Mercado

mercado

Straßenmarkt in La Paz, Bolivien (1984)

Behelmt, revisited

tarabuco

Das Foto habe ich 1984 in Tarabuco in den bolivianischen Anden gemacht.

Tag der Arbeit

chive

Ein Nachtrag zu meinem Posting vom 04.04.2011: Der Kautschuksammler, revisited. Waschtag an einem kleinen Fluss im Urwald, wo wir bei Kautschuksammlern zu Gast waren. Es ist nicht mehr herauszufinden, wo das genau war – wir sind von Chive ein paar Stunden über einen kleinen Trampelpfad noch Nordwesten gegangen. Auf der Karte ist ein Flusslauf zu erkennen, eine Siedlung gab es damals nicht, nur zwei Hütten. Die werden natürlich nicht mehr da sein, aber der Mann hatte den Urwald ein wenig gerodet. (Es könnte hier gewesen sein.)

Besuch beim Herrn der Unterwelt

mine san jose Oruro

Aus meinem Reisetagebuch vom 31.1.1980 Oruro, Bolivien:

Ein Microbus fährt zur Mine San José. Wir werden von einem Büro zum anderen geschickt. Der subgerente verweist uns zum gerente [Manager], der wieder zurück. Wir haben den Eindruck, dass sie Ausländer nicht gern da unten sehen.

Erst nach stundenlangem Palaver, als ich erkläre, dass mein Vater und meine Großväter auch Bergleute waren, bricht das Eis. Sie treiben einen ingeniero auf. Der rüstet uns mit Stiefeln, Lampe und Helm aus und begleitet uns in die Mine. Es arbeiten dort rund 700 Leute. Die Mine sei 400 Jahre alt. Gefördert werden Kupfer, Silber, Blei und Zinn.

Die Mine sieht teilweise aus wie eine Mischung aus Korallenriff und Tropfsteinhöhle. Das oxidierte Kupfer fühlt sich ganz weich an. Es gibt erstaunlich wenig Stempel. obwohl Flöze bis 80 cm abgebaut werden.

In einer Grotte sitzt el Tío, der „Heilige“ der mineros oder auch der Herr der Unterwelt. Ihm muss man etwas opfern, sagen sie.

Wir fahren mit zwei Aufzügen abwärts. Die Konstruktion ist recht wackelig, nur für fünf Personen, bis auf über 300 Meter Tiefe.

Die Bergleute sind bei somos Alemanes („wir sind Deutsche“) recht freundlich und schnorren erst einmal Zigaretten.

Man benutzt verschiedene Abbaumethoden, verbunden mit Sprengungen. Sie bauen die Erze meistens horizontal ab, teilweise maschinell, manchmal auch vertikal. Luftzirkulation fühlen wir, obwohl unser Ingenieur zwei Mal Gasalarm gibt.

Die Arbeitsbedingungen der mineros, die mit dem Presslufthammer arbeiten, sind schlecht. Es herrscht ein wahnsinniger Krach. Sie benutzen keinen Staubschutz, weil sie so schwitzen und auch noch Koka kauen. Ich werde aber trotzdem zum Fotografieren eingeladen.

Wir sind beeindruckt. Im Gästebuch sind wir die ersten überhaupt seit einem halben Jahr.

Cementerio de trenes

cementerio de trenes Pulacayo

Da bin ich im Führerhaus einer ausrangierten Dampflok (Potosi 1980). Ich habe lange gesucht, wo genau das ist. Fast alle Links gehen zum Cementerio de Trenes (Eisenbahnfriedhof) von Uyuni – da bin ich aber nie gewesen. Die obige Lok steht im Cementerio de trenes de Pulacayo.

Sucre aka Charcas aka Chuquisaca

sucre

Blick auf Sucre, die Hauptstadt (!) Boliviens. Das Foto habe ich am 6. Februar 1980 gemacht – von einer Mauer des Klosters La Recoleta. Damals waren wir die einzigen Touristen in der Stadt.

Ich freue mich jedesmal, wenn ich heutige Fotos suche und feststellen muss, dass die üblichen Verdächtigen Geld dafür haben wollen (und deshalb die Aufnahmen mit digitalen Wasserzeichen versehen). Remember: Photos are licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Germany License.

Schläfrig und heiss

reyes

Die Hauptstraße von Reyes im Departamento Beni in Bolivien (1984).

Damals war Reyes ein winziges, staubiges und brüllend heißes Nest. Hier habe ich eine Woche lang absolut nichts gemacht, ausser auf ein Flugzeug der Bolivianischen „Luftwaffe“ zu warten, das mich weiter in den Norden in den Pando brachte. (vgl. Rurrenabaque – Stilleben mit Katze und Schwein)

Haus des Geldes

casa de moneda

Potosí, Bolivien (1980), Casa de Moneda. Es gibt zwar viel schönere Fotos, aber aus meiner Perspektive hat offenbar niemand ein Foto geschossen.

Cerveza Potosina

Cerveza Potosina

Auf dem Werbeschild steht: Trinke niemals Wasser oder ähnliches, trinke immer (dein) Cerveza Potosina (Bier). Fotografiert 1980 in Potosi, Boliven. Das hätte hierzulande wieder irgendwelche schmallippigen Jugendschützer und Tugendwarte auf den Plan gerufen.

Rio Mamore, revisited

rio mamore

Mit dem obigen „Seelenverkäufer“ war ich vor vierzig Jahren eine Woche unterwegs auf dem Río Mamoré, von Puerto Villaroel bis nach Trinidad. Damals war alles überschwemmt und wir brauchten vom Río Mamoré bis in die Vororte von Trinidad ein Kanu, weil die Strasse nicht mehr da war. Von Trinidad sind mein Begleiter und ich dann an die brasilianische Grenze geflogen. (Vgl. mein Posting aus dem Jahr 2011)

Auf der Werft

puerto villaroel

Puerto Villaroel am Rio Mamoré, Boliven 1980. Die „Marschall“ ist schon ein wenig heruntergekommen. (Vgl. auch mein Posting vom 04.01.2011)

Huelga General!

huelga general

Generalstreik! Huelga general! (Bolivien 1984) Militante Bergarbeiter demonstrieren in La Paz vor dem Präsidentenpalast gegen den Präsidenten Siles Zuazo. Die Regierung hatte den Generalstreik für illegal erklärt. (Vgl. mein Posting vom 07. Juni 2011 – das obige Foto hatte ich noch nicht veröffentlicht.)

Copacabana

copacabana

Das Foto habe ich in Copacabana in Bolivien (1984) gemacht. Hinter dem Cerro Calvario und der Stadt liegt der Titicaca-See. Auf Aymara heisst Titicaca „grauner Puma“. Der Ort Copacabana war damals ein verschlafenes Nest, nur zu Ostern trafen zahllose Pilger ein.

Nimm besser den Bus!

Tarabuco

Manchmal ist es angenehm, wenn man schon einen Sitzplatz im Bus hat…(bei Tarabuco in den bolivianischen Anden, 1984).

Goma in Riberalta

roberalta

Riberalta, der Ausgangspunkt für den Pando-Dschungel Boliviens (1984). Es gibt auch heute noch keine Straße nach Riberalta, die durchgehend befahrbar ist, man bewegt sich auf Booten fort. Der Rio Madre de Dios ist der größte Fluss. Im Pando gibt es nur Paranüsse und Naturkautschuk, die sich ökonomisch verwerten lassen. Auf den Booten sieht man große Rollen Kautschuk, der im Dschungel gesammelt und vorgefertigt wurde.

Sabaya oder: Durch die Wüste

Sabaya

Hier ein bisher unveröffentliches Foto aus Bolivien (1984). Im Hintergrund liegt die Kleinstadt Sabaya (auf Google Maps ganz links), am Rand der großen Salzwüste, nicht weit von der chilenischen Grenze, damals ein gottverlassenes Nest, zu dem man zwei Tage mit dem LKW über eine halsbrecherische „Straße“ brauchte. Von dort aus machten wir uns mit den schweren Rucksäcken zu Fuß auf (auf dem Foto ist meine damalige Freundin zu sehen), um Chipaya weiter im Osten zu erreichen (auf Google Maps ganz rechts). Wir sind den ganzen Tag in glühender Sonne marschiert und mussten auch noch durch Flüsse waten. Damals habe ich die Grenzen meines Körpers kennengelernt…. Ich wüsste gern, ob ich das heute noch könnte.

Hexen und Lama-Föten

lama-föten

Lama-Embryos auf dem so genannten „Hexenmarkt“ in La Paz (Bolivien 1984). Die Föten werden zum Beispiel als Glücksbringer in die Fundamente von Häusern eingebaut.

Walther, Vladimir, Amos, Margaret und Ragnar

copacabana

Ich saz ûf eime steine
und dahte bein mit beine:
dar ûf satzt ich den ellenbogen:
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dó dâhte ich mir vil ange,
wie man zer welte solte leben.

Ich sitze da sinnierend in Bolivien in der Nähe des Titicaca-Sees, südwestlich von Copacabana – die Routa Nacional 2 gab es damals noch nicht, es war ein beschwerlicher Fußweg hinunter ins Tal an die peruanisch-bolivianische Grenze (1984). Im Hintergrund sind die schneebedeckten Gipfel der Anden zu erkennen.

And now for something completely different. Ich nehme an, dass hier zahlreiche Astronomen und Astrophysiker mitlesen. IFLScience berichtet: „Putin says Russia is going to launch a mission to Mars next year. There’s just one tiny problem. “ Man ahnt schon, dass das Problem gar nicht so tiny ist, wie die Überschrift ironisch suggeriert.

Here we go: „Well, you can’t just launch a mission to Mars whenever you want. Owing to the orbits of our two planets around the Sun, there are only specific windows when you can actually get there, using what’s known as a Hohmann transfer orbit. (…) . Unless Russia has developed some sort of warp drive (they haven’t) or they’re planning some really weird route to Mars (they probably aren’t), then a launch in 2019 just isn’t possible.“

Ist das wahr? Ein User dort kommentiert: „Not quite accurate. The Hohmann transfer orbit is the most effiecient way to get to Mars and maximizes the payload that can be sent. However, if you are willing to trade payload mass for propellant mass, you can get to Mars at other times.“

And now for something completely different. Amos Oz schreibt in der Jüdischen Allgemeinen: „Es ist möglich und auch angemessen, dass Juden und Araber zusammenleben, aber ich kann nicht akzeptieren, als jüdische Minderheit unter arabischer Herrschaft zu leben, denn fast alle arabischen Regime im Nahen Osten unterdrücken und erniedrigen Minderheiten.“ Starkes Argument.

And now for something completely different. „The Computer History Museum honors Margaret Hamilton for her leadership and work on software for DOD and NASA’s Apollo space missions and for fundamental contributions to software engineering.“ Dazu gibt es ein großartiges Foto von ihr neben Ausdrucken der Apollo-Flugsoftware.

And now for something completely different. Der Berliner Senat verbietet Vögeln das Vögeln. Just saying.

Welche (französischen) Filme ich nicht sehen möchte? Keine „turbulenten“ Mann-Frau-Kind-Eltern-Schwiegereltern-Familien-Migranten-Behinderte-Liebes-, Verwechslungs-, Beziehungs-, Trennungs- und Versöhnungskomödien. Übrigens: Die zweite und dritte Staffeln von Vikings sind noch besser als die erste.

Mit der TAM ins Kolonisationsgebiet Nordwest

tam

Mein abenteuerlichster Flug überhaupt – von Reyes in den Yungas von Bolivien nach Cobija an die brasilianische Grenze, dann nach Riberalta im östlichen Pando. Nachdem wir eine Woche in Reyes gewartet hatten (dort gab es nur eine Graspiste für Militärflugzeuge) und dann endlich losgeflogen waren, eröffnete uns der Pilot, dass wir nicht nach Riberalta flögen, sondern ein paar hundert Kilometer westlich an die brasilianische Grenze, mit einer Nacht Aufenthalt, und erst einen Tag später zu dem gebuchten Ziel. Der Grund: Der Pilot hatte in Cobija eine Freundin, die er besuchen wollte. Als Passagier muss man sich dann fügen, weil man keine Wahl hat…

Was mich am meisten wundert: Die TAM gibt es heute immer noch, aber sie fliegen die Strecke nicht mehr mit Propellermaschinen.

Wir sind dann nach ein paar Tagen von Riberalta nach Westen; den Rio Madre de Dios entlang bis nach Peru. Das dauerte zwei Wochen.

Esst mehr Fleisch

pando

„Ich habe mich doch nicht in Jahrmillionen der Evolution an die Spitze der Nahrungskette gekämpft, um mir dann eine Salatplatte zu bestellen.“ (Ein Leserbrief im „Spiegel“)

Im bolivianischen Pando-Dschungel (1984) habe ich von armen Kautschuk-Sammlern gebratenene Affen als Abendessen vorgesetzt bekommen. Das Tier hing am vorher am Haken in dieser „Küche“. Und natürlich habe ich zugelangt; die Gastgeber wären beleidigt gewesen, hätte ich es nicht getan. Damals war die völlig abgelegene und fast unerforschte Gegend nördlich des Rio Madre de Dios noch kein Nationalpark („Reserva Nacional Manupiri-Heath“). Wenn ich das Stichwort „Dschungelcamp“ höre, muss ich immer nur lachen.

Reprint vom 31.01.2011.

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