Chefökonomisches

Kapitalismus
A gigantic bureaucratic machine made of marble and rusted steel, endlessly fed by exhausted workers carrying sacks of gold coins uphill, while elegant government clerks in oversized suits stamp papers that transform into smoke and disappear into the sky, in the background towering factory chimneys and giant industrial machines create real glowing value and gears, ironic contrast between productive labor and bloated administration, dark marxist satire, symbolic capitalism and state bureaucracy, cinematic lighting, dystopian realism, brutalist architecture, red banners fading in rain, hyper-detailed, metaphorical, ironic, political allegory, oil painting mixed with socialist propaganda poster aesthetics –ar 16:9 –s 750 (Gemini)

Ich bin versucht, den Wanderpokal „Lautsprecher des Kapitals“ an Dorothea Siems zu vergeben, die „Chefökonomin“ der „Welt“ aka bürgerliche Presse, für ihren (paywallgeschützen) Artikel Der Arbeitsmarkt spiegelt die düstere Wahrheit.

„Siems ist eine Verfechterin einer Freien Marktwirtschaft und wird bisweilen auch als neoliberal bezeichnet.“ Beruhigend zu wissen, dass sie nicht die unfreie Marktwirtschaft unterstützt. Artikel von Journalisten, die den Kapitalismus zu erklären versuchen, aber dem Publikum stattdessen Meinungen unterjubeln, die strittig sind oder sogar Unsinn, könnrn oft lehrreich sein im Sinne der Volksweisheit, die von bösartigen Zeitgenossen Idi Amin zugeschrieben wird: „Keiner ist unnütz: Er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen“.

Doch die heutige Situation, das zeigen die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts, bedroht den Wohlstand des Landes nicht minder, als dies damals die Rekordzahl von fünf Millionen Arbeitslosen tat.

Was meint der suggestive Begriff „Wohlstand des Landes“? Man könnte das als Marxist mit einem ironischen Statement kontern: Wenn es der herrschenden Klasse gut geht, geht es auch dem Proletariat und allen anderen Klassen gut. Aber unserer Kapitalismus-affinen „Volkswirtschaftler“ würden dem ganz unironisch beipflichten und nur andere Begriffe benutzen, weil „Klasse“ freiwillig verboten ist.

Vor allem die Industrie schrumpft infolge der Belastung durch überhöhte Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten sowie Bürokratie und überzogene Steuern mit zunehmender Geschwindigkeit.

Das ist schon starker Tobak. Der Profit des Kapitals sinkt, weil das variable Kapital aka Löhne zu teuer ist? Überzogene Steuern? Was sind denn „nicht überzogene“ Steuern?

Unternehmenssteuer“last“ in kapitalistischen Ländern Europas
Rang Land Körperschaftsteuer / Unternehmenssteuer Relativ zu Polen = 100
1 Deutschland 30,1 % 158
2 Vereinigtes Königreich 25,0 % 132
3 Frankreich 25,8 % 136
4 Italien 27,8 % 146
5 Spanien 25,0 % 132
6 Niederlande 25,8 % 136
7 Türkei 25,0 % 132
8 Schweiz 19,7 % 104
9 Polen 19,0 % 100
10 Belgien 25,0 % 132
11 Dänemark 22,0 % 116
12 Schweden 20,6 % 108
13 Norwegen 22,0 % 116

Kann man also pauschal behaupten, dass es einem Land besser geht, wenn die Kapitalisten weniger Steuern zahlen? Natürlich nicht, nur für Lautsprecher des Kapitals. Das weiß sogar die KI: Kann man einen Zusammenhang herstellen zwischen der Höhe der Steuern für die Unternehmen und der Produktivität und der Rentabilität?

Ja – allerdings nicht in Form eines einfachen linearen Zusammenhangs. In der Wirtschaftswissenschaft gilt heute eher:
– Sehr hohe Unternehmenssteuern können Investitionen, Innovation und Kapitalbildung bremsen.
– Sehr niedrige Unternehmenssteuern allein erzeugen aber ebenfalls nicht automatisch hohe Produktivität oder hohe Gewinne.
– Entscheidend ist das Gesamtumfeld: Infrastruktur, Bildung, Rechtssicherheit, Energiepreise, Bürokratie, Arbeitskosten, Kapitalzugang und Innovationskraft.

Man kann grob drei Beobachtungen machen:
1. Hohe Produktivität trotz hoher Unternehmenssteuern
Beispiele: Deutschland, Dänemark, Schweden, Niederlande. Diese Länder haben relativ hohe Steuer- und Abgabenquoten, aber trotzdem hohe Arbeitsproduktivität, starke Exportindustrien, hohe technologische Kompetenz.

Grund: Die Steuern finanzieren teilweise Faktoren, die Produktivität erhöhen: gute Infrastruktur, Ausbildungssysteme, Forschung, stabile Institutionen.

2. Niedrige Unternehmenssteuern fördern oft Investitionen
Beispiele: Irland, Schweiz, Osteuropäische Staaten

Niedrigere Unternehmenssteuern erhöhen die Nachsteuerrendite [den Profit], machen Standorte attraktiver, ziehen internationale Konzerne an.

Das kann Investitionen, Firmengründungen, Kapitalzufluss und Beschäftigung erhöhen.

Die Schweiz kombiniert beispielsweise moderate Unternehmenssteuern, hohe Rechtssicherheit, stabile Energieversorgung, hohe Innovationskraft.

Dadurch entstehen oft hohe Unternehmensrenditen [gemeint sind sind wieder Profite].

3. Der entscheidende Punkt ist die „Gesamtbelastung“

Für Unternehmen zählt nicht nur die Körperschaftsteuer, sondern Lohnnebenkosten, Energiekosten, Bürokratie, Regulierung, Genehmigungsdauer, Kapitalmarktzugang, Arbeitsrecht.

Deshalb kann ein Land mit etwas höheren Steuern trotzdem wirtschaftlich erfolgreicher sein als ein Niedrigsteuerland mit schwachen Institutionen.

Das sind Binsenwahrheiten, die die KI uns anbietet. Das beweist aber auch: Die These, weniger Steuern für das Kapital machten uns alle reicher und glücklicher, ist Bullshit.

Durchschnittslöhne und Unternehmensprofite im Vergleich
Land Durchschnittslohn brutto pro Jahr Unternehmensprofite / Gewinnanteil Einordnung
Schweiz 107.487 € ca. 41 % sehr hohe Löhne, hohe Profitabilität
Dänemark 71.961 € ca. 42 % hohe Löhne, solide Profite
Deutschland 66.700 € ca. 40 % hohe Löhne, mittlere bis hohe Profite
Vereinigtes Königreich 65.340 € ca. 39 % hohe Löhne, mittlere Profite
Belgien 62.348 € ca. 38 % hohe Löhne, eher mittlere Profite
Niederlande 69.028 € ca. 43 % hohe Löhne, hohe Profite
Norwegen 68.420 € ca. 49 % hohe Löhne, sehr hohe Profite
Schweden 50.338 € ca. 39 % gute Löhne, mittlere Profite
Frankreich 45.964 € ca. 32 % mittlere Löhne, niedriger Gewinnanteil
Italien 36.594 € ca. 42 % mittlere Löhne, solide Profite
Spanien 32.678 € ca. 44 % niedrigere Löhne, hohe Profitquote
Polen ca. 26.000 € ca. 48 % niedrigere Löhne, hohe Profitquote
Türkei 18.590 € ca. 52 % niedrige Löhne, sehr hohe Profitquote

Unsere Chefökonomin: Wenn hierzulande Maschinen hergestellt und verkauft werden, sorgt diese Wirtschaftsleistung für Umsatzerlöse, die dann zum Teil als Lohn an die Arbeitnehmer gehen. Ist der Staat der Arbeitgeber, erhöht zwar jede neue Stelle in Höhe der Personalkosten statistisch das Bruttoinlandsprodukt. Doch es ist der Steuerzahler, der mit seinem Geld diese Jobs finanziert. Der Staat muss den Bürgern und Betrieben zuvor die Mittel abnehmen, um die Gehälter im öffentlichen Dienst zahlen zu können. Weil in diesem Prozess hohe Reibungsverluste entstehen, kosten die Beschäftigten unter dem Strich weit mehr, als sie an Lohn bekommen. Im Privatsektor geht die Rechnung dagegen anders aus: Jeder Arbeitsplatz bringt mehr, als er kostet – oder er fällt weg.

Wir übersetzen das in marxistisches Deutsch: Wenn in der kapitalistischen Produktion Maschinen hergestellt und veräußert werden, entsteht daraus ein Mehrwert: Der schlägt sich nur zu einem Teil in den Löhnen der Arbeiter nieder. Der Mehrwert bzw Profit (keine Synonyme) wird vom Kapital angeeignet.

Der bürgerliche Staat hingegen schafft keinen neuen Wert, sondern verteilt lediglich bereits im Produktionsprozess erzeugten gesellschaftlichen Reichtum um. Jede zusätzliche Stelle im Staatsapparat erscheint zwar statistisch als Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, tatsächlich finanzieren sich diese Arbeitplätze, indem Einkommen und Gewinne durch Steuern und Abgaben abgeschöpft werden.

Die Kosten dieser Umverteilung tragen letztlich die arbeitenden Klassen und die produktiven Bereiche der Wirtschaft. Während im privaten Unternehmen der einzelne Arbeitsplatz nur solange bestehen bleibt, wie er Mehrwert erzeugt, kann sich der Staatsapparat auch unabhängig von unmittelbarer Produktivität ausweiten, sofern die gesellschaftliche Gesamtarbeit genügend Überschüsse hervorbringt, um ihn zu tragen.

In Deutschland aber hypertrophiert ein ineffizienter Staatssektor, der mittlerweile die Hälfte aller Wirtschaftsleistung beansprucht. Mit einer immer höheren Schuldenfinanzierung kaschiert die Politik den Niedergang des Privatsektors, der sich in den Arbeitsmarktzahlen spiegelt. Gegen diese eklatante Fehlentwicklung helfen nur wirtschaftsfreundliche Reformen.

„Wirtschaftsfreundlich“. Damit ist der Artikel kein Journalismus mehr, sondern Polemik und Propaganda. Aber was will man von der bürgerlichen Wirtschaftspresse erwarten!

Apropos: Wo sollte ich mich als Chefökonom bewerben?

Kapitalismus
Der obige Prompt mit Midjourney

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Rewards for Justice

reward

Hat jemand Hintergrundwissen und braucht 15 Millionen Dollar?

Vielleicht sollte man die Genossin Vedi Emde fragen, die bestimmt Geld braucht für neue Halstücher, ob sie jemanden in der antisemitischen Mischpoke dort kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt? Oder sollte man gleich Jack Ryan anheuern?

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Kyusu, Sencha und Umami

Teekanne

Noch kurz ein Lifestyle-Thema abhandeln. Hier: Abwarten und Tee trinken. Ich bin eher ein Kaffee-Trinker, aber nur per French-Press-Kanne. Kaffee aus der Maschine schmeckt immer wie Plörre.

Ich wuchs in einem ruhrpöttischen Haushalt auf, in dem es keinen Tee gab. Vermutlich habe ich eher Schnaps (wir kannten ausschließlich Bommerlunder) probiert als Tee.

SenchaSencha

Tee aus Teebeuteln schmeckt nach nichts. Ich habe natürlich bei meinem Freund Albrecht die Teezeremonien nationaler Minderheiten kennengelernt. Der Ostfriesentee schmeckt nach etwas, mir aber nur mit Kandiszucker.

Die KI sagt über gesundheitliche Vorteile des Tees an sich:
🌿 Reich an Antioxidantien: Grüner Tee enthält viele sogenannte Polyphenole (z. B. Catechine). Diese können Zellen vor Schäden schützen.
❤️ Gut fürs Herz: Regelmäßiger Konsum kann helfen, den Cholesterinspiegel zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
🧠 Unterstützt die Konzentration: Durch Koffein (weniger als Kaffee) und die Aminosäure L-Theanin wirkt grüner Tee oft sanft anregend und kann die Aufmerksamkeit verbessern.
⚖️ Kann beim Abnehmen helfen: Er kann den Stoffwechsel leicht ankurbeln – aber Wunder sollte man nicht erwarten.
🛡️ Kann das Immunsystem stärken: Die Inhaltsstoffe können entzündungshemmend wirken.

Können, aber müssen nicht.

Aber: nicht übertreiben ⚠️
– Zu viel grüner Tee kann wegen Koffein zu Schlafproblemen führen
– Auf nüchternen Magen kann er bei manchen Menschen den Magen reizen
– Sehr hohe Mengen sind nicht empfehlenswert (z. B. wegen Leberbelastung in Extremfällen)

Die Japaner saufen Tee hektoliterweise und werden sehr alt. Und es gibt offenbar einen gewissen Zusammenhang.

Ein weiterer Grund, warum die Japaner so alt werden, ist der regelmäßige Konsum von grünem Tee. Grüner Tee ist in Japan fester Bestandteil des Alltags und wird über den ganzen Tag verteilt getrunken. Grünem Tee werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen können. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:
– Catechine (Polyphenole)
– Chlorophyll
– Vitamine und Mineralstoffe.

Fast überredet. Ich setzte auf meine To-Do-Liste für die Zukunft wohlgemut: a) Idealgewicht halten, b) 50 Liegestütze mit 80 erreichen (aktuell immer noch rund 30), c) grünen Tee trinken – am besten gleich den populärsten Tee Japans bei der Großbourgeoisie bestellen und in die Teekanne schütten.

Nur wie trinkt man den? Ich wusste gar nicht, dass man Tee nicht mit kochendem Wasser aufbrüht, sondern eher bei 70-80 Grad oder, wie beim Sencha empfohlen (manche nervtötenden Websites wie diese würde ich am liebsten nur mit Lynx ansteuern), bei 90 Grad.

– Lass Sencha-Tee nicht länger als zwei Minuten ziehen. Danach lösen sich Gerb- und Bitterstoffe aus den Teeblättern.
– Bei einem zweiten Aufguss lösen sich andere Wirkstoffe aus dem Tee, wodurch das gesamte Wirkungsspektrum des Tees für dich zugänglich wird. Für den zweiten Aufguss verwendest du am besten 80 Grad heißes Wasser.

Oha, wieder alles falsch gemacht. Kein Wunder, dass ich nach einer Kanne am Abend, in der ich dummerweise auch die Teeblätter gelassen hatte, noch nachts um drei hellwach war.

Die KI warnt mit erhobenem virtuellen Zeigefinger: Gerade hochwertiger japanischer Sencha wird meist eher mild und nicht zu heiß aufgegossen, damit die süßlich-grasigen Umami-Noten erhalten bleiben.

Jetzt reicht es aber mit dem stümperhaften Herumfummeln. Ich habe mir eine Kyusu-Teekanne besorgt, bei der man den Tee nach dem Aufbrühen problemlos hinausnehmen kann, ohne die ganze Küche einzusauen.

Ich habe noch andere Teesorten aus einer Wohnung gerettet. Diese wären im Müll gelandet. Mal sehen, was das ist – und wie man das trinkt!

tee

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Nachtschicht

staatsoper

5:19 Uhr – nein, die Nachtschicht ist noch nicht vorbei.

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España, una, pequeña, libre

Berliner Zeitung: „Die spanischen Konservativen gewinnen die Andalusien-Wahl – sind künftig aber auf die rechte Partei Vox angewiesen. Die Partei von Premier Sánchez fährt eine historische Niederlage ein.“

Man darf sich freuen, dass der Israel-Hasser Sánchez einen Denkzettel bekommen hat. Offenbar wollen die Spanier seine Politik nicht.

Ich habe mir einen Artikel aus der spanischen Zeitung El País zusammenfassen lassen (ChatGPT):

„Die konservative PP [vergleichbar mit der CDU] unter Juan Manuel Moreno gewinnt zwar erneut deutlich die Wahl, verliert jedoch ihre absolute Mehrheit. Statt 58 hält sie nun nur noch 53 Sitze und ist damit auf die Unterstützung der rechtspopulistischen Vox angewiesen, um weiter regieren zu können. Trotz Stimmenzuwachs verliert die PP fünf Mandate.

Die sozialdemokratische PSOE erzielt mit 28 Sitzen ihr schlechtestes Ergebnis in Andalusien überhaupt. Spitzenkandidatin María Jesús Montero konnte den Niedergang der Partei nicht stoppen, auch wenn die Verluste geringer ausfielen als befürchtet.

Großer Gewinner auf der linken Seite ist Adelante Andalucía, eine linksnationalistische andalusische Partei. Sie steigert sich von zwei auf acht Sitze und wird damit zur wichtigsten alternativen linken Kraft neben der PSOE. Besonders stark ist sie in Cádiz und Sevilla. Der Erfolg wird als Ausdruck eines neuen andalusischen Regionalbewusstseins interpretiert.

Vox legt leicht zu und gewinnt einen zusätzlichen Sitz. Obwohl das Ergebnis schwächer ausfällt als in anderen Regionen Spaniens, besitzt die Partei nun erneut eine Schlüsselrolle, da Moreno ohne ihre Unterstützung nicht regieren kann. Vox fordert unter anderem eine „nationale Priorität“ bei Sozialleistungen.

Die Wahlbeteiligung stieg deutlich an. Insgesamt bleibt das rechte Lager zwar stärker als die Linke, doch die progressive Seite gewinnt durch den Erfolg von Adelante Andalucía wieder an Gewicht. Der Artikel bewertet Morenos Sieg deshalb als „bitteren Sieg“: Er bleibt Wahlsieger, verliert aber seine politische Unabhängigkeit von Vox.“

Vox ist gegen die Autonomierechte der spanischen Regionen und strebt stattdessen eine zentralistische Verfassung an; sie lehnt Immigration und Feminismus ab. Die Partei hat sich selbst als „antifaschistisch, antinazistisch und antikommunistisch“ bezeichnet.

In Spanien ist die Politik immer ein bisschen anders, weil das Thema regionale Autonomie oft alles anderes überlagert, wobei es bei uns – außer beim Länderfinanzausgleich – überhaupt keine Rolle spielt.

Die „Rechten“ sind also für einen zentralistischen Staat und „Antifaschisten“. Die „linken“ Sozialisten Antisemiten. Irgendwie ist alles verkehrt herum.

„Regionalbewusstsein“ halte ich für reaktionäre romantische Kapitalismus-Kritik. Das gilt auch für Schottland, Wales oder die Basken. Als ob es nun eine baskische oder andalusische „Nation“ gäbe – alles Mumpitz. Man kann nur froh sein, dass unsere Sorben nur wenige sind. Sonst könnten die auf die Idee kommen, einen eigenen Staat zu wollen oder sich Polen anzuschließen.

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Das beste Szenario für China

„Erfüllt Putin seine Kriegsziele, gewönne Russland gegenüber China wieder an Stärke und könnte seine Abhängigkeit reduzieren. Gleichzeitig kann China aber auch kein Interesse daran haben, dass Russland diesen Krieg verliert.“ Denn dann würden wieder westliche Kapazitäten frei. Laut Wagner ist das beste Szenario für China, wenn „der Krieg weiter andauert“. (Zitat aus der bürgerlichen Presse)

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Unter Putschisten, revisited

der putsch kellerhoff

Ich lese immer noch von Sven Felix Kellerhoff: „Der Putsch: Hitlers erster Griff nach der Macht“ – Reminder: „Es ist die bis dahin größte Bedrohung für die Weimarer Republik: Mit roher Gewalt wagt Hitler von München aus den Umsturz – und scheitert. Die Demokratie hält stand. Sven Felix Kellerhoff richtet den Fokus auf bislang übersehene Zeugnisse und schildert die tatsächlichen Hintergründe des 8. und 9. November 1923.“

Ich bin erstaunt, wie wenig ich wusste. Am 18.12.2018 habe ich das Publikum mit ultraorthodoxsektiererschen Literaturhinweisen aus den 70-er Jahren belästigt über maoistische Klassenkämpfe in der Weimarer Republik. Das haben wir damals gelesen. Und noch Schlimmeres, was heute unter identischem Titel immer noch existiert – und das gleich mehrfach.

Das, was die DDR zum Thema zu bieten hatte, war nicht viel besser. Man kann stundenlang Lenin-Zitate daherbeten, dadurch wird der Quatsch nicht besser. „Die Massen sahen, dass der Sozialismus möglich ist.“ Nein, sahen sie nicht. „Im Herbst 1923 herrschte in Deutschland eine revolutionäre Situation.“ Nein, falsch.

Ich zitiere das nur, um zu beweisen, dass die ultraorthodoxe so genannte „Linke“ in Gestalt der Politsekten rein gar nichts aus der Geschichte gelernt hat, und das offenbar auch gar nicht will. Es kommen immer noch alberne Theorien, dass die anderen schuld waren, dass die Revolution nicht stattfand: die SPD, die KPD-Führung selbst oder die Arbeiter oder irgendetwas anderes. Vielleicht war es auch das Klima.

Richard Löwenthal hat die richtigen Punkte zur Sprache gebracht, was die SED nie erlaubt hätte: „Dagegen hatten Lenin und die Bolschewiki unter den ganz anderen Bedingungen ihres illegalen Kampfes gegen den Zarismus die These entwickelt, daß nur die straffste zentralistische Organisation, der Parteiaufbau von oben nach unten, die Bestellung der Funktionäre nicht durch Wahl, sondern durch Auswahl, die Auswahl auch der Mitglieder durch die Parteiführung – daß nur diese Form der Organisation geeignet sei, den revolutionären Erfolg zu verbürgen; und auf Grund dieser extrem anti-demokratischen, zentralistischen Organisationsform standen die demokratisch-revolutionären Minderheiten der mittel-und westeuropäischen Arbeiterbewegung den Bolschewiki mit einem gewissen Mißtrauen gegenüber. Das galt insbesondere wiederum für Rosa Luxemburg…“

Und: „Die ursprünglichen deutschen Kommunisten, die sich aus der „linksradikalen“ Richtung der Sozialdemokratie vor 1914 über die „Gruppe Internationale“ der ersten Kriegsjahre zum Spartakusbund unter Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht entwickelten, unterschieden sich in wesentlichen Punkten ihrer Auffassung und Praxis von den russischen Bolschewiki. Ganz wie die revolutionären Minderheiten in der Arbeiterbewegung anderer europäischer Länder vor dem ersten Weltkrieg hatten sie eigene Wurzeln und waren keineswegs als Anhängsel der Bolschewiki entstanden“.

Zwei Thesen dazu. Erstens: Mit Ernst Thälmann war die kommunistische Arbeiterbewegung zum Scheitern verurteilt. Zweitens: die verhängnisvolle Abhängigkeit, in die sich die KPD zur KPdSU begab, musste in einer Katastophe enden. Letzteres wird im Buch von Kellerhoff dokumentiert, obwohl das eher ein Nebenthema ist.

Stalin und seine Groupies waren überzeugt und der Meinung, dass ein bewaffneter Aufstand 1923 (!) in Deutschland zu erfolgen habe. Andere wurden nicht gefragt, und die deutsche Arbeiterklasse sowieso nicht.

Für denselben Abend um 22 Uhr hatten Trotzki und Sinowjew die in Moskau anwesenden KPD-Spitzenfunktionäre einbestellt, darunter neben Brandler auch Ruth Fischer und Ernst Thälmann. Tatsächlich begann die Besprechung erst um 23.15 Uhr und schleppte sich zunächst mit Geschäftsordnungsfragen hin, einschließlich einer 20-minütigen Unterbrechung, um auf noch abwesende KPD-Vertreter zu warten, vor allem auf Fischers Lebensgefährten Arkadij Maslow, dessen Anwesenheit sie verlangte. Dann aber, vermutlich gegen Mitternacht, verkündete Sinowjew [den Stalin später hinrichten ließ] den deutschen Kommunisten, was das Politbüro Stunden zuvor beschlossen hatte: »Wir alle sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die revolutionäre Krise in Deutschland herangereift ist und dass jetzt die Frage des bewaffneten Aufstandes und entscheidenden Kampfes eine Tagesfrage geworden ist fast im buchstäblichen Sinne des Wortes.« Das Politbüro sei der Meinung, es genüge, »wenn alle objektiven Vorbedingungen herangereift sind«, eine Frist »zur Vorbereitung aller notwendigen Vorarbeiten« zu setzen. Dann teilte der als Chef der Komintern faktische Vorgesetzte den KPD-Funktionären mit: »Als eine solche provisorische Frist vorgesehen ist der 9. November.«

Das Protokoll verzeichnete weder Erstaunen noch Fragen und erst recht keinen Protest; lediglich Ruth Fischer merkte demnach an, sie kenne die »Thesen« des Politbüros zur Lage in Deutschland »nicht in vollem Umfang«. Sinowjew verlas daraufhin den Beschluss, doch zu einer Diskussion über den Befehl kam es offenbar nicht.

Sowohl der Hamburger Aufstand als auch alle anderen Versuche, eine Volksfront „gegen Rechts“ zu bilden, wie etwa in Thüringen, scheiterten kläglich und mit Ansage.

Hamburger Aufstand
Aufruf der Aufständischen an die Einwohner von Schiffbek zur Teilnahme am Hamburger Aufstand – Foto aus dem Buch: Die bedrohte Stadtrepublik, Hamburg 1923

Die KI (Gemini) fasst recht gut zusammen, was man in der DDR mit dem Thema machte:

„Die zentrale These der SED-Geschichtsschreibung war, dass die Aufstände der 1920er Jahre scheitern mussten, weil die KPD zu diesem Zeitpunkt noch keine „Partei neuen Typs“ nach leninistischem Vorbild war.

Der Vorwurf des „Spontaneismus“: Den frühen KPD-Führern wurde vorgeworfen, von linksradikalen, „putschistischen“ oder spontaneistischen Strömungen beeinflusst gewesen zu sein. Es habe an einer straffen, zentralistischen Führung und einer klaren militärisch-strategischen Planung gefehlt.

Die SED-Historiker kritisierten (durchaus folgerichtig), dass die KPD-Führung in den Aufständen oft den Rückhalt in der breiten Arbeiterklasse und den Gewerkschaften unterschätzt hatte. Die Aufstände wurden im Nachhinein oft als heroische, aber isolierte Aktionen der Avantgarde gewertet.

Ein Kernelement der DDR-Meistererzählung war die fundamentale Schuldzuweisung an die SPD-Führung. In der offiziellen Geschichtsschreibung wurde argumentiert: Die Aufstände scheiterten primär daran, dass die „rechte SPD-Führung“ (Leute wie Friedrich Ebert oder Gustav Noske) gemeinsame Sache mit den reaktionären Kräften der Bourgeoisie und den Freikorps gemacht habe, um die Revolution zu verraten.

Kritik an KPD-Mitgliedern, die während der Weimarer Republik mit der SPD kooperieren wollten (die sogenannte „Rechte“ um Heinrich Brandler, dem KPD-Vorsitzenden während des versuchten „Deutschen Oktobers“ 1923), wurde in der DDR genutzt, um jegliche Abweichung von der harten Parteilinie zu brandmarken. Brandler wurde zum Sündenbock für das Scheitern von 1923 erklärt.

Die kritische Aufarbeitung in der DDR (manifestiert unter anderem im monumentalen, mehrbändigen Werk Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, das unter der Aufsicht von Walter Ulbricht entstand) verfolgte klare politische Ziele:

Das Scheitern der Weimarer KPD wurde als historischer Beweis dafür herangezogen, dass die Gründung der SED (durch die Zwangsvereinigung von SPD und KPD 1946) und deren rigide, moskautreue Ausrichtung absolut notwendig waren, um den Sozialismus in Deutschland endlich siegreich zu machen.

Die Berichte über die Aufstände (insbesondere der Hamburger Aufstand unter Ernst Thälmann) wurden stark romantisiert. Thälmann wurde als fehlerfreier Held inszeniert, während strategische Fehler der KPD-Führung der „Brandler-Clique““oder dem „Trotzkismus“ zugeschrieben wurden. Die Kritik diente also der Disziplinierung der eigenen Kader.“

Also Fake News vom Feinsten und keine Geschichtswissenschaft. Von der heutigen so genannten „Linken“ kommt gar nichts. Ganz im Gegenteil: Die ist auf dem Weg zum völkischen Nationalismus („Volk der Palästinenser“). Daher noch ein Zitat von Kellerhoff, was sich seitdem nicht geändert hat und heute wieder aktuell ist:

»In Autenhausen wurde heute Nacht bei einer jüdischen Familie eingebrochen. Die Leute wurden stark misshandelt und anscheinend verschleppt, die Zimmereinrichtung durcheinandergeworfen, das Zimmer weist zahlreiche Blutspuren auf.« Die Bevölkerung befinde sich in großer Aufregung, meldete die kommunale Polizei und fügte hinzu: »Täter sind bekannt«. Ähnliches geschah in Sesslach mit zwei jüdischen Brüdern, über die »mindestens 15 Personen hergefallen« waren. Die beiden wurden misshandelt, entführt und offenbar nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Als die Polizei mit ihnen sprechen wollte, waren sie mit ihren Frauen verschwunden: »Man weiß nicht, wo sie sich befinden.«* Vorkommnisse wie diese gab es zwar nicht nur in Oberfranken, doch dort schaukelte sich die Stimmung der Milizen besonders auf.

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* Die Information stammt aus der Akte K 3/1927 im Staatsarchiv Bamberg, Blatt 36b und Blatt 40.

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Amsterdam ist verschwunden

amsterdam

Nur ein paar Prim-Reste von anderen, die heute entfernt werden, sind übrig. Für gamedesignende Kollegen: Der Aufbau dauerte zwei Wochen, der Abriss zwei Stunden…

[xxx] „Thank you so much for setting that up. I loved the version of amsterdam you created. It was amazing to see it realised so well – and al the more impressive given it was just temporary…“

Heute ist mein letzter Urlaubstag. Gestern vier Stunden Marmelade eingekocht und den Frühjahrsputz fortgesetzt. Morgen früh Zahnarzt, dann vier 12-stündige Nachtschichten. Ich freue mich.

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Unter Penetrationstestenden

[Bitte selbst ausfüllen] ist Principal Enterprise Security Architect und Auditteamleiter für ISO 27001 nach Grundschutz bei NTT DATA Deutschland SE, Mitautor des Grundschutz-Kompendiums und ehemaliger Penetrationstester.

Was macht der Herr beruflich?
[ ] Er ist beim TÜV angestellt und testet Bordelle auf Klimatauglichkeit.
[ ] Er ist Gamedesigner in Secondlife und spezialisiert auf den Grundschutz vor Griefern.
[ ] Er ist Berater für den TÜV und für Gamedesigner.

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So genannte Offliner

offliner

A surreal, ironic metaphor for people who have never been on the internet: a group of elegantly dressed Victorian explorers standing inside a vast glowing data center like clueless tourists in an alien jungle, holding paper maps and candles while billions of holographic messages, memes, and social media icons swirl invisibly around them unnoticed, one person proudly using a typewriter connected to nothing, another trying to “capture information” with a butterfly net, expressions of confidence mixed with total misunderstanding, cinematic lighting, ultra detailed, symbolic contrast between analog innocence and digital civilization, satirical yet artistic, hyperrealistic, dystopian humor, wide angle composition –ar 16:9 (Gemini)

„Gut 3 % der Menschen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren waren im Jahr 2025 in Deutschland sogenannte Offliner – sie hatten noch nie das Internet genutzt.“ Das Statistische Bundesamt: „Am größten war der Anteil derer, die das Internet noch nie genutzt haben, in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen: Hier war 2025 rund ein Zehntel (10 %) offline.“

Frage: Wie hoch ist der Anteil der Offliner bei Journalisten? Frage: Wie hoch ist Anteil der Journalisten, die nicht wissen, wie man E-Mails verschlüsselt?

Ich finde die Initiative von Digitalcourage „ein Recht auf analoges Leben“ total daneben und typisch deutsch. Für ein Recht auf Schreiben von Büchern mit Schreibmaschine! Für ein Recht auf Nachrichtenversand mit Telex! Für ein Recht auf ein Leben ohne Telefon! Kann man alles machen, aber man sollte dann nicht herumjammern, dass nichts mehr geht.

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Leiterin des Wohnheims

Leterin

Meine Russisch sprechenden Gäste waren sich nie einig, was genau da unter meinem Schreibtisch auf dem Schild steht. Jetzt weiß ich es. Ich habe das vor langer Zeit aus einer ehemaligen Kaserne der Russen gerettet mitgenommen, die in ein Asylbewerberheim umgerubelt werden sollte. Ich war als Journalist dabei.

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Sword and Planet

secondlife

Wir bleiben weiterhin heute bei völlig Irrelevantem, damit das Publikum die Gelegenheit bekommt, nach dem Motto herumzunörgeln: „Was bringt’s fürs emotionale Wohlbefinden gefühlt zu wissen…“

Das Rollenspiel-Event auf meiner Sim in Secondlife geht am Sonntag zu Ende, und ich lasse den virtuellen Presslufthammer warmlaufen, ganz Amsterdam in virtuellen Schutt zu zerlegen.

Ich habe bei dem Ereignis nicht mitgespielt, sondern nur das Environment gebaut und alles von weitem beobachtet.

secondlifesecondlife

Gestern wurden die Avatare (die Opfer) offenbar von anderen Avataren aus den Katakomben Amsterdams entführt und in ein Raumschiff gebracht, das zwar auch auf meiner Sim herumschwebt, aber nicht von mir ist. Sonst sähe es nicht so aus, als hätte Perry Rhodan es in den 70-ern im LSD-Delirium gebaut. Die ersten Romane John Normans, die nachgespielt werden bzw. wesentliche Elemente des Sword and Planet-Genres aufgreifen und weiterentwickeln, stammen schon aus den 60-ern – sind also stilistisch nicht weit entfernt.

Jetzt erfahren die Avatare, dass sie zukünftig mehr oder weniger bekleidete Sklaven auf Gor sind, was für sie ganz und gar erschröcklich und unerwartet ist…

secondlifesecondlife

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Artifizielles Wettrennen, mir zuliebe

Mittenwalde

Ich muss zugeben, dass ich – im positiven Sinne- ein bisschen geschockt bin über das, was die KI mittlerweile kann. Es ist mir fast unheimlich. Heute habe ich wieder Gemini und ChatGPT gegeneinander antreten lassen. Dieses Mal hat ChatGPT mit Abstand und klar gewonnen. Warum, weiß ich nicht wirklich.

Ich hatte am 09.10.2018 schon zu meinem heutigen Problem ausführlich gepostet. Ich schrieb damals:
Das Dorf Mittenwalde (Dąbrowa Mała) im ehemaligen Westpreußen (vgl. Kartenausschnitt) grenzte an Krossen (Chrosna, beide in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Wie mir eine Lehrerin aus Thorn (Torún) schrieb, schwelt immer noch ein Streit zwischen den Dörfern, wo die exakte Grenze sei – genau dort, wo der Hof war. Das erklärt auch, warum mein Opa zwar in Mittenwalde geboren, aber in Krossen zur Schule ging.

Mittenwalde

Eine Leserin meines Blogs (vgl. Kommentare) schickte mir vor zwei Jahren [2018] eine handgemalte Skizze, die Mittenwalde im Jahr 1911 zeigt samt der Legende, wer wo wohnte. Nr. 1 (links unten) ist der Hof meiner Urgroßeltern. Leider war ich zunächst auf der falschen Fährte, weil ich die Nord-Süd-Tangente für die Strasse hielt, die von Mittenwalde/Dąbrowa Mała nach Süden führt. Der Vergleich der Waldwege stimmte einigermaßen, und ich war erst recht von meiner These überzeugt, als ich in Archiven herausfand, dass die Nr. 1 ein Hof bei Elsendorf hätte sein können, der schon im 18. Jahrhundert von einer Familie bewohnt wurde, deren Namen in meinem Stammbaums vorkommt. Aber ich irrte. In Wahrheit zeigt die Skizze die „Hauptstraße“ von Krossen – Mittenwald ist östlich davon. Und die Skizze ist nicht exakt genordet: Wenn man sie richtig hält, stimmt alles.

Heute habe ich die Karte und die Skizze jeweils Gemini und ChatGPT hochgeladen mit dem Befehl: „Die erste Karte zeigt den Ort Mittenwalde im heutigen Polen, der heute Dabrowa Mala heißt, und alle Dörfer und Höfe ringsum. Die zweite Karte zeigt eine handschriftliche Skizze von Mittenwalde aus der Erinnerung einer Person, die dort gelebt hat, ein Hof ist auf der handschriftlichen Skizze mit einem Kreis markiert (unten links), ich muss wissen, wo dieser markierte Hof auf der ersten historischen Karte ist.“

Beide künstlichen Intelligenzen versicherten, das sei kein Problem. Gemini kriegt es aber trotz mehrere Versuche und penetrantem Nachhaken meinerseits nicht hin, den Hof richtig zu markieren. Es kam mehrfach „Ich entschuldige mich, ich habe einen Fehler gemacht.“ Der Versuch hat rund zehn Minuten gedauert.

Dann kam ChatGPT an die Reihe – mit identischer Order.

„Tatsächlich lässt sich die Skizze ziemlich gut mit der historischen Karte abgleichen. Der entscheidende Punkt ist die Orientierung der Wege und die Form der Siedlung: Auf der Handskizze verläuft eine Nord-Süd-Straße mittig. Unten quert eine Ost-West-Straße. Der markierte Hof liegt unten links, direkt an dieser Ost-West-Straße, nahe einem Gewässer oder Graben. Oberhalb befindet sich eine charakteristische halbkreisförmige Feld-/Siedlungsstruktur. Auf der historischen Karte passt dieses Muster am besten zum westlichen Rand von Mittenwalde, dort wo die Straße nach Trossen / Leschütz führt.

Der markierte Hof dürfte daher sehr wahrscheinlich hier gelegen haben: Südwestlich des Ortskerns von Mittenwalde, direkt westlich der Hauptstraße nahe der kleinen Bach-/Niederungszone südlich des Dorfes ungefähr im Bereich zwischen den Kartenmarkierungen 89 / 70 / 69.

Besonders auffällig: Die Handskizze zeigt links unten einen isolierten Hof an einer Wegkreuzung. Genau eine solche Situation existiert auf der historischen Karte südwestlich von Mittenwalde, wo mehrere Wege zusammenlaufen.“

Bingo. Und die Karte von ChatGPT überzeugt auch. Nur ein Wermutstropfen: Die Markierung ist immer noch nicht korrekt – es war ein Haus weiter westlich. Es war wohl früher ein Hof, der irgendwann geteilt wurde.

Mittenwalde

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Vergleich ChatGPT und Gemini

KI
Mache ein symbolisches Foto, das den Vergleich zwischen Gemini und ChatGPT zeigt – Ergebnis von ChatGPT

Feature Gemini (Kostenlos) ChatGPT Plus ($20/Monat)
Kern-Modell Gemini 3 Flash GPT-5.5
Transkription Exzellent (nativ für Video, Audio & historische Layouts) Gut (stark bei Text/Bild, Video weniger tiefgreifend)
Kontext-Fenster Groß (optimiert für schnelle Inhalts-Analyse) Sehr groß (bis zu 1 Million Token)
Stärken Medien-Analyse, Speed & Google-Vernetzung Logik, komplexes Coding & kreative Nuancen

Stand: Mai 2026. Basierend auf den aktuellen Modellen Gemini 3 Flash und GPT-5.5.

Das hat mir keine Ruhe gelassen. Bei einem Menschen erwarten wir, falls der für ein Unternehmen spräche, dass er dieses natürlich besser dastehen ließe als die Konkurrenz. Es fällt schwer sich vorzuzustellen, dass die KI nicht so reagiert (oder doch?), sondern streng „journalistisch“ nach dem aus der Mode gekommenen Prinzip Audiatur et altera pars arbeitet.

KI
Mache ein symbolisches Foto, das den Vergleich zwischen Gemini und ChatGPT zeigt – Ergebnis von Gemini

Ich halte den Vergleich für wenig aussagekräftig. Es gibt andere wie der von Zemith.com: „Gemini vs. ChatGPT 2026: Welcher KI-Assistent gewinnt wirklich?“ (Der Betreiber sitzt in Singapur.) Immerhin bezieht Gemini sich auch darauf und gibt die Quelle an.

Die wesentlichen Unterschiede

Die meisten Vergleiche übersehen einen entscheidenden Punkt: Gemini und ChatGPT folgen unterschiedlichen Grundideen.

Gemini ist stark in das Google-System eingebunden. Das Modell arbeitet mit der Google-Suche zusammen und kann bei aktuellen Themen direkt auf WWW-Informationen zugreifen. Zudem ist es mit Diensten wie Gmail, Google Docs, Drive oder Maps verknüpft. Mit seinem Kontextfenster von bis zu einer Million Tokens kann Gemini ganze Dokumentationen, umfangreiche Codebasen oder komplette Recherchearchive in einer Sitzung verarbeiten.

ChatGPT verfolgt einen anderen Schwerpunkt. Die Stärke liegt im strukturierten Denken, bei komplexen Analysen und der Fähigkeit, längere, kohärente Texte zu erzeugen. ChatGPT zerlegt Probleme oft präziser in nachvollziehbare Schritte und liefert besonders starke Ergebnisse bei kreativen Aufgaben, Stil, Argumentation und sprachlicher Feinabstimmung.

Deshalb ist keines der beiden Systeme pauschal „besser“. Sie wurden für unterschiedliche Arbeitsweisen und Prioritäten entwickelt.

(Hinweis: Ich habe ein Zitat von Zemith der KI hingeworfen mit dem Befehl, es besser zu formulieren, was nicht wirklich geschah, und das Ergebnis gestrafft, zum Beispiel die meisten nichtssagenden Adjektive entfernt: besondere Stärke, schwierige Probleme, in einer einzigen Sitzung usw..

KI
Mache ein symbolisches Foto, das den Vergleich zwischen Gemini und ChatGPT zeigt – Ergebnis von Midjourney

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Deutsche Kurrentschrift, poesitisch, update

posiealbum

Ich bin überrascht. Ich habe die einzelnen Seiten der Poesiealbums meiner Urgroßmutter Emilie Kukuk Gemini zum transkribieren gegeben und bekam für jede der rund 40 Seiten eine saubere „Übersetzung“.

Warum ist Gemini so viel besser als ChatGPT?

Antwort von Gemini

Es ist durchaus möglich, dass Google Gemini in bestimmten Bereichen, wie der Transkription von historischen Texten oder Handschriften, Vorteile gegenüber ChatGPT bietet. Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Art und Weise, wie die Modelle Bildinformationen verarbeiten.

Hier sind die Gründe, warum Gemini beim Transkribieren (wie bei deinem Beispiel der Frakturschrift) oft die Nase vorn hat:

1. Native Multimodalität
Gemini wurde von Grund auf „nativ multimodal“ entwickelt. Das bedeutet, das Modell muss ein Bild nicht erst in ein anderes Format umwandeln, um es zu „lesen“. Es versteht visuelle Strukturen, Layouts und komplexe Schriftzeichen (wie die alte deutsche Frakturschrift) direkt im Kontext. ChatGPT nutzt oft ein vorgeschaltetes System (OCR), um Text zu erkennen, was bei ungewöhnlichen Schriftarten zu Fehlern führen kann.

2. Kontextverständnis und Korrektur
Gemini ist sehr stark darin, den Sinn eines Textes zu erfassen. Wenn ein Wort in der Grafik mopo2.jpg schwer lesbar ist, nutzt Gemini den restlichen Textinhalt, um das wahrscheinlichste Wort zu ergänzen.

Beispiel: In deinem Text erkennt Gemini Begriffe wie „Kohlensäure-Gas“ oder „Infektions-Krankheiten“ korrekt, selbst wenn die Lettern im Original durch das Alter des Papiers verwaschen sind.

3. Integration von Werkzeugen
Ein entscheidender Vorteil ist die nahtlose Verknüpfung mit anderen Google-Technologien. Gemini kann auf die jahrelange Erfahrung von Google Lens und Google Books zurückgreifen, die Millionen von Seiten alter Schriften digitalisiert haben. Dieses „Training“ macht es extrem sicher im Umgang mit Fraktur und Handschriften.

Feature Google Gemini ChatGPT (OpenAI)
Bilderkennung Hervorragend bei komplexen Layouts und historischen Schriften (z. B. Fraktur). Stark bei modernen Texten; kann bei sehr feinen oder alten Details ungenauer sein.
Kontext-Fenster Verarbeitet extrem große Datenmengen und lange Dokumente in einem Durchgang. Gutes Gedächtnis, stößt aber bei sehr umfangreichen PDF-Analysen schneller an Grenzen.
Daten-Aktualität Direkter Zugriff auf die Google-Suche für Echtzeit-Informationen. Nutzt Browsing-Funktionen (Bing), wirkt oft etwas langsamer bei der Recherche.
Stärke Analytisch, faktenorientiert und exzellent in der Dokumentenextraktion. Sehr stark in kreativer Textgestaltung, Nuancen und komplexem Coding.

Hinweis: Die Leistung kann je nach Modellversion (z. B. Gemini 1.5 Pro vs. GPT-4o) variieren.

Anwort von ChatGPT

Es hängt stark davon ab, welche Art von Texten du transkribieren willst. Bei OCR und Transkription (also Text aus Bildern, Scans, PDFs oder Handschrift erkennen) haben die Modelle unterschiedliche Stärken:

Gemini ist oft sehr stark bei:
– langen PDFs
– komplexen Layouts
– mehrseitigen Dokumenten
– multimodalen Aufgaben (Bild + Text + Struktur gleichzeitig)
– Google-typischer Dokumentanalyse

ChatGPT ist häufig besser bei:
– schwer lesbarer alter Schrift
– Kontextverständnis
– Interpretation beschädigter Texte
– strukturierter Wiedergabe
– Nachbearbeitung historischer Dokumente oder Frakturschrift

Gerade bei alten deutschen Frakturschriften (wie dein Zeitungsbild von 1931) kommt es oft darauf an:
– erkennt die KI nur Buchstaben? Oder versteht sie auch sprachlich den Zusammenhang?

Da kann ChatGPT manchmal Vorteile haben, weil es stärker „errät“, was wahrscheinlich gemeint ist. Gemini wiederum kann bei sauber gescannten Dokumenten erstaunlich präzise sein.

Interessant ist: Einige unabhängige Vergleiche sehen Gemini bei PDF- und Dokumentanalyse vorne, während ChatGPT bei kreativer Sprache, Struktur und genauer Textinterpretation besser abschneidet.

Bei Handschrift und OCR berichten Nutzer teils:
– Gemini: sehr gut bei Masse und Kontext
– ChatGPT: oft besser bei schwierigen Einzelstellen
Claude: erstaunlich stark bei Handschrift

Für historische deutsche Texte würde ich heute sagen:

Aufgabe Oft stärker
Saubere PDFs massenhaft auslesen Gemini
Alte Fraktur interpretieren ChatGPT
Handschrift erkennen Claude oder Gemini
Beschädigte Texte sinnvoll rekonstruieren ChatGPT
Tabellen- und Dokumentstruktur erkennen Gemini

In der Praxis benutzen viele Leute inzwischen sogar zwei Modelle:

– Gemini für Rohtranskription
– ChatGPT für Korrektur und sprachliche Bereinigung

Das liefert oft die besten Ergebnisse.

Hinweis: Ich lasse alle Tabellen von der KI machen mit dem Hinweis, dass die für ein WordPress-Blog mit dem Template Silhoutte 3-Column sind. Manchmal braucht es dazu mehrere Versuche, zum Beispiel:

Die Tabelle ist ok, die Schrift ist aber zu groß, kann man das so machen, dass sich die Schriftgröße flexibel der Schriftgröße des postings anpasst?

„Ja, das ist möglich und sogar sehr empfehlenswert für ein harmonisches Design. Um die Schriftgröße flexibel zu gestalten, müssen wir im HTML-Code die festen Pixel-Werte (wie 14px) durch relative Einheiten ersetzen.
Wenn man für die Tabelle font-size: 1em; oder font-size: inherit; verwendet, orientiert sie sich automatisch an der Schriftgröße, die dein WordPress-Theme für den Textkörper (Body/Posting) vorgibt.“

Postscriptum: Mit gefällt es, die Tags „Ancestry“ und „Ki“ zusammen zu haben.

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Die Bakterien und OCR-Tools

morgenpost

Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine „Quittung der Berliner Morgenpost über 55 Pfennig für die 18. Woche vom 03.05. bis 09.05.1931“.

Am 25.05.2023 hatte ich zum letzten Mal Bilder der „Berliner Morgenpost“ gepostet. Drei Jahre – und jetzt sieht man, was sich geändert hat: Ich brauchte den Text auf der Rückseite nur der KI zu zeigen, um ihn posten zu können. Damals hätte ich ihn mühsam abtippen oder ihn mit einem OCR-Tool transkribieren müssen. Ich habe auf meinem Handy immer noch Textfee, mit dem ich sehr zufrieden bin – aber das wird bald überflüssig sein.

Hier der Text – ChatGPT und Gemini sind gleich gut, aber Gemini bietet an, das Ergebnis gleich als HTML und in zwei Spalten zu kopieren.

Bakterien

Bei dem Wort Bakterien (oder Bazillen) packt die meisten Menschen ein Schreck, in ihrer Phantasie steigen sogleich Bilder von Krankheiten auf. Jeder denkt an Tage, an denen er mit Fieber und Schmerzen im Bett lag und neben sich ein Glas mit schlecht schmeckendem Spülwasser stehen hatte, um damit die Bakterien in seinem Hals abzutöten. Diese Vorstellung ist ganz falsch. Bei dem Wort „Bakterium“ sich etwas Böses vorzustellen, ist genau so falsch, als wollte man bei dem Begriff „Mensch“ an einen Mörder denken. So wie es unter unzähligen Menschen vereinzelt Mörder gibt, so sind unter zahllosen Bakterien-Arten einige wenige gefährlich.

Bakterien bevölkern die ganze Welt. Mit jedem Hauch Luft atmen wir mehrere tausend ein. Mit jedem Schritt über den Erdboden scharren wir hunderte auf. In jedem Tropfen Wasser (nicht Leitungs-Wasser, das filtriert ist, sondern Fluß-Wasser) leben zahllose Kleinst-Lebewesen. In einem Liter Milch sind mehr Bakterien enthalten, als es Menschen auf dem ganzen Erdball gibt.

Die Zahl der Bakterien auf der Erde anzugeben, ist absolut unmöglich. Man müßte eine Zahl schreiben, die so viel Nullen enthält, daß die Zahl von einem Zimmer ins andere reichte. Die meisten Bakterien sind nicht Feinde des Lebens, sondern für seine Entwicklung und seinen Bestand auf Erden unentbehrlich. Ohne sie würde sich unser Planet in wenigen Monaten in einen großen Friedhof verwandeln. Die Bakterien sind es, die, in jeder Krume Ackerboden lebend, hier die toten Mineralien auflösen und sie in halbflüssige und flüssige Formen überführen. Ebenso wirken sie im Flußwasser und im Meer. Sie stehen an der unteren Stufe zwischen der toten und lebendigen Natur, sie allein sind imstande, tote mineralische Stoffe zu verdauen, sie dienen den kleinsten unsichtbaren Meeres-Tierchen als Nahrung, diese wieder den größeren, diese abermals größeren. So baut sich auf der Urnahrung der Bazillen das lebendige Gebäude der irdischen Natur auf. Ohne die Mithilfe der Bakterien kann das Obst nicht reifen, bildet sich kein Essig, kann man aus der Milch keinen Käse gewinnen, gäbe es kein Bier, keinen Wein und auch kein Brot. Denn beim Backen bedient sich der Mensch der Mithilfe der Bakterien, indem er in die Teigmasse einen den Bakterien nahestehenden niederen Pilz, den Hefe-Pilz, als Hefe einbringt. Dieser nährt sich von der Teigmasse, erzeugt hierbei Kohlensäure-Gas, und dieses treibt den Teig auf, der hierdurch lufthaltig, krümelig und genießbar wird.

Im Körper des Menschen leben etliche Trillionen Bazillen. Das Verhältnis zwischen Mensch und Bazillus ist nicht das einer Feindschaft, wie zwischen Jäger und Fuchs, sondern das einer friedlichen Zusammenarbeit, wie zwischen Mensch und Haustier. Der Mensch gibt dem Haustier „Bazillus“ von seinen Nahrungs-Abfällen zu fressen, er gibt ihm die warme Stallung im Innern seines Leibes, dafür leistet ihm das Haustier Bazillus wertvolle Dienste. Beispielsweise weichen sie bei der Verdauung alle Zellen, Fasern, Kerne, Hornteilchen u. dgl. auf, die von den Verdauungs-Säften selbst nicht angegriffen werden. Ohne die Mithilfe der Bakterien kann kein Tierleben, und wenn man junge Hühnchen in einem ganz bakterienfreien Kasten aufziehen will, so gehen sie bald an Entkräftung zugrunde — es fehlen ihnen die Helfer des Lebens, die Bakterien.

Nur wenige Dutzend unter ihren vielen tausend verschiedenen Arten sind dem Menschen gefährlich und verursachen in seinem Innern die Infektions-Krankheiten (Scharlach, Masern, Diphtherie, Keuchhusten, Pocken, Pest, Tuberkulose, Blutvergiftung, Halsentzündung usw.).

Quittung der Berliner Morgenpost über 55 Pfg. für die 18. Woche vom 3. 5. bis 9. 5. 1931
Quittungen, auf denen Preis oder Bezugszeit geändert ist, sind ungültig

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Tecknet

keyboard

Ich war jetzt bedient von der hier schon erwähnten Tastatur – die ist einfach zu klein, und ich komme mit dem Handballen oder mit was auch immer an Tasten, die etwas auslösen, was ich nicht will. Also musste die Großbourgeoisie sofort liefern.

Here we go (lufthol): Tecknet Gaming-Tastatur Kabellos, QWERTZ-Tastatur (Deutsches Layout), Membran Tastatur mit 105 Tasten, Vollmetall-Pane, RGB Beleuchtung, Handgelenkauflage, 25 Anti-Ghosting-Tasten für Gamer & Büro.

Erster Eindruck: Extrem solide, makellose Haptik. Ich kann wieder mein autodidaktisches Zehnfingersystem blind benutzen. Die Tasten sind ziemlich hoch, und man bekommt ein Schreibmaschinen-Gefühl. (Das Keyboard ist auch seitlich offen, also geeignet für einen Fön | Druckluft, um den Staub wegzupusten.)

Kabellos geht, aber ich bin lieber kabelgebunden. Reinstecken – und alles funktioniert sofort unter Ubuntu/Linux. Was mich überraschte: Die zahllosen und völlig unnützen Tastaturkürzel funktionieren auch einwandfrei. Ich weiß aber nicht, warum ich mit dem Keyboard meine E-Mails abrufen sollte? Oder den Taschenrechner? Es gibt so viele Funktionen, dass ich alle wieder schnell vergessen werde und jedes Mal im Handbuch nachschauen müsste. Alles lesbar ohne Mikroskop, nur vier Seiten, obwohl die Optionen der Beleuchtung für eine größere Lichtorgel ausreichten – „5 RGB-Beleuchtungsmodi, mit denen Sie aus Millionen von Farben und Effekten wählen können“. Zwei oder drei Farben reichen mir schon, je nachdem, ob ich mich rot, grün oder blau fühle.

Lasergravierte Tastenkappen? Ich bin mal gespannt, wie lange die halten. Auf meinem alten – also dem vorletzen – Keyboard (gekauft im April 2022) waren sie erst nicht mehr zu erkennen und fielen dann einfach ab.

Ich sehe aber auch noch einige Tasten-Symbole, deren Sinn sich mir nicht erschließt und die im Manual nicht erwähnt werden. Was heißt „Anti-Ghosting“? Verschwinden alle Gespenster im Umkreis meines Routers? Oder Besucher, die mein Zimmer betreten?

Versuch und Irrtum also – vielleicht ist da auch ein Schleudersitz vorgesehen, oder ein Invisible-Modus, falls es ganz früh klingelte und man den Bademantel nicht fände.

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Verbrechen der Hamas

html
Fotos: Nova Site Memorial, 26.10.2025

Eine israelische Zivilkommission hat die bisher umfassendste Untersuchung zu sexualisierter Gewalt beim Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 vorgelegt. Der Bericht der „Zivilkommission zu den Verbrechen der Hamas gegen Frauen und Kinder am 7. Oktober“ resumiert, dass die Hamas und verbündete Gruppen solche Gewalt systematisch einsetzten – beim Angriff selbst, während der Verschleppung und später in der Geiselhaft im Gazastreifen.

„Der Bericht beschreibt unter anderem Fälle, in denen Opfer vor den Augen ihrer eigenen Familienangehörigen missbraucht oder gedemütigt worden seien. Eine Überlebende des Nova-Festivals schildert in ihrer Aussage die Schreie einer Frau, die von mehreren Tätern missbraucht worden sei. „Und nachdem sie fertig waren, haben sie sie erschossen“, zitiert der Bericht die Zeugin.“

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Deutsche Kurrentschrift, poesitisch

poesie

Ich digitalisiere gerade ein schmales Büchlein oder Poesiealbum, das mehr als ein Jahrhundert alt ist. Es stammt von meiner Urgroßmutter Anna Emilie Kuku(c)k, Bäuerin, geb. 22.5.1864 in Elsendorf (Groß Dombrowo, heute Dambrowa Wielka, ehem. Westpreußen), gest. 1943.

Poesie

Ich kann das nicht lesen oder nur ansatzweise. Zum Glück habe ich die KI, aber bei einigen Wörtern muss auch die passen. Ist hier jemand besser als die KI?

ChatGPT meint beim Entziffern: Das ist deutsche Kurrentschrift, nicht die spätere Schul-Sütterlin. „Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, vor allem nach ihrer Abschaffung in den Schulen im Jahr 1941 durch den Normalschrifterlass der Nationalsozialisten, wurde die deutsche Kurrentschrift (einschließlich ihrer Sütterlin-Variante) immer weniger verwendet.“ Und: „Die deutsche Kurrentschrift wurde in der Bundesrepublik ab 1954 wieder an den Schulen einiger Bundesländer als zusätzliche Ausgangsschrift gelehrt, konnte sich jedoch nicht mehr nachhaltig gegen die lateinischen Schreibschriften durchsetzen.“

Meinem lieben Enkel
Kurt [mein Vater]
zur steten Erinnerung
gewidmet von deiner
dich liebenden Großmutter
Emilie Schröder
Mittenwalde im August
1923 (für mich sieht das eher nach 1933 aus, wurde auch korrigiert.)

Text auf der rechten Seite:
O Menschenseele verzage nicht, wenn dir an
Hoffnung auch gebricht, denn in der
Kampfesstraße beschieden dich
von Leid u. Qual, der schwere Winde-
heil(?) dir zielt, ein neues Glück erschließt
nicht weit, von Gott auf! Sei des Men-
schen Schicksal ein Zweifel an des
Schöpfers Huld, sich stets blümen(?) spricht
auch [trübe?] … nicht doch wieder Frühling
werden…

Du stark im Leid, empor im Blick, ein
fromm(?) liegt oft im Mißgeschick, zwing
dir nur den [Stern?] war der alte
Gott lebt immerdar. Er läßt auch dich
im Kümmernisse mit deinem
Geschick nicht untergehn, …(?) …

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Unter HTML-Zerhauenden

html

Ich habe gestern für ein paar Stunden das Blog zerhauen, ohne das zu merken. Ich war in Eile und hatte etwas anderes zu tun. Die Postings erstreckten sich zu breit, dass auch die Spalten des Templates kaputt waren.

Als ich es bemerkte, fand ich um’s Verrecken eine Weile nicht heraus, woran es lag. Ich habe sogar den kompletten HTML-Code der Postings der künstlichen Intelligenz zum Fraß vorgeworfen – aber ohne brauchbares Ergebnis.

Nach einer Stunde hatte ich es: Bei dem Attribut „alt“ des Codes, der die Grafiken beschreibt, fehlte bei allen Bilder des Postings über Secondlife das zweite Anführungszeichen.

Darauf muss man erst mal kommen. Bei so etwas bin ich immer froh, dass ich einfaches HTML „per Hand“ schreiben kann.

html

„Beachten Sie: Es handelt sich um ein Pflichtattribut.“ Ach was. Das sehen die heutigen Browser nicht so eng, wenn das Attribut ganz fehlt.

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