Miszellen

miscellen

Was ereignete sich denn so?

– Biden stellt die Möbel um. Deutsche Medien jubeln. Ist Gala schon live vor Ort? Wer von der Jubelarie genervt ist, kann, um sich zu erholen, die Jüdische Rundschau lesen.

– Ohne Worte: In Israel ist die Reproduktionsrate unter eins gefallen; 600.000 Israelis wurden schon geimpft.

– Was ist das für eine Gewerkschaft, der man keine verschlüsselte E-Mail schicken kann und von der man mit “sehr geehrter Herr” statt “Kollege” angeredet wird? Gendersternchen aber können sie. Das ist ja auch das Wichtigste.

– Noch mehr zum Gruseln: Instituto Nacional de Anthropología y Historia (Mexiko): “Revelan cómo fue la destrucción de Zultépec-Tecoaque hace 500 años, por revancha de Hernán Cortés”. Die Spanier unter Hernando Cortez haben aus Rache ihre Gegner aufgefressen, weil diese das vorher auch getan hatten. Die Story stand aber schon 2011 im Independent.

– Oh, einer meiner drei Berufe ist jetzt systemrelevant! Zum Glück ist es der, der zuverlässig Geld einbringt.

Medium.com hat einen hübschen Artikel (man muss sich mit Facebook oder Google einloggen) über die Illusionen der US-Amerikaner: “Denial Is the Heartbeat of America – When have Americans been willing to admit who we are?”
The life expectancy of Americans is shorter than for people in other rich countries that spend far less on health care. The U.S. has the highest maternal-mortality rate of any rich country. Police in the U.S. kill their fellow citizens at significantly higher rates than in any other rich country. The United States has the largest incarcerated population per capita in the world. The rate of gun violence here is significantly higher than in any other wealthy nation. Only Israel has a higher rate of poverty among rich countries than the United States. Among G7 nations, the United States has the highest rate of income inequality. The U.S. ranks second only to Greenland in the highest rate of suicides by firearm, and most of those suicides are by white men.

– Sahra Wagenknecht sagt im Neuen Deutschland, was sie immer sagt: “Wir sind mehr und mehr zu Akademikerpartei geworden”. Das ist wahr. Die “Linke” hat ungefähr genauso viel Arbeiter in ihren Reihen wie die SPD. Fun Fact: 44 Prozent der Mitglieder der Grünen und der SPD sind Beamte und/oder Angestellte im öffentlichen Dienst. Daher das gemeinsame Faible für Gendersternchen. In diesem Milieu will man sich anpassen und um eines höheren Wesens willen nichts falsch machen.

– Was passiert eigentlich, wenn man tote Alligatoren auf dem Meeresgrund versenkt?

Vielfältiger Ausschuss

Der Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der herrschenden Klasse der USA verwaltet, ist jetzt “vielfältig”. Ob sich der Kapitalismus von diesem schweren Schlag erholen wird?

Das wollte ich nur mal loswerden.

Alarm!

alarmanlage

Ich bin jetzt schon bei Version 4 des fucking manuals für die f.. Alarmanlage in dem Objekt, wo ich jetzt arbeite (das mache ich als Service für die Kollegen). Die englische Version ist mehr als 90 Seiten lang und wurde offenbar von jemandem verfasst, der pedagogy noch nicht einmal buchstabieren kann. Der anwesende britischen Ingenieur, der selbige Anlage einrichtet, aber kein Deutsch spricht, aber dafür Walisisch, gab mir eine Kopie, weil er mich offenbar nett findet und die Idee, dass jemand das freiwillig ins Deutsche übersetzen will, zum Totlachen.

Gestern musste ich eine Kollegin anlernen. Es kam, wie es kommen musste: Kurz vor 22 Uhr – dem offiziellen Dienstende – kriegte ich die Alarmanlage nicht scharf geschaltet, weil ein Fehler einfach nicht verschwinden wollte. Man muss so lange bleiben, bis man das Problem gelöst hat und darf nicht einfach den Mittelfinger heben und nach Hause gehen.

Ich finde es als gelernter Altgermanist spannend, mich mit so etwas zu beschäftigen. Man muss in irgendeinem Untermenü der Anlage herumirren und herausfinden, welches Element (Fenster, Tür, Bewegungsmelder) nicht richtig funktioniert. Leider gibt es davon gefühlt mehrere Dutzend, und eine Liste ist noch nicht vorhanden. Also raten oder vermuten oder im ganzen vierstöckigen Gebäude nach einer winzig kleinen Nummer suchen, die nie an dergleichen Stelle einer Tür angebracht ist. Irgendwann hatte ich die Tür lokalisiert, aber obwohl diese verschlossen war, behauptete die Anlage stur, dem sei nicht so. Meine Kollegin stand schon am Rande des Nervenzusammenbruchs, weil sie fürchtete, so etwas im folgenden Tag allein bewältigen zu müssen.

Eine halbe Stunde nach offiziellem Dienstschluss habe ich dann entnervt den Ingenieur auf seinem privaten Handy angerufen, der zum Glück noch wach war. Aber fernmündlich kriegten wir es auch nicht hin, und remote access gibt es nicht. Also kam er – er wohnt in demselben Stadtteil. Ich fürchtete schon, ich würde mich kläglich blamieren, weil ich irgendetwas Banales übersehen hatte. Zum Glück stellte sich heraus, dass die Tür kaputt war, irgendetwas mit dem Magnetschalter. Ich hatte also keine Chance gehabt (um mal das Plusquamperfekt korrekt zu benutzen). Er musste die Tür aus der Anlage temporär herausnehmen.

Ich muss immer lachen, wenn ich irgendwelche ahnungslosen Politiker von “Home Office” faseln höre. Und das Publikum kriegt einen kleinen Einblick dessen, was ein Security macht, wenn sein Job anspruchsvoller ist als eine Mauer zu bewachen. Letzeres ist eher etwas für die zahlreichen kleinen Firmen in Berlin, die mit türkischen und arabischen “Cousins” arbeiten, die Deutsch so sprechen so wie ich Arabisch und nicht wissen, was eine Gewerkschaft ist, und die die Preise bei denjenigen Unternehmen unterbieten, denen egal ist, wer ihr Objekt bewacht, weil sie die Sache ausschließlich aus versicherungstechnischer Sicht betrachten.

Strukturelle Religiotisierung

Ich fordere, dass der Anteil der Atheisten in der Berliner Verwaltung, in der Polizei und in anderen städtischen Institutionen mindestens 37 Prozent betragen muss! Alles andere diskriminiert mich, strukturell und individuell! Ich weiß nur nicht, wen ich bitten soll das umzusetzen, weil die “Linke” sich um Atheisten nicht mehr kümmert.

Mit den anderen palavern

Vielleicht ist es eine Lücke in meiner Bildung, aber von Michael Beleites hatte ich noch nie etwas gehört. Rein zufällig stieß ich auf einen Artikel von ihm: “Die Schmuckfedertheorie – Von der Überhöhung zur Erniedrigung der DDR-Bürgerrechtler.” Ja, ich weiß, was auf der Website “Achse des Guten” manchmal publiziert wird.

Als sich ab 2015 die “Flüchtlingskrise” zu einer akuten Vertrauenskrise in die Glaubwürdigkeit von Politik und Medien ausgeweitet hatte, ging alles ganz schnell: Gerade jetzt, als man moralisch integre und politisch unabhängige Personen dringend gebraucht hätte, um aus einem die Demokratie gefährdenden Vertrauensschwund zwischen Regierten und Regierenden herauszufinden, wurden frühere Bürgerrechtler reihenweise diffamiert. Oft genau wegen jenem Tun, das ihnen 1989 und 1990 eine hohe Anerkennung gebracht hatte: Weil sie das Gespräch mit “den anderen” gesucht hatten. Nach der einfältigen Kontaktschuld-Logik wurden sie nun reflexartig jenen zugeordnet, mit denen sie gesprochen hatten. Das war schockierend für all jene Bürgerrechtler, die 1989 das getan hatten, was eine friedliche Revolution ausmacht: Mit den Anderen reden.

Bevor ich mich über den Herrn informiert hatte, fand ich alles richtig, was er in diesem Artikel schrieb. Danach auch.

Was er politisch denkt, lehne ich vermutlich in Gänze ab, aber um das beurteilen zu können, müsste ich mehr über ihn wissen. Ich weiß nur, dass “mit den Rechten” zu reden nicht ehrenrührig ist. Das habe ich über Jahre und oft getan, freiwillig und unfreiwillig, aber das bringt überhaupt nichts. Oder glaubt jemand, dass politische Meinungen sich auf Grund besserer Argumente (die ich sowieso immer parat habe, har har) sich änderten? Wie naiv ist das denn!?

Da ich selbst zu jenen gehöre, die, weil sie – aus einer nicht-rechten Perspektive heraus – mit und vor Rechten gesprochen hatten, fortan als „rechts-außen“ eingruppiert und ausgegrenzt wurden, bekam ich es deutlich zu spüren: Wenn man solches als früherer Bürgerrechtler tut, fallen Diffamierung und Dämonisierung bei weitem drastischer aus, als wenn man diese Vorgeschichte nicht hat. In einem Gespräch mit linken Freunden (ja, ich habe solche noch!), erfuhr ich jüngst von der in den Schulen der political correctness kommunizierten Schmuckfedertheorie: Wenn ich bei “Neuen Rechten” spreche oder in deren Zeitschriften schreibe, spiele es in der Außenwahrnehmung keine Rolle, was ich dort sage oder schreibe – sondern nur wo ich dies tue.

Auch da hat er recht.

" vor die Glocke

newsletter die linke

Schön, dass bei der Partei “Die Linke” alles transparent ist, auch die Newsletter. Der Nachteil der Transparenz: Leute wie ich meckern dann herum, und ich finde immer etwas zum Herummeckern.

Die Cyberlinken erstellen ihren Frontalunterricht Cybernewsletter per Typo3 (“X-Mailer: TYPO3”) Das ist immerhin um Klassen besser als mit Outlook. Man könnte ihnen jetzt etwas über den Zeichensatz in HTML sagen oder über Querköpfe Leute wie mich, die sich ihre E-Mails nicht in HTML anzeigen lassen – nach dem Motto: Erste Wörter rasch gelöschter E-Mails: “Sollte diese E-Mail nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie…”. Aber das lassen wir mal. Lieber auf den Inhalten herumtrampeln.

Die wohlwollenden Oberstudienräte für Deutsch im Publikum und die geneigten sprachkundigen Leserinnen wissen vermutlich schon, was kommt: Ung, ung, ung. Sie können es einfach nicht lassen. Bei “Vergesellschaftung”, so gut, schön und geeignet diese auch sei, können wir nachsichtig sein, aber dennoch sollte man immer Rössin und Reiterin nennen und ganz leninistisch fragen: Wer wen? Die deutsche Sprache kennt, und das mag die “Linke” überraschen, Verben, auch bekannt als Tuwörter. Die sollte man um der Dynamik und Eleganz des Ausgesagten willen so benutzen wie in der Glocke:

Hört ihr’s wimmern hoch vom Thurm!
Das ist Sturm!
Roth wie Blut
Ist der Himmel.
Das ist nicht des Tages Glut!
Welch Getümmel
Straßen auf!
Dampf wallt auf!
Flackernd steigt die Feuersäule,
Durch der Straße lange Zeile
Wächst es fort mit Windeseile,
Kochend wie aus Ofens Rachen
Glühn die Lüfte, Balken krachen,
Pfosten stürzen, Fenster klirren,
Kinder jammern, Mütter irren,
Thiere wimmern
Unter Trümmern,
Alles rennet, rettet, flüchtet,
Taghell ist die Nacht gelichtet…

Kommt da ein Wort vor, das mit -ung -oder -keit endet? Mitnichten. Warum nicht? Weil Schiller keins eingefallen ist? Auch nicht: Der wollte, dass sein Gedicht die Leser aus dem Sessel reißt, dass ihnen der Schweiß ausbricht und die Münder offenstehen, und vor allem, dass es sich so anhört wie das, was dort beschrieben wird.

“Die Corona-Pandemie ist global und ihre Eindämmung muss auch global erfolgen. Dafür müssen die Impfstoffe aber auch global schneller zur Verfügung stehen.”

Das ist garantiert nicht von Schiller, weil ich gähnen musste. Ginge es besser? Natürlich, aber muss man sich anstrengen und denken. Zwei mal Lautsprecherduktus mit “muss” hintereinander. Nein, das hört sich an wie: Die Revolution muss kommen, und alle müssen mitmachen. Überzeugte mich nicht. Satzlänge: Mehr als neun Wörter sollten die Stirne runzeln lassen und das Herz vor schlechtem Gewissen wummern. Wie dumm und begriffsstutzig oder auch arrogant muss man sein, um trotzig alle Regeln zu missachten, wie Texte verständlich sind oder auch nicht? Kann die mal jemand ohrfeigen, dass sie wachwerden (das ist jetzt eine unzulässige verbale “Mikroaggression”)? Oder heißen Kaffee über die Holzköpfe schütten?

Die COVID-19-Pandemie ist global. Global müssen wir sie auch eindämmen.

“Muss erfolgen” steht auf der schwarzen Liste derjenigen abgedroschenen und sinnfreien Textbausteine, die niemand verwenden darf, bei Strafe des Indenseegeworfenwerdensmitgewichten. Das gilt auch für “zur Verfügung stehen”.

Wir müssen weltweit über ausreichend Impfstoffe verfügen. Ja, tatsächlich! Zu “Verfügung” gibt es ein Tuwort!

“Wir wollen uns eben nicht damit zufriedengeben”: “Eben” ist überflüssiges Füllwort, wie ein Furz an falschen Stelle. Zudem muss ich jetzt rätseln: “Wir wollen nicht zufrieden sein mit”? Ist das gemeint? Ach so: Das Wichtige, was die Leser aufrütteln soll, wird im hinteren Teil des Satzes versteckt: “dass ein großer Teil der Menschen im globalen Süden erst irgendwann ab 2022 mit einer Impfung rechnen kann.” Spätestens beim Süden sind alle weggezappt. Der Satz ist schon wieder zu lang: Zerschlagen wir ihn!

Viele Menschen im globalen Süden [weiß der Henker, was das ist] in der Dritten Welt können erst 2022 geimpft werden. Das akzeptieren wir nicht!

“Dafür halten wie [sic!] auch eine Vergesellschaftung der Produktion, [Kommafehler] der zu einem großen Teil mit öffentlichen Mitteln entwickelten Impfstoffe für notwendig.”

Alles falsch. “Für notwendig halten” In den See mit euch, mit ganz vielen schweren blauen Bänden an den Füßen! Ein Satz mit zwanzig Wörtern, und das angedeutete Tuwort gaaaaanz hinten gut verborgen, dass auch niemand auf Anhieb kapiert, was wer will. (Man kann auch Newsletter Korrektur lesen und alles richtig schreiben! Oder fehlt euch die Manpower Womenpower dazu?)

Die Produktion von Impfstoffen wurde zu einem großen Teil mit Steuergeldern finanziert. Sie sollte vergesellschaftet werden.

Wie soll das denn umgesetzt werden? Meint die “Linke” Staatskapitalismus? Die Firma BioNTech in eine Genossenschaft umwandeln? Oder alles beschlagnahmen? Oder fordern, aber bis zum Kommunismus warten?

Leute, das ist alles heiße Luft. Niemand nimmt euch ernst, wenn ihr so herumfaselt. Es muss schon konkret und sinnlich sein. Und bevor es konkret werden kann, müsst ihr so formulieren, dass es jeder versteht. Schaut dem Volk aufs Maul!

“Mit einem anschauen” verstehe ich nicht, trotz langen Überlegens. Kann jemand helfen?

Trinidad, North Coast, revisited

trinidad northern coasttrinidad northern coast

Die Fotos habe ich im März 1982 gemacht auf einem Schiff von Port of Spain (Republic of Trinidad and Tobago) nach Scarborough/Tobago, nördlich von Filette.

Aus meinem Reisetagebuch:
Die Fähre fährt unter dänischer Flagge und wohl auch mit dänischer Besatzung, ein Riesenschiff mit Postern aus Dänemark und ADAC-Werbung, aber es schaukelt ganz schön. Die meisten Leute pennen, und ein paar Möchtegern-Rastamen glotzen die ganze Zeit auf US-amerikanische Bikini-Frauen. Die Nordküste Trinidads ist gebirgig, ein paar irre Häuser kleben an den Felsen…

Annalena Merz

Ich hoffe doch sehr, dass die CDU Friedrich Merz zum Vorsitzenden macht. Dann wird es eine Vizekanzlerin Annalena Baerbock unter Merz geben. Dem Dümmsten müsste dann endlich klar sein, dass die Grünen eine reaktionäre Partei sind, nur von einer anderen Sorte und Klassenbasis als die CDU, und ihre zentrale Themen Gedöns.

Claus Christian Malzahn schreibt in der Welt (Paywall): “Merkels Rückzug halten einer Infratest-Untersuchung zufolge 65 Prozent der Grünen-Anhänger und -Anhängerinnen für “weniger gut” oder gar für “schlecht”. Das Bedauern über ihren Abschied von der politischen Bühne ist damit in der Anhängerschaft der Grünen sogar stärker ausgeprägt als in der Union – dort liegt der entsprechende Wert bei 63 Prozent (Linke: 59, SPD: 58, FDP: 33, AfD: zwölf).”

中国特色社会主义 oder: Systemvergleich

chinese propaganda

Interessanter Artikel in der FAZ, dem Organ der gefühlten Bourgeoisie: “China gewinnt im Systemvergleich”. (Dieser Artikel wurde Ihnen von einem Abonnenten geschenkt und kann daher kostenfrei von Ihnen gelesen werden.)

“In einem atemberaubenden Tempo hat das Reich der Mitte in fast allen Bereichen der gesellschaftlichen Entwicklung den Abstand zu den westlichen Gesellschaften verringert. Dies gilt für die Wohlstandsentwicklung und die Anzahl der Menschen, die jenseits der Armutsgrenze leben, ebenso wie für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und neuer Technologien, für die Wissenschaftsentwicklung, die Entwicklung des Bildungssektors und den Aufbau von Stadtkernen mit globaler Strahlkraft wie in Schanghai.”

“Zur Disposition steht letztlich die Legitimität unterschiedlicher Gesellschaftssysteme.”

Schon klar. Man darf natürlich von bürgerlichen Medien keine tief schürfende Analyse erwarten, welches System nun denn die chinesische Gesellschaft sei: Staatskapitalismus? Sozialismus? Marktsozialismus? Oder gar noch etwas anderes?

Dazu schon einmal vorab eine allerwärmste Buchempfehlung (Standardwerk, wird noch besprochen): Wu Yiching: Die andere Kulturrevolution: 1966–1969: Der Anfang vom Ende des chinesischen Sozialismus.

Wu Yichings mit Fakten und Quellen gespicktes Werk hat mich “umgehauen” – ich musste alles, was ich meinte über China zu wissen, neu überdenken. (Der Übersetzer entblödet sich leider nicht, Gendersprache einzuschmuggeln.) Es gibt noch keine vernünftige Rezension. Das muss ich vermutlich wieder machen…

Der Autor lehrt mittlerweile in Kanada, ist aber Marxist geblieben und argumentiert auch so. Das ist höchst interessant, weil seine Thesen in China verpönt und verboten sind. Das erinnert mich irgendwie an die “Linksabweichler” der KPD der Weimarer Zeit, die in der Sowjetunion und natürlich auch in der DDR verschwiegen wurden. Die Frage, die er stellt, sollte die Linke (nicht die Partei) beantworten: Gibt es im Sozialismus Klassenkampf? Wer kämpft gegen wen und wie? Und wo soll das alles enden? Und ist China Sozialismus oder tut die herrschende Klasse dort nur so? (Da ich diesen Terminus benutze, die Staatsdoktrin in der VR China aber selbstredend behauptet, von einer “herrschenden Klasse” könne nicht die Rede sein, errät das hiesige Publikum vermutlich, wo meine Sympathien liegen.)

Der Artikel der FAZ ist weniger originell, als die Überschrift suggeriert. Er käut die altbekannte Propaganda-Textbausteine wieder, aber zwischendurch entfahren den Autoren Jürgen Gerhards und Michael Zürn zähneknirschend Sätze wie “Wer innerhalb von drei Jahrzehnten mehrere hundert Millionen Menschen aus der absoluten Armut befreit, kann auf einen historisch einmaligen Erfolg verweisen.” Und: “Der Einwand, dass nur autoritäre Regime in der Lage sind, durch Überwachung der Bürger und Zwangsmaßnahmen die Pandemie effektiv zu begrenzen, greift zu kurz, da auch Länder wie Japan, Taiwan, Neuseeland oder Südkorea die Ausbreitung des Virus sehr gut im Griff haben.”

Die FAZ ist immerhin ideologisch flexibler als die “Linke”: “…kommt man nicht darum herum, Informationen über das Bewegungsverhalten der Bürger und ihre Kontakte zu erheben. Dies stellt einen zumindest temporären Eingriff in die Privatsphäre dar. Wie bei allen politischen Zielkonflikten wäre hier eine öffentlich diskutierte Güterabwägung zwischen den drei zentralen Zielen “Vermeidung hoher Infektionen und einer hohen Sterblichkeit”, “Vermeidung eines Lockdowns mit hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgeschäden” und “Schutz der informationellen Privatsphäre” nötig gewesen.”

Man merkt, dass die hiesige Bourgeoisie in Gestalt ihrer medialen Lautsprecher nicht umhin kann, die Regierung Chinas zu bewundern. Fazit: “Es bedarf einer scharfen Kontrolle der Unternehmen bei gleichzeitiger Handlungsermöglichung des Staates, insoweit er Gemeinwohlzwecke wie Gesundheit oder Verbrechensbekämpfung verfolgt.”

Scharfe Kontrolle der Unternehmen? Full ack. Mehr Staat wagen? Auch gut. Aber wieso fordert das die FAZ? War der Zensor pinkeln? “Dabei ist natürlich auch der Staat dem Recht unterworfen und muss einer scharfen Kontrolle unterliegen. Für jeden Euro, der für den Aufbau staatlicher Digitalkompetenz ausgegeben wird, muss ein Euro in die Missbrauchskontrolle fließen.”

Kommt gleich auf die To-Do-Liste nach der Machtübernahme der Arbeiterinnen- und Soldatinnenräte.

Peinlich

suggestive aussagen

Man macht sich so seine Gedanken, ob man manipuliert werde oder nicht, und wenn ja, wie. Ein schönes Beispiel ist heute Spiegel online mit einem wie gewohnt reißerischen Teaser, der aber vom Inhalt des betreffenden Artikels noch übertroffen wird. Mäkeln wir ein wenig herum, obwohl das natürlich völlig sinnlos ist:

“Jens Spahn verteidigt vor dem Bundestag seine Impfstrategie” suggeriert, dass er eine habe. Das kann man anzweifeln. Mein Vorschlag: “Peinlich: Jens Spahn behauptet vor dem Bundestag, er habe eine Impfstrategie.”

“Das zweite Impeachment von Donald Trump nimmt Fahrt auf.” Auch das suggeriert etwas Falsches: Das Impeachment ist bloße heiße Luft, weil es im US-Senat eine Zweidrittel-Mehrheit geben müsste, um Trumps Schuld festzustellen. Das wird vermutlich nicht erreicht werden. Auch wird niemand juristisch beweisen können, dass der Präsident ursächlich für die Aktionen des Mobs im Kapitol verantwortlich gewesen ist. Mein Vorschlag: “Die Gegner Donalds Trumps manövrieren sich mit großen Radau und mit Karacho in eine Sackgasse.”

“Die peinliche Schwäche der EU gegen China” – was soll denn das heißen? Staaten zeigen Stärke? Rückkehr zur Kanonenbootpolitik? Kiautschou soll Deutsch bleiben? Und wem ist etwas peinlich? Dem deutschen Volk? Der Bevölkerung? Dem Kapital? Oder nur dem Autor, der sich hier blamiert und alle journalistischen Grundsätze vernachlässigt?

Wenn Journalisten zu viel meinen: Im Artikel wird für Sanktionen gegen die VR China gehetzt – wegen der Uiguren. Das ist gar kein Journalismus mehr, sondern reine und nackte Propaganda. Ich wäre ganz schön bescheuert, wenn ich für so etwas noch Geld bezahlen würde.

Audiatur et altera pars: “Study shows that in the process of eradicating extremism, the minds of Uygur women in Xinjiang were emancipated and gender equality and reproductive health were promoted, making them no longer baby-making machines. They are more confident and independent.” Das twitterte die chinesische Botschaft. Der Tweet wurde von Twitter zensiert.

Wenn es der “Wahrheitsfindung” dient, sind alle Mittel offenbar recht.

Cancel Culture, 1.0

bildmanipulationen

Links: Ernst Thälmann und Willy Leow in Berin-Treptow 1926. Leow war Gründungsmitglied der KPD und 2. Vorsitzender des RFB. Nach der Machtergreifung der Nazis floh er in die Sowjetunion. Er wurde während des stalinistischen Terrors wegen angeblicher “Organisation einer trotzkistisch-terroristischen Gruppe” verhaftet und 1937 erschossen. In der DDR wurde er wegretouchiert. (Bildquelle: Welt)

Ein mir nicht bekannter Musiker wird aus einer mir bisher nicht bekannten Show eines privaten Fernsehsenders hinausgeschnitten. So etwas würden deutsche und auch internationale Qualitätsmedien natürlich nie tun, oder?

Ach so? Das ist seit dem 19. Jahrhundert in allen Medien gang und gäbe? Der Kollege Sven Felix Kellerhoff, obzwar kenntnisreich, aber bekannt als Totalitarismus-Theoretiker und immer gut für antikommunistische Hetze, hat sich vor längerer Zeit in der Welt zum Thema ausgelassen.

Besser ist eine schweizer Link-Kollektion zum Thema “Bildmanipulation”, die zeigt, dass es bis heute üblich ist, wenn es denn der eigenen Propaganda Agenda dient, Fotos zu fälschen: Die Rezipienten sollen bekanntlich zum Guten, Wahren und Schönen erzogen werden. (Dazu dient auch Schleichwerbung in Mainstream-“Nachrichtenmagazinen”.)

Cyberdurchsuchung, die 894ste

finspy

Manchmal habe ich bei den offenbar hingeschlampten Meldungen von Heise, insbesondere von Stefan Krempl, den Eindruck, hier werde haarscharf an einer Verschwörungstheorie vorbeigeschrieben.

Es ist eindeutig eine urbane Legende, wenn man suggeriert, irgendein Cyberpolizist säße irgendwo vor dem Monitor und “hackte” sich irgendwo in einen privaten Rechner. So etwas zu können behauptet noch nicht einmal FinSpy.

Auch Wikipedia faselt sinnfrei herum: “handelt es sich um einen Trojaner, da die Spionagefunktionen in einer harmlos aussehenden Hülle eingeschmuggelt werden.” (Die Diskussionsseite ist gesperrt – vermutlich nicht zufällig.)

“Harmlos aussehende Hülle”? Geht es ein bisschen konkreter? Nein, weil das Blödsinn ist! Man kann trojanische Pferde (so heißt das und nicht “Trojaner”) nur auf einem “fremden” Rechner implementieren, wenn man entweder den physischen Zugriff hat und der Rechner ungesichert ist oder wenn man per USB-Stick Software installieren kann, und das alles nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Alles andere ist Voodoo und ein Hoax der allerfeinsten Sorte.

Wenn man sich die Passagen bei Wikipedia zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung (was für ein Wort!) genauer anschaut, wird auch sofort klar, dass es sich weitgehend um heiße Luft handelt.

“Die Malware bestand aus einer Windows-DLL ohne exportierte Routinen”, schreibt der CCC in seiner Analyse. “Wir haben keine Erkenntnisse über das Verfahren, wie die Schadsoftware auf dem Zielrechner installiert wurde.” Quod erat demonstrandum. Nur wie ich oben schrieb.

In einem Internet-Cafe ginge das natürlich, falls ein Richter das anordnete. Übrigens habe ich Linux. Und man müsste schon an meinem Stangenschloss hinter der Wohnungstür vorbei und einbrechen, um an meine Rechner zu kommen. Per USB geht bei mir auch nichts, meine BIOSSE (heißt das so?) verbieten das. Keylogger funktionieren bei Ubuntu oder XFCE auch nicht oder ich würde es merken.

Aber noch mal für Krempl zum Mitschreiben: Gefährder sitzen ausschließlich und immer an demselben Platz in immer demselben Internetcafe und nutzen ausschließlich Windows.

Durchregieren für Couponschneider

couponschneider

Ist jemand hier Couponschneider? Das Kapital in den USA setzt jetzt bekanntlich auf Klimaschutz, Vielfalt und Diversity! USA – jetzt investieren!

“Durchregieren”, was auch immer das heißt, ist aktuell das Lieblingswort deutscher Medien. Knallhart durchgreifen oder so.

Nachlese: Secret Drama und dein Versprechen an die Bienen

mäuse

Ich muss wieder alles, was nicht zusammengehört, in einen Beitrag pressen. Die Mäuse sind für mich eines der besten Fotos, die ich jemals gesehen habe, sogar mit philosophischem Tiefgang: Wenn man das Drama auf Erden auf Mäusegröße schrumpfte, wäre es dann noch ein Drama? Oder flame wars in “sozialen” Medien?

Oder gar die Riots in Washington, auf einer Modelleisenbahn nachgestellt? (Ich erinnere mich daran, dass ich vor mehr als einem halben Jahrhundert auf meiner ein brennendes Finanzamt hatte, das vor allem im Dunkeln – von innen beleuchtet – sehr hübsch aussah.)

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten Chinas CGTN meint: “The Capitol riot is a collective American failure”. Höre ich da ein wenig Schadenfreude heraus?

“Did Trump light the fuse? You bet. Did the Republicans fan that flame for their own political advancement? Of course. Did the establishment fail to see the fissures in American society and give ultra-nationalism a chance to thrive? Definitely. Did the bureaucracy become so entrenched that roads are potholed, bridges are crumbling and water become poisonous? Undeniable. Did social media wrap people in their own cocoons of comfortable opinions and become irascible to challenges? Can’t be more truthful.” Full ack, dude.

Der Tagesspiegel gibt mir ein Rätsel auf: “Familien schickten 500 Kinder nach Berlin – sogar Babys und Säuglinge”. Wait a minute. Säuglinge?

“Die vom Landesjugendamt in diesem Jahr erfassten jungen Menschen waren vorrangig Staatsangehörige aus Afghanistan (28 Prozent),.. (…) Sogar Säuglinge und Babys ohne Eltern wurden vom Landesjugendamt in Obhut genommen: Drei Prozent der Kinder waren unter drei Jahre alt, zwei Prozent zwischen vier und fünf Jahren,…” Wie sind die denn hierhin gekommen?

“Manche wollen unbedingt wieder zu den Eltern zurück, einige haben die ihnen auferlegte Aufgabe des Familiennachzugs erfolgreich erledigt. Manche werden angesichts von seelischen Traumata kriminell und depressiv, andere machen Abitur oder eine Ausbildung im neuen, glücklichen Leben.”

Jawohl! Definiere “glücklich”! Das ist deutscher Haltungsjournalismus vom Feinsten. Manche werden depressiv, manche nicht. Was will uns der Künstler die Autorin damit sagen? Es ist löblich, wenn man etwas bewegen will, aber bei diesem Thema was und wohin?

Und nun zu uns, Anthroposophen und Demeter! Die haben da etwas in ihrer Hauszeitschrift über eine bessere Welt. Ludger Weiss von den Salonkolumnisten schreibt:

“Aber was ist der Boden, auf dem diese Träume wachsen? Ein befremdlicher. Er besteht in der Ablehnung jeglicher moderner Technologie. Kurznachrichten sind ein “scheußlicher Weg der Kommunikation”, “Teufelszeug”. Das Internet, zumal G5 und das damit mögliche “Internet der Dinge” gilt als Alptraumvision und erledigt sich zum Glück durch “Peak Everything“. Auch die Bekämpfungsmaßnahmen in der Corona-Pandemie werden abgelehnt.”

Ich kann den esoterischen Quatsch nicht lesen, das tue ich mir nicht an. Ich kriege davon die Krätze. “Dein Versprechen an die Bienen”, oder: “Den Willen finden und spüren.” Das erinnert mich immer an den Titel eines Buches, das ich schreiben wollte, um schnell reich zu werden: “Frauen atmen selber”.

Geschwätz von gestern

SenBJF

Der Berliner Senat verfährt nach dem schönen Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Sturm auf [bitte selbst ausfüllen][Update]

Revolution

Sturm auf Parlament in Skopje. Sturm auf Parlament in Kirgisistan. Sturm auf Parlament in Tschetschenien. Sturm auf Parlament in Hongkong. Sturm im Wasserglas in Deutschland. Sturm auf Parlament in Bagdad. Sturm auf Parlament in Belgrad. Sturm auf Parlament in Venezuela. Sturm auf Parlament in Sofia. Sturm auf Parlament in Bangkok. Sturm auf Parlament in Tiflis. Sturm auf Parlament in Luzern. Sturm auf das Parlament in Washington.

Der Schockwellenreiter hat alles schon formuliert, was nötig ist: “Lediglich die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte ihr Vertrauen in die Stärke der US-Institutionen und des US-Kapitals der US-Demokratie.

Wie Recht sie hatte: Inzwischen ist das Kapitol wieder gesichert und der DAX geht von den amerikanischen Ereignissen unbeeindruckt weiter auf Rekordjagd. Der Börse ist es nämlich scheißegal, wer in Washington den Steigbügelhalter des Kapitals (nicht des Kapitols, das darf man nicht verwechseln) macht. Und schade, daß es dieses Mal keine ominösen russischen Hacker gibt, denen man das alles in die Schuhe schieben kann.”

[Update] Fast die Hälfte der Republikaner macht Biden für den Sturm auf das Kapitol verantwortlich.

Wokeness and Diversity

“Der neoliberale Traum ist, dass das in punkto Reichtum obere Prozent der Bevölkerung genauso divers ist wie die restlichen 99 Prozent, damit niemand seine ökonomische Situation mehr auf Diskriminierung schieben kann. Dann können die Reichen nämlich behaupten, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft verdient habe. Bei Diversity-Bestrebungen geht es nicht in erster Linie darum, Ungleichheiten zu minimieren, sondern sie zu rechtfertigen.” (Walter Benn Michaels 2019, via Fefe)

Total number of vaccination doses

covid-19 Total number of vaccination doses

Warum gehen unsere Medien mit Totalversagern wie Spahn so zartfühlend um? Liegt das an der freiwilligen staatstragenden Attitude, die typisch ist für die Mittelklasse, aus der fast alle Journalisten stammen?

Einmal mit Profis arbeiten

Dr. Carola Holzner aka Doc Caro:

“Sehr geehrter Herr Armin Laschet , sehr geehrter Karl-Josef Laumann !
Mein Name ist Dr. Carola Holzner- vielleicht kennen Sie mich bereits durch meine Blogaktivitäten als Doc Caro. Wenn nicht, dann erreiche ich Sie hoffentlich mit diesem Post. Ich bin leitende Oberärztin im Universitätsklinikum Essen in der Notaufnahme.

Wir sind der größte Covid19 Versorger in der Region Rhein/Ruhr. Mittlerweile haben wir die VIERTE (!) Intensivstation für Covid19 erkrankte Patienten eröffnen müssen, versorgen tagtäglich die meisten Patienten in der Umgebung und darüber hinaus.

Meine Kollegen und ich setzen sich täglich dem Infektionsrisiko aus. Das tun wir gerne. Aber auch wir sind nicht davor geschützt, uns zu infizieren und vielleicht zu erkranken.

Wir wurden zurecht an die Spitze der Liste bei der Verteilung der Impfungen gesetzt.. Notaufnahmen, Intensivstationen, Personal von Covid Stationen..
Ja, wir stehen als Risikogruppe 1 ganz oben auf der Liste…

Warum schreibe ich das?

Sehr geehrter Herr Laschet, sehr geehrter Karl-Josef Laumann ,
gerne würden meine Kollegen und ich uns schützen! Gerne würden wir uns impfen (vielleicht nicht alle- aber die meisten!). Wir erhofften die Impfung- wie viele andere auch. Jetzt ist sie da!

Aber überraschend wurden wir nicht berücksichtigt? Vergessen? Sind der Priorisierung zum Opfer gefallen?

Ja, Risikogruppen gilt es zu schützen, die Altenheime werden zuerst geimpft. Aber wer versorgt die Patienten, die in die Krankenhäuser kommen? Wenn wir doch gemeinsam ganz oben auf der Liste stehen, wieso wird nicht mindestens aufgeteilt?

Wie kann es sein, dass Pflegekräfte, Ärzte, Personal in Risikobereichen keinen Impfstoff bekommen- sind wir doch bitte die, die nicht ausfallen dürfen, die die Risikogruppen behandeln und dazu tatsächlich und zu Recht(!) gemeinsam mit den Risikogruppen oben auf der Liste stehen?

Ich möchte ausdrücklich im Namen meiner Kollegen und mir, stellvertretend für das Krankenhauspersonal dringend appellieren – vergessen Sie uns nicht! Wir wollen die Impfung und zwar schnell! Vergessen Sie uns nicht bei der Verteilung des Impfstoffs und auch danach nicht! Wir halten hier den “Laden am Laufen”! Ja, wir sind relevant. Wir wollen es weiter sein.

Wir möchten gesund ins neue Jahr starten und es bleiben. Das haben wir verdient! (…)”

Beate Otto schreibt auf Fratzenbuch: Biontech als deutsches Unternehmen erhält dieses Jahr eine Förderung von 375 Mio. aus Steuergeldern und Deutschland verzichtet auf eine bevorzugte Lieferung von Impfdosen, um “ein Zeichen für die Solidarität in der EU zu setzen”! Die EU wiederum verzichtet auf erhebliche Mengen des angebotenen Impfstoffs von Biontech (immerhin wurde auf 200 Mio. zusätzliche Dosen verzichtet), um sich dafür den französischen Impfstoff von Sanofi zu sichern – der wird aber voraussichtlich erst Ende 2021 zugelassen werden. (…)

Spiegel online: “Während Staaten wie die USA und Israel ihre Impfstoffe allein einkaufen, bestellt die Bundesrepublik sie gemeinsam mit den anderen Staaten der Europäischen Union (EU). Als im Herbst bekannt wurde, dass der Biontech-Impfstoff sehr wirksam ist, reagierte die israelische Regierung schneller und bestellte pro Kopf mehr Dosen bei Pfizer als die EU-Staaten.”

Schnelle Herde

israel vaccination

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