Verflixt, was mache ich jetzt?

wahlomat

Ich wollte eigentlich die „Linke“ wählen… Vermutlich habe ich falsch gewichtet. Und wohnte ich in Großbritannien, müsste ich die schottischen Grünen wählen? Muahahaha.

Bananenrepublik oder: Snowden darf nicht nach Deutschland [Update]

FAZ: „In der Bundesregierung zeichnet sich nach Informationen der F.A.Z. die Entscheidung ab, Edward Snowden die Einreise zu verweigern. (…) Die Regierung wird ihre Stellungnahme dem Ausschussvorsitzenden zuleiten und nicht veröffentlichen.“

Schon klar.

Update. Laut Heise: „Konkret soll es in dem Papier heißen, dass ‚im Falle einer Gewährung der Aufenthaltszusage sehr wahrscheinlich mit schweren und dauerhaften Belastungen des Verhältnisses zu den Vereinigten Staaten von Amerika zu rechnen‘ sei“.

Die Taz wird neue Nationalzeitung

So erklärt die Taz den 2. Weltkrieg: „Ab 1941 gehörte zwar auch die Sowjetunion zu den Opfern der ‚Lebensraum‘-Ideologie Hitlers. Aber bereits 1944/45 kehrte die russische Besatzungsmacht in die zurückeroberten Gebiete zurück – und blieb dort bis 1989.“

Zwar starben 27 Millionen Sowjetbürger als Opfer des deutschen Krieges zwischen 1941 und 1945. Aber das spielt für die taz keine große Rolle, weil diese Sowjetunion seit 1945 in den „zurückeroberten“ Gebieten blieb.

Keine unnötigen Konflikte am Bierabend

Die rote Fahne

Arbeiter! Proletarier! Parteigenossen!

Im Jahr 1890 hat das Proletariat der Welt zum erstenmal den Weltfeiertag gefeiert,

Was war er? Was sollte er sein?

Er sollte sein ein Freudentag für das Proletariat, er sollte sein ein Tag des Kampfes gegen die Bourgeoisie, ein Tag der Musterung aller Kräfte, ein Tag, der Jahr für Jahr immer deutlicher der Bourgeoisie zum Trutz, dem Proletaria zum Nutz der Welt verkünden sollte:

Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will.

In allen Ländern sollten sie feiern; die Proletarier aller Welt, ob sie unter dem Henkerbeil des Zaren, und dem Zuchthausregiment der Hohenzollern, und der schweren Kette englischer, französischer, amerikanischer Kapitalisten schmachteten. Sie alle sollten wissen, daß an diesem Tage ihre Brüder in der Welt frei sind, frei auf einen Tag, weil sie es wollen.

Arbeiter! Parteigenossen!

Erinnert Ihr Euch, was aus der Maifeier geworden ist? Erinnert Euch doch, wie sie von Jahr zu Jahr von Partei-und Gewerkschaftsbonzen immer mehr eingeschränkt worden ist, wie man sie mählich und mählich erwürgt hat, weil man „die Kassen schonen müsse“ und „keine unnötigen Konflikte“ hervorrufen dürfe. So hat man den Weltfeiertag herabgewürdigt zu einem Bierabend, an dem man eine langweilige Rede anhörte und eine langweilige Resolution verabschiedete.

Und wir, die damals die würdige Feier verlangten, wir wurden als Hetzer und „revolutionäre Phraseure“ und wer weiß was sonst verhöhnt.

Dann aber kam der Krieg. Dann kam die Zeit, wo tausende von Proletarier geopfert wurden für den Kapitalismus.

Da sagten wir: noch nie habe das Proletariat, noch nie habe die Menschheit so gelitten, noch nie sei es so Pflicht gewesen, den Herrscheden ein Halt zu gebieten, indem die Völker über die Schützengräben hinweg einander anriefen: heute ist Weltfeiertag.

Was sagten damals Scheidemann, die [sic] Legien, der [unleserlich] Ebert, was sagten damals die Mehrheitler? Sie sagten, wir, die dieses wollten, wir seien „Vaterlandsverräter„, man warf mit ihrer Billigung die Genossen ins Zuchthaus, die wollten, daß man den 1. Mai so feiere, wie sich’s gebührt.

Aus: „Die rote Fahne„, 01.Mai.1919

Haymarket Riot

Bild: Haymarket Riot: Am 1. Mai 1886 begann in Chicago (Illinois, USA) ein mehrtägiger, von den Gewerkschaften organisierter Streik, um eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden durchzusetzen. Die mit diesem und den darauf folgenden Tagen verbundenen Ereignisse werden als Haymarket Riot, Haymarket Affair und Haymarket Massacre bezeichnet und begründeten die Tradition der internationalen Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, den 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterklasse zu erklären.

Wallraff und Burgerking oder: 7,71 Euro brutto

Der dreiteilige Stream von Wallraffs Reportage über einen der größten Franchise-Nehmer von Burgerking ist noch online (leider mit unerträglich langer Werbung vorab und zwischendrin).

Maschinenraum

Maschinenraum

Hat sich nicht viel verändert im Vergleich zum vorigen Jahr. Ja, die zwei Laptops und das Smartphone habe ich auch noch, sind dann also fünf Rechner. Zwei Linux, zwei Windows, eins Android.

Flash nicht mehr stopfen

adobe

Ich weiß nicht, ob jemand auf meine unmaßgeblichen Ratschläge hört, aber den Adobe Reader | Flash Player usw. habe ich unter Windows schon längst deaktiviert, deshalb achte ich nicht auf die ständigen Meldungen über Sicherheitslücken. Allein schon die Website von Adobe ist mir ein Graus: Die wollen mich zu Javascript zwingen (bei früheren Updates sowieso) und erkennen auch meinen Browser nicht korrekt (nein, ich nutze nicht Chrome!), wenn ich mal nicht mit Firefox komme. Was besonders nervt, ist das unseriöse Angebot, mir Antiviren-Software irgendwelches Schlangenöl per default aufzwingen zu wollen. Was will man da erwarten….

Ich empfehle übrigens den Foxit Reader; für Linux gibt es Vergleichbares.

Verlauf der Märkte einschätzen oder: Unser täglich Horoskop gib uns heute

volkswirtschaftslehre

Diese Unterlagen füllen

spam

Immer wieder lustig und pädagogisch wertvoll (MUA options: View Headers all). Received: from mail.miecube.com ([89.186.95.123])

Machu Picchu, revisited

Machu Picchu

Angesichts des mich traurig stimmenden Artikels bei Spiegel online erinnere ich an meine Artikel und Fotos vom 03.12.2012, vom 29.08.2011 („Machu Picchu“) und vor allem vom 04.01.1012 („El camino de los Incas“).

Ich bin froh, das Weltwunder schon 1980 und 1984 gesehen zu haben, damals waren nur wenige Touristen da und wir konnten die Bergstadt der Inkas fast ungestört erkunden. Beim zweiten Mal habe ich sogar am Sonnentor oberhalb Machu Picchu – auf halbem Weg von Wiñay Wayna – übernachtet und konnte den Sonnenuntergang und -aufgang über der Stadt erleben.

Mehrfach gesichert

Kommissarin im „Tatort“ klappt ein Laptop auf und versucht, das Passwort herauszufinden. „Der ist mehrfach gesichert. Da müssen unsere Techniker ran.“

Soso. Die „Techniker“ knacken dann vermutlich Truecrypt.

Als der Laptop dann auch noch geklaut wurde, habe ich ausgeschaltet.

Schöne Körper(teile) für Männer

avatareavatare

Dieser Avatar-Laden bietet ungefähr das ästhetisch Anspruchsvollste, was man in Secondlife zur Zeit finden kann. Ein virtueller Körper kostet rund 2000 Lindendollar, das sind ungefähr sechs Euro, der unten abgebildete Körperteil noch mal so viel.

Ich weiß nicht, ob Frauen solche Körper attraktiv finden oder ob vorwiegend Schwule virtuell so aussehen wollen. Das jeweils herrschende Schönheitsideal einer Gesellschaft ist bekanntlich relativ. „Die evolutionsbiologische Erklärung für Schönheitsideale ist, dass empfundene Schönheit mit evolutionär vorteilhaften Eigenschaften korreliert. (…) Schönheitsideale spiegeln immer auch die in der jeweiligen Gesellschaft herrschenden Machtverhältnisse wider. Gebräunte Haut etwa, die von jeher ein Zeichen von Unterprivilegierung war, wurde in den 1960er Jahren zum Schönheitsattribut, als die besser verdienenden Kreise das Mittelmeer als Urlaubsziel entdeckten.“

Interessant erscheint mir der gegenwärtige Trend in kapitalistischen Gesellschaften, den Körper künstlich modifizieren zu wollen – dazu gehört im weiteren Sinne auch Piercing. Der Körper wird zum Transportmedium bestimmter sozialer Zeichen. Das müsste ja nicht so sein – man könnte stattdessen auch die Kleidung benutzen.

Ich glaube auch nicht, dass ein Waschbrettbauch zu allen Zeiten als schön galt. Wikipedia über die Antike: „Fettleibigkeit hatte jedoch keinen negativen Beiklang, sondern galt im Gegenteil als begehrtes Wohlstandszeichen“. Aber eben vemutlich nur für Männer. Und über das so genannte Mittelalter: „langes Haar war auch das wichtigste Attribut des schönen Mannes“. Sag ich doch!

Acht Mythen zur Vorratsdatenspeicherung

Thomas Stadler (via Hal): „Acht Mythen zur Vorratsdatenspeicherung“.

Tatsächlich gibt es in keinem einzigen EU-Mitgliedsstaat (empirische) Belege dafür, dass die Vorratsdatenspeicherung zu einer erhöhten Aufklärungsquote geführt hat, obwohl sie in den meisten EU-Staaten über viele Jahre hinweg praktiziert worden ist. (…)

In einem Rechtsstaat gibt es keine Strafermittlung um jeden Preis. Darin besteht nämlich gerade der Unterschied zu Unrechtsstaaten wie der DDR, die jede Form der Überwachung und Kontrolle des Bürgers für legitim hielten. Der Rechtsstaat muss auf eine Totalüberwachung verzichten und damit evtl. einhergehende Defizite bei der Kriminalitätsbekämpfung in Kauf nehmen.

LROC: LNPM

Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) Camera: LROC Northern Polar Mosaic (LNPM)

Entschuldigung an die wohlwollenden RSS-Feed-Reader und geneigten RSS-Feed-Readerinnen.

The forbidden subject oder: Menschenhandel und organisierte Kriminalität

„Derzeit kann kaum ein europäisches Land mit den geringen deutschen Schlachtpreisen mithalten, vor allem wegen der niedrigen Löhne.“ (Spiegel online)

Dazu wüsste ich natürlich mehr.

Sueddeutsche.de: „Schlechte Bezahlung, unwürdige Unterkünfte, Erniedrigung und Erpressung: Was sich in Schlachthöfen abspielt, ist für viele Kritiker mehr als Ausbeutung. Die Rede ist von Menschenhandel und organisierter Kriminalität.“

Frankfurter Rundschau: „Schlachten in Deutschland ist so billig wie nirgendwo sonst in Europa. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum Beispiel zahlen viele Betriebe Dumpinglöhne und werden dafür vom Staat belohnt.“

Ach so. Der deutsche Staat finanziert und belohnt Menschenhandel und organisierte Kriminalität. So sind sie eben, die freien Märkte(TM). It’s not a bug, it’s a feature.

Jetzt gibt es zwei verschiedene Methoden, darauf zu reagieren. Die deutsche grünalternative Version wäre, Veganismus-Asketismus zu predigen kein Fleisch mehr zu essen, aber das System der Ausbeutung nicht in Frage zu stellen.

Die zweite Version ist hierzulande weder erlaubt noch denkbar, nur im Ausland. „The forbidden subject is capitalism.“ (Thomas I. Palley)

Zwei hübsche blonde Frauen, die Jimi Hendrix spielen

Duderich: „Zwei hübsche blonde Frauen, die Jimi Hendrix spielen“. Ein nettes und stilvolles Video von Ana Popovich gibt es hier: „Object of Obsession“.

Augmented Reality

Augmented Reality

Die Vor- und Nachteile, Risiken und Nebenwirkungen von Augmented Reality via Google Glass beschreibt ein Nutzer im Heise-Forum. „Augmented Reality ist das Ende JEGLICHER Privatsphäre.“ Lesenswert!

Hyperraum oder Wurmloch oder Verfolgungsvakuum

SPAM: „Einige Wissenschaftler behaupten deshalb, dass es sich bei der aktuellen SPD in Wirklichkeit um eine Partei von vorgestern handeln könnte. Es gibt sogar Stimmen, wonach Andrea Nahles nur dank eines Warp-Antriebs aus ihrem Paralleluniversum entkommen wäre. Gestritten wird unter den Physikern auch darüber, wie das Willy-Brandt-Haus im Licht der neuen Erkenntnisse einzustufen sei – ob nun als Hyperraum oder Wurmloch.“

Wenn ich diese Herrschaften sehe – wie Gabriel und Nahles und andere Pofalla-Verschnitte – , fällt mir auch nichts ernsthaft Politisches mehr ein. Ein Vakuum sehe ich an ganz anderer Stelle…

Das Kapital, reloaded

Manager Magazin: „‚Kapital im 21. Jahrhundert‘ schreckt Ökonomen auf“.
Der Titel erinnert nicht zufällig an „Das Kapital“ von Karl Marx. Der Ansatz ist zwar ein völlig anderer, aber auch der junge Ökonom Thomas Piketty von der Ecole économique de Paris wagt sich an eine Theorie der selbstzerstörerischen Kraft des Kapitalismus. Er stützt sich auf die wohl größte und systematischste Sammlung von Daten über die Verteilung von Vermögen und Einkommen im Verlauf der Jahrhunderte und im Vergleich mehrerer Länder.

Thomas Piketty: Capital in the Twenty-First Century, translated from the French by Arthur Goldhammer, Belknap Press/Harvard University Press, 685 pp., $39.95.

Ist praktisch schon schon gekauft… In Deutschland wird es natürlich nicht wirklich diskuiert werden (dürfen).

Umsetzung der Vertiefung bei Verhinderung und Bekämpfung

BT-Drucksache 18/1037

Kleine Anfrage der Partei „Die Linke“ über den Datenaustausch zwischen Deutschland und den USA. Grusel.

Mehr dazu auf der Website des Bundestages (BT-Drucksache 18/1037: „Umsetzung des deutsch-amerikanischen Abkommens zur Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität“) und bei Netzpolitik.org: „Schäubles Erbe: BKA bald startklar zum automatisierten Abgleich von Fingerabdrücken und DNA-Profilen mit den USA“.

Umsetzung der Vertiefung bei Verhinderung und Bekämpfung. Das hätte die „Linke“ nicht besser formulieren können.

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