Von irgendwem Gekapertes

Gleichstellungsbeauftragte
Womöglich eine Erlanger Gleichstellungsbeauftragte mit Lebensabschnittsgefährtem beim Spaziergang im Walderlebniszentrum Tennenlohe (Symbolbild)

Noch einmal zu Joana und anderem. Man freut sich, wenn die eigenen Vorurteile bestätigt werden. Erlangen hat (hatte?) gleich zwei Gleichstellungsbeauftragte, die genau so aussehen, wie man sich Gleichstellungsbeauftragte vorstellt, wenn sie bestimmte Lieder anhören.

Das ehemalige Nachrichtenmagazin schreibt: „Die Stadt Erlangen betonte gegenüber den »Nürnberger Nachrichten« [natürlich ohne einen Link zur Quelle zu setzen], dass es sich bei den zwölf Songs nicht um eine Verbotsliste handele. »Die Liste ist als Orientierung und Sensibilisierung gedacht. Unser gemeinsames Ziel mit Wirtinnen, Wirten und Schaustellerbetrieben ist ein friedliches und respektvolles Fest für alle«, heißt es. Einfacher gesagt: Die Gleichstellungsstelle macht das, was eine Gleichstellungsstelle halt so macht.“

„Im vergangenen Jahr hatte es Berichte über sexuelle Belästigung auf dem Volksfest gegeben, womöglich angeheizt durch frauenfeindliche Songtexte“. Womöglich. Womöglich werden islamische Messerstecher auch durch einschlägige Computerspiele angeheizt. Womöglich fällt irgendwo ein Baum um, daher sollten Spaziergänger in Baumnähe immer einen Helm tragen.

Meine Verschwörungstheorie ist: Die Erlanger AfD hat den Gleichstellungsbeauftragten vorher ein paar Geldscheine zugesteckt mit der Bitte, doch mal eine Liste von Musikstücken zusammenzustellen, die Gleichstellungsbeauftragten auf keinen Fall gefallen würde und diese natürlich an die Presse weiterzugeben, wegen „Transparenz, Vielfalt und Öffentlichkeit“ und so.

„2024 hat man sich mit Festwirten und Musikern zudem darauf geeinigt, das inzwischen häufig von Rechten gekaperte Lied L’Amour Toujours nicht mehr zu spielen.“

Deswegen sollte die deutsche Nationalhymne auch nie mehr gespielt werden. Am besten sogar verbieten.

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Kommentare

5 Kommentare zu “Von irgendwem Gekapertes”

  1. Keinkölner am Mai 23rd, 2026 1:26 p.m.

    Genau, in der Nationalhymne heißt es doch „Deutschland über alles“. Na, wenn das nicht Nazi ist.
    Und so Verbotslisten für Lieder gab es doch schon in der DDR.
    In unserer Demokratie sind das natürlich nur Empfehlungen…

  2. blu_frisbee am Mai 23rd, 2026 1:45 p.m.

    Die Reinstform von Kapitalismus ist Mafia.
    Staat hat Drogen verboten, ua weils Profit schadet.
    Mit Alk spezieller, früher wurde mehr gesoffen.
    Generell Freiheit für Drogen (sagt die Mafia).

    Bürgerliche buchstabieren die Welt moralisch.
    Das Böse steckt aber im Menschen selba.
    Ma müßt aufklären aber Anstrengung des Begriffs.

    Alle Deutschen wußten den Holocaust.
    Jetzt sagen sie sie hättens nicht gewußt.
    https://www.youtube.com/watch?v=uXJ0Qd-0nC8

    Die Unehrlichkeit stinkt.

  3. Godwin am Mai 23rd, 2026 1:56 p.m.
  4. Die Anmerkung am Mai 23rd, 2026 2:06 p.m.

    Der Bundestag möge alsbald beschließen, das Schlandlied durch Buckelwallaute zu ersetzen.

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/die-timmyfizierung-deutschlands-stirb-langsam-in-zwei-akten/

  5. blu_frisbee am Mai 23rd, 2026 3:52 p.m.

    Macht die Musik den Nazi oder umgekehrt?
    Darf man von Erscheinung auf das Wesen schließen?

    Wissenschaft erklärt Erscheinung durch Wesen.
    Cargo Cult glaubt Erscheinung zaubert Wesen herbei.

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