Homeland in Berlin

homeland berlin

Schaue gerade die fünfte Staffel von Homeland, die fast komplett in Berlin gedreht wurde. Auf dem Screenshot explodiert gerade eine Bombe am Kottbusser Tor, in einem ehemaligen besetzten Haus (Adalbertstrasse 6).

Der Spiegel schreibt indigniert: „Manche Straße meint man zu erkennen, die Mischung aus leicht verranzten Ausgehmeilen, englischsprachigen Touristen und verspiegelten Konzernbauten ergibt ein stimmiges, aktuelles Bild. Fremd ist nur diese latente Gefährlichkeit, die dieses homeländische Berlin ausstrahlt: Jeder Bärtige führt potenziell Böses im Schilde, islamistische Kommandeure residieren hier unbehelligt, blonde Frauen werden am helllichten Tag in Kastenwagen gezerrt. Und die CIA macht, was sie will.“

Gefährlichkeit? Das kann man sehen, wie man will. Kommt drauf an, mit wem und wo man verkehrt. „Sie stehen allem, was ihnen fremd ist, feindlich gegenüber. Sie respektieren nicht unsere Gesetze, sondern sehen Deutschland als Beuteland an.“ Sagt der Berliner Islamwissenschaftler Ralph Ghadban.

Bärte? Rasieren ist nicht haraam. Ich komme fast jeden Tag über die Sonnenallee und lebe in Neukölln. Ich sehe das, was mehrheitlich von arabischen und türkischstämmigen Männern gezeigt wird. Was die im Schilde führen? Warum tragen sie jetzt Bärte und früher nicht? Fragen über Fragen. „Fremde sind Feinde“.

Entführungen am hellichten Tag in Berlin? Gab es, zum Beispiel im Juli 2017. Auch Foltern der Opfer kam vor.

Die CIA macht, was sie will? Edward Snowden könnte man fragen, ob das stimmt. Manchmal arbeitet der Geheimdienst mit der NSA zusammen – das gilt ja wohl auch.

Zwei Dinge sind jedoch völlig unglaubwürdig. Investigative Journalisten, die irgendwelche Machenschaften im Alleingang aufdecken, in Berlin? (Gut, Laura Sutton ist keine Deutsche.) Gibt es nicht. Und der Bundesnachrichtendienst darf keine Leute verhaften, was er in „Homeland“ jedoch macht.

Sehenswert. Homeland ist nicht rassistisch. Mal sehen, ob die sechste Staffel wirklich – wie befürchtet – an Niveau verliert.

Kommentare

7 Kommentare zu “Homeland in Berlin”

  1. Michael am Juli 18th, 2018 11:16 pm

    „Sie stehen allem, was ihnen fremd ist, feindlich gegenüber. Sie respektieren nicht unsere Gesetze, sondern sehen Deutschland als Beuteland an.“

    Ja, damit dürften unsere lieben Rechtsaußen ziemlich prägnant beschrieben sein. – Oder wer war nochmal damit gemeint?

  2. ... der Trittbrettschreiber am Juli 19th, 2018 6:37 am

    Deutschland als Beuteland(für 15000 Leute?) – hier sollte recherchiert werden, welcher polarisierende Laienhirni da eine gerade neue Methode ausprobiert, die eigenen Popel mit Messer und Gabel zu essen. Trocken versteht sich, ohne wenigstens ein deeskalierendes Getränk aus dem Norden dazu runterzukippen. Es würde aber auch nichts nützen. Vielleicht sollte man als Strafe für den Versuch der „Volksverblödung“ anstelle sozialer Dienste das öffentliche Daueronanieren vor der delinquenten Redaktion einführen. Dann gäben solche Artikel absondernden Hobby-Stressoren dem Rechts-Links-Diskurs wenigstens etwas, wenn auch kläglich, sagen wir mal „Messbares“ an(in) die Hand.

  3. Roland B. am Juli 19th, 2018 6:42 am

    Laß überlegen.
    Amerikaner?
    Reichsbürger?
    Chinesische Investoren?

  4. Martin Däniken am Juli 19th, 2018 8:53 am

    Also ich habe zwar wenig Hoffnung aber doch noch Hoffnung(trotz einer schlaflosen Nacht),
    das der Kultur-/Religionschauvinismus/ Rassismus der den Unterton bei „Homeland malmehr mal weniger deutlicher,dazu führt das der eine oder andere (Amerikaner) sagt:HE,also so haut das alles nicht hin!
    Und sich für Arabien interessiert und nicht nur des Öles wegen oder weil man dort grossartig Waffen verkaufen kann.
    Sondern sich für die Menschen interessiert und einen Platz in seinem Herzen hat.
    TRÄUM WEITER!!!

  5. ... der Trittbrettschreiber am Juli 19th, 2018 11:08 am

    Festnahme durch den BND – in bestimmten Fällen rechtmäßig:

    https://dejure.org/gesetze/StPO/127.html

  6. Havelpreuße am Juli 20th, 2018 11:32 am

    Gut beobachtet, Herr Schröder.

    Schade, dass Sie wohl wenig Zeit für längere Texte haben. Sie wären eine prima Ergänzung zu Hadmut Danischs Blog.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wohlhabende Deutsche binnen 10 Jahren die Großstädte aufgeben werden.

  7. ... der Trittbrettschreiber am Juli 20th, 2018 3:34 pm

    @Havelpreußen

    !! eine interessante Hoffnungs-Erweiterung. Auf dem Land lebt es sich eh naturverbundener – Ziegen, Leibwächter, quietschende Sicherheitstore, frustrierte AutowäscherInnen und Backpulverschlachten auf Dr. Oetker grünen Parkwiesen in den Golfpausen.
    Berlin ist dann wieder ‚uns Dönerbulletten‘!

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