Machiavelli lässt grüßen

machiavelli

Besser eine zugrunde gerichtete Stadt als eine verlorene. (…) Den Staat regiert man nicht mit einem Rosenkranz zwischen den Fingern. (Niccoló Machiavelli (1469-1527), Florentinische Geschichte, VII)

Im Gegensatz zur übergroßen Mehrheit hierzulande halte ich Donald Trump nicht für dumm. Aber darüber will ich mich nicht streiten. Besser ist diese These: Trump verhält sich logisch und vernünftig im Sinne des Systems.

Was das hiesige Feuilleton gern vergisst: Der US-amerikanische Präsident sitzt einem Ausschuss vor, den die herrschende Klasse gebildet hat, um ihre Macht im Kapitalismus zu perpetuieren. Was erwarte ich von so jemandem? Doch nicht etwa Gendersprache, Empathie für die Entrechteten, “queerfreundliches” Denken, anti-sexistisches Gehabe während einer Spendengala? Alles Blödsinn. Eine Charaktermaske ist eine Charaktermaske.

Die herrschende deutsche Antipathie gegen Trump zeigt nur, wie verkleinbürgerlicht, dumm und naiv das politische Denken und der mediale Mainstream sind. Lesen wir doch Machiavelli, der viel klüger war – und das vor einem halben Jahrtausend:
Folglich darf der weise Herrscher seine Versprechen nicht halten, wenn ihm das Schaden bringen kann und wenn die Voraussetzungen für die Verpfändung seines Wortes fortgefallen sind. (…) Denn die Menschen sind so einfältig und passen sich den Notwenigkeiten des Augenblicks so lammfromm an. dass der Betrüger immer Dumme findet, die sich betrügen lassen… (Il Principe)

Was ist vernünftig an Trumps Verhalten angesichts der drohenden Corona-Katastrophe? Die Kosten für einen Shutdown sind höher und die Folgen wögen schwerer als der Nachteil, den der Kapitalismus von mindestens 200.000 Toten hätte – so einfach. Das Kapital hat bekanntlich schon von zwei Weltkriegen und dem faschistischen Massenmord profitiert, diese sogar leidenschaftlich begrüßt, ganz zu schweigen von den zahllosen lokalen und asymmetrischen Kriegen, die zur Zeit toben. So what?

In einem halben Jahr werden die Friedhöfe der USA die Leichen nicht mehr fassen, aber die Bevölkerung wird vermutlich durchseucht und halbwegs immun sein. Warum sollte die herrschende Klasse sich darum scheren, solange ihr Profit und ihre Macht gesichert sind? Der 2. Weltkrieg allein hat rund 50 Millionen Opfer gefordert – und zweifelte anschließend die Mehrheit der US-Amerikaner am Kapitalismus? Mitnichten.

Auch muss gesagt werden, dass sich ein Fürst nicht immer so verhalten kann, wie man es von einem rechtschaffenen Mann gemeinhin erwartet, denn das Staatserfordernis nötigt ihn oft, sein Wort zu brechen und der Nächstenliebe, der Menschlichkeit und Religion zuwiderzuhandeln. Er muss daher hellhörig sein, sich nach den Umständen richten und mit dem Winde segeln, zwar wenn irgend möglich, vom rechten Weg nicht abweichen, aber ohne Bedenken auch den bösen beschreiten, wenn es die Not erfordert. (Il Principe)

Das Wort zum Sonntag

burks

Am 19. März machten sich manche – vor allem auf Fratzenbuch – noch darüber lustig, dass ich mir Masken besorgt hatte und die bei Publikumskontakt auch trage. Jetzt sind sie alle still geworden. Es wird zum Standard, nur kriegen die meisten Leute keine mehr.

(Das Wort zum Sonntag aus meiner Küche von Burks)

By the way:
– Die Kurve sinkt noch nicht. (Danke für den Hinweis)

– In Spanien stapeln sich die Leichen. Die wichtigste Ursache: Das Gesundheitssystem wurde kaputtgespart – wie auch in Italien. Merke: Its not a bug, its a feature.

– Gutes Interview in einer schweizer Zeitung mit Kaiser Kuo: “Die Chinesen sind völlig verblüfft darüber, dass die Europäer keine Masken tragen. Es ist ja bekannt, dass viele Menschen andere anstecken, bevor sie selber Symptome haben. Mit einer Schutzmaske wird das Ansteckungsrisiko reduziert. Ebenso das Risiko, sich an die Nase oder den Mund zu fassen.”

– “Trumps bizarre Drohung mag im Affekt ausgesprochen worden sein und vermutlich ohne Konsequenzen bleibe. Sie zeigt dennoch, wie unberechenbar der US-Präsident die Krise managt.” So urteilen deutsche Qualitätsmedien. Die Bevölkerung der USA sieht das aber ganz anders: “Mehrheit der US-Amerikaner befürworten Trumps Krisenmanagement”.

Da kann sich das deutsche Feuilleton noch so echauffieren. Unter anderem sind an Trumps Meinung, was hierzulande noch niemand bemerkt hat, die Religioten schuld. Die deutsche Journaille merkt auch gar nicht, wen sie mit Biden herbeischreiben wollen.

– Es wird demnächst viel weniger Schweden und Niederländer geben.

spargelfront

Jutta Ditfurth, statt peinlicher Spendenaufrufe für sich selbst! AfD, jetzt aber schnell die patriotische Pflicht erfüllen! Grüne Veganer: Spargelstechen ist voll öko!

Jitsi

jitsi

Den Rat des wohlwollenden Publikums aufnehmend habe ich mal Jitsi ausprobiert – also doch eine browserbasierte Lösung. Wenn ich mit dem Laptop eine Konferenz eröffne und mit dem anderen Rechner beitrete, kann ich mit mir selbst konferieren (falls das nötig sein würde).

Ich bin aber kläglich gescheitert, einen eigenen Server einzurichten. Hat nicht funktioniert, zahllose Fehlermeldungen der rätselhaften Art. Vielleicht muss das auch nicht sein.

Was ist eigentlich der Haken an der Version per Browser? Das würde doch ausreichen?

智能头盔吧!?

corona statistik

Natürlich sind die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser genau so informiert wie ich über die gegenwärtige Pandemie, wenn nicht sogar besser, weil alle vor den Geräten hängen. Wie vorhergesagt, steigt die Rate der Infektionen auch hierzulande exponentiell, weil geeignete Maßnahmen viel zu spät und und zu halbherzig getroffen wurden.

Auch wenn so genannte Experten noch im Januar abwiegelten: COVID-19 ist nicht mit Influenza vergleichbar. In Italien lässt man Leute in meinem Alter mittlerweile elend verrecken.

Mal sehen, ob unserer herrschende Klasse und die hiesigen Medien ihre antikommunistischen sinophoben Vorurteile ablegen kann und die Hilfe Chinas annimmt.

Die Volksrepublik China hat alles richtig gemacht, auch wenn es einem bei der High-Tech-Überwachung, die eingesetzt wird, gruselt. (Übrigens: Li Wenliang wurde posthum rehabilitiert. Hoffentlich lernen die was daraus.)

Hier nicht parken, Bürger!

Palacio Quemada

La Paz, Bolivien, Plaza Murillo, vor dem Palacio Quemada bzw. der Kathedrale [ungefähr hier fotografiert, 1984].

Civilized Species im Stresstest [Update]

Das österreichische Heer empfielt gegen die COVID-19-Pandemie, den Humor nicht zu vergessen. Wenn man humorlos sein sollte, ist man vermutlich aufgeschmissen.

Hoffentlich werden auch alle Friseurläden geschlossen. Die sind nicht wichtig. #vikings

Die hier noch nie zitierte Wetterauer Zeitung berichtet, dass dort gar nicht mehr getestet werde. “In den allermeisten Fällen wird das Virus als harmloser grippaler Infekt ablaufen.” Das halte ich für Fake News. Christian Y. Schmidt, der auch in China lebt, dazu:
“Angeblich 100.000 Tests in einer Woche. Offenbar muss man jetzt die Lokalzeitungen lesen, um die Wahrheit zu erfahren. Sie lügen uns die Hucke voll. Alle Staaten, die intensiv getestet und isoliert haben (China, Südkorea, Israel) sind mehr oder weniger erfolgreich bei der Bekämpfung der Seuche. Nur in Deutschland glaubt man, Tests seien überflüssig, bzw. ist die Katastrophe so weit fortgeschritten, dass man es nicht mehr schafft zu testen. Dieses Land ist ein #failedstate. Und die Leute, die für die Zustände verantwortlich sind, müssen dafür auch zur Verantwortung gezogen werden – spätestens dann, wenn das hier vorbei ist.”

Das wird aber nicht passieren. Noch nicht einmal die “Linke” fordert, das Gesundheitssystem zu verstaatlichen und nicht mehr profitorientiert sein zu lassen. (Belehrt mich eines Besseren?!)

Der Guardian erklärt, warum Dschungel gut gegen Viren ist.

Jetzt habe ich noch Mathematik anzubieten (Englisch mit Untertiteln):

Die dämlichen Deutschen haben das noch nicht begriffen.

[Update: “Pandemic Preparedness Planning for COVID-19”.

Dieses Posting hat keinen Abspann.

Am Gesäß

bomelino
Credits: Bomelino

Was gibt es heute? Das Gesundheitssystem ist am Gesäß: “Nur ein Labortest bietet Sicherheit – doch obwohl Krankenkassen die Finanzierung zugesagt haben, sind sie bislang vielerorts kaum verfügbar. In Berlin führen etwa die an einigen Kliniken eingerichteten Testzentren jeden Tag nur einige dutzend bis wenige hundert Tests durch. Und das auch nicht bei allen Patienten. Teils werden Erkrankte nicht getestet, wenn sie nicht in Risikogebieten und nicht in Kontakt mit einem sicher infizierten Menschen waren.”

Bitte hört auf, mir Zahlen zu nennen, wieviel Menschen infiziert seien.

Zum Thema gibt es einen Aufruf der Pflegekräfte:
Pflege(-fach)kräfte sind ein wertvolles Gut, dass es nun zu schützen und zu schätzen gilt!
Schade, dass diese Wahrheit noch nicht bei allen durchgedrungen ist, ist (man hatte sich wohl an die devote Haltung der Pflege gewöhnt).
Nur in diesem Kontext ist eine offensichtlich mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg abgestimmte Mitteilung der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V. zu verstehen, die gestern Abend an die Pflegeeinrichtungen in diesem Land ging:
Man bemühe sich Schutzmaterial zu besorgen, aber die Verteilung müsste organisiert werden und man wisse auch nicht, wann es überhaupt vorhanden ist, und falls keines mehr organisierbar ist, sollen wir einfach ohne Schutz weiterarbeiten.
Sie werden jetzt vielleicht verwundert sein, aber genau so geht es nicht!”

Ich bin nicht verwundert. Mal sehen, ob die jemals ein bisschen militanter werden und merken, dass das System kein Bug ist, sondern ein Feature.

And now for something completely different.

bomelino
En noir et blanc … une photo de Leonard Misonne, dans la gare de Namur, en Belgique, en 1938 … Atmosphère, atmosphère … Credits: Lumière de l’Atelier

Auf Fratzenbuch gibt es mehr – eine ganz wunderbare Kollektion: “En noir et blanc…”

Fighting over a yoghurt pot and a lot of browsing the internet

Welch schöne Metapher! Affen verhalten sich irgendwie wie Menschen in Stressituationen. The Guardian: “A video filmed this week in Lopburi, north-east of Bangkok, showed large crowds of monkeys brawling in the streets, apparently fighting over a yoghurt pot. Residents in the city, which is famed for its monkey population, say the fall in tourist numbers means there are far fewer people offering food.”

Es gibt auch andere Filme zum Thema.

And now for something completely different. Der Tagesspiegel schreibt, was der Kapitalismus-affine Journalist in seiner grenzenlosen Naivität so denkt: “…Freiberufler fallen zu lassen, das kann nicht der Anspruch einer sozialen Marktwirtschaft sein.”

Ach?! Kann es nicht? Der Kapitalismus kichert sich einen. By the way: Gibt es auch eine asoziale Marktwirtschaft? Nein, gibt es nicht. Soziale Marktwirtschaft ist Neusprech.

And now for something completely different. Ich versteht nicht, falls Quarantäne angesagt wäre, wie man sich auch nur eine Sekunde langweilen kann. Ich habe hier noch zwei Dutzend Bücher herumliegen, die ich alle noch lesen will – und komme leider nur selten dazu. Und es gibt immer genug zu entdecken, wenn man des Lesens temporär überdrüssig sein sollte. Emfpehlenswert auf Netflix: The Walhalla Murders sowie Jan de Lichte und seine Bande (den sollte man auf Flämisch (!) ansehen und mit deutschen Untertiteln – manchmal sprechen die auch im Original Deutsch).

And now for something completely different. IFLScience: “The long-lost capital of an ancient Maya kingdom has been discovered in the backyard of a cattle rancher in southeastern Mexico. Now dubbed Lacanja Tzeltal, named for the nearby modern community, the ancient city is thought to be the capital of the Sak Tz’I’ – “white dog” – kingdom, located in Chiapas, Mexico”.

Auch bildend und unterhaltend ist der Vorschlag: “Going into a self-quarantine can have many complex issues and complications beyond having enough food and supplies for two weeks. In terms of entertainment, it also probably means you’re in for a lot of boredom, a lot of Netflix, and a lot of browsing the internet.

But there is a way to get a little culture and education while you’re confined to your home. According to Fast Company, Google Arts & Culture teamed up with over 500 museums and galleries around the world to bring anyone and everyone virtual tours and online exhibits of some of the most famous museums around the world.”

torvaldsland

Schade, dass es den Dresdner Zwinger nicht mehr online gibt, den würde ich mir mein Avatar sich in der freien Zeit gern noch einmal anschauen. Dann also wieder Gor (vgl. oben).

Offiziell und nicht offiziell rechts

Kurze Zwischenfrage: Wen interessiert und warum, was der Verfassungsschutz “erklärt“? “Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat den AfD-“Flügel” für rechtsextrem erklärt.”

Seit wann ist der Verfassungsschutz eine seriöse Quelle? Und seit wann definiert ein Inlands-Geheimdienst, was “rechts” und noch weiter rechts ist?

Ob Severin Weiland das bei der taz gelernt hat? Ich habe diese unsäglichen lächerlichen und sinnfreien Textbausteine seit 30 Jahren immer und immer wieder gehört und bin es leid.

Unter Sachzwangsneurotikern

Telepolis: “Seit Anfang der 1990er Jahre wurde gemeinsam vom damaligen “Gesundheitsminister” Horst Seehofer und der Bundestags-SPD eine forcierte Privatisierung der Krankenhausversorgung eingeleitet. Die Mittel zu diesem Zweck waren die Installierung einer Krankenhausfinanzierung über so genannte Fallpauschalen, die Herbeiführung von Konkurrenz zwischen den Krankenhäusern und eines Sachzwangs zur Gewinnerzielung der Hospitäler.”

Das beste Gesundheitssystem, das man im Kapitalismus kriegen kann! Irgendwelche Konsequenzen? Natürlich nicht.

Querbeet

hilarious
23 hilarious test answers that are too brilliant to be wrong.

Ich wette, die meisten Leser assoziieren bei dem Titel, falls sie nur flüchtig hinsahen, etwas mit dem neusprachigen queer. Man hätte auch das deutsche “quer” nehmen können, weil es sich ohnehin in das schreckliche und abgedroschene Wort “Querdenker” hineingemogelt hat mit dem Hintersinn, das bezeichne etwas, was sich dem gefühlten Mainstream verweigert. Das ist auch im Englischen der ursprüngliche Sinn des queer, das später neu bewertet wurde, ähnlich wie Kanake (in Kreuzberg gab es früher eine Kneipe “Zum Kanaken”, die von türkischen Einwanderern gegründet worden war).

Ich gebrauche das Wort queer genausowenig wie Gendersprache, weil es auf dem US-amerikanischen Konzept der diversity fußt, das ich für letztlich reaktionären unpolitischen Scheiß halte, obwohl die Theorie hinter queer natürlich richtig ist: Sexuelle Identität wird gemacht und kulturell geformt und ist keineswegs eine anthropologische Konstante. “Entspanntes Miteinander von Menschen mit unterschiedlichem politischen, ethnischen, soziodemografischen und weltanschaulichem Hintergrund” (Wikipedia) sagt ja schon alles – die Klassenfrage wird wegeskamotiert – typisch kleinbürgerlich eben.

gendersternchen
Jede Wette, dass der Tagesspiegel die Leser nicht gefragt hat, ob sie Gendersternchen wollen. Sie werden einfach aufoktroyiert. Dahinter steht die Attitude: Wir wissen, was für die Leser gut ist, besser als die selbst.

Dann haben wir noch verbale und körperliche Gewalt im Fussball. Der Tagesspiegel verschweigt hier das Wesentliche, und ich unterschiebe ihm Feigheit eine unjournalistische, weil moraltheologische Absicht. Man muss gar nicht ein Boulevard-Blatt zitieren: “Zwei Drittel aller verhandelten Spielabbrüche werden von nicht-deutschen Spielern (überwiegend türkischen und kurdischen) verursacht.”

Wir haben mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen, die genau das bestätigen. Sogar die Taz kann nicht umhin, das Problem zu benennen: “Was ungern laut gesagt wird, findet durch Untersuchungen und Studien eine traurige Bestätigung. Wenn es im Kreis der rund 6,5 Millionen Aktiven, die unter der Obhut des Deutschen Fußball-Bundes kicken, handfesten Streit gibt, zählen Spieler mit Migrationshintergrund überproportional oft zu den Tätern.”

Argumente von Thaya Vester, von der eine dieser Studien stammt: “Spieler mit Migrationshintergrund sind überproportional oft die Täter. Sie stellen zwar nur etwa ein Drittel aller Kicker, sind aber an jedem zweiten besonders schweren Fall beteiligt. (…) Die Gewalt ist ein typisches Spätherbst-Phänomen. (…) Bei der Auswertung von Sportgerichtsurteilen fällt zumindest auf, dass Spieler mit Migrationshintergrund überproportional häufig als Täter auftauchen. Das Gleiche gilt aber auch für die Opferseite.”

Was sagt uns das jetzt? Mir sagt es vor allem, dass Journalisten und Politiker sich feige dem Thema verweigern. Es muss doch Gründe geben. Man sollte Anthropologen fragen.

Kriminelle Clans spielen offenbar keinen Fußball. Man muss sich einige Sätze des Interviews mit dem Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel auf der Zunge zergehen lassen – man fasst es einfach nicht:

Und auch gesellschaftspolitisch war der Kampf erkennbar nicht von allen gewollt. Aus unserer Sicht war das ein teilweise falsch verstandenes Integrationsbemühen. Aber das sind Personenkreise, die sich nicht integrieren lassen und auch nicht lassen wollen. Es gibt bestimmte Communities in Berlin, wo Sie nicht einmal über Deutschkenntnisse verfügen müssen. Sie bewegen sich tatsächlich nur innerhalb ihrer Kreise. Und die leben abgeschottet und entziehen sich dem Zugriff deutscher Alltäglichkeiten. Es gibt schulferne und schulfremde Personen, die unserem Bildungssystem kritisch gegenüberstehen. Und das hat man viele Jahre unter dem vermeintlichen Blickwinkel der Toleranz geduldet.

Aber wir können uns nicht der Illusion hingeben, dass wir nur aus dem Pool der Besten schöpfen können. Denn bei der Besoldung zählen wir in Berlin zu den deutschen Schlusslichtern. In der freien Wirtschaft kann man deutlich mehr, manchmal sogar ein Vielfaches verdienen. Und auch Brandenburg zahlt besser. Das Arbeitsklima ist bei uns im Personal untereinander zwar uneingeschränkt gut. Anders aber, wenn man auf die Ausstattung schaut: Derzeit gibt es beispielsweise nicht einmal genügend Aktendeckel. Kugelschreiber bekommen Sie von der Materialverwaltung auch nicht mehr, nur noch Minen.

Noch Fragen? Wer verantwortet das? Namen?

bogota
Nein, keine arabischen Clan-Mitglieder und auch keine Einwanderer, die auf Gewalt sinnen, sondern junge Männer in Bogota, Kolumbien, fotografiert 1982

And now for something completley different: Der Guardian schreibt über linksradikale und marxistische deutsche Kängurus [sic!]: “The German left is still nervous about using populist rhetoric,” said Jürgen Lang, a political scientist and journalist who specialises in the history of Die Linke. “There’s a fear that once you go down the road of talking about ‘the people’, you are in an arena where the far right will beat you at that game.”

Das Problem ist damit sehr gut beschrieben. Wie oben. Auf mich trifft das aber nicht zu. Ich traue mir zu, jeden far right unter den Tisch zu argumentieren. Und die völkischen Linken auch. By the way: Kurdistan hat nur in Karl-May-Büchern etwas zu suchen.

Schendi
Mein Avatar in Schendi

And now for something completley different: Die Todesrate des Corona-Vorus ist in Italien höher, weil die Italiener durchschnittlich älter sind. Gut zu wissen.

Abgeschoben

Neue Zürcher Zeitung (und anderen Medien): “Migranten, die illegal die Grenze übertreten, dürfen laut Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte abgeschoben werden. Das schafft eine neue Rechtslage.”

Interessant. War das vorher nicht so? Leider finde ich das Urteil nicht im Original, und unsere Qualitätsonlinemedien geruhten auch nicht, mir einen Link mitzuteilen.

Alle Macht den Sowjets usw.

Lenin
Lenin hält im Taurischen Palais in Petrograd die Rede vor dem Petersburger Sowjet, die später den Kern der Aprilthesen bilden wird.

Der Herr Ulianow Wladimir Lenin, Rechtsanwalt, dessen Aufenthalt bisher zu keinerlei Klagen Anlass bot, wird bald als Statue in Gelsenkirchen stehen. Das ist an sich eine lustige Idee und ein guter PR-Gag, schon allein deshalb, weil den üblichen Verdächtigen der Schaum vor dem Mund steht. Sogar die internationale Presse berichtet, weil die blöde Verwaltung den Streisand-Effekt wohl nicht kannte.

Lenin gibt es schon in Berlin in der Behrenstrasse Darüber regt sich niemand auf.

Lenin

By the way: “It is a monstrous lie to suggest that Stalinism is the continuation of the democratic regime of Lenin, as the apologists of capitalism claim. In reality, a river of blood separates the two. Lenin was the initiator of the October Revolution; Stalin was its grave-digger. They had nothing in common.” (Rob Sewell: In Defence of Lenin)

Aber was hätte der Genosse Lenin wohl zum sektiererischen Antisemiten-Pack von der MLPD gesagt? Vermutlich würden die jetzt alle in Sibirien Schnee schippen.

comrade lenin

Huelga oder gendersozialökologischklimatisch?

socabaya la paz

La Paz, Bolivien, während des Generalstreiks 1984. Hier der Blick von unserem Balkon des Hotel Torino auf die Socabaya ganz nah am Palacio Quemada. Der war damals Sitz des Präsidenten Hernán Siles Zuazo. Tag und Nacht demonstrierten damals die Bergarbeiter und Gewerkschaften.

Apropos Streik.

Zwischen Mittwoch, 4. März, und Sonntag, 8. März, wird die DB Regio Bus Nord GmbH durch die Gewerkschaft Ver.di bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Post-Tochterunternehmens Deutsche Post Customer Service (DP CSC) zum ganztägigen Streik aufgerufen. Betroffen war der Standort Fürth. Usw.

Telepolis beschreibt Mobilizing und Organizing: “Den Gewerkschaften kommen die Mitglieder abhanden. Die Alten gehen in Rente oder sterben und bei den jungen Arbeitnehmern kommen nicht viele Mitglieder nach. Klassische Industriebetriebe haben ihre Produktion oft verlagert und geblieben sind die Angestellten, auf die die Industrie-Gewerkschaften bislang nicht oder weniger setzten”.

Das Konzept ist banal, aber offenbar für die Funktionäre der Gewerkschaften nicht selbstverständlich – man will die Mitglieder fragen, was ihre Probleme sind. Ach?!

In der aktuellen Konkret schreibt Stefan Dietl über Nazis am Werk – Im Umgang mit der AfD wirken die Gewerkschaften oft hilflos.

In der aktuellen Z – Zeitschrift für Marxistische Erneuerung ist ein Attikel über die aktuelle Situation in Italien. Darin der bemerkenswerte Satz: “So ist es der Lega trotz ihrer früheren Beteiligung an der von Berlusconi betriebenen Privatisierungs- und Arbeitsmarktpolitik und mithilfe einer geschickten Nutzung der Social Media gelungen, sogar Sympathisanten der Linken sowie kommunistischer Organisationen zu gewinnen, die von der Verteidigung der weißen Arbeiterklasse gegen Globalisierung und die vermeintliche Konkurrenz durch ein migrantisches Subproletariat fasziniert sind.”

Offenbar haben die Gewerkschaften keinen Plan, wie man das Proletariat, das nicht so wählt, wie es sich gehört, wie die Linke es sich so denkt, zurückholt. Die Zahl rechter Betriebsräte habe sich verfünffacht. Man beschimpft sie bequemerweise als Nazis. Das führt bekanntlich nicht allzuweit – vgl. Italien. “Aufklärung” nützt auch nichts -das ist wieder die Attitude, dass die Funktionäre viel schlauer seien als die “verirrten” Mitglieder.

Mein Vorschlag: Die Linke muss sich auf den Markenkern besinnen und Lifestyle-Fragen wie “Klima”, “Diversity” (was immer das heißen mag) uns. den Grünen überlassen. Markenkern heißt a) Lobby für die Arbeiterklasse und b) Klassenkampf, der auch so benannt werden muss.

Bernd Riexinger hat in dem unsäglich langweiligen Video auch zu Recht darauf hingewiesen, dass “Klima” letzlich auf die Klassenfrage hinführt. Es gibt offenbar, wenn man sich die Diskutierenden anseht, viel zu viele Leute, die sich mit ihren privaten Hobbys beschäftigen und die politisch interessierte kleine Öffentlichkeit damit belästigen. Man müsste denen einfach mal rhetorisch über’s Maul fahren (aber ich würde vermutlich, wenn ich die die Partei “Die Linke” einträte, sehr schnell wieder hinausgeworfen wegen politisch unkorrekter und nicht erwünschter Statements).

Und dann dieses bürokratische Neusprech-Gestammel: “sozioökologischer Umbruch” – welcher normale Mensch redet denn so? Die merken das gar nicht mehr. “Sozial-ökologisch” – das ist doch der letzte Quatsch. Dann schon gleich “gendersozialökologischklimatisch”.

Hermanas

amantani

Bauernmädchen auf der Insel Amantani, Titicacasee, Peru.
Vgl. Amantani 29.08.2013, Amantani revisited (05.03.2019, Insel der Sterne (11.12.2019), Colorido 02.11.2019), K’Uyuy (30.07.2018), Vorsicht Kamera! (04.03.2019), Grumpy Girl (22.11.2013).

Unter politischen Kleinanalysten

john watts statue

New York, John-Watts-Statue auf dem Trinity Church Cemetery außerhalb der Trinity Church in Manhattan (im Hintergrund). (Ich weiß nicht, warum die Leute bei Google Maps keine Beine haben.) Ganz im Hintergrund die Türme des ehemaligen World Trade Centers. Das Foto habe ich 1981 gemacht.

Ihr könnt mich gern einen politischen Kleinanalisten nennen. (Von der Taz und dem Spiegel lernte ich, dass es im Deutschen offenbar das Wort Großanalysten gibt, was mir bisher entgangen war.)

Ich sag(t)e die Wiederwahl Donald Trumps voraus. Ich prophezeie jetzt, dass Bernie Sanders raus ist und es zu einem Zweikampf zwishen Joe Biden und Trump kommen wird, den Trump nur gewinnen kann.

Warum? Biden ist der Vertreter der Parteifunktionäre des “demokratischen” Establishments, das auch die Superdelegierten dominiert. Die Superdelegierten werden ohnehin Biden nominieren, wenn keiner der beiden Kandidaten die Mehrheit bekommt.

Die enttäuschten Fans von Sanders werden nicht automatisch Biden wählen, sondern gar nicht oder sogar Trump. Es kommt darauf an, welches Thema für sie wichtiger ist: Biden ist ein Kriegshetzer und Bellizist, der nicht nur dazu riet, den Balkan zu bombardieren, sondern auch mehr Truppen in Afghanistan wollte und in Syrien einmarschiert wäre.

Sanders ist gegen eine Verschärfung des Waffenrechts, er steht damit Trump näher als Biden.

Wenn ich recht behalte, müssen die politisch interessierten Leserinnen und die gebildeten Leser mich ab dann einen Großanalysten nennen.

Altes Glas, YlnMn und die revolutionäre Justiz

glass bowl
Credits: Mahito Kaai|Asahi Shimbun

Was haben wir heute? Die Asahi Shimbun wartet mit einer ganz außerordentlichen Nachricht auf: “A fragment of a glass bowl unearthed on Okinoshima island, a UNESCO World Heritage site here, came from ancient Persia during the Sassanian dynasty (226-651), researchers announced March 1.”.

Moment!? Das sind mehr als 7.000 Kilometer Luftlinie! Heiliger Bimbam – wie ist das Glas da hingekommen? Der Einfluss der Sassaniden reichte bis zum Himalaya. von dort ist es nicht mehr so “weit” nach China. Aber hier geht es um Japan. Unglaublich. Ob man in Japan damals eine Vorstellung hatte, woher das Glas kam?

By the way: Lernt ein Gymnasiast in Deutschland etwas über Chosrau I. Anuschirvan? Den oströmischen Kaiser Justinian kennt man, weil unter seiner Herrschaft die Goten in Italien geschlagen wurde. Ich sage nur: Teja!

YlnMn blue
Credits: Oregon State University|My Modern Met

More science, please. Es gibt ein neues Blau. Es heiß YlnMn blue – “he first new blue in over 200 years”- Ich wusste gar nicht, dass man Farben “entdecken” kann?!
“YlnMn blue was accidentally uncovered when Subramanian and a student combined and heated manganese oxide, yttrium, and indium.”

a la lanterne
Jean-Louis Prieur: Tod von de Flesselles, Bürgermeister von Paris

Die “Linke” hatte ausnahmsweise mal eine gute Idee (ca. Min. 45) : Die Kapitalisten sollten nach der Revolution nicht erschossen, sondern für nützliche Arbeit eingesetzt werden. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten, obwohl Riexinger das scherzhaft gesagt hatte und auch Applaus dafür bekam. Das ist doch ein Fortschritt etwa gegenüber der Französischen Revolution, bei der die gefühlten Gegner der Revolution an Laternen gehängt oder guillotiniert wurden. Ich schrob auf Fratzenbuch: Hartz IV praktiziert das doch schon für Arme. Das sollte auch für Reiche gelten. Ist nur fair. Und wieso denke ich jetzt an Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) samt ihrem famosen Gatten?

Keine Panik! Oder Speichen und Sprechpuppen

Burks

Nach vier mal zwölf Stunden und zwei Mal acht hat die Leserschaft einiges verpasst, da mir die Zeit zum Bloggen fehlte. Die Politik hierzulande ist bekanntlich grottenlangweilig. Was soll man dazu schreiben? Man muss das aus der Perspektive der Chinesen sehen – 2000 Jahre Kultur und die passende Schrift dazu – und was dauerhaft wichtig ist. Oder auch der Italiener, die seit der Gründung Roms erfahren sind in der permanenten Intrige der Herrschenden gegen alle anderen und sich selbst.

Was wird man in einem halben Jahrhundert sagen über die SPD, Thüringen hinter den sieben Bergen bei den sieben politischen Zwergen, einen Friedrich Merz und seine widerwärtigen Vorbilder? Da lobe ich doch meinen Großvater, der als Analphabet zur Zeit der russischen Revolution nach Deutschland kam und intuitiv wusste, dass Hitler ein “Arschloch” (Zitat von meiner Mutter überliefert) war.

corona

Apropos Corona und Corona-Prophylaxe [Update von der WHO]: An den Folgen der “Spanischen Grippe” starben in Deutschland geschätzt mehr als 400.000 Menschen, infolge der “Asiatischen Grippe” starben 1957/58 rund 29.000 Menschen, und infolge der “Schweinegrippe” im Winter 2009/10 starben 350 Menschen. Just saying. Fakten und Statistiken sind immer prägnanter als Talkshow-Gelaber.

lego
Credits Martin Heuwold (megx.one|Instagram)

Man kann sich mit Kunst beschäftigen oder mit Wissenschaft. My Modern Met schreibt über Lego am Bau. Schön! Mehr davon!

Das Smithsonian Magazin stellt die verwegene These auf: “Fairy tales could be older than you ever imagined”. Das ist aber nicht neu, das Nibelungenlied ist nur ein Beispiel. Man muss sich diese oral history aber wie eine Schichttorte vorstellen: Die Erzähler bzw. Sänger wussten nicht immer um den tieferen Gehalt, was wiederum garantierte, dass dieser nicht ganz verfälscht wurde, da es auch darum ging, das Erinnerte genau so wiederzugeben, wie man es gelernt hatte. Vgl. auch die Quellen zum Thema Pontos Oxeinos sowie Ranke-Graves, insbesondere Die Weiße Göttin. Nicht zu vergessen Die Erlkönigin (der beste Artikel, den ich jemals geschrieben habe).

ming
Credits: Lei Xue

Noch mal My Modern Met: “Smashed cans sculpted in the traditional style of Ming dynasty porcelain. Das nenne ich wahrhaft große Kunst, die man sich lange anschauen kann.

ming
Credits: Somewhere on the internet

Jetzt nur noch gute Nachrichten, zum Beispiel grüne Dörfer und Entenarmeen.

And now for something completely different. Auch wenn der Beklagte ein politischer Idiot ist, kann ich klammheimliche Freude nicht verhehlen. Eine auch hier schon erwähnte Klägerin darf “islamische Sprechpuppe” und “Quotenmigrantin der SPD” genannt werden. Die Textbausteine sind natürlich keine Tatsachenbehauptungen, sondern werden durch das Recht, die freie Meinung zu äußern, gedeckt. Die Klägerin blamierte sich schon durch die Klage und zeigt, dass sie das nicht verstanden hat. Und auch der Kommentar Katja Füchsels und Sebastian Lebers greift total ins Klo: “Für Rechtsradikale ist Sawsan Chebli ein Trigger auf zwei Beinen”. Nicht nur für die. Wer den Blödsinn, den die Dame von sich gibt, kritisiert, wird in die rechte Ecke gestellt? Geht’s noch? Ihr habt doch ein Rad ab.

Da zitiere ich zum Trotz Henrik M. Broder noch einmal:
Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftiches Engagement und ähnliches Gedöns hat vor kurzem wieder mal Auschwitz besucht….) Derweil Frau Chebli, die den IQ einer Birkenstocksandale mit dem Charme einer handbetriebenen Kaffeemühle verbindet, noch lauter gegen Rassismus aufsteht. (…) Ob die Frau nun einen an der Klatsche oder nicht alle Speichen am Rad hat, dafür ist das Duisburger Amtsgericht zuständig. Was man auch ohne juristischen Beistand sagen kann, ist, dass sie unter einem hypertrophen Mitteilungszwang leidet, der in der Fachliteratur als Logorrhoe bezeichnet wird.

veganer

Auch schön: Der Hijabisierung wird zumindest vor Gericht Einhalt geboten. Auf Fratzenbuch wurden die Richter als “Kulturrassisten” beschimpft, ein Wort, das direkt aus Pallywood stammen könnte.

Der Schockwellenreiter schrieb dazu: “Negative Religionsfreiheit bedeutet auch, die katholische Kirche als das bezeichnen zu können, was sie ist – eine Kinderfickersekte. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat mich wegen dieser Behauptung der Gotteslästerung angeklagt, die zuständige Richterin sah das allerdings anders. Eine Richterin mit Kopftuch hätte da sicher im Sinne der katholischen Kirche entschieden. Daher gilt: Kein Kreuz, keine Kippa und kein Kopftuch in Gerichten (und auch nicht in Schulen oder sonstigen Amtsstuben). Wir Atheisten fordern endlich die Freiheit von den Religioten.”

Zum Schluss noch ein Video (Facebook).

Zweites Leben, revisited

screenshot SL
Unterwegs in Second Life mit meinem Sith Infiltrator (23.12.2007)

Second-Life-Studio will VR-Projekt Sansar abstoßen. Linden Lab will sich zukünftig auf Second Life und den Finanzdienst Tilia fokussieren. (Tilia? Das könnte lustig werden.)

Ergo: Second Life ist nicht totzukriegen und überlebt alle Versuche, 3D mit anderen Plattformen populär zu machen.

Racism rebranded oder: Beware the politics of identity

Kenan Malik gibt im Guardian der deutschen “Linken” und dem grünen Milieu eine Klatsche: “Beware the politics of identity. They help legitimise the toxic far right”.

Er hat natürlich, wie es im Juristenjargon heisst,vollinhaltlich recht, aber niemand wird das hören wollen. Gender und “Diversity” haben den Klassenstandpunkt ersetzt. Die gefühlte Linke hierzulande macht die Rechte stark und liefert denen die Argumente. Die Rechte muss den kleinbürgerlichen Lifestyle-Mist nur ein bisschen anders kostümieren.

If the right’s obsession with immigration has helped give new legitimacy to arguments of the far right, so has the left’s blindness to the consequences of the politics of identity. Many on the left now embrace the idea that one’s interests and values are defined primarily by one’s ethnic or cultural or gender identity.

The politics of identity is, however, at root the politics of the reactionary right. The original politics of identity was that of racial difference, the insistence that one’s racial identity determines one’s moral and social place in the world. Now, identitarians of the far right are seizing upon the opportunity provided by the left’s adoption of identity politics to legitimise their once-toxic brand.

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