Über Kohlen

Ich habe einen Link eingerichtet (rechts auf dieser Seite), falls jemand direkt via Paypal an burks.de spenden will.

Javascript ist ganz toll, revisited

„Der Exploit setzt im Webbrowser aktiviertes JavaScript voraus“, schreibt Heise über einen Exploit, der angeblich Tor und Firefox bedroht. Hatte ich schon erwähnt, dass ich ohne Javascript surfe? SCNR.

Arrival oder: Unter Heptapoden

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Gestern habe ich mir den Science-Fiction-Film Arrival angesehen. Kann man zur Unterhaltung tun, es gibt aber keinen Grund für Jubelchöre.

Der Plot: Sie sind da, und wir verstehen sie nicht. Wissenschaftler versuchen es doch, und die Militärs sind blöd und machen beinahe alles zunichte. Das Thema hat Stanislaw Lem eigentlich schon hinreichend abgehandelt, auch in linguistischer Sicht: Wir können das Andere nicht begreifen, und schauen deshalb nur immer in den Spiegel. Aber vielleicht kann man das noch mal für die Nachgeborenen wiederholen, die keine guten Bücher mehr lesen. Der Film kriegt das aber aus verschiedenen Gründen nicht hin.

Erster Kritikpunkt: Wenn man den Plot kennt, ist das Film langweilig. Zwei Mal wird ihn sicher niemand ansehen. Zweiter Kritikpunkt: „Arrival“ macht genau den Fehler, den Raymond Chandler rät zu vermeiden: Der Autor lasse die Rezipienten nicht mit dem Gefühl allein, dass er alles schon wisse, es ihnen aber nicht verrate – wegen der Spannung und so. Diese Attitude nervt.

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Doofe Zwischenfrage Frage: Warum sind Aliens eigentlich immer größer als Humanoide – in Filmen, die mit ernstem Unterton daherkommen? (Mars Attacks! bleibt also außen vor.) Man freut sich schon, wenn sie nicht schleimig sind, weil man dann nicht immer an Theweleit oder Levi Strauss denken muss. Die Außerirdischen in „Arrival“ sehen so aus die bei Gary Larson, nur eben sehr viel größer (und stehen anders herum).

Zwischendurch fand ich „Arrival“ als Germanist recht intelligent. Linguistik ist aber nicht sexy, und schon gar nicht für das gewöhnlich dumme Publikum. (Die pathetischen Rück- und Vorblenden mit dem Baby der Hauptdarstellerin sind so unerträglich schwülstig-klebrig wie die Abschiedsszene der schwulen Hobbits in Herr der Ringe.)

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Ich habe natürlich mitbekommen, dass in „Arrival“ der Sapir–Whorfismus zustimmend rezipiert und sogar namentlich genannt wird. Die Sapir-Whorf-Hypothese ist die Basis für die esoterische „Wissenschaft“ des Gendersprech, aber Fakten haben Esoteriker ja noch nie interessiert.
Die Sapir-Whorf-Hypothese geht ursprünglich zurück auf Forschungen über die Hopi-Sprache, die Benjamin Lee Whorf durchführte. Dabei entdeckte er, dass die Hopi-Sprache keine Wörter, grammatischen Formen, Konstruktionen oder Ausdrücke enthält, die sich direkt auf das, was wir Zeit nennen oder auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beziehen. Whorfs vermeintliche Feldforschungen basierten jedoch nur auf sekundären Quellen. So bezog er all seine Informationen über die Hopi-Sprache von einem einzigen Hopi-Bewanderten aus New York, eine empirische Überprüfung seiner Annahmen bei Muttersprachlern vor Ort erfolgte nicht. 1983 konnte der Linguist Ekkehart Malotki nachweisen, dass die Hopi über komplexe Möglichkeiten verfügen, Zeitformen auszudrücken. Damit war eine der zentralen Motivationen für den Aufbau der Sapir-Whorf-Hypothese hinfällig.

Der Film beleidigte also auch meinen Intellekt, was bei „Science“-Fiction nicht gut ankommt und mir schlechte Laune macht.

Extremely Dark

meow

Kennt ihr Hugleikur Dagsson? Sollte man in diesen Zeiten.

Individualismus wird überschätzt

Möchtet Ihr so wohnen und warum nicht?

A well regulated militia oder: Ein sympathischer Polizeipräsident

rote fahne

Die „Rote Fahne“ 06.01.1919

Kennt hier jemand Emil Eichhorn? „Am 9. November 1918 wurde er zum Polizeipräsidenten von Berlin ernannt. Am 4. Januar 1919 wurde er nach erbitterten Kämpfen und Eroberung des Polizeipräsidiums in Berlin abgesetzt. Dies und die Weigerung Eichhorns, sein Amt niederzulegen, führte einen Tag später zu Massendemonstrationen und mündete in den Spartakusaufstand.“

Das Foto unten erklärt, warum ich ein Anhänger des schweizerischen und des US-amerikanischen Waffenrechts bin. „A well regulated Militia, being necessary to the security of a free state, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.“

bewaffnete Arbeiter

Foto: 05.01.1919: Bewaffnete Arbeiter besetzen das Berliner Zeitungsviertel.

More Science or: The real problem

Ich empfehle mal kurz zwischendurch zwei wissenschaftliche Artikel:
IFLScience: „Why can’t we remember our early childhood?“
Aeon.co: „The real problem: It looks like scientists and philosophers might have made consciousness far more mysterious than it needs to be“.

Babylonien, revisited, 38.0

Babylonien, revisited, 38.0: Urhobo, Nigeria.

Nur Schreiben?

kugelschreiber

Diesen recht schweren Kugelschreiber hat mir gestern ein Feuerwehrmann geschenkt (und dabei gegrinst). Ich bin mir nicht sicher, was genau das ist. Nein, keine Waffe. Nur die kantige Spitze und die Grifffläche sind ungewöhnlich. Kann man damit Fensterscheiben zerstrümmern?

Unter Beteiligten

Abgeordnetenwatch: „Innerhalb weniger Tage hat die FDP Großspenden in Höhe von insgesamt 450.000 Euro erhalten – so viel wie keine andere Partei im gesamten Jahr. Anfang November hatte bereits eine weitgehend unbekannte Beteiligungsfirma 250.000 Euro überwiesen, am Dienstag gingen auf dem Parteikonto weitere 200.000 Euro von einem Unternehmer ein. In beiden Fällen gibt es Verbindungen zu einem der größten privaten Klinkbetreiber Deutschlands.“

Danke für ein neues Thema in meinen Recherche-Seminaren und Vorlesungen. Das wird schwierig, schwieriger oder sogar ganz schwierig.

By the way: WTF, Frau Sonja B.?

Das Kapital, re-readed

Deutschlandfunk: „Aktuelle Brisanz der Marxschen Kategorie“.

Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen.

Full ack, dude.

A World Icon

fidel

Ich brauche eine Uhr:

Der letzte Guerrillero

So long, Fidel! Mehr auf Granma.cu (deren Server ist grad zusmamengebrochen).

Tolerant

„Ich glaube nicht, dass die sexuelle Orientierung Menschen tolerant macht.“ (Don Alphonso)

Karin antwortet nicht

karin

Für faire Profite im Klassenkampf!

reformismus

Wenn es „faire“ Löhne geben sollte, dann müsste es auch „faire“ Profite geben oder „fairen“ Handel oder „Tarifpartner“. Gibt es aber nicht im Kapitalismus. Wie hoch der Lohn ist, ist eine Machtfrage.

Die matriarchale Linie

stroewer

Altenbögge-Bönen, im Jahr 1930, Bahnhofstrasse 72. 2. von rechts: Mein Urgroßvater Julius Weiß, 2. v. rechts: mein Großvater Peter Baumgart (1897-1979), vor ihm meine Urgroßmutter Emma Weiß geb. Ströwer – die hat meine Mutter an der Hand und deren Bruder (also meinen Onkel).

In der Komfortzone

Telepolis legt sich mit der „Tagesschau“ an: „ARD-aktuell verschweigt al-Qaida in Aleppo. Für Chefredakteur Gniffke ist Telepolis zunächst „keine seriöse Quelle“, er korrigiert dies aber später.“

Muahahaha.

Neues aus der Gerüchteküche

Nettes Projekt von Zeit online: Hoaxmap.org. „Spätestens seit Mitte des vergangenen Jahres ist zu beobachten, dass zunehmend Gerüchte über Asylsuchende in die Welt gesetzt und viral verbreitet werden. Von gewilderten Schwänen und geschändeten Gräbern – hier werden sie gesammelt.“ Funktioniert leider nur mit Javascript.

Ossis!

alexanderplatz

Warum ist es eigentlich überall in Berlin-Mitte so abgrundtief hässlich? Nein, der Platz war auch vorher schon nichts für einen guten Geschmack. Erklärt mir das!

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