Hühner und andere Geschichten

Brief

Bogota, 4.1.81

Liebe Eltern!
Wir haben euren Brief heute bekommen – vielen Dank! Andererseits haben wir den Eindruck, daß unsere Post aus Nicaragua nicht überall angekommen ist. Wir haben für über 50 DM Postkarten und Briefe aus Managua und Leon losgeschickt und bis jetzt noch keine Reaktion. Wir vermuten aber, daß wegen der chaotischen Bürokratie alles zu spät angekommen ist. –

Zuerst mal, wie es weitergeht. Wir warten zur Zeit noch auf einen Freund aus Nürnberg, der aus Ecuador und Peru hierher unterwegs ist und mit dem wir weiterreisen wollen. Von hier aus bis Manaus in Brasilien werden wir höchstwahrscheinlich keine Post schicken, das sind 4 Wochen Dschungel, macht euch keine Sorgen. Falls ihr die Tour auf einer Karte verfolgen wollt – ich weiß nicht, was drauf ist. [Kleinere Orte waren auf den Karten bzw. Atlanten, über die meine Eltern verfügten, oft nicht zu finden.]

villavicencio
Villavicencio in den Llanos Kolumbiens, fotografiert 1982.

Von Bogotá südöstlich nach Villavicencio, von da aus entweder mit dem Lastwagen oder Privatflugzeug nach Miraflores und Mitu am Rio Vaupes fast an der brasilianischen Grenze. – Das wird ca. 2-3 Wochen dauern, weil wir noch zu einigen Indianerdörfern in der Gegend wollen. Wir hoffen, daß es einen Grenzübergang in der Nähe von Mitú gibt (oder per Boot) nach Taracua Richtung Icana in Brasilien, von da aus auf den Nebenflüssen des Amazonas (bes. Rio Negro) bis Manaus. [Aus dem Plan wurde nichts, weil wir weder ein Flugzeug noch ein anderes Transportmittel in die Richtung fanden. Wir sind irgendwann zurück nach Bogotá und dann nach Leticia geflogen.]

Wenn sie uns in Mitú nicht rüberlassen, müssen wir zurück und vielleicht von Leticia in Kolumbiens Südzipfel ein Schiff auf dem Amazonas bis Manaus nehmen [was wir dann taten]. So, das zum weiteren Verlauf der Reise.

solimoes
Der Amazonas bei Leticia in Kolumbien

Bis jetzt ging von Nicaragua aus alles ziemlich glatt bis auf einige kleinere Unannehmlichkeiten wie z.B. einem 3-stündigen Warten auf meinen Pass bei der Ausreise aus Nicaragua, weil sie den Ort nicht kannten, wo wir eingereist waren [Leimus]. In Costa Rica an der Grenze stopften sie jeden Reisenden mit 4 Tabletten voll, die ihn gegen Malaria schützen sollen. Wenn man aber sowieso schon welche nimmt wie wir jetzt tun, ist das aber gefährlich. Eine andere Touristen konne einen Tag kaum etwas sehen. Es war aber auch kein Arzt da und der Mensch und ich haben uns angebrüllt. Wir haben dann die Dinger nur zum Schein in den Mund genommen und später wieder ausgespuckt..

In San José, Costa Rica, haben wir gemütlich Weihnachten gefeiert in einem erstklassigen Restaurant mit Schweizer Spezialitäten (4 Gänge, Suppe, Pastete, Truthahn mit Salat und Kroketten und Eisbecher für 15 DM). Costa Rica hat einen wahnsinnig guten Umtauschkurs für US-Dollar und wir haben sehr gut gelebt, obwohl ich die ersten drei Tage Durchfall, schreckliche Blähungen und ständiges Aufstoßen hatte. Wir fanden zufällig einen winzigen Laden, in dem in alter Chinese Krimskrams verlaufte (wir suchen nach Stäbchen, weil sie in vielen einfachen China-Restaurants keine haben). Da fanden wir eine kleines Flasche mit China-Öl, was man bei uns eventuell gegen Schnupfen nimmt. Auf der Gebrauchsanweisung war „interne Anwendung“ überall durchgestrichen. Der alte Chinese lächelte verschmitzt und sagte – auf Spanisch natürlich – daß 4 Tropfen Öl mit Wasser alle Magenprobleme beseitigen würden, nur dürfte er dafür keine Reklame machen. Und so war es auch!

merchandise

Kurz vor Silvester sind wir dann nach Panama-City, wo wir euren Brief auch erhalten haben. Die Stadt und die Leute haben uns sehr gut gefallen, daß wir uns entschlossen haben, Neujahr dort zu feiern. Der Panama-Kanal ist wirklich eine technische Meisterleistung, aber darüber mehr in Dias.

Silvester hatten wir über 30 Grad und es war schon etwas exotisch, Neujahr ausgerechnet da zu verbringen. Wir wollten ursprünglich anrufen, aber 3 Minuten kosten über 50 DM und R-Gespräche gehen nicht, weil Panama mit Deutschland darüber keine Abmachung getroffen hat.

Am 2.1. [1982] sind wir ins Flugzeug gesteigen und nach Medellin, Kolumbien, geflogen. Die Einreise verlief glatt, nur war es Sonntag und es gab keine Möglichkeit, Geld zu tauschen. Wir wollten bloß per Taxi zu einer Busgesellschaft, die nach Bogota fährt, weil man uns gewarnat hatte, in Medellin herumzulaufen wegen Räubereien und Dieben. Schließlich nach langer Fragerei fanden sich ein paar Flughafenpolizisten, die ihr privates Geld zusammenkratzten und uns unsere Dollar tauschten. Bei dem Busunternehmen mußten wir noch ein paar Stunden warten, ständig alle Leute belauernd, und dann ging es ab nach Bogota.

Dort hatten wir das seltene Vergnügen, mit einem 42-jährigen Chevrolet (!) ins Hotel gefahren zu werden. Hier fahren viele uralte amerikanische Straßenkreuzer herum. Das Hotel ist sicher (das ist hier die Hauptsache), sauber und die Leute freundlich, nur auf den Straßen geht es manchmal anders zu. Ein Australier aus unserem Hotel hatte Pass, Geld und Kamera in einer Umhängetasche (selbst schuld!), ging am hellichten Tag auf der Hauptstraße spazieren, solange, bis 4 Männer um die Ecke kamen und ihn aller seiner Sachen beraubten. Jetzt muss er mit Hilfe der Botschaft wieder nach Hause, der Arme.

hotel aragon Bogota
Hotel Aragon, Bogotá, Kolumbien 1982

Wir haben übrigens heute nach 4-stündigen Verhandlungen und Bürokratentum die 1000 DM erhalten, die Hartmut uns geschickt hatte und sind wieder gut bei Kasse, weil wir in Nicaragua viel gespart haben. Ich weiß gar nicht zu schätzen, wie viel Pfund Papier die Bank dafür gebraucht hat. Ohne Spanisch ist man in Kolumbien völlig hilflos. –

Nach ein paar Stunden kannte ich mich sogar wieder aus hier. [Ich war zum zweiten Mal in Kolumbien]. Wir haben unsere Wertsachen alle am Körper und im Gürtel, die Kamera in der Hostentasche darüber eine Rolle Klopapier, die ein bisschen herausguckt, damit alle wissen, was in der Tasche ist. Tragen sonst keine Taschen und haben italienische Lira (die 1000-Lira-Noten machen bei Dieben einen guten Eindruck) und ein paar 1-Dollar-Scheine, bei uns nur im Falle eines Falles. Vor uns in der Bank stand ein Mann, der nicht sehr solide [gemeint ist seriös] aussah und wollte einen 1000-Lire-Schein wechseln, was aber nicht ging. Er wußte aber nicht, daß es nur ein paar Mark sind. Vermutlich hatte er einen Touristen beraubt, der ihm die Lira angedreht hat und sich jetzt kaputtlacht wie wir.

Morgen werde ich die Frau anrufen, die ich vor 2 Jahren in Peru kennengelernt habe, eine Kolumbianerin mit dunklem Vater. Sie wohnt in einem absoluten Reichenviertel, und wir werden werden vielleicht Zugang zu den „höheren“ Kreisen finden. Es wäre auch vermutlich gut, für den Dschungel noch irgendwelche Empfehlungsschreiben zu haben für die örtlichen Behörden. Tief im kolumbianischen Urwald gibt es auch einen Ort, der Berlin heißt. –

Was mir gerade einfällt: Bei euren Briefen habt ihr jetzt beim Absender alle Sprachen für „Deutschland“ durch italienisch und französisch, aber auf Spanisch heißt es einfach ALEMANIA mit einem L. Das ist aber nicht so wichtig, und die nächsten Briefe gehen jetzt in Länder, wo portugiesisch oder Englisch gesprochen wird.

Punta Gorda
Punta Gorda, Belize

Noch ein paar lustige Erlebnisse, die mir gerade einfallen. In Belize haben wir in einer Hängematte in einer Hütte geschlafen, und an einem Morgen fand ich in meinem Schlafsack ein noch warmes Ei. Ein Huhn wohnte wohl sonst dort da und ließ sich beim Eierlegen gar nicht stören. – In Granada in Nicaragua lief auch immer ein Huhn in unser Zimmer, was ein Fenster hatte und zu ebener Erde lag. Nachdem ich es zum wiederholten Male wieder hinausgejagt hatte, lag ich auf dem Bett – ohne Brille -, als sich das Fenster bewegte und was großes Braunes hineinguckte, wie das Huhn immer. Ich brüllte: Raus, du Scheiß-Huhn!, aber es war nur Susannes Kopf, den ich ohne Brille mit dem Huhn verwechselt hatte. Jedenfalls haben wir den ganzen Tag gelacht und tun es immer noch, wenn das Gespräch auf Hühner kommt.

In Managua hatten wir unser Öfchen in Betrieb gesetzt, um Frühstück zu machen. Die anderen Gäste in der Herberge fanden das so aufregend (so etwas gibt es hier nicht), daß sie sich Stühle nahmen und sich im Kreis um den Ofen setzten wie zum Fernsehprogramm. Wir konnten vor Lachen kaum unseren Kaffee trinken. –

Heute saßen wir in einem Café bei einer Tasse Kaffe, als der Kellner kam und uns einfach unsere Löffel wegnahm, ohne etwas zu sagen. Vermutlich hatten sie davon nicht genug, aber ich muß noch immer lachen, wenn ich mir das in Deutschland vorstelle.

Die nächsten kleineren Erlebnisse kann man kaum beschreiben, sie machen aber auch den Reiz der Reise aus. Oder könnt ihr euch vorstellen, wie sehr wir uns gefreut haben, als wir in Panama den ersten Waschsalon nach 3 Monaten sahen? In einer Wäscherei waschen wir nämlich nur kalt, und unsere Wäsche kam fast genauz so wieder heraus wie vorher.

Wir haben jetzt schon 3 Pakete mit Souvenirs nach Hause nach Berlin geschickt, 1 von Mexico und 1 von Costa Rica und 1 von Panama, aber unsere Rucksäcke wiegen immer noch fast 20 kg.

panama
Altstadt von Panama

Das wär’s erst einmal, die Post hier ist ziemlich sicher und der Brief wird wohl ankommen. Also wie gesagt, der nächste Brief höchstwahrscheinlich erst in 4 Wochen nach der Ankunft dieses Briefes bei euch… [Der Brief kam am 19.01.1982 an.]

O wie schön ist Panama, revisited

panama
Indios Chocoes de la Provincia de Darién pintadas y luciendo collares en un dia de fiesta. – choco Indians of Darien, painted and showing off their silver necklaces on a holiday. Prov. de Darièn, Rep. de Panama. Reprocuccion y Distribution Foto Flateau – Apartado 391 – Panama R.R.

Postkarte aus Panama an Verwandte, geschrieben am 30.12.81. Aus meinem Reisetagebuch 27.12.1981:
In David, einem recht angenehmen Ort (aber vermutlich uninteressant), ein Bus für 10.00 S (!) [Ich weiß nicht, ob ich die Währung Costa Ricas meine oder schon die Panamas oder ob der Strich fehlt und US-Dollar gemeint sind.] (die Tauscher an der grenze wechseln Colones für denselben Kurs wie in San José), wir kommen um 11 Uhr an. Kurz vorher die Brücke der Amerikas auf dem erleuchteten [Puerto de] Balboa!

Wir fragen uns in Richtung Calle Central durch [vgl. 05.02.2023], ein Engländer und eine Neuseeländerin wissen den Weg zur Calle 6a Oeste. Pension Panamá ist voll. [unleserlich] mit guter Dusche, Aufenthaltsraum und auch sonst.

Panama City ist eine aufregende Stadt in jeder Beziehung. Die Leute eine unwahrscheinliche Mischung, Abkömmlinge der West Indies (Kanalarbeiter), rechts von der Avenida Central, in Calidonia, lange Straßen, lange vergammelte Holzhäuser in engen Gassen, in die wir uns nicht hineinwagen. Schöne dunkelhäutige Frauen, sehr viele Leute mit chinesischem Einschlag, sehr wenige der bekannten Mestizengesichter, irgendwie anders, ähnlich wie in Costa Rica, aber brauner. Nur freundliche Leute, in der Bücherei, bei der efresquería, im Restaurant, (…) das erstaunte Gesicht im Tourismus-Institut im Gebäude der City-Bank, 5. piso [Etage]: „no ingles?“ [Meint: Alle gingen davon aus, dass wir US-Amerikaner waren; andere Ausländer hatten sie selten oder noch nie getroffen.]

Rund um die Kathedrale ein buntes, enges Gewirr von Gassen bis hin zur Plaza de Francia mit Blick auf die Landspitze, auf „Klein Manhattan„, das zentrum mehr im Osten. Verbindung durch avenida Central, gegen die der Kudamm [in Berlin] eine Dorfstraße ist, und der Avenida Norte entlang der Bay. Deutsche Botschaft recht freundlich…

Anmerkung: Ich hatte geplant, von Panama von Yaviza aus zu Fuß durch das Darien Gap zu marschieren und hatte mir Karten vom Ibero-Amerikanischen Institut besorgt, aber meine Begleiterin wollte leider nicht. Interessant: Auf den Karten fand ich damals öfter den Eintrag: „no existan fotografías“. Das machte es besonders spannend. Heute ist es wegen der Drogen- und Menschenschmuggler vermutlich zu gefährlich.

panama

Oh, wie schön ist Panama

trump Panama

Das wird lustig. Aber schon klar: Wenn Putin in die Ukraine einmarschieren darf, darf Trump auch in Panama einmarschieren. Und die nächste Bundesregierung schickt dann Waffen nach Panama.

By the way, Qualitätsmedien: Man kann Links ins weltweite Internet setzen, auch wenn Truth Social Deutsche natürlich sittlich gefährdet.

El Chorillo

el chorillo panama

Blick auf Hochhäuser in El Chorrillo bei Ebbe von Casco Viejo, im Hintergrund die Puente de Las Americas (früher bekannt als „Thatcher Ferry Bridge“), Panama-Stadt, Panama, fotografiert um die Jahreswende 1980/81. Das war jetzt das letzte unveröffentlichte Foto aus Panama. Ich hatte Mühe, den Standort wiederzufinden, bis ich ein ähnliches Foto sah.

Noisy Panama

panama

Das war jetzt wieder eine fast kriminalistische Aufgabe, und ganz gelöst scheint sie mir nicht zu sein. Aus meinem Reisetagebuch schließe ich, dass ich Silvester 1981/82 gegenüber der Pension Panamá gewohnt habe, sonst hätte ich das betreffende Foto nicht so machen können.

Ich schrieb damals: „Wir kommen ca. um 11 Uhr [abends] an. Kurz vorher die Puente de las Américas mit Blick auf das erleuchtete Balboa!

Wir fragen uns Richtung Calle Central durch, ein Engländer und eine Neuseeländerin wissen den Weg zur Calle 6a Oeste. Pension Panamá ist voll.“ Leider sind die Wörter danach unleserlich. Ich weiß also nicht mehr, wie die Unterkunft hieß.

Ich habe auch die Perspektive des Silvester-Fotos gefunden: Die Straße biegt rechts ab, und die Mauer ist immer noch da (dahinter ist ein Parkplatz). Auf der rechten Seite erkennt man bei Google auch noch die Gitter der Balkone, die immer noch dieselben sind. Das weiße Haus daneben war offenbar vor mehr als 40 Jahren die Pension Panamá. Wir haben also im Haus 8-25 gewohnt, der Balkon ist bei Google eindeutig zu erkennen. Leider kann ich nicht entziffern, was auf dem Schild neben dem Eingang steht. Wie ein anderes Foto bei Google nahelegt, könnte dort noch immer eine Pension oder ein Café sein.

Was nicht passt, ist die Aussicht oben auf dem Foto – es müsste die Sicht vom Balkon in Richtung Norden sein. Auch der komische Balkon neben dem Haus ist noch da, seitenverkehrt ist das Foto also nicht Vielleicht liest hier ein Panamese Panamianer Panamose Panamianer Panamaer mit und kann es erklären.

panama
South America Handbook, Ausgabe 1983

Panamá La Vieja

panama viejo

Die Ruinen von Alt-Panama, gegründet 1519 und 1671 zerstört vom englischen Piraten Henry Morgan. Das Foto habe ich im Januar 1982 gemacht. Vgl. „Alt Panama“, /24.02.2018) – das Foto von damals wurde von anderen Seite der Ruinen aufgenommen, die Palme ist der Beweis. Offenbar ist die gefällt worden. Auch der Rasen wurde schön ordentlich gestutzt, damit die Touristen nicht stolpern.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Foto, das ich 2018 gepostet hatte, nicht seitenverkehrt ist.

Guten Rutsch!

panama

Ich wünsche allen wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021! Alles wird gut und besser werden!

Das Foto habe ich in der Altstadt von Panama am Jahreswechsel 1981/1982 gemacht. In der Pension Panama habe ich gewohnt.

O wie schön ist Panama [Update]

panamapanama

Ich brauche Geografie-Nachhilfe. Das obere Foto habe ich schon 2013 veröffentlicht, aber niemand hat sich beschwert. Als ich es jetzt digital einsortieren wollte, fiel mir eine seitenverkehrte Version auf, die ich aber für korrekter halte. Leider steht in meinem Reisetagebuch nichts über das Foto, wo genau es aufgenommen wurde, und für Panama Stadt gibt es kein Google Street View.

Die Stadt scheint sich rasant verändert zu haben, insbesondere die Area Bancaria, die mein Foto (Januar 1982) offenbar zeigt. Ich erkenne nur den doppelten Turm ganz hinten auf neueren Fotos wieder.

Welches der beiden Fotos ist richtig herum und warum? Das obere zeigt auf der Straße Linksverkehr, aber in Panama ist Rechtsverkehr, was für das untere spräche. Aber es könnte natürlich auch einen Einbahnstraße sein…

[Update] Die kundige Leserschaft hat entschieden: Das obere Foto ist richtig herum. Vermutlich stand ich im Parque Recreativo Omar Torrijos.

Panamakanal, revisited

Panamakanal

Panamakanal, fotografiert am 02.01.1982. Ich habe auch die Links in meinem Artikel vom 23.01.2011: „Die Ming Star im Panamakanal“ upgedatet.

David gegen Uber

Main alter Freund Richard, altgermanistischer Studienkollege, ehemaliger WG-Genosse, ehemaliger Geschäftspartner, ist in die Rolle des David geschlüpft und scheint den milliardenschweren Konzern Uber aus Deutschland zu vertreiben.

Auch Uber Black wird in Deutschland möglicherweise verboten. Die Zukunft des Limousinen-Services von Uber wird zurzeit vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt. Das endgültige Urteil wird erst am 13. Dezember verkündet. Eine entsprechende Entscheidung zeichnete sich in den Aussagen der Richter während der Verhandlung aber ab.

Geklagt hatte der Berliner Taxiunternehmer Richard Leipold. Er hält es für illegal, dass Uber Black die im Mietwagengeschäft vorgeschriebenen Regeln missachtet, obwohl das Unternehmen über eine App in Deutschland Aufträge an Mietwagenfahrer weiterleitet, die Preise festlegt und auch abrechnet.

Hihi. Tiene cojones, el amigo.

Alt Panama

panamapanamapanama

Die Ruinen von Alt-Panama, gegründet 1519 und 1671 zerstört vom englischen Piraten Henry Morgan. Die Fotos wurde im Januar 1982 aufgenommen (ja, ich sitze da vorn links auf dem oberen Bild).

Ein Kessel Buntes

panama

Foto: Panama 1982

Man kann dem so genannten „Sozialismus“ der DDR vieles vorwerfen, aber wer zweifelt, dass das heutige Beitrittsgebiet genauso oder noch viel mehr typisch deutsch gewesen sei, alle Versuche, die breite Masse des Volks von Befehlsempfängern, Untertanen, Hobby-Blockwarten und grauslichen Spießern zu aufrecht gehenden und mündigen Citoyen zu machen, demgemäßg zwangsläufig scheitern mussten, dem muss man nur die Zeichenkette „Ein Kessel Buntes“ zum feuilletonistischen Fraße vorwerden und abwarten, ob dieser Zweifler dann das Würgen begönne, was gemeinhin ein eindeutiger Hinweis darauf ist, die Sinne noch einigermaßen beisammen zu haben. Das erklärt auch den Titel dieses Postings. Mir fiel keiner ein, und „miscellaneous“ wollte ich nicht schon wieder schreiben.

Ungefähr ein Mal im Jahr ändert ein journalistischer Artikel meine Meinung zu diesem und jenen – oder meinen Blickwinkel auf ein Thema. Heute geschehen mit Deniz Yücels Kommentar in der „Welt“: „Es geht nicht um Kurden, sondern um den Islam“. Lesenswert.

Der tschechische Präsident Milosh Zeman sagt ganz richtig: Die Flüchtlingswellen nach Europa seien das Ergebnis der westlicher Militärinterventionen im Irak, Libyen und Syrien, die dazu beigetragen hätten, dass sich Terrororganisation im Nahen Osten ausbreiten haben ausbreiten können (Grammatik und Satzbau auf burks.de sind korrekter als bei RT Deutsch; es ist aber – zugegeben! – im Deutschen nicht ganz einfach, den Konjunktiv der indirekten Rede zu unterscheiden vom Konjunktiv irrealis, geschweige denn, dessen Formen zu kennen und korrekt zu verwenden).

By the way: Meine Verschwörungstheorien zum Fall netzpolitik.org bestätigen sich schon wieder. Alle wussten vorher Bescheid, also auch der Justizminister. „Das Justizministerium will von dem Verfahren eindringlich abgeraten haben.“ Pofalla-Syndrom, ich sag’s ja.

Unsere bekannteste Expertin für die Brechung des Zinsknechtschaft das raffende Kapital, welches sie angreift, weil sie das eigentliche Kapital nicht attackieren möchte, verkasematuckelt die deutsche Sprache: „Die Bundesregierung führt ihre Aktivitäten zur Beschaffung von Kampfdrohnen trotz deutlich ablehnender Meinung in der Bevölkerung fort.“

Aktivitäten fortführen“ – das stärkste Verb, seit Schiller die „Glocke“ schrieb. (Ja, verdammt noch mal, die „Glocke“ gdehört immer noch zum Bildungskanon, allein wegen der dortigen Tuwörter und wie man sie verwenden sollte.)

Es wäre so einfach: Äten und Ungs und Keits verbieten. Was bliebe übrig? Die Bundesregierung beschafft weiterhin Kampfdrohnen, (wer tat was und tut es immer noch?) obwohl die Bevölkerung das mehrheitlich ablehnt. Da wäre ein verständlicher deutscher Satz ohne Geschwurbel. Damit kriegte man aber eine Pressemeldung nicht voll.

Das Neue Deutschland schreibt über den aktuellen Stand des Klassenkampfs in Griechenland. Man sollte dort zur Zeit nicht mit der Bahn fahren, sondern stattdessen immer ein Ersatzfahrrad mitführen – oder ein Ersatz-Schiff, falls die Griechen mal dort streikten, wo es wirklich weh täte.

Und nun zum Feuilleton: National Geographic zeigt wieder mal „most popular“ Reisefotos. Da kann ich aber mithalten (vgl. oben). Alternative dortselbst: Katzenfotos oder Gürteltiere, die zurückschießen.

„Kassieren und blamieren“ – Der Freitag berichtet, dass das Bundesarchiv „historisches Filmmaterial laufend und in großem Stil“ vernichte.

Ich muss heute arbeiten. Der Guardian kommentiert das.

Guten Rutsch!

panama

Ich wünsche allen wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014!

Das Foto habe ich in der Altstadt von Panama am Jahreswechsel 1981/1982 gemacht. Gegenüber der Pension Panama habe ich gewohnt.

Piraten der Karibik und Indianer unter der Hakenkreuzfahne [Update]

panamapanamapanamapanamapanamapanamapanamapanamapanama

Die Altstadt von Panama – vermutlich sind die schönen Kolonialbauten bis auf wenige Ausnahmen schon alle abgerissen worden.

Die Malereien auf der Mauer stammen von Schulkindern, die daran erinnern wollen, dass 1671 englische Piraten unter Henry Morgan die Stadt (Alt-)Panama plünderten und niederbrannten.

Die Frau mit dem bunten Tuch im die Hüften und der Einkaufstüte ist eine Kuna aus San Blas aka Guna Yala. Die Kuna, die hierzulande niemand kaum jemand kennt, sind eines der wenigen indianischen Völker, Guna Yala die nie von Konquistadoren unterjocht wurden und die zum Teil in blutigen Kämpfen ihre Unabhängigkeit bewahrt haben. Sie kämpfen heute gegen das internationale Kapital und die Großgrundbesitzer. Ihre Flagge zeige eine Art Swastika (vgl. Abbildung rechts) – einen stilisierten Kraken, der nach ihrer Überlieferung die Welt erschuf. „Im Gegensatz zu den Kuna von Guna Yala in Panama, die sich Makilakuntiwala nennen, bezeichnen sich die Tule in Kolumbien als Ipkikuntiwala“.

Schöne Quizfrage für die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Indianer-affinen Leser: Nenne vier indianische Völker in Nord- oder Südamerika, die erfolgreich Widerstand gegen alle Konquistadoren (auch Missionare) leisteten und die nie unterworfen wurden!

Die Fotos habe ich im Dezember 1981 und in der ersten Januarwoche 1982 gemacht.

[Update] Das untere Foto ist seitenverkehrt, vgl. 16.09.2020.

Willkommen in Panama

panama

Die Grenze zwischen Costa Rica und Panama, Dezember 1981. Das dürfte ungefähr hier auf der Panamericana gewesen sein – kurz vor der Stadt David.

Die Ming Star im Panamakanal

panamapanamapanamapanamapanamapanamapanamapanamapanama

Liebe Kinder! Das ist der Panama-Kanal im Jahr 1981. „Der Panamakanal ist eine künstliche, 81,6 Kilometer lange Wasserstraße, welche die Landenge von Panama in Mittelamerika durchschneidet und den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet. Die erste Durchfahrt erfolgte am 15. August 1914. Der Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.“

Die Fotos habe ich an den Schleusen von Miraflores gemacht. Man sieht pädagogisch wertvoll, wie sich ein Schiff nähert und wie sich die Schleusentore öffnen. Lokomotiven rechts und links bugsieren das Schiff mit machtigen Drahtseilen zentimetergenau – in unserem Fall war weniger als ein halber Meter Platz bis zur Kaimauer.

Ich habe mal versucht die Ming Star zu suchen und gefunden, dass ein Schiff dieses Namens, das auch die richtige Größe hätte, offenbar nicht mehr im Dienst ist:
YM Star (ex-Ocean Starlight, ex-Starlight River, ex-Ming Star). IMO 7810894. Container ship. 210 m in length, 13,784 t. Liberian flag. Classification society, China Corporation. Register of Shipping. Built in 1980 in Kaohsiung (Taiwan) by China Shipbuilding Corp. Owned by Yang Ming Marine Transport (Taiwan). Detained in 2001 in Singapore, in 2003 and 2004 in Hong Kong, in 2005 in Hong Kong and Ningbo (China) and in 2008 in Bandar Abbas (Iran). Sold for demolition to China at 235 $ per ton.
Es könnte auch diese Ming Star sein, aber dann brauchte sie dringend einen neuen Anstrich. Sie gehört zu einer Reederei in Taiwan.

Update: 26.06.2020

image_pdfimage_print