On the Road

Interoceanica Sur

Das Foto habe ich 1984 gemacht – auf einer der damals gefährlichsten Straßen (Teil der Interoceanica Sur) der Welt.

Ich war mit einem LKW (illegaler Holztransport, rund 20 Personen auf der Ladefläche und ein paar Benzinkanister) unterwegs von Puerto Maldonado im Urwald von Peru nach Cuzco, zwei Tage und eine Nacht. Der LKW auf dem Foto schaffte es so gerade eben durch das Flussbett (vermutlich ungefähr hier), ein paar Stunden später begannen die Berge.)

Wartend

fotografen

Fotografen in Mexiko Stadt, 1982

Belize City, revisited

Belize city

Belize City 1981. Ich habe noch mal in meinen alten Reisepass geguckt. Ich war im November 1981 in Belize, bin dann über Guatemala, Honduras, Nicaragua und Costa Rica nach Panama gereist, wo ich Silvester gefeiert habe. Die Dame in grünen Hosen ist meine damalige Freundin.

Evangelikale in Brasilien

Die Deutsche Welle beleuchtet einen interessanten Aspekt des Wahlausgangs in Brasilien: „Machtzuwachs für Brasiliens Evangelikale„. Wahlsieger ist der „evangelikale Jair Messias Bolsonaro, der streng katholische erzogen wurde, sich aber 2016 von einem evangelikalen Pastor im Jordan taufen ließ“.

David gegen Uber

Main alter Freund Richard, altgermanistischer Studienkollege, ehemaliger WG-Genosse, ehemaliger Geschäftspartner, ist in die Rolle des David geschlüpft und scheint den milliardenschweren Konzern Uber aus Deutschland zu vertreiben.

Auch Uber Black wird in Deutschland möglicherweise verboten. Die Zukunft des Limousinen-Services von Uber wird zurzeit vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt. Das endgültige Urteil wird erst am 13. Dezember verkündet. Eine entsprechende Entscheidung zeichnete sich in den Aussagen der Richter während der Verhandlung aber ab.

Geklagt hatte der Berliner Taxiunternehmer Richard Leipold. Er hält es für illegal, dass Uber Black die im Mietwagengeschäft vorgeschriebenen Regeln missachtet, obwohl das Unternehmen über eine App in Deutschland Aufträge an Mietwagenfahrer weiterleitet, die Preise festlegt und auch abrechnet.

Hihi. Tiene cojones, el amigo.

Brasiliens Abstieg

Republik (Schweiz) über Brasiliens Abstieg:
Die Aufklärungsrate der Verbrechen ist gering: Nur in zehn Prozent der Morde kommt es zu einer Festnahme. Lediglich in vier Prozent wird Anklage erhoben. Bei den geringeren Delikten ist es noch dramatischer. Beispiel Rio de Janeiro: Hier werden laut Polizei durchschnittlich zwei Handys pro Stunde geraubt. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, weil kaum jemand noch zur Polizei geht. Die Ansicht ist verbreitet: Die Polizisten würden ohnehin nichts unternehmen.

Jair Bolsonaro hat es verstanden, das generelle Gefühl der Unsicherheit zu kanalisieren. Sein zentrales Wahlkampfversprechen lautet: Jede Brasilianerin darf eine Waffe tragen, um sich zu verteidigen. Bolsonaro befürwortet die Todesstrafe und die Folter. Und er will der Polizei eine Lizenz zum Töten erteilen. (…)

Viele Brasilianerinnen wünschen sich nun zwar eine Säuberung des Kongresses. Dennoch werden viele der üblichen Verdächtigen nach den Wahlen wieder einziehen. Es liegt am brasilianischen Wahlsystem, das kompliziert und undemokratisch ist. Lediglich fünf Prozent der aktuellen Abgeordneten wurden direkt gewählt, die anderen sind über Leihstimmen eingezogen. Hinzu kommt, dass einige wenige Familien Brasiliens Politik dominieren.

Der informativste Artikel, den ich in letzter Zeit über Brasilien gelesen habe – und sehr eindrucksvolle Fotos.

Giant and Dwarf Things

Tikal

Das Foto habe ich 1979 in Tikal in Guatemala gemacht.

Kurze Wissenschaftsnachlese:
BBC: „Prehistoric art hints at lost Indian civilisation – The discovery of rock carvings believed to be tens of thousands of years old in India’s western state of Maharashtra has greatly excited archaeologists who believe they hold clues to a previously unknown civilisation…“

National Geographic: „Laser Scans Reveal Maya „Megalopolis“ Below Guatemalan Jungle. A vast, interconnected network of ancient cities was home to millions more people than previously thought.

IFLScience dazu: „In all, more than 61,000 ancient structures have been accounted for in the surveyed region, indicating that up to 7 to 11 million people were present at the height of the Late Classic period, 650-800 CE. For scale, New York City has about 8.5 million people. These populations were unevenly distributed with different levels of urbanization and were spread out over more than 1,200 square kilometers (810 square miles). This land was modified in some way for the intensive agricultural production needed to support the massive population for hundreds of years.“

Carnegie Science: „New extremely distant solar system object found during hunt for Planet X2.

Barranca del Cobre, revisited

barranca del cobre

Die Barranca del Cobre (dt. „Kupferschlucht“, engl. Copper Canyon) im Norden Mexikos gehört zur Sierra Madre Occidental. „Das auf etwa 25.000 km² bis zu 1800 m tiefe und 50 km lange Schluchtensystem ist eines der größten Nordamerikas und insgesamt viermal so groß wie der Grand Canyon.“ Das Foto habe ich 1979 gemacht.

Mehr dazu Die Raramuri (Tarahumara), Mennoniten und der Chepe.

Guyana Zoological Park

Georgetown

Guyana Zoological Park, 1982

Der wilde Fluss

Masparro

[Reprint vom 26.12.2003]

Im Febuar 1998, Venezuela. Der Bus fuhr in der Nacht von Quibor über Acarigua nach Barinas. In der staubigen Provinzstadt – es war Trockenzeit – suchte ich mir ein billiges Hotel direkt am kleinen Busbahnhof. In Barinas gab es nichts von touristischem Interesse: eine kleine Plaza, Geschäfte, deren Inhaber arabischer Herkunft zu sein schienen wie so oft im Westen Venezuelas. Und ein paar Banken. Ich brauchte drei Tage, um meine Dollars in venezolanischen Geld zu tauschen, weil sich die Banken weigerten, das zu tun. Man wird geduldig, wenn man in Schlangen vor südamerikanischen Bankschaltern steht… Ich musste mich erst durchfragen, eine hilfsbereite Dame in einem Reisebüro vermittelte mir eine Frau, die wohl häufig private Geldgeschäfte machte…

In der Region um Barinas wollte ich mir den Fluss Masparro ansehen, der sich aus den Anden in die weiten Ebenen, die Llanos, ergiesst und im Osten in den Apure mündet. Die Konquistadoren blieben damals an den Ausläufern der Berge stecken, viele wurden fieberkrank und starben. Doch wo war der historische „Flecken Moßpaw“ alias Masparro?

Am 16. September 1535 schrieb der deutsche Konquistador Philipp von Hutten: „Zohen über ain grosse Refier [Fluss], Wannawanain genandt, darinnen vns ain Christ ertrunken. Den 2. Tag im Feld. Schickt der Gubernator [Gouverneur von Venezuela, hier: Georg Hohermuth von Speyer] Steffan Martin mit sechtzig zue Fueß vnd zehen Pferden, Weg zu suechen, vnd bliben wir hie ligen. Den 16. embot Steffan Martin dem Gubernator, er wartet sein ain Tagraiß von hinnen inn ainem gueten Flecken mit vil Prouiant, het 26 Indier gefangen. Fertigt der Gubernator viertzig Pferd ab, embot seinem Statthalter, so in Hacke Rigua [Acarigua] lag, er solt mit dem anderen Volck hernachkommen. Zoch er gedachten Flecken, Moßpaw [Masparro] genannt, wurden fast alle Christen krank. wie nun die Indier sahen, das vnser wenig waren, auch fast kranck, vnderstunden sy sich, vns mit Gewallt auß jrem Land zu schlahen. Kamen auff ain Morgen biß in fünff- oder sechstausent Indianer mit Geschray…“

Masparro

Weite Teile der venezolanischen Llanos sind in der Regenzeit überschwemmt. Die historischen Orte Itabana, Moßpaw und Tharobeia, die in den Papieren des Konquistadors Philipp von Hutten erwähnt werden und die auch in meinem Roman Die Konquistadoren Schauplätze des Geschehens sind, können heute nicht mehr exakt lokalisiert werden. Der Masparro war der grösste und in der Regenzeit wohl auch der gefährlichste Fluss der Region. Der auf historischen Karten noch eingezeichnete Ort lag im Dreieck Sabaneta-Barinas-Obispo. Die Konquistadoren unter Hohermuth folgten ungefähr der heutigen Eisenbahnlinie von Guanare über Barinas nach Südwesten und brauchten vier Monate – von März bis Juni 1536 – um Rio Apure, Rio Arauca und den Casanare – im heutigen Kolumbien – zu passieren.

Auf der heutigen Karte des Bundesstaats Barinas sucht sich der Fluss zwischen Sabaneta im Norden und Barinas seinen Weg. Ein Ort Maspara östlich von Barinas, der auf historischen Karten eingezeichnet ist, existiert heute nicht. Die Augenzeugen der Konquista wie Nikolaus Federmann und Philipp von Hutten überlieferten die Namen der Orte nur lautmalerisch. Man kann davon ausgehen, dass die historische Bezeichnung Masparro sowohl den Ort als auch den Fluss oder gar die ganze Region meinte. Eine Karte der heutigen indianischen Völker Venezuelas gibt keine Informationen darüber, ob es sich um ein Wort aus dem Arawak handelt. Vielleicht waren die kriegerischen „Indier“, von denen Hutten berichtete, die Vorfahren der Guahibos, die sich heute in das Grenzgebiet zu Kolumbien zurückgezogen haben.

Masparro

Ich nahm einen klapperigen Lokalbus, meine detaillierte Karte zur Hand und sagte dem Busfahrer, er möge mich an einer Brücke über den Masparro absetzen. Doch der gefährliche und reissende Fluss, in dem um 1536 mehrere Soldaten ertrunken waren, entpuppte sich als harmloses Rinnsal (Fotos oben). In Sabaneta redete ich mit den Taxifahrern, die sich im Zentrum des Dorfes langweilten. Der Älteste von ihnen erbot sich, für sehr wenig Geld mit mir in der Gegend herumzufahren und das Rätsel um den Masparro zu lüften. Wir tuckerten in der glühenden Hitze gemütlich in Richtung der Berge im Westen, und der alte Herr redete unentwegt auf mich ein, erzählte von seinen Kindern in den USA und welche Sorten Fische es im Masparro gebe. Und dann wurde mir klar, warum der Fluss heute keine Gefahr mehr ist: ein Staudamm! Das Wasser donnerte in einem mehrere Meter dicken Strahl in die Tiefe – und das in der Trockenzeit, in der der Fluss extrem wenig Wasser führt. Man kann sich vorstellen, wie es aussehen könnte, wenn es mehrere Monate lang geregnet hat: Die Ebene östlich der Berge – der venezolanischen Anden – verwandelt sich in einen See. Und das erklärt auch, warum die Konquistadoren damals meinten, sie wären am Ufer des indischen „Südmeers“ und die Molukken fast in Reichweite…

Masparro

Die kleinste Hauptstadt der Welt

Belmopan

Belmopan, die Hauptstadt von Belize (1982). „Im Jahr 1965 wurde der endgültige Beschluss gefasst, eine neue Hauptstadt an einem sichereren Ort zu errichten, und im Jahr 1970 konnte der Regierungssitz von Britisch-Honduras nach Belmopan verlegt werden. Die Regierungsgebäude wurden im modernen Stil an die klassische Maya-Architektur angelehnt. Ursprünglich waren für die Planhauptstadt 40.000 Einwohner vorgesehen, aufgrund der Lage und des heißen und schwülen Klimas hat die Stadt bis heute erst etwa 23.000 Einwohner.“

Nunca volver a verte!

bolivares venezuela

Das Geld sieht jetzt anders aus.

Mercado de Cristobal

market cristobal

Marktszene in San Cristóbal de las Casas, Mexiko (1981). (Vgl. 12.08.2012)

Unbekannte Vogelsorte

papagei san cristolbal

Das Foto habe 1981 ich in meiner Pension in San Cristóbal de las Casas, Mexiko, aufgenommen. Welche Vögelsorte das ist, weiß ich nicht. (Oder sagt man Vogelsorte?)

Tacitus, Federmann und Clynelish

whisky tacitus federmann

Ihr habt die Wahl zwischen drei Dingen: Tacitus‘ Germania, Nikolaus Federmanns Indianische Historia: Ein Schöne Kurtzweilige Historia Niclaus Federmanns des Jüngern von Ulm oder Clynelish Whisky (14 Jahre, erhältlich online oder beim Drogendealer meines Vertrauens).

Was gehört mit auf die Insel?

By the way: Die des Altindianischen mächtigen Leserinnen und mit der Altamerikanistik vertrauten Stammleser wissen, dass hiesigerseits Nikolaus Federmanns Indianische Historia, erschienen 1557, 2004 und 2005 online gestellt wurde (27 Folgen). Eine wissenschaftliche Ausgabe fehlt bisher, das steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.

Smile!

punta Gorda

Ein Garifuna-Mädchen aus Punta Gorda, Belize (1981)

Swing Bridge

BelizeBelize

Der Hafen von Belize City (1981) mit Blick auf die berühmte Swing Bridge. Die Brücke „is the oldest swing bridge in Central America and one of the few manually operated swing bridges in the world still in use.“

Ich war zwei Mal in Belize – definitiv eines meiner Lieblingsländer. Auf der rechten Seite hinter der Brücke war eine stadtbekannte Bar, wo sich damals auch die wenigen Ausländer trafen. Vor allem saßen dort ehemalige englische Soldaten, die in Belize hängengeblieben waren und interessante Geschichten zu erzählen wussten.

Das untere Foto zeigt den Blick landeinwärts, von der anderen Seite des Flusses.

B’aakal und Lakamha’

palenque

Palenque in Mexiko, das Foto habe ich 1981 gemacht.

The People of Belize

People of Belize

In der Nähe von Dangriga, formerly know as Stann Creek, in Belize, Mittelamerika (1981). Dangriga ist ein bedeutender Ort der Garifuna.

Die Nebelkrieger in Sacsayhuaman

Sacsayhuaman

Sacsayhuamán in den Anden Perus in der Nähe der alten Inkastadt Cuzco.

Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Man weiß bis heute nicht, wie die Inka die Steine transportiert haben, da sie weder das Rad noch Rollen kannten.

Sacsayhuaman war 1536 der Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den Spaniern und den Truppen Manco Cápac II., der noch Jahre später später einen Guerillakrieg gegen die Konquistadoren führte.

Der Beginn des Aufstandes war absichtlich auf Ostern 1536 festgesetzt worden. Eine Woche zuvor gelang Manco die Flucht vor seinen Bewachern zu einem vorbereiteten Versteck im Norden, wo sich seine Truppen sammeln sollten. Aufgrund von Verzögerungen konnte der Angriff allerdings erst Anfang Mai beginnen, nachdem es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Generälen über den genauen Angriffszeitpunkt gegeben hatte.

Als die Inka-Armee in Cuzco ankam, waren etwa 200 Spanier sowie mehrere tausend indigene Soldaten in der Stadt stationiert. Unter diesen sind viele Kañaris und Chachapoyas (die „Nebelkrieger“) aus dem Norden, welche in der späten Inkazeit umgesiedelt worden waren und dort eine wichtige Rolle als Elitetruppen spielten, bis sie sich den Spaniern anschlossen. Mancos Armee umfasste vermutlich mehrere Zehntausend Krieger (Augenzeugen sprechen von bis zu 30.000). Nachdem die Wasserversorgung unterbrochen worden war, begannen sie die Belagerung der Stadt und der ihr vorgelagerten Festung Sacsayhuamán, welche schon nach kurzer Zeit fiel.

Obwohl ihre Niederlage fast sicher schien, kämpften die Spanier erbittert um ihr Leben – sie wussten, dass sie von den Inka keine Gnade zu erwarten hatten. Als Druckmittel versuchten sie deshalb, die von Manco zur Unterstützung seiner Armee angeheuerten Zivilisten zu terrorisieren. Gleichzeitig gelang es mehreren Inkaverbänden, Entsatztrupps der Spanier auf dem Weg nach Cuzco zu vernichten, wobei über dreihundert Spanier den Tod fanden…

Ein Stoff, den Homer sicher interessant gefunden hätte…

Das Foto habe ich im Februar 1980 gemacht (vgl. Sacsayhuamán).

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