Mittelwelle per Javascript

javascript

Hatte ich nicht hier schon mehrfach etwas über Javascript geschrieben? Hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier.

Heise legt nach: „PC und Notebook senden per JavaScript auf Mittelwelle“.

Javascript ist ganz toll, revisited

„Der Exploit setzt im Webbrowser aktiviertes JavaScript voraus“, schreibt Heise über einen Exploit, der angeblich Tor und Firefox bedroht. Hatte ich schon erwähnt, dass ich ohne Javascript surfe? SCNR.

Javascript and HMTL enabled

Anonymous: Global internet authority ICANN hacked due to phishing scam.

Javascript mal wieder

„Die Strafverfolgungsbehörde hatte Javascript eingesetzt um Nutzer des Tor-Hidden-Services-Anbieter Freedom Hosting zu identifizieren“.

Ach.

Darknet und Javascript, reloaded

Das Torprojekt hat zur Verhaftung des Darknet-Providers „Freedom Hosting“ ausführlich Stellung bezogen.

The person, or persons, who run Freedom Hosting are in no way affiliated or connected to The Tor Project, Inc., the organization coordinating the development of the Tor software and research. In the past, adversarial organizations have skipped trying to break Tor hidden services and instead attacked the software running at the server behind the dot onion address. Exploits for PHP, Apache, MySQL, and other software are far more common than exploits for Tor. The current news indicates that someone has exploited the software behind Freedom Hosting. From what is known so far, the breach was used to configure the server in a way that it injects some sort of javascript exploit in the web pages delivered to users. This exploit is used to load a malware payload to infect user’s computers. The malware payload could be trying to exploit potential bugs in Firefox 17 ESR, on which our Tor Browser is based. We’re investigating these bugs and will fix
them if we can.

Hier sind die Details.

Auch Heise berichtet „Tor-Nutzer über Firefox-Lücke verfolgt“. „Ältere, zum Tor-Browser-Bundle gehörende Firefox-Browser enthalten eine Javascript-Sicherheitslücke, über die sich Code einschleusen und ausführen lässt. “

Deswegen schreibt meine Lieblings-Torfrau Runa ganz richtig : „Firefox vulnerability was Windows-specific and targeted older versions of the Tor Browser Bundle“.

Wer über Tor surft und Javascript aktiviert hat, kann auch gleich das Schloss vor die Tür nageln. Diese „Sicherheitslücke“ betrifft nur Leute, die sich um Sicherheit wenig kümmern.

Sexy Javascript Kapitalismus

Javascript

Ich muss etwas über mein Medien-Rezeptionsverhalten bekennen: Ich habe mich bei meiner morgendlichen Lektüre der Nachrichten nur auf drei Themen beschränkt, mehr haben mich nicht interessiert. Aber ich bin für nichts und keine Zielgruppe repräsentativ, ein Alptraum für Leute, die Umfragen machen. Das wurde mir mehrfach bestätigt. Also gehen die Medien und die Welt nicht unter.

Ob ihr’s glaubt oder nicht: Zuerst habe ich etwas über Javascript gelesen (via Fefe. Ich hatte hier und hier und hier schon etwas zum Thema publiziert.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat genug zu den Risiken von Javascript veröffentlich. Es nützt aber nichts; die normalen Surfer sind einfach zu blöd dazu, das zu beherzigen. Zweit Drittel aller Medienberichte über die „Gefahren“ des Internet könnten schlicht entfallen, weil sie in Wahrheit nur davon handeln, dass DAUs Javascript im Browser aktiviert oder gar HTML-Mails akzeptiert haben. Die so genannten sozialen Netzwerke, deren Geschäftsmodell darin besteht, Nutzer auszuspionieren und die Daten dann zu verkaufen, tun ihr Übriges, um die Leute zur Blödheit zu erziehen: „Please activate JavaScript to use XING.“ Quod erat demonstrandum.

Das obige Beispiel (Screenshot) ist jedoch geradezu umwerfend: Die Website einer Kanzlei weist auf einen Artikel hin, der vor dem Einsatz von Javascript warnt. Um den lesen zu können, muss man Javascript einschalten. Bruhahaha.

Megan Fox

Das zweite Thema, das mich interessierte, war – was nicht überraschen wird – Megan Fox. „Ich habe etwas Mütterliches an mir. Auch wenn mir das niemand abnimmt“, sagte die Schauspielerin nun dem Magazin ‚W‘.“ Natürlich ist man bei Spiegel Offline zu dumm, die Website des zitierten Magazins zu finden. Dafür gibt es ja Blogger und Online-Journalisten, die das können.

Die Story ist übrigens ausgezeichnet, das Niveau um Längen besser als das, was man in deutschen Medien über the sexiest woman of the world normalerweise zu lesen bekommt: Hier ein Auszug: „Throughout our conversation Fox is talkative, but she has trouble looking me in the eye. Perhaps her hesitation stems from her discomfort with holding forth on an industry that intimidates her, or perhaps it is part of a concerted effort to “pull back” (as she told an interviewer she planned to do late last year) from the no-holds-barred persona that she has – by all appearances intentionally – projected since her big break in 2007’s Transformers. She looks down; she stares at the table; she glances past my shoulder, toward a table piled with jewelry. She wraps a piece of her long dark hair around a finger. There’s nothing spacey about Fox, but the steely, blue-eyed gaze of a woman armed with a thousand sound bites is nowhere to be found.“

Und hier ist das Original-Zitat, um das es ging, und es ist ernst gemeint: „No one believes me when I talk about this, but I’m really, really maternal,” she says. “I worry that because I’ve always wanted [kids] so much, as the world goes sometimes, I won’t be able to have them, even though I would be able to provide them with such an amazing environment.”

Das dritte Thema heute war der Kapitalismus an sich. Die Zahl der Armen steigt rasant: „Jeder siebte Mensch in Deutschland lebte 2008 an der Grenze zur Armut oder war arm.“ Wer hätte das gedacht?! Dabei lieben wir doch alle dieses Wirtschaftssystem, das uns alle glücklich macht und Wohlstand für alle verspricht und zu dem es keine Alternative gibt, nicht wahr? Wer diese Fakten „alarmierend“ nennt, bedient sich des suggestiven Neusprechs. Es interessiert niemanden, wie viele Leute arm sind oder zur industriellen Reservearmee gehören.

„Das Kapital schafft daher sowohl eine industrielle Reservearmee für seine ständig wechselnde Arbeitsnachfrage, andererseits ist die Existenz dieser Reservearmee absolute Bedingung für die reibungslose Akkumulation des Kapitals. (…) Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.“ Nun, das stimmt immer noch, obwohl das vor rund 150 Jahren geschrieben wurde. Dass die Armen ärmer und die Reichen reicher werden im Kapitalismus – it’s not a bug, it’s a feature.

Javascript at its best

Spiegel online über Javascript: „Alle modernen Browser beherrschen JavaScript. Das ist auch dringend nötig, weil immer mehr Online-Angebote JavaScript verwenden, um kleine Programme im Browser auszuführen.“ Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) über „Gefahren und Risiken im Umgang mit JavaScript/JScript“: „Doch es gibt auch kritische Schwachstellen. Ein solches Sicherheitsrisiko kann vom JScript/JavaScript-Interpreter selbst ausgehen. Ist dieser fehlerhaft programmiert, entstehen Sicherheitslücken, die Angreifer ausnutzen können. Im schlimmsten Fall erhält ein Außenstehender vollständigen Zugriff auf den Rechner. (…) Ebenfalls kritisch sind einige Möglichkeiten, mit JScript/JavaScript-Elementen den Anwender zu täuschen.“ Ich surfe ohnehin ganz ohne Javascript und habe das Firefox-Plugin NoScript installiert. Wer Javasript toll findet und so ahnungslos ist wie der Spiegel-online-Redakteur Matthias Kremp, sollte auf burks.de dieses Seite ausprobieren – Javascript at its best!

Nachtrag: vgl. heise.de: „Mehrere Schwachstellen in Googles Browser Chrome“
Nachtrag, 06.09: Bundesamt warnt vor Google Chrome. Bravo!

Javascript ist ganz toll

User Man kann das natürlich ausschalten. Man kann es auch lassen, auch wenn sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Mund fusselig redet. Den DAU kriegt man nur mit der Folter (jawohl, Guantanamo!) dazu, sich im Internet sicherheitsbewusst zu verhalten.

Javascript abschalten!

Screenshot

28.05.2008, 19.59 Uhr.

Ich sag’s ja: Javascript sollte per default ausgestellt sein. Ausgestellt, hört ihr? Nicht erlaubt, verboten, gar nicht möglich, wehe, wenn doch! Heise Security hat einen wunderbaren Artikel samt Demo publiziert: „Passwortklau für Dummies … oder warum Cross Site Scripting wirklich ein Problem ist.“ [Vgl. auch heise.de: „Cross Site Scripting vereint Schäuble und Die Linke“.]

Demo Login

Gib Dein Passwort ein, DAU!

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Javascript

Spiegel OnlineMeine Lieblingsmeldung bei Spiegel Online, seitdem mich die kleinen Filmchen dort mit Werbung zuspammen wollen.

Javascript igitt

Tagesspiegel

Wenn man von Javascript keine Ahnung hat – hier die heutige Website des Tagesspiegel -, dann sollte man die Finger davon lassen.

Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum

servatiusreliquiar

Servatius-Schrein, so genannter Reliquienkasten Ottos I., Rom, 1. Jahrhundert n. Chr. (Dionysoskopf); Westfränkisches Reich, vielleicht (!) vom Hof Karl des Kahlen*, um 870 (Elfenbeinreliefs), Goldmontierung um 1200, Quedlinburg. Geschnitztes Elfenbein mit graviertem und ziseliertem Gold, Goldzellenschmelz, Steinschmuck, Glasflüsse, Silber mit Niello. Der Dionysoskopf ist ein Amethyst.

Die Platten des Elfenbeinkastens wurden mit Nut und Feder zusammengefügt und an den Ecken mit Zapfen verbunden. Rundum sind insgesamt zwölf Figuren zu sehen, vermutlich die Apostel. In den Rundbögen über den Figuren sind die Tierkreiszeichen geschnitzt. Warum ein Tierkreiszeichen einem bestimmten Apostel zugeordnet worden ist, weiß man nicht. Die Vertiefungen waren früher mit polychromen Farbpasten ausgefüllt.

Um ca. 1200 wurde der Kasten mit zusätzlichem Gold und Edelsteinen versehen, auch mit dem sehr alten Kopf des Dionysos – dessen metallene Fassung verdeckt teilweise Figuren und Tierkreiszeichen. D. Koetzsche aber meint, dass der Amethyst „ursprünglich zur Goldmontierung des Servatiusreliquiars“ gehört habe, „obwohl er in seiner heutigen, sehr groben Anbringung wie nachträglich hinzugefügt erscheint.“ Vielleicht sei er auch mit einer Schlaufe am Deckel befestigt gewesen. Der Kopf gehöre stilistisch eindeutig in den späten Hellenismus. Auch die Emailplättchen sind älter und stammen vermutlich aus demselben Jahrhundert wie der Kasten.

Im Kasten waren ursprünglich die Reliquien zahlreicher namentlich bezeichneter Heiliger. Ein vergleichbarer Kasten war Teil des von Heinrich II. gegründeten Stifts St. Stephan in Bamberg, Fragmente sind heute im Bayrischen Nationalmuseum München.

Dieses Reliquiar ist für mich eindeutig das interessanteste Stück aus dem Quedlinburger Domschatz. „Er zählte vielleicht zu jenen tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum = drei Schreine aus Elfenbein mit Heiligenfiguren, die im ältesten Quedlinburger Inventar aus dem 2. Drittel des 11. Jahrhunderts erwähnt sind.“** Dass Christus und die Tierkreiszeich kombiniert werden, sei, schreibt D. Koetzsche, „ungewöhnlich“. Es gebe nur eine Parallele in einer Illustration des Utrechtpsalters (S. 36r, Javascript erforderlich).

Der altgriechische Gott der Ekstase und christliche Motive – zusammen auf einem Kasten? Was sofort einleuchtet: Es geht keinesfalls um Kunst oder Ästhetik im heutigen Sinn. Heute würde man es vermutlich eklektizistischen Kitsch nennen, wenn jemand ganz unterschiedliche Dinge aus mehreren Epochen einfach zusammenpappte. Man darf auch annehmen, dass den Bearbeitern und Betrachtern des Kastens Dionysos nicht unbedingt bekannt war. Die Objekte waren selten und exotisch und waren im Besitz derer gewesen, von denen man sein eigene Legitimation bezog, die christlichen Motive „veredelten“ alle anderen – alles, was als wertvoll galt, wurde in und auf einem Reliquienbehälter versammelt.

Dessen gemeinsames Betrachten stellte Gesellschaft für die herrschende Klasse (und nicht nur für die) dar; erschuf sie, wem die Objekte gehörten, war deshalb Herrscher. Die Natur macht Könige und Adlige genau so, wie sie Münder und Nasen macht. Wie Marx in den Grundrissen schrieb: „…ein Teil der Gesellschaft wird von dem andren selbst als bloß unorganische und natürliche Bedingung seiner eignen Reproduktion behandelt.“ Die Bauern, die die Feudalklasse ernähren, sind „natürliche“ Bedingung ihrer Existenz, sie tauchen als „Arbeiter“ nicht auf – auch nicht in der Literatur.

Uns ist in alten mæren wunders vil geseit von helden lobebæren, von grôzer arebeit (Nibelungenlied, 12. Jahrhundert)

Die Feudalklasse kann die Realität erkenntnistheoretisch nur verzerrt wiedergeben, da sich sich nur per Gewalt und Konsum auf die Natur bezieht. Man kann diese notwendige ideologische „Behinderung“ (ähnlich wie Religion) mit dem Waren- und Geldfetisch vergleichen – eine nur ökonomische Form wird von den Akteuren als Eigenschaft des Dings an sich angesehen. Deswegen glaubt auch die FDP an den „Markt“ als eigenständig handelndes höheres Wesen – ähnlich wie ein feudaler Adliger des 10. Jahrhunderts eine Reliquie als magisches wirkmächtiges Objekt ansah.

Man weiß nicht, wie der Reliquienkasten in den Schatz des Quedlinburger Stifts gekommen ist. Vielleicht stammen sowohl das Quedlinburger Examplar als auch das von Bamberg aus dem ottonischen Besitz und wurden an die Kirchen verschenkt.

Wappenkasten

Wappenkasten in Wulstwickeltechnik, vielleicht fatimidisch, 12. Jahrhundert, die Fassung stammt aus Niedersachsen/Quedlinburg. Beschläge aus Eisen, Klebemittel tierischer Leim.

Die Ritter tragen die für das späte 12. und 13. Jahrhundert typischen Topfhelme, auch die Pferde sind gepanzert. „Die Entwicklung des Topfhelmes war eine Reaktion auf die geänderten Kampftaktiken des Hochmittelalters. Die Einführung des Steigbügels ermöglichte es, den Gegner mit eingelegter Lanze anzugreifen und direkt auf dessen Kopf zu zielen.“ (Diese Darstellung vom deutschen Wikipedia bezweifele ich, da Steigbügel schon viel früher bekannt und in Gebrauch waren, sogar schon bei der oströmischen Kavallerie, die Steigbügel aber offenbar von den Awaren übernommen hatte.)

Der Kasten zeigt zwölf Wappen von Feudaladligen (Skizze bei B. Schwinekörper). Die langgestreckte Form des Kastens ist ungewöhnlich: „Die überaus feine, dichte und ornamentierte Wulstwickelarbeit hat ihre Parallelen nur im fatmimidischen Nordafrika. So ließe sich denken, daß es sich bei der einzigartigen Arbeit um einen wesentlich älteren, verehrten Gegenstand handelt, den man 1208/10 ganz bewußt einer neuen Verwendung zugeführt hat. (…) Körbe aus dieser Zeit sidn außerordentlich selten und niemals datiert.“ (D. Koetzsche) Vergleichbare Körbe gibt es in der Zisterzienserabtei Pforta (nicht Schulpforta, Druckfehler bei D. Koetzsche), im Domschatz Halberstadt und in der Stiftskirche Fritzlar.

*Dieser Karl ist das historische Vorbild für den Kaiser Karl aus Vikings, der dem Wikinger Ragnar loðbrókar aka Reginheri eine große Summe übergab, um die Besatzer von Paris loszuwerden.

**B. Bischoff: Mittelalterliche Schatzverzeichnisse, 1967, zit. n. Dietrich Kötzsche (Hrsg.): Der Quedlinburger Schatz wieder vereint. [Katalog zur Ausstellung im Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz]], 1993. Zum Bamberger Reliqienkasten fand ich diese interessane Bemerkung: „Beschläge eines Kästchens von sehr ähnlicher Form und Konstruktion wurden 2004 in einem Wikingergrab bei Haldum nahe Århus entdeckt.“

Reminder: Photos are licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Germany License.

Fuck you, Time Magazine!

time magazine

Ich wollte das Interview im „Time Magazine“ mit Katie Bouman (da ist eine Schiefertafel im Hintergrund!) lesen. Ohne sie gäbe es kein Foto des Schwarzen Lochs. Ohne Javascript komme ich auch nicht weiter. Also lese ich lieber woanders.

About: Israel

haaretz
Tut mir leid, aber wer mir mit so etwas kommt, fliegt aus der Blogroll. Ausserdem surfe ich nur ohne Javascript, ich nutze keine Adblocker.

Die beste Analyse zu den Wahlen in Israel: „Gerüchten zufolge werden Juden mit der Wiederwahl Netanjahus in Verbindung gebracht“.

Bei solchen Anlässen ist es immer nützlich, informative Links schon in der Blogroll zu haben. Meine Sicht auf die Weltläufte ist eher skeptisch, daher sollte man zuerst audiatur et altera pars beherzigen. Das gilt für Medien in Venezuela genau so wie für die in Israel.

Dazu Arye Sharuz Shalicar:
Die beliebteste israelische Zeitung ist in den Augen der deutschen Journalisten die Englischausgabe der linksliberalen Haaretz. Das ist die einzige Zeitung, die von den meisten Journalisten jeden Morgen mit dem Kaffee eingenommen und Ernst genommen wird. Auf den Berichten dieser einen Zeitung beruht ein Großteil ihrer Artikel. Aber andere israelische Zeitungen haben auch eine Englischedition, zumindest Online-Versionen. Die zwei grüßten Zeitungen Israels, Jediot Achronot und Israel HaYom, haben beide einen englischen Auftritt im Netz. Darüber hinaus existieren zwei israelische Zeitungen nur auf Englisch; die Jerusalem Post und die Times of Israel (nur Online), und man kann sogar das rechte Gegenstück, zur linksliberalen Haaretz, Israel National News auf Englisch lesen. Alle diese Zeitungen haben eine größere Zirkulation als die Haaretz. Nichtsdestotrotz beziehen sich Auslandskorrepondenten fast ausschließlich auf dieses eine Blatt. Es ist das Blatt, das am meisten Selbstkritik äußerst und somit genau das liefert, was der Endempfänger in Deutschland vom Spiegel, den Tagesthemen oder dem ARD-Radio erwartet.

Das ist eine traurige Realität, die einfach falsch ist. Genauso falsch wäre es, wenn israelische Journalisten sich in Deutschland einzig un allein auf das Neue Deutschland oder den Freitag beziehen würden. (…) kein internationaler Journalist nimmt diese zwei deutschen Zeitungen Ernst. Wieso sollte er auch? Es sind Zeitungen, die eine krasse Minderheit der Gesellschaft widerspiegeln. Genau so wie die Haaretz.

+972 bietet IMHO den interessantesten Artikel: „Why the Zionist left died this week – Stuck in a Zionist paradigm, Israel’s mainstream left-wing parties are unable to put forth a vision of equality and inclusion for all in Israel-Palestine.“

Schaut man sich die Parteien in Israel an, sucht man aus Gründen sofort die Judäische Befreiungsfront, die es natürlich (leider?) nicht gibt. Die ursprüngliche Idee, die zur Gründung Israels und insbesondere der Kibbuzim führte, wird offenbar nur noch von der Awoda vertreten. Ihr politisches Schicksal kann man heute nur noch mit der deutschen Sozialdemokratie vergleichen – freier Fall nach unten.

Die Analyse der +972 zur Wahl war vorhersagbar: „For much of the past two decades, with the demise of the peace process that it once led, Labor has attempted to position itself as a centrist party with a dovish pedigree, abandoning left-wing politics altogether. While Prime Minister Yitzhak Rabin reached out to Arab citizens in the early 90s — the Arab parties helped ensure he could push through the Oslo Accords while keeping his government intact — any talk of a real alliance with Israel’s Palestinian community has never been on the table.“

„Given its lack of a clear vision“ – dem kann man zustimmen, denn eine politische Agenda, die fast nur aus „gegen Netanjahu“ besteht, ist keine. „As long as the Zionist left remains undecided over whether it is more terrified of forming a real alliance with Palestinians or with those who seek to disenfranchise Palestinians, they will continue to shrink into irrelevance.“

Israel HaYom und die mehr „rechten“ Medien in Israel diskutieren gerade vor allem darüber, ob die Partei der Justizministerin Ayelet Shaked die notwendige Stimmenzahl erreicht hat, um in die Knesset zu kommen. Zur Zeit sind es zu wenig. Die Neue Rechte möchte jetzt – Überraschung! -, dass die Stimmen neu ausgezählt werden. Ergo: Ein attraktives Äußeres wird nicht automatisch von den Wählern honoriert – in Israel zählen auch Inhalte.

Richard Silverstein schreibt in Tikun Olam über die Demokraten in den USA: „It’s true that they remain moored to the two-state solution which is long dead.“

Das sollten sich die deutschen Medien und die so genannten „Linken“ hinter die Ohren schreiben. Einen Staat „Palästina“ wird es nie geben, solange die große Mehrheit der Araber in Gaza und dem Westjordanland terroristische Organisationen wie die Hamas unterstützen.

Ceterum censeo: Die politisch gebildeten Leserinnen und intellektuell anspruchsvollen Leser dieses Blogs sind aufgefordert, sich eine eigene Meinung zu bilden und dazu meine Thesen und Ideen lediglich als Anregung zu nehmen.

Links ist kein Lifestyle

linke

Natürlich hat Sarah Wagenknecht recht: Linkssein heiße, soziale Missstände zu bekämpfen, „und nicht etwa, einen bestimmten Lifestyle zu pflegen, der womöglich sogar noch ziemlich elitär ist. (…) Die Linke hat sich von den ärmeren Schichten teilweise entfremdet, weil sie oft nicht deren Sprache spricht.“

Wie kommt das nur? Ich habe mir die Mitglieder des Parteivorstands der „Linken“ mal genauer angesehen und mich gefragt, warum ich sie wählen würde oder nicht. Schon merkwürdig, dass die biografischen Angaben bei fast allen sehr lückenhaft sind. Beim Internet und wie man sich dort präsentiert, müssen einige auch noch üben.

Jan van Aken, Biologe (Wissenschaftler), hat eine nicht aktiv bediente Website. Definitiv kein Mitglied der Arbeiterklasse.

Ali Al-Dailami, geboren im Jemen, Arbeiter, ist Atheist. Für mich sofort für alles wählbar.

Friedrike Benda. Angestellte: „Mitarbeiter bei MdB“. Spricht Gendersprech. Nichts über ihre Herkunft zu finden. Für mich nicht wählbar.

Judith Benda, Studentin („European Studies“). Für mich nicht wählbar (leider mein Wahlkreis).

Arne Brix, Altenpfleger, jetzt Gewerkschaftssekretär. Wählbar.

Christine Buchholz, Studentin der Erziehungswissenschaften und Geschichte, war Betriebsrätin. Trotzkistin. Sympathisiert laut Jungle World und laut der Zeit „offen mit der palästinensischen Hamas oder der libanesischen Hisbollah, die beide zur Vernichtung des israelischen Staates aufrufen.“ Gibt Wirres über Gaza von sich. Für mich unwählbar.

Tobias Bank, Politik- und Verwaltungswissenschaftler – „einjähriges, freiwilliges Praktikum in einer Haus- und Grundstücksverwaltung“. Für mich nicht wählbar: typischer Parteisoldat ohne Kontakt mit dem Proletariat.

Ulrike Eifler, Politologin, Sinologin, Journalistin. Angestellte des DGB. Keine Informationen über ihre Klassenherkunft.

Franziska Fehst, Chemikerin, Ingenieurin.

Katalin Gennburg, Wissenschaftlerin.

Thiess Gleiss, „Autohasser“ und „Öko-Sozialist“. Metallarbeiter. Für mich sofort für alles wählbar.

Harri Grünberg, war Mitglied bei Matzpen (israelische Linkssektierer). Schwer einzuschätzen.

Bettina Gutperl, Politikwissenschaftlerin, aber Arbeiterkind. Schreibt mit Gendersternchen. Unter Umständen wählbar.

Stefan Hartmann: nicht mehr da. Irrelevant bei Wikipedia – was nichts heisst. Hat mit Kipping zusammengearbeitet. Keine Meinung zu ihm – aber es ist schon merkwürdig, dass nirgendwo etwas Biografisches zu finden ist.

Claudia Haydt, Heilpädagogin, Religionswissenschaftlerin, Soziologin. Ex-Grüne. Würde ich nicht wählen.

Andrej Hunko, machte dies und das. Für mich ein Parteisoldat. Fragwürdige Position zu Gaza und Israel. Bin unschlüssig.

Sigrid Hupach Facharbeiterin für Schreibtechnik, später Diplomingenieurin. Ihr Lebenslauf beeindruckt mich, ihre politischen Schwerpunkte sind vage (irgendwas mit Kultur). Wählbar (ich glaube, dass man ihr die Gendersternchen auf der Website der „Linken“ untergejubelt hat.)

linke

Katja Kipping (ihr solltet mal die Website für Leute lesbar machen, die ohne Javascript surfen!), studierte Slawistik und Amerikanistin, Juristin – und redet und schreibt auch so. Schrecklich.

Ralf Krämer. Studierte Sozialwissenschaften. Gewerkschaftssekretär. Keine Meinung. Für mich ein Parteisoldat.

Kerstin Köditz, stammt aus der Arbeiterklasse. Antifaschistin, obwohl ich ihre Meinung vermutlich nicht teile. Könnte ich wählen.

Sofia Leonidakis (diese Website ist nicht erreichbar). Politikmanagement und Gestalterin. Für mich nicht wählbar. Ich weiß auch nicht, was „Queerpolitik“ ist – vielleicht so etwas wie „Querdenker“?

Xaver Merk. Arbeiter, Betriebsrat und Gewerkschaftler. Kann ich wählen.

Zaklin Nastic, studierte Slawistik. Ich finde keine Angaben darüber, was sie gearbeitet hat. Vertritt eine rationale Politik zu Russland und zu Polen. Für mich unter Umständen wählbar, ob gleich im Verdacht, nur Parteisoldatin zu sein. (Sorry für das irrelevante Kriterium, aber ich finde sie sympathisch.)

Thomas Nord. „Ich war aus politischer Überzeugung inoffizieller Mitarbeiter des MfS.“ Ein Mann mit klaren Überzeugungen. Auch wenn ihr mich jetzt wegen dessen Biografie scheel anseht: Ich würde ihn wählen.

Simone Oldenburg, Lehrerin. Kein Gendersprech auf ihrer Website. Keine Informationen zu ihrer Klassenherkunft. Wählbar.

Tobias Pflüger, Politikwissenschaftler, bildungsbürgerliche Herkunft. Seine Meinung zum Thema Religion interessierte mich. Keine Meinung zu ihm.

Lucy Redler, Diplom-Sozialökonomin. Kleinbürgerliche Herkunft. Ich würde sie trotzdem wählen, weil sie sich traut, gegen den Mainstream aufzutreten und weil sie einen „starken marxistischen Flügel“ in der Linken aufbauen will. Unter dem Generalverdacht des Linksradikalismus im Leninschen Sinne.

Martina Renner, studierte irgendwas mit Kultur und Kunst. Für mich eine Parteisoldatin ohne Profil.

Franziska Riekewald Kauffrau für Groß- und Einzelhandel, studierte BWL. „Mitarbeiterin im Marketing und Vertrieb bei einem kleinen Leipziger Forschungsbetrieb“. Sieht für mich bodenständig aus. Wählbar.

Christian Schaft, studierte etwas mit Kommunikation und so, beschäftigt sich aber mit interessanten Themen. Kein Zugpferd für die Arbeiterklasse. Keine Meinung.

Dr. Johanna Scheringer-Wright, studierte Agrarwirtschaft. Trotz der schrecklichen Website wählbar, weil es auch nach der Revolution Landwirtschaftsministerinnen geben muss.

Jörg Schindler, Jurist. Schon klar.

Martin Schirdewan, Politikwissenschaftler. Hat einen interessanten Großvater, der ihn hoffentlich beeinflusst hat. Allein deshalb würde ich ihn schon wählen.

Christiane Schneider, Schriftsetzerin, Ex-Maoistin. Ich würde sie wegen ihrer Position zu Religionsführern wählen.

Dr. Ilja Seifert (der Screenshot ganz oben ist von seiner Website), Germanist. Ich würde ihn wählen, weil er querschnittgelähmt ist und für Leute steht, die sich durchbeißen müssen.

Marika Tändler-Walenta (schwierig, etwas über sie zu finden), Parteisoldatin.

Frank Tempel, ehemaliger Kriminaloberkommissar. Das ist kein Arbeiter, aber er spricht ein Milieu an, in dem es vermutlich nicht so viele Linke gibt.

Daniela Trochowski, Dipl. Volkswirtin und Beamtin. Kennt sich vermutlich mit Geld aus, aber ich wüsste gern ihre Meinung zum tendenziellen Fall der Profitrate. Ich würde sie vermutlich wählen.

Axel Troost, „Volkswirtschaftler“ und promovierter Finanzexperte. Ich würde gern von ihm wissen, wie man Großbanken in der Nacht nach der erfolgreichen Revolution verstaatlicht und die Sache nicht wie Tsipras versemmelt.

Jochem Visser, Historiker und Publizist. Für mich nicht wählbar.

Janine Wissler, Politikwissenschaftlerin. Lehnt den Kapitalismus als „unmenschliches, grausames System“ ab“. Gute Frau. Wählbar, obwohl keine Informationen über ihre Klassenherkunft vorhanden. Unter dem Generalverdacht des Linksradikalismus im Leninschen Sinne.

Harald Wolf, Diplom-Politologe. Ex-Trotzkist. Nee.

Raul Zewlik, ist mir natürlich sympathsich, weil er mal Professor in Kolumbien war. Gendersprecher: „Venezolaner*innen “ – geht’s noch?. Wäre nach der Revolution guter Diplomat in Lateinamerika. Könnte ihn aber hier nicht wählen.

Burks.de ist für Google gefährlich

google

Das hat man nun von so genannter künstlicher Intelligenz. Das Problem liegt an meiner harmlosen Javascript-Spielerei burks.de/javascript.html (jetzt gelöscht), die ältere Browser zum Absturz brachte, indem das Script zahllose Fenster öffnete. Ich wollte damit vor dem Gebrauch von Javascript warnen. Das habe ich nun davon. „Auf www.burks.de befindliche Hacker“ – das hat natürlich was.

Mein Provider arbeitet daran. Bitte vorerst einen Browser benutzen, der nicht auf de Blacklist von Google zurückgreift. Ich komme mit Linux Firefox oder Chromium nicht mehr auf so einfach auf burks.de, nur mit SRWare Iron für Windows und natürlich mit allen Tor-Browsern.

Adblocker. Add-ons et al

javascript

Wie allgemein bekannt, surfe ich auf Medienseiten, die mir Javascript aufzwingen wollen, nicht. Ich will auch keine Werbung sehen. Ich breche auch nicht in Tränen aus, wenn ich die Medien im Kapitalismus wegen entgangener Profitchancen jammern und lügen höre. Fefe hat dazu das Nötige gesagt. Die Werbung auf der Website des ehemaligen Nachrichtenmagazins will sogar Malware uploaden.

Es gibt auch noch andere Methoden, das zu umgehen (vgl. oben). Just saying.

Google, Noscript und uMatrix

Ich habe ein merkwürdiges Problem, das zu lösen ich den technikaffinen Leserinnen und computerkundigen Lesern überlasse.

Das Add-on Noscript für Firefox Quantum (57.0) gibt es jetzt wieder, aber es arbeitet nicht korrekt. Ich habe das für Ubuntu und Windows 10 getestet.

Falls ich bei Google Advcanced Search (engl., bei allen Browsern meine Startseite) eine exakte Zeichenkette (phrase eingebe, sehe ich für einen Bruchteil einer Sekunde mehrere Ergebnisse, werde aber dann weitergeleitet und das Browserfenster ist leer.

Ich dachte zunächst, dass Google mich jetzt auch zwingen würde, Javascript bei der Suche einzusetzen, aber ich benutze zusätzlich auch uMatrix, das ebenfalls Skripte blockiert. Wenn ich Noscript deaktiviere, ist alles so, wie es sein sollte.

Hat jemand eine Idee? Oder kommen sich nur die beiden Add-ons in die Quere?

It’s the economy, stupid

parteispenden

Source: Parteispenden in Deutschland

Bekanntlich ist die Regierung ein Ausschuss der herrschenden Klasse. Oder, laut Kommunistischem Manifest: „Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuß, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.“

Wahr oder falsch? Den obigen Satz wird man in keiner deutschen Zeitung finden, er wird nicht im Radio oder Fernsehen gesagt werden und er wird auch nicht auf einer Website eines deutschen Mediums sein. Interessant, nicht wahr?

Welche gemeinschaftlichen Interessen gibt es denn, wenn einzelne Kapitalisten nur als Charaktermasken handeln, nicht jedoch aus persönlichen Gründen?

Ich schlage dazu folgende Quellen vor:

– Was fordert der Wirtschaftsrat der CDU und wer ist dort warum Mitglied?

Parteispenden in Deutschland (Javascript erforderlich).

Und jetzt haben wir da noch die Tatsache, dass die herrschende Klasse nicht homogen ist, ja sogar in Details unterschiedliche Interessen hat, aber eben nur in Details. Im Prinzip geht es immer und ausschließlich darum, die Löhne und Steuern zu senken und die Profite zu erhöhen. (It’s the economy, stupid.) Alles anderes ist Feuilleton, also irrelevant.

Und jetzt diskutiert, was die Regierung de facto regieren kann, ob Neuwahlen etwas bedeuten und ob es ganz egal ist, welche Mitglieder im obigen Ausschuss der Beourgeoisie sitzen oder nur ein bisschen egal.

Moral ohne Grenzen

Thomas Fischers Kolumne „Mister Spacey und wir“ (hinter einer virtuellen Schranke für die, die nicht wissen, wie man Javascript ausschaltet):
Die Moral kennt keine Grenzen mehr: Dem Regisseur Roman Polanski wird aus dem Kölner Frauenturm mitgeteilt, seine Ghetto- und KZ-Biografie schütze ihn keineswegs vor dem Zahltag eines 40 Jahre zurückliegenden möglichen sexuellen Missbrauchs. Da liegt, so muss man sagen, die Latte der Moral wirklich sehr hoch! Sie wurde aufgelegt von einer Journalistin, die kürzlich selbst wegen einiger Unregelmäßigkeiten in ihren Steuerunterlagen rechtskräftig verurteilt wurde. Es handelte sich, anders als bei den ihr besonders am Herzen liegenden Fällen, nicht um unbewiesene Verdachtsfälle, sondern um veritable Straftaten. (…) Der Tonfall der neuen Welle ist gegenüber der letzten noch schriller und vernichtungsgeneigter geworden.“

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