German Privacy Fund

Unser Verein German Privacy Fund ist laut Bescheid des Finanzamts für Körperschaften vom 26.03.2014 gemeinnützig. Wir können also Spendenquittungen ausstellen.

Actioncam

Manchmal ist der Polizei-Ticker in Berlin Anlass zur Schadenfreude: „Der zivile Videowagen der Polizei Berlin war einem Autofahrer gestern Abend offensichtlich zu langsam, so dass er das Polizeifahrzeug mit weit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Berliner Stadtring rechts überholte…“ Den Rest kann man sich denken. Muahahaha.

Im BKA-Sumpf

Die FAZ über die Versuche des BKA, dessen eigene Kindepornografie-Affäre zu vertuschen und zu entsorgen: „Es gibt, über Fraktionsgrenzen hinweg, Abgeordnete, die nicht an so viele Zufälle glauben wollen. (…) Wir haben dem Bundeskriminalamt Fragen zu all diesen Merkwürdigkeiten gestellt. Der Pressesprecher lehnte es ab, sie zu beantworten.“ Lesenswert.

Krav Maga

Krav Maga – neue Website, die Trainingszentren in Berlin findet man hier.

Verstärkte Routineoperationen im Bündnisgebiet

Bundeswehr in der Ukraine

Deutsche Soldaten bei Routineoperationen im Bündnisgebiet bei Lwiw (Lemberg)

„Nach längeren internen Debatten hat sich die Bundesregierung nach Informationen des SPIEGEL bereiterklärt, die osteuropäischen Mitgliedstaaten der Nato militärisch zu unterstützen. Deutschland werde sich, wo immer es sinnvoll sei, an verstärkten Routineoperationen im Bündnisgebiet beteiligen, heißt es aus dem Umfeld von Außenminister Frank-Walter Steinmeier.“

Bundeswehr in der Ukraine

Deutsche Soldaten werden insbesondere von Anhängern der Partei „Svoboda“ in der Ukraine herzlich begrüßt.

„Die Bundeswehr könne die Partner dort stärker unterstützen, wenn dies politisch so entschieden werde, sagt eine Sprecherin von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Geprüft würden etwa zusätzliche Awacs-Aufklärungsflüge über Rumänien und Polen sowie eine Beteiligung an einem Nato-Marinemanöver in der Ostsee.“

Bundeswehr in Baltikum

Deutsche Kradmelder bei einem Manöver im Baltikum.

„Das deutsche Außenministerium sieht nach SPIEGEL-Informationen nun den Beginn einer grundlegenden strategischen Debatte über die Konsequenzen für die Nato aus dem neuen Konflikt mit Russland.“

Lebenszeichen oder: Ein Recht auf eine zweite Chance

„DAß eine produktion möglich ist, in der wenigstens über Banken und Großkonzerne nicht länger privatkapitalistisch verfügt werden konnte, daran hörte ich nicht auf zu glauben (…). Ich hielt fest an dem, was ich bei meinem Lehrer (..) gelernt hatte. Nämlich daß der dialektische Materialismus die Natur der Dinge selbst, beziehungsweise ihre Zusammenhänge, allein nicht erklärt. Er ist nur ein Modell, ein Arbeitsmodell, das wir uns machen, um gewisser Phänomene und Zumutungen Herr zu werden; wie die Religionen es waren, die Kirche, der Kapitalismus, das Dezimalsystem, die Kausalität. Aber eben als solches hat der Sozialismus ein Recht auf eine zweite Chance, Bedenkt man, wie viele andere Modelle immer wieder scheiterten und noch heute scheitern und trotz ihrer ungeheuren Opferzahlen immer wieder ins Geschäft gebracht wurden und werden.

Ich dachte: Es ist egal, wenn der Kapitalismus uns nach Art einen dritten Kriegs ein drittes Mal an die Wand fährt. Du wirst es nicht mehr erleben. Aber wir wurden immer weniger. (…)

’89 gaben die letzten Kommunisten, die von Hitler und Stalin am leben gelassen worden waren, ihr Experiment rechtzeitig auf. Jetzt irgendwann und nicht erst nach dem Dritten Weltkrieg würde sich die Chance ergeben, es noch einnmal und besser, damit zu versuchen. Und ein drittes Mal. Vielleicht in hundert Jahren. Daß der Kapitalismus, wenn er sich aus den ihm verdankten Massengräbern wieder erhob, immer nur wieder zum gleichen Ende kam, ungeheurer Reichtum auf der einen, wachsende Armut und Hungerlöhne auf der anderen Seite, und das selbst in den reichsten Ländern, daß sie’s am Ende doch noch begriffen, die armen Leut.'“
(Hermann Peter Piwitt: Lebenszeichen mit 14 Nothelfern, Wallstein-Verlag)

Westliche Obession

„‚Es ist verwunderlich, mit welcher Besessenheit westliche Staatenlenker immer wieder erläutern, Russland sei international isoliert‘, sagte Lawrow.“

Echtzeitjournalismus

Frank Schirrmachen in der FAZ: „Es gibt heute keine Journalisten, die, um Karl Kraus zu zitieren, ihre „Feder in Blut tauchen und ihre Schwerter in Tinte“. Stattdessen entsteht eine permanente Echtzeit-Erzählung, in der das Herz gleichsam unablässig im Kriegs- und Erregungsmodus schlägt. Formal ist nicht zu unterscheiden, ob es um Uli Hoeneß, den Konflikt auf der Krim oder den heroischen Verteidigungskampf von Ritter Sport gegen die Sanktionen der Stiftung Warentest geht.“

Chapeau!

Vgl auch Feynsinn: „Claus Kleber, Held journalistischer Arbeit“.

Ein Stück Rixdorfer Geschichte geht verloren

scatter the old world

Traurige Nachricht: Meine Stammkneipe schließt im Juni endgültig – das „Stumpfe Eck“ am Böhmischen Platz in Rixdorf, auch bekannt als Berlin-Neukölln. Die Vermieter des Hauses wollen dort auch keine Gastronomie mehr haben. Es bleibt uns also immerhin eine neue Veganerfraß-Neue-Mittelschichten-Bude erspart.

Neulich sagte mir jemand im im Red Lion (vgl. hier, auch in Laufweite), Leute mit Laptops seien dort nicht gewollt. Man sei ja kein Café. WLAN haben die dort auch nicht, aber einen Fratzenbuch-Eintrag. Nein, da muss ich nicht hin, auch wenn da nette Frauen herumlaufen. Dann schon lieber eine waschechte Rixdorfer Proletarierkneipe mit allem, was dazugehört – und 24 Stunden geöffnet. Nur auf die dämlichen Spielautomaten könnte man verzichten – aber die bringen wohl einen großen Teil der Miete rein.

Die Preise der „Stumpfen Ecks“ kann man auch nicht toppen: Ein großes Bier zwei Euro, und einen Glengrant für 2,50 – da zahle ich vermutlich in Charlottenburg das Doppelte. In Neukölln muss es so billig sein, sonst kommt eben niemand. Die Preise, die Studenten freiwillig zahlen, können Arbeiter eben nicht aufbringen. Die Klassenfrage spürt man auch beim Bier.

Die B-Lage wäre eine Alternative, aber die sind mir zu spießig und politically correct, der gefühlte linke Veganer-Mainstream tropft dort permanent von den Wänden. Außerdem spielen die fast immer extrem grauenhafte Techno-Mucke. Ich halte das „Linke“ dort nur für eine bequeme und zeitweilige Attitude der studentischen Gäste. An ihren Liedern sollt ihr sie erkennen…

Im „Stumpfen Eck“ gab es hingegen alles, und die Gäste konnten sich was wünschen, wenn die Tresenkraft guter Laune war. Man musste zwar ab und zu deutsche Schlager ertragen, aber dafür gab es hinreichend Hardrock, von Creedence Clearwater Revival (die Lieblings-Band meiner Jugendzeit) über die Rolling Stones bis ACDC und noch härteren Sachen. Auch Pink Floyd, Gary Moore und vergleichbare Ohrwürmer. Ich kann mich noch erinnern, als wir einmal im „Stumpfen Eck“ unter Freunden (ausschließlich Politik- und Computer-affine Leute) unter uns waren, früh am Morgen, dass wir uns die Brandenburgischen Konzerte gewünscht habe – und auch bekamen. Das hatte was.

Scatter the old world!

scatter the old world

Teufelspakt für die Ukraine

Sehr interessanter Artikel bei Zeit online über die Ukraine: „Schon in den Weltkriegen setzte sich Deutschland für die Unabhängigkeit des Landes ein. Das macht Russland misstrauisch.“

Unter gesichtzeigenden Kapuzenpulliträgerinnen

Kapuzenpulli

Immer, wenn die Masse oder die, die sich für relevant halten, zur Solidarität aufrufen, denke ich an Lichterketten und bin missgestimmt. Es fällt mir aus zahllosen Gründen schwer, das zu tun, was man von mir verlangt, wenn es alle tun. Ich tu meistens das Gegenteil, und sei es nur aus Neugierde, was dabei herauskommt. Sagen wir mal so: Wer mir dumm kommt, dem komme ich dümmer zurück. Die Welt sei ein Chaos, heißt es im Zen, und der wahre Weise verhalte sich dementsprechend.

Dummerweise wurde zur Solidarität mit einem Kollegen aufgerufen, der mich einmal dumm angemacht hat und den ich in bestimmten Dingen für ahnungslos halte und das auch geschrieben habe. So etwas tut man in Deutschland nicht: Man kritisiert keine Kollegen. Wer dagegen verstößt, wird sozial geächtet. Das ist mir jedoch schnuppe – das ging mir schon mit Zeit online so, warum nicht auch mit sueddeutsche.de… „Gemeinden“, auch netzige, waren mir schon immer ein Gräuel.

Ich schrieb am 07.08.2013 in Telepolis über die mangelnde Bereitschaft vieler Journalisten, ihre E-Mails zu verschlüsseln:
Die erstaunlichste Antwort gibt jedoch Stefan Plöchinger, der Chefredakteur von Sueddeutsche.de: „Nachdem inzwischen alle Sicherungssysteme geknackt werden können, wie der einschlägigen Presse zu entnehmen ist, wollen wir unseren Nutzern nicht falsche Sicherheitsgefühle durch Kommunikation einer vermeintlich sicheren Methode geben. Deshalb auch haben wir keinen anonymen Briefkasten etc. Nur analoge Kommunikation kann halbwegs gesichert werden.“
Das darf getrost bezweifelt werden, demonstriert aber die eher einfach gestrickte Gedankenwelt, in der sich viele „Entscheider“ bei den deutschen Medien bewegen, wenn es um Sicherheit in der elektronischen Kommunikation und um Konsequenzen geht.

Stefan Plöchinger, 37 Jahre alt, und, wenn man den Medienberichten glaubt, „Teil der Netzszene“, bezeichnete meinen Text auf Twitter als „selten dämlich“, und ich hätte „null Erfahrung“.

Das ist natürlich eine gewagte These, weil ich schon meine E-Mails verschlüsselt habe, als Stefan Plöchinger gerade mal 19 Jahre alt war. Man merkt die Absicht, zu diffamieren, und ist verstimmt.

Plöchinger

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schrieb jüngst etwas hämisch über den Plan, Plöchinger in die Chefredaktion der „Süddeutschen“ aufzunehmen, was der dort zu suchen habe? Es spräche nichts dagegen, einen „Internetexperten in die Führungsriege der Zeitung“ aufzunehmen, man frage sich aber auch, ob es nicht sinnvoll sei, einen „Journalisten“ in die Chefredaktion zu holen?

Für mich ist ein „Internetexperte“ nicht jemand, der gefühlt der bräsigen „Netzgemeinde“ angehört, sondern jemand, für den das Expertentum erst beim Verschlüsseln der E-Mails beginnt. Plöchinger gehörte im letzten Jahr eben nicht in diese Riege, deshalb verstehe ich das Rauschen und Raunen im Netz-Feuilleton nicht: „Auf die Kolumne folgte eine Welle der Empörung: Online-Journalisten von stern.de, taz.de und Co. verbreiten Kapuzenpulli-Selfies als Zeichen der Solidarität mit Plöchinger.“

Wer „Selfie“ schriebt, trägt Kapuzenpullis oder wie?

The European meint: „In der Diskussion um Plöchinger offenbart sich ein großes Problem des deutschen Journalismus: Es gibt eine ganze Generation von Journalisten, die nicht willens oder nicht in der Lage sind, sich mit dem Internet auseinanderzusetzen.“

Aha. Hier ist wohl die Generation Facebook unter den Journalisten gemeint, die E-Mails nur als Postkarte schreibt und Kommunikation mit Twittern verwechselt? Ich fühle ich gar nicht angesprochen. Aber einen Kapuzenpulli trage ich gleichwohl, manchmal jedenfalls.

Unter Aussendienstmitarbeitern

Werben & Verkaufen: „Verdacht auf Schleichwerbung: Wofür das „Handelsblatt“ 5000 Euro nimmt.“
„Sie schlagen die Zeitung auf und können gar nicht anders als direkt rechts oben das Foto anzuschauen“, preist der VHB-Vermarkter die Platzierung an. Das Format funktioniere „hervorragend, da es sich redaktionell absolut harmonisch in das Handelsblatt integriert und somit als als Beitrag der Redaktion wahrgenommen wird“. Nach einem halben Jahr könne man zusätzlich auch im Rahmen eines „Unternehmensporträts“ in der „Handelsblatt“-Schwester „Wirtschaftswoche“ erscheinen – für insgesamt 10.900 Euro.“

Muahahahaha. „Die Märkte“ werden sich freuen.

Drei Damen und nicht aufgeben?

chess

Zugegeben, ich wollte nur diejenigen austricksen, die im RSS-Feedreader diese Überschrift lesen und dann schnell hierher kommen…

Man sollte ja nie aufgeben, auch nicht bei drei oder mehr Damen – außer beim Schach. Da wird es nur peinlich. Das fiel meinem Gegner dann doch auf, als ich einen Zug vor der dritten Dame war, und er streckte endlich die Waffen.

Rarius Yuroki

Rarius Yuroki

Da ich schon mein Bild hier erneuert habe, können jetzt die wohlwollenden Leserinnen und die geneigten Leser entscheiden, ob ich im realen Leben oder virtuell die bessere Figur mache. Hier mein „goreanischer“ Avatar Rarius Yuroki, Kaufmann, Banker und ehemaliger langjähriger Ubar (Warlord).

Auf einem der unzähligen Blogs über Gor lesen wir: „The Gorean term for a Warrior is ‚rarius‘ and the plural form is “rarii.” A rarius denotes any type of Warrior and not just a member of the Warrior Caste.“

Auf dem Rücken trägt mein Avatar zwei Schwerter und eine Armbrust, von der der Knauf zu sehen ist. Unter der Kapuze hat der Avatar Dreadlocks – nur der Vollständigkeit halber. Und um den Arm einen Ring mit meinem Wappen – zwei goldene Löwen auf rotem Grund.

Neues Bild

Ich habe mich doch entschlossen, jetzt ein anderes Bild von mir zu präsentieren, das vorherige war schon mehr als zehn Jahre alt. Dieses stammt auf dem Jahr 2013.

Kanzlerin schließt Krieg mit Russland nicht aus

Spiegel online: „Die Kanzlerin bekräftigte, dass keine militärische Lösung des Konflikts mit Russland angestrebt werde. Allerdings bestehe eine Beistandsverpflichtung gegenüber den osteuropäischen Mitgliedstaaten der Nato. ‚Das ist eine Selbstverständlichkeit‘, sagte sie.“

Burks‘ Blog – Der Mainstream kann mich mal

Burks' blog

Das Szenario für einen 3. Weltkrieg

NATO

Karte (Ausriss): NATO

Natürlich sind diejenigen, die über Krieg und Frieden bestimmen, heute nicht klüger oder dümmer als 1914. Man muss sich von der naiven Idee veabschieden, die Welt entwickelere sich zum Besseren, somit steige auch der Intelligenzquotient der handelnden Personen oder gar deren Fähigkeit, rational zu denken. Es kann also durchaus sein, dass wir in etwas hineinschliddern, das niemand gewollt hat. Das war vor dem 1. Weltkrieg nicht anders.

28. Juni 1914
In Sarajevo werden der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau von serbischen Nationalisten ermordet. Im Verlauf der folgenden Wochen („Juli-Krise“) verschärft sich der regionale Konflikt zur europäischen Krise.

28. Juni 2015
In Zagreb wird der kroatische Präsident Josipović und seine Ehefrau von serbischen Nationalisten ermordet. Im Verlauf der folgenden Wochen („Juli-Krise“) verschärft sich der regionale Konflikt zur europäischen Krise.

Das Kapital handelt heute – im Gegensatz zu 1914 – weitgehend international. Der Nationalstaat ist keine Option mehr, um sinkende Profite zu kompensieren, indem Ressourcen militärisch erobert werden. Die Strategie der internationalen Konzerne heute sieht so aus, dass die Staaten an der Peripherie des Einflussgebietes der EU und der NATO destabilisiert werden, indem separatistische (Libyen: Kyrenaika) oder terroristische Gruppen (Syrien) unterstützt werden, damit die staatliche Gewalt zusammenbricht und die Konzerne unter dem militärischen „Schutz“ der NATO direkten Zugriff bekomen und ungehindert schalten und walten können (Zentralafrika, Irak).

Moral spielt natürlich nie eine Rolle; die neo-imperialistischen Mächte nehmen auch in Kauf, dass sich ein Land in Einflussgebiete von Warlords aufspaltet und eine korrupte Marionettenregierung nur als Aushangeschild firmiert, um eine Regierung zu simulieren (Afghanistan).

NATO

In ein paar Jahren wird die Ukraine wesentlich kleiner sein als heute, das Donezbecken wird sich entweder abgespalten haben oder unter direktem russischen Einfluss stehen. Das gilt auch für das ökonomisch irrelevante Transnistrien.

Der nächste Präsident der Ukraine wird Pjotr Poroschenko heißen. Die Russen wissen das, denn das dumme Volk in den Nachfolgestaaten der aufgelösten Sowjetunion wählt immer noch die Oligarchen, weil sie sich erhoffen, dass die sich mit dem freien Markt(TM), der Reichtum und Glück für alle verheißt, am besten auskennen.

Es wird noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis eine neue sozialistische Idee überhaupt dort – und auch in Deutschland – als ökonomische Alternative denkbar ist.

Daher geht Russland jetzt schon gegen Poroschenko vor. Sein Süßwarenkonzern erwirtschaftet 40 Prozent des Umsatzen in Russland, daher muss er sich nach neuen Optionen umsehen. Und das wird selbstredend ein EU-Beitritt der Rest-Ukraine sein.

Die üblichen Verdächtigen stehen schon Geld bei Fuß, der Internationale Währungsfond wird eine neue Regierung so unter die Arme greifen, dass „die Märkte“ für das Kapital geöffnet werden. Die Risiken und Nebenwirkungen geistern schon heute durch die Mainstrem-Medien: „Ukraine plant Massenentlassungen und will Renten streichen“. Nein, nicht die milliardenschweren Oligarchen werden enteignet, sondern das Volk. Das kennt man – Kapitalismus at its best. Wen kümmert’s.

Sollte Russland aber mehr als das Donezbecken annektieren wollen, wäre das sicher ein Kriegsgrund, da wichtige Konzerne der Ukraine schon dem westlichen Kapital gehören, UkrTelekom zum Beispiel der österreichischen „Heuschrecke“ EPIC Invest. Beim Eigentum hört der Spaß auf.

Die Lautsprecher des Kapitals haben sich schon einschlägig geäußert – vor und nach dem Sturz Viktor Janukowitschs -, was sie mit der Ukraine planen: „Sollte die künftige Führung in Kiew das von Janukowitsch auf Eis gelegte Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnen, könnte sich die Ukraine nach Ansicht von Experten als Drehscheibe zwischen Russland und der EU etablieren“. Die FAZ, das gefühlte Zentrakorgan der westlichen Kapitalinteressen, tönte schon ganz deutlich: „Die Ukraine gehört in die Nato“. Der Autor dieses Propaganda-Artikels, Thomas Gutschker, hat sich hinreichend qualifiziert: Er war „Redaktionssoldat bei der Bundeswehr“. Das nennt man „embedded journalism“ im Interesse des Imperialismus.

Ich vermute aber, dass ein 3. Weltkrieg oder ein regionaler militärischer Konflikt nicht wegen der Ukraine ausbrechen würde, sondern – wie gehabt – auf dem Balkan. Serbien orientiert sich traditionell nach Russland, und hat auch sonst keine Verbündeten mehr. Die Berliner Zeitung berichtete schon 1995: „Auf der Rückseite einer Speisekarte hat der kroatische Präsident Franjo Tudjman nach einem Bericht der Londoner „Times“ den Staat Bosnien-Herzegowina zwischen Kroaten und Serben aufgeteilt. Schon im 2. Weltkrieg war der Unabhängige Staat Kroatien ein Vasall Hitler-Deutschlands und „umfasste die heutigen Länder Kroatien und Bosnien-Herzegowina sowie kleinere Teile Serbiens.“

Da geht noch was.

Tweet of the day 70

„In #Dusseldorf airport: they charge for #WiFi – it is thievery! We pay huge charges to use airports, people expect connectivity in 2014!“ (Neelie Kroes, Vice President of the @EU_Commission)

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