Kriegt man das wieder da weg?

Nehmen wir an, wie schicken dem potenziellen Geschäftskunden keine verschlüsselte E-Mails, sondern möchte bestimmt Dokumente, die viel wert sind, persönlich diskutieren. Und die Konkurrenz sollte davon auch nichts erfahren.

Es fängt schon bei den basics an und mit der – bei Microsoft-Hassern – legendären Schlagzeile „Microsoft Word bytes Tony Blair in the butt“. Oder jemand erstellte ein PDF für uns mit eingebettetem Javascript, das beim Aufrufen dieses und jenes aus dem Internet lädt. „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst wie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“

Wir haben uns bemüht das zu vermeiden, und wollen zwei Dutzend Dokumente absolut sicher verbergen, auch wenn die Briten, Russen und US-Amerikaner unseren Laptop bei der Einreise auseinandernehmen, die Daumenschrauben rausholen und verkünden: Wenn du uns nicht alle Passwörter verrätst, musst du wieder heim!

Wir machen es richtig schwer. Die Chinesen sagen sogar: Öffnen Sie den Veraclypt-Containel! Und wenn der leer ist, werden sie erst recht misstrauisch.

hidden volume

Wenn wir nicht freiwillig verraten, das da noch in den Tiefen ein hiden volume schlummert, sind wir auf der sicheren Seite – mit kleineren Einschränkungen, die zu beachten wären.

Segment Bedeutung Erklärung
Header des Standard-Volumes Startbereich des normalen VeraCrypt-Volumes Enthält die verschlüsselten Informationen, mit denen VeraCrypt das äußere Volume öffnen kann.
Speicherplatz, der von Dateien belegt ist Sichtbare Dateien im äußeren Volume Hier liegen die normalen, harmlosen Dateien, die beim Öffnen mit dem äußeren Passwort sichtbar werden.
Freier Speicherplatz Scheinbar leerer Bereich Dieser Bereich ist mit Zufallsdaten gefüllt. Dadurch ist nicht erkennbar, ob er wirklich leer ist oder ein Hidden Volume enthält.
Header des Hidden Volumes Startbereich des versteckten Volumes Wird nur mit dem Passwort des Hidden Volumes erkannt. Für Außenstehende sieht er wie Zufallsdaten aus.
Datenbereich des Hidden Volumes Geheimer Speicherbereich Hier liegen die eigentlichen geheimen Dateien. Ohne das richtige Passwort ist dieser Bereich nicht vom übrigen Zufallsdatenbereich zu unterscheiden.

Wer das noch nie gemacht hat und des Lesens von kurzen Texten mächtig ist: Bei VeraCrypt wird ein Hidden Container (bei mir unter Linux) über die grafische Oberfläche genauso geöffnet wie ein normaler Container.

Zunächst startet man VeraCrypt über das Anwendungsmenü und klickt anschließend auf select file (Veracrypt gibt es auch auf Deutsch), um die Container-Datei auszuwählen. Danach markiert man einen freien Slot (oder „Laufwerk)) und klickt auf mount.

Entscheidend ist allein das eingegebene Passwort: Wird das Passwort des äußeren Containers (oder volume) eingegeben, öffnet VeraCrypt das normale äußere Volume; wird dagegen das Passwort des Hidden Volumes eingegeben, wird automatisch das versteckte Volume geöffnet.

Es gibt dafür keinen besonderen Menüpunkt und auch keine separate Datei für das Hidden Volume, da sich beide Bereiche innerhalb derselben verschlüsselten Containerdatei befinden.

Nach erfolgreichem Einhängen erscheint das Volume wie ein normales Laufwerk im Dateimanager. Wichtig ist außerdem, dass beim Öffnen des äußeren Volumes Schreibzugriffe das versteckte Volume beschädigen können. Deshalb sollte man beim Mounten des äußeren Volumes in den „Mount Options“ die Funktion „Protect hidden volume against damage caused by writing to outer volume“ aktivieren und zusätzlich das Passwort des Hidden Volumes angeben.

Bei VeraCrypt bleibt ein Hidden Volume auch dann unsichtbar, wenn man beim Öffnen des äußeren Containers die Funktion mount all devices beziehungsweise „Alle Datenträger einhängen“ verwendet: Das versteckte Volume ist technisch kein eigenes Laufwerk und keine eigene Datei. Äußeres Volume und Hidden Volume befinden sich innerhalb derselben verschlüsselten Containerdatei oder Partition. VeraCrypt erkennt daher nicht zwei getrennte Datenträger, sondern nur einen einzigen verschlüsselten Container. Welcher Bereich tatsächlich geöffnet wird, entscheidet ausschließlich das eingegebene Passwort.

Technisch ist das Hidden Volume zwar nicht von zufälligen verschlüsselten Daten zu unterscheiden. In der Praxis entstehen aber unter Umständen Hinweise durch das Verhalten des Nutzers oder durch „Daten-Beifang“ außerhalb des Containers.

hidden volume
Multiple nested encrypted containers, inspired by VeraCrypt, layered vaults inside each other, glowing secure cores, digital locks and keyholes, symbol of strong cryptography, dark background, blue and cyan light, ultra detailed, cinematic lighting, 3d render, octane style –ar 3:2 –s 750 (Gemini)

Ein Risiko: Das äußere Volume wirkt ungewöhnlich leer. Wenn ein großer Container vorhanden ist, sich darin aber nur wenige harmlose Dateien befinden und gleichzeitig nur wenig freier Speicher angezeigt wird, kann dies Verdacht erregen. Deshalb empfiehlt VeraCrypt, das äußere Volume mit glaubwürdigen Dummy-Dateien zu füllen, damit der belegte Platz plausibel erscheint.

Ich würde als Geschäftsmann daher in den äußeren Container Duplikate aller meiner geheimen Dokumente legen, aber mit falschen Zahlen und Angaben, am besten noch mit „streng geheim“ markiert, und beim erzwungenen Öffnen des (äußeren) Containers händeringend in Tränen ausbrechen.

ChatGPT warnt: Auch Metadaten außerhalb des Containers können problematisch sein. Beispielsweise können Dateimanager, Backup-Programme oder Cloud-Synchronisationsdienste Hinweise liefern, dass bestimmte Dateien häufiger benutzt werden, als es der sichtbare Inhalt des äußeren Volumes vermuten lässt. Ebenso können temporäre Dateien, Vorschaubilder, zuletzt geöffnete Dokumente oder Einträge in der Shell-History verraten, dass mit sensiblen Daten gearbeitet wurde.

Ein weiteres Risiko liegt in forensischen Analysen des Systemspeichers. Wenn ein Hidden Volume geöffnet ist, können Schlüsselmaterial oder Dateinamen zeitweise im RAM vorhanden sein. Wird ein laufendes System beschlagnahmt oder ein sogenannter Cold-Boot-Angriff durchgeführt, könnten Ermittler Hinweise auf ein geöffnetes verstecktes Volume finden. Deshalb schützt VeraCrypt vor allem ruhende Daten (Data at rest), nicht unbedingt ein bereits laufendes und entsperrtes System.

Ich habe natürlich einen unschlagbaren Vorteil – solange niemand mein Blog liest: Bei meinem Alter werden Grenzbeamte sich vermutlich fragen, ob ich den Unterschied zwischen einem Betriebssystem und einem Browser kennte. Und ich werde harmlos lächeln und mich angemessen verbeugen.

Split Tunneling

vpn
A modern cybersecurity infographic illustrating the difference between Split Tunneling and Full VPN Tunneling. On the left side, show a laptop connected to a VPN tunnel where only traffic to a home network and private servers passes through the encrypted tunnel, while normal internet traffic bypasses it directly to the web. Label this “Split Tunnel”. On the right side, show a “Full Tunnel” where all internet traffic, including websites and cloud services, is routed completely through the VPN tunnel, changing the user’s public IP address. Use glowing blue VPN tunnels, network diagrams, internet cloud icons, routers, and data streams. Professional IT illustration style, dark background with neon blue and cyan highlights, highly detailed, clean layout, futuristic networking concept art, cinematic lighting –ar 16:9 –v 7 (ChatGPT)

Ich hatte neulich ein interessantes IT-Problem: Ich bin mit einem Ubuntu Laptop in einem Firmennetz online, wenn ich Wireguard einschalte, komme ich nicht aber mehr online. Kann es sein, dass der Admin des Firmennetzes VPN bzw. Wireguard zu meiner eigenen Fritz!Box unterbindet?

Daraus ergab sich eine längere „Unterhaltung“ mit viel Gefummel, und das Problem konnte ich noch nicht lösen. Ich weiß aber, wie es ginge, habe nur keine Lust dazu. Da ich aber im November außerhalb Europas sein werden, könnte es sein, dass ich doch etwas machen muss, weil dort das Internet streng zensiert wird.

vpn
Midjourney erzeugt bei identischem Prompt nur symbolischen Unfug ohne Erkenntniswert.

Ja, das ist gut möglich. Viele Firmennetze blockieren oder filtern VPN-Verbindungen — besonders unbekannte oder private VPNs wie eine eigene FRITZ!Box-WireGuard-Verbindung.

Typische Ursachen:
→ Die Firewall blockiert den WireGuard-Port (standardmäßig UDP 51820).
→ UDP-Traffic wird generell eingeschränkt.
→ Das Firmennetz erlaubt nur HTTP/HTTPS über Proxy.
→ Deep Packet Inspection erkennt und blockiert VPN-Traffic.
→ Das Firmennetz verhindert „Split Tunneling“ oder private Tunnel absichtlich aus Sicherheitsgründen.

Dass „gar nichts mehr geht“, sobald WireGuard aktiv ist, deutet oft auf eines dieser Probleme hin:
→ Der Tunnel baut sich nicht korrekt auf
→ dann routet Ubuntu trotzdem alles durch das VPN und verliert Internetzugang.
DNS wird über den Tunnel geschickt, funktioniert aber nicht
→ Webseiten wirken „offline“, obwohl IP-Verbindungen evtl. noch gehen.
Die Firma blockiert genau den UDP-Verkehr zur Fritzbox
→ Handshake kommt nie zustande.

KI

Ping geht, aber DNS nicht. Also liegt das Problem vermutlich daran. Was haltet ihr von den Ratschlägen der KI?

Wenn Ping auf IPs geht, aber DNS nicht:
→ DNS-Problem im Tunnel.

Oft hilft bei Firmennetzen:
→ WireGuard auf einen anderen UDP-Port legen (z. B. 53, 123 oder 443 UDP)
→ Auf der Fritzbox einen alternativen Port konfigurieren
→ PersistentKeepalive = 25
→ Split Tunneling statt AllowedIPs = 0.0.0.0/0
Beispiel: AllowedIPs = 192.168.178.0/24

resolvectl status

Global
         Protocols: -LLMNR -mDNS -DNSOverTLS DNSSEC=no/unsupported
  resolv.conf mode: stub

Link 2 (wlp0s12f0)
    Current Scopes: DNS
         Protocols: +DefaultRoute -LLMNR -mDNS -DNSOverTLS DNSSEC=no/unsupported
Current DNS Server: 8.8.4.4
       DNS Servers: 8.8.8.8 8.8.4.4

Link 4 (wg_config)
    Current Scopes: DNS
         Protocols: +DefaultRoute -LLMNR -mDNS -DNSOverTLS DNSSEC=no/unsupported
Current DNS Server: 192.168.178.1
       DNS Servers: 192.168.178.1 fd93:9136:e393:0:7642:7fff:fe2c:f103
        DNS Domain: fritz.box ~.

Das erklärt das Verhalten ziemlich eindeutig. Dein WireGuard-Tunnel setzt den DNS auf deine FRITZ!Box:
Current DNS Server: 192.168.178.1

Sobald WireGuard aktiv wird, versucht Ubuntu also:
→ alle DNS-Anfragen an deine Fritzbox zuhause zu schicken durch den VPN-Tunnel
→ Wenn der Tunnel aber im Firmennetz nicht richtig funktioniert oder UDP teilweise blockiert wird, erreicht dein Laptop die Fritzbox-DNS nicht mehr zuverlässig.

Darum:
→ DNS → kaputt
→ Webseiten → „offline“
→ SERVFAIL von 127.0.0.53

Der entscheidende Punkt:
Dein normales WLAN (wlp0s12f0) hat funktionierende Google-DNS:
→ 8.8.8.8
→ 8.8.4.4

Aber WireGuard überschreibt das mit:
192.168.178.1
„Das ist typisch bei Fritzbox-WireGuard-Konfigurationen.“

ChatGPT empfiehlt split tunneling: Das sei in Firmennetzen fast immer die stabilere Lösung. Das hülfe mir aber nicht gegen Internet-Zensur…

vpn
Identischer Prompt, Gemini-Version

So genannte Offliner

offliner

A surreal, ironic metaphor for people who have never been on the internet: a group of elegantly dressed Victorian explorers standing inside a vast glowing data center like clueless tourists in an alien jungle, holding paper maps and candles while billions of holographic messages, memes, and social media icons swirl invisibly around them unnoticed, one person proudly using a typewriter connected to nothing, another trying to “capture information” with a butterfly net, expressions of confidence mixed with total misunderstanding, cinematic lighting, ultra detailed, symbolic contrast between analog innocence and digital civilization, satirical yet artistic, hyperrealistic, dystopian humor, wide angle composition –ar 16:9 (Gemini)

„Gut 3 % der Menschen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren waren im Jahr 2025 in Deutschland sogenannte Offliner – sie hatten noch nie das Internet genutzt.“ Das Statistische Bundesamt: „Am größten war der Anteil derer, die das Internet noch nie genutzt haben, in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen: Hier war 2025 rund ein Zehntel (10 %) offline.“

Frage: Wie hoch ist der Anteil der Offliner bei Journalisten? Frage: Wie hoch ist Anteil der Journalisten, die nicht wissen, wie man E-Mails verschlüsselt?

Ich finde die Initiative von Digitalcourage „ein Recht auf analoges Leben“ total daneben und typisch deutsch. Für ein Recht auf Schreiben von Büchern mit Schreibmaschine! Für ein Recht auf Nachrichtenversand mit Telex! Für ein Recht auf ein Leben ohne Telefon! Kann man alles machen, aber man sollte dann nicht herumjammern, dass nichts mehr geht.

Tecknet

keyboard

Ich war jetzt bedient von der hier schon erwähnten Tastatur – die ist einfach zu klein, und ich komme mit dem Handballen oder mit was auch immer an Tasten, die etwas auslösen, was ich nicht will. Also musste die Großbourgeoisie sofort liefern.

Here we go (lufthol): Tecknet Gaming-Tastatur Kabellos, QWERTZ-Tastatur (Deutsches Layout), Membran Tastatur mit 105 Tasten, Vollmetall-Pane, RGB Beleuchtung, Handgelenkauflage, 25 Anti-Ghosting-Tasten für Gamer & Büro.

Erster Eindruck: Extrem solide, makellose Haptik. Ich kann wieder mein autodidaktisches Zehnfingersystem blind benutzen. Die Tasten sind ziemlich hoch, und man bekommt ein Schreibmaschinen-Gefühl. (Das Keyboard ist auch seitlich offen, also geeignet für einen Fön | Druckluft, um den Staub wegzupusten.)

Kabellos geht, aber ich bin lieber kabelgebunden. Reinstecken – und alles funktioniert sofort unter Ubuntu/Linux. Was mich überraschte: Die zahllosen und völlig unnützen Tastaturkürzel funktionieren auch einwandfrei. Ich weiß aber nicht, warum ich mit dem Keyboard meine E-Mails abrufen sollte? Oder den Taschenrechner? Es gibt so viele Funktionen, dass ich alle wieder schnell vergessen werde und jedes Mal im Handbuch nachschauen müsste. Alles lesbar ohne Mikroskop, nur vier Seiten, obwohl die Optionen der Beleuchtung für eine größere Lichtorgel ausreichten – „5 RGB-Beleuchtungsmodi, mit denen Sie aus Millionen von Farben und Effekten wählen können“. Zwei oder drei Farben reichen mir schon, je nachdem, ob ich mich rot, grün oder blau fühle.

Lasergravierte Tastenkappen? Ich bin mal gespannt, wie lange die halten. Auf meinem alten – also dem vorletzen – Keyboard (gekauft im April 2022) waren sie erst nicht mehr zu erkennen und fielen dann einfach ab.

Ich sehe aber auch noch einige Tasten-Symbole, deren Sinn sich mir nicht erschließt und die im Manual nicht erwähnt werden. Was heißt „Anti-Ghosting“? Verschwinden alle Gespenster im Umkreis meines Routers? Oder Besucher, die mein Zimmer betreten?

Versuch und Irrtum also – vielleicht ist da auch ein Schleudersitz vorgesehen, oder ein Invisible-Modus, falls es ganz früh klingelte und man den Bademantel nicht fände.

Eve Online

eve online

Bei Heise las ich: „Eve Online“ wird zum „Übungsplatz“ für DeepMind-KI“.

Man könnte das auch unter Linux spielen. Was ist empfehlenswert: Steam und Proton oder Lutris?

Keychronig [Update]

keyboard

Ich brauchte eine neue Tastatur, weil bei meiner alten schon die Buchstaben abfielen. Ich habe ausnahmsweise nicht sofort das Angebot der Großbourgeoisie durchsucht, sondern mich beraten lassen – ich muss nicht verraten von wem.

keyboard

🏁 Meine klare Empfehlung (für dich)
Wenn dir wichtig ist:
Beleuchtung + Linux + langlebig[
👉 nimm Keychron V6 (egal ob normal oder 8K)
Das ist die einzige Option hier, die alles sauber kombiniert.

Ich wanderte alsbald zum einheimischen Elektronikfachhandel, um die Keychron zu bestellen (sie hatten sie natürlich nicht da).

Ich werde sie behalten, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht noch einmal kaufen. 1) Ich habe sie mit Bluetooth nicht zum Laufen bekommen. Linux ist im Manual nicht vorgesehen, außerdem ist das so winzig geschrieben, dass ich es kaum lesen konnte.

Das mitgelieferte Kabel ist sowohl zum Verbinden mit dem PC als auch zum Aufladen da – das erfuhr ich erst von ChatGPT. Wenn man das Kabel benutzt, muss man den Akku nicht aufladen (steht nicht im Handbuch). 2) Außerdem ist es viel zu kurz. Ich musste zwei USB-Kabelverlängerungen dranstecken – zum Glück hatte ich noch welche.

3) Die Tastatur ist überraschend klein, man muss sich erst an das Gefühl gewöhnen. Mir kam es vor allem darauf an, dass sie nicht gleich wieder auseinanderdröselt oder Tasten verliert (es werden sogar einige Ersatztasten, für ESC zum Beispiel, mitgeliefert.) Einige Tasten findet man nicht sofort.

Auch die Beleuchtung ist, was die Usability angeht, ungenügend, wie auch die zwei Seiten im Handbuch. 4) Es sind nicht die Tasten beleuchtet, sondern die Zwischenräume – was ist recht blödsinnig finde. Das ist einfach respektlos und nicht kundenfreundlich.

5) Merkwürdig finde ich, dass die Tastatur auf allen Seiten offen ist (vgl. Foto unten). Der Staub kann also von überallher eindringen.

Positiv ist der Anschlag – zwar nicht so schwer wie bei einer Schreibmaschine, aber man fühlt, was man tippt. Wenn das Teil stabil und langlebig bleibt, kann ich damit leben.

keyboard

[Update]

– Mehrere Tasten sind doppelt belegt, wenn man herumprobiert, findet man sie. Vermutlich kann man das mit einer (Web)App regeln, aber ich benutze keine Apps für eine einfache Tastatur.
– Die Anleitung, wie der Wireless-Modus funktionieren soll, ist beschissen unverständlich, zumal noch nicht einmal erklärt wird, welches Modell wie funktioniert („some models only support wired mode“).
– Die seitlichen Öffnungen könnten, wie das Publikum schon anmerkte, das Reinigen mit Druckluft einem Fön erleichtern – daran habe ich nicht gedacht.
– Ich fragte ChatGPT: Ich brauche eine kabelgebundene Gaming-Tastatur, beleuchtet, die auch für Linux funktioniert, schlage welche mit gutem Preis-Leistungsverhältnis vor. ChatGPT empfahl die Redragon Kumara K552 RGB, die weniger als 50 Euro kostet, aber auch so klein ist wie die, die ich jetzt habe. Ich bestand auf einem Vergleich von „Mittelklasse“-Tastaturen (vgl. oben).

Gemini

secondlifesecondlifesecondlifesecondlife

Man kann natürlich an so einem Environment in Secondlife basteln, bis man grün im Gesicht wird, wie bei einer Modelleisenbahn. Ich muss aber jetzt aufhören, weil ab heute da Avatare herumlaufen. Und wenn die plötzlich sähen, dass ihre Umgebung sich wie von Zauberhand veränderte, dächten die – je nach Alter der Person, die den Avatar benutzt, sie seien in einem Film von Fassbinder (im hier geforderten Bildungskanon enthalten!) oder in der Matrix.

Gestern Nacht fiel alles Mögliche aus, und ich musste zum Beispiel bei ChatGPT improvisieren, was pädagogisch wertvoll ist und mir ohnehin Spaß macht. (Ich kam nicht an meine E-Mails, daher auch nicht an den Bestätigungscode zum Einloggen.)

Ich bin daher auf Gemini ausgewichen und war von der Qualität des Resultats recht beeindruckt.

„Parents and children witting around a table eating dinner, view of a guest from the side“. „mache ein Bild in dieser Größe und Perspektive von mehrere Leuten, die in einem Büro arbeiten und vor Monitoren sitzen“. „Mache ein Schild von einer niederländischen Anwaltskanzlei“. „Mache ein Foto von dieser Größe und Perspektive von einer Küche in einem Büro, Leute trinken im Stehen Kaffee“. „Mache ein Bild rechteckig hochkant von vorn einem Laden mit niederländischem Namen in Amsterdam in der Altstadt“ (das ist der Laden auf dem Screenshot ganz oben). „Nur den Laden, nicht das Haus, und hochkant“ usw..

Ich werde in Zukunft ChatGPT, Midjourney und Gemini vergleichen. Ich habe auch noch die schlauen Chinesen in der Hinterhand. Vielleicht lohnt es sich gar nicht, die 23 Dollar monatlich für ChatGPT auszugeben – obwohl ich mich daran gewöhnt habe und das täglich unzählige Male nutze.

PS Die virtuelle Rembrandt-Ausstellung ist auch von mir, die Rahmen der Gemälde von ChatGPT.

Kleine Petze

little snitch

Ich habe mir Little Snitch heruntergeladen und installiert.

Kurzfazit von ChatGPT:
Sniffnet = Monitoring-Tool (Analyse, Sichtbarkeit)
Little Snitch (Linux) = Firewall + Kontrolle (Blockieren/Regeln)
👉 Wenn du aktiv Verbindungen kontrollieren willst → Little Snitch
👉 Wenn du nur sehen willst, was passiert → Sniffnet

Wenn man es eimmal verstanden hat, ist das Programm einfach zu bedienen:
Möchten Sie zum Beispiel verhindern, dass ScorecardResearch Ihr Nutzungsverhalten von Twitch analysiert, klappen Sie je nach Browser die Verbindungsdetails der Anwendung „chrome“, „firefox-bin“ oder „firefox-esr“ auf, suchen in der Unterebene nach der Domain „scorecardresearch.com“ und klicken auf die grüne Ampel dahinter. Daraufhin springt die Ampel für diese Domain und für alle Verbindungen, die darunter zusammengefasst sind, auf Rot und der Datenverkehr wird sofort blockiert.

Ich habe gleich ein paar komische IP-Adressen weggehauen untersucht, die unter Chrome auftauchten, zum Beispiel 178.255.231.115. WTF? Vermutlich ist das Vodafone, weil ich mobil unterwegs bin. Bei e3120.g.akamaiedge.net bin ich mir nicht sicher – aber interessant ist auf jeden Fall, was da alles auftaucht!

Kann ich jetzt und so „Online-Durchsuchungen“ verhindern? Frage für einen Freund.

little snitch
Bei Wikipedia und auf der Website von Little Snitch findet man zur Zeit noch nicht, dass das Programm gratis auch für Linux erhältlich ist.

Unter smarten Cyberübernommenden

signal

Ich wollte ursprünglich etwas zu dem angeblichen „Hack“ des messengers Signal schreiben, aber Falk Steiner auf Heise hat alles dazu kommentiert, was zu sagen ist: Es gab keinen Hack, sondern nur die Ignoranz und Dummheit. der betreffenen bzw, betroffenen Anwender.

Was müssen Sie tun, wenn Sie einen SMS-Code und/oder PIN eingegeben, aber noch Zugriff auf Ihr Konto haben.
Ihr Messengerkonto ist gehackt! Angreifer könnten in Zukunft Ihr Konto vollständig übernehmen!

Ach. Ach was. So etwas liest man täglich allüberall – auf Fratzenbuch, in Secondlife, WhatsApp. Irgendein Dödel hat mal wieder auf alles geklickt, was nicht bei drei auf dem nächsten Baum war und schreit dann, wenn das Konto nicht mehr zugänglich ist: „Ich wurde gehackt“.

Ich hatte hier schon unzählige Male über Phishing geschrieben und will mich nicht wiederholen. Es ist sowieso sinnlos.

phishing

Gehen Sie davon aus, dass den Angreifern nun möglichweise Ihre Handynummer bekannt ist.

Möglicherweise steht meine Handynummer auf meiner Website.

Ich sage nur: Kein HTML in E-Mails Erlauben. Wenn das nicht geht, nicht klicken, ohne den Header gelesen interpretiert zu haben. Ein vernünftiges E-Mail-Programm benutzen oder die Optionen einer kleinweich-unvernünftigen Software zwingen, die Risiken zu minimieren. Keine unverschlüsselten E-Mails lesen. So einfach ist das.

„Aber Anbieter können das Problem vor dem Bildschirm nicht lösen, wenn dieses sich nicht für Grundsätze der IT-Sicherheit interessiert.“, schreibt Heise.

Eben. Aber dumm herumlabern können sie alle, über Chatkontrolle, über russische oder chinesische „Hacker“ und „Online-Durchsuchungen“.

phishing
Dieselbe E-Mail im HTML-Format (oben) und im Textformat (unten).„>

Stay Vigilant!

app

Mehr auf cybernews.com: „Die EU präsentierte am Mittwoch eine neue App zur Altersverifizierung, mit der Nutzer ihr Alter online nachweisen können, ohne persönliche Daten an Plattformen weiterzugeben. Dadurch entfällt für Websites die Notwendigkeit, sensible Informationen zu sammeln.“

Laut Moore speichert die App eine verschlüsselte PIN lokal. Entscheidend ist jedoch, dass die Verschlüsselung nicht mit dem Identitätsspeicher des Nutzers verknüpft ist, in dem sensible Verifizierungsdaten gespeichert werden.

Damit kann die Sicherheitslücke einfach umgangen werden. „Durch das Löschen bestimmter, mit der PIN verknüpfter Werte aus den Konfigurationsdateien der App und einen Neustart der App kann ein Angreifer eine neue PIN festlegen und gleichzeitig weiterhin Zugriff auf die unter dem vorherigen Profil erstellten Anmeldeinformationen behalten. Im Endeffekt akzeptiert die App wiederverwendete Identitätsdaten unter einer neu definierten Zugriffskontrolle.“

Pavel Durov, Mitgründer und CEO von Telegram, hat dazu eine hübsche Veschwörungstheorie, die ich für gar nicht so unwahrscheinlich halte. Die Sicherheitslücke sei kein technischer Fehler.

app

Die Russen machen sich auch schon darüber lustig, obwohl sie natürlich im Glashaus sitzen.

Wildplassen, Vlaamse Friet und eine Trigger-Warnung

Amsterdam

Ich grüße das verehrte Publikum aus Amsterdam! (Warum gibt es eigentlich in Deutschland kein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wie in den Niederlanden und Polen? Weil wir das nicht durchsetzen könnten?)

Amsterdam

Amsterdam in einem Satz? Wunderschöne Häuser, Wasser dazwischen und gefühlt zwei Milliarden Fahrräder. (Es ist noch zu früh am Tag, um etwas über den Red Light District zu sagen.)

Amsterdam

Wir werfen alles zusammen, was nicht zusammengehört.

Ich bin im Clinknoord abgestiegen – das ist eine Mischung aus einem klassischen Hostel und den Capsule Hotels. Vierbettzimmer, aber ich habe es für mich allein, inklusive Klo und Dusche im Zimmer. Aber, wie schon in Israel: Nicht das klassische Backpacker-Publikum. Vielleicht nutzen die Nachgeborenen heute alle Rollkoffer, weil sie einen Rucksack nicht mehr tragen können?

Amsterdam

Es begann holprig. Ich hatte vorher online schon eingecheckt, aber die Maschinen („wir sind voll digitalisiert“) fanden mich nicht. Ein findiger Homo sapiens vom Hostel sah mich in seiner elektronischen Kaderakte und meinte, wenn man Hotels über booking.com buchte, vertauschten die gern Vor- und Nachnamen, weil dort nur Algorithmen seelenlos vor sich hinwerkeln. Ich heiße hier also Herr Burkhard.

Amsterdam

Ich habe eine halbe Stunde gebraucht, bis ich online war – wie schon 2023 in Jeruslem (damals aber mit Windows, heute mit Linux). Die hilfreichen Angestellten wusste nicht weiter, und ich musste mit dem Handy ChatGPT bemühen.

Amsterdam

Das Problem ist ziemlich typisch für sogenannte Captive Portals (z. B. in Hotels, Cafés, Flughäfen). Dein Gerät ist zwar mit dem WLAN verbunden, aber die Login-/Akzeptanzseite wird nicht angezeigt – oft wegen Browser- oder Netzwerkeinstellungen.

Ich hatte schon Javascript erlaubt und alle Erweiterungen, die irgendetwas verbieten, ausgeschaltet. Check: chrome://settings/content/javascript: erlauben

Wichtig: kein https! Viele WLAN-Portale können HTTPS nicht umleiten. Das war es auch nicht. Ein anderer Browser kam ebenfalls nicht online.

Direkte Portal-IP aufrufen – nein, obwohl ich die IP-Adresse im Verlauf des Handys hatte.

DNS-Cache leeren, im Terminal: sudo systemd-resolve –flush-caches
Oder alternativ: sudo resolvectl flush-caches
Njet.

Öffne im Browser: http://connectivity-check.ubuntu.com funktionierte nicht.

Amsterdam

nmcli networking off
nmcli networking on
sudo systemctl restart NetworkManager

Endlich! Wer ist denn jetzt schuld an dem Gewürge?

Amsterdam

Warum Amsterdam? Das hat natürlich mit Secondlife zu tun. Ende Mai findet auf meiner Sim ein Rollenspiel-Plot statt. Ich poste hier die Einladung desjenigen, der das organisiert, um zu zeigen, wie viel Mühe sich manche Leute machen (und um den Platz zwischen den Bildern zu füllen). Wer nicht weiß, was Rollenspiel ist: Das ist es.

Amsterdam

Intro RP for the Abductees: You sit at your kitchen table, sipping coffee on a lazy Saturday morning, when the mail arrives with a thud through the slot. Among the bills and flyers is a thick, cream-colored envelope with elegant gold embossing. Your name is handwritten in neat cursive, and the return address reads „Von Meyland Research Foundation, Amsterdam.“ Curiosity piqued, you slice it open with a butter knife.

Inside is a letter on heavy stationery, the kind that feels official and important. It begins: „Dear [Your Name], We are pleased to inform you that you have been selected to participate in an innovative social experiment conducted in collaboration with a team of behavioral scientists. This hidden camera reality program, titled ‚Echoes of Interaction,‘ will explore human dynamics in controlled settings. The experience spans ten days in Amsterdam, with the first three days for orientation and the final seven in an isolated environment designed to simulate real-world social pressures—think of it as a paid vacation with a twist.“

Your eyes widen as you read on. The accommodation is a private houseboat moored in the heart of Amsterdam’s canals, complete with all amenities, meals provided, and a stipend equivalent to two weeks‘ salary. The main sponsors are listed: The Chronander Bank, a longstanding European financial institution known for ethical investments, and the von Meyland Research Foundation, a nonprofit dedicated to psychological and sociological research. It’s all expenses paid, including round-trip flights, and emphasizes participant safety, consent, and the option to withdraw at any time.

Tucked into the envelope is a printed airline ticket: economy class on KLM from your local airport to Schiphol, dated two weeks from now. You scrutinize it—the barcode, the flight numbers, the passenger details all match. To be sure, you grab your phone and pull up the KLM app, scanning the code.

Amsterdam

It validates instantly: „Reservation confirmed.“ Next, you check the travel agency mentioned on the ticket stub, „EuroVoyage Travel Services.“ A quick search on their website shows they’re a reputable Amsterdam-based firm with glowing reviews on TripAdvisor and a Better Business Bureau equivalent rating in the Netherlands. No red flags; everything seems legit.

Still, a hidden camera show? Social experiment? You decide to dig deeper. You type „Von Meyland Research Foundation“ into your search bar. The results pour in: it’s a well-established organization founded in the 1950s by a philanthropist family, focused on advancing human sciences through ethical studies. They’ve funded groundbreaking research on group behavior, empathy, and urban living, with partnerships at universities like Oxford and Harvard. No scandals, just awards for innovation and transparency. Next, „The Chronander Bank“ – ah, a Sweden-based bank with a sterling reputation for sustainable finance, supporting education and environmental causes. They’re known as do-gooders in the financial world, with a history of charitable foundations and zero ties to shady dealings. Everything checks out; these aren’t fly-by-night operations but pillars of respectability.

A grin spreads across your face. Why not? Work has been a grind lately, and Amsterdam has always been on your bucket list—the canals, the bikes, the vibe. This could be an unexpected adventure, a free holiday disguised as something quirky. You imagine waking up on that houseboat, the gentle lap of water against the hull, sunlight filtering through portholes onto cozy wooden interiors.

You reply to the enclosed RSVP card with a firm „Yes,“ sealing it and dropping it in the mailbox. What could go wrong? It’s time for a little excitement in your life. (…)

Amsterdam

First off. We base our roleplay off of the books about Gor, written by John Norman. If you have no idea what that is about, check them out, google them, make sure you know what the basics of Gor are!

In short, Gor is a planet opposite the sun, viewed from earth. It is a world that is strongly patriarchal and men and women are not on an equal basis. Aside from that, it is also a world where slavery is very much a thing. And seen as a normal and natural part of society. (…)

Trigger warnings: Role playing within the guidelines of the books on Gor is not without potential triggers. Gor can be a harsh place and it is important to know what you might be getting yourself into. A few of the possible triggers we have set out below. can be, but are not limited to:
– forced slavery
– physical harm and or punishment
– mental pressure
– sexual acts both consensual and non consensual
– degradation
– betrayal

Amsterdam
Ich finde das Kunstwerk an der Gracht albern und naiv. Dann kann man gleich Nathan der Weise lesen. Aber Lessing wird bestimmt nicht mehr an Schulen gelehrt – viel zu lang!

Ich muss in Secondlife (und in meiner Freizeit) ein virtuelles Ambiente aufbauen, das ungefähr so aussieht wie Amsterdam, nur ein paar Straßenzüge und Kneipen und die perspektivische Illusion, dass man die Avatare in den Holland sind.

Ich war 1980 zum letzten Mal in den Niederlanden, in Rotterdam zum Russell-Tribunal.

Also nichts wie hin an den wenigen freien Tagen zwischen den Schichten und inspirieren lassen… #gamedesign

Amsterdam

Ich war, weil ich seit dem frühen Frühstück nichts mehr gegessen hatte, zeitig in Chinatown bei Kim’s So Korean Food Centrum. Sowohl mein Reis auch mein selbst gemachtes Bulgogi sind erheblich besser. Mein Reis klebt nicht, und das von mir bevorzugte Fleisch hätte natürlich den Preis verdoppelt. Ich besitze auch keine goldenen Blechteller, die auf dem Tisch herumrotieren, wenn man sie nicht fixiert. Für den bezahlbaren Preis war es aber ok. Ich saß an der Tür mit Blick auf die Straße, und genau gegenüber räkelten sich halbnackte Damen im Schaufenster… Das ist Amsterdam.

Amsterdam
Die Bar im Clinknoord

Papiernes Impfen

impfpass/

Ich war heute mit meinem uralten Impfpass in der tropenmedizinischen Amulanz der Charite und habe mich gegen allerlei Exotisches impfen lassen.

Mit der Digitalisierung ist es nicht weit her. Ich kann mich zwar über Doctolib anmelden und Dokumente hochladen, was ich auch tat, aber die können das da nicht herunterladen. Zudem muss man alles noch mal per Hand machen: Den Fragebogen gibt es zwar auf der Website, aber man kann online das pdf nicht ausfüllen, sondern müsste es ausdrucken, ausfüllen und dann wieder einscannen… halt, nein, man kann es nirgendwohin verschicken, sondern müsste es in Papierform mitnehmen.

Wird sich das irgendwann ändern? Ich fürchte nicht. Immerhin habe ich dort keine Faxgeräte gesehen. Aber vermutlich habe ich nur nicht genau genug hinschaut.

Schmalbrüstig in der Wüste, revisited und anderes

dune

Dune 2000 is a real-time strategy video game based on the Dune universe, released in 1998. It features full motion cutscenes, online multiplayer, and a powerful storyline. Now, with GruntMods Edition, you can experience this classic with modern enhancements and exclusive content.

Das einzige Computerspiel, das mich anturnt. Das muss am Alter liegen. Nein, meine Armee ist nicht zu sehen, weil die im Norden die Harkonnen und die Ordos plattmacht, während meine taktisch gut platzierten Raketenwerfer in, um und um mein Hautquartier herum herannahende Feinde zu virtuellem Staub zerbröseln.

Ich hatte die 32.bit-Version schon erwähnt. Aber ich bin ganz stolz darauf, dass ich das Spiel auf dem älteren und schmalbrüstigerem Linux-Laptop per Bottles überraschenderweise zum Laufen bekommen haben.

Ansonsten spiele ich keine Computerspiele, für die ich bezahlen muss. 0AD habe ich immer noch in Reserve, aber ich habe in Secondlife soviel zu tun, dass ich in meiner äußerst knappen Freizeit nicht dazu komme. Gerade ist die 380-ste Ausgabe meiner Inworld-Gamer-Zeitung erschienen, mittlerweile der 18. Jahrgang. (Auf dem Blog sind nur ausgewählte Artikel, nicht die gesamte Ausgabe.) Ich wollte mir immer den Scherz erlauben, falls der DJV Berlin nachfragen sollte, was ich journalistisch machte, die anzugeben. „Wie können wir das nachprüfen?“ – „Macht euch einen Avatar, besteht den Adult-Check und beamt euch um Beispiel auf meine Gor-Sim.“ Bewaffnung für Männer ist empfohlen; für Frauen sind vergiftete Dolche erlaubt.

Als ich die Nachrichten der Qualitäts- und soziale Medien zur einzigen Mahlzeit des Tages durchstöberte (14 Uhr, ich bin im 12-stündigen Nachtrhythmus), fiel mir nichts auf, was berichtenswert schien. Es muss auch nicht immer etwas passieren, außer dem gewöhnlichen Horror. Die meisten Kommentare bekam ich übrigens, als ich neulich irgendeinen lustigen Quatsch auf Instagram kommentierte und mein Alter erwähnte.

Übrigens: Fefe ist jetzt schon fast ein Jahr weg vom Fenster. Das heißt nichts: Sharon Stone hat sieben Jahre gebraucht, um nach einem Schlaganfall wieder fit zu werden, aber das hat sie wohl 18 Millionen Dollar gekostet. Vermutlich hatte sie keinen Krankenversicherung.

Einige Leser werden den Freund aus Friesland kenne, den es vor zwei Jahren erwischt hat, obwohl er 15 Jahre jünger als ich ist. Seitdem halbseitig gelähmt; das Maximum der Bewegung sind ein paar Schritte mit einen Dreifuß-Gehstock. Nach Berlin wird er nie wieder zurückkommen können. Plötzlich, ohne Vorwarnung, von einem Tag auf den anderen. Da wird einem ganz schummrig…

Deep Fake News mal anders: „In einem neuen Schreiben, was WELT vorliegt, äußert sich Ulmens Anwalt nun ausführlicher. „Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“, heißt es dort. „Entsprechende Darstellungen sind falsch.“ Tatsächlich hat das der „Spiegel“ in seiner Recherche auch nicht behauptet. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass es KI-generierte pornografische Darstellungen von Fernandes geben würde. In der Folgeberichterstattung hatten einige Medien berichtet, dass diese möglicherweise auch von Ulmen angefertigt oder verbreitet wurden.“

Das ehemalige Nachrichtenmagazin wird irgendwann behaupten, man hätte gar nichts behauptet.

Miscellaneous:

Rubio sagt, es ginge im Iran auch ohne Bodentruppen. Aber: „The Pentagon is reportedly considering deploying up to 10,000 additional ground troops to the Middle East, according to Department of Defense officials cited by the The Wall Street Journal.“

– Israel wird vermutlich den südlichen Teil des Libanon bis zum Litani annektieren. Gut so, denn die „Regierung“ des Libanon hat weder die Macht noch die Kraft, die Hisbollah von dort zu vertreiben. Das und die Vorgeschichte hatte ich hier schon erwähnt:

„Der Einmarsch der Carmeli-Brigade [im Oktober 1948 im Rahmen der „Operation Hiram”] in den Libanon war das erste Mal, dass die Israelis eine anerkannte internationale Grenze [die von den Kolonialmächten 1923 willkürlich gezogen worden war] überschritten und in einen souveränen arabischen Staat eindrangen.“

– Was macht eigentlich die Baerbock? Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Aber hierzulande ist ja sogar die CDU mit im islamophilen Boot. Man kann nur auf die ferne Zukunft hoffen, die es in der Vergangenheit schon einmal gab.

Stunden später…

backup

Das ist ja wie in alten Zeiten! Der Rechner lief übrigens schon die ganze Nacht. Ich hätte vielleicht einen anderen UBS-Anschluss für die externe Festplatte nehmen sollen… Fragen wir also Hal.

Die entscheidende Zeile in deiner Ausgabe ist diese:
|__ Port 4: Dev 6, If 0, Class=Mass Storage, Driver=usb-storage, 480M
Das bedeutet: Deine externe Festplatte läuft nur mit 480 Mbit/s. Das ist USB 2.0 Geschwindigkeit. Obwohl dein Rechner USB-3 / USB-3.1 / USB-3.2 Controller hat (5000M und 10000M Busse), ist die Platte nicht dort verbunden oder wird nicht als USB-3 erkannt.

backup

Was bedeutet das für Dich?

KI

Ich habe mir den Prompt von ChatGPT schreiben lasse3n: dystopian AI surveillance center reconstructing real identities from anonymous internet conversations, holographic screens with forum threads and usernames, data fragments forming human faces from code and text, glowing connection lines across a global network map, dark cyber intelligence lab, red warning lights, cinematic tech noir atmosphere, ultra detailed, dramatic lighting, volumetric fog, realistic, 8k –ar 16:9 –style raw –v 6

Ich darf das Statement eines Telepolis-Artikels von Matthias Lindner zitieren: „Eine neue Studie zeigt: Künstliche Intelligenz kann pseudonyme Nutzer auf Social Media mit hoher Trefferquote identifizieren. Was bedeutet das für Dich?“

Die Modelle analysierten dabei unstrukturierte Texte – also ganz normale Kommentare und Beiträge – und extrahierten daraus Hinweise wie Interessen, berufliche Details, Schreibstil oder geografische Angaben. Anschließend glichen sie diese Signale mit öffentlichen Profilen auf Plattformen wie LinkedIn ab.

Ein Beispiel der Forscher verdeutlicht das Prinzip: Ein Nutzer schreibt über Schulprobleme und Spaziergänge mit seinem Hund Biscuit durch einen bestimmten Park. Die KI sucht nach genau diesen Details auf anderen Plattformen und ordnet das anonyme Konto mit hoher Sicherheit einer realen Person zu.

In den Experimenten lag die Trefferquote bei bis zu 68 Prozent, die Genauigkeit korrekter Zuordnungen bei bis zu 90 Prozent.

Ich erwäge, auch die hiesigen Nutzer auszuspionieren, damit ich endlich genau weiß, mit wem ich es zu tun habe. Also hört auf, anderswo im Internet über eure Haustiere zu posten – der Mossad, die CIA und sammeln und interpretieren das!

Fehlercode

fehlercodeDiese Meldung bekam ich heute rund zwei Dutzend Male, weil ich meine Eingabemethoden per Browser/PC, per Authenticator-App und sonstwie variiert hatte. Die Datev („Arbeitnehmer“ online, har har) akzepiert ab Anfang März kein Einloggen per SMS-Tan mehr.

Eine halbe Stunde meiner kostbaren Lebenszeit ging dabei drauf. Was die Datev an Usability anbietet, kann man nur als extrem böswillige Nutzerfeindlichkeit bezeichnen. 15 Schritte sind angeblich nötig.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand von der einschlägigen Klientel – zum Beispiel aus der Sicherheitsbranche – überhaupt hinkriegt, vor allem die eingewanderten Bürger und deren Nachfahren, die auch nach mehreren Jahrzehnten in Deutschland immer noch keinen korrekten Satz herausbringen.

Irgendwann kapierte ich zumindest das Problem. Ich hatte noch mein altes Handy ohne Sim-Karte, das ich zuhause natürlich benutzen könnte, weil es sich über mein WLAN einwählt. Eigentlich nur, wenn ich mein normales Handy über Nacht vergessen habe aufzuladen und beim Frühstück kurz surfen möchte. Da war auch noch die Authenticator-App drauf.

Die musste ich erst löschen, und dann noch meinen schon eingerichteten Datev-Account, warum auch immer. Was wäre, wenn ich mein altes Hand nicht mehr gehabt oder es verloren hätte oder es schlicht nicht mehr funktionsfähig wäre? Und darf ich mich nur mit einem Handy authentifizieren? Geht der Trend nicht bekanntlich zum Vierthandy – vor allem bei den Bürgern, die mit minderlegalen Tätigkeiten beschäftigt sind?

Wenn ich schon lese: „Schauen Sie in den Brief, den wir ihnen (vor wie vielen Jahren?) geschickt hatten mit den Zugangsdaten für das Datev-Konto“… Dann krieg ich schon einen Hals.

So wird das nichts mit der Digitalisierung.

Spulenfiepen

laptop

Vielleicht war mein kleiner alter Laptop gar nicht kaputt, vor allem auch deswegen, weil eine SSD-Festplatte gar keine Geräusche macht. Da war ich gedanklich vermutlich noch im letzen Jahrtausend. Ich habe also das Gerät mühsam und vorsichtig aufgeschraubt und mal in die elektronischen Eingeweide geschaut und mich gleichzeitig von der KI über Captive Screws belehren lassen. Innen sah alles reinlich aus.

ChatGPT sagte mir: „Wenn der Lüfter im Dell Latitude 5400 sauber ist und sich leicht und ohne Kratzen drehen lässt, ist es gut möglich, dass das schleifende Geräusch nicht vom Lüfter kommt. Bei diesem Modell gibt es noch ein paar andere typische Geräusche:

Spulenfiepen / Elektronikgeräusche

Das kommt relativ häufig vor, besonders bei Business-Laptops mit Intel Core i5-8365U.

Merkmale:
– klingt wie leises Rasseln, Zirpen oder elektrisches Summen
– verändert sich, wenn der Prozessor arbeitet
– tritt z. B. auf beim Scrollen, Laden von Webseiten oder CPU-Last

Ursache sind kleine Spulen im Spannungswandler auf dem Mainboard. Das ist nicht gefährlich, nur manchmal hörbar.“

Gut zu wissen.

Flaschen und Klauen

bottles

Drei Tage Freizeit. Das bedeutet, alle Computerprobleme lösen zu können, denen man so zwischendurch begegnet ist. Ich habe jetzt Bottles auf allen Rechnern installiert. Das gefällt mir wesentlich besser als Wine und ist auch benutzerfreundlich. Eigentlich brauchte ich das Programm nur auf meinem schmalbrüstigen Ubuntu-Laptop, das ich im Urlaub und auf der Arbeit benutze und auf dem Firestorm für Linux ständig abschmiert. Ich habe die Software für Secondlife dort mit Alchemy ersetzt (nicht zu verwechseln mit Alchemy Linux), das einigermaßen stabil läuft, auch bei lahmer Verbindung.

Ein ungelöste Frage ist immer noch das E-Mail-Programm. Ich schrieb schon im Januar: Ich benutze bekanntlich Thunderbird für Linux, mit der Option des Umstiegs auf Mutt, Claws Mail für Windows (weil das zuverlässig kein HTML anzeigt und auch Attachments sehr sicher handelt; Verschlüsseln geht aber nur auf dem Umweg über Kleopatra) und für Android FairEmail.

Ich wüsste nicht, was es zu Verbessern gäbe, und schon gar nicht mit KI. [Weibliche Stimme in verführerischem Tonfall: „Sie haben zu verschlüsseln vergessen!“] Aber das habe ich auch schon gesagt, als ich noch Crosspoint benutzte.

Jetzt habe ich gar kein Windows mehr und könnte auch Claws Mail überall installieren. Die Kriterien, nach denen normalerweise die Vor- und Nachteile aufgelistet werden überzeugen mich aber nicht: „modern“, „Plugins“, „Erweiterbaurkeit“ – brauche ich alles nicht. Für mich zählt nur: Wie geht das Programm mit HTML um (will ich nicht sehen oder angezeigt bekommen!) und wie viel Stunden wie lange brauche ich, um eine E-Mail zu verschlüsseln?

Mein Laptop meckert mich gerade von der Seite an, mein PGP-Schlüssel sei abgelaufen? Muss ich mal nachsehen. Man hat ja sonst nichts zu tun….

Kriterium Thunderbird Claws Mail
Zielgruppe Komfortorientierte Nutzer, die eine vollständige Mail-Suite mit vielen Funktionen möchten. Minimalisten und Power-User, die einen schnellen und schlanken Mailclient bevorzugen.
Funktionsumfang Sehr umfangreich: E-Mail, Kalender, Kontakte, RSS, Add-ons. Basisfunktionen für E-Mail, erweiterbar über Plugins.
Benutzeroberfläche Modern und relativ benutzerfreundlich. Klassisch und technisch, wirkt teilweise veraltet.
Ressourcenverbrauch Relativ hoch im Vergleich zu minimalistischen Clients. Sehr gering, ideal für ältere Rechner oder schlanke Systeme.
Geschwindigkeit Solide, aber nicht besonders schnell beim Start. Sehr schnell beim Starten und Arbeiten.
Erweiterbarkeit Viele Erweiterungen und große Entwickler-Community. Plugins vorhanden, aber deutlich weniger als bei Thunderbird.
HTML-Mail Voll unterstützt. Teilweise eingeschränkt, oft über Plugins.
Eignung für Ubuntu Standard-Mailclient vieler Linux-Distributionen. Beliebt bei Linux-Power-Usern und Minimal-Systemen.

ChatGPT: „Hier ist ein praxisnaher Vergleich von Mozilla Thunderbird und Claws Mail unter Ubuntu/Linux. Beide sind freie Open-Source-Mailprogramme, verfolgen aber sehr unterschiedliche Konzepte: Thunderbird ist eine umfangreiche Mail-Suite, Claws Mail ein extrem leichtgewichtiger, schneller Client.“

image_pdfimage_print

Older entries