Ab excessu divi Augusti

tacitus annales

Zu selbst gemachter Gemüsesuppe mit Würstchen passen am besten Wein von den Golanhöhen und Tacitus:
Igitur Germanicus quattuor legiones, quinque auxiliarium milia et tumultuarias catervas Germanorum cis Rhenum colentium Caecinae tradit; totidem legiones, duplicem sociorum numerum ipse ducit, positoque castello super vestigia paterni praesidii in monte Tauno expeditum exercitum in Chattos rapit, L. Apronio ad munitiones viarum et fluminum relicto. nam (rarum illi caelo) siccitate et amnibus modicis inoffensum iter properaverat, imbresque et fluminum auctus regredienti metuebantur. sed Chattis adeo inprovisus advenit, ut quod imbecillum aetate ac sexu statim captum aut trucidatum sit. iuventus flumen Adranam nando tramiserat, Romanosque pontem coeptantis arcebant. dein tormentis sagittisque pulsi, temptatis frustra condicionibus pacis, cum quidam ad Germanicum perfugissent, reliqui omissis pagis vicisque in silvas disperguntur. Caesar incenso Mattio (id genti caput) aperta populatus vertit ad Rhenum, non auso hoste terga abeuntium lacessere, quod illi moris, quotiens astu magis quam per formidinem cessit. fuerat animus Cheruscis iuvare Chattos, sed exterruit Caecina huc illuc ferens arma; et Marsos congredi ausos prospero proelio cohibuit.

Ich lese gerade zum ersten Mal – das muss ich verschämt zugeben, trotz des großen Latinums und eines abgeschlossenen Studiums der Geschichtswissenschaften – die Annalen des Tacitus (in deutscher Übersetzung, und vielen Dank an den Papst Leo X., der die gestohlene Abschrift für die Archive des Vatikans beschlagnahmte).

Das Werk, obzwar unstrittig Propaganda der damaligen herrschenden Klasse, ist interessanter, als ich zunächst dachte. (Jemand sollte die deutsche Übersetzung mal überarbeiten, die ist stilistisch schrecklich.) Einerseits kommt einem Tacitus sehr modern vor, sehr nah, man könnte sich vorstellen, mit ihm zu diskutieren. Andererseits liest man immer wieder Passagen mit Kopfschütteln: Glaubte so ein logisch argumentierender Mann an höhere Wesen? Teilte er den Aberglauben der einfachen Leute, den er genüsslich und verächtlich schildert? (Vermutlich nicht.) Viele Details des Geschilderten sind so fremd, irrational und unverständlich, dass man dann doch den Zeitunterschied von zwei Jahrtausenden ahnt und spürt.

Das macht alles aber spannender. Ich habe gerade die Passagen über die Revolte der Legionen am Rhein zur Zeit von Tiberius und Germanicus gelesen.

Er machte seine Worte durch Weinen und Zerschlagen der Brust und des Gesichtes zu zündenden Funken. Dann drängte er die, auf deren Schultern er gewesen war, auseinander, warf sich in höchster Leidenschaft dem, jenem zu Füßen und erregte eine solche Bestürzung und Erbitterung, dass ein Teil der Soldaten die Gladiatoren, die Sklaven des Blaesus waren, ein anderer Teil sein übriges Gesinde in Banden legte und wieder andere sich nach allen Seiten zerstreuten, um den Leichnam zu suchen. (…)

Der Legat tat keinen Einhalt. Er hatte über der Menge der Wahnsinnigen die Fassung ganz verloren. Auf einmal brechen sie in Tobsucht aus und gehen mit blanken Schwertern auf die Centurionen los. Sie waren der älteste Gegenstand des Soldatenhasses, sie die ersten Opfer der Wut. Sie reißen sie zu Boden, misshandeln sie mit Schlägen, je sechzig einen, um die Zahl der Centurionen abzudecken, werfen sie darauf – zerschlagen, zerfleischt, zum Teil schon entseelt – vor den Wall hinaus oder in den Rheinstrom. (…)

Diese forschten zuerst bei denen, die ihnen geeignet schienen, und bestimmten, nachdem sie sich überzeugt hatten, dass der größere Teil in den zwei Legionen treu gesinnt war, nach dem Rat des Legaten den Augenblick, wo sie die schlimmsten Aufrührer mit dem Schwert anfallen wollten: und jetzt stürmten sie, nachdem sie sich untereinander ein Zeichen gegeben hatten, in die Zelte, machten ihre nichtsahnenden Opfer nieder, und niemand, außer wer eingeweiht war, wusste, woher das Morden und wozu.

Geschrei, Wunden, Blut vor aller Augen: die Ursache in Dunkel gehüllt. Das Weitere lenkt der Zufall. Auch Gutgesinnte ließen hie und da ihr Leben. Denn als die Schlimmen zu merken anfingen, wem das Wüten galt, griffen auch sie hastig zu den Waffen; und kein Legat, kein Tribun erschien, um Einhalt zu gebieten. Volle Freiheit und Rache bis zur Sättigung war der Masse gelassen. Als darauf Germanicus in das Lager einzog, rief er unter vielen Tränen aus, das sei keine heilende Maßnahme, sondern eine Niederlage, und befahl, die Leichen zu verbrennen. Sie, die auch jetzt noch voller Mordlust waren, kam die Begierde an, zur Sühnung ihrer Raserei gegen den Feind zu ziehen. Nur so, meinten sie, könnten die Seelen ihrer Kameraden Ruhe finden, dass sie selbst ehrenvolle Wunden auf der verruchten Brust trügen.

Massen- und Völkermord war der Normalzustand römischer Kriegsführung. Tacitus missbilligt das mitnichten, er unterstellt sogar, dass die Soldaten verlangten, in Germanien östlich des Rheins einzufallen, damit “die Seelen ihrer Kameraden Ruhe finden” – damit sind die gemeint, die umgebracht wurden, weil sie rebelliert hatten.

Natürlich hat Tacitus die Details erfunden. Er hatte zwar Quellen, die uns heute nicht mehr zur Verfügung stehen, verfasste aber seine Schriften mehr als ein halbes Jahrhundert, nachdem die Ereignisse stattgefunden hätte, so, als schilderte ich den Zweiten Weltkrieg, als wäre ich Augenzeuge gewesen. Trotzdem: Die Interaktion, Gruppendynamik und das Verhalten der römischen Soldaten und ihrer Vorgesetzten ist aus heutiger Sicht kaum erklärbar. Die Leser des Tacitus müssen das aber verstanden haben, obwohl er ihnen seine Sicht der Dinge a posteriori unterjubeln wollte.

Der Caesar verteilt die vor Gier brennenden Legionen, damit die Verheerung desto weiter gehe, in vier Heerhaufen und lässt über einen Raum von 50 Meilen hin Feuer und Schwert wüten. Kein Geschlecht, kein Alter flößt Erbarmen ein. Geweihtes wie Ungeweihtes, auch das Heiligtum Tanfanas, viel besucht von den dortigen Völkerschaften, wird dem Erdboden gleichgemacht. Verwundete gab es bei den Römern keine: sie hatten nur halb Schlafende, Unbewehrte und einzeln Umherirrende niederzumachen.

Wieder viel gelernt…

Harmonisch

harmonielehre

Ein bisschen Weiterbildung in der Theorie der schönen Künste kann nicht schaden. Ich wurde durch Werbung manipuliert und kaufte von Thomas Krämer Harmonielehre im Selbststudium.

USB On-The-Go oder: And the winner is Horst

USB on-the-go

Die hiesige Schwarmintelligenz in Gestalt des wohlwollenden Lesers Horst empfahl: Wenn’s ein normales USB-Kabel ist, dann probier Er mal einen sogenannten OTG-Adapter dazwischen. Ist zwar nur 1 Kontakt anders beschaltet, der sorgt aber dafür, daß sich das “smarte” Telefon nicht stumpf wie ein Speicherstick aufführt.”

Ich wusste nicht, was USB OTG ist – so etwas wie Coffee-to-go? Und warum kann das ein normales USB-Kabel nicht? Dafür ist es doch da? Und warum steht das nicht im fucking manual von Yamaha?

Und siehe: Das OTG Adapterkabel löste mein Problem: Die App Smart Pianist erkennt plötzlich doch mein E-Piano.

Letztlich bleibt es aber Kabel-Voodoo…

smart pianistsmart pianist

Sauer scharf

sauer-scharf-suppe

Meine neue Suppenschüssel passt besonders gut zu selbst gemachter Sauer-Scharf-Suppe mit Tapioka-Nudeln! Und das ging so:

Eine fette Möhre (oder drei kleine) in dünne Scheiben schneiden. Eine Zwiebel schreddern. Eine Paprika in kleine Stücke hacken. Zwei Esslöffel Sesamöl in einem Wok oder einer tiefen Pfanne erhitzen, erst die Möhren dazu, dann die Zwiebeln und das Paprika. Dann eine halbe Dose Jalapeños abtropfen lassen, etwas kleiner schneiden (sehr scharf!) und ebenfalls dazugeben (frische Jalapeños habe ich in Neukölln noch nicht gefunden).

Wenn sich das Sesamöl um das Gemüse gelegt hat und die Zwiebeln glasig werden, ein Glas abgetropfter Bambussprossen (oder auch Bambusstreifen) dazugeben und noch ein paar Minuten brutzeln lassen. Danach mit zwei Esslöffeln Sojasauce ablöschen (ich nehme helle Sojasauce, die ist besser).

Parallel dazu einen Topf mit ca. eineinhalb Liter Wasser aufkochen und fünf Brühwürfel dazugeben. (Im ursprünglichen Rezept wurden drei Liter Wasser angegeben. Nach einem halben Dutzend Versuchen habe ich weniger genommen – das ist vermutlich Geschmacksache.)

Jetzt vier Esslöffeln Ketchup in das kochende Wasser – und das Gemüse. Mit sechs Esslöffeln Saucenbinder ein wenig andicken (die Suppe muss kochen, wenn man den Saucenbinder hineinschüttet, sonst klumpt es). Dann mehrere kleine, in Scheiben geschnittene Lauchzwiebel in die Suppe.

Drei Eier mit ein wenig Wasser ein einem Schälchen verquirlen und dann mit einem Schöpflöffel langsam rotierend in die Suppe gleiten lassen. Mit Essig, Zucker und ein paar Tropfen Sesamöl abschmecken.

Glasnudeln bereitet man anders zu als “europäische” Nudeln. Es reicht schon, sie mit kochendem Wasser zu überschütten und dann ein wenig in der Suppe ziehen zu lassen. Meine vietnamesischen Tapioka-Nudeln muss man erst mit kaltem Wasser übergießen und dann drei Minuten (höchstens!) kochen. Wenn man sie zu lange kocht, werden sie matschig.

Guten Appetit!

Masken her, prestissimo!

masken

Berlin-Neukölln, Karl-Marx-Straße. “Die Märkte” richten es mal wieder. In Kuba wäre das nicht passiert, und in China schon gar nicht.

Ich werde jetzt Schoko-Kaffee trinken, danach das Solfeggietto weiterüben, das ich mal auswendig konnte, sogar prestissimo, aber komplett verlernt habe, und dann werde ich etwas bloggen.

Verflixte Technik, revisited

usb

Gestern bestätigte sich wieder einmal mein Urteil, dass es besser sei, alle Tutorials zu allen Themen am besten selbst zu schreiben.

Apropos Piano. Das Internet sagte mir, ich könne es per App steuern und damit auch viele schöne Dinge tun. Hört sich gut an, etwa wie: E-Mails zu verschlüsseln ist ganz einfach. Die Gesetze des Universums verlangen daher zunächst nach einem USB-Anschluss. Unter das Klavier kriechend, die Wirbelsäule krümmend, fand ich einen solchen (vgl. Foto), in den nach langem Suchen auch eines meiner zwei Fantastillionen USB-Kabel passte (das wird nicht mitgeliefert).

Was ist das für ein bescheuerter Anschluss? Das andere Ende ist “normal”. Aber wie kriege ich das in ein Gerät, vor allem welches? Für mein Galaxy S8 brauchte ich noch einen Adapter, der zwei UBS-Kabel miteinander verbindet. Klick. Gekauft. Mal sehen, ob der in diesem Jahr noch kommt.

In allen netten und gut gemeinten Videos wird einem erklärt: “Die App kann dann also mit jedem Handy oder Tablet verwendet werden.” Gelogen! Mein Tablet sagt: Die Smart Pianist App sei mit meiner Android-Version nicht kompatibel. Upgraden auf eine andere geht mit dem Teil auch nicht. Also wieder zurück in die dunkle Schublade damit. Kann man irgendwo lesen, ab welcher Android-Version die App funktioniert? Nein. Das würde den Endverbraucher vermutlich verunsichern.

Das wird noch kompliziert werden. “Um die App zu koppeln muss Bluetooth am Klavier aktiv sein, jedoch nicht der Pairing Modus.” Hurra! Gut zu wissen!

Übrigens and now for something completely different. Erst gestern, während eines Online-Seminars, fiel mir auf, dass Thunderbird bzw, Enigmail für Linux keine Dateien verschlüsseln kann, sondern nur die Texte von E-Mails. Weist da irgendjemand darauf hin? Nein. In finsteren Nerd-Ecken murmelt jemand etwas von Batch-Skripten. Schon klar. Das mach ich mit links, jeden Tag. (Man muss also Kleopatra nutzen, wie auch bei Windows.)

Zwischendurch erste Sätze von “Anleitungen”, die man gerne weiterliest: “Unter Linux funktioniert Enigmail nur korrekt, wenn die Anwendung (SeaMonkey / Thunderbird) und Enigmail mit der gleichen Compiler-Version erstellt wurden.”

Jaja, ich bin noch ganz entspannt.

As Time Goes By

yamaha

In der Anleitung steht, man könne das nur zu zweit zusammenbauen. Sowas darf man mir nicht sagen.

Ein komisches Gefühl, wenn man die Tasten rockt und kein Mensch hört etwas, außer man selbst über Kopfhörer. Ich find’s klasse.

Ich schreibe demnächst mehr über das Gerät, habe jetzt keine Zeit. Ich muss es noch “smart” machen.

Eine teure Reise mit Umwegen in die Pampa

kaulsdorfer Seen

Es begab sich aber zu der Zeit, dass Angela Merkel Kanzlerin von Deutschland war, dass ich tun und lassen konnte, was ich wollte und keinerlei Gebot der Herrschenden ausging, ich dürfe keine Musikinstrumente besitzen. Und jedermann ging nicht mehr aus dem Haus, dass er den Lockdown respektiere, ein jeglicher in seiner Stadt.

Da machte sich auch auf Burks aus Rixdorf, aus der Stadt Neukölln, nach ausgiebigem Googeln, in das sogenannte Mahlsdorf in der Stadt Preußens, die da heißt Berlin, auf dass er ein neues E-Piano erstünde. Und siehe, der Weg war lang, holperig und führe an exotischen und abgelegenen Regionen wie den Kaulsdorfer Seen vorbei.

get the sound

Bei einem Musikinstrumenten-Dealer kehrte er ein und erstand ein Gerät, für das er sich schon vorher entschieden hatte.

Interessant, dass die Lieferfristen für alle Instrumente extrem lang sind – für ein schwarzes E-Piano meiner Wahl hätte ich fast bis zum April nächsten Jahres warten müssen. Das liegt angeblich an der aktuellen Pandemie. Die Leute machen offenbar mehr Hausmusik und mahlsdorf neukölln border=kaufen dafür wie verrückt ein. Ich nahm also ein weißes Exemplar, was ohnehin unauffälliger ist und Mitte Dezember kommen wird. Für den Preis – weniger als 1.000 Euro – darf man nicht zu viel erwarten, aber ich spiele selten. Wenn man vieles verlernt hat und üben will, ist ein Klavier mit Kopfhörer erste Wahl – im Sinne der Nachbarn.

Auf dem Rückweg geriet ich noch mehr in die Pampa, weil die Hauptstrecke für Fahrräder teilweise nicht befahrbar ist, sogar auf Schlammstrecken, die eigentlich für Pferde gedacht waren. Ein Mountainbike zickt da aber nicht herum. Irgendwann musste ich Google fragen und wurde per Frauenstimme leider über Köpenick gelotst. Also bin ich gestern fast 50 Kilometer gefahren, was ich dann in meinen bettschweren Füßen spürte.

Gadget 008

spionage Kugelschreiberspionage Kugelschreiberspionage Kugelschreiber

Ich konnte nicht widerstehen und habe mir eine Spionage-Überwachungskamera in Form eines Kugelschreibers gekauft.

Das Teilchen macht alles, was die Produktbeschreibung behauptet. Man muss aber per trial and error versuchen, was die beste Entfernung für Fotos ist. Die Videoqualität ist ausreichend.

Was bei mir jedoch ein “ungenügend” bekommt, ist die “Anleitung”. Auch in Englisch habe ich eine Weile gebraucht um zu kapieren, was die meinen. So etwas ist unverschämt, zumal auch online nichts zu finden ist, was verständlicher ist.

Ich habe auch nicht herausbekommen, wer den Stift herstellt – die Suche nach der Marke MiniYamaso ergibt keine vernünftigen Ergebnisse. Es war den Versuch wert. Für den Preis kann man vermutlich nichts besseres erwarten.

Leerstelle

leerstelle

14 Jahre lang stand dort mein Klavier an der Wand. Ich habe es verschenkt und werde mir ein E-Piano kaufen. Ich weiß nur nicht nicht, welches ich nehmen soll. Ich neige zum Yamaha YDP-144 B. Was sagt die musikalische Schwarmintelligenz?

Koreanischer Bulgogi-Fleischtopf

Koreanischer Bulgogi-FleischtopfKoreanischer Bulgogi-FleischtopfKoreanischer Bulgogi-Fleischtopf

Ich wollte mir schon immer beibringen, wie man asiatisch kocht. Jetzt hatte ich ein leckeres Erfolgserlebnis beim zweiten Versuch mit einem Koreanischen Bulgogi-Fleischtopf. Beim ersten Mal fand ich keine Zeit mehr, das Rundfleisch zu marinieren. Ich schmeckte jetzt einen Unterschied: Das tote Rind in dünnen Scheiben hatte eine Nacht mit den Zutaten im Kühlschrank verbracht und war gleich viel wohlschmeckender.

Das Rezept: Rund 400 Gramm Rinderfilet (das ist teuer! Credits: Blutwurstmanufaktur – das Fleisch von dort schrumpelt nicht zusammen, wenn man es brät). Das sind zwei Portionen, aber die esse ich locker allein auf.

Für die Marinade: 2 Esslöffel Austernsauce, ein Esslöffel Gochujang (Koreanische Chili-Paste, superlecker!). Ein Esslöffel Maisstärke, ein Esslöffel helle Sojasauce, ein Ei, ein Teelöffel gemahlener schwarzer Pfeffer, ein Esslöffel reines Sesamöl. Die Zutaten in einer Schale gut durchmischen, das zerschnittene Fleisch eine Nacht darin ziehen lassen.

Zwei rote Zwiebeln zerkleinern, ca. 15 Gramm geschälten Ingwer mahlen bzw. zerreiben. Zwei Esslöffel Pflanzenöl in eine Pfanne geben (ein Wok ist natürlich besser, vgl. mittleres Foto). Das Fleisch ca. sechs Minuten braten. Immer schön wenden und aufpassen, dass es nicht zu “durch” wird.

Dann das Fleisch in eine Schüssel legen, noch einmal zwei Esslöffel Öl in den Wok und die Zwiebeln und den Ingwer darin dünsten. Zum Schluss das Fleisch aus der Schüssel dazugeben und kurz verrühren. Mit Reis servieren.

Die Möhre hätte ich aus ästhetischen Gründen in schmale Streifen schneiden sollen. Gurken probiere ich das nächste Mal aus, ich muss mich noch entscheiden, welche Sorte ich nehmen werde. Das Spiegelei habe ich weggelassen, weil ich vermutete, dass das tote Tier mich schon pappsatt machen würde – was der Fall war. Das Fleisch war so zart, dass ich es mit Stäbchen zerteilen und essen konnte!

Tag der Bibliotheken

tag der bibliothekenbücherbücherbücherbücherbücher

Gestern war der Tag der Bibiliotheken. Just saying.

Fatsia japonica

zimmeraraliezimmeraralie

Die Rätselei hat ein Ende. Im letzten Sommer hatte ich mir ein kleines Gewächs besorgt, das einem Efeu ähnelte – was aber alle Pflanzenbestimmung-Apps anders sahen. Sie waren sich nicht einig. Die Pflanze wuchs sehr schnell und ist jetzt über zwei Meter hoch. Winterfest scheint sie auch zu sein. Jetzt blüht sie – und siehe: Es ist eine Fatsia japonica, auch bekannt als Zimmeraralie. Ich züchte schon den Nachwuchs heran und hoffe auf die Klimaerwärmung, dass ich sie weiter draußen stehen lassen kann.

Saugnäpfe an der Brust und Nadeln im Arm

gesundheit

Ich habe mich gerade gegen COVID-19 Grippe impfen lassen. Dazu ein Komplett-Check wegen eines bevorstehenden minimalinvasiven Eingriffs: Kein Übergewicht. Kein erhöhter Blutdruck. Schon lange Nichtraucher. Leber ok. Keine Allergien. Keine sonstigen Auffälligkeiten. EKG wie ein Sportler. Eltern waren nie krank.

Die Vertretung meines urlaubenden Hausarztes ist Araberin und fragt mich, ob ich Deutscher sei?
“Ähm… ja?!”
Dann schwärmt sie von “den” gesunden Deutschen…

Ich scheine dem Publikum noch länger erhalten zu bleiben.

Deutsche Küche oder Charakterkopf mit Eiern

Das Thema hatten wir schon hier vor fünf Jahren (vgl. unten). Die Berliner Zeitung kommt jetzt noch mal damit: Zum Mohrenkopf: Schwarzer Chef verteidigt Namen seines Restaurants. “Ich brauche keine Weißen, die mir sagen, wann meine Gefühle verletzt sind”, sagt der schwarze Restaurant-Inhaber Andrew Onuegbu.

deutsche Küche

Süddeutsche Zeitung | Magazin: “Warum nennt ein Schwarzer sein Restaurant ‘Zum Mohrenkopf’? In einer Zeit, in der das Wort Negerkuss politisch korrekt durch Schokokuss ersetzt wird und die Schokoladen-Firma Sarotti ihren Mohr gold umfärbt? Andrew Onuegbu hat mehrere Antworten auf diese Frage. Der 42-Jährige stammt aus Nigeria – und führt sein Lokal in der Nähe des Exerzierplatzes mit dem Stempel ‘Deutsche Küche'”.

Bruhahahaha. Der hat wirklich Humor. Ziemlich cool. Erinnert mich an die Kreuzberger Kneipe “Zum Kanaken”.

Guter Mann und ein Charakterkopf mit Eiern sozusagen. Die schmallippigen Bilderstürmer_:*/Innen können mit sowas nicht umgehen und stellen Onuegbu in den sozialen Medien gleich in AfD-Nähe. Ohne Diffamierung geht es bei denen nicht. Das RND dazu: Dem Kieler Gastronom würde eine Nähe zu der Partei nachgesagt, heißt es. Hintergrund ist, dass die AfD ab Ende 2015 im “Mohrenkopf” regelmäßig Kennenlernabende veranstalten wollte. Jeden Mittwoch um 18 Uhr sollte es in dem Restaurant, das um die Ecke der AfD-Parteizentrale liegt, einen Stammtisch geben. Nach der ersten Veranstaltung gab es jedoch Gegenproteste und die Partei entschied, die Treffen nicht weiter im Kieler “Mohrenkopf” abzuhalten.

Wenn ich noch mal nach Kiel käme, wüsste ich, wo ich einkehren würde.

Hippeastrum

hippeastrum

Während das Wetter denkbar bescheiden ist, bemüht sich mein Ritterstern am Küchenfenster, den trüben Anblick aufzuhellen. Noch zwei 12-stündige Nachtschichten vor mir, drei habe ich schon hinter mir. Was soll’s – ich bin jung und brauch das Geld.

Let’s talk about sex (do it)

sexistische Werbung

FYI: Ich muss kurz berichten, was mir hinter der Welt-Paywall in schlechtem Deutsch entgegenschwoll.

Es sind nicht zuletzt die Jüngeren, unter denen Enthaltsamkeit herrscht. Bei den 18- bis 25-jährigen Männern etwa berichteten nur knapp 65 Prozent von sexuellen Aktivitäten im letzten Monat. Das sind drei Prozent weniger als bei den 56- bis 65-Jährigen, und nur 14 Prozent mehr als bei den 66- bis 75-jährigen Männern. Wobei sich hier schon die Frage stellt, mit wem die Senioren eigentlich ihre Aktivitäten praktizieren. Denn bei den 66- bis 75-jährigen Frauen liegt die sexaktive Quote gerade noch bei 26 Prozent, und dass im hohen Alter die Homosexualität unter Männern explodiert, wäre eine ganz und gar revolutionäre Neuigkeit. Möglicherweise haben die älteren Herren bei ihren Antworten auch nur etwas geschummelt.

Ich hätte gern mehr über die Fragen gewusst, die solche Antworten provozieren. “Hatten Sie Sex?” geht nicht, es müssten noch die Optionen folgen: [x] mit mir selbst oder [x] mit einer anderen Person usw.. Vielleicht gehen auch alte ältere Männer einfach in den Puff oder lassen sich eine einschlägig tätige Dame nach Hause kommen?

…beim Mann, auf den im Alter eher ein sexuelles Trauerspiel wartet. Er will dann zwar noch, doch oft kann er nicht mehr. Jenseits des 55. Lebensjahres berichtet jeder fünfte Mann über Erektionsprobleme, ab dem 66. Geburtstag ist es sogar jeder dritte. Mehr als die Hälfte der Betroffenen fühlt sich dadurch deutlich beeinträchtigt, aber zum Arzt gehen nur wenige.

Ach ja? Warum denn nicht? Mein Hausarzt sagte grinsend, als ich – schon weit jenseits des obigen “kritischen” Alters – ihn fragte, ob man gegen die Tatsache, dass man(n) manchmal nicht kann oder nicht lange genug, etwas unternehmen könne: “Herr Schröder, in ihrem Alter hat das die Evolution nicht mehr vorgesehen. Ich verschreibe Ihnen da mal was.”

Sildenafil und Cialis heißen die Produkte der Pharmaindustrie. Ich bin in der glücklichen Lage, meine Dosis zu kennen, nach ein paar Mal herumprobieren, und keine Nebenwirkungen zu haben. Da die ursprünglichen Patente ausliefen, sind beide Produkte preiswert.

Nachteil: Sildenafil wirkt erst rund eine halbe Stunde nach der Einnahme. Ein Quickie müsste geplant werden, oder man muss das Vorspiel ausdehnen, was Partnerinnen fast nie nicht missbilligen. Die Wirkung kann bis zu vier Stunden andauern. Ein alter Mann also, der nicht zum Arzt geht, ist also ein Trottel. Aber davon gibt es ja mehr als genug.

Diversitäten aus der Gräfenberg-Zone

burksburks

– Das KaDeWe und die SPD wollen sich “vielfältiger” machen (mehr Arabisches und mehr Hijabs?), was immer das heisst. Vielleicht sollten beide jetzt preiswerte Mäntel für die Arbeiterklasse anbieten? Den obigen Bademantel wird es übrigens nach der Revolution für alle gratis geben.

“Das KaDeWe toleriert andere Meinungen, auch wenn wir sie nicht immer teilen. Wir alle halten das aus.” Aha. Dann kann man vermutlich bald Alexander Gauland im Schaufenster sehen, natürlich in schwarzem Leder?

– Es wird Zeit für eine Bundeskanzlerin mit chinesischen, japanischen oder vietnamesischen Wurzeln, damit die preußischen Tugenden Fleiß, Disziplin und Selbstbeherrschung wieder mehr gepflegt werden.

– Der ehemalige Bundeskanzler Ludwig Erhard war ab 1933 Lehrbeauftragter an der Nürnberg Handelshochschule. Er äußerte sich positiv über die nationalsozialistische Zwangskartellierung, denn sie beuge den Schäden des “artfremden Preiskampfes” vor. Deshalb schaden Altherrenwitze über die real nicht existierende Gräfenberg-Zone der Frau dem Ansehen der Ludwig-Erhard-Stiftung.

– Vielen Dank an den edlen Spender R. G.!

Fuck this and the race-faking academic

burks
Credits: Samira, wurde mir soeben aus Kopenhagen zugeschickt.

Heute nur Belangloses, während ich Candy Dulfer zuhöre.

Böhmermann! Die Syntax von “fuck you!” ist weder “fick dich”! noch “fuck yourself” (letzteres ist eine Lehnrückübersetzung der falschen deutschen Übersetzung “fick dich!”), sondern – syntaktisch notwendige Satzteile auslassend – “man ficke dich!”, wie in “fuck this fucking rifle, it’s jammed again”. Im letzteren Fall ist theoretisch auch ein Imperativ/Optativ der 2. Person möglich. Si quis negat hæc vera esse, anathema sit.

küchekäsekuchen

– Neu erlernt und ausprobiert: Sauer-Scharf-Suppe und Käsekuchen. Wo kommt das Saure und Süße in der Suppe her? Lesen hier chinesische Großmütter mit? 中国祖母在这里读书吗? Meine Suppe schmeckt zwar gut, könnte aber etwas pikanter sein. Mehr Essig? (Ich habe Reisessig genommen.) Mehr Zucker?

Ich habe auch meine handmade Currywurst-Sauce neu gemixt, weil ich plane, alsbald ein paar Bratwürste zu verzehren. Die Küche sieht sah aus wie ein Schlachtfeld.

– Erneute Disqualifikation bei der Opferolympiade: “The rise of the race-faking academic
Another white academic, who was pretending to be black, has resigned.” Yeah! Mehr davon!

laptop

Da läuft gerade Lucky Backup. Ich wurde daran schmerzhaft erinnert, weil mein Hauptrechner sich heute plötzlich weigerte, die Monitorauflösung aufzuführen, sondern bei jämmerlichen 1024×768 Pixel steckenblieb, statt mir die gewohnten 1920×1080 Pixel zu zeigen. Ich musste wie gewohnt kryptische Foren-Beiträge durchforsten, hatte plötzlich unzählige Festplatten, fuhrwerkte mit Herzklopfen mit gedit im dev-Verzeichnis herum und kam mit Nautilus eigentlich nirgendwo mehr hin außer in mein Home-Verzeichnis, noch nicht einmal, wenn ich zum Erschrecken der Terminals den Dateimanager mit sudo aufrief. Das ergab alles keinen Sinn. Das Problem hat sich mit autoremove halbwegs lösen lassen, zumindest spinnt der XServer nicht mehr.

Ich wünsche jetzt eine gute Nacht. Wenn ihr noch einen guten Film sehen wollte: Training Day mit Denzel Washington in Höchstform (…stealing scene after scene as he utters gritty dialogue and glares into the camera). Natürlich im Original mit Untertiteln! Die Dialoge sind großartig.

Hula Hoop

manaus hula hoop

Wer kennt noch Hula Hoop? Ich kann mich vage erinnern, dass ich als Kind die Erfindung bestaunt habe. Das Foto habe ich im Februar 1982 in Manaus (Brasilien) gemacht.

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