Schland!

schland

(Danke, Andreas!)

In Gips

humboldt

Neu in meiner Bibliothek (nein, nicht die Bücher). Sieht gut aus, besser noch als Mao.

Ein trüber Brei aus Neobiedermeier

„Es gehört zum Komplettversagen der Linken, dass sie sich die Sache mit der Lügenpresse von den Dumpfbacken der Pegida aus der Hand nehmen ließ und seither jede eigene Medienkritik mit einer umständlichen und würdelosen Distanzierung von der AfD einleiten muss.“ (…) Das Jahr 1985 war – ob in Bezug auf Auflagen, Umsätze oder inhaltliche und formale Grandezza – das Rekordjahr des deutschen Printwesens. Man kam als freier Autor, der querbeet für Stern, Playboy, SZ oder Geo wie Vogue schrieb, auf richtig gute Honorare, man reiste mit der Carte Blanche des jeweiligen Verlags und genoss allerorts mit diesem Presseausweis eine echte Reputation. Heute wird nur noch gekichert, wenn man den albernen Plastikausweis in die Höhe hält. (…) Parallel dazu wurden die Honorare halbiert und mit dem Aufkommen des Online-Journalismus noch weiter geschreddert. Heute kann ein freier Journalist kein menschenwürdiges Leben führen, wenn jenes allein von seiner Arbeit abhängt. Bei den geschätzt 30.000 Kollegen machten sich Frust, Wut, Resignation und Selbstzweifel breit und vor allem war da diese Angst, diese allumfassende Angst, die aktuell dazu führt, dass bei der SZ nach der eben erfolgten Kündigung des Karikaturisten Dieter Hanitzsch keine Solidaritätsbekundung erfolgt. Angst essen Seele auf.“ (Wolf Reiser, vgl. den Freitag über Rubikon.news.)

Was Reiser über den 11. September schreibt, halte ich für Bullshit, auch seine Bilderberger-usw.-Verschwörungstheorien teile ich nicht. Das hiesige Publikum ist vermutlich medienkompetent genug, den Artikel als Anregung zu nehmen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Wall Street, backstage

manhattan

Das Foto habe ich 1982 in Manhattan, New York, in der Wall Street gemacht, in Sichtweite der Brooklyn Bridge.

Fatah und Hamas kämpfen um die Macht

Interessanter Artikel auf Audiatur online: „Kartenhaus Nahost: Fatah und Hamas kämpfen um die Macht“.

„Seit die Hamas 2007 die formal gewählten Fatah-Politiker kaltgestellt hat, streiten die beiden Organisationen um die Herrschaft im Gaza-Streifen. Im Oktober 2017 sollte der Streit beigelegt werden, doch passiert ist seither wenig. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat dem Gaza-Streifen zuletzt gar den Geldhahn zugedreht: Tausende Beamte bekommen weniger oder gar keinen Lohn und die Zahlungen für Strom wurden ausgesetzt. Die Folgen für die Bevölkerung sind fatal – und sie sind auch der Grund dafür, dass der palästinensische Burgfrieden wackelt, der besagt: Wir kritisieren Israel, aber sicher nicht uns selbst.“

Ceterum censeo: Keinen Cent für die korrupte Palästinenser-Bande!

Hasta la victoria siempre

putin

Es ist zu befürchten, dass Putin auch das Ergebnis des heutigen Länderspiels Deutschland gegen Mexiko manipulieren wird. Deshalb gehe ich lieber arbeiten, das will ich mir nicht ansehen.

Trolley

trolleytrolleytrolley

Von Outdoor-Zubehör verstehen die Neuseeländer etwas. Ich habe mir einen Trolley für mein Kajak gekauft, eingedenk der Tatsache, dass an der Spandauer Schleuse keiner mehr funktionsfähig ist. Zuerst dachte ich an ein schwedisches Möbelhaus, weil im Paket nur Einzelteile und eine auf den ersten Blick völlig unverständliche Anleitung in Englisch war. Aber es ging ruckzuck – selten so ein Ding gesehen, was kompliziert aussieht, aber einfach zusammenzudröseln ist. Die Räder sehen jedenfalls stabiler aus als bei allen anderen Trolleys, die ich bisher gesehen habe, so ein bisschen russisch – fährt auch bei 50 Grad unter Null und durch Matsch. I keep you informed.

Fussball-WM

„Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft.“ (Karl Marx)

Nimm dies, CSU!

Kurze Lektüre für Kaltduscher: Auf dem Verfassungsblog schreibt Dana Schmalz: „Weshalb man Asylsuchende nicht an der Grenze abweisen kann“.

Jeder Journalist, der zum Thema was absondert, sollte die Gesetze, die Schmalz zitiert, kennen, sonst nennte ich ihn eine Pappnase. Davon gibt es viele. „Staatsbürgerliche Aufklärung“, die zentrale Aufgabe der Medien, heißt bekanntlich auch, die Bürger mit den relevanten Informationen zu versorgen, damit sich diese eine eigene Meinung bilden können. Das ist bisher in den Mainstream-Medien insofern nicht geschehen, als die juristischen Grenzen das populistische Gefasel seitens Seehofer und Konsorten als heiße Luft entlarvt hätten. By the way: Natürlich hat Merkel recht, auf eine europäische Lösung zu pochen. Anders geht es nicht.

Turn: Washington’s Spies

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Meine wärmste Film-Empfehlung: Turn: Washington’s Spies, basierend auf dem Buch von Alexander Rose: Washington’s Spies: The Story of America’s First Spy Ring.

Hauptdarsteller ist Jamie Bell, den ich als „Esca“ aus einem meiner Lieblingsfilme kannte.

„A drama based on the true lives of America’s earliest spies, the Revolutionary War-era Culper Ring.“ Die Serie wird mit jeder Staffel besser, und ich würde vermutlich die letzte, die noch nicht gesendet wurde, sofort kaufen, weil ich angefixt bin.

Großartige Schauspieler, ein verdammt spannender Plot und ein realistisches Drumherum. Man meint, das New York des 18. Jahrhunderts zu sehen (Screenshot oben). Mehr davon! (Bitte in Englisch ansehen mit deutschen Untertiteln.)

Lautsprecher des Kapitals

Der Wanderpokal „Lautsprecher des Kapitals“ geht heute an Thomas Mayer wegen seines Artikels auf Welt online: „Die Marktwirtschaft ist unbehaglich, aber unschlagbar“. Mayer war „Chefvolkswirt“ (ich glaube nicht, dass es diesen Titel gab) der Deutschen Bank.

Aktion „Arbeitsscheu Reich“

Freitag: „1938 eröffneten die Nationalsozialisten ihren Feldzug gegen soziale Außenseiter, die im Laufe des Jahres zu Tausenden in Konzentrationslager verschleppt wurden“.

„Für einige Monate waren die „Asozialen“ die mit Abstand größte Häftlingskategorie der Konzentrationslager, die politischen Häftlinge gerieten in die Minderheit. Es handelte sich hauptsächlich um Bettler, Landstreicher und mittellose Alkoholkranke, in geringerer Zahl auch um Zuhälter und Personen, die mit Unterhaltszahlungen im Rückstand waren. Unter den Eingelieferten befanden sich außerdem viele Roma und Sinti („Zigeuner“). Gemeinsam war diesen sehr unterschiedlichen Menschen allenfalls, dass ihre Verfolger sie als arbeitsscheu definierten.“

Der Schrecken der Bösewichter und andere

Göttinger Jugendbücher

Diese Bücher besaß und las ich im Alter von 10 Jahren. Sie kosteten damals weniger als eine Mark und waren meistens aus der Reihe Göttinger Jugendbücher. Die Themen haben mich bis heute fasziniert.

Schutz der strukturell unterlegenen Beschäftigten

Das Bundesverfassungsgericht hat das Bundesarbeitsgericht abgewatscht. Das kommt nicht so oft vor.

Verbot mehrfacher sachgrundloser Befristung im Grundsatz verfassungsgemäß – Auslegung darf klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers nicht übergehen.

Das „Deutsch“ von Juristen ist bekanntlich unverständlich und schlecht, deshalb hier in anderer Form, was gemeint ist:
Das Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG) regelt (In Paragraf 14), wie oft ein Kapitalist mit einem Arbeiter einen Arbeitsvertrag abschließen darf, der befristet ist und ohne dass ein besonderer („sachgrundlos“ ist geschwurbelter Juristen-Jargon) Grund vorliegt (die Gründe werden in dem Paragrafen genannt). Nur ein Mal!

Warum? …die Verhinderung von Kettenbefristungen und die Sicherung der unbefristeten Dauerbeschäftigung als Regelbeschäftigungsform trägt der Pflicht des Staates zum Schutz der strukturell unterlegenen Beschäftigten im Arbeitsverhältnis und auch dem Sozialstaatsprinzip Rechnung.

Das Bundesarbeitsagericht hatte das anders gesehen und eine wiederholte sachgrundlose Befristung zwischen denselben Vertragsparteien immer dann gestattet, wenn zwischen den Arbeitsverhältnissen ein Zeitraum von mehr als drei Jahren liegt.

Das Bundesverfassungsgericht ist bekanntlich äusserst höflich und würde keinesfalls in Richtung Bundesarbeitsgericht rufen: „Ist doch Blödsinn, was ihr entschieden habt!“ Man formuliert: Ihr „überschreitet die Grenzen richterlicher Rechtsfortbildung.“ Har har.

Ich bin gespannt, welche Konsequenzen das Urteil für das Sicherheitsgewerbe zum Beispiel in Berlin hat.

Von der Hallig zum Arbeiterstrand

MaienwerderMaienwerderKleine MalcheTegeler SeeLindwerderFähre SCharfenbergtegelortMaienwerder

Heute muss ich das Publikum leider wieder mit langweiligen Paddelbildern behelligen, da ich mehr als sechs Stunden auf dem Wasser war und mich die Weltläufte, ob Trump nicht doch alles richtig macht oder ob die Ukraine während der Fussballweltmeisterschaft in den Donbass einmarschiert, nicht interessierten. Das wird so lange gehen, wie ich sage: Ich habe Dinge vom Kajak aus gesehen, die meine Augen nie zuvor gesehen hatten.

Zum Beispiel Maienwerder (oberstes Bild), das ich südlich passierte und wohlgemut zur Hallig (die Kolonie heißt wirklich so!) steuerte, aber jäh erschrak, da mich ein großes Schiff (2. Foto) anhupte, wohl andeutend, ich solle aus der Fahrrinne verschwinden. Rechterhand wollte ich in die Kleine Malche einbiegen, sozusagen Hallig backstage, es wurde mir aber durch ein Schild „Laichschonbezirk“ verwehrt.

Ich paddelte also am unbewohnten Baumwerder und Reiswerder (Kein Strom! Kein Wasser!) vorbei und erreichte alsbald Lindwerder im Tegeler See (wird vermutlich bald von Polen beansprucht, da archäologische Funde auf eine slawische Besiedlung hindeuten). Da sind ein paar verwunschene Häuschen, wer wohnt denn da? Dort hat man schon einen Blick auf Tegel (4. Foto) und kann Raddampfern begegnen (5. Foto) – was für ein Quatsch! Hoffentlich spielen die da wenigstens ausschließlich Dixieland.

Wenig später musste ich warten, bis die Fähre Scharfenberg vorbei war. Das ist dort alles allerliebst langsam und fast romantisch, von Großstadt-Feeling keine Spur. Nicht weit davon gibt es einen Arbeiterstrand, das Proletariat habe ich aber nicht gesehen.

Von der Südspitze Tegelorts musste ich ein Beweisfoto schießen. Ich kann mich daran erinnern, wie ewig weit es mit dem Auto dorthin war – vor dem Fall der Mauer. Auch von Valentinswerder hatte ich noch nie wirklich etwas gehört. „Nur 26 Insulaner leben dauerhaft auf dem Eiland. Künstler und Kreative haben sich dort Traumhäuschen gebaut.“ Warum eigentlich nicht ich? Und warum ist ein großer Teil der Insel in Familienbesitz?

Übrigens: Der Trolley auf Schienen an der Schleuse Spandau ist verschwunden, und der zweite Trolley hat nur noch drei Räder – eine nette Überraschung, wenn man sein Boot über den Betonbuckel ziehen will…

Dänisch gendern

the rain

Hätten Sie’s gewusst? Männer sind immer größer als Frauen. Sogar in dänischen postapokalyptischen Filmen hat immer ein Mann sein blödes Basecap verkehrt herum auf, und mindestens eine Frau trägt Jeans mit Löchern (wenn das meine Oma gesehen hätte!). Dafür darf dann der Quoten-Neger fehlen, was in Hollywood gar nicht geht.

Betreff: Geheim

pgp

Das ist ein neues Feature! (Hier: Thunderbird für Linux)

Religiöses Mobbing

Ein sehr interessantes Interview mit einer Neuköllner Lehrerin im Freitag: „Die türkische Community entfremde sich und religiöses Mobbing nehme dramatisch zu, sagt sie.“

„Ja, aber diese ganze Religiosität ist erst nach und nach gekommen. Man hat früher mal über den Islam geredet, aber das stand nicht so im Vordergrund. Jetzt kann man das Religiöse und die Politik der Türkei kaum noch trennen. Ich habe manchmal das Gefühl, die extremsten Anhänger Erdogans leben hier in Deutschland. (…)

Da das Kopftuch verhindern soll, dass Männer sich von Frauen angezogen fühlen und diese vor Belästigung schützen sollen, ist dies eine Sexualisierung von Kindern! Außerdem nehmen einige muslimischen Männer sich das Recht, unverschleierte Frauen belästigen zu dürfen! Und dann gibt es eine ganze Reihe Linker und Grüner, die glauben, die Verschleierung von Frauen sei eine kulturelle Besonderheit, die man schützen müsse.“

Richtlinie

„According to Marx, his theory is a guideline for action, but not a doctrine.“ (Mao Zedong)

Alles für alle [Update]

Die Linke: „Wir unterstützen die Forderungen nach einem sofortigen Stopp der Abschiebungen und nach einem Bleiberecht für alle.“

Schwer zu vermitteln. Auch für Ali B.? Die Linke hat nicht nur den Kontakt zu bestimmten Milieus verloren, sondern auch mit der Realität, und ist auch nicht in der Lage, ihre Inhalte massentauglich zu verkaufen. Dann geht doch sterben.

Übrigen: Natürlich muss man Straftäter und Mörder, die versucht hatten, nach Deutschland einzuwandern, nicht unbedingt abschieben. Das zu fordern wäre doch blödester Populismus. Man kann sie einfach verurteilen, genauso wie Kriegsverbrecher.

[Update] Dazu auch André Brie in der taz: „Kein Gefühl mehr für normale Leute“.

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