Miszellen zu Judäa und Samaria und noch mehr

israel

Ich darf das geschätzte Publikum höflich darauf hinweisen, dass es die folgenden Informationen weder in irgendeinem deutschsprachigem Medium noch auf anderen Blogs finden würde bzw. wird. Ich habe die Karte von der KI umarbeiten und teilweise übersetzen lassen und die Interpretation gestrafft, sprachlich verbessert und politisch „neutralisiert“.

Die Grafik ist eine politische Landnutzungs- und Kontrollkarte des Westjordanlands („Judäa und Samaria“) aus dem Umfeld des israelischen „Farmenverbands“ (איגוד החוות, Igud HaHavot). Sie kombiniert die Oslo-Einteilung in A/B/C mit einer Darstellung, welche offenen Flächen von israelischen Siedlungen bzw. landwirtschaftlichen Farm-Außenposten kontrolliert oder gesichert werden. Die Karte ist keine „amtliche“ Verwaltungskarte.

Oben links steht „מערך החוות תשפ״ו“ – „Das Farmen-System 5786“, also für das jüdische Jahr 5786 (2025/26). Das Logo daneben lautet „איגוד החוות“ – „Verband der Farmen“. Das passt zu aktuellen israelischen Berichten, in denen diese Farmen ausdrücklich als Instrument beschrieben werden, um mit sehr wenigen Bewohnern große offene Flächen zu kontrollieren.

Die deutsche Legende unten rechts ist entscheidend:

Rot – Gebiet A: Nach Oslo II unter palästinensischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung.
Rosa – Gebiet B: palästinensische Zivilverwaltung, Israel behält wesentliche Sicherheitszuständigkeiten.
Weiß – Gebiet C: unter israelischer Zivil- und Sicherheitskontrolle nach dem Oslo-System.
rosa gepunktet – „Vereinbartes Naturreservat“.
H1: offenbar die besondere Teilung Hebrons gemäß Hebron-Protokoll; H1 steht unter palästinensischer Verwaltung.
Gelbe Symbole – Farmen.
Blau – „Kontrolle durch Siedlungen“.
Grün – „Kontrolle durch Farmen 2026“.

ChatGPT interpretiert das vorsichtig so: „Gerade Grün darf man nicht als Eigentum oder formelles israelisches Staatsgebiet lesen. Gemeint ist vielmehr ein beanspruchter bzw. faktischer räumlicher Einfluss der Farmen, typischerweise durch Viehhaltung, Weideflächen, Zufahrtswege und Präsenz. Genau diese Funktion beschreiben Befürworter des Farmmodells: Eine kleine Farm soll eine Präsenz über sehr große Flächen ermöglichen.“

Was die Zahlen links bedeuten

Der Kasten behauptet:

Gebiete A + B: 2,344 Mio. Dunam
Gebiet C: 3,510 Mio. Dunam

Da 1 Dunam = 1.000 m² = 0,1 Hektar, entspricht das ungefähr:

Angabe der Karte Fläche
A + B 2.344 km²
C 3.510 km²
davon von Farmen kontrolliert 1.100 km²
davon von Siedlungen kontrolliert 20 km²

Damit lautet die Botschaft der Karte: Die landwirtschaftlichen Farmen kontrollieren nach Darstellung des Herausgebers etwa 1,1 Millionen Dunam – also rund 31 % des gesamten Gebietes C. Die etablierten Siedlungen werden dagegen mit lediglich 200.000 Dunam bzw. 200 km² angegeben.

Das erklärt auch, warum die grünen Flächen so enorm groß erscheinen, obwohl die einzelnen Farmen winzig sind. Es geht nicht um die bebaute Fläche der Farmgebäude, sondern um den ihnen zugerechneten räumlichen Kontrollbereich.

Die Zahl von 1,1 Millionen Dunam ist tatsächlich aktuell: Channel 14 berichtete am 12. September 2026 unter der Überschrift sinngemäß „Pionierprojekt: 1,1 Millionen Dunam werden von den landwirtschaftlichen Farmen bewahrt“.

Was die Karte politisch zeigen will

Auf den ersten Blick sieht man die bekannten roten und rosa palästinensischen Gebiete. Die grüne Ebene wird aber darübergelegt und vermittelt eine zweite Geographie: Nicht nur die eigentlichen israelischen Siedlungen sollen für die territoriale Kontrolle entscheidend sein, sondern vor allem die verstreuten Farmen.

Besonders auffällig ist das Jordantal im Osten: Dort bildet Grün über weite Strecken nahezu zusammenhängende Zonen. Auch zwischen Jerusalem/Ramallah und dem Jordantal sowie im Bergland südlich von Hebron erscheinen große grüne Korridore.

Die Karte visualisiert eine Strategie: Mit kleinen israelischen Farm-Außenposten und Viehhaltung soll eine wesentlich größere Fläche räumlich kontrolliert werden, als durch die bebauten Siedlungen selbst möglich wäre. Ein aktueller Beitrag aus Israel beschreibt das ausdrücklich als „אחיזת שטח“ – ungefähr „territoriale Inbesitznahme/Beherrschung des Raumes“ – und als Mittel zum Schutz bzw. zur Kontrolle offener Flächen.

Das ist keine bloße Interpretation von Gegnern dieser Politik. Auch israelische Befürworter beschreiben die Farmen inzwischen als strategisches Instrument. Israel Hayom schrieb im Mai 2026, die Farmen würden zunehmend von Regierung und Sicherheitskreisen als strategisches Mittel im „Kampf um den Boden und zur Schaffung israelischer Kontrolle im Gebiet“ betrachtet.

Die Grafik demonstriert, dass die israelischen Farmen mit sehr wenigen realen Siedlungsflächen inzwischen einen erheblichen Teil des offenen Landes in Gebiet C faktisch unter israelische Kontrolle bzw. Nutzung gebracht hätten.

And now for something completely different. Die Jerusalem Post schreibt (von mir übersetzt): „Fünf Umfragen, die nach Schließung der Kandidatenlisten für die Knesset veröffentlicht wurden, zeigen ein stark fragmentiertes politisches Bild ohne klaren Vorteil für einen der beiden großen Blöcke.

In vier der fünf Umfragen ging Gadi Eisenkots Partei Jaschar als stärkste Kraft hervor, während eine Umfrage von i24NEWS den Likud von Premierminister Benjamin Netanjahu mit deutlichem Vorsprung an die Spitze sah. Die Partei „Volk Israel“ des ehemaligen israelischen Brigadegenerals Ofer Winter überschritt in allen fünf Umfragen die Wahlhürde, während die Wirtschaftspartei von Yoaz Hendel und Yaron Zelekha diese nur in der Umfrage von Kan News erreichte.

Zwei Umfragen ergaben ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den großen Blöcken, während die übrigen – mit Ausnahme der i24NEWS-Umfrage, die eine deutliche Stärkung von Netanjahus Block zeigte – dem Oppositionsblock einen Vorteil einräumten.“

Man sollte Netanyahu nicht abschreiben. Die Wahlen in Israel sind am 27. Oktober 2026.

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