Zensur burks.de

zensur

Aus gegebenem Anlass (gestern): die Domain burks.de (bzw. burksblog.de) ist sehr oft gesperrt bzw. wird zensiert. Nur einige Beispiele außer dem obigen: Vivantes Klinikum am Urban, Vodafone, Ullsteinhaus Berlin (bei Weiterbildungen für Journalisten!), Flughafen Kingston; Ontario, Kanada, Scansafe. Auch in öffentlichen Bibliotheken in Berlin habe ich schon gesehen, dass meine Domains angeblich „jugendgefährdend“ seien oder hate und discrimination verbreiteten.

Es gibt viele Wege, diese Zensur zu umgehen.

→ Mit dem Tor-Browser surfen (für alle Betriebssysteme)

VPN benutzen (vgl. für den Router Fritz!Box VPN-Verbindung zur FRITZ!Box unter Windows einrichten, VPN-Verbindung zur FRITZ!Box unter Apple macOS einrichten, VPN-Verbindung zur FRITZ!Box unter Linux einrichten),

JAP bzw. JonDonym nutzen.

By the way: Die Liste „jugendgefährdener Medien“ der so genannten Bundesprüfstelle ist natürlich geheim. Deutschland ist bekanntlich Zensurweltmeister, auch via Google.

Fuck you, Time Magazine!

time magazine

Ich wollte das Interview im „Time Magazine“ mit Katie Bouman (da ist eine Schiefertafel im Hintergrund!) lesen. Ohne sie gäbe es kein Foto des Schwarzen Lochs. Ohne Javascript komme ich auch nicht weiter. Also lese ich lieber woanders.

Nemo tenetur se ipsum accusare

Sueddeusche.de: „Bislang gibt es in Deutschland keine Rechtsgrundlage dafür, Verdächtige zu zwingen, ihre Passwörter zu verraten. Dafür sorgt der sogenannte nemo-tenetur-Grundsatz. Er besagt: Niemand ist verpflichtet, aktiv an einem Ermittlungsverfahren gegen sich selbst mitzuwirken. Zudem hat jeder Beschuldigte das Recht, zu schweigen. Deshalb ist Beugehaft zur Herausgabe von Informationen bisher auch nur in extremen Fällen und nur gegen Zeugen möglich, nicht aber gegen Beschuldigte. Das soll sich nun ändern.“

Fefe nennt das zu Recht „die nächste Iteration des immer faschistischer anmutenden Polizei-„Sicherheits“-Gesetzes“.

Was ist, wenn jemand sein Passwort wirklich vergessen hat? Wird er dann demnächst gefoltert?

Digitales Vermummungsverbot

Die Süddeutsche und Heise berichten, dass in Österreich der Klarnamenzwang für Postings in Foren und Newsgroups eingeführt werden soll.

„Die User können demnach weiter unter Pseudonym posten, doch die Plattformen müssen die Identität der Nutzer kennen und sie gegebenenfalls an Strafverfolgungsbehörden herausgeben.“

Natürlich ist der Vorwand für den Zensur und Kontrolle der berühmt-berüchtigte Hass „im Internet“, ein Gefühl, das seit einigen Jahren in den deutschen Medien als Textbaustein präsent ist.

In Deutschland stünde vermutlich § 13 des Telemediengesetzes dem entgegen.
Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist.

Im Heise-Forum zitiert jemand:
Eine Beschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit auf Äußerungen, die einem bestimmten Individuum zugeordnet werden können, ist mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht vereinbar.
Weitergehend:
Die Verpflichtung, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen, würde nicht nur im schulischen Bereich, um den es im Streitfall geht, die Gefahr begründen, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine Meinung nicht zu äußern. Dieser Gefahr der Selbstzensur soll durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entgegen gewirkt werden (vgl. Ballhausen/Roggenkamp K&R 2008, 403, 406).

Wird Tor illegal?

Heise: „Kaum hatte das Innenministerium ein generelles Verbot des Darknets gefordert, beschloss der Bundesrat eine Gesetzesvorlage zum Verbot von Darknet-Diensten und eine Lockerung des Briefgeheimnisses. (…) Es müsste also erst im Einzelfall geklärt werden, ob ein Zweck oder eine Tätigkeit darauf ausgerichtet ist, Tätern das Leben zu erleichtern – bis dahin fallen praktisch alle Tor- und VPN-Dienste unter Generalverdacht.“

Ich empfehle auch die Lektüre der Kommentare.

Unleash your inner geek!

android terminal emulator

Ich musste mir ein neues Smartphone kaufen, weil das alte schon manchmal nicht mehr starten wollte. Ich habe mir etwas gegönnt.

Mit Samsung Smart Switch konnte ich (fast) alle Inhalte und Apps problemlos von einem Handy auf das andere beamen (und natürlich habe ich Smart Switch anschließend gelöscht – vgl. einen Blick auf die Rechte via Permission Friendly Apps).

Ich werde mich bemühen, nur noch Apps via F-Droid zu installieren. Gerade rücke ich den Innereien mit dem Android Terminal Emulator zu Leibe. Hihi.

Friendly Apps (mit und ohne Google)

f-droidpermission friendly apps

Ich habe mir das Sonderheft c’t Android gekauft und auf meinem Smartphone, das mit dem Betriebssystem Android läuft, herumgestöbert.

Von den Tipps zur Sicherheit wusste ich alles schon, und „seien Sie misstrauisch“ muss man mir nicht sagen. Appelle an Gefühlszustände fruchten eh nie etwas.

text fairy

Ich möchte aber ein paar sehr interessante Apps bzw. Features empfehlen. Der obige Screenshot stammt von der App Textfee (OCR Text Scanner, werbefrei). So etwas hatte ich schon lange gesucht. Links das Foto des Textes, rechts das Ergebnis des Scans. Ganz erstaunlich, und die App soll zahllose Sprachen (muss man sich einzeln herunterladen) und sogar Fraktur können.

Dass „Google“ und „Privatsphäre“ ein Oxymoron sind, dürfte dem hiesigen Publikum ebenso bekannt sein. Es gibt eine Alternative zu Google Play Store – der App Store F-Droid.

Wenn ich „neue Paketquellen“ installieren höre, zucke ich normalerweise zusammen. Was soll ein dümmster anzunehmender einfacher User dazu sagen? Es ist aber überraschenderweise kinderleicht. (Eine verständliche Anleitung gibt es bei mobilsicher.de).

Mein Tipp im Dreierschritt:
– Man muss die „Installation aus unbekannten Quellen“ erlauben (Ich habe eine alte Version und musste fummeln: Benachrichtigungen – erweitert – (Installation per) Chrome erlauben – und danach wieder zurücknehmen!)
F-droid.org mit dem Browser aufrufen und F-Droid herunterladen und installieren,
– der Rest ist selbsterklärend per Klick. (Ganz oben Screenshots aus dem Menü von F-Droid.)

Noch etwas: Wer den Google Play Store weiterhin nutzt (wie ich), sollte sich die App Permission Friendly Apps ansehen. „What are the applications you have installed that you have given the most permissions? What are the applications that are most respectful of your personal data and less potentially dangerous?“ Ich habe gleich ein paar Apps deinstalliert.

Die digitale Enzyklopädie als Kampfinstrument [Update]

Ich verlinke schon seit längerer Zeit fast nie mehr auf das deutschsprachige Wikipedia. Meine Zweifel fingen nicht schon seit der Zeit an, als ich versuchte, den Eintrag zum Nibelungenlied zu verbessern – und an der Ignoranz des mir unbekannten Verantwortlichen scheiterte.

Aktuell heben Fefe und Telepolis etwas zum Thema:. „Wikipedia an der Propagandafront gegen Historiker“.

VPN [solved]

vpn

Ich habe mein VPN-Problem gelöst. Es gab zahllose Variablen, die zu beachten waren. Wichtig: Beim Einrichten – wenn auf der Fritzbox VPN schon läuft – muss man unter Linux OpenVPN wählen. Bei mir jedenfalls funktioniert alles andere nicht.

Mint it!

linux mint

Ich bin mit meinem kleinen Netbook jetzt auf Linux Mint umgestiegen. Ein Unterschied zu Ubuntu ist kaum feststellbar.

Linux Mint scheint mir sehr aufgeräumt und in Details benutzerfreundicher. Ich sehe aber bis jetzt keinen Grund, mit allen Rechnern zu wechseln

Das ist jetzt nicht dein Ernst, Linux, oder?

backup

Backup auf eine externe Festplatte (hidden volume mit Veracrypt)

VPN

Falls hier Linux-Spezialisten mitlesen, die sich mit VPN auskennen: Ich habe ein Problem, was ich nicht lösen kann.

Fuck the Manual, gebildete kleinbourgeoise Batteriehühner, miscellaneous

renkforce

Das Bildungsbürgertum ist weder gebildet noch bourgeois. Bildungsbürger sind ambitionierte Kleinbürger, Ärzte, Rechtsanwälte, Studienräte und ihre Gattinnen, die durch Tischdekoration und Konzertbesuch vom ordinären Pöbel sich abzuheben mühen. (Hermann L. Gremliza: Haupt- und Nebensätze, 2016, nicht mehr bei Suhrkamp)

Man muss das schmale Buch nicht lesen, auch wenn man Gremlizas Schreibe liebt. Scharfsinnige Aphorismen konnte Lichternberg in den Sudelbüchern besser – immer noch unerreicht und intellektuell brilliant.

Apropos bildungsgebürgert: Ich habe mir ein Renkforce Internet Radio per Lustkauf zugelegt, weil ich nicht immer ein Tablet oder Netbook oder Laptop von einem Zimmer ins andere oder gar in die Dusche schleppen wollte.

Der Plan war gut, aber hat schon einmal jemand versucht, mit einem Rädchen sowohl ein Menü zu bedienen oder ein 20-stelliges WLAN-Passwort einzugeben, wenn nicht nur das komplette Alphabet in Groß- und Kleinschreibung samt Sonderzeichen und Zahlen jedes Mal zur Auswahl steht? Ein VPN-Zugang für Linux einzurichten ist gar nichts dagegen. Man braucht eiserne Nerven oder gar keine. Stunden später usw…. (Die Assoziation zum Vorherigen: Da läuft gerade Klassik.)

Warum ich das hier schreibe? Auch darauf einen Gremliza:
Daß alles gut sei, solange man die Nachricht sorgfältig vom Kommentar trenne, lautet ein Glaubenssatz des Journalismus. Als sei nicht die Nachricht selber, durch Auswahl aus Hunderten anderer, durch Betonung diesen Aspekts und Vernachlässigung jenes, so zuverlässig von Meinung befallen wie ein Batteriehuhn von Salmonellen.

By the way: Gestern war World Hijab Day, wer auch immer sich diesen Quatsch für Relgiot*_/Innen ausgedacht hat.

no Hijab
Credits: Ensaf Haidar

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. (…) Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist. (Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, 1843/44 – immer noch der beste und prägnanteste Text über Religion, den es gibt – gehört zum Bildungskanon jedes vernunftbegabten Menschen.)

CYBER INTELLINGENCE OPERATIONS

Ich lach mich schlapp. Das Cyberdings des BKA hat ein Logo – nur echt mit Tippfehler! (via Fefe)

Tuxedo! [Update]

tuxedo

Es wurde Zeit, den endgültigen Abschied von Windows ein wenig zu forcieren. Ich hatte schon vor zwei Jahren über das unüberwindbare UEFI meines Laptops mit Windows 10 gejammert. Man kann dort kein Linux installieren (lasst jetzt besserwisserische Kommentare bitte weg!). Ausserdem ist es rund zehn Jahre als, es klappert schon ein wenig und es fallen Aussenteile ab. Bei Vorträgen macht es sich ausserdem nicht gut.

Also habe ich jetzt mein Zurückgelegtes verballert und mir ein Tuxedo-Notebook vom Feinsten zugelegt. Wenn schon, denn schon.

1 x TUXEDO Book BC1707 – 17,3″ matt Full-HD IPS +
Intel UHD Grafik + bis Intel Core i7 Six-Core +
bis zwei HDD/SSD + bis 32GB RAM 1.164,00 EUR
– Full-HD (1920 x 1080) IPS-Panel matt
– 16 GB (1x 16GB) 2666Mhz Samsung
– Intel Core i5-8300H (4x 2.30-4.00 GHz
Quad-Core, 8 Threads, 8 MB Cache, 45 W TDP)
– 1000 GB Samsung 860 EVO (M.2 SATAIII)
– 1000 GB HDD (Seagate Pro / 7.200 rpm / 2,5″)
– integrierter Grafikchip
– DEUTSCH (DE-DE) beleuchtet mit TUX Super-Taste
– Intel Dual AC 8265 & Bluetooth (M.2 2230)
– Ubuntu 18.04 LTS 64Bit
– ohne Windows
– 24 Monate / 2 Jahre Garantie

Jetzt mögen die Evangelisten der jeweiligen Betriebssysteme schweigen: Ein Netzwerk einzurichten oder VPN geht mit Windows (und letzteres mit Android) leichter. Dafür ist alles andere mit Linux besser – und kostenlos. (Ich schaffe es weder mit meinem Linux-netbook noch mit dem neuen Laptop, mich in mein VPN der eigenen Fritzbox einzuloggen, obwohl ich alle Manuals und Forenbeiträge zum Thema meine gelesen zu haben.)

Erster Eindruck: Totel chic. Es hat zwar acht Tage gedauert, bis ich es erhielt, aber das ist vermutlich nicht die Schuld von Tuxedo. Dafür gibt es einen USB-Stick, Kugelschreiber und allerlei Kleinteile zusätzlich, neben der üblichen Linux-Propaganda in Poster- und Zeitschriftenform. Ist aber nett.

Ich habe einen ganzen Tag gedröselt. Es war wie das Auspacken von Weihnachtsgeschenken.

Ich glaube immer noch nicht, dass ein Einsteiger ohne fremde Hilfe mit Linux klarkommt, sobald man die ausgetretenen Pfade verlassen muss. Wo ist zum Beispiel bei Ubuntu 18.4 der Arbeitsflächenumschalter? War früher besser.

Wieso ist meine Shell in Englisch? Wieder fünf Minuten fummeln. Dafür aber dieses Mal kein Problem mit WLAN.

Das Allerbeste: Der Linux-Client für Second Life funktioniert jetzt wunderbar – ich nehme aber nicht den offiziellen, sondern Firestorm. Aber auch damit bin ich schon wieder eine marginale Randgruppe, ein Gefühl, das ich seit mehr als 60 Jahren kennen und lieben lernte.

Sagt mal, Tuxedo: Wieso schickt ihr mir Treiber und das Handbuch auf CD, wenn das Laptop gar kein CD-Laufwerk besitzt? Sehr witzig. Habt ihr geraten, dass ich hier mehrere Rechner habe? Schon gut, ich kaufe mir ein externes Teil… Darauf einen 16 Jahre alten Lagavulin!

[Update] Dann wollen wir mal die Kiste ausreizen!

tuxedo

Bananenrepublik, reloaded

frauen in parlamenten

Deutschland ist nicht nur digital ein Entwicklungsland, sondern auch bei der Emanzipation.

On the Rails

travelling

Eine Live-Version von Eric Claptons I Shot the Sheriff (besser als Bob Marley) im Kopfhörer Ohr. Die Landschaft huscht wie ein grauer Strich vorbei, jetzt ist zwischen den Wolkenfetzen sogar ein Himmel zu sehen, der blau und kalt Brandenburg Hannover die Pampa überwölbt. Meine Stimmung hebt sich merklich. Der ICE ist sogar pünktlich auf dem Weg nach Köln Düsseldorf.

Sorry für den Windows-Bildschirm! Vielleicht kann mir jemand ein gutes 17-zölliges Laptop (auch für Gamer geeignet) mit vorinstalliertem Linux empfehlen? Das ist mein nächster Wunsch, falls ich zeitnah etwas Geld ausgeben will.

Cyber-Alarm oder: Die Russen kommen (nicht)

p0rn
Screenshot: Bild online 07.01.2019

Das Bildblog schreibt über die Lügenpresse und „Scoops“, die keine waren.

Jehova ist nicht im Internet

p0rn
Symbolbild

Kleine Aufgabe für das Publikum in Sachen Medienkompetenz: Ist die These, alles drehe sich im Internet um Pornografie, wahr, und ist die Website Netzsieger.de seriös? Und wenn ja, warum nicht?

Beim Frühstück gelesen ein hübscher Kommentar in der NZZ über den Parteichef der Grünen, Robert Habeck, der seinen Abschied von Twitter und Facebook verkündet hat:
Schliesslich fragt man sich, ob jemand, den ein paar Tweets nach eigenem Bekunden so aggressiv machen, dass er das ganze Medium meiden muss wie ein Trinker die Flasche, politische Verantwortung tragen sollte. Har har.

Mit Medien hatte der Mann ohnehin schon öfter Probleme.

Die Zeit dazu: „…die vielen Falschmeldungen und Halbwahrheiten, die auf den ersten Blick von seriöser Information kaum zu unterschieden sind – das alles gab es in dieser Weise in den Vorinternetzeiten nicht.“

Das, mit Verlaub, ist Unfug. Ich weiß nicht, wie es den medienaffinen Leserinnen und socialmediaabgebrühten Lesern dieses kleinen Blogs geht, aber ich kann „Falschmeldungen und Halbwahrheiten“ fast immer erkennen, auf den ersten Blick, ganz gleich, wo sie lauern, offline oder online. Vielleicht braucht es dazu eine gewisse Bildung oder auch ein Wissen, an dem es vielen, die sich Journalisten nennen, vermutlich gebricht. Ihr könnt mich gern arrogant nennen.

Die Idee, Politiker zu bezahlen, dass sie in den so genannten „sozialen Medien“ einfach mal das Maul halten, finde ich aber nicht schlecht.

Die Grünen sind übrigens nicht „links“, daher ist die Worthülse „links-grün“, die bürgerliche und kleinbürgerliche Texbausteinfacharbeiter gern gebrauchen, ein schlechtes Oxymoron.

Qualitätshackjournalismus, reloaded [Update] [2. Update] [3. Update]

hacker

Ihr erwartet hoffentlich nicht, dass ich zu der gerade durch alle Dörfer gejagten Sau „Hacker-Angriff“ etwas sage? Nach den ersten Zeilen habe ich alles in die Rubrik „Volksverdummung“ eingetütet. Viel Rauch um nichts.

Guckst du hier beim Qualitätsjournalismus:

„Ist noch unklar“ – „offenbar“ – „unklar, wo Daten abgegriffen wurden“ – „rätselhaft“ – „was es unwahrscheinlich erscheinen lässt“ – „Vielmehr scheint es“ – „sind die Dokumente zum Teil mehrere Jahre alt“ – „angeblich“ – „der Betreiber soll sich“ – „ist noch völlig unklar.“

Dann gibt es noch den unvermeidlichen Artikel mit dem ebenso unvermeidlichen „So schützen Sie sich….“

„Jedes System kann geknackt werden.“ Falsch. Veracrypt ist nicht zu „knacken“ oder „hacken“. Und noch viel mehr. PGP auch nicht.

„Seien Sie vorsichtig mit E-Mail-Anhängen: Ransomware wird gern über E-Mail-Anhänge eingeschleust, die sich als harmlose Word-Dokumente tarnen.“ Ach. In welchem Jahrhundert? Ich habe gar kein Word. By the way, Word? Das wusste schon Tony Blair.

„Auch ein Back-up kann entwendet werden“. Wer hätte das gedacht? Vor allem meine externen Festplatten mit Hidden Volumes. Da werde ich jetzt noch mehr drauf aufpassen.

„Auch ein Virenschutzprogramm hilft“. Bullshit. Oder warum sollte ich Schlangenöl für Linux einsetzen? Auch meine Windosen haben so etwas nicht.

„Geben Sie Ihre Daten nicht überall an“. Danke. Gut zu wissen. Wäre ich nicht von allein drauf gekommen.

„Behalten Sie den Überblick: Wie viele Computer haben Sie zu Hause, welche Geräte hängen am Internet?“ Ich habe gerade noch mal nachgezählt. Und was macht eigentlich mein Toaster?

„…wenn sich herausstellen sollte, dass eine ausländische Macht hinter den Vorgängen stecken könnte.“ Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Putin oder die Chinesen.

Wer so einen gequirlten Unsinn verzapft, gehört… Ach was, ich wollte mich heute nicht aufregen. Ich vermute, dass ich auch an die besagten Daten gekommen wäre, wenn ich mich angestrengt hätte.

[Update] Telepolis: „Mit völlig übertriebenen Bedrohungsszenarien soll eine Gefahr suggeriert werden.“
[2. Update] Jetzt ist es plötzlich kein „Hacken“, sondern Doxing. Wenn wir noch ein bisschen warten, wird sich vermutlich alles in Luft auflösen.
[3. Update] Das ging ja schnell. „Den Ermittlungen zufolge handelt es sich um einen Einzeltäter. (…) Dabei handelte es sich in vielen Fällen um frei zugängliche Informationen wie Festnetz-Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.“ So berichten die Qualitätsmedien. Tztz.

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