Nachtwacht

unna

Woran denkt man als Bildungsbürger? An Spitzwegs Nachtwächter? An den Maler, der den Deutschland am liebsten ist? An den Wanzlikpfad in Neukölln? Die angeblich gute, alte Zeit, romantisch verklärter Antikapitalismus, also reaktionärer Scheiß? In dem Fachwerkhaus residiert übrigens das Westfälische Literaturbüro in Unna.

Paul Weniger, du bist ein Held

Paul Weniger

Der Bergmann Paul Weniger aus Altenbögge-Bönen starb im Kampf gegen die Kapp-Putschisten, die im Frühjahr 1920 die Weimarer Republik durch eine Militärdiktatur ersetzen wollten. Paul Weniger war Mitglied der KPD und Verhandlungsführer der Roten Ruhr-Armee in Pelkum. Er wurde am 3. April 1920 im Hof des Polizeigefängnisses von Hamm erschossen. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder. Er war 31 Jahre alt.

Die Rote Ruhr-Armee wurde vor allem von Mitgliedern der anarchosyndikalistischen Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften (FVdG) und der Unabhängigen Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) gebildet.

Bönen (dort war mein Großvater 40 Jahre lang Bergmann) ist der einzige Ort im Ruhrgebiet, in dem eine Strasse nach eine Arbeiter benannt wurde, der von der Reichswehr ermordet wurde.

Nächtens

hotel

Kurz gesagt: Mein Hotel ist zwar nicht billig, aber das Personal ist superfreundlich, und – im Gegensatz zu früher – gibt es jetzt hier schnelles (!) unzensiertes (!) Internet. Dafür zahle ich gern ein paar Euronen mehr. Muss ich mal sagen.

Margarethe, Caroline und der Lünschermannsweg, zum wiederholten Male revisited

Emscherquellhoflünschermannsweglünschermannsweglünschermannswegselfie

Ich schrob hatte schon vor drei Jahren geschrieben: Wieso fotografiere ich eigentlich immer dasselbe Motiv – wie hier (Juli 2012) und hier (März 2012) und hier (November 2011) und hier (Juli 2011)?

Man sieht meinen Geburtsort Holzwickede von der Quellenstraße aus, ca. 100 Meter südlich des Lünschermannswegs.

Der Emscherquellhof wächst immer mehr zu, in ein paar Jahren wird er aus der Perspektive gar nicht mehr zu sehen sein.

Was ist eigentlich da drunter, insbesondere dem Hixterwald, in dem ich als kleiner Junge oft mit meinem Großvater war? Das sieht man auf der Skizze: Mein Opa hatte in den zwanziger Jahren noch auf den Zechen Margarethe und Caroline gearbeitet und wusste auch noch, wo die Schächte und Stollen des Bergwerks Schwarze Adler waren. Und ich weiß das alles von ihm.

Heimaten

unna

Das ist ein Suchbild.

Bis Montag bekommen die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser Facetten aus meinter alten Heimat im Ruhrgebiet zu sehen und was mir so im Kopf herumschwirrt. Ich verstehe nicht, wie man sich über das Wort „Heimat“ so aufregen kann. Ich habe gleich mehrere davon. In der jetzigen wird vorkommen: Die Rote Ruhrarmee, die Schlacht von Pelkum, die Heimatstube Holzwickede, natürlich der Lünschermannsweg, der Hixterwald, vermutlich auch das Ruhrtal, das Canapé usw..

Wie in Rixdorf gewählt wurde

richardkiez

Soleier im Hungerturm

soleier

Soleier mit Freunden im Café Linus am Richardplatz in Rixdorf.

„Nach etwa vier Wochen Lagerung in der Salzlake beginnt sich das Eidotter grünlich bis bläulich zu verfärben und es entwickelt sich ein leicht schwefliger Geruch. Unter Kennern gilt das aber als Qualitätsmerkmal.“ Öhm….

Zuckerbaby

richardplatz

Urlaub am Richardplatz im Zuckerbaby Café & Deli.

Karl says saˈjjaːra

karls cafe

Berlin-NeuköllnRixdorf, Karl-Marx-Strasse. Cool: die Idee. Cool: Korrekter Genitiv. Cool: Karl says we’re closed.

Ich bin gerade da herumgelaufen, um einen Döner zu essen. Das ist gar nicht so einfach, weil fast alle Kneipen mittlerweile in arabischer Hand sind. Ich mag arabische Pampe nicht, bis auf wenige Ausnahmen. Aber die wissen, was kulinarischer Eklektizismus ist und bieten Döner und Ayran an, das Gericht heißt dann nur anders.

By the way: Das wichtigste arabische Wort ist ساق/قاد سيارة . Kommt in jeder Unterhaltung vor.

Dinkel et al

dinkel

Dinkelbrot und andere Leckereien aus der Køniglichen Backstube in Rixdorf.

Neukölln, revisited

neukölln

Ich habe der Zeit (Twitter) auf Fratzenbuch geantwortet:
Die Sonnenallee wird bei Einwanderern die „Arabische Allee“ genannt. Dort wollen alle zuerst hin, weil sie ihn ihrer Muttersprache dort durchkommen. Fast alle arabischen Cafes sind frauenfrei. Die Frauen, die auf der Straße laufen, tragen fast alle Kopftuch. Die Tatsachen sollte niemand leugnen. Ich bin Neuköllner und habe da kein Problem. Ich bin aber auch ein Kerl und habe mal Kampfsport gemacht. Ob man sich dort wohlfühlt, wo Frauen unterdrückt werden, ist eine andere Sache. Man muss die Schlussfolgerungen der rechten Pappnase @jensspahn nicht teilen. Aber die Antworten zu seinem Posting richten sich offenbar nur an die, die eh schon nicht seine Meinung teilen. (Eribon lässt grüssen.)

Rixdorf, Zentrum

richardplatz

Willkommen in der laubbläserfreien Zeit! Ort: Richardplatz, Rixdorf.

Arbeitsbuch

Arbeitsbuch

Das so genannte „Arbeitsbuch“ meines Großvaters Hugo Schröder. Als mir das in die Hände fiel, wusste ich noch nicht, worum es eigentlich geht – Geschichtsunterricht live! Das Arbeitsbuch „war ein von staatlichen Stellen ausgestelltes Dokument, das einem Arbeitgeber [Kapitalisten] bei der Einstellung verpflichtend vorzulegen war. Ziel war es, die berufliche Mobilität von Arbeitnehmern [Arbeitern] zu kontrollieren und von der Zusage durch den früheren Arbeitgeber [Kapitalisten] abhängig zu machen. Damit sollte es Arbeitnehmern Arbeitern unmöglich gemacht werden, Lohnunterschiede zwischen Unternehmen oder Branchen mittels eines Firmenwechsels auszunutzen. Das Arbeitsbuch war somit ein Mittel, die Berufsfreiheit grundsätzlich einzuschränken, nach 1935 zudem ein Instrument der wirtschaftlichen Mobilmachung zur Vorbereitung des Vierjahresplans. In einigen Ländern wie Slowenien ist das Arbeitsbuch noch gebräuchlich und für jeden Arbeitnehmer gesetzlich vorgeschrieben. In der DDR wurde das Dokument teilweise bis 1967 geführt.“

Es wird gern vergessen, dass eines der wichtigsten Anliegen des Nationalsozialismus war, die Rechte des Proletariats abzuschaffen. Die NSDAP nannte sich „sozialistisch“, in Wahrheit war sie genau das Gegenteil – eine Partei, die den Interessen des Kapitals diente – mit Terror. Deswegen hat die deutsche Großindustrie die NSDAP auch teilweise finanziell gefördert.

Unbestreitbar ist, dass in den frühen dreißiger Jahren Unterstützungsgelder der Industrie an die NSDAP flossen. Spenden kamen außer von dem bekennenden Nationalsozialisten Thyssen auch von Fritz Springorum, Paul Silverberg, Kurt Schmitt und Friedrich Flick. Kollektiv kam Geld von der so genannten Ruhrlade, dem Verein für die bergbaulichen Interessen, dem Arbeitgeberverband für den Bezirk der Nordwestlichen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller sowie dem I.G.-Farben-Konzern. Allein Thyssen hat von 1930 bis 1933 etwa 400.000 Reichsmark der NSDAP zukommen lassen. Auch bei dem Erwerb und der Renovierung des Palais Barlow (Braunes Haus) in München war er beteiligt. Allerdings unterstützte Thyssen wie auch die übrigen Industriellen wenn möglich solche Nationalsozialisten wie Hermann Göring oder Walther Funk, die sie für gemäßigt hielten.

Die Quellenlage ist allerdings relativ dünn. Die Interessen des Kapitals waren damals genausowenig einheitlich wie heute. Deswegen halte ich die vulgärmarxistische These, „das Kapital“ habe die Nazis finanziert und damit an die Macht gebracht, für unsinnig.

Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Industriellen unterstützte laut Turners Forschungen in der Endphase der Weimarer Republik nämlich nicht Hitler und die NSDAP, sondern Papen und die DNVP. An sie ging der ganz überwiegende Teil der politischen Spenden. (…) Erst nach der Machtübernahme kann von einer massiven finanziellen Unterstützung der NSDAP durch die Großindustrie gesprochen werden.

Es gibt jedoch ein relativ neues Buch von Karsten Heinz Schönbach zum Thema, das ich mir trotz den hohen Preises bestellt habe: Die deutschen Konzerne und der Nationalsozialismus 1926-1943.

Der Historiker Karsten Heinz Schönbach widerspricht wiederum in seiner 2015 veröffentlichten Dissertation der Auffassung, die Unterstützung der NSDAP durch die Großindustrie sei vor 1933 eher marginal gewesen. Nach Schönbach zeigten die Quellen, dass die NSDAP von Großindustrieellen von 1927/28 an erheblich unterstützt worden sei. Allerdings könne von einer vorwiegend NS-freundlichen Haltung der Großindustrie erst nach der Wahlniederlage der konservativen Rechten am 6. November 1932 die Rede sein.

Mit dem kleinen „Arbeitsbuch“ meines Großvaters könnte man ein ganzes Seminar an einer Universität bestreiten, und eine Schulstunde sowieso. Das „Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches“ stammt vom 26.02.1935.

Mein Opa war damals Bergmann, zuerst auf der Zeche Margarete in Dortmund-Sölde, die 1926 stillgelegt wurde, dann auf Zeche Caroline in Holzwickede (wo ich geboren bin). Die Zeche wurde 1951 stillgelegt.

Nicolaiviertel, Nachlese

nicolaiviertel

Häuser im Nicolaiviertel Unnas, an einem Sonntag im Oktober, morgens um acht Uhr.

Die letzte Wurst

currywurst

In ungefähr einem Jahr werde ich wieder da stehen.

Lecker, nur für Ureinwohner

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Milchhof der Familie Lategahn in Unna-Mühlhausen: Die wohlwollenden Stammleserinnen und geneigten Stammleser werden wissen, was ich dort gekauft habe. Die Katze fand, dass ich und meine Tüte sympathisch rochen.

Am Haarstrang

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Oben der Blick vom Haarstrang nach Süden ins Ruhrtal. Unten die romanische Kirche von Opherdicke, erbaut zwischen 1120 bis 1150 (die Kirche ist also älter als das Nibelungenlied).

Nach der letzten Fahrradtour plane ich jetzt ein heißes Bad mit Rotwein und Ian-Rankin-Leküre, danach werde ich was Nettes essen.

Heute bleibt die Welt draussen

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Unna, Altstadt – die Überschrift bezieht sich auf das oberste Foto.

Disk Read Error

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Hey, Deutsche Bahn, habt ihr am Bahnhof von Bönen noch DOS im Einsatz? Ich tippe ja aher auf Windows XP aka Museum für Verkehr und Technik!

Schon wieder der Lünschermannsweg

großeltern

Meine Großeltern Elise Marie Schröder, geb. Klang, genannt Lieschen (1906-1976) und Hugo Schröder (1902-1992) sowie mein Vater. Das Foto wurde vor 1939 in Holzwickede auf der damaligen Hengser Straße (heute: Hauptstraße) aufgenommen; hinten rechts sieht man den Lünschermannsweg.

(Mal sehen, wann Burks‘ Blog bei der Sucheingabe Lünschermannsweg an erster Stelle angezeigt wird…)

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