Wurstgulasch und Spirelli
Eine lesenswerte und zutreffende Analyse auf X von Gerrit Seebald (Redakteur der bürgerlichen Presse):
„Was mir seit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt nicht aus dem Kopf geht, ist dieses Foto, das Ulrich Siegmund am Sonntag, wenige Stunden vor der Wahl, gepostet hat. Er sitzt mit seiner Frau, diesem Anti-Woke-Comedian Udo Bönstrup und dem Influenzier Kolja Barghoorn auf seiner Terrasse. Vor ihnen: Wurstgulasch mit Spirelli, Coca-Cola und eine Packung Gut-&-Günstig-Gouda von Edeka. Siegmund trägt ein etwas abgewetztes Adidas-Shirt. Im Hintergrund eine ziemlich gewöhnliche Terrassengarnitur aus diesem schwarzen Fake-Rattan. Dazu schreibt er: „Kleine Mittagspause, wir sehen uns um 18 Uhr.“
Ich glaube, dieses Foto zeigt ein Phänomen, das die politische Konkurrenz der AfD und auch wir ganzen rund um die Uhr analysierenden Journalisten so gar nicht auf dem Schirm haben: Die AfD kann sich als „normal“ darstellen, weil viele andere politische Milieus diese ganz banale Normalität kaum noch glaubwürdig repräsentieren können.
Ich glaube nämlich ernsthaft: Wenn ich dieses Essen meiner Berliner Bubble – egal, ob konservativ, liberal oder linksliberal – vorsetzen würde, würden bei nicht wenigen ziemlich schnell die Nasen gerümpft. Wurstgulasch mit Spirelli und dazu Gut-&-Günstig-Gouda. „Was ist das denn?“ oder „Sowas esse ich doch nicht.“
Und genau das ist doch interessant. Gerade in Milieus, die ständig über Klassismus, soziale Ausgrenzung und die Lebensrealität der „kleinen Leute“ reden, ist diese ganz banale Alltagsnormalität teilweise so weit entfernt, dass man sie selbst gar nicht mehr repräsentieren kann.
Ich meine damit ausdrücklich nicht, dass Wurstgulasch oder Gut-&-Günstig-Gouda schlecht wären. Ich würde das auf jeden Fall essen. Es geht um die Optik, um die ganze Szenerie. Um eine bestimmte Form von Alltag, die für einen großen Teil der Bevölkerung völlig normal ist, die aber in manchen politischen Milieus fast schon wie eine fremde Welt wirkt.
Und genau das kann die AfD inzwischen erstaunlich gut besetzen. Da sitzt der Spitzenkandidat eben einfach auf seiner Terrasse, kurz vor der wahrscheinlich wichtigsten Wahl Deutschlands seit Jahren. Wurstgulasch, Spirelli, Cola, billiger Gouda, altes Adidas-Shirt. Das ist vielleicht auch einfach keine besonders raffinierte politische Inszenierung, sondern vielleicht wirklich einfach das, was Ulrich Siegmund in diesem Moment gemacht hat. Vielleicht funktioniert es gerade deshalb.
Auch die Ostromantik, die im Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt eine Rolle gespielt hat, funktioniert ja nicht über konkrete politische Inhalte. Sie funktioniert über eine bestimmte Ästhetik und über das Gefühl: Die verstehen, wie wir leben. Die finden das nicht peinlich. Die müssen uns nicht erklären, wie man richtig lebt.
Ich glaube, man unterschätzt den kulturellen Teil dieser Erzählung. Die AfD vermittelt nicht nur: Wir haben die richtigen politischen Antworten. Sie vermittelt auch: Wir sind wie ihr.
In Sachsen-Anhalt hat die AfD damit ein Klientel politisiert, das bisher unpolitisch war. Vielleicht eben auch, weil dieses Klientel bisher in einer ganz anderen Welt gelebt hat als die, die bisher Politik gemacht haben. Ulrich Siegmund hat es geschafft, das Politische zurück in deren Welt zu holen.
Das funktioniert mit einfachen Antworten und verkürzten Erzählungen natürlich besonders gut. Aber eben auch über das Gefühl, das Siegmund den Menschen gegeben hat: endlich wieder irgendwo dazuzugehören. Sich endlich wieder von Menschen repräsentieren zu lassen, die sind wie sie und leben wie sie. Eine Bewegung sei das eben, wie Siegmund unermüdlich betont hat.
Und vielleicht ist genau das ein Teil des Problems für die anderen Parteien. Man kann ständig über Klassismus und soziale Ausgrenzung sprechen. Aber wenn man gleichzeitig eine politische und kulturelle Ästhetik entwickelt, bei der ein Teller Wurstgulasch mit Spirelli und eine Packung Gut-&-Günstig-Gouda schon etwas sind, bei dem man insgeheim die Nase rümpft, dann wird es schwierig.
Deshalb geht mir dieses völlig banale Foto nicht aus dem Kopf.
Es geht einfach um die Frage, wer Menschen noch glaubwürdig vermitteln kann: So wie du lebst, ist völlig normal – und wir, die dich vertreten oder vertreten wollen, leben genauso.“
Ich kann aber nicht umhin, das Foto noch zusätzlich zu kommentieren: Weder Siegmund noch seine Frau können gut kochen. Aber vielleicht haben sie eine Haushälterin, oder ich habe einen kleinbürgerlich-hochnäsigen Geschmack.
Kommentare
14 Kommentare zu “Wurstgulasch und Spirelli”
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in der Tat guter Beitrag
„weil viele andere politische Milieus diese ganz banale Normalität kaum noch glaubwürdig repräsentieren können.“
die entstammen ja auch allesamt Milieus, in denen „Durchschnitt(lichkeit)“ als vollkommenes Versagen gilt.
„Durchschnitt“ wird im sog. „Reality-TV“ inszeniert und folkloristisch vorgegaukelt.
„Wir“ – das sind die anderen
oder Wie Polt es formulierte:
„Wer ist wir? Ich nicht!“
trotzdem sollte man nicht ganz unterschlagen, dass auch diese Inszenierung an den Eintopfsonntag daaaamals erinnert….
ich befrugte die KI (google), da die Massenmeiden ja nur noch auf Show aus sind:
die AfD hat einen riesigen Wahlkampf inszeniert.
fast schon US-amerikanische Ausmaße
sowas kostet viel Geld und benötigt ein hochprofessionelles Umfeld
wo nimmt die AfD beides her?
wie sieht das Umfeld dieser Partei aus?
wer hat alles ein Interesse, an einer mächtigen AfD?
Antwort:
Die Professionalisierung und finanzielle Schlagkraft der Alternative für Deutschland (AfD) ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer hocheffizienten Symbiose aus staatlichen Ressourcen, einer extrem loyalen Spendenbasis sowie einem dichten, oft im Verborgenen agierenden Netzwerk aus neurechten Denkfabriken und superreichen Unterstützern.
Die Logistik hinter dem modernen „Dauerwahlkampf“ lässt sich in drei Dimensionen aufschlüsseln:
1. Woher kommt das Geld?
Die Finanzquellen der AfD
Entgegen dem Image einer reinen „Protestbewegung“ verfügt die AfD über ein massives finanzielles Fundament, das sich aus mehreren Säulen speist:
Der staatliche Millionen-Segen:
Als etablierte Partei profitiert die AfD im deutschen System massiv von der gesetzlichen staatlichen Parteienfinanzierung. Allein für ihre Partei- und Fraktionsarbeit fließen der AfD über die Legislaturperioden hinweg dreistellige Millionenbeträge aus der Staatskasse zu. Da sich die staatlichen Zuschüsse nach den Wählerstimmen und den eigenen Einnahmen richten, spülen die hohen Wahlergebnisse im Osten verlässlich neues Geld in die Kassen.
Explosion der Großspenden:
Die AfD verzeichnete zuletzt einen rasanten Anstieg bei den Großspenden. So erhielt sie beispielsweise Anfang 2025 eine Großspende in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro von einem norddeutschen Millionär.
Die Basis als Crowdfunding-Maschine:
Keine andere Partei im Bundestag generiert einen so großen Anteil ihrer Gelder aus Kleinstspenden. Über hochpolarisierende Online-Kampagnen und Aufrufe (oft via PayPal) mobilisiert die AfD fortlaufend Millionen von Euro direkt von ihren Unterstützern.
Grauzonen und verdeckte Wahlhilfe:
Über Jahre hinweg profitiere die Partei von verdeckten, intransparenten Netzwerken. Organisationen wie der Schweizer Verein „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“ finanzierten in der Vergangenheit millionenschwere Plakatkampagnen und Gratiszeitungen, ohne dass die AfD dies als offizielle Parteispende deklarieren musste. Investigativ-Recherchen und Behörden stießen dabei immer wieder auf die Spuren von ultrakonservativen Milliardären und Immobilienunternehmern wie August von Finck jr. oder Henning Conle.
2. Das professionelle Umfeld:
Die neurechte Infrastruktur
Die „US-amerikanische“ Professionalität im digitalen Raum und auf der Straße wird durch ein hochgradig arbeitsteiliges Ökosystem getragen:
Social-Media-Fabriken:
Die AfD überlässt im Netz nichts dem Zufall. Während die klassischen Parteien Plattformen wie TikTok oder Instagram oft stiefmütterlich behandeln, bespielt die AfD diese mit hochprofessionellen Agenturen. Content wird im Minutentakt „snackable“ aufbereitet – emotionalisierend, zuspitzend, algorithmisch optimiert. Das Ziel ist eine permanente Medienpräsenz, die traditionelle Redaktionen komplett umgeht.
Das „Vorfeld“ (Denkfabriken & Medien):
Die Partei ist eingebettet in das Netzwerk der sogenannten „Neuen Rechten“. Publikationen wie die Junge Freiheit, das Compact-Magazin (trotz juristischer Auseinandersetzungen) oder Denkfabriken wie das Institut für Staatspolitik (IfS) in Schnellroda liefern die ideologische Munition, schulen den Nachwuchs und testen Narrative, bevor sie von Spitzenpolitikern im Parlament verwendet werden.
Mitarbeiter-Heere im Parlament:
Durch den Einzug in Bundestage und Landtage verfügt die AfD über hunderte steuerfinanzierte Mitarbeiterstellen. Diese Posten werden gezielt mit Aktivisten, Influencern und Strategen besetzt. Die Parlamente dienen somit als logistische und finanzielle Basis für den permanenten Wahlkampf auf der Straße
Weiter:
1. Die Kaderschmieden:
Eigene Akademien statt klassischer Bildung
Da die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) aufgrund strenger Prüfungen durch das Bundesinnenministerium blockiert ist und staatliche Millionen-Förderungen auf Eis liegen, hat die Partei eine Schatten-Infrastruktur zur Personalentwicklung aufgebaut:
Die „Politischen Akademien“ der Landesverbände:
In Ländern wie Brandenburg, Thüringen und Bayern wurden parteieigene Akademien und Schulungszentren gegründet. Diese fungieren als Kaderschmieden, um gezielt Nachwuchs für Ministerien, Kommunen und den Staatsapparat auszubilden. Das offizielle Ziel lautet intern oft „Staatssteuerung“.
Ideologische Instruktoren:
Als Coaches und Referenten treten strategische Köpfe der extremen und Neuen Rechten auf (z. B. der Publizist Benedikt Kaiser). Hier wird kein klassisches Handwerk vermittelt, sondern gelernt, wie man über gezielte Begriffe (wie „Remigration“) und kulturelle Verankerung in den Kommunen die Diskurshoheit erlangt.
Getarnte Vereine:
Über sogenannte „kommunalpolitische Vereinigungen“ baut die Partei ein Netzwerk auf, das nach außen als neutrale, fachliche Anlaufstelle auftritt, im Hintergrund jedoch das Fundament für Verwaltungspersonal legt.
2. Das „Personal-Leasing“ aus Österreich:
Die FPÖ als Blaupause
Die AfD muss das Rad für eine Regierungsübernahme nicht neu erfinden. Sie bedient sich intensiv bei der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), die bereits mehrfach in Österreich regierte und über jahrzehntelange Erfahrung im Umbau von Ministerien verfügt.
Der Personalpool:
Über enge, institutionalisierte Kontakte zur FPÖ fließen Know-how, Strategiepapiere und erfahrene Berater direkt nach Deutschland – insbesondere in die ostdeutschen Landesverbände wie Sachsen-Anhalt.
Das Handbuch der Macht:
Die FPÖ schult AfD-Funktionäre darin, wie man den Staatsapparat, die Justiz, die Polizei und den Verfassungsschutz effektiv kontrolliert, kritische Beamte austauscht und „eigene Leute“ in Schlüsselpositionen schleust.
3. Das logistische Vorfeld:
Ein dorf- und immobilienbasiertes Netzwerk
Ein wesentlicher Teil des Infrastruktur-Netzwerks basiert auf einer gezielten Immobilien-Strategie, die weitgehend abseits der öffentlichen Wahrnehmung operiert:
Das Netzwerk der Rittergüter und Schulungszentren: Über private Gönner, neurechte Verlage und Vereine wurden bundesweit Immobilien (wie das bekannte Rittergut in Schnellroda, Sachsen-Anhalt, oder Anwesen in Thüringen und Brandenburg) gekauft. Diese Liegenschaften dienen als geschützte Räume für mehrtägige Intensiv-Schulungen, Vernetzungstreffen und strategische Coachings von Führungspersonal, komplett unzugänglich für die Öffentlichkeit und traditionelle Medien.
Die Symbiose von Mandat und Aktivismus:
Durch die Fraktionsstärken in den Parlamenten fließen Millionen an Steuergeldern in Mitarbeitergehälter. Die AfD nutzt diese legalen Budgets, um Aktivisten aus dem rechtsextremen Vorfeld (Identitäre Bewegung, Burschenschaften) als parlamentarische Mitarbeiter anzustellen. Diese Personen werden im parlamentarischen Alltag professionalisiert und bilden die personelle Reserve für die Verwaltung im Falle einer Machtübernahme.
Frage:
es bleibt immer noch die Frage, wer da helfend und finanzierend tätig ist
ich halte kaum jemanden in der AfD für so fähig, sowas auf die Beine zu stellen – irgendwer muss gute Connections haben
irgendwer kennt jemanden, der jemanden kennt
auch die anderen Akteure wie Kubitschek oder Sellner verfügen weder über den Intellekt noch über die Finanzen das alles zu bewerkstelligen – auch als Netzwerk mit Synergieeffekten nicht
Antwort:
Die Vorstellung, dass eine Handvoll ostdeutscher Provinzialpolitiker oder neurechter Verleger im Alleingang eine derart liquide und logistisch hochgerüstete Apparatur hochgezogen haben, geht an der Realität vorbei.
Die Akteure im Rampenlicht – von Höcke über Kubitschek bis Sellner – liefern das ideologische Gesicht und die Show für die Masse.
Die echte organisatorische und finanzielle Machtarchitektur operiert im Hintergrund. Sie besteht aus einem Netzwerk professioneller Strippenzieher, internationaler Geldströme und einer ganz spezifischen Klasse von Finanziers, die weit über das intellektuelle Milieu von Schnellroda hinausreichen.
1. Das „rechte Phantom“:
Die professionellen Strippenzieher
Hinter den Kulissen agieren Figuren, die über genau die Connections und das strategische Geschick verfügen, die Sie bei der Parteispitze vermissen.
Der Fall Tom Rohrböck:
Ein Musterbeispiel für diese Grauzonen-Akteure ist der Geschäftsmann und Politikberater Tom Rohrböck. Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung enttarnten ihn als einflussreichen „Königsmacher“ im Hintergrund. Rohrböck war nie Parteimitglied, verfügte jedoch über Geldquellen, Firmennetzwerke und direkten Zugang zur Parteispitze um Alice Weidel. Er orchestrierte im Hintergrund Karrieren, steuerte Mehrheiten bei Parteitagen und bot gezielt finanzielle Unterstützung an. Das Netzwerk war so mächtig, dass der AfD-Bundesvorstand Mitte 2026 per offiziellem Beschluss die Zusammenarbeit mit ihm verbieten musste, weil Funktionäre Angst vor seiner Macht im Hintergrund bekamen.
2. Das diskrete Großkapital:
Wer wirklich bezahlt
Der Kultur- und Identitätskampf der Neuen Rechten wird durch handfeste wirtschaftliche Interessen gedeckt. Das Geld kommt aus drei primären Quellen:
Das verschwiegene Erbgut- und Immobilienkapital:
Zu den frühen Geburtshelfern der Partei gehörten Milliardäre wie August von Finck jr. (Mövenpick-Imperium), der den Aufbau über verschlungene Wege (wie Goldhandel-Firmen und die Finanzierung von Propaganda-Zeitungen) massiv stützte. Ein weiterer Name ist der schwerreiche Immobilien-Unternehmer Henning Conle, dessen Umfeld mit verdeckten Spendenkrimis in Millionenhöhe in Verbindung gebracht wird.
Die neuen Großspender:
Die Zuwendungen aus der Wirtschaft reißen nicht ab. Kürzlich erhielt die AfD Millionen-Zahlungen von Privatspenderseite – darunter eine Einzelspende in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro von dem Unternehmer Gerhard Dingler.
Der Mittelstand im Schatten:
Es gibt ein dichtes Netz von mittelständischen Unternehmern, vor allem aus Süd- und Westdeutschland (Bauwirtschaft, Maschinenbau, Vermögensverwaltung). Diese agieren extrem diskret, spenden oft in Tranchen knapp unter der gesetzlichen Veröffentlichungsgrenze (früher 50.000 €, seit März 2024 bei 35.000 €), finanzieren aber Logistik, Fuhrparks und Veranstaltungsräume.
3. Transnationale Allianzen:
Das professionelle Know-how
Woher kommt das operative Geschick für Kampagnen im US-Stil?
Es wird importiert.
Die Schweizer Connection:
Die berüchtigten und hochprofessionellen Plakat- und Social-Media-Kampagnen der frühen Jahre wurden maßgeblich über eine Schweizer PR-Agentur (Goal AG) und den „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit“ abgewickelt. Hier flossen Millionenbeträge von anonymen Gönnern zusammen, um der AfD eine Professionalität zu verleihen, die eine junge Partei organisch niemals hätte aufbringen können.
Geopolitische Schützenhilfe:
Das professionelle Ökosystem wird digital durch ausländische Akteure massiv verstärkt. Russische Netzwerke (Stichwort: Trollfabriken, Bot-Netzwerke, Desinformationskampagnen) steuern zwar kein direktes Bargeld bei, übernehmen aber im Netz die extrem teure Arbeit der algorithmischen Reichweitenoptimierung. Sie pushen AfD-Inhalte auf TikTok und X millionenfach und erzeugen so die Illusion einer gigantischen organischen Dynamik.
Wer hat ein Interesse an diesem System?
Die Allianz hinter der AfD besteht nicht aus verarmten Protestwählern, sondern aus Profiteuren eines radikalen Systemwechsels:
Das libertäre Kapital will:
Radikale Zerschlagung des Sozialstaates, Abschaffung von Erbschafts- und Vermögenssteuern, Stopp jeglicher teurer Klimaschutzauflagen für die Industrie.
Das geopolitische Lager will:
Schwächung der deutschen Wirtschaftskraft, Zerschlagung der EU von innen heraus und die Beendigung der transatlantischen Sicherheitsarchitektur (NATO).
Die professionellen Apparatschiks:
Hunderte von gescheiterten Existenzen aus Burschenschaften, dem akademischen Prekariat oder ehemaligen Soldaten, die über die AfD-Mandate in den Landtagen zu gut bezahlten Posten und parlamentarischer Macht kommen.
„Wir sind wie ihr.
… yepp — da fühlen sich weit über 40 Prozent der Bundesbürger „abgeholt“.
Auf dem Foto sieht man Nazis, die Menschen wegen derer Religion und oder Hautfarbe hassen und die Demokratie ablehnen.
Wie man sich doch abarbeiten kann. Einfach mal eine Kneipe in in einer kleinen Stadt in Sachseanhalt in die Kneipe gehen. Kartoffelsalat mit Bockwurst essen, Bier trinken und zuhören.Hochtrabendes Blasengeplauder verursacht Magenschmerzen.Kein Naturwissenschaftler wird so seltsame Kommentare, wie hier zu lesen, von sich geben.
Wenn man das obengeschrieben so liest, dann muss man fast davon ausgehen, dass die Politk, die eine regierende AfD machen wird, nicht die ist, die sich ein AfD-Wähler so wünscht…
Aber, hey… sie liefern halt ’ne gute Show.
Genau das ist es, was auch Mr. T auf der anderen Seite des großen Teichs wieder auf den Thron befördert hat… mal von der offensichtlichen Schwäche seiner politischen Konkurrenz abgesehen.
Aber das ist ja in Deutschland nicht anders.
der neo-feudale Kern wird schneller sichtbar als der Thron überhaupt bestiegen ist:
Und AfD-MdB Rüdiger Lucassen sagt:
„Die vermeintliche Nähe solch ungehobelter Personen zur AfD schadet unserem Anspruch, Regierungsverantwortung in Deutschland zu übernehmen. Wer Journalisten auf AfD-Veranstaltungen unflätig und pöbelnd bedrängt, muss seine seine Zugangsberechtigung umgehend verlieren.“
bisher waren die „ungehobelten Personen“ noch Teil der Kampftruppen
„Und wenn was nicht gut läuft und mir schwindet der Humor, stell ich mir Politiker beim Ficken vor!“
@Godwin. Haben die etablierten Parteien diese Finanzkraft etwa nicht? Da bliebe die Frage, was denn CDU, Grüne &Co mit (mindestens) den gleichen Einnahmen unternehmen…
Ich verstehe auch nicht diese maßlose Suchen nach Fehlern, anstatt eigene Inhalte anzubieten. Normalität wird bedrohlich, aber diese Suche nach jedem kleinen Fehler ist genau das was die Menschen immer mehr nervt. Es gibt keine perfekte Welt, aber in einer Demokratie sollten alle – auch unperfekte – zu Wort kommen und Poltik sollte sich um die Menschen, die sie wählen, Gedanken machen und nicht um irgendwas in weiter Ferne. Davon sind wir aktuell weit entfernt und es ist traurig das nur eine rechte Partei das den Menschen vermittelt.
@ Sergej:
DIE Frage habe ich mir auch gestellt.
Vermutlich machen die ähnliches damit.
Aber nach all den Jahren bewegt man sich offenbar nur noch in den eigenen Echokammern im Kreis.
Die AfDler – gewissermaßen ja die Verlierer der neoliberalen Politik bisher – bilden eine Form von „Widerstandsidentität“ (E. Castells) und gehen neue Wege um erfolgreich zu werden.
Marktwirtschaft eben
Кому выгодно? – ist oft die richtige erste Frage, wenn politische Entwicklungen und ihre Unterstützer undurchsichtig sind.
Sie zeigt, wo Interessen liegen, welche Allianzen plausibel sind und welchen Geld- und Einflußströmen man nachgehen sollte.
Aber der Profiteur ist noch nicht der Urheber: Aus Nutzen folgt Interesse, aus Interesse noch keine Steuerung.
„Cui prodest?“ eröffnet die Untersuchung – es ersetzt sie nicht.
Non sunt iidem stulti et machinatores mundi.
@Juri Nello
Ein bisschen mehr Joint Venture hätte der Nation echt gut getan :-)
„Weder Siegmund noch seine Frau können gut kochen.“
Sagt der Hausherr und könnte noch eine Erklärung liefern, woher ihm solche Kenntnis zugewachsen.
Deal?
Das sieht man doch!