Aragón, Carrera 3, Calle 12c

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Gestern fiel mir auf, dass es interessant sein könnte, das Hotel Aragón in Bogota, Kolumbien, wiederzufinden, in dem ich 1982 eine Woche lang war und später nach der Rückkehr von den Llanos im Osten noch einmal. Tatsächlich – es ist an der Straßenecke
Carrera 3 #12C-13. Sogar die Häuser stehen da noch, sind nur renoviert worden.

[Uodate: Das Hotel Aragón hat mir soeben geschrieben: “Muy buena fotografía, muchas gracias por compartirla”.]

Zu der Zeit gab es keine Reiseführer, die diesen Namen verdienten (und natürlich auch kein Internet), mit einer Ausnahme, die aber um so besser und Pflichtlektüre war – das legendäre South America Handbook (vgl. oben, Ausriss mit dem Eintrag über das Aragón in Bogota), ein mehr als 1000-seitiger Wälzer auf extrem dünnem Papier und sehr klein beschrieben. Ich habe hier noch zwei völlig abgegriffene Exemplare stehen. Mitte der achtziger Jahre war ich sehr stolz, dass ein Eintrag von mir aufgenommen worden war, wenn ich mich recht erinnere, über die Gegend um Chipaya in Bolivien: Das bedeutete, dass niemand vorher schon mal da gewesen war, der darüber berichtet hatte.

monsserrate bogota

Aus meinem Reisetagebuch, 08.01.1982:
Was es alles so gibt… Wir sind auf dem Monserrate gewesen [Foto oben, über 3000m hoch, der “Hausberg” Bogotas], obwohl der Australier in unserem Hotel am Fuß des Berges von vier Männer ausgeraubt worden ist. Überraschenderweise war Feiertag und tausende von Leuten unterwegs. Die Zahnradbahn ist langweilig, nur der Blick auf Bogota interessant, um einen Eindruck zu bekommen, wie groß die Stadt ist. (…)

Auf der Calle 19 zwischen Carrera 7 und Caracas sind viele Trödel-Buchläden, einer verkauft nagelneue deutsche und französische Zeitungen (den “Spiegel”, vier Tage alt, für 100 Pesos) (…)

Ein alter Engländer, der seit neun Jahren in Kolumbien lebt, erzählt und Stories über Stories. Er rät uns dringend, unsere Wertsachen im Hotel zu lassen. da der Besitzer [des Aragón] der “einzig ehrenwerte Mann” in Kolumbien sei und die Räuber wüssten, dass die Gringos immer alles mitführten. Einige Touristen seien von Ausflügen “ohne alles” zurückgekommen. Die Oberschicht sei völlig von allen anderen isoliert. Trotz allgemeiner Schulpflicht ginge die Auslese schon bei der Jobsuche los – wer nicht aus der “richtigen” Familie komme, habe keine Chance. Man sagt, die M-19 sei eine Vereinigung arbeitsloser Akademiker. Die Frau des Hotelbesitzers sei in der Carrera 3a überfallen worden.

m-19

Ajiaco ist ein tpypisches und leckeres Gericht aus Bogota, falls es nicht kalt serviert wird, wie uns passiert. Überhaupt sind die Suppen empfehlenswert, auch Kumis-Joghurt, wie alle Milchprodukte…

[Vgl. hier Kolumbien: Bogotá, Kolumbien 1982 27.12.2010, Lieber Bürgerkrieg als Verhandlungen oder: Die größten Kritiker der Elche sind oft selber welche (27.05.2014, Gringa linda (28.12.2013, Querbeet 08.03.2020.]

Kommentare

4 Kommentare zu “Aragón, Carrera 3, Calle 12c”

  1. Fritz am März 9th, 2020 3:57 pm

    Warst du auch in Medellín? Meine Frau ist von dort und wir besuchen so alle zwei Jahre die Familie.

    Medellín gefällt mir wesentlich besser als Bogotá; mein Schwager sagt: Das beste an Bogotá ist die Ausfahrt nach Medellín.

  2. admin am März 9th, 2020 4:08 pm
  3. Fritz am März 10th, 2020 11:57 am

    Und wie hat es dir gefallen? Keine weiteren Fotos?

  4. admin am März 10th, 2020 12:10 pm

    Mehr Fotos des Hotels habe ich nicht. Da würde ich jederzeit wieder hin.

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