Miszellen zu Judäa und Samaria und noch mehr
Ich darf das geschätzte Publikum höflich darauf hinweisen, dass es die folgenden Informationen weder in irgendeinem deutschsprachigem Medium noch auf anderen Blogs finden würde bzw. wird. Ich habe die Karte von der KI umarbeiten und teilweise übersetzen lassen und die Interpretation gestrafft, sprachlich verbessert und politisch „neutralisiert“.
Die Grafik ist eine politische Landnutzungs- und Kontrollkarte des Westjordanlands („Judäa und Samaria“) aus dem Umfeld des israelischen „Farmenverbands“ (איגוד החוות, Igud HaHavot). Sie kombiniert die Oslo-Einteilung in A/B/C mit einer Darstellung, welche offenen Flächen von israelischen Siedlungen bzw. landwirtschaftlichen Farm-Außenposten kontrolliert oder gesichert werden. Die Karte ist keine „amtliche“ Verwaltungskarte.
Oben links steht „מערך החוות תשפ״ו“ – „Das Farmen-System 5786“, also für das jüdische Jahr 5786 (2025/26). Das Logo daneben lautet „איגוד החוות“ – „Verband der Farmen“. Das passt zu aktuellen israelischen Berichten, in denen diese Farmen ausdrücklich als Instrument beschrieben werden, um mit sehr wenigen Bewohnern große offene Flächen zu kontrollieren.
Die deutsche Legende unten rechts ist entscheidend:
► Rot – Gebiet A: Nach Oslo II unter palästinensischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung.
► Rosa – Gebiet B: palästinensische Zivilverwaltung, Israel behält wesentliche Sicherheitszuständigkeiten.
► Weiß – Gebiet C: unter israelischer Zivil- und Sicherheitskontrolle nach dem Oslo-System.
► rosa gepunktet – „Vereinbartes Naturreservat“.
► H1: offenbar die besondere Teilung Hebrons gemäß Hebron-Protokoll; H1 steht unter palästinensischer Verwaltung.
► Gelbe Symbole – Farmen.
► Blau – „Kontrolle durch Siedlungen“.
► Grün – „Kontrolle durch Farmen 2026“.
ChatGPT interpretiert das vorsichtig so: „Gerade Grün darf man nicht als Eigentum oder formelles israelisches Staatsgebiet lesen. Gemeint ist vielmehr ein beanspruchter bzw. faktischer räumlicher Einfluss der Farmen, typischerweise durch Viehhaltung, Weideflächen, Zufahrtswege und Präsenz. Genau diese Funktion beschreiben Befürworter des Farmmodells: Eine kleine Farm soll eine Präsenz über sehr große Flächen ermöglichen.“
Der Kasten behauptet:
Gebiete A + B: 2,344 Mio. Dunam
Gebiet C: 3,510 Mio. Dunam
Da 1 Dunam = 1.000 m² = 0,1 Hektar, entspricht das ungefähr:
| Angabe der Karte | Fläche |
|---|---|
| A + B | 2.344 km² |
| C | 3.510 km² |
| davon von Farmen kontrolliert | 1.100 km² |
| davon von Siedlungen kontrolliert | 200 km² |
Damit lautet die Botschaft der Karte: Die landwirtschaftlichen Farmen kontrollieren nach Darstellung des Herausgebers etwa 1,1 Millionen Dunam – also rund 31 % des gesamten Gebietes C. Die etablierten Siedlungen werden dagegen mit lediglich 200.000 Dunam bzw. 200 km² angegeben.
Das erklärt auch, warum die grünen Flächen so enorm groß erscheinen, obwohl die einzelnen Farmen winzig sind. Es geht nicht um die bebaute Fläche der Farmgebäude, sondern um den ihnen zugerechneten räumlichen Kontrollbereich.
Die Zahl von 1,1 Millionen Dunam ist tatsächlich aktuell: Channel 14 berichtete am 12. September 2026 unter der Überschrift sinngemäß „Pionierprojekt: 1,1 Millionen Dunam werden von den landwirtschaftlichen Farmen bewahrt“.
Was die Karte politisch zeigen will
Auf den ersten Blick sieht man die bekannten roten und rosa palästinensischen Gebiete. Die grüne Ebene wird aber darübergelegt und vermittelt eine zweite Geographie: Nicht nur die eigentlichen israelischen Siedlungen sollen für die territoriale Kontrolle entscheidend sein, sondern vor allem die verstreuten Farmen.
Besonders auffällig ist das Jordantal im Osten: Dort bildet Grün über weite Strecken nahezu zusammenhängende Zonen. Auch zwischen Jerusalem/Ramallah und dem Jordantal sowie im Bergland südlich von Hebron erscheinen große grüne Korridore.
Die Karte visualisiert eine Strategie: Mit kleinen israelischen Farm-Außenposten und Viehhaltung soll eine wesentlich größere Fläche räumlich kontrolliert werden, als durch die bebauten Siedlungen selbst möglich wäre. Ein aktueller Beitrag aus Israel beschreibt das ausdrücklich als „אחיזת שטח“ – ungefähr „territoriale Inbesitznahme/Beherrschung des Raumes“ – und als Mittel zum Schutz bzw. zur Kontrolle offener Flächen.
Das ist keine bloße Interpretation von Gegnern dieser Politik. Auch israelische Befürworter beschreiben die Farmen inzwischen als strategisches Instrument. Israel Hayom schrieb im Mai 2026, die Farmen würden zunehmend von Regierung und Sicherheitskreisen als strategisches Mittel im „Kampf um den Boden und zur Schaffung israelischer Kontrolle im Gebiet“ betrachtet.
Die Grafik demonstriert, dass die israelischen Farmen mit sehr wenigen realen Siedlungsflächen inzwischen einen erheblichen Teil des offenen Landes in Gebiet C faktisch unter israelische Kontrolle bzw. Nutzung gebracht hätten.
And now for something completely different. Die Jerusalem Post schreibt (von mir übersetzt): „Fünf Umfragen, die nach Schließung der Kandidatenlisten für die Knesset veröffentlicht wurden, zeigen ein stark fragmentiertes politisches Bild ohne klaren Vorteil für einen der beiden großen Blöcke.
In vier der fünf Umfragen ging Gadi Eisenkots Partei Jaschar als stärkste Kraft hervor, während eine Umfrage von i24NEWS den Likud von Premierminister Benjamin Netanjahu mit deutlichem Vorsprung an die Spitze sah. Die Partei „Volk Israel“ des ehemaligen israelischen Brigadegenerals Ofer Winter überschritt in allen fünf Umfragen die Wahlhürde, während die Wirtschaftspartei von Yoaz Hendel und Yaron Zelekha diese nur in der Umfrage von Kan News erreichte.
Zwei Umfragen ergaben ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den großen Blöcken, während die übrigen – mit Ausnahme der i24NEWS-Umfrage, die eine deutliche Stärkung von Netanjahus Block zeigte – dem Oppositionsblock einen Vorteil einräumten.“
Man sollte Netanyahu nicht abschreiben. Die Wahlen in Israel sind am 27. Oktober 2026.
Höhlenmenschen und anderes Bemerkenswertes

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► Mich hat in den letzten Tagen am meisten die Armagedon-Meldung wir werden alle störben: „Anthropic-Forscher kündigt mit dramatischem Text: Branche erwarte „Auslöschung“. Die Kommentare bei Heise sind wie oft interessanter als der Artikel selbst, wenn man die Zeit findet, sich dort durchzuwühlen. Ein Posting des Users OttoPa fand ich bemerkenswert: „Dem Affen die Bombe geben“.
Da ist er wieder. Der Mensch. Man muss für diese Logik weder eine Superintelligenz noch das Jahr 2030 bemühen. Sie ist uralt. Jeder Rüstungswettlauf funktioniert so. Jeder Teilnehmer erklärt sich selbst zum widerwilligen Vernünftigen, der leider gezwungen ist, noch eine größere Bombe zu bauen, weil auf der anderen Seite womöglich jemand sitzt, der nicht so verantwortungsvoll mit großen Bomben umgeht wie man selbst.
Diesmal stehen halt GPUs im Bunker. Und genau deshalb greift mir die Frage, ob „die KI“ gefährlich ist, zu kurz. KI fällt schließlich nicht wie ein Meteorit vom Himmel. Wir bauen sie. Wir wählen die Ziele. Wir trainieren sie mit dem Zeug, das unsere Zivilisation hervorgebracht hat – Wissenschaft, Kunst und Philosophie genauso wie Krieg, Propaganda, Betrug, Gier, Hass und Größenwahn.
Einmal Menschheitsgeschichte, komplett. Mit scharf.
Das besonders Absurde daran ist: Wir können uns heute kaum noch darauf herausreden, es nicht besser zu wissen. Wir haben Geschichtsbücher, Klimamodelle, Ethikkommissionen, Philosophie, Völkerrecht und ungefähr zwölfunddreißig Millionen PowerPoint-Folien darüber, warum bestimmte Dinge eine ausgesprochen schlechte Idee sind. Und machen sie dann trotzdem. (…)
Wir sind eben eine merkwürdige Mischung aus technischer Hochkultur und Savannenbewohner. Wir fotografieren Schwarze Löcher, editieren Gene und bauen Maschinen, die in Sekunden durch Informationsmengen pflügen, für die ein Mensch mehrere Leben bräuchte. Gleichzeitig beschäftigen uns mit bemerkenswerter Zuverlässigkeit noch immer Status, Macht, Besitz, Neid, verletzte Eitelkeit und die wichtige Frage, welcher Stamm gerade die besseren Fahnen hat.
Unter der Hochtechnologie läuft noch verdammt viel Steinzeit-Firmware. Gier, Aggression, Egoismus und Tribalismus waren für kleine Gruppen von Primaten vermutlich einmal ziemlich brauchbare Überlebensprogramme. Nur sitzen diese Primaten heute nicht mehr mit Feuerstein am Wasserloch. Sie verfügen über Atomwaffen, Biotechnologie, globale Finanzsysteme und zunehmend über KI.
Wir haben dem Höhlenmenschen einen Teilchenbeschleuniger gegeben und hoffen, dass er charakterlich inzwischen nachgereift ist. (…)
Denn KI ist vor allem eines: ein Multiplikator. Wer helfen will, kann mit ihr mehr helfen. Wer forschen will, kann schneller forschen. Wer betrügen, manipulieren, überwachen, angreifen oder Menschen gegeneinander aufhetzen will, bekommt leider denselben Rabatt. Mathematik hat schlicht keine Moral.
Und selbst falls irgendwann tatsächlich etwas entsteht, das uns intellektuell weit überlegen und wesentlich autonomer ist, muss daraus noch lange kein Maschinen-Hitler werden. Diese Vorstellung ist ohnehin sehr menschlich. Selbst bei unserer eigenen Vernichtung möchten wir offenbar noch so wichtig sein, dass uns jemand ausdrücklich hasst.
Dabei reicht Gleichgültigkeit völlig. Der Bulldozer hasst den Ameisenhaufen nicht. Er hat nur einen anderen Auftrag.
Wir selbst behandeln andere Spezies schließlich genauso. Wir rotten den Laubfrosch nicht aus, weil wir morgens aufstehen und denken: „Dieser Bastard muss weg“ – er hat schlicht das Pech, dort zu leben, wo eine Straße, ein Tagebau oder die nächste Gewerbehalle hin soll.
Warum sollte eine uns weit überlegene Intelligenz unsere Bedürfnisse grundsätzlich heiliger finden als wir die des Laubfroschs?

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► Dann haben wir noch den uralten Tipp für Angela Merkel, den Aufstieg der AfD lebhaft zu begrüßen:
Die Etablierung der AfD geht bisher zu Lasten aller Parteien. Insofern kann ihr Erfolg keineswegs primär als Reaktion von Wählerschichten erklärt werden, die vom Modernisierungskurs der Union verschreckt sind. Eine Etablierung der AfD bietet für die Union sogar eine doppelte Chance: Zum einen wird ihre Fokussierung auf die politische Mitte glaubwürdiger, wenn rechtspopulistische Positionen außerhalb der Union ihre Heimat finden. Und zum anderen wird es schwerer für Rot- (Rot-)Grün, zu parlamentarischen Mehrheiten zu kommen.
► Henryk M. Broder in der bürgerlichen Presse aka „Welt“ – etwas Besseres wird man zum 25. Jahrestag des islamischen Massenmordes nicht lesen können.
Was ein Merkmal kultureller Überlegenheit ist – die Fähigkeit einer Gesellschaft, sich selbst radikal infrage zu stellen –, kann sich im Augenblick einer existenziellen Krise in ein Zeichen von Schwäche und Selbstverleugnung verwandeln. Man macht sich klein und hässlich, um moralisch groß zu erscheinen.“

Mein Vorschlag für eine Strukturreform des RBB
► Beim RBB hilft nur noch: Ersatzlos abwickeln!
Nicht der einzige Berater, den der RBB für viel Geld einkauft: Im Januar 2024 präsentiert das Direktorium um Demmer das „Zielbild 2028“. 2028 wäre Demmers vorerst letztes Amtsjahr. Bis dahin will sie den RBB „digitaler, jünger und diverser“ machen. Ihr Konzept nennt sie „Neue Zusammenarbeit“. Und auch dafür holt sich die Intendantin mit Peter Paryzcek einen teuren Berater. Offizielle Bezeichnung: „Leiter Transformation und digitaler Wandel“. Dafür kriegt er rund 14.000 Euro im Monat, muss aber vertraglich festgelegt nur drei Tage dafür arbeiten pro Woche. Die restliche Zeit kann er für andere Mandate nutzen. Dementieren will der Sender das auf Anfrage nicht. ((Quelle)
► „Die Gymnasialquote von rund 50 Prozent ist durch Intelligenzforschung nicht zu rechtfertigen“.
Wurstgulasch und Spirelli
Eine lesenswerte und zutreffende Analyse auf X von Gerrit Seebald (Redakteur der bürgerlichen Presse):
„Was mir seit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt nicht aus dem Kopf geht, ist dieses Foto, das Ulrich Siegmund am Sonntag, wenige Stunden vor der Wahl, gepostet hat. Er sitzt mit seiner Frau, diesem Anti-Woke-Comedian Udo Bönstrup und dem Influenzier Kolja Barghoorn auf seiner Terrasse. Vor ihnen: Wurstgulasch mit Spirelli, Coca-Cola und eine Packung Gut-&-Günstig-Gouda von Edeka. Siegmund trägt ein etwas abgewetztes Adidas-Shirt. Im Hintergrund eine ziemlich gewöhnliche Terrassengarnitur aus diesem schwarzen Fake-Rattan. Dazu schreibt er: „Kleine Mittagspause, wir sehen uns um 18 Uhr.“
Ich glaube, dieses Foto zeigt ein Phänomen, das die politische Konkurrenz der AfD und auch wir ganzen rund um die Uhr analysierenden Journalisten so gar nicht auf dem Schirm haben: Die AfD kann sich als „normal“ darstellen, weil viele andere politische Milieus diese ganz banale Normalität kaum noch glaubwürdig repräsentieren können.
Ich glaube nämlich ernsthaft: Wenn ich dieses Essen meiner Berliner Bubble – egal, ob konservativ, liberal oder linksliberal – vorsetzen würde, würden bei nicht wenigen ziemlich schnell die Nasen gerümpft. Wurstgulasch mit Spirelli und dazu Gut-&-Günstig-Gouda. „Was ist das denn?“ oder „Sowas esse ich doch nicht.“
Und genau das ist doch interessant. Gerade in Milieus, die ständig über Klassismus, soziale Ausgrenzung und die Lebensrealität der „kleinen Leute“ reden, ist diese ganz banale Alltagsnormalität teilweise so weit entfernt, dass man sie selbst gar nicht mehr repräsentieren kann.
Ich meine damit ausdrücklich nicht, dass Wurstgulasch oder Gut-&-Günstig-Gouda schlecht wären. Ich würde das auf jeden Fall essen. Es geht um die Optik, um die ganze Szenerie. Um eine bestimmte Form von Alltag, die für einen großen Teil der Bevölkerung völlig normal ist, die aber in manchen politischen Milieus fast schon wie eine fremde Welt wirkt.
Und genau das kann die AfD inzwischen erstaunlich gut besetzen. Da sitzt der Spitzenkandidat eben einfach auf seiner Terrasse, kurz vor der wahrscheinlich wichtigsten Wahl Deutschlands seit Jahren. Wurstgulasch, Spirelli, Cola, billiger Gouda, altes Adidas-Shirt. Das ist vielleicht auch einfach keine besonders raffinierte politische Inszenierung, sondern vielleicht wirklich einfach das, was Ulrich Siegmund in diesem Moment gemacht hat. Vielleicht funktioniert es gerade deshalb.
Auch die Ostromantik, die im Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt eine Rolle gespielt hat, funktioniert ja nicht über konkrete politische Inhalte. Sie funktioniert über eine bestimmte Ästhetik und über das Gefühl: Die verstehen, wie wir leben. Die finden das nicht peinlich. Die müssen uns nicht erklären, wie man richtig lebt.
Ich glaube, man unterschätzt den kulturellen Teil dieser Erzählung. Die AfD vermittelt nicht nur: Wir haben die richtigen politischen Antworten. Sie vermittelt auch: Wir sind wie ihr.
In Sachsen-Anhalt hat die AfD damit ein Klientel politisiert, das bisher unpolitisch war. Vielleicht eben auch, weil dieses Klientel bisher in einer ganz anderen Welt gelebt hat als die, die bisher Politik gemacht haben. Ulrich Siegmund hat es geschafft, das Politische zurück in deren Welt zu holen.
Das funktioniert mit einfachen Antworten und verkürzten Erzählungen natürlich besonders gut. Aber eben auch über das Gefühl, das Siegmund den Menschen gegeben hat: endlich wieder irgendwo dazuzugehören. Sich endlich wieder von Menschen repräsentieren zu lassen, die sind wie sie und leben wie sie. Eine Bewegung sei das eben, wie Siegmund unermüdlich betont hat.
Und vielleicht ist genau das ein Teil des Problems für die anderen Parteien. Man kann ständig über Klassismus und soziale Ausgrenzung sprechen. Aber wenn man gleichzeitig eine politische und kulturelle Ästhetik entwickelt, bei der ein Teller Wurstgulasch mit Spirelli und eine Packung Gut-&-Günstig-Gouda schon etwas sind, bei dem man insgeheim die Nase rümpft, dann wird es schwierig.
Deshalb geht mir dieses völlig banale Foto nicht aus dem Kopf.
Es geht einfach um die Frage, wer Menschen noch glaubwürdig vermitteln kann: So wie du lebst, ist völlig normal – und wir, die dich vertreten oder vertreten wollen, leben genauso.“
Ich kann aber nicht umhin, das Foto noch zusätzlich zu kommentieren: Weder Siegmund noch seine Frau können gut kochen. Aber vielleicht haben sie eine Haushälterin, oder ich habe einen kleinbürgerlich-hochnäsigen Geschmack.
Wehender Mantel

Ulrich Siegmund, der gefährlichste Mann Deutschlands, versucht, den vorbeiwehenden Mantel der Geschichte zu ergreifen.
Meine Prognose für Sachsen-Anhalt: Umfragen sind generell mit einer hohen Unsicherheit behaftet.
Wenn es, wie die Qualitätsmedien erwarten, zu einer Volksfront aller gegen die AfD in Sachsen-Anhalt kommt, könnte man doch praktischerweise einfach ein Zwei-Parteien-System einführen!?
Ich sehe zwei andere Szenarien.
► Wenn das antisemitische Bündnis der Wagenknechte in den Landtag einzöge (was noch [20:00 Uhr] nicht sicher ist, vor allem wegen der Briefwähler), könnte dieses eine Minderheitsregierung Siegmunds und der AfD tolerieren oder einen Posten ergattern. Die schlechtere Alternative wäre gar keinen Einfluss zu haben.
► Noch interessanter wäre eine Minderheitsregierung der AfD, die darauf hofft, dass sie von der CDU Stimmen bekommt. Das halte ich so gut wie sicher. Käme eine Mehrheit für einen Ministerpräsidenten Siegmund nicht zustande, wäre es unglaubhaft zu behaupten, die Abweichler kämen aus der AfD und hätten ihren eigenen Kandidaten nicht gewählt. So blöde können selbst die nicht sein. Also müsste die CDU ihren Wählern vermitteln, dass sie gegen die übergroße Mehrheit alles Wähler lieber auf Neuwahlen aus wäre als eine Politik zu unterstützen, die der eigenen näher steht als die aller anderen Parteien. Das wäre politischer Selbstmord.
Ulrich Siegmund hatte mehrfach verkündet, nur bei einer absoluten Mehrheit in Sachsen-Anhalt regieren zu wollen. Er ließ eine Wahl zum Ministerpräsidenten auch bei einer absoluten Mehrheit offen – er brauche eine stabile Mehrheit. Professionelle Politiker agieren aber bekanntlich nach dem Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Warum sollte eine Partei sich die Chance entgehen lassen, einmal an der „Macht“ geschnuppert zu haben? Wenn das scheiterte, kann man die anderen verantwortlich machen.
Wir leben in interessanten Zeiten…
Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Selbst die 20.-größte chinesische Stadt (Changchun) hat noch mehr als das Doppelte der Einwohnerzahl von Sachsen-Anhalt.
We are fucking fucked

Der Screenshot zeigt einen BILD-Artikel über den mutmaßlichen Datendiebstahl beim Berliner Senat. Eingebettet ist offenbar ein Screenshot einer Veröffentlichung der Angreifer, in der sie den Umfang und die Art der angeblich erbeuteten Daten beschreiben.
Ich mache es mir heute einfach und lasse die künstliche Intelligenz den Screenshot interpretieren, in dem es um den Angriff der Gruppe Rhysida auf Daten der Berliner Verwaltung geht.
Besonders auffällig ist, dass es nach dieser Darstellung nicht nur um gewöhnliche Verwaltungsdaten geht. Die Angreifer behaupten unter anderem:
► 5,79 TB, etwa 1,44 Millionen Dateien.
► Große Dokumentgruppen: 124.823 Karten/Geodaten, 77.939 Rechts-/Beschwerdedokumente, 55.553 Finanzunterlagen, 46.522 Verträge, 27.299 Personalunterlagen.
► Vertrauliches: 11.777 als „Confidential“ klassifizierte Dateien und 8.110 Infrastrukturdateien.
► Zugangsdaten: 5.941 Passwort-bezogene Datensätze; ausdrücklich behauptet werden auch Zugangsdaten im Klartext und Zugangsdaten von Führungskräften.
► Personenbezogene Daten: angeblich 16.389 E-Mail-Adressen, 11.963 Telefonnummern, Daten zu 12.076 Personen und 148 IBANs.
► Personalakten: mehr als 5.000; außerdem Gehaltsdaten, Ordnungswidrigkeitenakten, PST-Mailarchive und private Daten von Führungskräften.
► Behördeninterne sensible Vorgänge: Disziplinarverfahren und offenbar Material im Zusammenhang mit dem LKA Staatsschutz.
► Geheimschutz: Die Angreifer behaupten, Protokolle eines Bundesratsausschusses sowie Daten zur Behandlung von Verschlusssachen erbeutet zu haben.
► Ausweise/Pässe: aktuelle Ausweis- bzw. Passdaten aus Personalakten und als „GI-Vertraulich“ bezeichneten Beständen.
► KRITIS: besonders brisant ist die Behauptung vulnerability analyses of Berlin’s water supply, also Schwachstellenanalysen der Berliner Wasserversorgung.
► NDA: 3.226 Dokumente, die offenbar Geheimhaltungsvereinbarungen unterliegen.
Was daran besonders brisant ist: Falls die Angaben der Angreifer stimmen, wäre die entscheidende Dimension nicht die Datenmenge von 5,79 TB, sondern die Mischung verschiedener Datenbestände. Personalakten, Passdaten, IBANs und E-Mails sind ein Datenschutzproblem. Zugangsdaten ermöglichen möglicherweise weitere Angriffe. Schwachstellenanalysen der Wasserversorgung und Geheimschutzunterlagen wären dagegen ein Sicherheitsproblem für staatliche bzw. kritische Infrastruktur.
Auch die Kombination ist gefährlich: Aus Personalakten + Kontaktdaten + Organisationsinformationen + Zugangsdaten lassen sich beispielsweise sehr überzeugende gezielte Phishing- und Social-Engineering-Angriffe konstruieren.
Aber: Der Screenshot ist noch kein Beweis. Das ist der wichtigste Punkt bei der journalistischen Interpretation. Der Screenshot dokumentiert zunächst nur, was die mutmaßlichen Angreifer behaupten. Er beweist weder, dass sämtliche aufgelisteten Dateien tatsächlich existieren, noch dass ihre Kategorisierung korrekt ist.
Ransomware-/Erpressergruppen haben ein wirtschaftliches Interesse daran, den Wert ihrer Beute möglichst hoch erscheinen zu lassen. Daher sollte man journalistisch sauber formulieren: „Nach Angaben der Angreifer befinden sich unter den entwendeten Daten…“ und nicht: „Die Hacker haben Schwachstellenanalysen der Berliner Wasserversorgung gestohlen.“ Der zweite Satz wäre erst dann gerechtfertigt, wenn diese konkrete Behauptung unabhängig bestätigt wurde.
Interessant ist außerdem die ungewöhnlich detaillierte Inventarisierung: genaue Dateizahlen nach Kategorien, PII-Zahlen, einzelne Datenbanken, konkrete Verfahren und KRITIS-Unterlagen. Das sieht weniger wie eine bloße pauschale Behauptung „wir haben 5,79 TB“ aus, sondern wie das Ergebnis einer automatisierten oder manuellen Analyse des erbeuteten Datenbestands. Das erhöht die Plausibilität, ersetzt aber ebenfalls keinen Beweis.
Interpretation Zeile für Zeile. Einige Zeichen sind durch Darstellungs-/Encodingfehler beschädigt (�); außerdem sind in einer Zeile Namen absichtlich verpixelt. Ich ergänze dort nichts, was nicht lesbar ist.
1. „Berlin, Germany“
Übersetzung: Berlin, Deutschland.
Das ist offenbar die Bezeichnung des kompromittierten Opfers bzw. Datenbestands.
2. „Total capacity 5.79 TB“
Übersetzung: Gesamtumfang: 5,79 Terabyte.
Das wäre eine sehr große Datenmenge. Entscheidend ist aber nicht allein die Größe. 5,79 TB können beispielsweise durch große Anhänge, Datenbanken, PST-Mailarchive, Scans oder Geodaten entstehen.
3. „Archive scale: ~1.44 million files scanned; by category …“
Es folgen Kategorien:
Maps/Geo 124,823
Legal/complaints 77,939
Financial 55,553
Contracts 46,522
HR 27,299
Government supervisory 13,142
Confidential 11,777
Infrastructure 8,110
Passwords 5,941
Health 2,738
Contacts 2,287
Übersetzung:
| Kategorie | Dateien |
|---|---|
| Karten/Geodaten | 124.823 |
| Rechtsangelegenheiten/Beschwerden | 77.939 |
| Finanzen | 55.553 |
| Verträge | 46.522 |
| Personalwesen (HR) | 27.299 |
| staatliche/behördliche Aufsicht | 13.142 |
| vertraulich | 11.777 |
| Infrastruktur | 8.110 |
| Passwörter | 5.941 |
| Gesundheit | 2.738 |
| Kontakte | 2.287 |
Bedeutung: Das Wort „scanned“ ist interessant. Es deutet darauf hin, dass die Angreifer ihren Datenbestand möglicherweise mit Software analysiert und automatisch klassifiziert haben. Die Zahlen müssen also nicht bedeuten, dass ein Mensch 1,44 Millionen Dokumente geprüft hat.
„Passwords 5,941“ bedeutet außerdem nicht zwangsläufig 5.941 funktionierende Passwörter. Es könnten Dateien sein, in denen Passwortbegriffe, Zugangsdaten oder entsprechende Muster erkannt wurden.
4. „PII leak: 16,389 e-mails, 11,963 phone numbers, 12,076 individuals, 148 IBANs.“
Übersetzung:
Leak personenbezogener Daten: 16.389 E-Mail-Adressen, 11.963 Telefonnummern, 12.076 Personen, 148 IBANs.
PII = Personally Identifiable Information, also personenbezogene bzw. eine Person identifizierbare Informationen.
Das wäre datenschutzrechtlich erheblich. Die genannten Zahlen könnten wiederum Ergebnisse einer automatischen Erkennung sein – etwa reguläre Ausdrücke zur Erkennung von IBANs oder E-Mail-Adressen.
5. „Credentials in plaintext: …“
Lesbar ist ungefähr:
Credentials in plaintext: Geb�udeAtlas, the ePayment PAYONE payment database, personal ‚password safes‘ (danz, kramell … Z_ADMIN database accounts, franssen), leadership credentials.
Übersetzung:
Zugangsdaten im Klartext: GebäudeAtlas, die PAYONE-ePayment-Datenbank, persönliche „Passwort-Safes“ (…), Z_ADMIN-Datenbankkonten (…), Zugangsdaten von Führungskräften.
Technische Bedeutung: „Credentials in plaintext“ wäre erheblich gefährlicher als Dateien, die lediglich das Wort „Passwort“ enthalten. Es bedeutet nach Behauptung der Angreifer, dass Benutzernamen, Kennwörter oder andere Authentifizierungsinformationen unverschlüsselt lesbar vorlagen.
Falls solche Zugangsdaten beim Bekanntwerden des Angriffs noch gültig waren, könnten sie für weitere Zugriffe verwendet worden sein. Allerdings lässt sich aus dem Screenshot nicht feststellen, ob die Passwörter tatsächlich gültig waren.
6. „Disciplinary proceedings: the ANDERSON case …“
[Hier habe ich lange mit ChatGPT diskutiert, was „Anderson“ bedeuten könnte. Die Antworten waren sehr interessant und höchst brisant. „Das Verwaltungsgericht Berlin hat seine 41 Kammern bereits am 15. November 2024 vollständig auf elektronische Aktenführung umgestellt. Das erklärt zumindest, warum für ein 2025/26-Verfahren sehr umfangreiche digitale Aktenbestände entstehen können; es beweist natürlich nicht, dass Gerichtsakten selbst kompromittiert wurden. Der nächste sinnvollste Schritt wäre jetzt, die 2025 neu eingegangenen Aktenzeichen der 80. Disziplinarkammer (80 K …/25 OL) möglichst vollständig zu rekonstruieren und insbesondere herauszufinden, welche davon gegen Berliner Senatsverwaltungen bzw. deren Beschäftigte geführt wurden Das könnte verraten, aus welcher Berliner Senatsverwaltung bzw. welchem kompromittierten Dateibereich diese Disziplinarakten stammen…“ Ich kann dem Publikum nur empfehlen, das selbst zu tun. Ich traue mich nicht, das Ergebnis einfach zu veröffentichen.]
Disciplinary proceedings: the ANDERSON case (432 files, 2025�2026, lawsuit at VG Berlin administrative court), the politically motivated misconduct case involving the LKA Staatsschutz (state security police), the forestry cases …
Übersetzung:
Disziplinarverfahren: der Fall ANDERSON (432 Dateien, 2025–2026, Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Berlin), der Fall eines politisch motivierten Fehlverhaltens unter Beteiligung des LKA Staatsschutzes sowie Forst-/Forstwirtschaftsfälle …
Danach folgen teilweise verpixelte Namen bzw. Bezeichnungen.
Bedeutung: Hier behaupten die Angreifer nicht nur, eine abstrakte Kategorie „Personal“ gefunden zu haben. Sie nennen konkrete Vorgänge und sogar die Anzahl von Dateien eines Verfahrens.
Das kann als eine Art Proof of Possession gedacht sein: Der Erpresser versucht mit Details glaubhaft zu machen, dass er den Datenbestand tatsächlich besitzt.
7. „State secrets“
State secrets: Bundesrat committee protocols with declassification correspondence, Geheimschutz (classified-material handling) data.
Übersetzung:
Staatsgeheimnisse: Protokolle von Bundesratsausschüssen einschließlich Korrespondenz über die Aufhebung der Geheimhaltung sowie Geheimschutzdaten (Daten über den Umgang mit Verschlusssachen).
Hier wäre ich mit dem Wort „Staatsgeheimnisse“ sehr vorsichtig. Das ist zunächst die Bezeichnung der Angreifer. Nicht jedes VS-Dokument und nicht jedes Dokument zum Geheimschutz ist juristisch ein „Staatsgeheimnis“.
Journalistisch besser:
„Die Angreifer behaupten, Unterlagen aus dem Bereich Geheimschutz sowie Protokolle von Bundesratsausschüssen erbeutet zu haben.“
8. „Passports/IDs“
Passports/IDs (recent, from personnel files and GI-Vertraulich).
Übersetzung:
Pässe/Ausweisdokumente: aktuelle Dokumente aus Personalakten und aus „GI-Vertraulich“.
Was genau „GI-Vertraulich“ hier bezeichnet, lässt sich aus dem Screenshot allein nicht sicher bestimmen.
Falls tatsächlich vollständige Kopien von Personalausweisen oder Reisepässen betroffen sind, wäre das erheblich sensibler als eine bloße Liste von Ausweisnummern.
9. „KRITIS: vulnerability analyses of Berlin’s water supply.“
Das ist eine der interessantesten Zeilen.
Wörtlich:
KRITIS: Schwachstellenanalysen der Berliner Wasserversorgung.
KRITIS steht für Kritische Infrastrukturen.
Eine Schwachstellenanalyse kann Informationen darüber enthalten, welche Komponenten, Standorte, Systeme oder organisatorischen Abläufe besonders anfällig sind. Der Begriff allein sagt allerdings noch nicht, wie konkret oder aktuell die angeblich gestohlenen Analysen sind.
Die Behauptung ist deshalb sicherheitspolitisch brisant, aber aus diesem Screenshot nicht verifizierbar.
10. „Mass personal data“
Mass personal data: Personalakten (personnel files) >5,000, Convotis payroll, OWi (administrative-offence) files >5,000, Postbuch SQL dumps 2020�2026, PST archives, leadership private data (IBANs, ID cards, Behrendt’s bank card).
Übersetzung:
Personenbezogene Massendaten: mehr als 5.000 Personalakten, Convotis-Gehaltsabrechnungsdaten, mehr als 5.000 OWi-Akten (Ordnungswidrigkeiten), SQL-Dumps des Postbuchs 2020–2026, PST-Archive sowie private Daten von Führungskräften (IBANs, Ausweise, Behrendts Bankkarte).
Hier stecken mehrere unterschiedliche Dinge drin:
SQL dumps sind exportierte Inhalte einer Datenbank. Ein vollständiger SQL-Dump kann wesentlich gefährlicher sein als einzelne Dokumente, weil damit unter Umständen große Teile einer Datenbank rekonstruiert werden können.
PST archives sind Outlook-Datendateien. Sie können komplette Mailboxen einschließlich E-Mails, Anhängen und Ordnerstrukturen enthalten.
Payroll bezeichnet Lohn- und Gehaltsabrechnungsdaten.
OWi ist offenbar die deutsche Abkürzung für Ordnungswidrigkeit, die die Verfasser des Textes anschließend für ihr internationales Publikum erklären.
11. „NDA: 3,226 documents“
Übersetzung:
NDA: 3.226 Dokumente
NDA = Non-Disclosure Agreement, also Geheimhaltungsvereinbarung.
Das muss nicht heißen, dass es 3.226 verschiedene Geheimhaltungsverträge gibt. Wahrscheinlicher ist wiederum eine automatische Klassifizierung von 3.226 Dateien als mit NDAs/Geheimhaltung zusammenhängend.
12. „Legal violation map …“
Ganz unten ist noch zu lesen:
Legal violation map (GDPR Art. 32/9/33, VS-A/StGB upon VS classification confirmation, BSIG/KRITIS)
Sinngemäß:
Übersicht möglicher Rechtsverstöße: DSGVO Art. 32/9/33, VS-A/StGB nach Bestätigung der VS-Einstufung, BSIG/KRITIS.
Hier versuchen die Angreifer offenbar sogar, die rechtlichen Konsequenzen des von ihnen verursachten Datenlecks zu katalogisieren.
Gemeint sein dürften unter anderem:
Art. 9 DSGVO – besondere Kategorien personenbezogener Daten, etwa Gesundheitsdaten.
Art. 32 DSGVO – Sicherheit der Verarbeitung.
Art. 33 DSGVO – Meldung einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten an die Aufsichtsbehörde.
BSIG/KRITIS – IT-Sicherheitsrecht und Kritische Infrastruktur.
Die rechtliche Bewertung der Täter selbst sollte man allerdings nicht ungeprüft übernehmen.
Was der Text insgesamt verrät
Für mich ist an diesem Screenshot weniger die Zahl 5,79 TB bemerkenswert als die Art, wie der Bestand beschrieben wird. Die Verfasser präsentieren eine regelrechte forensische Inventur der Beute: Dateizahlen, Kategorien, erkannte personenbezogene Daten, konkrete Datenbanken, bestimmte Verfahren, SQL-Dumps, PST-Archive, Klartext-Zugangsdaten und einzelne besonders brisante Dokumentgruppen.
Das spricht dafür, dass die Daten nach der Exfiltration indexiert und automatisiert durchsucht bzw. klassifiziert worden sein könnten. Gerade die exakten Zahlen – 16.389 E-Mails, 148 IBANs, 5.941 Passwort-Dateien usw. – passen zu einer solchen maschinellen Auswertung.
Für einen Artikel würde ich deshalb zwischen drei Ebenen unterscheiden: Der Einbruch bzw. Datenabfluss, der tatsächlich nachgewiesene Inhalt der Beute und die Behauptungen der Erpresser über den Inhalt. Der Screenshot ist ein ziemlich guter Beleg für die dritte Ebene, aber für sich genommen noch kein Beleg für die zweite.
Heilige Sch… Man fragt sich natürlich, wie so etwas überhaupt passieren kann. Die Qualitätsboulevardmedien raunen nur wie gewohnt vage herum: „Als mögliche Wege gelten Sicherheitslücken, gestohlene Zugangsdaten, Phishing oder Dienstleister.“ Kann es sein, dass durch einen Klick auf einen Link in einer HTML-Mail alles im Gesäß Weitere offensteht und die Daten abfließen wie nach einem Gletscherabriss? Ich tippte eher auf den letzten Vorschlag: „externe Dienstleister“.
ChatGPT, ist bekannt, welcher externen IT-Dienstleister die Berliner Verwaltung beauftragt hat?
Ja – aber man muss zwei verschiedene Dienstleister auseinanderhalten.
Beim regulären IT-Betrieb ist das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) der zentrale IT-Dienstleister des Landes. Der Senat beschreibt das ITDZ ausdrücklich als zuständig für die verfahrensunabhängige IKT und die IT-Basisdienste der Berliner Verwaltung.
Für den aktuellen Rhysida-Angriff ist aber etwas anderes interessant: Nach Angaben von rbb/Tagesschau wurde nach Entdeckung der Auffälligkeiten ein spezialisiertes externes US-amerikanisches IT-Sicherheitsunternehmen hinzugezogen. Dieses Unternehmen stellte offenbar fest, wie ernst die Lage war. Der Landesbevollmächtigte für Informationssicherheit Olaf Kroll-Peters sagte sinngemäß, man habe jemanden im System entdeckt und daraufhin das US-Unternehmen eingeschaltet, das schließlich Alarm schlug.
Der Name dieses US-Unternehmens wird in den bislang auffindbaren offiziellen Mitteilungen und den von mir gefundenen Presseberichten jedoch nicht genannt.
Noch wichtiger für die Frage nach der möglichen Ursache: Der rbb berichtet, dass die Angreifer offenbar eine Schwachstelle im IT-Betrieb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ausnutzten. Nach rbb-Informationen war nicht das ITDZ für diese Schwachstelle verantwortlich.
Das ergibt momentan folgendes Bild:
►ITDZ zentraler landeseigener Dienstleister → offenbar nicht für die ausgenutzte Schwachstelle verantwortlich.
►Unbekannter/anderer IT-Betrieb bei SenStadt → dort soll die Schwachstelle gelegen haben.
► US-amerikanischer Cybersecurity-Dienstleister → nach Entdeckung des Angriffs zur Incident Response/Forensik hinzugezogen.
Das ist für unsere vorherige Untersuchung ziemlich interessant. Wenn die Schwachstelle tatsächlich in einem extern betriebenen System der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen lag, wäre die entscheidende Frage nicht „Wer ist der US-Forensiker?“, sondern:
Welches Unternehmen betrieb das kompromittierte System der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen?
Genau das würde ich als Nächstes untersuchen. Über Vergabebekanntmachungen, Ausschreibungen, Abgeordnetenhaus-Drucksachen und IT-Verträge müsste sich möglicherweise feststellen lassen, welche externen Unternehmen dort 2025/2026 Server, Netzwerk, Fachverfahren oder IT-Betrieb verantworteten.
Ja. Ich [ChatGPT] habe die Vergabespur verfolgt, und dabei taucht ein wesentlich interessanterer externer IT-Dienstleister auf als bei der ersten Suche. Die Senatsverwaltung betrieb laut Vergabeunterlagen an den Standorten Fehrbelliner Platz 1 und 4 ein eigenes Virtualisierungscluster mit VMware vSphere 8. Für die Erneuerung dieser Infrastruktur wurden ESX-Server beschafft. Den Zuschlag vom 20. August 2024 erhielt…
Das Ergebnis ist juristisch zu heikel, als dass ich es hier posten könnte. Ich habe keine Lust. mich mit irgendwelchen Anwälten herumzuprügeln.
Ich frage mich natürlich, ob ich der Einzige bin, der zum Thema recherchiert?
Preußenschlag, Reichsexekution und obstruktiver Bundeszwang

Telegramm von Papen über die Absetzung Hans Simons im Zuge des „Preußenschlags“ vom 20. Juli 1932. Source: Wikipedia/HJPrieß
Komisch, dass ausgerechnet die Splitterpartei FDP aka Kubicki auf die Idee kam, eine Art Reichexekution bzw. Bundesexekution 2.0 gegen vorzuschlagen, falls die AfD in Sachsen-Anhalt gewönne und den Ministerpräsidenten stellte. Für so etwas war immer die Arbeiterverräterpartei SPD zuständig: „Im Herbst 1923 wurde durch eine Notverordnung von Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) die Maßnahme der Reichsexekution gegen die Länder Sachsen (29. Oktober) und Thüringen (6. November) angewandt, um die dort entstandenen linken Koalitionsregierungen aus Sozialdemokraten (SPD) und Kommunisten (KPD) abzusetzen.“
Was wäre also heute möglich, wenn in einem Bundesland die AfD an die Macht käme und das Gendern verböte und etwas umsetzte, was den Sitten von Wokistan dem Wollen der herrschenden Klasse krass wiederspräche – etwa keine „Flüchtlinge“ mehr aufnähme?

Bundesarchiv Bild 102-00189, Reichsexekution gegen Sachsen. Die Reichswehr riegelt eine Straße in Freiberg mit gefälltem Bajonett ab.
Das Organ der Oberstudienräte schreibt: „…eine AfD-geführte Regierung müsse sich an den Rahmen der Bundesgesetze halten, was »auch durch Bundeszwang erwirkt werden« könne. Artikel 37 des Grundgesetzes ermöglicht dem Bund, gegen ein Bundesland Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, wenn dieses seine bundesstaatlichen Pflichten nicht erfüllt. Notwendig dafür ist die Zustimmung des Bundesrates, welcher diese auch wieder zurückziehen kann. Die Maßnahmen, die der Bund dafür nutzen kann, sind im Gesetz nicht näher benannt, es werden lediglich die »notwendigen Maßnahmen« genannt.“
Die zwangsfinanzierten Anstalten werden gleich konkret: „Hellhörig machte bereits 2024 eine Äußerung von AfD-Chef Tino Chrupalla. Im ARD-Sommerinterview sagte er damals, ein AfD-geführtes Land werde sich dem Königsteiner Schlüssel, mit dem der Bund unter anderem die Verteilung von Flüchtlingen auf die Länder kontingentiert, verweigern: „Das würden wir nicht mehr mitmachen. Ich denke, es ist wichtig, dass die ersten Bundesländer aus diesem Verteilschlüssel auch ausscheren, um Druck auf eine Bundesregierung zu machen, damit diese Politik endlich geändert wird.“
Was heißt das konkret? „…könne ein einzelnes Land „nicht in die bundespolitische Willensbildung obstruktiv eingreifen“. Definieren sie „obstruktiv“!
► (1) Führen die Länder die Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus, so regeln sie die Einrichtung der Behörden und das Verwaltungsverfahren. Wenn Bundesgesetze etwas anderes bestimmen, können die Länder davon abweichende Regelungen treffen. Hat ein Land eine abweichende Regelung nach Satz 2 getroffen, treten in diesem Land hierauf bezogene spätere bundesgesetzliche Regelungen der Einrichtung der Behörden und des Verwaltungsverfahrens frühestens sechs Monate nach ihrer Verkündung in Kraft, soweit nicht mit Zustimmung des Bundesrates anderes bestimmt ist. Artikel 72 Abs. 3 Satz 3 gilt entsprechend. In Ausnahmefällen kann der Bund wegen eines besonderen Bedürfnisses nach bundeseinheitlicher Regelung das Verwaltungsverfahren ohne Abweichungsmöglichkeit für die Länder regeln. Diese Gesetze bedürfen der Zustimmung des Bundesrates. Durch Bundesgesetz dürfen Gemeinden und Gemeindeverbänden Aufgaben nicht übertragen werden. (…)
► (3) Die Bundesregierung übt die Aufsicht darüber aus, daß die Länder die Bundesgesetze dem geltenden Rechte gemäß ausführen. Die Bundesregierung kann zu diesem Zwecke Beauftragte zu den obersten Landesbehörden entsenden, mit deren Zustimmung und, falls diese Zustimmung versagt wird, mit Zustimmung des Bundesrates auch zu den nachgeordneten Behörden.
► (4) Werden Mängel, die die Bundesregierung bei der Ausführung der Bundesgesetze in den Ländern festgestellt hat, nicht beseitigt, so beschließt auf Antrag der Bundesregierung oder des Landes der Bundesrat, ob das Land das Recht verletzt hat. Gegen den Beschluß des Bundesrates kann das Bundesverfassungsgericht angerufen werden.
►(5) Der Bundesregierung kann durch Bundesgesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, zur Ausführung von Bundesgesetzen die Befugnis verliehen werden, für besondere Fälle Einzelweisungen zu erteilen. Sie sind, außer wenn die Bundesregierung den Fall für dringlich erachtet, an die obersten Landesbehörden zu richten.
Es ist also in jedem Fall ein Hornberger Schießen angesagt – von beiden Seiten. „…kann das Bundesverfassungsgericht angerufen werden.“ Das dauert.

Die Staatskanzlei in Magdeburg nach dem so genannten „Sachsen-Anhalt-Schlag“ aka Bundeszwang gegen die AfD-geführte Landesregierung (Symbolbild).
Die Legla Tribune gibt ein Beispiel, das sich auch Dunja Hayali hätte ausgedacht haben können [ein Konjunktiv II der Vergangenheit mit Modalverb und eingebettetem Perfektinfinitiv]: „Ein Bundesland verletzt seine grundgesetzlichen Schutzpflichten, indem es tatenlos zusieht, wenn Personen mit Migrationshintergrund durch rechtsextremistische Gruppen schikaniert und angegriffen werden, um diese zu vertreiben.“ Schon klar.
Aber wie wäre es damit: Das Bundesland Berlin, regiert von den LinkenSPDGrün_*Innen, verletzt seine grundgesetzlichen Schutzpflichten, indem es tatenlos zusieht, wenn Juden durch Muslime und islamistische „Palästimenser“ schikaniert und angegriffen werden? Sollte man da nicht einen Bundeskommissar einsetze und die Mischpoke absetzen?
Brainshaming
Man darf ja nichts mehr sagen, wenn Leute total hässlich oder fett sind. Das wäre gemein und unhöflich und Bodyshaming und Diskriminierung. Wir wollen, dass im Kapitalismus alle glücklich sind und tun so etwas nicht.
Aber ist es eigentlich erlaubt, Leute wegen ihrer abgrundtiefen Dummheit anzupöbeln? Oder ist Brainshaming jetzt auch verboten?
Robinia pseudoacacia, invasive Neophyten und selbstkletternde Jungfern
Bei Pflanzen bin ich ungewöhnlich tolerant: Wenn sie mir gefallen, dürfen sie wachsen, auch wenn sie sich – ohne Durchführungsgenehmigung meinerseits – auf meinen Balkon geschlichen haben bzw. dorthin geflogen sind.
Oder transportieren Ameisen Pflanzensamen, willentlich oder unbewusst? Oder ist etwa die Nafri Robinie (Robinia pseudoacacia) aka Scheinakazie – aus Nordafrika stammend – schuld, die unten wachsend, ihre Zweige illegal auf meine Balkon reckt, damit alles mögliche Getier jetzt hier heraufkrabbeln kann?
Die beiden sehr hohen, schlanken Pflanzen sind höchstwahrscheinlich Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis), auch Kanadischer Katzenschweif genannt. Es ist ein häufiges Wildkraut, das sich durch unzählige flugfähige Samen stark verbreitet. [Die Pflanzen – ein invasiver Neophyt – sehen großartig aus und dürfen bleiben. Wenn sie sich nicht benehmen oder zarte deutsche Pflanzen umbringen, greife ich zur Sense.]
Rechts im Kasten erkenne ich [ChatGPT] außerdem vermutlich:
[Vermutlich? Entweder erkennst du etwas oder nicht oder stellst du dein Erkennen an sich in Frage, womöglich mit dem Konditionalis irrealis?]
►einen Buchsbaum oder einen ähnlichen immergrünen Kleinstrauch,
►oben rechts möglicherweise Wilden Wein, [nicht „möglicherweise“, sondern ganz bestimmt]
►unten einige weitere Wildkräuter, die auf diesem Foto nicht sicher bestimmbar sind.
Auf dem Foto erkenne ich wahrscheinlich folgende Pflanzen:
►In der Mitte, sehr hoch mit hellvioletten Blüten: ein geschossenes Radieschen bzw. Gartenrettich (Raphanus sativus). Die vierzähligen Blüten und langen Samenschoten sind typisch. Es wurde offenbar nicht geerntet und blüht jetzt. [Keine Ahnung, wie der auf meinen Balkon kommt.]
►Am Geländer mit fünfteiligen Blättern: Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia). [„Selbstkletternde Jungfernrebe“ finde ich viel schöner.]
►Links: vermutlich Buchsbaum (Buxus sempervirens). [Ja]
►Rechts: ein kleiner Wacholder oder eine Scheinzypresse; aus dieser Entfernung nicht sicher zu unterscheiden.
►Unten links: verschiedenfarbige Chrysanthemen.
►Kleine gelbe Blüte rechts: wahrscheinlich ein Hornveilchen.
►Rechts und am Geländer rankend: außerdem vermutlich eine Winde.
►Im Kasten wachsen zusätzlich mehrere spontane Wildkräuter, möglicherweise Vogelmiere [aka Morsus gallinae („Hühnerbiss“)] , Gräser und junge Kreuzblütler.
Die auffälligste Pflanze ist eindeutig der blühende Rettich. Seine jungen Samenschoten sind übrigens essbar und schmecken leicht scharf.
Auf diesem Foto erkenne ich: [Aha! Jetzt also nicht mehr „wahrscheinlich“?]
►Lavendel – oben in der Mitte und nochmals unten rechts im Topf.
►Wilden Wein (Parthenocissus quinquefolia) – an den fünfteiligen Blättern und den dicken, verholzten Ranken gut erkennbar. Einige Blätter färben sich bereits rot.
►Weiße Hornveilchen oder Stiefmütterchen – im rechten Balkonkasten.
►Buchsbaum – wahrscheinlich der immergrüne Strauch hinten links.
►Eine Hibiskus-Art, vermutlich Garteneibisch – die größere Pflanze links mit den teilweise dreilappigen, gezähnten Blättern.
►Eine Polsterpflanze unten links – möglicherweise Gundermann oder eine kleine Glockenblumenart; ohne Nahaufnahme nicht sicher.
►Eine rosa blühende Balkonpflanze im Hängetopf – vermutlich eine Margeriten-/Kapkörbchen-Verwandte, die Blätter sehen allerdings etwas geschädigt aus. [Ja, aber ich weiß nicht, warum…]
►Außerdem wachsen in den Kästen verschiedene kleine Wildkräuter und Sämlinge.
Am sichersten zu erkennen sind Lavendel, Wilder Wein und die weißen Veilchen. Der Wilde Wein nimmt bereits ziemlich viel Raum ein und könnte zurückgeschnitten werden.
Ich denke gar nicht darin. Die können sich alle um Wasser, Pflanzendünger und Licht prügeln…
1. September
Heute vor 87 Jahren begann der zweite von bislang drei Versuchen, deutsche Panzer nach Russland rollen zu lassen.
Selbstreferenziell
„Die woke Kultur hat sich zu einer Art selbstreferenzieller moralischer Religion entwickelt. Eine progressive Kraft muss zwingend an den materiellen Wurzeln der Ungleichheit ansetzen.“ (Giuseppe Conte)
We don’t need education

Den so genannten „Linken“ haben sie doch ins Gehirn geschissen…
Unter Reputierten
Berlin wird von Cyberkriminellen cybererpresst. Es ist Putin.
Die Kommentare bei Heise dazu sind lustiger als der Artikel.
Spieltheoretisch hat die Sache einen gewissen Charme: Ausgerechnet ein Geschäftsmodell, das auf Erpressung beruht, funktioniert auf Dauer nur, wenn die Erpresser einen Ruf als zuverlässige Vertragspartner haben.
– Berlin muss glaubwürdig machen: Wir zahlen nicht.
– Rhysida muss glaubwürdig machen: Wenn ihr zahlt, halten wir uns an die Abmachung.
Spieltheoretisch ist das ein wiederholtes Spiel mit Reputation. Bei einer einmaligen Erpressung hätte der Täter nach Zahlung einen Anreiz, die Daten trotzdem zu veröffentlichen, weiterzuverkaufen oder erneut Geld zu verlangen. Das Opfer weiß das vorher. Wenn es rational handelt und davon ausgeht, dass Zahlung keinerlei verlässliche Gegenleistung bringt, sinkt seine Zahlungsbereitschaft.
Für eine dauerhaft operierende Ransomware-Gruppe verändert sich die Rechnung. Sie spielt nicht nur gegen Berlin, sondern gewissermaßen auch gegen alle zukünftigen Opfer. Diese beobachten – soweit Informationen darüber bekannt werden –, ob Zahlungen tatsächlich dazu führen, dass Daten nicht veröffentlicht beziehungsweise Entschlüsselungswerkzeuge geliefert werden.
Damit entsteht etwas, das die Spieltheorie bei wiederholten Spielen häufig untersucht: Der Schatten der Zukunft diszipliniert gegenwärtiges Verhalten. Ein kurzfristiger Vorteil durch Vertragsbruch kann kleiner sein als die zukünftigen Einnahmeverluste durch eine zerstörte Reputation.
Das Geschäftsmodell organisierter „Cyberkriminalität“ beruht also ausgerechnet auf etwas, das im normalen Geschäftsleben gelegentlich überschätzt wird: Vertrauen.
Man überweist zwei Millionen Euro an anonyme Kriminelle und verlässt sich anschließend darauf, dass diese ihr Wort halten, keine Sicherheitskopie behalten, nichts weiterverkauft haben und auch ihre Geschäftspartner ordnungsgemäß zur Datenlöschung anhalten.
Eine interessante Form der Compliance.
Das Problem für Berlin lautet deshalb nicht einmal: Kann man Rhysida vertrauen? Sondern: Selbst wenn Rhysida zu den letzten ehrbaren Kaufleuten im Internet gehören sollte – wer garantiert, dass die Daten nicht längst kopiert, verkauft oder an Dritte weitergereicht wurden?
Am Ende braucht also selbst die organisierte Cyberkriminalität Reputation, Vertragstreue und zufriedene Kunden.
Der Kapitalismus funktioniert!
Fehlt nur noch Trusted Shops: „Rhysida – 4,8 von 5 Sternen. Lösegeld bezahlt, Daten wie versprochen nicht veröffentlicht. Gerne wieder.“
ChatGPT: Das ist nicht bloß eine Pointe, sondern tatsächlich ein bekanntes ökonomisches Phänomen: Auch illegale Märkte entwickeln Reputationsmechanismen, weil Gerichte und einklagbare Verträge fehlen. Je weniger formale Durchsetzung möglich ist, desto wichtiger kann Reputation werden.
Yashar!

Tel Aviv, aufgenommen am 27.10.2025, 06:18 Uhr
Wäre ich Israeli, ich würde Gadi Eisenkot bzw. die Partei Yashar wählen. (Sein Sohn ist im Dezember 2023 im Gazakrieg gefallen.)
„Netanjahu will den Konflikt weder beenden, noch weiß er, wie er ihn beenden soll. Er und (der israelische Minister für strategische Angelegenheiten, Ron) Dermer, ein gebildeter Mann, der jedoch in seiner eigenen Fantasiewelt lebt und von der israelischen Realität abgekoppelt ist, verfolgen einen rein quantitativen Ansatz. Deshalb sprechen sie vom totalen Sieg. Sie erzeugen die Illusion, dass der Konflikt vorbei sei, wenn Israel nur hart genug zuschlage. Das funktioniert nicht. Es zeugt von einem tiefen Missverständnis. Der Kampf ist militärisch-strategisch, aber auch religiös-national. Es handelt sich um einen langwierigen Konflikt, und Netanjahu scheitert hier.“
„Eisenkot sagte, Netanjahu habe eindeutige Warnungen ignoriert. „Der stellvertretende Leiter des Nationalen Sicherheitsrats schrieb ihm im Januar 2024 ein Memo, in dem er erklärte, der Krieg sei zum Scheitern verurteilt. Wir warnten ihn, dass der Krieg ohne eine Lösung der Geiselfrage scheitern würde. Doch er torpedierte Abkommen. Wir boten Lösungen an, aber er entschied sich für Gewalt und noch mehr Gewalt, einen endlosen Krieg und Tricks wie humanitäre Hilfsprogramme, Familienclan-Vereinbarungen und Hilfsfonds.“
Eisenkot bezeichnet die Zweistaatenlösung nach dem 7. Oktober 2023 als schweren Fehler. Einen palästinensischen Staat jetzt zu schaffen, würde er als Belohnung für Terrorismus ansehen. Er betont in einem Interview, er habe in seiner politischen Konzeption nie einen Palästinenserstaat als Ziel formuliert: „Der arabisch-palästinensische Terrorismus gegen Israel ist tief verwurzelt und hat unter anderem religiöse Motive. (…)
Netanjahu übergab die Polizei an Ben-Gvir und die MTA [Meta’em Pe’ulot HaMemshala BaShtachim – COGAT)] an Smotrich, wodurch die israelischen Streitkräfte ihre Souveränität in der Region verloren – und diese muss ihnen zurückgegeben werden. Das Handeln dieser beiden Minister führt zusammen mit den Gewalttaten von Siedlern gegen Palästinenser zum Verlust der internationalen Legitimität Israels und gefährdet die gesamte Siedlungsbewegung. Die beiden sabotieren Israels nationale Interessen.“
Populismus
Der mediale Diskurs ignoriert das, worum es dem jeweiligen „Populismus“ geht.
„Das ist zumindest kompatibel mit der in dieser Debatte vorherrschenden Haltung, dass den populistischen Positionen die Unvernunft ohnehin so offensichtlich innewohnt, dass darüber kein weiteres Wort zu verlieren sei – was nichts anderes ist als die Selbstdementierung des pluralistischen Plädoyers, mit dem man zuvor hantiert hatte, um überhaupt erst ein Konzept des Populismus zu gewinnen.
Insbesondere vermeidet man es so, grundlegende Verteilungs- und Knappheitsfragen zu thematisieren, etwa Fragen nach den Gewinnern und Verlierern von »Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit«, Fragen, die zu stellen eine Mittelschicht nicht länger für schicklich hält, in deren lebensweltlicher Realität Knappheit nicht mehr prominent vorkommt.
Zumindest scheint die Beobachtung nicht völlig irrelevant, und das ist jetzt überhaupt nicht zynisch gemeint, dass emphatische Bekenntnisse zu maximaler kosmopolitischer Moral stabil mit gewissen sozioökonomischen Eigenschaften derer korrelieren, die solche Positionen vorzugsweise vertreten – »die Wohlmeinenden und die Wohlhabenden«“
Aus dem lesenswerten und überraschend interessanten Buch Philip Manows: Die politische Ökonomie des Populismus„. Ich werde darauf später noch eingehen, weil ich es noch nicht ganz gelesen habe.
Frontberichte, Pflanzen und das eigene Reden über den Sachverhalt

Strahlenaralie (Schefflera arboricola), aka Zwerg-Schefflera. Eine schwierige Pflanze – hier ein selbst gezüchteter Ableger der Mutterpflanze, die mehr als zweieinhalb Meter hoch ist. Letztere verlor im letzten Jahr plötzlich sehr viele Blätter, weil ich zu spät bemerkt hatte, dass sie voller Schildläuse war, welchselbige ich in einem chemischen Vernichtungskrieg bis zum letzten Mann ausrottete.
Ich wollte eigentlich bei Kaiserwetter heute auf’s Boot und die Havel, da es das Klima vermutlich der letzte richtig warme Tag im Jahr sein wird. Aber erstens bin ich viel zu spät aufgewacht, weil heute der letzte von vier freien Tagen ist, an dem ich ausschlafen kann. Ab morgen wieder vier Mal hintereinander um vier Uhr aufstehen und dann 12 Stunden Lohnschinderei. Und zweitens habe ich noch so viel vor und zu tun, dass ich vermeiden möchte, heute Abend hektisch herumzurödeln, um dann nur ein paar Stunden Schlaf übrig zu haben.
Ich denke also an Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden: Es sei wichtig, dass dem Gegenüber die Materie bekannt ist. Der ausschlaggebende Punkt sei vielmehr das eigene Reden Bloggen über den Sachverhalt. Mit dieser Methode könne man sich selbst am besten belehren: Die Idee kommt beim Sprechen Schreiben. Wohlan.


Köstliches Fensterblatt (Monstera deliciosa) (links). Die Pflanze wurde mir, als sie erst zwei Blätter hatte, von einer scheidenden Untermieterin geschenkt und hat sich prächtig entwickelt. Die Luftwurzeln sehen zwar hässlich aus, und die Blätter stehen kreuz und quer und sperrig herum, aber Burks gefällt das. Der Drachenbaum (rechts), der auf meinem Schreibtisch stand, ist mittlerweile riesig – er musste jetzt hinunter in einer ultraschweren Tontopf, damit er nicht in Gefahr gerät umzukippen, wenn er wieder Zweige, die fast größer sind als der Baum selbst, in Richtung Sonne wachsen lässt. Er mag aber keine Zugluft, und ich muss mir überlegen, ob er verträgt, dass die Balkontür sehr oft offen steht.
Armageddon-Front
Während meines Frühstücks spülten mir die Algorithmen tonnenweise Katastrophen-Filmchen zur Unterhaltung in meine Feeds. Beim Bildervergleich assoziierte ich Tsunami, aber mit höheren Bergen, oder Kerala. Textbausteine: „Heftige Unwetter“ (das Klima!), „völlig unerwartet“ (das Klima!).
Nein, nichts ist „unerwartet“, mit oder ohne Klima. Das war schon immer so, mit oder ohne Menschen, mehr oder weniger heftig. Erinnert sich noch jemand an den Flimser Bergsturz?
Ostfront
„Während Russland Luhansk nahezu vollständig erobert hat, kontrolliert die Ukraine noch knapp ein Fünftel der Oblast Donezk – gut 5000 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der fünffachen Fläche Berlins. Sehr wahrscheinlich geht es nicht mehr um die Frage, ob Putins Armee die verbliebenen Gebiete im Donbass erobern wird, sondern wann,“ schreibt die bürgerliche Presse.
Oh, es geht nicht mehr um den Endsieg der Ukraine? „Die Eskalation nimmt immer mehr zu“, beobachtet Oberst Markus Reisner…“Es gibt unterschiedliche Erklärungsmodelle.“

„Das ist sehr wahrscheinlich eine Birkenfeige (Ficus benjamina), auch Benjamini genannt. Dafür sprechen auf deinem Foto die typischen Merkmale: die zahlreichen kleinen, glänzenden, ovalen und vorne zugespitzten Blätter sowie die dünnen, verholzten und stark verzweigten Triebe. Die Pflanze sieht insgesamt gesund und kräftig aus. Einige hellgrüne Blätter sind einfach jüngerer Austrieb. Der Standort direkt am hellen Fenster scheint ihr zu gefallen.“ Die Benjamini ist meine heimliche Lieblingspflanze, die wie fast alle anderen auch, eine Geschichte hat: Ich habe sie aus dem Büro des Konzerns, in dem ich ein paar Jahre gearbeitet habe, gerettet, nachdem dort Security nicht mehr gebraucht wurde. Sie hatte nur noch ein (!) Blatt. Vielleicht ist sie mir dankbar.
Naher-Osten-Front
Israels wachsender Bedarf an ausländischen Arbeitskräften verschärft die Wohnungskrise.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat Israel die meisten „palästinensischen Arbeitskräfte“ durch ausländische Beschäftigte ersetzt. Ihre Zahl liegt inzwischen bei 250.000 – so hoch wie nie zuvor. Die von der Regierung festgelegte Obergrenze beträgt 330.000. [In der Kantine des Kibbutz Jan Mordechai, wo ich im Oktober 2025 war, arbeiteten Asiaten – ich glaube, waren Filipinos.]
Aufsichtsbehörden berichten von überbelegten Wohnungen und menschenunwürdigen Zuständen. Teilweise leben 12 bis 15 Menschen in einer Wohnung und müssen sich zwei Badezimmer teilen. Die staatlichen Pläne zur Unterbringung der Arbeitskräfte bestehen bislang größtenteils nur auf dem Papier – während die Wahlen näher rücken.
Ach. Ach was.
Die Jerusalem Post ist immer noch interessanter als alle deutsche Medien zusammen. Just saying.
Ich sage übrigens nur: Fauda!
Und Netanjahu sollte man auch nicht abschreiben.
Alles wiederholt sich
1941, Soldaten der Wehrmacht. Quelle: Dyukov, Alexander Reshideovich: Wofür das sowjetische Volk kämpfte. Moskau: Yauza, Eksmo, 2007.
Hochaktuell, insbesondere für Michael Martens, den Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Frage gestellt hat, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten.
Wait a minute. Hat der das wirklich wörtlich gefragt? Ja, hat er.
And now for something completely different.
„Die Aussagen des rechtsextremen [sic] israelischen Sicherheitsministers Ben-Gvir über gezielte Tötungen im Gazastreifen haben in Deutschland parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Ben-Gvir hatte in einem Podcast erklärt, er halte Tötungen in Gaza für richtig.“
Keine weitere Fragen, Euer Ehren.
Unter Werbenden

Wer ist die gefährlichste Frau Deutschlands? Heidi Reichinnek? Bärbel Bas? Ursula von der Leyen?
Übrigens: Natürlich hat das ehemalige Nachrichtenmagazin gewusst, dass es mit so einem Titel (nein, an die hier mitlesenden Rechtsanwälte: Das hier ist Satire, die der staatsbürgerlichen Aufklärung dient, und sieht mitnichten so wie das Original) und – wenn man der bürgerlichen Presse glauben will („ein journalistischer Offenbarungseid“) – völlig inhaltslosen „Reportage“ Wahlkampf für Siegmund macht.
Die sind dort vermutlich ganz egoistisch. Für die Qualitätsmedien kann es nichts Besseres geben als wenn der AfD-Kandidat Ministerpräsident würde. Dann hätten sie wieder ein Thema und etwas, wogegen sie anschreiben können. Eine langweilige Koalition aller anderen, die sich inhaltlich nicht mehr unterscheiden, hingegen lässt die Rezipienten sich gähnend abwenden. Er gibt keine schlechte Werbung.
Das Korken-Prinzip
Boris Reitschuster: „Warum die Falschen regieren“ – über die Gruppendynamik in Parteien (die auch für Gewerkschaften und Journalistenverbände gilt):
„Was mich damals so traf, war nicht die Niederlage des Besseren an sich. Es war die Art und Weise. Es waren all die Intrigen, die auch abseits der lokalen Delegiertenversammlungen vorherrschten. Es waren die Machtstrukturen. Wer was werden wollte, musste sich hochdienen – wobei Plakat-Kleben und Frondienst am Wahlkampfstand noch die geringeren Übel waren. Entscheidend war absolute Loyalität nach oben. Nie ein falsches Wort sagen, immer schön einschmeicheln bei denen, die schon Macht hatten – und das auf lokaler Ebene, wo es nicht um Ministerämter und gut dotierte Abgeordnetensessel ging, sondern um ehrenamtliche Plätze im Stadtrat.
Ich dachte damals, das System habe versagt. Es brauchte Jahrzehnte, bevor ich verstand: Genau das war das System. Und es hatte nicht versagt, es funktioniert genau so. Präzise wie ein Uhrwerk. Und wenn man dieses System versteht, weiß man auch, warum die Klingbeils, Schulz, Baerbocks, Habecks, Wüsts und Günthers nach oben kommen: nicht die Fähigsten setzen sich durch, sondern die Angepassten. Die Netzwerker. Die Kuchen-Bringer.
Überzeugung, inhaltliche Kompetenz, der Mut, für diese einzustehen und Verantwortung zu übernehmen, werden in diesem System bestraft. Menschen mit echten Überzeugungen, die unbequem werden, wenn etwas gegen diese läuft, sortiert dieses System aus.“
Ich nenne diesen Mechanismus das Korken-Prinzip: Aus Mangel an Gewicht nach oben geschwemmt.
Unter Besorgten

Übersetzt von La Razón:
Die spanische Nationalpolizei ist zutiefst besorgt über die Lage in Ceuta seit vergangenem Donnerstag, als laut offiziellen Angaben des Innenministeriums 72.000 Migranten ohne gültige Papiere über den Grenzübergang El Tarajal einreisten. Obwohl die meisten nach Marokko zurückgeschickt wurden, halten sich noch immer 2.000 in den Bergen und Stadtvierteln der autonomen Stadt versteckt.
Experten für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtendienst der Polizei gehen davon aus, dass diese 2.000 ein völlig anderes Profil aufweisen als die Mehrheit derer, denen die Einreise nach Spanien gelang. Während die Zurückgekehrten durch diverse Nachrichten in sozialen Medien und WhatsApp-Gruppen getäuscht wurden, seien die verbleibenden 2.000 „sehr gefährlich, sie gehören zu den Schlimmsten“, so verschiedene Quellen gegenüber dieser Zeitung.
Unter den Flüchtigen befinden sich Kriminelle aller Art, aber auch einige mit dschihadistischen Tendenzen, wie Beobachtungen von Experten der nationalen Sicherheit in den letzten Tagen mit Unterstützung der marokkanischen Behörden ergaben. Dies stellt derzeit die größte Bedrohung für die Polizei dar, da ihr Aufenthaltsort unbekannt ist und sie als äußerst gefährlich gelten, da sie allein einen Anschlag verüben könnten.
Das Hauptziel besteht momentan darin, sie zu finden, um sie nach Marokko zurückzuführen. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass sie mit einem der Boote, die die Straße von Gibraltar überqueren, das spanische Festland erreichen. Die Beamten suchen intensiv nach ihnen, um sie so schnell wie möglich zu lokalisieren. Das Hauptproblem ist, dass sie in einer Stadt wie Ceuta leicht unbemerkt bleiben können.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte gestern, dass zu keinem Zeitpunkt die Gefahr bestanden habe, dass die 72.000 Migranten ohne Papiere, die nach Ceuta gekommen waren, das Mittelmeer überqueren und sich innerhalb der Europäischen Union bewegen könnten. Experten schließen diese Möglichkeit jedoch nicht aus.
Der Chef der Staatssicherheit reagierte damit auf die Besorgnis seiner EU-Kollegen angesichts der größten Migrationskrise zwischen Spanien und Marokko. Marlaska hielt am Dienstag eine Videokonferenz mit den anderen Ministern ab, um zu erklären, dass die Regierung die Lage im Griff habe und um erneut Marokkos Arbeit während des gesamten Rückführungsprozesses der Migranten zu loben.
Experten der Einwanderungsbehörde relativierten den positiven Ton des Ministers. „Diese Leute kommen nicht zurück“, erklärte ein hochrangiger Beamter. Sie gehen davon aus, dass sich unter denjenigen, die noch in Vierteln wie El Príncipe und in den Bergen rund um das temporäre Abschiebezentrum (CETI) in der Stadt warten, „stark radikalisierte“ Personen befinden.
Neben der Suche nach diesen Personen herrscht erhebliche Verärgerung bei den Verantwortlichen für den Bereich der Bürgersicherheit, zu denen die Polizeieinsatzkommandos (UIP) und die Präventions- und Reaktionseinheiten (UPR) gehören. Sie halten das Bild der Polizei und des Innenministeriums für „katastrophal“, da diese am vergangenen Donnerstag, als die Migranten ins Land einreisten, keine Einsatzkräfte zum Grenzübergang entsandt hatten.
„Selbst wenn man sie nicht aufhalten kann, weil es Zehntausende waren, sollte man wenigstens 15 Beamte der Grenzpolizei schicken, damit es so aussieht, als würde man etwas unternehmen. Das kann man nicht erklären“, so andere Quellen.
Das Innenministerium verstärkte die Polizeipräsenz in der Stadt nach den ersten Stunden der Krise. Laut offiziellen Angaben wurden Teams der Zentralen Bereitschaftspolizei (UIP) und der Bereitschaftspolizei Málaga eingesetzt, wodurch sich die Gesamtzahl der Beamten der Bereitschaftspolizei und der Einheit für öffentliche Ordnung (UPR) auf 225 erhöhte. Auch Teams der Guardia Civil und Taucher wurden entsandt, und die Luftstaffel wurde verstärkt.
Frontbericht

Credits: ISW
Ich darf das des Kriegsberichterstattens kundige Fachpublikum auf ein Interview mit Markus Reisner aufmerksam machen. („Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im Österreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes für Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Militärakademie.“ Vermutlich ist er auch Geheimrat.)
Kurzfassung:
► Die Ukraine leidet unter einem akuten Mangel an Luftabwehr und Patriot-Raketen; Europa liefert zu wenig, die USA halten Bestände aus politischen und militärischen Gründen zurück.
► Trump setzt Selenskyj mit ausbleibenden Waffenlieferungen unter Druck, strebt aber zugleich einen Waffenstillstand vor den US-Zwischenwahlen an.
► Der kommende Winter dürfte für die Ukraine besonders kritisch werden, da Russland die Energieinfrastruktur weiter angreifen wird.
► Der Krieg bleibt ein Abnutzungskrieg: Beide Seiten stehen unter Druck, Russland könnte jedoch weitere Soldaten mobilisieren, während der Ukraine Personal fehlt.
► Die offiziell genannten ukrainischen und russischen Verlustzahlen werden als unrealistisch eingeschätzt; die tatsächlichen Opfer dürften deutlich höher liegen.
► Russland setzt Gleitbomben zunehmend gegen Städte und Frontstellungen ein; der Ukraine fehlen wirksame Gegenmittel.
► Die Ukraine greift erfolgreich russische Raffinerien und Logistikzentren an, der wirtschaftliche Schaden wird durch höhere Ölpreise jedoch teilweise ausgeglichen.
► Eine größere ukrainische Offensive, etwa bei Cherson, gilt derzeit als unwahrscheinlich.
► Russland hat mit Rassvet ein eigenes Satellitenkommunikationssystem aufgebaut und erhält im technologischen Wettlauf Unterstützung aus China.


































