Ohne Worte

karneval der kulturen

Demnächst treten dort auch die Hobbits auf.

Klassenbewusstsein und trapezoides Kanuisieren auf der Havel

HavelHavelHavelHavelHavelHavelWassersportheim Stößensee

Fitness oder die Bemühungen, sie zu erreichen, bekamen für die Mittelschicht bald eine andere Bedeutung – sie wurden zu einem Identifikationsmerkmal oder einem „Marker für die Schichtzugehörigkeit“. Gegend die Fitnessregeln verstoßendes Verhalten wie Rauchen oder mit einem Bier vor dem Fernsehapparat zu sitzen, signalisierte Zugehörigkeit zur Unterschicht, während gesundheitsbewusstes Verhalten auf eine höhere Schicht hindeutete – selbst wenn der einzige Hinweis die Sporttasche in der Hand oder die Yogamatte unter dem Arm war. Ähnliches galt für die Ernährung. In den 1970er-Jahren schienen Lebensmittel sich entlang der Klassenschranken zu sortieren. Die Wohlhabenden wählten „natürliche“ biologische Produkte mit Vollkorn oder überhaupt „vollwertige“ (was auch immer das heißen mag) und vor allem „reine“ Nahrungsmittel. Fest mit solchen Etikettierungen verbunden war die Betonung von wenig Fett; (…) Doch der lange Feldzug gegen Fett etablierte auch die Vorstellung, dass Fett etwas für wirtschaftliche Verlierer ist – Burger und Pommes mit Mayo als Signal für die Zugehörigkeit zur Unterschicht. (Barbara Ehrenreich: Wollen wir ewig leben?)

Ich empfehle dieses Buch – wie auch alle anderen von Barbara Ehrenreich: Scharfsinnig und mit großem Witz und Selbstironie geschrieben, wer Sport und „Wellness“ betreibt und wer denkt, eine medizinische Vorsorgeuntersuchung sei staatsbürgerliche Pflicht, sollte es lesen. Wenn man Ehrenreichs Bücher kennt, weiß man immer schon, was zehn Jahre später in Deutschland – mit geringerem Niveau – diskutiert wird.

And now for something completely different (nicht wirklich). Ich betreibe das Kajaken, Kanuisieren bzw. Paddeln bekanntlich nicht als Sport, sondern zu meditativ-chilligen Zwecken, obwohl es angeblich gut für das Trapezoide meine Körpers ist.

Hier neue Eindrücke – die Havel südlich der Stößenseebrücke, vorbei an der Halbinsel Schildhorn und dem Grunewaldturm bis Lindwerder.

Ich war ziemlich spät losgepaddelt, und als ich überlegte, ob es sich noch lohnen würde, weiterhin in See zu stechen, zogen über Spandau dunkle Wolken auf, und ich kehrte um. Ich bin Neuling, was Sturm und Wind auf Stadtgewässern betrifft, und das kabbelige Wasser und der heftige Gegenwind von Norden machten mir ziemlich zu schaffen – aber mein Rücken fand es vermutlich gut.

Am Himmel zuckten die ersten Blitze, und mein Kajak wäre oft abgetrieben worden, wenn ich nicht kräftig gegengehalten hätte. Als ich die Stößenseebrücke erreichte, fing es an zu schütten – auch eine interessante Erfahrung. Die letzten 300 Meter ließen mich frohlocken, dass ich eh nur eine Badehose anhatte. Mit letzter Kraft bekam ich das Boot noch ins Bootshaus und könnte mir das Wüten des Regens, Donner und Blitz vom Trockenen aus ansehen, während ich mich abrubbelte.

Demnächst gerne wieder.

Armee ohne Unterhosen

Harald Martenstein im Tagesspiegel über nachhaltige Unterwäsche:
„Überraschend fand ich die Nachricht, ebenfalls in der Zeit, dass bei der Bundeswehr auch die Unterhosen knapp sind. Eine Armee ohne Unterhosen hat es in der Militärgeschichte zum letzten Mal beim großen Showdown zwischen Neandertalern und Homo sapiens gegeben. Das Unterhosenproblem hängt damit zusammen, dass die Öko- und Nachhaltigkeit-Standards inzwischen so hoch sind, dass kaum eine real existierende Unterhose sie erfüllen kann. Die Bundeswehr muss die Lebensbedingungen jedes einzelnen Schafes prüfen, welches Wolle für das Garn der Unterhose stiftet.“

Alte Spree, Sophienwerder und drumherum

kanu in Spandaukanu in Spandaukanu in Spandaukanu in Spandaukanu in Spandaukanu in Spandaukanu in Spandaukanu in Spandau

Heute habe ich mehrere Orte in Berlin kennengelernt, von denen ich noch nichts wusste, obwohl ich von 1977 bis 1995 auch Taxi in Berlin gefahren bin, also jeden Bordstein kennen müsste. Vom Wasser aus hat man aber eine andere Perspektive.

Ich bin also vom Bootshaus Stößensee nach Norden gepaddelt, durch das hier schon lobend erwähnte Klein-Venedig, über den Hauptgraben und den Kleinen Jürgengraben in den Südhafen Spandaus (die „Einfahrt“ von dort nach Klein Venedig sieht man auf dem untersten Foto), dann die Havel hoch, am Rathaus Spandau vorbei bis nach Stresow und der gleichnamigen Brücke. Ein Teil Stresows heisst Die Freiheit, ein abgabenfreies Land. Wusste ich alles nicht.

Kurz danach mündet die Spree in die Havel (3. Foto von oben). Ein recht unromantischer Ort.

Leider hatte ich ganz vergessen, dass die Havel nördlich davon eine Schleuse hat. Es wäre interessant gewesen, mit dem Kanu da durchzufahren, aber sie war gerade für den Gegenverkehr geöffnet und ich wusste nicht, wie lange sowas dauert. An die hier mitlesenden Kanuten Berlins: Kommt man denn in den Westlichen Abzugsgraben und von dort zur Zitatdelle oder muss man irgendwie einen Wasserfall hinaufpaddeln? Eine Schleuse gleicht doch ein Gefälle aus, so weit mir bekannt ist?

Ich bin also ein Stück die Spree hinauf bis zur Alten Spree. (Das Fäkalienschiff war zum Glück nicht da. Weiß jemand, was das ist? Wird die Scheiße Berlins per Schiff abtransportiert – und wohin?)

Auch die Tafel, die anzeigt, wie hoch das Wasser in Sopienwerder 1961 stand, gibt mir Rätsel auf. Am 2. Juni 1961 verzeichnet eine Wetterchronik „schwere Unwetter mit sintflutartigem Regen in Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz, schlimmste Hochwasser seit 100 Jahren, Leine bei Hannover 2,65 m., viele Überschwemmungen, Tote, Millionenschäden.“ Hat sich das auch in Berlin als Hochwasser bemerkbar gemacht?

Das nächste Mal paddele ich bis in den Karpfenteich am Charlottenburger Schloss – wenn man mich lässt und da kein Wehr ist oder jemand, der mich erschießt. Versprochen!

Lesbar

ehrenreichdas kapital

Neu in meiner Bibliothek: Barbara Ehrenreich: Wollen wir ewig leben? sowie Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie | Erster Band Buch I: Der Produktionsprozess des Kapitals, bearbeitet und herausgegeben von Thomas Kuczynski.

Von Barbara Ehrenreich kann man ohnehin alles lesen. Sie wurde hier schon mehrfach lobend erwähnt.

And now for something completely different (nicht wirklich).

Dating Married Women and Men

Sehr interessanter Artikel in der New York Times von Karin Jones: „What Sleeping With Married Men Taught Me About Infidelity“. Da könnte man viel zu schreiben, ich überlasse das aber aus Gründen, die ich nicht näher erläutern will, den Sex-affinen Leserinnen und Seitensprung-erfahrenen Lesern. Absolut lesenswert.

Rosa Überdeutschung et al

Don Alphonso in seiner Welt-Kolumne u.a. über die Ericusspitze in Hamburg, islamistische Massenschlägereien, nicht halale Bierkrüge, junge, bunte, unterprivilegierte freie Journalistinnen und queer-androgyn-mangelernährte Mode.

Paddeln in Klein-Venedig und drumherum, mit Begegnungsverboten

Wassersportheim StößenseeWassersportheim StößenseetiefwerdertiefwerdertiefwerderKlein VenedigGrimnnitzsee

Ich bin heute also zum ersten Mal bei Kaiserwetter herumgepaddelt, Tiefwerder und Tiefwerder Wiesen, Klein Venedig und der Kleine Jürgengraben, Südhafen Spandau und die Havel, Grimnitzsee. Pichelswerder und Stößensee. Das idyllische Ensemble auf den beiden oberen Bilder ist übrigens das Wassersportheim Stößensee – dort liegt mein Kajak. Gerne wieder!

Querflöte und Zwerchfell

querfloete

Auch wenn ihr das nicht glaubt, aber das bin ich im Jahr 1985. Wenn man Querflöte gespielt hat, kann man die Zwerchfellatmung einschalten und immer lauter reden und schreien als andere…(Sorry für das unpolitische Posting.)

Sex, Sportschau und Bier

dolls

Telepolis: Deutschlands größter Sexpuppenhändler Manfred Scholand über intelligente Liebespuppen, Männer „ohne Zugang zu Sex“ und Roboter, die zu real sind – „Unser Standardkunde will Sex haben und danach Sportschau schauen und ein Bier trinken“. Sehr interessant, auch die Kommentare.

Stilleben mit: The Masculine Soul et al

breakfast

Ja, ich habe euch darben lassen. Daher jetzt um so mehr Relevantes und weniger Relevantes. Ich bin in der Laune, das obige Frühstück in ein paar Tagen nachzustellen. Ich kenne die Zutaten, außer dem fast schwarzen dunklen Zeug (unten in der Mitte). Was ist das?

linkwood

Endlich habe ich auch wieder eine Flasche meiner Whisky-Hausmarke ergattert: Linkwood, ihr wisst, was ungetorft gut schmeckt! Whisky mit Literatur, was gibt es Schöneres (ausser Beischlaf natürlich)?

Dazu läuft Antti Martikainen im Hintergrund. Wenn man das hört, wachsen Männern automatisch Haare auf der Brust. Warum sind die Finnen eigentlich so gut in Musik? Nightwish, Tarja Turunen, Ensiferum? Weil es da so oft kalt und dunkel ist und man ausser Sex und Komponieren nichts tun kann?

shakespeare

Shakespeare hatte wir hier neulich schon. Wenn ihr jemals Macbeth lesen wolltet: Besser ist der Film Polanskis mit dem Original-Text. Einfach großartig, inklusive Gänsehaut-Faktor. Ein Bloody masterpiece for sure.

schockwellenreiter

And now for something completely different. Kennt ihr die bescheuertste deutsche „Internet“-Firma? Lan1 Hotspots GmbH heisst die und sitzt in Hamburg. Die zensieren (nach irrationalen Kriterien sowieso) und antworten nicht auf E-Mails. Eine deutsche Internet-Firma eben. Schade, dass man das Problem nicht wie in Wikinger-Filmen lösen kann oder persönlich.

Wenn man die entsprechende Pressemeldung liest, platzt einem fast der Kragen ob der Heuchelei, die aus allen Zeilen trieft: „Berlins Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat und die Vorsitzende der Geschäftsführung von Vivantes Dr. Andrea Grebe haben heute im Vivantes Klinikum Am Urban kostenfreies WLAN für alle Patientinnen und Patienten in Betrieb genommen und damit einen wichtigen Punkt aus dem 100-Tage-Programm des Senats erfüllt. (…) Für die technische Aufrüstung, die für ein freies WLAN notwendig ist, wurden am Klinikum Am Urban rund 300.000 Euro aufgewendet. Die Kapazität der Datenübertragung konnte damit von vorher 6 Mbit auf jetzt 100 Mbit aufgestockt werden.“ So viel Geld, um Websites zu zensieren. Gutes Deutsch können die auch nicht.

altertumswissenschaft

And now for something completely different. Ich musste heute in alten Papieren kramen. 44 Jahre nach einem Seminar, das ich an der Universität Münster belegt hatte, erfahre ich jetzt, dass mein damaliger Professor Gottlieb Prachner in der DDR ein „Störenfried“ war und es deshalb vorgezogen hatte, dort nicht weiter zu lehren. Ich kam mit ihmwunderbar klar, und er mit mir offenbar auch. Das waren noch Zeiten: Er hat die Studenten seines Seminars zu Semesterende in eine Kneipe eingeladen. Und genau dort lernte ich andere Studenten kenne, deren Erzählungen von Streiks, Besetzungen und Demonstrationen usw. mich dazu bewogen, von Münster an die FU Berlin zu wechseln.

Jetzt breche ich abrupt ab und esse (ausnahmsweise) meine Pizza.

Asexuelle Belästigung [Update]

Bahamas: „Warum #MeToo ein großangelegter Übergriff auf die Residuen bürgerlicher Zivilisation ist“.

Ich habe noch keine Meinung zum Inhalt des Artikels, bin auch gleich verstimmt, weil man bestimmt ohne das arrogante Geschwurbel auskäme, ausserdem fehlt mir heute die Zeit zum Lesen, weil Besseres angesagt ist. Ich fand aber einige interessante Gedanken beim Überfliegen – wie diesen hier:

„Eine Gefährdung der gesellschaftlichen Ordnung entsteht dagegen erst und gerade in dem Fall, wo ein Lynchmob sein Strafbedürfnis zufällig an einem ausagiert, der sich im Nachhinein tatsächlich als schuldig erweist. Denn hier wird den wirklichen Opfern sexueller Gewalt vorgeführt, dass es möglich ist, dem Peiniger erheblich zu schaden, ohne sich dafür den Prozeduren bürgerlicher Verfahren unterwerfen zu müssen, deren Ausgang häufig offen ist…“

Ein endgültiges Urteil überlassen ich den geneigten Leserinnen und wohlwollenden Lesern.

[Update] Ich habe den Artikel gelesen. Ich stimme nicht allen Formulierungen zu, aber dem Inhalt.

„Die konformistische Revolte der in immer schärferem Konkurrenzkampf gegeneinander gedrängten Arbeitskraftbehälter, nicht für ein Surplus, sondern nur noch darum, das Lebensminimum ohne staatliche Alimentierung zu bestreiten, scheint nun geschlechterübergreifend darin zu bestehen, sich als die heiligen Kühe Indiens aufzuspielen. Den desexualisierenden Imperativ am eigenen Körper vollstreckend, wird dessen Bedeutungsverlust in seiner Verheiligung und Rebarbarisierung kompensiert.“

Whisky-Warnung!

whiskywhisky

Ich könnte das hiesige qualitätsgetränkekundige Publikum auf die Folter spannen und zum oberen Bild fragen: Wo war ich (Running Gag: „Hier entsteht eine neue Internet-Präsenz“) und was tat ich? Das Schild jedoch ist eine Lüge, denn meine Hausmarke Glentauchers ist ausgegangen!

Ich musste daher auf die Linkwood Distillery ausweichen. „The distillery was built in 1821 by Peter Brown with two stills, and started production in 1825…“ Nein, das ist kein Blended Wihsky: „Nur ca. 2 % der Produktion werden als Single Malt auch vermarktet.“

Davon habe ich was erwischt: Das Gesöff schmeckt großartig!

Avenidas oder: Text-Talibanen die Gender-Ideologie ins Gehirn geschissen

avenidas

Symbolbild für alles

Alleen
Alleen und Blumen
Blumen
Blumen und Frauen
Alleen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

Der Schockwellenreiter schreibt über die Text-Taliban: „Doch den Studentinnen- und Studentenvertretern hat offenbar die Gender-Ideologie ins Gehirn geschissen: In einem offenen Brief kritisierte der ASTA der Hochschule im Frühjahr 2016 das Gedicht. Es reproduziere nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, es erinnere zudem unangenehm an sexuelle Belästigung, der Frauen alltäglich ausgesetzt seien – gerade auch am U-Bahnhof Hellersdorf (mich schaudert es: der Dorfbahnhof Hellersdorf, ein Hort der sexuellen Gewalt) und dem Alice-Salomon-Platz. Das Gedicht müsse entfernt oder ersetzt werden.“

¡Hasta la victoria siempre!

la batea

Venceremos! Wahre Freundschaft! Im La Batea war ich zum ersten Mal 1981. Lore kenne ich zehn Jahre weniger.

Stilleben mit Luxusartikeln

glentauchers

Ich habe mir noch Nachschub geholt – ab jetzt bin ich Fan der Glentauchers Distillery. Ein kundiger Leser schrob schrieb hier: „Problem bei den Tauchers ist, soweit mir bekannt, gibts keine Originalabfüllung, zumindest keine außerhalb der Destillerie, deswegen landet der Stoff bei einigen unabhängigen Abfüllern oder wird in Blends verklappt“.

Darauf habe ich einen gewohnt sachkundigen Verkäufer beim Drogendealer meines Vertrauens angesprochen. Der antwortete: Sie hätten bei Glentauchers ein eigenes Fass gekauft (und das vorher getestet). Wenn das leer ist, kriegen sie ein neues, aber das ist natürlich dann ein etwas anderer Whisky. Von diesem Fass haben sie noch rund 40 Flaschen da, aber die konnte ich natürlich nicht alle aufkaufen. Jedenfalls schmeckt das Gesöff (destilled 1. May 2008) großartig.

Wie das medienkundige Stammpublikum weiß, werbe ich für nichts und niemanden (ausser, dass die Bücherlinks auf Amazon gehen, aber man muss ja nicht klicken). Es gibt drei Ausnahmen (ich kriege nichts dafür): Erstens Glentauchers (siehe oben), zweitens für Benzinöfen von Coleman (vgl. Loblied auf einen Ofen, 07.01.2004) und drittens für bestimmte Schuhe von Adidas. Alle, die ich dort gekauft habe, waren erstklassig (aber auch nicht billig) – im Gegensatz zu anderen Marken, die ich zum Teil auch getestet und nach wenigen Monaten weggeworfen habe, weil sie auseinanderfielen oder Risse bekamen.

Und wer von euch hat denn einen Stiefelknecht? (Außer denen natürlich, die sich vorwiegend zu Pferd fortbewegen.)

Freiheit zu belästigen

Tagesspiegel: In der Diskussion um sexuelle Übergriffe haben die französische Schauspielerin Catherine Deneuve und andere Prominente eine „Freiheit zu belästigen“ eingefordert. Die aktuelle „Denunziations-Kampagne“ gegen Männer spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände, heißt es in einem von rund 100 Frauen unterschriebenen offenen Brief, der in der Zeitung „Le Monde“ erscheint.

Die Unterzeichnerinnen warnen in der #MeToo-Debatte vor einem ‚Klima einer totalitären Gesellschaft‘. ‚Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber hartnäckiges oder ungeschicktes Flirten ist kein Delikt, und eine Galanterie auch keine chauvinistische Aggression‘, schrieben sie. Die ‚Freiheit zu belästigen‘ sei ‚unerlässlich für die sexuelle Freiheit‘.

Das würde sich in Deutschland niemand trauen.

By the way, lieber Tagesspiegel, wisst ihr eigentlich, was ein „Link“ im Internet ist und dass man den setzen kann? Wäre ein netter Service.

Slàinte Mhath oder: Ganz gute Getränke, gemeinhin genossen

wein und Whisky

Die Weltläufte geben gerade nichts von Belang her. Die Mainstream-Medienblase debattiert über das irrelevante Buch Fire and Fury, das, wenn ich einigen Rezensenten glauben will, nur bestätigt, was jeder sowieso weiß: Ob einzelne Vertreter der herrschenden Klasse dumm sind oder nicht, ist völlig schnuppe. Das System funktioniert ohne sie – das sieht man hierzulande ja auch.

Mich interessiert eher, wohin wir kommen und was es dort gibt.

Zum Getorften. Am liebsten hätte ich natürlich im KaDeWe zum (gewohnt sachkundigen) Verkäufer gesagt: „Bitte einen israelischen Rotwein aus den so genannten „besetzten“ Gebieten, der mit Blick auf Syrien oder Gaza gekeltert worden ist.“

Ich bin ein trotziger Mensch und mache immer aus Prinzip genau das, wovon man mich abhalten will, ohne mich vorher zu fragen. Das liegt natürlich an kindlichen Traumata, die zu bearbeiten ich mir selbst überlassen war, immer eingedenk des Leitsatzes, das der Hass eines Konvertiten das Problem nicht wirklich löst, wie Lichtenberg schon richtig anmerkte: „Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.“

Ich habe mich also selbst, da ich den Verkäufer nicht in Verlegenheit bringen wollte, mit einem Merlot Gamla von den Golan-Höhen eingedeckt, dazu einen Barkan von ebendort.

Langer Rede kurzer Sinn: Das KaDeWe hatte zu meiner Überraschung keinen Glentauchers, der mir bisher am besten schmeckte, ja, man kannte ihn garnicht. Das scheint ein echter Geheimtipp gewesen zu sein. Ich habe also wieder einen Whisky aus der Region Speyside genommen, der Ben Riach war zwar lecker, mir aber ein bisschen zu „hart“.

L’Chaim! Slàinte Mhath!

Brainfuck im Bierbaum oder: Fibonacci mit Fellkugel

fibonacci

Das gute Leben: Frühschoppen mit dem Schockwellenreiter im Bierbaum (Facebook mangels Google Street View an dieser Stelle) – wollte schon immer mal über die Visualisierung von Keilschrift-Tafeln, Mesh und Markdown reden. Fibonacci, Bernoulli, Lefèvre und die Fellkugel dürfen auch nicht fehlen.

Wenig bis gar nicht getorft

scotch single maltscotch single malt

Weihnachten bedeutet auch für Atheisten, gute Freunde zu bekochen und deren Dehydrierung zu verhindern. Der Drogendealer meines Vertrauens* empfahl mir einen schottischen Single Malt aus der Whiskybrennerei Glentauchers aus dem Jahr 2008 sowie eine Flasche aus der Destillerie BenRiach, aus derselben Gegend. Kommentare der drogenkundigen Leserinnen und der dem Alkohol zugeneigten Leser sind hierzu willkommen. (Muslime müssen leider draußen bleiben.)

Was noch? Während meine Avatar wieder böse Dinge in Auftrag gibt, habe ich auch eine gute Nachricht zum christlichen Feiern: Die Mehrheit der Deutschen meint, dass Religion mehr schade als nütze. Das lässt hoffen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern frohe Festtage!

* Sorry, dass ich Yelp verlinke, aber die haben noch nicht wirlich eine Website. Früher hieß das wohl Tabak und Whisky Center, jetzt nennt sich der Laden Whiskymanufaktur Kreuzberg. „Hier entsteht eine neue Interpräsenz“ („since 2000“!). Wir retro ist das denn? Fehlt nur noch: „Diese Seite ist optimiert für den Microsoft Internet Explorer oder Netscape Navigator“. Passt aber zum Ambiente….

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