Hotel Torino, revisado

hotel torino la paz

Diese Quittung ergänzt mein Posting vom 06.05.2020: „Huelga oder gendersozialökologischklimatisch?“

Ich frage mich, warum das Hotel keine Website hat? Es gibt die üblichen Bewertungen auf attention-whore-like-Portalen wie Tripadvisor oder Booked.net, die, falls ich Vergleich aus dem Tierreich bemühte, eher den Parasiten oder Blutegeln gleichen.

Nach längerem Hin und Her habe ich die Website gefunden – leider kann ich dort nichts sehen wg. „Adobe Flash Player wird nicht mehr unterstützt“ (alle Browser auf allen Betriebssystemen).Vielleicht sollte man die informieren, dass das eher eine suboptimale Idee ist oder der Webdesigner eine Pfeife.

Auf Fratzenbuch steht, dass es das Hotel schon mehr als 100 Jahre gibt.

Remember Ludmilla

Industrieruine

Was man so alles findet, wenn man kramt. In Deutschland gibt es für jeden Quatsch einen Verein und eine Zentrale. Ich war viele Jahre Mitglied in der Deutschen Zentrale für Globetrotter. Irgendwann bin ich ausgetreten, als es zu Unregelmäßigkeiten bei den Mitgliedsgeldern gekommen war, die der Verein offen kommunizierte. In den Zeiten des Internet braucht man auch den Austausch mit ähnlich Gesinnten nicht zwingend. Das legendäre South America Handbook war immer besser als alles andere – ab meiner zweiten Reise 1981/82 hatte ich immer das dabei.

Gchtodet Buthhatd

malaria

Das ist eine Impfbescheinigung aus Costa Rica, die mir am 22. Dezember 1981 in Peñas Blancas ausgestellt wurde – das ist die Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica. Man sieht, dass da jemand Schwierigkeiten hatte, meinen Namen richtig aus meinem Pass abzuschreiben.

Die Sache war aber komplizierter, als es aussieht. In Wahrheit habe ich die Pille, die mich gegen Malaria schützen sollte, gar nicht geschluckt, sondern im Mund behalten und später unauffällig ausgespuckt. Nein, ich war kein Impfgegner, und es war auch gut, dass ich das Zeug verweigerte. Aus meinem Reisetagebuch über den Grenzübertritt (den Nicaragua-Teil hatte ich schon beschrieben):
Von einem Zivilen Vorkontrolle auf Geld in Costa Rica, anschließend braucht man einen Zettel der Gesundheitsbehörde. Wir machen einen Aufstand, weil wir die angebliche Malaria-Prophylaxe für 30 Tage nicht nehmen wollen. Es ist auch kein Arzt dabei. Endlich tun wir nur so, bei S. schöpfen sie fast Verdacht. Dann endlich Einreisestempel, dann fünf Colonen „Steuer“. Wir erwischen einen Kleinbus nach San José. Die Gegend ist viel bebauter als vorher, ansonsten nichts Neues. Die Straße ausgezeichnet.

Wir haben uns deshalb geweigert, weil wir eh schon unsere eigenen Malaria-Tabletten nahmen. Ich glaube, es war Resochin. Bei einer Überdosis kann es zu allerlei Nebenwirkungen kommen. Wir trafen auch prompt in San José einen Reisenden, der einen Tag lang kaum noch etwas sehen konnte, weil er ebenfalls seine eigenen Tabletten regelmäßig nahm, an der Grenze aber gezwungen worden war, auch noch die staatlichen Pillen zu nehmen.

Valle de Pakaymayu

Pakaymayu

Auf dem „Inca Trail“ in Peru – mein damaliger Reisebegleiter pausierte erst einmal vor Schreck, da wir nach der höllischen Passüberquerung am zweiten Tag der Wanderung auch noch über die Bergkette mussten, die da vor uns liegt. Das Foto habe ich um Januar 1980 gemacht. Wir waren rund 4200 Meter hoch.

Nach Vergleichen ähnlicher Bilder von Nachgeborenen bin ich mir sicher: Es ist das Tal des Pakaymayu. Heute ist da irgendwo ein Zeltlager, damals war da gar nichts.

Ich habe noch etwas dazu in meinem Reisetagebuch gefunden: …Am nächsten Morgen regnet es, und wir marschieren den ersten kleinen Pass durchnässt hoch. Ab Huayllabamba [das stimmt nicht, gemeint ist Wayllabamba: die Häuser, die man heute auf Fotos sieht, waren damals auch noch nicht da], wo der Weg rechts hoch in der Berge geht, wird die Strecke mörderisch, ist aber mit einigen Pfeilen gekennzeichnet. Um drei Uhr Nachmittags mas o menos kommen wir in Llulluchapampa an (…).

Die Gegend ist urwaldähnlich, Lianen und Krüppelkiefern, aber extrem steil nach oben. Paul (ein Belgier, der zeitweilig mit ins unterwegs war), muss sehr oft pausieren. Wir kochen ein bisschen und legen uns mit Pisco ins Zelt und beobachten einige triefende Gringos, die weiter oben zelten wollen.

Die Nacht ist sehr kalt und nass. Der Aufstieg zum ersten Pass (4.200m) sieht leicht und kurz aus, ist aber das Gegenteil. Wir sind schon fertig, als wir endlich oben ankommen. (Da habe ich das Foto gemacht.] Wir helfen zwei anderen Gringos, ihren Gaskocher zu löschen. Die vier Ami-Frauen sind schon aufgebrochen, ebenso der „ältere“ Herr. Runter geht es einfacher. Wetter und Sicht sind großartig.

Unten am Fluss rasten wir, pan con queso und Marmelade (gegen mein Veto essen die beiden anderen jetzt schon alles auf). Dann der Aufstieg nach Runkuraqay. um dritten Pass ist es relativ einfach, nur das letzte Stück zieht sich…

Runkuraqay ist eine putzige kleine runde „Burg“ mit mehreren Räumen, aber leider trotz überdachtem Schlafplatz voller Gringo-Müll. Ich verarzte eine Amerikanerin, die von irgendetwas gebissen worden ist. Kurz vor dem eigentlichen Pass links zwei schmuddelige Seen. Oben auf 3860m herrliche Sicht nach beiden Seiten…

Rio Hondo, revisited

rio Hondo

Den Ort hatte ich vor drei Jahren schon beschrieben: Grenze zwischen Mexiko und Belize am Rio Hondo, nordöstlich der Höfe der mennonitischen Bauern in Tres Leguas, bei denen ich 1979 ein paar Tage gewohnt habe. Auf der anderen Seite ist Mexiko. Und einer der kleinen Kerle tauchte vor neun Jahren hier schon einmal auf.

Die Geschichte hinter dem Foto ist kompliziert. Am 28.09.1979 standen wir in Cuauhtémoc im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua auf dem Bahnhof, der eigentlich keiner war, sondern nur aus ein paar Geleisen bestand. So etwas kannte ich noch nicht. Wir wollten mit der Ferrocarril Chihuahua al Pacífico an die Pazifikküste. Ein älterer Mennonite sprach uns an; er hatte offenbar gehört, dass wir uns auf Deutsch unterhielten. Er lud uns ein. Von ihm bekamen wir die Adresse seine Sohnes in Belize. Der Mann hieß Aaron Redekop. Seine Vorfahren stammten aus Russland, vermutlich war David Redekop sein Vater. (1982 war ich noch einmal bei ihm und seiner Frau.)

Am 21.10.1979 überquerten wir die Grenze zwischen Mexiko und Belize. Aus meinem Reisetagebuch:
„Mit ordinario zur Grenze. Kein Trouble, auch nicht mit den Grenzern in Belize. Chetumal [Mexiko] ist ein verschlafenes Nest, fast nur Schwarze. Trampen nach Corozal [Belize]. Tauschen Geld. An der Wand einer Kneipe das Schild: „Beautify America – eat a Redneck„. Trampen von Corozal nach Orange Walk. Leute sehr freundlich, sprechen fast alle nur Spanisch.

Von Orange Walk nach Yo Creek, nur ein paar Hütten. Ein Mennonite nimmt uns mit dem Pickup mit nach Blue Creek und setzt und vor dem Haus von Redekops ab.“

Jetzt muss ich vorgreifen. Blue Creek gibt es nicht mehr, auf der Karte sieht man noch, dass die Gegend besiedelt war. Damals waren dort einzelne Gehöfte, keine geschlossene Siedlung, alle in Sichtweite eines anderen. 1982 erfuhr ich, dass der Hof des jungen Redekop von Mexikanern angesteckt und seine Familie vertrieben worden war – die Redekops kehrten wieder nach Mexiko zurück. Der Grund: Die Mennoniten zerstörten die Felder der Mexikaner (aus Belize), die an der Grenze Marihuana anbauten. Es gab wohl einen Kleinkrieg, den die Mennoniten verloren. Fast alle weigern sich ohnehin, Militärdienst zu leisten. Sie sind eigentlich friedliche und fromme Leute.

War standen vor dem Hof, der nur aus einem Haus und einigen Nebengebäuden bestand und hatte nur den Zettel mit dem Namen. Ein ziemlich attraktive blonde Frau (die oben auf dem Foto) kam mit einem Gewehr heraus und zielte auf uns und fragte, was wir wollten. Als wir auf Deutsch antworteten, ließ sie das Gewehr sinken und bat uns herein. Ihr Mann (oben) kam später von der Feldarbeit und staunte über den Besuch, war aber sehr neugierig, was wir zu erzählen hatten.

Viel interessanter war das, was wir über das Leben dort erfuhren.

Mann und Frau hatten klar zugewiesene Rollen. Wenn er am Tisch saß, rief er seine Frau aus dem Garten, um ihm Kaffee einzuschütten. Alles im Haus kommandierte sie. Alles draußen regelte er. Die Mennoniten war nicht viele und eine verschworene Gemeinschaft mit harten und klaren Regeln. Ich kann mich heute noch an die Geschichten erinnern, die wir abends, wenn wir draußen unter dem Sternenhimmel zusammensaßen, zu hören bekamen. Die Mennoniten sprachen Plautdietsch, was nicht immer einfach zu verstehen war, gemischt mit „modernen“ deutschen Wörtern.

„Wenn der Jakob seine Frau prügelt, dann wissen das ein paar Tage später alle. Und wenn der Jakob dann unterwegs ist, dann lauern ihm der Aaron und der Josef und der Matthias mit dem Ochsenziemer und zeigen ihm, wie sich ein Mann zu benehmen hat. Der Jakob schlägt seine Frau nie mehr.“

Einer hatte es gewagt, eine Mexikanerin zu heiraten – eine Katholikin! Er durfte sich bei den Mennoniten nicht mehr blicken lassen. Die Alten sind alle Pazifisten. Manche fahren noch mit Pferd und Wagen und halten Traktoren für Teufelszeug. Der junge Redekop ist aus der Art geschlagen, war sogar bei der US-Armee, und hat deswegen vermutlich Stress mit seinem Vater.

Was müssen diese Leute wissen, um in der Wildnis zu überleben? In der Schule lernt man das nicht. Redekop war von einer Schlange gebissen worden – auf dem Foto sieht man noch den Verband. Sein Rezept: Man muss die Schlange zuerst töten. Dann nimmt man ein Messer und schneidet den Biss kreuzförmig auf (das hatte er selbst gemacht). Dann bestreicht man die Wunde mit roter Wagenschmiere. Dann spricht man ein Gebet und denkt nicht mehr an die Wunde. Es schien zu funktionieren.

Dieser Menschenschlag würde hier nicht immer auf Sympathie stoßen. Mennoniten sind eine Art erzkonservativer Calvinisten. Sie arbeiten eigentlich immer, wenn sie nicht schlafen. Der Mexikaner an sich ist genau das Gegenteil. Und das sagen die Mennoniten auch unverblümt. Redekop hatte ein paar Knechte, die aus Mexiko stammten. Wenn die Sonne unterging, spendete ein Generator noch Strom. Am ersten Abend war er kaputt, und die Mexikaner fummelten lange erfolglos daran herum. Sie kriegten auch die Kurbel nicht richtig in Schwung. Der junge Redekop sah sich das nicht lange an, scheuchte sie zur Seite und bekam das Gerät mit nur seinem gesunden Arm zum Laufen. Es war sonnenklar, wer die dicksten Cojones hatte der Boss war.

Am Sonntag zieht man keine Jogging-Hose an, sondern das beste Zeug, was man hat. Am Sonntag wird auch nicht gearbeitet. Einmal im Monat treffen sich alle Mennoniten zu einem Fest – da wird ausgeguckt, welcher Hans welche Grete kriegen soll. Wir machten eine Fahrt mit dem Pickup zum Rio Hondo – dort ist das Foto am 21.10.1979 entstanden.

Aus meinem Reisetagebuch:
Essen echt deutsch, viel Fleisch. Toronjas. Zitronen fürchterlich sauer, Pampelmusen sehr süß. Wagenschmiere und Alkohol helfen auch gegen Mücken, warme Milch gegen Vergiftungen. Spazierfahrt zum Blue Creek [gemeint ist der Rio Hondo].

Mittags zeigt uns Redekop sein neues Haus, etwas windschief. Er hat jede Menge Maya-Scherben gefunden. Fast direkt unter dem Hause ist eine ziemlich größe Höhlung, die er irgendwann ausgraben will. Abends Schnack über Gott und die Welt. Redekop begreift nicht, dass in Deutschland nicht alle Farmer werden wollen. Seine Kinder würden gegen Russland [gemeint war die Sowjetunion] in den Krieg ziehen. Er sei früher Scharfschütze mit einer 44er Magnum gewesen. Er sagt, was die Frau tun soll.“

Caribbean Breeze

caye caulker

Fotografiert 1982 auf Caye Caulker, Belize.

Cusco, revisitado

Cusco

Cusco, Peru, fotografiert 1984. Ich muss aber an die hiesige Lateinamerika-affine Schwarmintelligenz appellieren: Ich kriege ums Verrecken nicht heraus, von wo ich das Foto gemacht haben könnte. Es könnten natürlich der Mirador de Plaza Sán Cristobal sein – aber das passt nicht. Vor allem verwirrt mich die Kirchturm (?), der eben nur eine Öffnung hat. Wenn man einschlägig sucht, kommt nichts, was passt. Ich dachte erst, dass es wohl die Iglesia de San Pedro am Hauptmarkt sein könnte, weil das langgestreckte Dach eben zur Markthalle passen würde, aber das kann nicht stimmen, sogar wenn das Foto seitenverkehrt eingescannt worden sein sollte.

Emp. Hotelera Habana

Emp. Hotelera Habana recibo

Aus meinem Reisetagebuch, 05.08.1984:
… In Panama kriegen wir bei schlechtem Wetter noch einen kapitalistischen Kulturschock. Dann landen wir in Kuba und fallen vor Hitze fast um. Der Clou: Man bezahlt uns eine Nacht im teuersten Schweinehotel, im Habana Libre, ungefähr so wie das Kempinski mit kleiner Fehlern. Das Zimmer hat TV, Radio, Blick auf die Altstadt und die Bucht mit dem Leuchtturm. Bad: Der Stopfen der Badewanne fehlt natürlich.

Wir gehen gepflegt in die Stadt und lassen uns beim illegalen Tausch [von Geld] an der Uferpromenade erst noch kräftig über’s Ohr hauen, weil man uns ungültige Geldscheine andreht – mit zweifarbigen Scheinen. So sind 20 US$ futsch, aber einen 20-Peso-Schein [des Falschgeldes] kriegen wird später im Restaurant „Caracas“ wieder los [vermutlich weil der Geschäftsführer, der kam, sich nicht traute, uns zu bezichtigen, wir als reiche Ausländer würden mit Falschgeld bezahlen].

Das erste Auffallende: lange Schlangen vor den Restaurants, was aber bei der Temperatur nicht weiter schlimm ist. Das Frühsück ist noch ausgefallener: Für. 3.50 Pesos kann man so viel essen, wie manwill, und das heißt bei mir fünf Teller voll, dazu köstlichen Joghurt. Wir platzen fast.

Die Suche nach einem billigen Hotel wird strapaziös, weil alle voll sind. Im „Sevilla“ [daher ist die Quittung] wird „repariert“, es gibt kein Wasser, nur Eimer, und das Klo stinkt entsetzlich. Aber das Hotel hat Stil, eine tolle Eingangshalle, alte Telefone und Marmorfiguren, aber viel Plaste und Elaste dazwischen…

Basilika La Merced

Basilika La Merced (Quito)

Blick auf die Basilika La Merced, Quito, Ecuador, fotografiert von der Treppe an der Plaza San Francisco im November 1979.

Habemus Castillo!

peru coast
Die Küste Perus und die Ausläufer der Anden, auf dem Flug von Lima nach Kuba, August 1984

Pedro Castillo ist offiziell neuer Präsident Perus. Castillo war von 2005 bis 2017 Mitglied der Partei Perú Posible und ist seit 2020 Mitglied der Partei Freies Peru, die als marxistisch-leninistisch gilt. Die Rechte schäumt, die hiesige „Linke“ schweigt.

Ich schrieb hier vor kurzem: Passend ist auch, dass die „Linke“ nichts zum neuen linksradikalen Präsidenten von Peru sagt. Der ist ein Alptraum für unsere Linksidentitären, zu denen sich leider sogar die „Konkret“ gesellt hat. Pedro Castillo ist gegen die Homo-Ehe, will Flüchtlinge unerwünschte Einwanderer abschieben (was auch Israel macht) und ist gegen Abtreibung. Er besinnt sich – ich schrieb es schon – auf das Kerngeschäft der „Linken“ – it’s the economy, stupid. Der Rest ist Lifestyle.

Ich möchte gar nicht wissen, was der marxistisch-leninistische Präsident von Gendersprache hält.

Total unabhängig

kuba

Natürlich sind die „Faktenprüfer“ von Fratzenbuch „unabhängig“. Fragt sich nur, von wem. Da bin ich aber viel unabhängiger.

Vgl. Massenkundgebungen zur Verteidigung der Revolution in Kuba.

Der Fetisch des erinnerten Geldes

cents guyanamünzen Nicaraguasoles perumünzen Belizemünzen Honduras

Agua enojada

rio napo

Rio Napo, Ecuador, November 1979 (Symbolbild). Mehr: Am Rio Napo, 19.02.2011.

Un puente – no es tan peligroso

Interoceanica sur

Das Foto habe ich 1984 gemacht – von der Ladefläche eines LKW aus – auf einer der damals gefährlichsten Straßen (Teil der Interoceanica Sur) der Welt. [Vgl. auch On the road again (07.10.2020), Interoceanica, revisited (21.01.2020) und On the Road (22.11.2018)]

Cusco, visitado de nuevo

cusco peru

Cusco, Peru, Blick auf den Plaza de Armas. Geradeaus, also auf der östlichen Seite des Platzes, die Iglesia de la Compañía de Jesús, links die Kathedrale.

Ich kriege nicht heraus, von wo aus ich das Foto Ende Juli 1984 gemacht habe, da die Autos von Google natürlich nicht Treppen steigen können. Ich vermute, dass ich in der Calle Ccoricalle war, westlich der Suecia.

Aus meinem Reisetagebuch:
Wir besichtigen [nach der Rückkehr von Machu Picchu] fast nichts mehr. Das archäologische Museum ist ständig wegen Personalstreiks geschlossen. Gestern verübte auf der Straße zum Markt ein ungeschickter ladrón ein Shampoo-Attentat auf mein Hemd, wohl um meine vermeintliche Verwirrung zu einem kleinen Raub oder Taschendiebstahl auszunutzen, was zum Glück nicht gelang [weil er das Shampoo auf mein Hemd statt in meine Augen spritzte – ich bin für peruanische Diebe zu groß].

Die Abende verbringen wir zumeist in einem der Restaurants in der Procuradores, die da sind: Comida de Dioses – einmal und nie wieder [gibt es nicht mehr]. Kukuly [ist heute offenbar eine Pizzeria], teuer, aber ganz nett, am besten natürlich die Pizzeria [ist heute Mia Pizza, war 1979 die einzige Kneipe, in der sich Touristen trafen, 1984 gab es schon mehrere], deren größter Teil der Gerichte auf der Speisekarte aus dem Ursprungslokal El Corsario [gibt es nicht mehr] herbeitransportiert werden muss. Unten [an der Plaza] hat ein neues Lokal eröffnet unter deutscher Leitung, es gibt Bob Marley und den neuesten „Spiegel“. (…)

Abends spät gehen wir ins Varayoq [oder Varayoc] oder ins Las Violinas, eigentlich die beste Bar, nur ziemlich voll und gestört von besoffenen peruanischen Machos, die um jeden Preis eine Gringa abschleppen wollen…

Eine Gegend

landscape Peru

Irgendwo in den Ausläufern der Anden in Peru (1984). Leider kann ich nicht mehr genau bestimmen, wo das war – entweder im Bus von Cusco nach Lima oder, was wahrscheinlicher ist, von der Ladefläche eines LKWs aus fotografiert auf dem Weg von Puerto Maldonado auf der Interoceanica Sur, zwischen Urcos und Cusco. Es könnte in der Nähe des Parque Arqueológico Tipón gewesen sein.

Die Lage

soljanka
Die Soljanka muss zur Lektüre passen und umgekehrt.

– Die Lage in Peru – doch halt, lassen wir die bürgerliche Presse zu Wort kommen: „Das Comeback des Marxismus“. Als ehemaliger Deutschlehrer muss ich das Denglisch bemängeln: Die „Rückkehr des Marxismus“ klingt besser. Ein Gespenst geht um usw.. Mal sehen, wann die US-Amerikaner die ersten Sanktionen verhängen.

Castillo war von 2005 bis 2017 Mitglied der Partei Perú Posible und ist seit 2020 Mitglied der Partei Freies Peru, die als marxistisch-leninistisch gilt. Er vertritt wirtschaftspolitisch linke bis linkspopulistische Positionen, auch wenn er sich selbst als „progessiv“ und nicht marxistisch definiert. So spricht er sich für die Verstaatlichung und Teilverstaatlichung von Infrastruktur und Rohstoffförderung und eine Erhöhung der Ausgaben für Bildung und Gesundheit aus. Er distanzierte sich aber vom Kommunismus und Chavismus. Ihm werden gleichzeitig Verbindungen zu einer Unterorganisation des Leuchtenden Pfads vorgeworfen.

Guter Mann! Von dem könnte die hiesige Linke was lernen: „Klima“, „nachhaltig“, „soziookölogisch“, „genderdings“ gibt es bei ihm nicht. Er besinnt sich aufs Kerngeschäft der Linken. So überzeugt man die Massen.

kuchen
Heute Nachmittag zu Ehren des Genossen Pedro Castillo gebacken!

– Die Lage in Wokistan: An der Universtität Oxford (!) wollen sie die Bilder der Queen abhängen. Ist Kolonialismus und so. Mein Rat: Zwangsarbeit im Steinbruch Studenten ans Fließband und auch sonstwo in die Produktion!

– Die Lage bei den Grünen: Gibt es irgendwo einen Annalena-Baerbock-Lebenslauf-Liveticker? (Variante: Gibt es irgendwo einen Armin-Laschet-Lebenslauf-Liveticker?)

– Die Lage bei der CDU: Jemand von denen „will wegen der wachsenden Zahl antisemitischer Vorfälle das Staatsbürgerschaftsrecht ändern. Wer gegen Juden hetzt, soll nicht Deutscher werden können.“ Das ist ja eine großartige Trollerei. Man sieht die Grünen und die Linken die Lippen zusammenbeißen und murmeln: Dazu sagen wir jetzt nichts.

– Die Lage in Nordkorea: Hatte ich schon über das Uhrenarmband von Kim Jong Un berichtet?

– Die Lage in Gor: We are expecting two to three feet of drama this evening with bullshit blowing in from all directions.

gamla
Ausstattung: Golan Heights Winery Gamla Syrah Galilee-Galiläa 2018

Durch die Wüste

wüste

Die Küstenlandschaft von Peru, fotografiert aus einem Bus von Cusco nach Lima, Anfang August 1984.

Palacio arzobispal

Palacio arzobispal de Lima

Der Palast des Erzbischofs von Lima (Palacio arzobispal de Lima), Peru, fotografiert 1984. Heute ist es fast unverändert, der Fleck auf dem gelben Haus links ist immer noch da. Aber interessant ist ein Foto aus dem Jahr 1860 – da sieht der Palast wie eine Bruchbude aus.

Huancayo, backstage

Huancany

Fotografiert in Huancayo, Peru, am 29.12.1979

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