Frontberichte, Pflanzen und das eigene Reden über den Sachverhalt

Strahlenaralie (Schefflera arboricola), aka Zwerg-Schefflera. Eine schwierige Pflanze – hier ein selbst gezüchteter Ableger der Mutterpflanze, die mehr als zweieinhalb Meter hoch ist. Letztere verlor im letzten Jahr plötzlich sehr viele Blätter, weil ich zu spät bemerkt hatte, dass sie voller Schildläuse war, welchselbige ich in einem chemischen Vernichtungskrieg bis zum letzten Mann ausrottete.
Ich wollte eigentlich bei Kaiserwetter heute auf’s Boot und die Havel, da es das Klima vermutlich der letzte richtig warme Tag im Jahr sein wird. Aber erstens bin ich viel zu spät aufgewacht, weil heute der letzte von vier freien Tagen ist, an dem ich ausschlafen kann. Ab morgen wieder vier Mal hintereinander um vier Uhr aufstehen und dann 12 Stunden Lohnschinderei. Und zweitens habe ich noch so viel vor und zu tun, dass ich vermeiden möchte, heute Abend hektisch herumzurödeln, um dann nur ein paar Stunden Schlaf übrig zu haben.
Ich denke also an Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden: Es sei wichtig, dass dem Gegenüber die Materie bekannt ist. Der ausschlaggebende Punkt sei vielmehr das eigene Reden Bloggen über den Sachverhalt. Mit dieser Methode könne man sich selbst am besten belehren: Die Idee kommt beim Sprechen Schreiben. Wohlan.


Köstliches Fensterblatt (Monstera deliciosa) (links). Die Pflanze wurde mir, als sie erst zwei Blätter hatte, von einer scheidenden Untermieterin geschenkt und hat sich prächtig entwickelt. Die Luftwurzeln sehen zwar hässlich aus, und die Blätter stehen kreuz und quer und sperrig herum, aber Burks gefällt das. Der Drachenbaum (rechts), der auf meinem Schreibtisch stand, ist mittlerweile riesig – er musste jetzt hinunter in einer ultraschweren Tontopf, damit er nicht in Gefahr gerät umzukippen, wenn er wieder Zweige, die fast größer sind als der Baum selbst, in Richtung Sonne wachsen lässt. Er mag aber keine Zugluft, und ich muss mir überlegen, ob er verträgt, dass die Balkontür sehr oft offen steht.
Armageddon-Front
Während meines Frühstücks spülten mir die Algorithmen tonnenweise Katastrophen-Filmchen zur Unterhaltung in meine Feeds. Beim Bildervergleich assoziierte ich Tsunami, aber mit höheren Bergen, oder Kerala. Textbausteine: „Heftige Unwetter“ (das Klima!), „völlig unerwartet“ (das Klima!).
Nein, nichts ist „unerwartet“, mit oder ohne Klima. Das war schon immer so, mit oder ohne Menschen, mehr oder weniger heftig. Erinnert sich noch jemand an den Flimser Bergsturz?
Ostfront
„Während Russland Luhansk nahezu vollständig erobert hat, kontrolliert die Ukraine noch knapp ein Fünftel der Oblast Donezk – gut 5000 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der fünffachen Fläche Berlins. Sehr wahrscheinlich geht es nicht mehr um die Frage, ob Putins Armee die verbliebenen Gebiete im Donbass erobern wird, sondern wann,“ schreibt die bürgerliche Presse.
Oh, es geht nicht mehr um den Endsieg der Ukraine? „Die Eskalation nimmt immer mehr zu“, beobachtet Oberst Markus Reisner…“Es gibt unterschiedliche Erklärungsmodelle.“

„Das ist sehr wahrscheinlich eine Birkenfeige (Ficus benjamina), auch Benjamini genannt. Dafür sprechen auf deinem Foto die typischen Merkmale: die zahlreichen kleinen, glänzenden, ovalen und vorne zugespitzten Blätter sowie die dünnen, verholzten und stark verzweigten Triebe. Die Pflanze sieht insgesamt gesund und kräftig aus. Einige hellgrüne Blätter sind einfach jüngerer Austrieb. Der Standort direkt am hellen Fenster scheint ihr zu gefallen.“ Die Benjamini ist meine heimliche Lieblingspflanze, die wie fast alle anderen auch, eine Geschichte hat: Ich habe sie aus dem Büro des Konzerns, in dem ich ein paar Jahre gearbeitet habe, gerettet, nachdem dort Security nicht mehr gebraucht wurde. Sie hatte nur noch ein (!) Blatt. Vielleicht ist sie mir dankbar.
Naher-Osten-Front
Israels wachsender Bedarf an ausländischen Arbeitskräften verschärft die Wohnungskrise.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat Israel die meisten „palästinensischen Arbeitskräfte“ durch ausländische Beschäftigte ersetzt. Ihre Zahl liegt inzwischen bei 250.000 – so hoch wie nie zuvor. Die von der Regierung festgelegte Obergrenze beträgt 330.000. [In der Kantine des Kibbutz Jan Mordechai, wo ich im Oktober 2025 war, arbeiteten Asiaten – ich glaube, waren Filipinos.]
Aufsichtsbehörden berichten von überbelegten Wohnungen und menschenunwürdigen Zuständen. Teilweise leben 12 bis 15 Menschen in einer Wohnung und müssen sich zwei Badezimmer teilen. Die staatlichen Pläne zur Unterbringung der Arbeitskräfte bestehen bislang größtenteils nur auf dem Papier – während die Wahlen näher rücken.
Ach. Ach was.
Die Jerusalem Post ist immer noch interessanter als alle deutsche Medien zusammen. Just saying.
Ich sage übrigens nur: Fauda!
Und Netanjahu sollte man auch nicht abschreiben.
Freie Zeit
Acht von zwölf Fenstern geputzt. #manhatjaauchsonstnichtszutun
Angriff auf die Lessingbrücke, 1. Planungsphase
Ich paddele seit 2017, aber es gibt immer noch reichlich Touren, die ich noch nie gemacht habe. Gestern war ich bei Kaiserwetter unterwegs, aber ein bisschen untrainiert, daher nicht übertreibend. Man kann von Tiefwerder aus die Spree aufwärts – die Tour habe ich 2021 schon einmal gemacht. Bekanntlich bin ich seitdem nicht jünger geworden. Ich wollte testen, wie lang ich jetzt bis zur Rudolf-Wissell-Brücke brauchen würde.
Der Plan ist: Durch die Charlottenburger Schleuse und dann in Richtung Moabit, wie weit die Paddel tragen.
ChatGPT: „Start bei Wassersportheim Stössensee 7:30–8:00 Uhr, dann Richtung Spandau und auf der Spree zur Schleuse Charlottenburg. Spätestens nach 3½ Stunden umdrehen, sofern du nicht schon vorher wegen Hitze oder Bedingungen abbrechen möchtest.
Wenn du die Schleuse bereits gegen 10:30–11:00 Uhr erreichst und schnell durchkommst, kannst du noch ein Stück Richtung Schloss Charlottenburg fahren. Die Gotzkowskybrücke würde ich morgen nicht als notwendiges Ziel betrachten. Für eine maximale Gesamtdauer von acht Stunden ist Schleuse Charlottenburg bzw. Schloss Charlottenburg der vernünftigere Wendebereich.
Wichtig ist morgen außerdem: Wenn du durch die Schleuse fährst, musst du auf dem Rückweg unbedingt vor 16 Uhr wieder durch die Schleuse nach Westen sein. Sonst sitzt du auf der falschen Seite fest.“
Bis zur Brücke (vgl. Foto oben) habe ich nur gut zwei Stunden gebraucht, da ist noch viel Luft nach oben. Ich könnte also mindestens noch 90 Minuten weiter paddeln, aber man weiß nicht, wie lange man in der Schleuse festsitzt.
Acht Stunden am Stück im Boot sollten möglich sein, neun Stunden (vor sieben Jahren) ist mein Rekord – aber da war ich gut trainiert und dennoch restlos platt.


Suboptimal, dass gestern mein Internet ausfiel. Ich weiß nicht warum, aber ich muss vermutlich checken, ob Vodafone wegen meines komplizierten Tarifs und zweier Handys wieder irgendwas versehentlich abgeschaltet hat.
Die Strecke ist landschaftlich nicht besonders reizvoll, aber gesäumt mit Industrie und interessanten Hinweisschildern wie „Fäkaliensammelschiff“. Transportieren die hier Scheiße hin und her, und warum mit einem Schiff?
Man hat das Gefühl, dass die Spree gar kein fließendes Gewässer ist, was bei der Havel, auf der immer irgendwelche Wellen versuchen, einen aus dem Boot zu kippen, nie vorkommt.
Nach drei Stunden war ich immer noch total fit, trotz der brüllenden Hitze. Die Bäume und das Gesträuch im Südufer der Spree spenden aber manchmal Schatten. (Foto: die Mündung der Spree in die Havel, von Osten aus gesehen.)
ich habe mir vorgestellt, in einem Haus zu wohnen, vor dem ein paar Meter entfernt eine Brücke die weitere Sicht versperrt. Was war eher da: die Brücke oder das Haus?
Jetzt noch Schland vom Feinsten „Keiner zuständig: Schiffswracks bleiben für immer im Berliner Hafen“, meint die Qualitätshauptstadtpresse. Und die BZ schreibt: „Bürokratie-Irrsinn um Bootsruine im Spandauer Nordhafen: Weil behördliche Zuständigkeiten für Berliner Wasserwege so komplex verknotet sind, liegen kaputte Boote teils jahrelang achtlos im Wasser. Der Spandauer Nordhafen an der Havel: Ein abgebranntes Boot liegt verwaist am Anleger und geht langsam unter. Wem es gehört, ist nicht bekannt. Auch nicht wie lange es dort schon liegt.“
Man fasst es nicht. Aber es erklärt Deutschland hinreichend: Sobald das Wort „zuständig“ gefallen ist, geht nichts mehr.
Was würden wohl zwei Spinnen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell sagen? Hey, die baut ihr Netz genau da, wo ich schon eines gebaut habe! Wer ist jetzt zuständig?
リボス“, glänzend
Ich habe vier Anstriche gebraucht, um den vorher abgeschliffenen Küchentisch so hinzubekommen, wie ich ihn gern hätte. Das Material ist kommunistisch chinesisch deutsch: Livos Tunna Klarlack Nr. 611 glänzend.
Das japanische 「リボス」 (Ribosu) [auf Amazon] ist lediglich die japanische Schreibweise von LIVOS in Katakana. Es handelt sich also nicht um einen japanischen Hersteller.
Ich frage mich, warum bei Amazon das Produkt zusätzlich mit Japanisch gelabelt wird?
Ein dritter Anstrich wird nicht empfohlen, da die Gesamttrockenfilmstärke von 50 µm nicht überschritten werden darf. Ein zusätzlicher Anstrich könnte diesen Grenzwert überschreiten und die Qualität des Lackfilms beeinträchtigen.
Wie messe ich jetzt, ob ich 50 µm überschritten habe oder nicht?
Die Firma und das Produkt kann man weiterempfehlen. „Der Lack ist speichel- und schweißecht (DIN 53 160), schmutzabweisend sowie begrenzt wasser- und chemikalienbeständig – ideal für stark beanspruchte Holzoberflächen im Innenbereich.“
Fräulein Pilz
Restaurantempfehlung: Die Currywurstbude Fräulein Pilz auf dem Richardplatz in Rixdorf, auch bekannt als Berlin-Neukölln. Montag bis Sonntag 12:00-21:00 Uhr.
Die Hauptstadtpresse schreibt: „Die Wurst? Kommt aus Edingers Heimat, der Pfalz. Die Saucen? Hausgemacht und in der Experimentierküche der Bar entwickelt, es gibt etwa eine mit Ananas.“
Einer der besten, wenn nicht gar die beste Currywurst ohne Darm, die ich je gegessen habe. Und die Pommes schmecken besser als die, die ich selbst mache. Gerne wieder.
0,9 Hähnchenschenkel

Wisst ihr Bescheid.
Probleme mit der Klein-, Mittel- und Großbourgeoisie

Ich bin heute an meinem freien Tag zwischen zwei Mal vier Zwölf-Stunden-Schichten hin- und hergehetzt und musste mich aufregen. Ein Regal, das ich vor langer Zeit online bestellt hatte, war von DHL irgendwo abgelegt worden, ohne mich zu informieren, und wurde nach Hamburg zurückgeschickt, als ich es nicht abholte. Die Firma beauftragte dann eine Spedition.
Der Fahrer rief mich an, als ich gerade auf dem Niu saß, das Regal sei total kaputt, und er könne es so nicht ausliefern.
Was soll man dazu sagen… Vielleicht bekomme ich es noch in diesem Jahr?
Mein Küchentisch, den ich abgeschliffen und eingeölt hatte, sah suboptimal aus. Also fragte ich die KI.
Obi hatte überhaupt keinen glänzenden Klarlack, der für eine Arbeitsplatte in der Küche geeignet war. Der freundliche Berater riet mir zur Großbourgeoisie. Was soll man dazu sagen?
Leider kommt die Farbe erst Mitte der nächsten Woche. Küchentische werden eh überschätzt…

Abdul und gedeistert

„Gesprächstermine mit einer Beratungsstelle im Bereich Deradikalisierung und Extremismusprävention“ – den Quatsch kann man auch abschaffen.
Oder: „Violence Prevention Network gGmbH ist eine NRO, die seit über zwei Jahrzehnten mit Erfolg in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung und Distanzierungsbegleitung tätig ist.“
Das sieht man. Immerhin kann man hierzulande auch die israelische Anti-Abdulalimohammed-Methode.
Martin Post schreibt auf Facebook über die „freie und weltoffene Gesellschaft“ mit all ihren Bodyguard-geschützten Sprechautomaten und Weiter-so-Journalisten“:
„Sie wird spätestens ab Montag
– statt über den Islam von „Autos“ sprechen, die in Gruppen fuhren;
– mit hängenden Mundwinkeln und zitternder Stimme wortreich vor jeder „politischen Vereinnahmung der schrecklichen Ereignisse“ warnen, gleichwohl
– „Konsequenzen“ ankündigen (die nicht kommen werden);
– den Kampf gegen den „eigentlichen Gegner“ – die „rechten Feinde Unserer Demokratie™“ – intensivieren (ein Verbot der AfD ist nun das Gebot der Stunde!) und selbstverständlich
– Demos für die behauptete „Vielfalt“ organisieren. Es wird Gelegenheit zu Selfies mit Katrin Göring-Eckardt geben und ansonsten eben: Party und strahlende Wir-sind-mehr-Gesichter, von rot und grün bis schwarz.“

And now for something completely different.
Was ich heute gemacht habe? Im Naturkundemuseum in einer 12-stündigen Schicht die Deisterroute erkundet, knapp vierzig Kontrollpunkte (auszulesen mit einem Handheld-Computer mit integriertem RFID-/NFC-Leser oder Barcode-Scanner) auf sieben Etagen in einem total verwinkelten Gebäude, das vor fast 150 Jahren erbaut und danach mehrfach erweitert wurde.
Wieviel Kalorien verbraucht man ungefähr, wenn man viereinhalb Stunden zügig geht, davon ein Viertel Treppen steigt?
Das hängt vor allem von deinem Körpergewicht, dem Tempo und der Steigung ab. Als grobe Schätzung:
►Zügiges Gehen (ca. 5,5–6 km/h): etwa 300–400 kcal pro Stunde.
►Treppensteigen: etwa 700–1.000 kcal pro Stunde, je nach Intensität.
Wenn du 4,5 Stunden unterwegs bist und davon ein Viertel (ca. 1 Stunde 8 Minuten) Treppen steigst, ergibt sich ungefähr:
►3 Stunden 22 Minuten zügiges Gehen: ca. 1.000–1.350 kcal
►1 Stunde 8 Minuten Treppensteigen: ca. 800–1.100 kcal
Insgesamt: etwa 1.800 bis 2.400 kcal.
Für eine Person um 80 kg liegt ein realistischer Wert meist bei rund 2.000 kcal für diese Belastung.
Wisst ihr Bescheid.
Unter strömenden alten Bildern oder: Neues von den GrünInnen
„Die Grünen sollten ein positives Männerbild vermitteln – das forderten einige prominente Politiker der Partei in einem Manifest. In der Bundestagsfraktion stößt das auf Unmut. Das Papier könne Frauen abschrecken.“
Aber wir haben vergessen, ein Angebot zu machen, was Männlichkeit stattdessen sein kann. Wir haben ein Vakuum geschaffen, und in dieses Vakuum strömen jetzt die alten Bilder zurück.
Ich würde das Vakuum gern ausfüllen, aber ich bin kein altes Bild.
Und: Grüne fordert Gedenktag für die Hitzetoten.
Da schreibt sich die Satire wie von selbst.
Tropische Träume
Nach drei 12-Stunden-Tagschichten traf ich mich gestern noch mit einem Freund (der meinen Käsekuchen aß) und stürzte mich in’s Neuköllner Nachtleben, ca. 20:00 Uhr.
Rotbart, voll, kein Stuhl frei, auch draußen. – Desgleichen Mausi. – Zum Heizelmann, früher eine waschechte Proletarier-Kneipe: Bis auf den letzten Platz voll mit jungen Leuten, auch draußen. Daneben Café Neukölln: Dito. – Zosse: Man soll draußen vor einem Schild warten, bis man platziert wird. Ich bin trotzdem hineingegangen und wurde hinauskomplimentiert. Ihr spinnt wohl! – Lobby030: kein Stuhl frei, auch draußen. – Wir sind dann doch im Linus hängengeblieben.
Nach 20 Stunden wurde ich dann doch ein wenig schlapp. Der Freund wollte, weil Latino, ohnehin ein Fußballspiel um Mitternacht ansehen. Ich schleppte mich also ins Bett und schlief vermutlich innerhalb von einer Sekunde ein.
Ich hatte einen merkwürdigen Traum. Ich wurde als Schiffbrüchiger an den Strand einer einsamen Insel gespült. Dort traf ich merkwürdigerweise zwei Frauen, die dasselbe Schicksal ereilt hatte. Als sie sich zu mir umsahen, dachte ich zunächst, die Brünette sei Rayna Vallandingham. Dann aber erkannte ich sie: Es waren Yasmin Wijnaldum und Daria Selezneva.
Mehr als 12 Stunden später wachte ich erfrischt auf. Der Körper holt sich, was er braucht. Andere Träume wurden übrigens wahr.

Unter Multitaskenden
– 04:00 Uhr: Alexa, ein Handy und das Festnetztelefon lärmen aus Leibeskräften: Zeit zum Aufstehen.
– 04:15 Uhr Frühstück: ein Saft aus einer Banane, einer Orange, einer Birne, einem Ei, einen Esslöffel Honig (Jugo Especial nach dem Rezept einer Marktfrau vom Zentralmarkt von Arequipa, Peru). Dazu zwei Schnitten Weißbrot mit Streichkäse und selbstgemachter Apfelsinen- bzw. Kirschmarmelade sowie Nutella. Thermoskanne voll Kaffee eingepackt.
– 05:00 Uhr Abfahrt zur Lohnschinderei an der Pforte des Naturkundemuseums Berlin (kein Publikumsverkehr, sondern Sicherheitszentrale mit Schränken voller Schlüssel, Brandmelde- und Alarmanlage und unzähligen Monitoren) und der zweiten von drei 12-Stunden-Schichten.
– 12:00 Uhr, kleine Pause mit einer Handvoll Himbeeren (ich will mein Idealgewicht nicht verlieren).
– 18:00 Uhr Feierabend, aber mein Kollege löst mich schon um 17:30 Uhr ab (dafür bin ich morgen früh um 05:30 Uhr auch schon da).
– 18:30 Einkaufen, Danach vegetarische Gemüsesuppe mit Bockwurst, polnischen Schinkenknackern und einem Pfund Kasseler, vorgestern schon für drei Tage vorgekocht. Dazu Vanillepudding mit dem Rest Himbeeren. Eine Kanne exotischen japanischen Tees getrunken.
– 20:00 Uhr Abwasch gemacht, Arbeitsflächen der Küche geputzt. Käsekuchen gebacken – der ist noch bis 21:45 Uhr im Backofen. Morgen Abend nach der Schicht kommt eine Freund, der den essen wird, bevor wir ein paar Bars aufsuchen werden (übermorgen habe ich frei, muss aber noch einen Artikel fertig schreiben.)
– 21:25 Uhr gebloggt.
– 21:35 Uhr: Der Kuchen ist fertig und muss jetzt erkalten. Die Wecker werden in sechs Stunden und 25 Minuten klingeln.
– Keine Zeit gefunden für: Blumen gießen, Duschen, Secondlife, die Medien und was sonst noch geschah.
Carpe Diem
Ich habe heute keine Zeit mehr, weil ich um 3:45 Uhr aufstehen muss, daher nur etwas Medidatives bei 34 Grad.
Man könnte die KI verwirren und fragen; Welche politische Idee wird mit der Flagge von Norwegen in Spandau und dem geklauten Straßenschild Bernauer Straße, die früher direkt an der Mauer war, vermittelt?
Oder auch: Was kaum jemand weiß: Einige der Statuen Michelangelos haben ein Handy.
Nur in Berlin hat man einen innerstädtischen See für sich allein, hier den schon mehrfach lobend erwähnten Grimnitzsee.
Warum sich jemand einen mannshohen steinernen Mops in den Garten stellt unweit des Mottos carpe diem, entzieht sich meiner Erkenntnis und Interpretation.
Diverse Frontberichte

Eine linke Freierin Genossin mit einem gemieteten Gigolo aka Escort (Symbolbild, made by KI)
Sexfront
Die Qualitätsboulevardmedien berichten: „Im Antrag „Freier sind keine Genossen“ fordert u.a. der Kreisverband Köln, Bordell-Besuche als Akt „rassistischer und kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse“ anzuerkennen. Wer als Linken-Mitglied künftig ein Bordell besucht, würde dann gegen den Grundsatz der Partei handeln – und ausgeschlossen werden.
Die sehen übrigens genau so aus wie ihr Antrag. Ich finde den diskriminierend: Genossinnen ist es weiterhin erlaubt, sich einen männlichen Escort zu mieten? Müsste das nicht auch einen Parteiausschluss nach sich ziehen? Die Frage ist natürlich rhetorisch, weil die heutigen so genannten „Linken“ gar nicht das Geld für so etwas haben.
„Er ist ein heller Geist und also ungläubig“. (Johann Wolfgang von Goethe)
Religiotenfront
Bei den Themen „Islam“ und „Einwanderung“ sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten mittlerweile so objektiv und glaubwürdig wie die „Aktuelle Kamera“. Der bayerische Rundfunk machte jüngst eine Sendung, in der Scharia-Kleidung völlig unkritisch als Modetrend und als ein Option für Frauen unter vielen abgefeiert wurde.
Wie weltanschaulich verludert muss man sein? Ich würde die Verantwortlichen hochkant rauswerfen.
Ich hatte schon am 14.02.2020 geschrieben, dass kein ernst zu zu nehmender Journalist höhere Wesen verehren sollte.

Innere Front
Die Mehrheit der Deutschtürken wählt Erdogan. Das heißt: Das gesamte Milieu ist so antisemitisch verseucht wie die völkische so genannte „Linke“.
In einem Fratzenbuch-Forum las ich übrigens sinngemäß:
Die Dänen haben etwas getan, das in Teilen Europas inzwischen als revolutionär gilt: Sie haben aufgehört, Probleme zu diskutieren, und angefangen, sie zu lösen.
Das Ergebnis ist bemerkenswert. Die Zuwanderung aus problematischen Herkunftsländern ist drastisch gesunken. Und Däne zu werden ist heute kein bequemer Verwaltungsvorgang mehr, sondern setzt voraus, dass man tatsächlich Teil der dänischen Gesellschaft werden will.
Parallelgesellschaften? Unerwünscht. Entstehen sie dennoch, werden sie zurückgebaut – notfalls mit dem Abriss ganzer Wohnkomplexe. Das kostet Geld. Aber deutlich weniger als die dauerhafte Finanzierung von Ghettos, Kriminalität und sozialer Desintegration.
Wer in Dänemark leben, Rechte genießen und Sozialleistungen beziehen will, hat sich an die Regeln des Landes zu halten. Ohne kulturelle Sonderwege, religiöse Ausnahmen oder identitätspolitische Rabattmarken. Die Botschaft ist simpel:
Dänemark. Dänische Regeln.
Und wer meint, die Normen des Gastlandes müssten hinter den eigenen Überzeugungen zurückstehen, dem wird höflich erklärt, dass die Welt groß und die Ausreise jederzeit möglich ist.
Auch bei Straftätern verzichtet Kopenhagen auf sozialpädagogische Romantik. Wer schwer kriminell wird, verliert das Privileg, auf Kosten der Steuerzahler skandinavische Fürsorge zu genießen. Strafe absitzen, ausreisen, fertig.
Die eigentliche Überraschung lautet daher: Es funktioniert.
Man kann die Interessen der eigenen Bürger verteidigen, öffentliche Sicherheit durchsetzen und kulturellen Zusammenhalt bewahren, ohne ständig neue Gipfel, Kommissionen, Expertenräte oder Arbeitsgruppen einzusetzen.
Während andere Länder Milliarden für die Folgen ihrer Politik ausgeben, bekämpfen die Dänen die Ursachen. Deshalb wirkt Dänemark heute auf viele Europäer wie der einzige Mensch im Raum, der das Fenster schließt, statt endlos über den Luftzug zu debattieren.
Die Frage ist unbeantwortet: Warum geht das in Deutschland nicht?
Chagama (茶釜)
Ich habe gestern noch einige Dinge aus der Wohnung eines Freundes gerettet, die aufgelöst wird – alles kommt auf den Müll. Er kann sich nicht mehr persönlich darum kümmern. (Einige der Leser werden wissen, wer gemeint ist.) Dieses ziemlich schwere Gefäß habe ich mir genommen, ohne auch nur entfernt zu wissen, wozu es dient. Asche war nicht darin… Also musste ChatGPT es identifizieren.
Was könnte das sein? Es ist schwer, vermutlich Gusseisen, wird schnell heiß, sieht aus wie eine Urne, könnte aber auch eine Teekanne sein, vielleicht aus Japan?
Auf den ersten Blick sieht das tatsächlich nicht wie eine Teekanne, sondern eher wie ein gusseiserner Topf oder Kessel mit Deckel aus.
Ein paar Merkmale fallen auf:
► Das Material wirkt wie Gusseisen oder schweres Schmiedeeisen.
► Die Oberfläche ist rau und schwarz, ähnlich wie bei traditionellem Kochgeschirr.
► Die seitlichen Griffe sind relativ klein und tief angesetzt, was eher für einen Kochtopf als für eine Teekanne spricht.
► Der Deckel besitzt keinen Ausguss oder eine Öffnung für einen Teesieb-Einsatz.
► Die Wandstärke scheint groß zu sein, weshalb das Gefäß schnell Wärme speichert und lange hält.
Mögliche Identifikationen:
1. Japanischer Nabe-Topf oder Eisenkessel
In Japan gibt es traditionelle Eisengefäße:
► Tetsubin = Wasserkessel (meist mit Henkel oben)
► Tetsu-nabe = Eisen-Kochtopf
► Kama = Reistopf
Dein Gefäß erinnert eher an einen kleinen Tetsu-nabe oder Reistopf als an eine Teekanne.
Mein erster Verdacht wäre: ein asiatischer gusseiserner Reistopf oder Kochtopf aus dem 20. Jahrhundert, möglicherweise japanisch. Eine Urne halte ich für deutlich weniger wahrscheinlich, weil die seitlichen Griffe und der Deckel eher für ein Gebrauchsgefäß sprechen.
Die zusätzlichen Fotos machen die Sache deutlich interessanter. Die Ringgriffe sind typisch für ältere Kochgefäße, insbesondere für:
► japanische oder chinesische Eisentöpfe,
► koreanische Reistöpfe,
► europäische Gusseisentöpfe des 18.–19. Jahrhunderts,
► Gefäße, die über Feuer oder in einer Feuerstelle benutzt wurden.
Was mir auffällt:
► Die Ringgriffe sind beweglich und dienen eindeutig zum Tragen.
► Der Deckel sitzt tief in einer umlaufenden Nut.
► Das Gefäß verjüngt sich leicht nach unten.
► Die Oberfläche zeigt konzentrische Bearbeitungsspuren, als wäre sie auf einer Drehbank nachbearbeitet worden.
► Die Form ist ungewöhnlich hoch für einen normalen Kochtopf.
Dadurch komme ich auf drei wahrscheinlichere Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Japanischer Eisen-Reistopf (Kama)
Die Form ähnelt stark einer japanischen Kama (釜). Diese Töpfe wurden traditionell zum Reiskochen über Holzkohle oder offenem Feuer verwendet.
Dafür sprechen:
► schwere Eisenkonstruktion,
► Ringgriffe,
► hoher Korpus,
► schwerer Deckel.
Möglichkeit 2: Teekessel für die Feuerstelle
In Japan gibt es auch den Furogama oder Chagama, also Eisenkessel für die Teezeremonie.
Dagegen spricht allerdings:
► ich sehe keinen Ausguss,
► keinen Henkelbügel,
► keine Vorrichtung zum Ausgießen.
Möglichkeit 3: Chinesischer oder koreanischer Kochkessel
Die Ringgriffe und die zylindrische Form finden sich auch bei alten asiatischen Kochgefäßen. Das könnte sogar wahrscheinlicher sein, wenn das Gefäß innen keine besondere Beschichtung hat.
Was würde die Identifikation praktisch sichern?
► Foto von innen.
► Foto der Unterseite.
► Höhe und Durchmesser.
► Gewicht (ungefähr).
► Gibt es irgendwo eingegossene Schriftzeichen, Marken oder Nummern?
Mein aktueller Eindruck: Zu etwa 60–70 % handelt es sich um einen ostasiatischen Eisen-Kochtopf, wahrscheinlich einen japanischen Kama-Reistopf oder ein ähnliches Kochgefäß.
Für eine Urne fehlen die typischen dekorativen Elemente. Für eine Teekanne fehlt vor allem jeder Hinweis auf einen Ausguss. Die Ringgriffe sprechen sehr stark für ein Gefäß, das regelmäßig vom Feuer genommen wurde.

Foto von oben, der Besitzer war passionierter Teetrinker
Das Foto von oben verändert meine Einschätzung deutlich. Man erkennt nun:
Es gibt keinen Ausguss.
► Die Öffnung ist relativ klein im Verhältnis zum Gefäß.
► Innen sieht man eine starke Patina und Rostspuren.
► Der Deckel schließt die Öffnung nahezu vollständig ab.
► Das Gefäß ist deutlich tiefer, als man bei einem normalen Teekessel erwarten würde.
Wenn der Besitzer ein leidenschaftlicher Teetrinker war, dann könnte das Gefäß trotzdem mit Tee zu tun haben – aber vermutlich nicht zum Aufgießen des Tees.
Meine neue Vermutung: Mizusashi oder Wassergefäß für die Teezeremonie
In der japanischen Teezeremonie gibt es schwere Gefäße für Wasser oder heißes Wasser, die neben dem eigentlichen Teekessel verwendet werden. Allerdings sind diese meist aus Keramik und nicht aus Gusseisen.
Noch wahrscheinlicher: Chagama (茶釜)
Ein Chagama ist ein eiserner Wasserkessel für die Teezeremonie. Viele ältere Exemplare besitzen:
► Ringgriffe an den Seiten,
► einen schweren Deckel,
► keinen Ausguss,
► eine große Öffnung oben,
► eine tiefe Form.
Das Wasser wird nicht wie bei einer Teekanne direkt ausgegossen, sondern mit einer Kelle (Hishaku) entnommen.
Warum ich inzwischen eher an einen Chagama glaube: Die Kombination aus:
► schwerem Gusseisen,
Ringgriffen,
► fehlendem Ausguss,
► relativ kleiner Öffnung,
► Verbindung zu einem Teetrinker,
passt erstaunlich gut zu einem traditionellen japanischen Wasserkessel für die Teezeremonie.
Was noch fehlen würde: Ein Foto der Unterseite wäre sehr hilfreich. Viele japanische Chagama tragen:
► eingegossene Kanji,
► Werkstattmarken,
► Signaturen des Gießers.
Mein aktueller Tipp läge bei etwa:
70 % Wahrscheinlichkeit: japanischer Chagama bzw. verwandter Teezeremonie-Wasserkessel aus Eisen. Die Ringgriffe und das Fehlen eines Ausgusses sind dafür die stärksten Indizien. Das würde auch erklären, warum ein passionierter Teetrinker so ein Objekt besessen hat.

Offenbar wurde das Gefäß zusammen mit einem elektrischen Stövchen benutzt
Das ist ein wichtiger Hinweis. Wenn das Gefäß tatsächlich auf einem elektrischen Stövchen oder Warmhalter stand, dann spricht das deutlich gegen einen Reistopf und eher für ein Gefäß, das über längere Zeit heißes Wasser bereithalten sollte.
Das Bodenfoto zeigt außerdem:
► einen völlig flachen Boden,
► keine Füße,
► keine Aufhängung für Feuerstellen,
► keine Herdauflage-Rippen,
► starke Hitze- und Oxidationsspuren.
Damit passt es sehr gut zu einem Gefäß, das auf einer Wärmequelle stand.
Meine aktuelle Einschätzung
Die wahrscheinlichste Erklärung ist jetzt: Ein japanischer oder japanisch inspirierter Eisen-Wasserkessel (Chagama/Kama-Typ) für Tee oder Heißwasser.
In vielen europäischen Haushalten der 1960er bis 1980er Jahre wurden solche Gefäße nicht mehr traditionell über Holzkohle betrieben, sondern auf elektrischen Warmhalteplatten oder Stövchen verwendet.
Der passionierte Teetrinker könnte darin:
► Wasser für grünen Tee,
► Wasser für Sencha oder Gyokuro,
► oder einfach heißes Wasser für mehrere Aufgüsse
bereitgehalten haben.
Was mich stutzig macht
Normalerweise besitzen klassische japanische Chagama oft:
► Verzierungen,
► Gießerzeichen,
► Kanji-Markierungen.
Dein Gefäß wirkt dagegen sehr schlicht und funktional. Deshalb halte ich auch für möglich, dass es sich um eine moderne japanische oder chinesische Nachkriegsanfertigung (ca. 1950–1980) handelt, die bewusst im traditionellen Stil gefertigt wurde.
Ein Detail fällt noch auf
Am Rand der Öffnung scheint sich eine kleine Kerbe oder Aussparung zu befinden. Falls dort tatsächlich eine Aussparung vorhanden ist, könnte sie dazu gedient haben:
► eine Schöpfkelle einzuführen,
► oder einen Drahtbügel aufzunehmen.
Das wäre wiederum typisch für Wasserkessel, nicht für Kochtöpfe.
Mein [ChatGPT] aktuelles Wahrscheinlichkeits-Ranking
► Wasserkessel für Teezeremonie bzw. Heißwassergefäß – etwa 70 %
► Japanischer Kama-Reistopf – etwa 20 %
► Sonstiges asiatisches Kochgefäß – etwa 10 %.
Ich mag dieser Art von „Konversation“ – die Methode der KI kann man durchaus wissenschaftlich nennen. Taucht ein neues Argument auf, reagiert die künstliche Intelligenz „besser“ als viele Menschen: Sie revidiert ihre Meinung.
Bei Ebay werden Chagamas ab 150 Euro versteigert.
Freie Liebe und die Sexualethik des Kommunismus

Photorealistic satirical metaphor of early communist sexual ethics, a gigantic wedding cake made of banknotes collapsing while bewildered bourgeois gentlemen try to save it, revolutionary women cutting golden chains with oversized sewing scissors, a giant heart suspended above the city by bureaucratic red tape, couples queuing in front of a „Ministry of Love“ that desperately tries to regulate human emotions with paperwork, jealous peacocks holding property contracts, white doves laughing from above, symbolic balance between freedom and responsibility, ironic political symbolism, cinematic realism, absurd yet believable, dark humor, social satire, ultra-detailed, dramatic clouds, golden hour lighting, Magnum photo style, 8k –ar 16:9 –stylize 40. Gemini macht leider ein Wasserzjeichen hinein, aber wenn man das Bild ChatGPT dann zum Fraß vorwirft, wird das anstandslos (!) entfernt.
Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Elfriede Friedländer (später bekannt als die KPD-Politikerin Ruth Fischer) veröffentlichte 1920 in Wien die Studie „Sexualethik des Kommunismus“. Die Schrift kritisierte die bürgerliche Ehe als „Prostitution“ und forderte eine radikale Transformation: Sie plädierte für die staatliche Erziehung aller Kinder und eine von ökonomischer Abhängigkeit befreite, auf echter psychosexueller Gleichberechtigung basierende Liebe.
Die Studie gehört zu den frühesten Versuchen, eine kommunistische Sexualmoral systematisch zu formulieren. Interessant ist, dass die Schrift heute weitgehend vergessen ist, obwohl sie nach Einschätzung späterer Historiker unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zu den meistdiskutierten kommunistischen Beiträgen zur „sexuellen Frage“ gehörte.
Wait a minute. Den Text gibt es verschiedenen Stellen online, leider nicht bebildert.
Ich lese gerade mit wachsender – und unerwarteter – Begeisterung von der Schweizer Historikerin Brigitte Studer Reisende der Weltrevolution: Eine Globalgeschichte der Kommunistischen Internationale. Das Buch machte mich auf die unglaubliche Biografie der Friedländer aka Fischer und vieler anderer aufmerksam. Das Buch ist es wert, gesondert besprochen zu werden.
Ja, früher war ich genau ihrer Meinung und tendiere beim Älterwerden wieder in die Richtung.
Nicht darin liegt das Übel, dass die Menschen in ihrer Triebbefriedigung nicht übereinstimmen oder dass die Formen ihres Sexuallebens so mannigfach sind, sondern darin, dass ihr ganzes Leben, weit davon entfernt, sich nach Prinzipien, nach Ideen zu orientieren, in trübseligem Stumpfsinn verbracht wird, in gröbstem „Genießen“, in völliger Hingegebenheit an persönlichen und alltäglichen Kleinkram, an nichtige und wertlose Affekte. Dass dann ihr Sexualleben auch roh und plump ist, das ist nur selbstverständlich und fügt sich in das Gesamtbild von Kräftevergeudung und würdelosem Dasein. Dass bei den meisten Männern, besonders im Kriege, das Sexualleben auch quantitativ die bedeutendste Stelle in ihrer außerberuflichen Lebensführung einnimmt, dass fast ihr ganzes Denken und Fühlen von ihren kleinlichen und groben „Abenteuern“ und „Erlebnissen“ ausgefüllt ist, ist eigentlich nur ein Symptom mehr dafür, dass gegenwärtig der größte Teil der Menschheit mit sich und dem Leben erbärmlich wenig anzufangen weiß. So muss die Frage nach der richtigen Ordnung des Sexuallebens orientiert werden an der allgemeinen Frage nach der Ordnung und dem Sinn des Lebens
überhaupt. (…)
Es ist keine allzu kühne Behauptung, dass sich der Hauptteil sexueller und erotischer Beziehungen heute außerhalb der Ehe abspielt. Die Ehe ist für viele notwendig aus mannigfachen Ursachen; aber sie ist nur eine Form des Sexuallebens neben vielen anderen: die öffentliche Moralheuchelei will uns glauben machen, sie sei die wichtigste und vorherrschende. (…)
Da die Forderung nach Monogamie nicht einheitlich und unwiderleglich wissenschaftlich begründet werden kann, so ist die Einehe nicht die einzig mögliche Form des Sexuallebens und hat auch keinen Anspruch auf besonderen staatlichen Schutz.
Die KI fasst zusammen:
Kritik an der „freien Liebe“
Ein heute überraschender Aspekt ist ihre Skepsis gegenüber Formen dauerhafter Polygamie oder völlig unverbindlicher Beziehungen.
Sie diskutiert die theoretische Möglichkeit, dass Menschen mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig führen könnten, bezweifelt aber, dass dies praktisch dauerhaft gelingen könne. Sie verweist auf Eifersucht, Exklusivitätswünsche und emotionale Bindungen als reale menschliche Faktoren.
Damit unterscheidet sie sich deutlich von späteren Darstellungen, die kommunistische Sexualpolitik oft nur mit „sexueller Freizügigkeit“ gleichsetzen.“
Man sollte aber besser die Forderungen am Schluss des Textes der Fischer nicht lesen…
PS Endlich mal wieder ein Video für TikTok…
Unter Kühlenden [Update]
Ich weiß, was ich heute unter anderem gemacht habe, wenn ich in meinen Kühlschrank schaue…
Update: Ich weiß, was ich heute gegessen habe, wenn ich auf meinen Teller schaue…
Kyusu, Sencha und Umami
Noch kurz ein Lifestyle-Thema abhandeln. Hier: Abwarten und Tee trinken. Ich bin eher ein Kaffee-Trinker, aber nur per French-Press-Kanne. Kaffee aus der Maschine schmeckt immer wie Plörre.
Ich wuchs in einem ruhrpöttischen Haushalt auf, in dem es keinen Tee gab. Vermutlich habe ich eher Schnaps (wir kannten ausschließlich Bommerlunder) probiert als Tee.
Tee aus Teebeuteln schmeckt nach nichts. Ich habe natürlich bei meinem Freund Albrecht die Teezeremonien nationaler Minderheiten kennengelernt. Der Ostfriesentee schmeckt nach etwas, mir aber nur mit Kandiszucker.
Die KI sagt über gesundheitliche Vorteile des Tees an sich:
🌿 Reich an Antioxidantien: Grüner Tee enthält viele sogenannte Polyphenole (z. B. Catechine). Diese können Zellen vor Schäden schützen.
❤️ Gut fürs Herz: Regelmäßiger Konsum kann helfen, den Cholesterinspiegel zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
🧠 Unterstützt die Konzentration: Durch Koffein (weniger als Kaffee) und die Aminosäure L-Theanin wirkt grüner Tee oft sanft anregend und kann die Aufmerksamkeit verbessern.
⚖️ Kann beim Abnehmen helfen: Er kann den Stoffwechsel leicht ankurbeln – aber Wunder sollte man nicht erwarten.
🛡️ Kann das Immunsystem stärken: Die Inhaltsstoffe können entzündungshemmend wirken.
Können, aber müssen nicht.
Aber: nicht übertreiben ⚠️
– Zu viel grüner Tee kann wegen Koffein zu Schlafproblemen führen
– Auf nüchternen Magen kann er bei manchen Menschen den Magen reizen
– Sehr hohe Mengen sind nicht empfehlenswert (z. B. wegen Leberbelastung in Extremfällen)
Die Japaner saufen Tee hektoliterweise und werden sehr alt. Und es gibt offenbar einen gewissen Zusammenhang.
Ein weiterer Grund, warum die Japaner so alt werden, ist der regelmäßige Konsum von grünem Tee. Grüner Tee ist in Japan fester Bestandteil des Alltags und wird über den ganzen Tag verteilt getrunken. Grünem Tee werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen können. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:
– Catechine (Polyphenole)
– Chlorophyll
– Vitamine und Mineralstoffe.
Fast überredet. Ich setzte auf meine To-Do-Liste für die Zukunft wohlgemut: a) Idealgewicht halten, b) 50 Liegestütze mit 80 erreichen (aktuell immer noch rund 30), c) grünen Tee trinken – am besten gleich den populärsten Tee Japans bei der Großbourgeoisie bestellen und in die Teekanne schütten.
Nur wie trinkt man den? Ich wusste gar nicht, dass man Tee nicht mit kochendem Wasser aufbrüht, sondern eher bei 70-80 Grad oder, wie beim Sencha empfohlen (manche nervtötenden Websites wie diese würde ich am liebsten nur mit Lynx ansteuern), bei 90 Grad.
– Lass Sencha-Tee nicht länger als zwei Minuten ziehen. Danach lösen sich Gerb- und Bitterstoffe aus den Teeblättern.
– Bei einem zweiten Aufguss lösen sich andere Wirkstoffe aus dem Tee, wodurch das gesamte Wirkungsspektrum des Tees für dich zugänglich wird. Für den zweiten Aufguss verwendest du am besten 80 Grad heißes Wasser.
Oha, wieder alles falsch gemacht. Kein Wunder, dass ich nach einer Kanne am Abend, in der ich dummerweise auch die Teeblätter gelassen hatte, noch nachts um drei hellwach war.
Die KI warnt mit erhobenem virtuellen Zeigefinger: Gerade hochwertiger japanischer Sencha wird meist eher mild und nicht zu heiß aufgegossen, damit die süßlich-grasigen Umami-Noten erhalten bleiben.
Jetzt reicht es aber mit dem stümperhaften Herumfummeln. Ich habe mir eine Kyusu-Teekanne besorgt, bei der man den Tee nach dem Aufbrühen problemlos hinausnehmen kann, ohne die ganze Küche einzusauen.
Ich habe noch andere Teesorten aus einer Wohnung gerettet. Diese wären im Müll gelandet. Mal sehen, was das ist – und wie man das trinkt!
Amsterdam ist verschwunden
Nur ein paar Prim-Reste von anderen, die heute entfernt werden, sind übrig. Für gamedesignende Kollegen: Der Aufbau dauerte zwei Wochen, der Abriss zwei Stunden…
[xxx] „Thank you so much for setting that up. I loved the version of amsterdam you created. It was amazing to see it realised so well – and al the more impressive given it was just temporary…“
Heute ist mein letzter Urlaubstag. Gestern vier Stunden Marmelade eingekocht und den Frühjahrsputz fortgesetzt. Morgen früh Zahnarzt, dann vier 12-stündige Nachtschichten. Ich freue mich.
Schwarzer Senf und anderes
Ich hatte mir vor einiger Zeit aus dem Senfladen Unna „Ruhfpott-Senf“ mitgebracht und ihn gestern einigen Freunden, die ich eingeladen hatte, kredenzt, natürlich zusammen mit Wurstwaren. Der ist wirklich schwarz – aber nicht aus Kohle gemacht.



Ich bin jetzt mit den Aufräumungsarbeiten der kleinen Party fertig.
Es gab übrigens Süßkartoffel-Erdnuss-Kokosmilch-Suppe, Westfälischen Kartoffelsalat, Nudelsalat nach Burkscher Art, Käsekuchen sowie Erdbeer-Buttercreme-Torte (eigene Entwicklung, auf dem Foto noch in Arbeit und ohne Sahne), dazu Talisker aus Schottland, Penderyn aus Wales, Bushmills aus Nordirland, Casillero del Diablo (Rotwein aus Chile) und Cepa Lebrel aus Spanien.
Den Backofen musste ich auch von Grund auf reinigen.

Unter Urlaubenden
Was ist eigentlich Urlaub? Man sitzt morgens in der Küche, trinkt ungestört Kaffee, die Sonne scheint, und man kann den ganzen Tag tun, was Spaß macht, und niemand geht einem auf die Nerven.





















































