学生运动

Chinas Studenten sind politisch Klassen besser als die deutschen – sie solidarisieren sich mit dem Proletariat – statt zu veganen und zu gendern.

Quelle im Original: China Labour Bulletin (jetzt auch in der Blogroll).

Tempolimit

tempolimit

Ich bin für ein Tempolimit. Wenn man aber liest, was für ein hanebüchener Unsinn zum Thema geschrieben wird, kriegt man (sic) Lust, ein Gaspedal gaaaaaaz durchzudrücken.

„Kraft­fahr­zeug­enthu­siast*innen“ – „Denker*innen“ – „Autobahnraser*innen“. Ich frage mich, ob diejenige, die so schreibt, eigentlich merkt, welchen Fremdschämeffekt sie auslöst? Ausserdem kann die Volontärin Lin Hierse kein gutes Deutsch: Mit diesem holperigen Soziologen-Jargon wollen sich marginalisierte Intellektuelle nach unten abgrenzen. Klassismus also in sprachesoterischem Gewande. (Jaja, wer im Glashaus sitzt…)

„Ernst zu nehmende Innovation und zukunftsfähiger Veränderungswille“ – Geschwurbel, das sich um die Klassenfrage drückt. Ich erkenne hier nur reaktionären kleinbürgerlichen Reformismus, grün und genderinfiziert. (Klar, dass das Publikum von mir jetzt einen Ismus erwartete…)

Besuch in einem Swinger-Club et al

Henryk Broder erklärt, warume er vor der AfD-Bundestagsfraktion eine Rede gehalten hat.

„Und außerdem wollen Sie wissen, ob ich wirklich so sympathisch bin, wie ich im Fernsehen immer rüberkomme.

Einige von Ihnen mögen vielleicht noch nie einen leibhaftigen Juden in natura gesehen haben und warten nun darauf, dass sich der Raum mit dem Geruch von Knoblauch und Schwefel füllt.

Ich dagegen mache gerne etwas, das ich noch nie gemacht habe. (…) Auf meiner To-do-Liste, die ich gerne vor meinem 75. Geburtstag abarbeiten möchte, stehen noch: der Besuch in einem Swinger-Club, die Reise zum Mittelpunkt der Erde und eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn mit Florian Silbereisen als meinem persönlichen Butler.

Ein Besuch bei Ihnen stand nicht auf meiner Liste, ich habe die Einladung trotzdem gerne angenommen, wann bekommt ein Jude schon die Gelegenheit, in einem Raum voller Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis aufzutreten?“

Kann ich gut nachvollziehen. Ich finde die Rede übrigens großartig.

CYBER INTELLINGENCE OPERATIONS

Ich lach mich schlapp. Das Cyberdings des BKA hat ein Logo – nur echt mit Tippfehler! (via Fefe)

Tuxedo! [Update]

tuxedo

Es wurde Zeit, den endgültigen Abschied von Windows ein wenig zu forcieren. Ich hatte schon vor zwei Jahren über das unüberwindbare UEFI meines Laptops mit Windows 10 gejammert. Man kann dort kein Linux installieren (lasst jetzt besserwisserische Kommentare bitte weg!). Ausserdem ist es rund zehn Jahre als, es klappert schon ein wenig und es fallen Aussenteile ab. Bei Vorträgen macht es sich ausserdem nicht gut.

Also habe ich jetzt mein Zurückgelegtes verballert und mir ein Tuxedo-Notebook vom Feinsten zugelegt. Wenn schon, denn schon.

1 x TUXEDO Book BC1707 – 17,3″ matt Full-HD IPS +
Intel UHD Grafik + bis Intel Core i7 Six-Core +
bis zwei HDD/SSD + bis 32GB RAM 1.164,00 EUR
– Full-HD (1920 x 1080) IPS-Panel matt
– 16 GB (1x 16GB) 2666Mhz Samsung
– Intel Core i5-8300H (4x 2.30-4.00 GHz
Quad-Core, 8 Threads, 8 MB Cache, 45 W TDP)
– 1000 GB Samsung 860 EVO (M.2 SATAIII)
– 1000 GB HDD (Seagate Pro / 7.200 rpm / 2,5″)
– integrierter Grafikchip
– DEUTSCH (DE-DE) beleuchtet mit TUX Super-Taste
– Intel Dual AC 8265 & Bluetooth (M.2 2230)
– Ubuntu 18.04 LTS 64Bit
– ohne Windows
– 24 Monate / 2 Jahre Garantie

Jetzt mögen die Evangelisten der jeweiligen Betriebssysteme schweigen: Ein Netzwerk einzurichten oder VPN geht mit Windows (und letzteres mit Android) leichter. Dafür ist alles andere mit Linux besser – und kostenlos. (Ich schaffe es weder mit meinem Linux-netbook noch mit dem neuen Laptop, mich in mein VPN der eigenen Fritzbox einzuloggen, obwohl ich alle Manuals und Forenbeiträge zum Thema meine gelesen zu haben.)

Erster Eindruck: Totel chic. Es hat zwar acht Tage gedauert, bis ich es erhielt, aber das ist vermutlich nicht die Schuld von Tuxedo. Dafür gibt es einen USB-Stick, Kugelschreiber und allerlei Kleinteile zusätzlich, neben der üblichen Linux-Propaganda in Poster- und Zeitschriftenform. Ist aber nett.

Ich habe einen ganzen Tag gedröselt. Es war wie das Auspacken von Weihnachtsgeschenken.

Ich glaube immer noch nicht, dass ein Einsteiger ohne fremde Hilfe mit Linux klarkommt, sobald man die ausgetretenen Pfade verlassen muss. Wo ist zum Beispiel bei Ubuntu 18.4 der Arbeitsflächenumschalter? War früher besser.

Wieso ist meine Shell in Englisch? Wieder fünf Minuten fummeln. Dafür aber dieses Mal kein Problem mit WLAN.

Das Allerbeste: Der Linux-Client für Second Life funktioniert jetzt wunderbar – ich nehme aber nicht den offiziellen, sondern Firestorm. Aber auch damit bin ich schon wieder eine marginale Randgruppe, ein Gefühl, das ich seit mehr als 60 Jahren kennen und lieben lernte.

Sagt mal, Tuxedo: Wieso schickt ihr mir Treiber und das Handbuch auf CD, wenn das Laptop gar kein CD-Laufwerk besitzt? Sehr witzig. Habt ihr geraten, dass ich hier mehrere Rechner habe? Schon gut, ich kaufe mir ein externes Teil… Darauf einen 16 Jahre alten Lagavulin!

[Update] Dann wollen wir mal die Kiste ausreizen!

tuxedo

Small minds

Great Minds Discuss Ideas; Average Minds Discuss Events; Small Minds Discuss People. (Charles Stewart)

Chillen

chillen

Glücklich Chillen heißt: Nicht arbeiten zu müssen, ein leckeres Getränk in der Hand zu halten (Single Malt z.B.), auf dem Sofa zu liegen, Stille zu genießen und über das nachzudenken, was nachdenkenswert ist (42 z.B.).

Apropos Getränke: Ich habe mir die sachkundigen Ratschläge des hiesigen Publikums zu Herzen genommen.

whisky

Remember!

Gestern war der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Blockade Leningrad

Credits: Von RIA Novosti archive, image #2153 / Boris Kudoyarov / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0

Am 27. Januar 1944 endete die Blockade Leningrads.

„Die Deutschen machten mehrere Versuche, die damals größte russische Stadt zu erobern, entschieden dann, sie auszuhungern. Die längste, opferreichste und verbrecherischste Schlacht des Zweiten Weltkriegs dauerte fast 900 Tage. Die Leiden der Stadt sind kaum in Worten auszudrücken, auch nicht in Zahlen. Das russische Wikipedia nennt 650.000 Zivilopfer, das deutsche 1,1 Millionen.“

Vete, Maduro! [Update]

caracas

Foto: Caracas 1998. Ich bin mir nicht sicher, wo genau das war, vermutlich an der Ecke Sur 9/Avenida Bolivar oder Avenida Lecuna. Schräg gegenüber war ein Busbahnhof. Nicht weit davon war meine Pension.

Maduro, lass dich abwählen wie die FSLN in Nicaragua!

Die Nachfolger werden es nicht besser machen, sondern Venezuela völlig ruinieren und ausländischen Konzernen verkaufen. Ein paar Jahre später kannst du dann erneut Wahlen gewinnen. Aber dazu braucht es nicht einen korrupten Bürokraten, sondern einen Charismatiker wie Chavez, auch wenn der viel Unsinn erzählt hat. „Links“ heisst in vorindustriellen Ländern Lateinamerikas nur, dass der Reichtum anders verteilt wird.

Einen Präsidenten von Gnaden Trumps kann aber niemand den Venezolanern wünschen.

[Update] Fefe weist auf ein Video hin: „Leftist Debunks John Oliver’s Venezuela Episode“. Das Video kann man nicht so ohne weiteres ansehen, vermutlich weil der Mainstream-Version des Themas widerspricht. Es gibt noch ein Video von BBC (2016, Flash required), das relativ sachlich ist.

Paket aus Dingsda

lieferscheininnen

Credits: Thomas Gandow

Euthanasie [Update]

Special Selection

Ich habe einen Grund, warum ich das ziemlich teure Buch von Anika Burkhardt Das NS-Euthanasie-Unrecht vor den Schranken der Justiz: eine strafrechtliche Analyse gekauft habe. Ich rege mich immer noch auf.

1965 leitete Fritz Bauer ein Ermittlungsverfahren gegen sechzehn hochrangige Juristen ein, die am 23./24. April 1941 an einer Besprechung in Berlin teilgenommen hatten. Dort hatten sie offiziell von der Tötung Geisteskranker erfahren und danach widerspruchslos die Anordnung befolgt, Strafanzeigen unbearbeitet ans Reichsjustizministerium abzugeben. Die Voruntersuchungen wurden 1970 eingestellt. (…) Von 438 ‚Euthanasie‘-Strafverfahren, die bis 1999 eingeleitet wurden, endeten nur 6,8 % mit rechtskräftigen Urteilen, darunter zahlreichen Freisprüchen.

Ich erwähnte hier schon im Oktober 2017, dass mein Großonkel Helmuth Schröder, der jüngste Bruder meines Großvaters,im Zuge des Euthanasie-Programms von den Nazis ermordet wurde, weil er an Epilepsie litt. Leider wurde das Landesarchiv Berlin auf der Suche nach Unterlagen darüber nicht fündig, die Akten aus Westpreußen sind verstreut oder ungeordnet in Polen.

Der Ermordung unheilbar Kranker und Behinderter hatte Adolf Hitler im Oktober 1939 mit einem auf den 1. September zurückdatierten und auf seinem Privatbogen verfassten Schreiben die Ermächtigung gegeben: ‚unheilbar Kranken … [sollte] der Gnadentod gewährt werden‘. Die Rückdatierung des Erlasses verdeutlichte, dass mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 auch der innere Krieg gegen Menschen begonnen hatte, die dem Rassenideal der Nationalsozialisten nicht entsprachen und somit als „schädlich“ und „wertlos“ galten. (LEMO)

Die Zentrale Stelle für Justizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen riet mir, ich solle mich an den International Tracing Service (ITS) wenden, da man in Ludwigsburg nur für die Täter zuständig sei – die vermutlich schon alle tot sind.

Bei der ITS in Arolsen habe ich heute einen Antrag gestellt, nach den Akten über meinen ermordeten Großonkel zu suchen.

Ich bekam vorgestern noch eine Nachricht, die mich aufgewühlt hat.

…habe gestern mit der Tochter (…) vom letzten Bürgermeister (…) aus Mittenwalde telefoniert. (…) Sie kennt Deine Urgroßeltern Gustav und Emilie Schröder. Sie wußte auch, dass 3 Töchter und ein Sohn in dieser Zeit auf dem Hof waren. Die eine Tochter hieß Lina und war geistig behindert. Sie ist später abgeholt worden und der Euthanasie zum Opfer gefallen.(…). Sie kann sich nur daran erinnern, daß diese Lina immer laut geschrieen hat und sie immer Angst hatten auf den Hof zu gehen. (…) Abgeholt wurde Lina ab Ende 1940. Zeitgenau konnte sie sich auch nicht erinnern. Als Kind achtet man da nicht so darauf.

Deine Urgroßeltern hat sie als liebe und nette Menschen in Erinnerung. Nur vor der Tochter hatte sie Angst, weil sie halt so laut geschrien hat. Es gab noch eine Familie Pansegrau, deren Tochter hatte einen sehr großen und unförmigen Kopf. Diese Tochter ist ebenfalls abgeholt worden.

Niemand hat jemals darüber ein Wort verloren. Wenn es stimmt, werde ich das herausfinden, wenn es möglich ist, auch wenn das Jahre dauerte. Mord verjährt nicht.

[Update] Mir wurde mitgeteilt, dass die Suche bis zu einem Jahr dauern kann.

Hände weg von Venezuela!

elorza

Mädchen aus Elorza, Venezuela 1998

LowerClassMagazine: „Wie auch immer man zur Amtsführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro stehen mag, die Ablehnung des US-geführten Putsches in dem lateinamerikanischen Land sollte Minimalkonsens unter Linken sein.“

America21 hat einen ausführlichen Bericht zum Thema.

Auf der Werft

puerto villaroel

Puerto Villaroel am Rio Mamoré, Boliven 1980. Die „Marschall“ ist schon ein wenig heruntergekommen. (Vgl. auch mein Posting vom 04.01.2011)

Special Selection

Special Selection

Das ist ja ein leckeres Gesöff von der Isle of Islay! Ich verstehe aber nicht, inwieweit der Alkoholgehalt den Geschmack signifikant verändert? Zehn Promille weniger – die es beim Drogenhändler meines Vertrauens auch gab – kosten rund zehn Euro weniger. Eine Flasche mit 80 Prozent Alkohol würde also 80 Euro kosten? Oder ab welchem Alkoholgehalt schmeckt Whisky nicht mehr nach Whisky? Und hätte ich vielleicht statt der „Special Selection“, die teuer genug war, besser eine der einschlägigen Marken nehmen sollen?

Venezuela

Ist alles schon in Avatar zu hören, was die USA jetzt tun werden oder billigend in Kauf nehmen.

Huelga General!

huelga general

Generalstreik! Huelga general! (Bolivien 1984) Militante Bergarbeiter demonstrieren in La Paz vor dem Präsidentenpalast gegen den Präsidenten Siles Zuazo. Die Regierung hatte den Generalstreik für illegal erklärt. (Vgl. mein Posting vom 07. Juni 2011 – das obige Foto hatte ich noch nicht veröffentlicht.)

Belize City, backstage

Belize city

Belize City 1979.

Böse Trump-Fans, guter „Ureinwohner“, oder: Was wirklich geschah

Über Medien: „Doch das Video, auf dem die ganze Empörung beruht, zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der Konfrontation. Betrachtet man die Vorgeschichte, die dank mehrerer Filmaufnahmen gut dokumentiert ist, ergibt sich ein anderes, deutlich komplexeres Bild. Es widerspricht der Darstellung des Ureinwohners Nathan Phillips, der im Nachhinein zum Held stilisiert wurde. Und es bestätigt weitgehend die Aussagen der Schüler…“

Der detaillierte Bericht mit vielen Links zu den Quellen zeigt, dass man deutsche Medien nicht ernst nehmen kann, wenn die Zeichenkette „Trump“ auftaucht und alle synchron moraltheologisch hyperventilieren.

Die Welt als Wille und Vorstellung

Ein randalierender Patient sagt der Polizei: „Ich gehe, wann ich will.“ Das sehen die Polizisten anders. #Notaufnahme #Rettungsstelle

Bananenrepublik, reloaded

frauen in parlamenten

Deutschland ist nicht nur digital ein Entwicklungsland, sondern auch bei der Emanzipation.

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