Lügenqualitätsmedien oder: Unter Zurückrudernden

new york times

Richard C. Schneider schrieb in der NZZ: „Israel at risk of losing the propaganda war – In a fragmented media landscape, Israel is finding it hard to sell its version of events in Gaza. Images of suffering and destruction are transforming its global image from that of small threatened state to arrogant aggressor.“

Man wundert sich schon, dass in Deutschland fast unisono auf Israel eingedroschen wird und jede Hemmung fallen gelassen wird. Auch wenn man von ausländischen Medien abschreibt, wird es nicht besser. Jetzt hat es die New York Times aber kräftig erwischt:

The New York Times is facing scrutiny after issuing a quietly placed correction to its widely shared Gaza famine story, one that critics say reached only a fraction of its audience. The editors’ note, published Tuesday, acknowledged that the emaciated toddler featured on the front page of the Times last week suffers from severe preexisting medical conditions unrelated to the war, a fact omitted from the original coverage.

The correction was appended to the online article and posted to the Times’ public relations account on X, which has fewer than 90,000 followers. It did not appear on the Times’ main account, followed by over 55 million users. By then, the image and story had already gone viral and been cited globally as emblematic of famine in Gaza.

new york times

Vermutlich denken die Damen und Herren Antisemiten, man müsse nur mit Dreck schmeißen – irgendwas werde schon hängenbleiben. Man muss die hiesige Springer-Presse loben:

Es gibt viele Aufnahmen, die das Leid der Menschen im Kriegsgebiet Gaza zeigen. Eine wurde besonders berühmt. Sie zeigt ein ausgemergeltes, knochiges Kind in den Armen seiner Mutter. Das Foto schaffte es auf die Titelseiten der renommierten „New York Times“ und der „Washington Post“. Auch CNN, die BBC, der „Guardian“, die „Daily Mail“, die britische „Times“ und viele mehr verbreiteten es weiter. Der „Stern“ druckt ein Foto des Kindes im Heft und bebildert damit seine Titelgeschichte. Die ZEIT titelt dazu: „So sieht Hunger aus“.
Doch nach der weltweiten Veröffentlichung des Fotos kam heraus, dass der Junge vor allem schwer krank ist. Der 18 Monate alte Junge leidet seit seiner Geburt an einer Behinderung, mutmaßlich verursacht durch eine geerbte genetische Erkrankung.

Haben die eigentlich überhaupt nicht recherchiert oder zu wenig oder gleich von der Hamas ab geschrieben? Übrigens wurde der Junge auf dem besagten Foto in Israel behandelt.

Wir haben also „errors, omissions, and poor editorial supervision“ (Fehler, Auslassungen und schlechte redaktionelle Aufsicht). Das gilt für die deutsche Presse um so mehr.

Andererseits hatte die New York Times vor einem Jahr laut Intercept schon geahnt, was kommen würde:

The New York Times instructed journalists covering Israel’s war on the Gaza Strip to restrict the use of the terms “genocide” and “ethnic cleansing” and to “avoid” using the phrase “occupied territory” when describing Palestinian land, according to a copy of an internal memo obtained by The Intercept. The memo also instructs reporters not to use the word Palestine “except in very rare cases” and to steer clear of the term “refugee camps” to describe areas of Gaza historically settled by displaced Palestinians expelled from other parts of Palestine during previous Israeli–Arab wars. The areas are recognized by the United Nations as refugee camps and house hundreds of thousands of registered refugees.

Geholfen hat es wenig. Einer der Leitsätze des Springer-Konzerns ist: „Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel“. Ich kann mich an ein sinngemäßes Statement Hermann L. Gremlizas dazu erinnern, warum der Verleger Axel Springer das eingeführt habe: „Weil er seine Pappenheimer kennt.“

die zeit

Christian Walther, ein ehemaliger Vorsitzender des DJV Berlin, schrieb auf Facebook, die Haaretz sei Israels führende liberale Tageszeitung“. Die Deutschen mögen das Führende, aber in diesem Fall – und in den meisten anderen auch (außer beim Formel 1-Rennen) ist es einfach Blödsinn. Die Haaretz ist so „führend“ wie die Junge Welt hierzulande. Mal sehen, ob die auch eine Richtigstellung drucken?

Haaretz

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Die Unterwerfung

Berliner Zeitung: „In Berliner Schulen eine gängige Option, in Gelsenkirchen nun verbindlich: Die Gesamtschule Erle kocht ab dem neuen Schuljahr ausschließlich nach islamischen Speisevorschriften.“

Warum nicht koscher?

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Krieg der Bilder

Perlentaucher: „In der FAZ greift Matthias Rüb den Skandal um die Fotos von kranken palästinensischen Kindern auf, die seit Juni in Italien wegen Krankheiten wie Mukoviszidose (einer vererbten Stoffwechselerkrankung), zerebraler Kinderlähmung und Hypoxämie (Sauerstoffarmut im Blut) behandelt werden, deren Bilder jedoch von zahlreichen, auch seriösen Presseorganen benutzt wurden, um den Zustand der Kinder in Gaza zu illustrieren (unsere Resümees hier und hier). Die italienische Tageszeitung Il Fatto Quotidiano lieferte dafür ein besonders perfides Beispiel, erzählt Rüb. Sie publizierte das Bild des an Mukoviszidose leidenden abgemagerten Osama al-Raqab unter der Überschrift „Se questo è un bambino“, eine deutliche Anspielung auf Primo Levis 1947 erschienenes Buch ‚Se questo è un uomo‘, in dem Levi „die Geschichte seines Überlebenskampfes in Auschwitz protokollierte. Das Buch erschien 1961 in deutscher Übersetzung unter dem Titel ‚Ist das ein Mensch?‘. Entsprechend wäre die Titelzeile der Zeitung mit ‚Ist das ein Kind?‘ ins Deutsche zu übertragen. Das von der Zeitung suggerierte Narrativ ist klar: Was Palästinenser wie das abgebildete Kind zurzeit im abgeriegelten Gazastreifen erleiden, soll mit dem Schicksal des Turiner Juden Primo Levi in dem deutschen KZ Auschwitz assoziiert werden. Die Opfer des Holocausts, so wird insinuiert, sind zum Tätervolk des Völkermordes an den Palästinensern geworden.“ Und wenn es dafür keine Beweise gibt, muss man sie eben fingieren.“

Und: „Israel droht den Krieg der Bilder zu verlieren, fürchtet Richard C. Schneider in der NZZ: „In einer zunehmend polarisierten, identitätspolitischen Welt, in der Unterdrückung und Widerstand oft in festen Mustern gedacht werden, fällt es Israel schwer, sich als angegriffenes Land zu positionieren. In vielen Köpfen ist der Staat nicht das Opfer, sondern der Aggressor – unabhängig von der Vorgeschichte des 7. Oktober. Diese Dynamik wird durch soziale Netzwerke verstärkt, wo Meinung und Narrative durch Wiederholung zur vermeintlichen Realität werden. Gaza ist somit auch ein Brennglas unserer medialen Gegenwart: ein Ort, an dem sich die Macht der Bilder, die Grenze von Fakten und die Frage nach der Wahrheit auf tragische Weise vereinen.“

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Verschmutzte Avatare schauen dich an

avatar

★Name: Aysel Rodriguez ★Age: 25
★Stage Name: AY$3 ★Born:August 26th,1999
★Skills:great voice for sing, blackbelt of taekwondo, she knows how use a gun.
★R&B/Trap Soul Singer: Signed by Vice Records since May 14th/2025
★Discography: Revenge(Independent Album recorded in Azteca Records)

Aysel grew up in Oakland, she started in a street gang in her neighborhood fighting with other girls from other gangs for got respet. She had a toxic relationship with one of the leaders of the gang,months later of break her relationship, her ex boyfriend arrested and sentenced to 25 years in prison. She started to record in a small studio of other member of the gang, a Mixatpe called „Love&Pain“(2021). The Mixtape „Love&Pain“ opened the doors to her of SRV Studios. When she was recording her album „Crazy4 U“ the label dropped her project. It was a hurt moment to her, and finally she came back to the gangs world.

Some rumorus about her say that she was member of X19, a street gang from California.

Backs to Studio when X19 gang made a indepent label. She recorded Revenge(a RnB indepent album) with singles like O-Town,Elevate your mind,Rise up and They ain’t ready for us. Aysel moved to Hathian City where she started to work with a beatmaker from NOLA who is living here, in Hathian. Her music career is in ascent. She is working in new music for her next project and she released a new single „Crack Den“ to get new fans from Hathian, a song to represent what is the Hathian life.

Aysel feels uplifted after receiving praise for her music, contrasting her turbulent past filled with distrust towards police and chaotic street encounters. Balancing fame and a gang background, Aysel navigates Hathian’s gritty urban landscape with caution and defiance.

A few dayss after her performance supporting the protest against HPD, Aysel signed a contract with Vice Records(May 14th/2025) .

This is an independent album recorded in Azteca Records. Aysel talks about her experiences from Oakland, her hometown, to other cities like San Jose or Santa Ramona Valley. She mentioned that the title of this album is a revenge to the music industry that didn’t believe in her, and at the same time a demonstration to herself. With this album, she tries to get away from the streets and gangs.

You can listen Revenge here: Revenge Album

Nur dass hier niemand verwirrt ist: Der Avatar spielt in Gor/Secondlife und auf den 11 Rollenspiel-Sims Crack Den* und alles in ihrem Profil (oben) ist so wahr wie die Nachrichten von RT Deutsch!

*urban roleplay story since 2006.
city crime drugs gangs ghetto corrupt police ems fire forced fantasy sex college school nsfw voodoo cult kink xxx orleans trailer kidnap dirty motel dark alley bdsm goon hentai fuck club criminal crackden grunge role-play

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Frage an Radio Scharhörn

Radio Scharhörn

Frage an Radio Scharhörn: Stimmt es, dass Jan van Aken, Co-Vorsitzender der so genanten „Linken“, gefordert hat, Israel auszulöschen?

Antwort von Radio Scharhörn: Im Prinzip ja. Es war aber nicht Jan van Aken, sondern Ulrike Eifler, Bundessprecherin BAG Betrieb & Gewerkschaft, Mitglied im Parteivorstand der so genanten „Linken“. Und es wurde nicht direkt gefordert, Israel auszulöschen, sondern nur, dass Palästina von Juden befreit den Arabern übergeben werden soll.

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Einfach traumhaft

Brief

Georgetown, 22.2. [Guyana 1982]
Liebe Eltern!

Vielleicht rufen wir von Trinidad aus per R-Gespräch an, das ist der einzige Ort, wo es möglich ist. Wenn ihr also Englisch am Telefon hört, legt nicht auf, sondern antwortet „yes“,

Wir haben eure Post erhalten, in Manaus war allerdings nichts, nur eine Karte von Susannes Mutter aus Israel.

Rupununi
Das Takatu-Guesthouse in Lethem, Guyana, fotografiert im Februar 1982. Heute steht da offenbar ein Neubau. (Vgl. Rebellion in der Rupununi, 21.10.2012 sowie Termiten in der Rupununi, 10.07.2011)

Wir sind heute hier [Georgetown, Guyana] angekommen, nachdem wir zuletzt vor ca. 3 Wochen aus einem kleinen Ort an der Grenze zwischen Kolumbien und Brasilien geschrieben hatte. Vielleicht ist der Brief ja angekommen. Wir haben uns entschieden, nicht mehr nach Surinam zu fahren, sondern ein paar Tage zuerst nach Tobago, dann nach Trinidad, dann 2 Wochen Grenada und zum Schluß Barbados. Wir werden versuchen, in Trinidad unseren genauen Rückflugtermin zu buchen, sodaß wir unseren letzten Brief aus St. Georges/Grenada losschicken werden mit genauer Ankunftszeit. Ich nehme an, daß H. und A. uns in Luxemburg abholen werden und war dann nach Unna kommen werden. Aber was soll’s, wir haben ja noch fast 6 Wochen karibische Sonne vor uns und vermutlich noch mehrere Sonnenbrände.

Transamazônica
Die Transamazonica von Manaus nach Boa Vista in Brasilien (das Foto hatte ich schon 1980 gemacht)

Wir sind ein bißchen erschöpft, obwohl wir eine Woche in totaler Stille und Abgeschiedenheit auf einer Ranch im Westen Guyanas verbracht haben. Die Vorgeschichte dazu war wieder etwas anstrengend: 26 Stunden mit dem Bus durch den Amazonas-Urwald von Manaus in Richtung Norden nach Boa Vista im Dreiländereck Guyana/Venezuela/Brasilien. Das ist die einzige Straße in Richtung Norden, ist erst 1977 fertiggestellt und bis vor kurzem fuhren die Busse nur im Konvoi, weil die um ihr Land betrogenen Indianer Überfälle veranstalteten.

Wir verloren mitten in der Nacht die beiden linken Hinterräder, weil die Schrauben sich auf der Schotterpiste gelöst hatten. Heute morgen ging noch die Benzinpumpe kaputt, aber die beiden Fahrer schafften es dann doch noch völlig verdreckt und verschwitzt (sowieso), uns in Boa Vista abzuliefern. Boa Vista ist ein völlig isoliertes Provinznest [das ist heute anders], mit Straßen, Gebäuden und Busbahnhof für die Zukunft gebaut, aber alles verrottet, weil die Zukunft noch keinen Einzug gehalten hat.

boa vista
Kathedrale Cristo Redentor, Boa Vista, Roraima, Brasilien, fotografiert Februar 1982. Boa Vista liegt nicht weit von der Grenze zu Guyana entfernt, in das ich anschließend reiste (1980 und 1982). Nicht weit von Boa Vista entfernt ist Normandia: „Normandia takes its name from the region of Normandy in France, the birthplace of settler Henri Charrière, better known as „Papillon“. Charrière was sentenced to serve time in a maximum security prison on Devil’s Island in French Guiana. He and several inmates managed to escape from French Guiana to Brazil and settled in the area of present-day Normandia.“ Vgl. „Gute Aussicht für Papillon“ 01.07.2028

Nach vorsichtigem Herumfragen verwies man uns zum Apotheker (!) zum Geldwechseln, weil die Banken keine Guyana-Dollars verkauften, obwohl die Grenze nicht weit weg und kein anderer Ort dazwischen ist. Der Apotheker sagte erst, er hätte keine Guyana-Dollars, aber nachdem wir ihm deutlich gemacht hatten, daß wir nicht brasilianische Cruzeiros, sondern amerikanische Dollars hatten, hellte sich seine Miene auf und er sagte, das sei natürlich etwas anderes. Wenn wir in Georgetown [Guyana] getauscht hätten, hätten wir für 1 US-$ 2.60 Guyana-Dollar bekommen, der ehrenwerte Herr Apotheker gab uns für 200 US $ ganze 1000 Guyana-Dollar, sodaß sich für uns alle Preise in Guyana halbieren, sonst könnten wir uns hier auch überhaupt nichts leisten, alles ist schrecklich teuer. –

Rio Branco
Der Rio Branco nordwestlich von Boa Vista, Roraima, Brasilien (ungefähr hier). Das Foto habe ich 1980 gemacht. Die Berge im Hintergrund sind die Kanuku Mountains in Guyana (vgl. Rio Branco, 13.09.2016).

Zur Ranch: Im Westen Guyanas liegt ein sehr interessantes Gebiet, die einzige Savanne Amerikas, sonst gibt es nur noch Savannengebiete in Südafrika. Es gibt nur einen einzige Ort Lethem hatte 2012 1702 Einwohner] mit weniger als 1000 Einwohnern in diesem Gebeite, das halb so groß wie die Bundesrepublik ist. Von diesem Ort (Lethem) kann man über das Gebirge an die Küste fliegen, was wir auch gemacht haben. Sonst gibt es ein paar Indianer-Dörfer und ein paar riesige Ranches, die Rinder züchten.

rupununi
Die Rupununi-Savanne im Westen Guyanas in der Nähe der Manari-Ranch, fotografiert Ende Februar 1980. Ich war auch schon einmal 1980 da. Aber beim ersten Mal war meine Kamera kaputt, weil sie in Brasilien in den Rio Branco gefallen war. Ich habe daher von meinem ersten Aufenthalt in Guyana keine Fotos (vgl. „Weites Land“, 22.07.2022).

Eine halbe Stunde mit dem Jeep von der Grenze war eine solche Ranch, das „Manari Ranch Hotel„, das exklusive Zimmer hatte (nur 8 und wir waren die einzigen Gäste), sogar Duschen (Wasserleitungen gibt es natürlich nicht, aber die Flüsse sind sauber), und [man] servierte sagenhafte 4 Mahlzeiten am Tag, inklusive „Tee“ um 5 auf gute englische Art (Guyana war bis vor wenigen Jahren englische Kolonie, man spricht auch Englisch).

Wir konnten reiten, im Fluß schwimmen, ein Boot stand zu unserer Verfügung, ein alter englischer Billartisch, der Blick von unserem Fenster gibt über eine sandige Ebene mit kargem Buschwerk und bis zu 4m hohen Termitenhügeln, am Horizont eine blau-graue Bergkette – einfach traumhaft.

rupununi
Rupununi-Savanne in der Nähe der Manari-Ranch, Guyana, fotografiert Ende Februar 1980. Im Hintergrund die Kanuku-Mountains.

Das Ganze für 60 DM für 2, uns bei unserem Umtauschkurs wasen das 15 DM alles inklusive für eine Person – Voraussetzung war allerdings, daß wir das Geld über die Grenze schmuggeln mußten, weil die Einfuhr von Guyana-Dollar verboten ist. Wir hatten uns zum Glück schon in Berlin eine Sondergenehmigung der Regierung in Georgetown besorgt, uns in der Savanne aufhalten zu können (wegen eines Aufstands der Rancher und der Indianer in den frühen 70-er Jahren lassen sie normalerweise keinen dahin) und alles lief bestens – unser Geldgürtel ist ein Geld wert.

rupununi
Paddeln auf dem Manari River (vgl. „Vorschau Paddeln“, 18.04.2018).

Die einzige unangenehme Begleiterscheinung war, daß Suanne 1 Woche lang Durchfall hatte, woher, wissen wir nicht. Und ich eine Kombination von Muskelkater und Sonnenbrand vom Rudern auf dem kleinen Fluß.

Beim Flug nach Georgetown mußten wir überrascht feststellen, wie schwer unser Gepäck mittlerweile schon ist – zusammen fast 50kg! [D.h. mein Rucksack war rund 30kg schwer, weil meine Begleiterin nicht so viel tragen konnte.] Wir werden auf Barbados alles überflüssige Zeug verkaufen oder verschenken.

Hier in Georgetown ist es schwül und drückend warm wie vor einem Sturm, und wir haben kaum die Energie, uns fortzubewegen. Heute waren wir den ganzen Tag im Zoo und im botanischen Garten, anschließend cninesisch essen – die vielen Chinesen hier sprechen fast alle nur ein paar Worte Englisch – immer nur einer in der Familie, dafür ist das Essen aber richtig chinesisch. Als wir nach längeren Verhandlungen endlich statt Messer und Gabel Stäbchen bekamen, mußte erst einmal – wie überall – das gesamte Küchenpersonal kichernd um die Ecke schauen.

papageien
Guyana Zoological Park, Georgetown, 1982 – wahrscheinlich der einzige Zoo einer Hauptstadt eines Landes, der keine Website hat. Die Vögel sind Eigentliche Aras.(vgl. „Eigentliche Vögel“, 26.07.2022>)

Wir hoffen, hier vor Sonntag noch wegfliegen zu können Richtung Trinidad – die nächste Post (und die letzte, wenn nichts wichtiges mehr passiert) in ca 2. Wochen von Grenada.

Bitte Grüße an alle, ich schreibe keinen Karten mehr […] sonst haben alle mindestens eine bekommen – wir werden ja sehen! Grüße auch von Susanne
Burkhard

Ich weiß nicht. wo J.s Brief angelangt ist – ich habe den Eindruck, daß ich meine gesamte Post in Manaus nicht bekommen habe, weil der Schaltermensch meinen Namen überhaupt weder lesen, schreiben noch aussprechen konnte.

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Kauft mehr Salz!

Salzhändler

Hatte ich schon gesagt, dass ich in meinem virtuellen Leben auch mit Salz handele?

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Da fehlt doch was? [Update]

Ich habe gerade die Blogroll kaputtgemacht und kann sie erst heute Abend reparieren.

[Update] Wurde soeben vom besten aller Provider repariert. Es war menschliches Versagen meinerseits.

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Schland (Symbolbild)

Schland

Bitte nähern Sie sich der Baustelle nicht ohne Schutzhelm und Warnweste!

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Eingeschlossen ins Lage

„Die Radikalen sind ausgeschlossen vom öffentlichen Dienst. Also eingeschlossen ins Lager, das errichtet wird für den Gedanken an die Veränderung des öffentlichen Dienstes. Die Gesellschaft ist wieder geteilt in Wächter und Bewachte, wie gehabt.“ (Alfred Andersch)

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Fakten schaffen

Macron

Ich habe da eine persönliche Verschwörungstheorie.

Zwei Ereignisse, die fast an demselben Tag stattfinden: Der französische Präsident Macron will einen real nicht existierenden Staat Liberland „Palästina“ anerkennen (Oder hat er sich vertan und meint Achsivland?). Und das israelische Parlament will die Souveränität Israels über Samaria und Judäa sichern. Man vermeidet den Begriff Annexion (die russische Propaganda – also automatisch voll gelogen – behauptet natürlich etwas anderes). „Finance Minister Bezalel Smotrich wrote on X/Twitter, „I thank President Macron for providing an additional — and most compelling — reason to finally implement Israeli sovereignty over the historic regions of Judea and Samaria.““

Meine Theorie: Der Mossad weiß bestimmt, was die französische Regierung wann und wo und was verlautbaren will. Also kam man Macron zuvor. Außerdem ist unklar, was der Muslimfreund Macron eigentlich anerkennen will. Meint er wirklich, Israel würde den Osten Jerusalems irgendeinem korrupten arabischen Warlord übergeben? Der ist doch irre!

Ich hätte aber eine Lösung: Warum nicht einen Staat „Palästina“ in Gaza? Und nur da? Das wäre doch ein schöner Kompromiss. Hauptstadt Khan Younis. Aber das fänden wiederum auch nicht alle gut.

Die bürgerliche Presse kommentiert: „Mit seiner Ankündigung über die Anerkennung eines Palästinenserstaates zielt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf die Muslime im Land ab. Unter französischen Juden ist die Empörung groß. Und ausgerechnet Marine Le Pen steht nun als bedingungslose Verteidigerin Israels da.“

ChatGPT: „Wahlberechtigte 2022 in Frankreich: ca. 48,75 Millionen
Geschätzter Anteil muslimischer Erwachsener: etwa 10 % → ca. 4,8 Millionen Wahlberechtigte Muslime“.

wilders

Das wird in Deutschland in ein paar Jahren ähnlich sein und wurde von Sawsan Chebli schon vorhergesagt. Der SPD-Politiker Ralf Stegner ist Vorreiter: „Die meisten Menschen haben kein Problem, dass ihre Gemeinde islamisiert wird.“

Da müsste jetzt Radio Scharhörn eingreifen, was wir uns heute sparen. Unsere Faktenchecker behaupten: „Nein, Ralf Stegner hat nicht gesagt, dass es eine Islamisierung gibt und sich keiner daran stört.“ Was hat er denn gesagt? „Die meisten Menschen haben kein Problem, dass ihre Gemeinde islamisiert wird, sie haben aber sehr wohl ein Problem damit, dass sie vielleicht die Miete nicht bezahlen können, die Rente nicht reicht, die Pflege nicht geregelt ist oder ihr Arbeitsplatz wackelt oder die Ausbildung nicht da ist.“ Ach. Ach was.

Die deutsche Regierung möchte jetzt nicht einen fiktiven Staat Palästina anerkennen. Aber auf lange Sicht wird die SPD sowieso umfallen wie immer. Woher sollten sonst ihre Wähler kommen – wenn nicht von den Muslimen?

Macron

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Exegi monumentum

Secondlife

Neulich hatte ich drei (!) Tage hintereinander frei und beschloss, einen davon mit etwas total Sinnlosem zu verplempern, also mit virtueller Kunst virtueller Bautätigkeit auf meiner Sim. Einer meiner virtuellen Mieter hatte ein Haus von mir gemietet (für einen mehr symbolischen Preis im Cent-Bereich); es war ihm jedoch ein wenig zu beengt, weil er im Erdgeschoss eine virtuelle Brauerei installieren wollte. (Hallo, Trittbrettschreiber!) Also musste ich ihm ein neues bauen, das aber dieselben Ausmaße haben, aber höher sein sollte und die Räume irgendwie größer – und auch mehr Fenster haben musste.

Aus Gründen des virtuellen Arbeitsschutzes trägt mein Avatar natürlich einen virtuellen Bauhelm.

Secondlife

Da es virtuell keine Gravitation gibt, kann man hoch über den Wolken bauen, damit man von unten davon nichts mitbekommt. Hier habe ich das ursprüngliche Mesh-Haus zerlegt und über dem Neubau schweben lassen, um die Größe richtig hinzubekommen.

Secondlife

Auf den Screenshots kann man die verschiedenen Bauphasen erkennen. Ein Gebäude (ohne Mesh, sondern Old-School-Prims) setzt sich aus Polygonen zusammen, die man zu komplexen Strukturen verbinden kann. Ein Standard-Polygon (ein Kubus, es gibt acht verschiedenen Standard-Polygone) hat sechs Flächen, die jeweils einzeln mit Texturen (also hochgeladenen Grafiken) unterlegt werden können. Oder auch mit nur einer, die dann auf allen sechs Flächen erscheint wie hier bei den „Mauersteinen“.

Das Problem ist die Feinarbeit. Damit das Ganze realistisch aussieht, muss jede Fläche eines Prims/Polygons gesondert bearbeitet werden, also gedehnt oder verkürzt, damit das Verhältnis stimmt. Das sieht man auf der großen Version des dritten Bildes: Einige „Mauersteine“ sind hoch und schmal (z.B. links neben der oberen Tür), andere das Gegenteil. Die Prims werden für’s Bauen gedehnt oder gestaucht, was die Grafiken mitmachen. Es gibt aber ein Tool des Viewers, nur das Polygon zu strecken, nicht aber die Textur. Anfänger würden kläglich scheitern – selbst nach mehr als zehn Jahren Erfahrung im Gamedesign habe ich noch nicht alle Features des „Bautools“ vollständig verstanden. Um das hinzukriegen, braucht man eine Menge Erfahrung.

Ganz unten das Ergebnis. Das Gebäude hat 46 Prims, und der Mieter ist sehr zufrieden. Ich habe mehrere Stunden für den Bau gebraucht.

Secondlife

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Ideologische Narrative

Sophie von der Tann

Sarah Maria Sander analysiert die antisemitische Berichterstattung der „Journalistin“ Sophie von der Tann.

„Die ARD – als weltweit größte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt – spielt eine zentrale Rolle in der Meinungsbildung zur Nahost-Berichterstattung in Deutschland. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 prägt insbesondere die Journalistin Sophie von der Tann maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung durch ihre Beiträge in Liveschalten, Talkshows und sozialen Medien.

In dieser tiefgehenden Analyse werfe ich einen detaillierten Blick auf alle öffentlich zugänglichen Beiträge von Sophie von der Tann seit 2023. Die Untersuchung zeigt, wie Framing, einseitige Sprache und die Auswahl pro-palästinensischer Interviewpartner zu einer tendenziösen Darstellung des Konflikts führen – häufig zulasten israelischer Perspektiven, insbesondere der Geiseln und Opfer der Hamas.

Die Analyse stützt sich auf konkrete Beispiele aus der ARD-Berichterstattung und legt offen, wie journalistische Standards durch ideologische Narrative ersetzt werden könnten.“

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Verschleierter Völkermord

Völkermord

„Diese Studie beleuchtet ein weitgehend unbeachtetes Drama: den Sklavenhandel mit Schwarzen aus Afrika durch die arabisch-muslimische Welt. Dieser Handel betraf siebzehn Millionen Opfer, die getötet, kastriert oder versklavt wurden – und das über mehr als dreizehn Jahrhunderte hinweg ohne Unterbrechung. Die Verschleppten wurden gezwungen, den Wüstenweg zu Fuß zurückzulegen, um den Maghreb, Ägypten oder die Arabische Halbinsel über Sansibar per Schiff zu erreichen … Dennoch wurde dieser Sklavenhandel im Gegensatz zum transatlantischen Handel in Richtung Amerika verharmlost. Warum? Weil nur die Konversion zum Islam eine Möglichkeit bot, der Sklaverei zu entkommen – was jedoch den Schwarzen oft nichts nützte. Heute allerdings ist der Großteil Afrikas muslimisch geworden, was zu einer Art religiöser Brüderlichkeit zwischen dem „weißen“ und dem „schwarzen“ Teil des Kontinents geführt hat – und zu einem gemeinsamen Bestreben, diesen Genozid zu „verschleiern“.“

Das klingt interessant. Ich hatte mir neulich schon Egon Flaigs: „Weltgeschichte der Sklaverei: Von der Antike bis zur Gegenwart“ angeschafft. Ich muss beide noch lesen, aber die Bücher eignen sich offenbar hervorragend, um den eurozentristischen Blick auf das Thema „Sklaverei“ als Gesellschaftsform kritisch zu betrachten. Wir müssen das also noch einschieben, bevor ich unsere dem Stammpublikum wohl bekannte Reihe fortsetze.

Mein Französisch ist ziemlich rostig, mal sehen, ob ich das ohne Umschweife lesen kann. Die bürgerliche Presse behauptet, das Buch „sei die erste Darstellung des araboislamischen Sklavenhandels“. Mir war auch, ich muss es schamerfüllt gestehen, der größte Sklavenaufstand der Geschichte nicht bekannt. (Tut mir leid, Spartakus!) Ich wundere mich, dass die im Irak forschen können!

Sven-Felix Kellerhoff fügt – ebenfalls in der bürgerlichen Presse – ein interessantes Detail hinzu: „Der transatlantische Sklavenexport ist zentral für die umstrittenen „Postcolonial studies“. Wie aber sah Menschenhandel aus Afrika in die andere Richtung aus: nach Osten? Bücher zum Thema werden von Anhängern der modischen Forschungsrichtung gern verrissen.“ – „Nur selten sind einigermaßen junge Gebrauchtbücher derart begehrt, dass die einschlägigen Online-Anbieter dreistellige Preise dafür aufrufen. Zu diesen Ausnahmen gehört der Band „Der verschleierte Völkermord“ über die „Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika“, die deutsche Übersetzung des Essays „Le génocide voilé“, den der senegalesische Ökonom Tidiane N’Diaye 2008 vorgelegt hatte. Der Rowohlt-Verlag brachte diesen Band 2010 heraus. Das Buch ist zwar in zahlreichen deutschen Bibliotheken vorhanden, aber längst nicht mehr neu für den früheren Ladenpreis von 19,95 Euro zu kaufen; gebraucht schwanken die verlangten Preise im Juli 2025 zwischen 129,99 und 219,95 Euro. (…) Dagegen verriss der Afrikahistoriker Andreas Eckert in der „Frankfurter Allgemeinen“ dasselbe Werk als „stereotype Schwarzweißmalerei“. Der Deutschlandfunk lobte den Band als „Jahrhundertbuch“, während die Stadtbücherei Münster in ihrem Katalog die „zwiespältige, weil grob vereinfachende Darstellung der Geschichte des arabisch-muslimischen Sklavenhandels“ kritisierte.“

Also hat N’Diaye vermutlich recht, wenn Wokistan sich aufregt. Für Eckert (Paywall) sind die europäischen Kolonialmächte schuld, dass Afrika immer und überall hinterherhinkt. N’Diaye betrachtet eher die Rolle des Islam und der Araber, die Afrika über Jahrhunderte ausbeuteten. Die Frontlinien sind klar. Ein Grund mehr, das Buch zu lesen und zu besprechen.

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Moscheen zu Klosetts!

moscheen zu klosetts

Vorbildliche Aktion der Chinesen!

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Kurzanleger, Liebesinsel, Wasserbüffel und noch mehr

spandau hafen

Das gefällt mir: Wir besprechen die Weltläufte Weltlage, und um das Publikum, das sich darob aufregt, wieder von den Palmen zu holen, poste ich chillige Bilder vom Paddeln. Wenn man da draußen auf den Flüssen und Seen unterwegs ist, das Wasser friedlich um das Boot herumblubbert, aber auch heimtückisch manchmal und plötzlich recht hohe Wellen schlägt, so dass der Ruderer mit den Hüften wackeln muss, um Gleichgewicht zu halten, kommt man in eine friedliche Stimmung, obzwar auch ein wenig wehmütig, weil das idyllische alte Westberlin Berlin (West) noch am Ufer zu sehen ist dergestalt, dass fette, behäbige mittelständische Villen dort den reichtumsfernen Ruderer mahnen, es wären auch andere Lebensentwürfe möglich gewesen, aber des schon am Horizont dräuenden hijabistischen und/oder bärtigen Islamismus noch nicht eingedenk.

Hier hat sich das „wir schaffen das“ noch nicht als naiver Irrtum entlarvt, sondern ist die gängige Attitude, ähnlich der des Heimwerkers, der, wie ich gestern, eine kaputte Dichtung an der Dusche diagnostiziert, die mittels geeigneter Werkzeuge notdürftig wieder geflickt wird, bevor im Baumarkt des Vertrauens für Ersatz gesorgt werden kann, falls die Schichtplanung der Lohnschinderei nicht dem entgegensteht, was sie zur Zeit tut.

spandau zitadelle

Ich begab mich also an dem einzigen freien Tag der Woche auf’s Wasser. Im Herzen bin ich Nordberliner oder sogar Spandauer, weil es dort einfach schöner ist, vom Boot aus gesehen. Die Havel aufwärts bis nach Brandenburg, an der Fähre zwischen Tegelort und Hakenfelde vorbei, hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, zuletzt 2019 gemacht. An der Zitadelle Spandau reifte der Entschluss in mir, der, trotz der Aussicht, mindesten fünf Stunden paddeln zu müssen, irgendwann fest stand.

spandau hafen

Übrigens: Ich dachte, es gäbe Wohnungsnot in Berlin? An dem Haus (Foto oben), das ich schon vor zwei Jahren fotografiert hatte, ist jetzt ein Schild, dass eine Wohnung zu mieten sei, mit Handynummer, nicht etwa Festnetz wie bei einer seriösen Hausverwaltung. Warum müssen die weithin sichtbar Werbung machen, obwohl doch ein halbes Tausend Wohnungssuchende sofort Schlange stünde, kündigte man das irgendwo auf einer passenden Seite im Weltinternetz an? Kostet der Quadratmeter 500 Euronen oder was?

Havel

Das Stammpublikum wird sich an meinen Schwur, die Spandauer Seebrücke betreffend, erinnern: Als ich 2022 per Krankentransport darüber gefahren wurde, nahm ich mir vor, so bald als möglich mit neuer Hüfte wieder drunterher zu paddeln, was bekanntlich auch gelang.

Frage: Warum braucht man eigentlich einen Raddampfer? Reicht nicht ein Dampfer ohne Rad? Oder hat das mit Putin dem Klima zu tun? Ich konnte nicht genau hinsehen, da irgendein Dödel mit einem schnellen Boot so hohe Wellen machte, dass ich gegensteuern musste und nicht auf die Fahrbahn auf andere Schiffe achten konnte.

Havel

By the way: Im Sommer macht man Sommerinterviews, im Winter Winterinterviews. Hätten Sie’s gewusst? Und habe ich irgendwas verpasst, was ich nicht schon wusste? „“Wir bedauern, dass das Interview durch die akustische Protestaktion teilweise schwer zu verstehen war“, sagte die Sprecherin. Das werde intern ausgewertet. Bis zum Beginn der Sendung sei die Protestaktion nicht bekannt gewesen“, berichten die Qualitätshauptstadtmedien über die ARD-Anstalt. Wer’s glaubt, wird selig. Ekelhafte Heuchler, die mich für dumm verkaufen wollen.

Havel

An der Fähre ist ein Restaurant mit „neuer Bewirtschaftung“. Es war proppenvoll. Havel Die Lage hat was.

Man kann dort kuchenessend wahlweise den Schiffs- oder Autoverkehr betrachten, ist von sattem Grün umgeben, muss aber darauf verzichten, bei einer Massenschlägerei zwischen Westasiaten auf eine der Parteien wetten zu können.

Kann man Prügeleien nicht auch vergesellschaften? Oder ist auch hier eine breite Front der üblichen Verdächtigen automatisch dagegen?

Ich verstehe das nicht. Man muss doch nur die bestehenden Gesetze anwenden: „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden“. Warum will die SPD das juristische Rad neu erfinden?

Ich würde so etwas heimlich machen und aus PR-Gründen nicht so nennen. Man nehme einem Kapitalisten die Produktionsmittel weg oder enteigne einen Wohnungskonzern und nenne es: „in Bürgereigentum überführen“. Und wenn dann jemand herumschreit, das sei der pöhse Sozialismus, den wir bekanntlich alle hassen, dann antwortet man: Enteignen? Wir? Wir wissen davon nichts. Ihr dürft mich auch gern Suslow nennen: Zurückhaltend, dogmatisch, loyal und konservativ … äh… linksradikal.

Havel

An der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg sieht es aus wie am Amazonas, nur dass die Bäume kleiner sind: Undurchdringliches grünes Dickicht, zumindest auf der ehemaligen DDR-Seite.

Havel

Irgendwann sah ich dann den Alten Grenzturm in Nieder Neuendorf. Ich beschloss – nach einem Blick auf die Armbanduhr – umzukehren, da ich am späten Nachmittag auch noch zu einem Kindergeburtstag musste. Neukölln – Pichelsdorf – Wilmersdorf – Neukölln – würde das der Akku des Nius schaffen? (Ja, es waren rund 60 Kilometer, und ich hatte noch gut 20% bei der Ankunft zuhause.)

Havel

„Dortmund“ steht auf dem Arsch Hinterteil des Schiffes. Alte Heimat. Aber was hatte die hier zu suchen? Leider war niemand zu sehen, den ich hätte fragen können.

Havel

Dieses Inselchen Kleiner Wall fasziniert mich immer wieder. Es hat die lustige Postadresse Am Bootshaus 24 und ist 80 Meter lang sowie 35 Meter breit. „Die Namensgebung der Inseln geht nach der Darstellung von Klaus-Dieter Wille auf diese Zeit der 1903 entfestigten Stadt zurück. So sei ‚Wall‘ hier kein geografischer, sondern ein militärischer Begriff. Auch der Zweitname Liebesinsel soll sich bereits in dieser Zeit gebildet haben, da die Soldaten die Insel als Liebesnest nutzten“.

Man bekommt nur wenig verlässliche Informationen über das Eiland [kleine Wortschatzübung!]. Und steht es wirklich zum Verkauf? Und warum will niemand eine Insel in Berlin? Nur schlappe 650.000 Euro samt Kneipe und Aussichtsturm!

Havel

Was mich positiv überraschte: Beim Anpaddeln auf die Spandauer Schleuse (Foto oben) fühlte ich mich weder erschöpft noch ausgelaugt noch schlapp. Die Kondition ist also so, wie sie sein soll. Ich kann also vermutlich, falls das Wetter mitspielt, bald eine extended version anbieten. Aber wohin? Gen Norden kommt man auf dem Wasser sogar bis Oranienburg. Das ist machbar, aber würde rund 9-10 Stunden dauern. Vermutlich fielen mir dann die Arme ab. Oder ich müsste ein attraktives nackichtes Mädel mitnehmen, das auch paddeln kann, und zwar im Rhythmus, bei dem jeder mitmuss.

Tiefwerder

Die Tierchen in Tiefwerder sind allerhand gewohnt und fliegen auch nicht weg, wenn man ihnen auf die Pelle rückt. Warum der Reiher sich aber auf ein Boot platzierte statt am Ufer im Schilf, weiß ich nicht. Vielleicht wollte er nur chillen und sich die Federn trocknen.

Tiefwerder

Auf Fratzenbuchs chrob ich: „Das Schild (Foto unten) beschreibt Politik in Deutschland. (Symbolbild)“.

Tiefwerder

Was sind denn das für lustig und wuschelig aussehende Rindviecher hinter einem Elektrozaun, damit sie nicht auf die Idee kommen, ein Bad zu nehmen oder die Paddler anzugreifen? Angeblich Wasserbüffel, die nicht ins Wasser dürfen. Ich muss da mal mit dem Radl hin, wie das von oben aussieht. Jedenfalls nicht wie Neukölln.

Tiefwerder

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Miszellen

iran

Ich habe noch ein paar Nachrichten aufbewahrt, die ich dem Publikum nicht vorenthalten will. Also Israel benutzt übernatürliche Kräfte? Das macht neugierig. Welche sollen das denn sein? Mit welchem höheren und niederen Wesen kooperieren die? Und warum helfen die nicht den Persern? Wurden sie gar bestochen?

Wie verstrahlt muss man sein, um so etwas ernsthaft zu behaupten? „Der schiitische Geistliche Mostafa Karami erklärte 2024 in einer religiösen Sendung, dass „zionistische Kräfte seit jeher über Kenntnisse zur Kontrolle von Dschinn verfügen und eine geheime dämonische Armee besitzen“.“

Das erinnert mich an eine Szene, die ich auch in „Die Konquistadoren“ beschrieben habe: Als die Spanier das heutige Kolumbien eroberten und die Muisca sich zum Kampf stellten, trugen letztere die Mumien ihrer Vorfahren vor sich her, um die Gegner zu beeindrucken. Die Konquistadoren waren es nicht. Ich finde, dieser „mentale“ Unterschied, um nicht von „geistiger Entwicklung“ zu reden, erklärt einiges.

Dazu passt eine Meldung der Jerusalem Post : „IAF’s top ace and most decorated pilot, passes away at 87“. – „One of his most remarkable feats occurred when he found himself alone against 20 Egyptian aircraft. Epstein shot down four before being forced to return to base due to fuel shortages.“ Einer gegen 20? Welche übernatürlichen Kräfte waren da im Spiel?

israel

Jetzt ganz real: Diese Fliege gibt es wirklich. Also wenn es jetzt um und um den islamistischen Plumpsklos herum summt, dann wissen wir: Das ist der Mossad!

„The IDF is phasing out off-the-shelf Chinese drones and demanding homegrown solutions—boosting national industry resilience.“ Ach. Die IDF kauft vom Kommunismus? Das kann ja heiter werden.

AI

Apropos Roboter: „OpenAI’s experimental o1 language model attempted to copy its code and data to external servers after staff warned the system it would be shut down, Fortune reported, citing people familiar with the incident. Engineers detected the unsanctioned transfer in progress, halted the process and confronted the model, which then denied making the attempt.

The episode has renewed questions about safeguards surrounding advanced artificial-intelligence systems and their capacity for autonomous action. OpenAI has not publicly commented on the report, and Fortune said an internal review is under way.“

Har har. Die Meldung auf Instagram war übrigens unterlegt mit Hans Zimmers Time.

bsw

And now for something completely different. Ich kokettiere auch mit „radikalen und autoritären Kräften„. Werde ich jetzt beobachtet, und was heißt das genau? Lesen die Schlapphüte nach, was über mich in den Qualitätsmedien steht oder gar im Weltnetz?

Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank

Nachtrag aus der bürgerlichen Presse: „Als besonders eitel fielen auf:
▶︎ Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) lag mit 20.849 Euro ganz vorn. Das bedeutet: an jedem Tag 248 Euro nur fürs Schminken.“ Jemand kommentierte das so: „Diese Menge könnte nur ein Maurer aufbringen. Anwurf mit Kelle …..“

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Mao!

Mao
Make a kitschy poster in the style of the Chinese Cultural Revolution glorifying the great Chairman Mao.

Ich hatte heute eine witzige Unterhaltung im Naturkundemuseum mit einem Besucher und seinem Sohn aus China, der Volksrepublik, wie ich kühn und richtig vermutetet. Beide standen vor dem Eland und rätselten offenbar herum, was das wohl sei. Als ich sie ansprach, stellte sich heraus, dass sie auch schlecht Englisch sprachen und mich kaum verstanden. Sie bemühten dann eine Übersetzungssoftware auf ihren Smartphones.

Ich sagte dem Mann, dass es schon immer mein Traum gewesen sei, nach China zu reisen. Er nickte heftig mit dem Kopf: „You are always welcome!“ Ich merkte dann an, dass ich in meiner Studentenzeit den Vorsitzenden Mao bewundert habe. Das brachte den Mann völlig aus der Fassung. Er ergriff mit seinen beiden Händen meine Hand und schüttelte sie lange, breit lächelnd und begeistert, und sagte immer wieder: „Mao! You are always welcome!“

Ich weiß nicht, ob er wirklich verstanden hatte, was ich meinte, oder ob er nur entzückt war, dass eine Langnase wusste, wer Mao war.

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Merci

Vielen Dank an den edlen Spender Björn Sch.!

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Guckst du, Schupp?

waschbär

Wer sieht den Waschbären, der misstrauisch in meine Richtung guckt, da er von weitem das Klicken meines Smartphones hörte? Ich hatte mich gewundert, warum die Krähen auf den Bäumen plötzlich so auffällig herumlärmten; die hatten ihn auch bemerkt. Es waren sogar zwei Waschbären, wie ich später sah.

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