Homeland

Homeland

Was hält das hiesige Publikum von Homeland? Ich beginne gerade, mir die zweite Staffel (via Amazon Prime) anzusehen und bin recht angetan, teilweise sogar begeistert.

Mit dem Original Hatufim hat Homeland ab der zweiten Hälfte der ersten Staffel offenbar nicht mehr viel zu tun, sie haben wohl nur Teile des Plots geklaut bzw. übernommen.

„Und wer Englisch kann, sollte unbedingt das Original gucken. Wichtig ist aber vor allem, dass man überhaupt zuguckt“, schreibt Johannes Boie in der Süddeutschen. Die deutschen Pseudo-Linken sind natürlich nicht angetan, die sind lieber Antisemiten als einen doch recht realistischen Blick auf den islamistischen Terror zu riskieren.

„Die Journalistin Laila al-Arian bezeichnete im Webmagazin Salon.com die Serie als die derzeit am stärksten islamophobe amerikanische Fernsehsendung.“ Ach was. Phob bin ich nicht geworden. Wer einen Hijab trägt, den nehme ich nicht ernst, Frau Al-Arian. Journalisten sollten höhere Wesen gar nicht verehren.

Ich sehe Religionen, insbesondere den Islam, als Form geistiger Verwirrung, die, wenn sie sich politisch geriert, immer gefährlich ist, auch als Passivrauchen Nebenwirkung für die, die nichts damit zu tun haben wollen wie ich.

Der heutige Islam ist noch nicht so weit zu akzeptieren, dass Staat und Kirche getrennt sein sollten. Und natürlich wird Religion von den herrschenden Klassen immer miss- und gebraucht (vgl. Erdogan), um die Untertanen vom Klassenkampf und den wahren Problemen abzulenken.

Die Freiheit verteidigen oder: Heterosexualität ist eine Angewohnheit, kein Privileg

Über Medien: „Seit Jahren schreiben wir unfreundliche Artikel übereinander: Harald Martenstein, der bekannte Kolumnist der ‚Zeit‘ und des ‚Tagesspiegels‘, und ich [Stefan Niggemeier]. Es wurde Zeit, sich endlich einmal zu treffen – nicht unbedingt, um uns zu vertragen, sondern um uns zu streiten. Auf meinen Vorschlag für ein Gespräch antwortet Martenstein: ‚Ich freue mich auf unser Treffen, so schwierig wie der Gipfel zwischen Trump und Kim wird es nicht werden. Atomwaffen sind schon mal kein Thema!'“

Martenstein: Sie sind eine Landplage. Und ich bin, Moment, jetzt muss ich meinen Zettel rausholen, „mitleiderregend“, „dummstolz“ und natürlich, dies als die Krönung, ein „weißer, heterosexueller, alter Mann“. Da habe ich mich gefragt: Woher will denn der Niggemeier wissen, ob ich heterosexuell bin? Ich kenne diesen Kollegen kaum. (…) Rassistisch und sexistisch zugleich. Die Königsdisziplin. Was ist eigentlich so schlimm daran, heterosexuell zu sein?

Ich habe den Eindruck, dass der Niggemeier völlig humorlos ist. Aber gegen Martenstein hat er eh keine Chance…

Martenstein: Schreiben Sie doch mal was Feminismuskritisches. Machen Sie das Experiment. Ich tröste Sie hinterher.

LMAO.

Ungerecht und subjektiv

„Ich werde niemals gender-„gerecht“, niemals nach der neuen Rechtschreibung, nicht nach dem Duden oder dem Österreichischen Wörterbuch schreiben, ich werde immer ungerecht, subjektiv, stur und nach meiner eigenen Façon schreiben.“ (Eva Menasse)

So halte ich es auch hier und anderswo.

Die „Terror“ in der Nordwestpassage

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Zum Glück hatte ich mich nicht informiert, als ich mir die Serie „The Terror“ ansah. Der Titel wies eher auf einen Horror-Film hin. In Wahrheit handelt es sich um die Geschichte zweier Schiffe, der „Terror“ und der „Erebus“ auf der Suche nach der Nordwestpassage. Der Plot nimmt die tragische Franklin-Expedition 1845-1848 als Grundlage. Alle Teilnehmer kamen ums Leben, und die Suche nach ihnen und den Überresten der Schiffe dauerte bis vor zwei Jahren, ein Ende ist nicht abzusehen. Ein aktuelles Buch nennt Franklin „the most famous lost person in modern history.“

Wenn man das Ende eines Films schon vorher kennt, ist es mit der Spannung nicht weit her. Ich habe erst in der sechsten Folge angefangen, nach den Hintergründen zu googeln. Die Serie ist dennoch zu empfehlen, weil die geschilderte Gruppendynamik, die Details und das Ambiente entschädigen.

„Mark Twain und Jules Verne verarbeiteten die Franklin-Expedition beziehungsweise die Suchen nach Überlebenden literarisch, Sten Nadolny widmete sich dem Kommandanten Franklin viel später in Die Entdeckung der Langsamkeit. Dan Simmons wiederum machte daraus vor knapp zehn Jahren einen tausendseitigen Gruselschinken (Terror), der nun der Fernsehserie als Vorlage dient.“

Ich hätte es vorgezogen, wenn man das „Monster“, das die Schiffsbesatzungen zeitweilig terrorisiert und den Film in Richtung „Mysterie“ driften lässt, weggelassen hätte und stattdessen die Dramatik der Suche nach der Nordwestpassage in den Vordergrund gestellt hätte. Ich habe mir das durchgelesen: Das waren noch echte Abenteurer! Ohne GPS, ohne genaue Karten, mit Segelschiffen (!) durchs Packeis – und dort auch noch zu überwintern! Der reine Wahnsinn. (Ich wäre interessiert gewesen, dabei zu sein, obwohl mir die Wüste mehr liegt.) Die trauten sich das, ohne dafür richtig ausgerüstet zu sein; vielleicht war es auch nur Hybris.

The Terror soll jetzt eine zweite Staffel erhalten: „Die 2. Staffel basiert auf der Idee von Godzilla-Drehbuchautor Max Borenstein und wird während des 2. Weltkriegs spielen und sich um ein gespenstisches Wesen drehen, das sowohl die heimische japanisch-amerikanische Gesellschaft in Süd-Kalifornien als auch die Gefangenen im Pazifik heimsucht.“ Na ja.

Turn: Washington’s Spies

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Meine wärmste Film-Empfehlung: Turn: Washington’s Spies, basierend auf dem Buch von Alexander Rose: Washington’s Spies: The Story of America’s First Spy Ring.

Hauptdarsteller ist Jamie Bell, den ich als „Esca“ aus einem meiner Lieblingsfilme kannte.

„A drama based on the true lives of America’s earliest spies, the Revolutionary War-era Culper Ring.“ Die Serie wird mit jeder Staffel besser, und ich würde vermutlich die letzte, die noch nicht gesendet wurde, sofort kaufen, weil ich angefixt bin.

Großartige Schauspieler, ein verdammt spannender Plot und ein realistisches Drumherum. Man meint, das New York des 18. Jahrhunderts zu sehen (Screenshot oben). Mehr davon! (Bitte in Englisch ansehen mit deutschen Untertiteln.)

Der Schrecken der Bösewichter und andere

Göttinger Jugendbücher

Diese Bücher besaß und las ich im Alter von 10 Jahren. Sie kosteten damals weniger als eine Mark und waren meistens aus der Reihe Göttinger Jugendbücher. Die Themen haben mich bis heute fasziniert.

Dänisch gendern

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Hätten Sie’s gewusst? Männer sind immer größer als Frauen. Sogar in dänischen postapokalyptischen Filmen hat immer ein Mann sein blödes Basecap verkehrt herum auf, und mindestens eine Frau trägt Jeans mit Löchern (wenn das meine Oma gesehen hätte!). Dafür darf dann der Quoten-Neger fehlen, was in Hollywood gar nicht geht.

Lesen ist gut für die Augen

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Ich lese gerade Tom Wolfes Die Helden der Nation. Wie immer bei Wolfes Romanen: großartig und spannend.

Taboo

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Ich empfehle die großartige Serie Taboo. Ich schaue gerade die erste Staffel (via Amazon Prime, sorry) und bin restlos begeistert. (Unbedingt in Englisch mit deutschen Untertiteln! Allein wegen der Sprache gibt es ein Sternchen mehr.) Da ich keinen Fernseher besitze, der private Sender zeigt, ist mir entgangen, dass Taboo dort schon lief.

Wunderschöne und stimmungsvolle Bilder und Panoramen, bis ins kleinste Detail uppig und realistisch ausgestattet, ein spannender Plot, der immer wieder überrascht, und nicht zuletzt wunderbare Schauspieler. Das Fernduell zwischen dem Helden James Keziah Delaney (Tom Hardy) und Stuart Strange (Jonathan Pryce), dem Chef der Britischen Ostindien-Kompanie, ist einfach nur großartig. Auch die Frauen überzeugen, für meinen Geschmack Zilpha Geary (Oona Chaplin – umwerfend!) und Lorna Bow (Jessie Buckley) noch mehr als Helga von Hinten (Franka Potente (muss man eine Hure unbedingt so nennen?), aber das mag an meinem Frauengeschmack liegen, der mich voreingenommen macht.

Übrigens: Taboo ist nichts für schwache Nerven, düster und voller Gewalt, und man wagt gar nicht, auf irgendein Happy End zu hoffen.

Hurra, es gibt eine zweite Staffel!

Stadtguerilla et al

Ja, ich weiß, reißerischer Titel. In den letzten Wochen habe ich im Schnelldurchgang gefühlt 3000 Seiten gelesen, vor allem Stefan Austs Der Baader-Meinhof-Komplex: Erweiterte Neuausgabe. Ich hätte jeden Eid schwören können, dass ich das Buch schon kannte und auch gelesen hatte, aber ich fand es nicht in meiner Bibliothek (vielleicht hatte ich es auch verliehen und, wie gewohnt, nicht wiederbekommen). Fazit: Gut geschrieben (sowieso), Standardwerk, gehört zum Bildungskanon. Wer das Buch nicht von vorn bis hinten gelesen hat, sollte zum Thema RAF einfach das Maul halten. Just saying.

Ich kann auch zwei Bücher nicht empfehlen. Bettina Röhl: So macht Kommunismus Spaß: Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret. Ich finde das Buch ärgerlich und schließe mich den Rezensionen der „Zeit“ und der „Süddeutschen“ an. Röhl Buch ist weder Journalismus noch Autobiograife noch ein politischer Essay oder gar eine Analyse – eher von allem ein bisschen, aber durchmischt mit oberlehrerinnenhaften Thesen aus heutiger (reaktionärer und plump antikommunistischer) Sicht.

Ähnliches gilt für Klaus Rainer Röhl: Fünf Finger sind keine Faust. Ansgar Skriver hat das Nötige dazu geschrieben. Ich fand das Buch insofern nicht uninteressant, weil Personen und Ereignisse darin vorkommen, die in meiner Jugend prägend für mich waren. Da es antiquarisch nicht viel kostete, legte ich es mir als Kontrastprogramm zum Traktat der Tochter zu. Es steht inhaltlich auf ähnlichem Niveau, ist nur lesbarer geschrieben.

Ergänzend zu Aust lese ich gerade Oliver Tolmein: RAF – Das war für uns Befreiung: Ein Gespräch mit Irmgard Möller über bewaffneten Kampf, Knast und die Linke. Was mir nie so klar war, ist dort zu lesen: Antisemitismus und der Hass auf Israel hielt die extreme Linke, zu der ich mich ja auch zähle, damals zusammen. Ich glaube nicht, dass sich so viel geändert hat.

Dann doch lieber antideutsch (ich schaffe nur 80 Prozent….).

Last Dandy Standing

Tom Wolfe (1931 – 2018)

„Wolfe war einer der Pioniere des New Journalism. Respektlos. Brilliant recherchierte Geschichten. Ein literarischer Journalismus, Romane, die eigentlich Riesenreportagen waren (Fegefeuer der Eitelkeiten, Die Helden der Nation, Ein ganzer Kerl, etc.) Zu dem Mann haben wir aufgeblickt.“ (Peter Glaser)

Ein großartiger Schriftsteller! Ich habe seine Bücher begeistert gelesen. Auf burks.de besprochen: A Man in Full und Ich bin Charlotte Simmons (einfach nur brilliant!). Fegefeuer der Eitelkeiten ist zeitlos und eines der besten Bücher, die je geschrieben wurden.

Lesbar

ehrenreichdas kapital

Neu in meiner Bibliothek: Barbara Ehrenreich: Wollen wir ewig leben? sowie Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie | Erster Band Buch I: Der Produktionsprozess des Kapitals, bearbeitet und herausgegeben von Thomas Kuczynski.

Von Barbara Ehrenreich kann man ohnehin alles lesen. Sie wurde hier schon mehrfach lobend erwähnt.

And now for something completely different (nicht wirklich).

Zartsprechen

Oh, ein Gleichgesinnter! Der Philosoph Robert Pfaller im Standard: „Moralisieren ist immer eine Verfallserscheinung“.

Das Zartsprechen ist das kulturelle Symptom eines ökonomischen Politikversagens. Man hat Probleme, die in der Ökonomie zu erledigen gewesen wären, in die Kultur verlagert und sie dort zu behandeln versucht. (…) Durch Political Correctness und ähnliche Kulturprogramme hat man die weniger Gebildeten zusätzlich deklassiert und auch das Leid und seine Anerkennung nach oben, zu den Eliten, umverteilt. Die Unteren dagegen sind nicht verletzlich oder empfindlich. Die haben wirkliche Sorgen; sie sind wütend und fürchten weiteren sozialen Abstieg. Darum wählen sie nun oft rechts: weil das am ehesten ihre Wut ausdrückt und weil sie hoffen, dadurch die ganz Unteren auf Abstand halten zu können.

The Golden Bough

the golden Bough

„Frazer is much more savage than most of these savages.“ (Ludwig Wittgenstein)

Die Weiße Göttin von Robert von Ranke-Graves ist eines der fünf wichtigsten und interessantesten Bücher, das ich jemals studiert habe. Darin wird Frazer oft erwähnt. Schon seit Jahren plante ich, auch „the Golden Bough“ zu lesen. Ich wusste gar nicht, dass man das Buch gar nicht mehr kaufen muss.

„The Golden Bough“ gibt es als E-Book gratis und auch online. Vermutlich werde ich ein paar Jahre lang darin schmökern.

Walther, Vladimir, Amos, Margaret und Ragnar

copacabana

Ich saz ûf eime steine
und dahte bein mit beine:
dar ûf satzt ich den ellenbogen:
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dó dâhte ich mir vil ange,
wie man zer welte solte leben.

Ich sitze da sinnierend in Bolivien in der Nähe des Titicaca-Sees, südwestlich von Copacabana – die Routa Nacional 2 gab es damals noch nicht, es war ein beschwerlicher Fußweg hinunter ins Tal an die peruanisch-bolivianische Grenze (1984). Im Hintergrund sind die schneebedeckten Gipfel der Anden zu erkennen.

And now for something completely different. Ich nehme an, dass hier zahlreiche Astronomen und Astrophysiker mitlesen. IFLScience berichtet: „Putin says Russia is going to launch a mission to Mars next year. There’s just one tiny problem. “ Man ahnt schon, dass das Problem gar nicht so tiny ist, wie die Überschrift ironisch suggeriert.

Here we go: „Well, you can’t just launch a mission to Mars whenever you want. Owing to the orbits of our two planets around the Sun, there are only specific windows when you can actually get there, using what’s known as a Hohmann transfer orbit. (…) . Unless Russia has developed some sort of warp drive (they haven’t) or they’re planning some really weird route to Mars (they probably aren’t), then a launch in 2019 just isn’t possible.“

Ist das wahr? Ein User dort kommentiert: „Not quite accurate. The Hohmann transfer orbit is the most effiecient way to get to Mars and maximizes the payload that can be sent. However, if you are willing to trade payload mass for propellant mass, you can get to Mars at other times.“

And now for something completely different. Amos Oz schreibt in der Jüdischen Allgemeinen: „Es ist möglich und auch angemessen, dass Juden und Araber zusammenleben, aber ich kann nicht akzeptieren, als jüdische Minderheit unter arabischer Herrschaft zu leben, denn fast alle arabischen Regime im Nahen Osten unterdrücken und erniedrigen Minderheiten.“ Starkes Argument.

And now for something completely different. „The Computer History Museum honors Margaret Hamilton for her leadership and work on software for DOD and NASA’s Apollo space missions and for fundamental contributions to software engineering.“ Dazu gibt es ein großartiges Foto von ihr neben Ausdrucken der Apollo-Flugsoftware.

And now for something completely different. Der Berliner Senat verbietet Vögeln das Vögeln. Just saying.

Welche (französischen) Filme ich nicht sehen möchte? Keine „turbulenten“ Mann-Frau-Kind-Eltern-Schwiegereltern-Familien-Migranten-Behinderte-Liebes-, Verwechslungs-, Beziehungs-, Trennungs- und Versöhnungskomödien. Übrigens: Die zweite und dritte Staffeln von Vikings sind noch besser als die erste.

Stilleben mit: The Masculine Soul et al

breakfast

Ja, ich habe euch darben lassen. Daher jetzt um so mehr Relevantes und weniger Relevantes. Ich bin in der Laune, das obige Frühstück in ein paar Tagen nachzustellen. Ich kenne die Zutaten, außer dem fast schwarzen dunklen Zeug (unten in der Mitte). Was ist das?

linkwood

Endlich habe ich auch wieder eine Flasche meiner Whisky-Hausmarke ergattert: Linkwood, ihr wisst, was ungetorft gut schmeckt! Whisky mit Literatur, was gibt es Schöneres (ausser Beischlaf natürlich)?

Dazu läuft Antti Martikainen im Hintergrund. Wenn man das hört, wachsen Männern automatisch Haare auf der Brust. Warum sind die Finnen eigentlich so gut in Musik? Nightwish, Tarja Turunen, Ensiferum? Weil es da so oft kalt und dunkel ist und man ausser Sex und Komponieren nichts tun kann?

shakespeare

Shakespeare hatte wir hier neulich schon. Wenn ihr jemals Macbeth lesen wolltet: Besser ist der Film Polanskis mit dem Original-Text. Einfach großartig, inklusive Gänsehaut-Faktor. Ein Bloody masterpiece for sure.

schockwellenreiter

And now for something completely different. Kennt ihr die bescheuertste deutsche „Internet“-Firma? Lan1 Hotspots GmbH heisst die und sitzt in Hamburg. Die zensieren (nach irrationalen Kriterien sowieso) und antworten nicht auf E-Mails. Eine deutsche Internet-Firma eben. Schade, dass man das Problem nicht wie in Wikinger-Filmen lösen kann oder persönlich.

Wenn man die entsprechende Pressemeldung liest, platzt einem fast der Kragen ob der Heuchelei, die aus allen Zeilen trieft: „Berlins Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat und die Vorsitzende der Geschäftsführung von Vivantes Dr. Andrea Grebe haben heute im Vivantes Klinikum Am Urban kostenfreies WLAN für alle Patientinnen und Patienten in Betrieb genommen und damit einen wichtigen Punkt aus dem 100-Tage-Programm des Senats erfüllt. (…) Für die technische Aufrüstung, die für ein freies WLAN notwendig ist, wurden am Klinikum Am Urban rund 300.000 Euro aufgewendet. Die Kapazität der Datenübertragung konnte damit von vorher 6 Mbit auf jetzt 100 Mbit aufgestockt werden.“ So viel Geld, um Websites zu zensieren. Gutes Deutsch können die auch nicht.

altertumswissenschaft

And now for something completely different. Ich musste heute in alten Papieren kramen. 44 Jahre nach einem Seminar, das ich an der Universität Münster belegt hatte, erfahre ich jetzt, dass mein damaliger Professor Gottlieb Prachner in der DDR ein „Störenfried“ war und es deshalb vorgezogen hatte, dort nicht weiter zu lehren. Ich kam mit ihmwunderbar klar, und er mit mir offenbar auch. Das waren noch Zeiten: Er hat die Studenten seines Seminars zu Semesterende in eine Kneipe eingeladen. Und genau dort lernte ich andere Studenten kenne, deren Erzählungen von Streiks, Besetzungen und Demonstrationen usw. mich dazu bewogen, von Münster an die FU Berlin zu wechseln.

Jetzt breche ich abrupt ab und esse (ausnahmsweise) meine Pizza.

All hail, Reginheri!

vikings

Ich habe jetzt vier 12-Stunden-Schichten hintereinander und kann nicht viel bloggen, schon gar nicht über Politisches, weil ich dabei nachdenken müsste.

Ich hatte mir neulich die erste Staffel von Vikings besorgt. Die gefiel mir so gut, dass ich alle anderen auch gekauft habe. Vor allem merkte ich, dass ich über die Wikinger viel zu wenig wusste, zum Beispiel über Ragnar Lodbrok bzw. Reginheri. Die Schauspieler betreffend und meinen Frauengeschmack, müsste ich noch „All hail, Katheryn Winnick“ hinzufügen.

Die gebildeten Leserinnen und literarisch interessierten Leser werden auch wissen, an welches „All hail“ man zuerst denken sollte, wenn man gutes Theater mag.

Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher

heimat

Quelle: Bundesministerium für Heimat/Facebook

Was ich heute u.a. gelesen habe:

China zensiert George Orwells Animal Farm (erschienen 1945!). „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.“

Wohin es führt, wenn der Gott der Christen wieder in Schulen einkehren soll: „Lawmaker who wants to put God in schools is thankful for slavery and believes ‘Jews own everything’“. Wer hätte das gedacht!

Die Organisatorinnen vom Women’s March in den USA finden Farrakhans antisemitische Hetztiraden offenbar ganz in Ordnung. „According to the Anti-Defamation League, prominent Women’s March figures Tamika Mallory, Carmen Perez and Linda Sarsour have failed to speak out against the Nation of Islam leader after he described the Jewish community as his “enemy” during a speech at the 2018 Saviour’s Day event in Chicago.“ Auch das überrascht nicht. Gleich zu gleich gesellt sich gern.

Dänemark stellt alle finanzielle Hilfen für NOGs ein, die „Palästinenser“ unterstützen. Gut so!

Red Sparrow werde ich mir ansehen.

Ach ja: Willy Brandt randaliert in der Parteizentrale der SPD!

Uralt Porn

venus

Credits: Matthias Kabel/Wikipedia

The Art Newspaper (u.v.a.m.): „Facebook censors 30,000 year-old Venus of Willendorf as ‚pornographic‘ – Nude statue is latest artwork to be deemed inappropriate by social media giant.“

Lesetipps ohne Rezension

literatur

Wollte die Leserschaft nur informieren, was ich im Moment an elektronischer Literatur konsumiere… Bücher, die Strom brauchen.

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