Religioten

Der Schockwellenreiter hat es fotografiert: Die „Linke“ wirbt mit Religioten. Ich werde sie nicht mehr wählen. Wer noch hinter Ludwig Feuerbach und Kemal Atatürk zurückfällt, ist auch nicht wirklich links.

Gouvernantenpolitik oder: Schwundstufe linker Ideologien

Interessantes Interview in der Schweizer Wochenzeitung: „Wenn das Glück der anderen nur noch eine Bedrohung ist: Der Kulturtheoretiker Robert Pfaller sieht in unserer Verbotskultur ein Symptom für die realen Versäumnisse der Politik.“
Geht es dabei denn wirklich um Moral, also darum, die Menschen zu einem besseren Lebenswandel zu erziehen?
Letztlich ist es eine rechte Einschüchterungspolitik. Das Vertrackte daran ist, dass alles, was die Gesellschaft in letzter Zeit repressiver gemacht hat, nicht mit rechten, sondern mit scheinbar linken Argumenten gerechtfertigt wurde. Die neoliberalen Beraubungsmassnahmen an der Gesellschaft konnten nur mit einem bestimmten Überbau durchgesetzt werden, der signalisiert hat, dass man schon dafür sorge, dass es den Schwachen gut gehe. Genau diesen Überbau muss man aus einer linken Perspektive angreifen. Das ist eine groteske Verzerrung linker Anliegen. Erstens kämpfen wir nicht dafür, dass es den Schwachen gut geht, sondern dass niemand schwach ist. Zweitens haben diese Massnahmen fast immer nur ihren Repräsentanten genutzt. Das ist eine Schwundstufe linker Ideologien, die im Namen irgendwelcher Schwachen, die übrigens meist fiktiv sind, jeden kritischen Diskurs und jedes Aufbegehren ersticken.“

Zentraler Satz: „Die Moralisierung ist ja ein anderes Symptom dieser Entpolitisierung mit scheinbar linken Argumenten“.

Da ich schon dabei bin: Ulli Kulke sagt, die Bienen stürben nicht aus.

Lechts und Rinks

In NRW wechseln Piraten zur AfD. Was ich schon immer sagte: Den meisten Leuten in politischen Parteien geht es nicht um eine Meinung, sondern darum, Geld zu bekommen und/oder versorgt zu sein.

Gehirndiebe

SPD

Manche Plakate sind auch noch nach fast einem Jahrhundert aktuell. (via Krebs)

Schlachta oder: Polonia confusione regitur [Update]

bücher über polen

Ich wusste nicht viel über Polen. Es hat mich nie groß interessiert. Da bber meine Hälfte meiner Vorfahren aus dem Gebiet kommt, das heute zu Polen gehört, war ich jüngst gezwungen, mich mehr mit der deutsch-polnischen Geschichte zu beschäftigen, auch, um ein paar Rätsel und offenen Fragen aus meiner Familiengeschichte zu lösen bzw. zu beantworten. Fazit: Ich kam und komme aus dem Staunen nicht heraus.

Nach rund zweimonatigem Forschen in der wissenschaftlichen Literatur weiß ich alles, was relevant ist. Die Sache ist richtig spannend. Es war zu Beginn wie beim Thema Spartacus: Es kann doch nicht sein, dass es zu diesem doch nicht unwichtigen Thema keine guten und vernünftige Bücher gibt? Woran liegt das?

Typisch ist der Satz in Christian Jansen und Arno Weisbecker: Der „Volksdeutsche Selbstschutz“ in Polen 1939/40 (1992), die bisher unveröffentlichte Justizakten auswerteten: „Dieser Materialfülle stand bisher mangelndes Interesse von seiten der Historiker gegenüber.“

Bei Albert S. Kotowski: Polens Politik gegenüber seiner deutschen Minderheit 1919-1939 (1998) lesen wir: „In der deutschen Geschichtsschreibung ist die Problematik der deutschen Minderheit in Polen [in der Vorkriegszeit] kaum aufgegriffen worden.“ Polnische Quellen waren erst seit 1989 zugänglich. Und, so kann man aus den Anmerkungen einiger neuerer deutscher Autoren schließen: Die polnische Sicht der Geschichte war durchweg undifferenziert, wenn nicht gar irrational.

Ich empfehle vier Bücher. Das beste ist zweifellos Martin Broszat: 200 Jahre deutsche Polenpolitik (1963). Wenn man die ersten fünfzig Seiten gelesen hat, murmelt man ständig „Aha! Das wusste ich nicht!“ und stellt gleich noch mehr Fragen.

Ein Beispiel: Deutsche und Polen haben sich über Jahrhunderte gegenseitig massakriert, aber es gab auch Phasen, in denen beide Völker (was auch immer das genau ist) friedlich nebeneinander lebten. Der Nationalismus diente immer den herrschenden Klassen, um das Volk gegeneinander aufzuhetzen. Das gilt bekanntlich bis heute. insbesondere für Polen. Doch warum sind die nationalen Mythen Polens so undemokratisch, völkisch, erzreaktionär – vom Katholizismus ganz zu schweigen?

Broszat stellt eine sehr interessante Theorie auf, die ich einleuchtend finde: Der Feudalstaat entwickelte sich in Polen ganz anders zum Kapitalismus, mit weit reichenden Folgen. Die polnische Adelsrepublik Rzeczpospolita (bitte verlangt nicht, dass ich das ausspreche), also die Union von Polen und Litauen, war „fortschrittlicher“ organisiert als die Herrschenden in Westeuropa. Fast ein Zehntel der polnischen Bevölkerung gehörte zum bäuerlichen Kleinadel, der Schlachta (auch: Szlachta); der Kleinadel organisierte sich durch Wahlen und durch Delegierte. Die Dominanz der Schlachta aber verhinderte auch, dass sich, anders als in Deutschland, die Städte im Gegensatz zur Feudalherrschaft organisierten. In Polen gab es weniger Klassenkämpfe zwischen Bauern und Feudaladel als in Deutschland. aber: „Die Identifizierung von Schlachta und Staat bewirkte allerdings schon im 16. Jahrhundert eine dem städtischen Bürgertum und seinen Rechten abträgliche Tendenz.“ Die Bourgeoisie hatte kaum eine Chance – der Adel war immer schon da. Ohne Bourgeoisie aber kein Kapitalismus und die ihm angemessene Herrschaftsform. Ganz im Gegenteil: Da die Produktivkräfte sich natürlich weiterentwickelten, war die herrschende Klasse Polens bald ein anarchischer Haufen, der sich gegenseitig bekämpfte – ohne die Tendenz zur absoluten Monarchie, die in Westeuropa den Adel sozial herabdrückte, ihn aber „domestizierte“.

In absolutistischen Preußen hingegen nahm der Anteil des Staates an der Verwaltung immer mehr zu: Die Könige erlaubten Siedlern, sich niederzulassen und das Land urbar zu machen, sie gründeten Manufakturen, ließen Kanäle und Verkehrswege anlegen, modernisierten die Landwirtschaft (natürlich im Sinn der herrschenden Klasse und der imperialistischen Politik). Die späteren polnischen Teilungen zugunsten Preußens und Russlands resultierten aber nicht aus der „Schwäche“ Polens, sondern waren eiskalte Machtpolitik. (Dennoch bewundere ich den „Alten Fritz“ wegen seines gnadenlosen Zynismus und seiner Toleranz.) Die „fortschrittliche“ Rzeczpospolita wurde aber im Kapitalismus reaktionär – ein schlagendes Beispiel für einen Widerspruch zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften.

Christian Jansen und Arno Weisbecker: Der „Volksdeutsche Selbstschutz“ in Polen 1939/40 sind für die interessant, die sich mit der Geschichte Westpreußens nach dem Ende des 1. Weltkriegs bis 1945 beschäftigen. Ein interessantes Buch trotzdem: Themen sind die organisierten Morde von Deutschen an Polen schon vor der Besetzung Polens 1939 – und wie diese in den Nachkriegsjahren juristisch aufgearbeitet wurden – oder eben nicht.

Albert S. Kotowski: Polens Politik gegenüber seiner deutschen Minderheit 1919-1939 ist ebenso wie Broszat ein Standardwerk, weil er als einer der ersten Historiker Zugriff auf alle Akten bekam, auch in Polen. Er referiert „Argumente“ der gesamten Forschungsgeschichte, und für die geht das nicht gut aus. In Polen wird man die Ergebnisse sicher anders sehen, weil nationale Mythen immer wirkungsvoller sind als Fakten. Ich hatte mir das Buch zugelegt, weil ich wissen wollte, was genau dort abgelaufen ist, wo der Hof meiner Urgroßeltern und derer Vorfahren war.

By the way: Von Kotowski habe ich mir gleich ein weiteres Buch gekauft: Die „moralische Diktatur“ in Polen 1926 bis 1939: Faschismus oder autoritäres Militärregime? Muss man nicht haben: es ist eine Seminarabeit, die zum Thema hat, ob und ab wann Polen nach 1918 eine – im soziologischen Sinn – „faschistische“ Diktatur war. Die Antwort ist – nach dem Tod Pilsudskis: Ja. Damit wird er sich im heutigen Polen keine Freunde machen.

bücher über polen

Von den Handbüchern zur Geschichte Ost- und Westpreußens, die ich teuer und antiquarisch kaufte, kann ich nur abraten. Er werden zwar vermutlich alle Quellen zum Thema genannt, aber die Bücher selbst sind keine wissenschaftlichen werke.

[Update] Zum Ausgleich lese man Karl Marx (politisch völlig unkorrekt über Juden) in der Rheinischen Zeitung vom 29. April 1849:
„Wir wenden uns in dieser lehrreichen Untersuchung für heute nach dem polnischen Teil unseres engeren Vaterlandes. Bereits im vorigen Sommer, bei Gelegenheit der glorreichen Pazifizierung und Reorganisation Polens mit Schrapnells und Höllenstein, haben wir die deutsch-jüdischen Lügen von „überwiegend deutscher Bevölkerung“ in den Städten, „großem deutschen Grundbesitz“ auf dem Lande und königlich-preußischem Verdienst um das Wachsen des allgemeinen Wohlstandes geprüft. (…) Im Jahre 1793 teilten die drei gekrönten Diebe die polnische Beute nach demselben Recht unter sich, nach welchem drei Straßenräuber den Beutel eines wehrlosen Wanderers unter sich teilen. (…) Eine Menge Strauchritter, Günstlinge königlicher Maitressen, Kreaturen der Minister, Helfershelfer, denen man den Mund stopfen wollte, wurden mit den größten und reichsten Gütern des geraubten Landes beschenkt und hiermit den Polen „deutsche Interessen“ und „überwiegend deutscher Grundbesitz“ eingepfropft.“

Wer schmunzeln will und beißende Ironie mag, lese auch Friedrich Engels: „Die Polendebatte in Frankfurt“:
„Und worin liegt die unerbittliche, die eherne Notwendigkeit, daß Polen sich wieder befreit? Darin, daß die Herrschaft der Aristokratie in Polen, die seit 1815 wenigstens in Posen und Galizien, und selbst teilweise in Russisch-Polen nicht aufgehört hat, heute ebenso überlebt und untergraben ist wie 1772 die Demokratie des kleinen Adels; darin, daß die Herstellung der agrarischen Demokratie für Polen nicht nur eine politische, sondern auch eine gesellschaftliche Lebensfrage geworden ist; darin, daß die Existenzquelle des polnischen Volks, der Ackerbau, zugrunde geht, wenn der leibeigene oder robotpflichtige Bauer nicht freier Grundbesitzer wird; darin, daß die agrarische Revolution unmöglich ist ohne die gleichzeitige Eroberung der nationalen Existenz, des Besitzes der Ostseeküste und der Mündungen der polnischen Flüsse.“

Arbeiterklasse

arbeiterklasse

Source: Libcom.org: Cordobazo

Sehr schönes Interview im Neuen Deutschland mit dem „Historiker Marcel van der Linden über riesige Streiks, schwache Gewerkschaften und prekäre Normalarbeit“.

Herr van der Linden, gibt es eine globale Arbeiterklasse?
Ja natürlich, warum zweifeln Sie daran?

In Deutschland wird der Begriff nicht gerne verwendet. Die meisten Menschen definieren sich als soziale Mitte. Warum ist es denn gerechtfertigt, trotzdem von der Arbeiterklasse zu sprechen?
Ich würde sagen, ein Arbeiter beziehungsweise eine Arbeiterin ist jemand, dessen Arbeitskraft zur Ware gemacht wird. In diesem Sinne gibt es eigentlich immer mehr Menschen, die zu dieser breiten Arbeiterklasse gehören. Schätzungen zufolge sind es 3,1 Milliarden. Diese Gruppe ist aber sehr heterogen.“

„Global und historisch betrachtet ist die Arbeiterbewegung in einer tiefen Krise. Sie wird ja klassisch über drei Grundformen definiert: Konsumgenossenschaften, Gewerkschaften und Arbeiterparteien.“

Ich sehe das ähnlich. Weltweit wächst die Arbeiterklasse an – auch ihr Widerstand, aber leider sind die Organisationen, die das politisch umsetzen könnten, noch nicht (wieder) stark. Die „Linke“ in Deutschland ist ohnehin nur reformistisch und nicht ernstzunehmen.

Neues aus Absurdistan

Der Verfassungsschutz will will den NSU-Bericht für 120 Jahre wegsperren.

Man stelle sich vor, jemand hätte 1897 gesagt, erst in 120 Jahren bekäme man Akten zu lesen, zum Beispiel:

14. November 1897: Deutsche Marineinfanterie landet in der Kiautschou-Bucht in China und besetzt sie kampflos. Darf ich heute schon wissen, warum?

Auch das noch!

titanic

Gewalt oder: Bataillone von Schwätzern

Thomas Fischer made my day. Lesebefehl (keinen Kuchen und Kaffee im Mund vor einer Tastatur). Leuchtfeuer der Vernunft im Meer der Dummschwätzer.

„Aber hatten Sie nicht, liebe Leser, gelegentlich auch den überwältigenden Eindruck, dass Bataillone von Schwätzern all dies genauso wenig wissen wie Sie selbst? Oder denken Sie, einer der total berühmten ModeratorInnen der „Was wird Trump zu Putin sagen?“-Formate könnte Ihnen erklären, was unter „Freihandel“ zu verstehen ist, verstanden wird oder im Einzelnen streitig sein könnte und vor allem: was er bedeutet? (…)

Auf jeden Vermummten müssen drei Fotografen und zwei Kriegsberichterstatter kommen, allesamt von „Sendern“ und „Redaktionen“ ausgesandt. Wer nur deshalb filmt, weil er es geil findet, ist selbstverständlich Abschaum, Unterstützer oder Geheimagent. (…)

Dem durchschnittlichen Steineschmeißer geht das teppichknüpfende Mädchen aus Bangladesch, wie jeder weiß, der mal eine oder zwei Literflaschen Müller-Thurgau mit Autonomen geleert hat, spätestens dann am Arsch vorbei, wenn er dafür regelmäßig morgens um 5.30 Uhr aufstehen müsste. Da ist er sich übrigens einig mit den Volksgenossen, deren Liebe zum Deutschtum mit der Frühschicht sinkt und der Promillezahl steigt.“

Des Volkes Stimme

volkes stimme

Wenn man den Volkszorn gegen die „Chaoten“ in Hamburg nur genügend medial orchestrierte, könnte man schnell wieder in vorzivilisatorischen Zeiten enden. Ich bin Pessimist.

Hamburger Aufstand

Mehr zum Hamburger Aufstand… Audiatur et altera pars: Hamburger Aufstand. By the way und nicht vergessen: Ernst Thälmann redet und schreibt Bullshit zum Thema.

Kleinbürger und Bullen

apokalypse

„Doch nur vor Einem ist mir bang: Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang.“ (Mephistopheles in Johann Wolfgang von Goethes „Faust“: Der Tragoedie erster Teil)

Interessante Lektüre: „Kleinbürger und Bullen in die Hölle von Hamburg“ – Vom Verschwörungsglauben der #NoG20-Linksextremisten (Michael Blume, SciLogs). Der Inhalt ist nicht so polemisch „gegen links“, sondern eher zynisch und klug aus der Sicht eines Ethnologen bzw. Soziologen.

Wenn sich die – oft berechtigte – Unzufriedenheit mit den Zuständen dieser Welt nicht überzeitlich-religiös auflösen lässt, wenn sich alle utopischen Hoffnungen in dieser säkularen Zeit erfüllen (oder scheitern) müssen – dann liegt der Traum von entfesselter Gewalt nahe, schein-legitimiert durch eine mythologische Hoffnung auf ein apokalyptisches Paradies nach der großen Zerstörung.

Dazu passt eine Rezension: „Die Gefahr durch Religion(en) – Not in God’s Name von Rabbiner Baron Jonathan Sacks“. (Vgl. dazu New York Times)

Ich denke bei dem Thema auch an Hans Blumenberg: „Lebenszeit und Weltzeit, 2. Kapitel: Apokalypse und Paradies“:

Aber es geht doch auch und womöglich in hintergründiger Weise um die Aufhebung des Ärgernisses, welches der Einzelne daran nimmt, daß die Welt über die Grenzen seiner Lebenszeit hinweg unberührt feststeht und sich noch andere Freuden zu erfreuen anschickt, als ihm selbst vergönnt sein mögen.

Deutsche Leerstellen

Schon erstaunlich, dass es zu historischen Ereignissen wie dem Kfar Etzion massacre keinen deutschen Wikipedia Eintrag gibt. Oder ist es doch kein Zufall? (Einen Hinweis auf den Kibbuz hatte ich in Exodus gefunden und war neugierig geworden.)

Neues von der Judäischen Befreiungsfront

Die Taz mokiert sich über den Antisemitismus de Internationalistischen Blocks. (By the way: Sehr hübscher Titel: „Die Protokolle der Weisen von Hamburg“.) Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

Vielleicht sollten sich diese so genannten „Internationalisten“ mal in palästinensichen Schulbüchern umsehen. Der korrupte Haufen, der die Araber anführt, die sich „Palästinenser“ nennen, wird bekanntlich und aus unerklärlichen Gründen durch meine Steuergelder mitfinanziert. Das ist doch Irrsinn.

Bekanntlich wollten alle Araber die Juden ins Meer werfen, nach dem die UNO das ehemalige britische Mandatsgebiet „Palästina“ zwischen Arabern und Juden geteilt und die Juden den Staat Israel proklamiert hatten. Bekanntlich haben alle Kriege, die die Araber seitdem angezettelt haben, nicht so geendet, wie sie sich das dachten.

Wer den „Palästinensern“ irgendein Territorium zuspricht, das sie angeblich mal „besaßen“, muss auch fordern, dass Königsberg wieder deutsch werde.

Viel Lärm um nichts [Update]

Ich glaube nicht, dass es eine Ehe für alle so bald geben wird. Ich habe mir ein juristisches Gutachten zum Thema komplett durchgelesen. (Merke: Wer die Regelwerke kennt, gewinnt immer.)

Ich gehe davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht entscheiden wird, dass für das geplante Gesetz eine Zweidrittel-Mehrheit des Bundestags nötig gewesen wäre, weil das Grundgesetz hätte geändert werden müssen. Alle wieder zurück an den Anfang.

Aber auf mich hört ja keiner, weil Journalismus hierzulande mit Gefühlsduselei verwechselt wird.

[Update] Hans-Jürgen Papier sieht es genauso.

Ehe und Tiere!

Ehe und Tiere. Endlich reden wir nicht immer nur über den tendenziellen Fall der Profitrate.

Die Linke jetzt auch für die herrschende Klasse wählbar!

linke

Die so genannte „Linke“ ist jetzt auch für die Herrschenden wählbar. Und ich dachte immer, eine linke Partei sei eine Lobby-Organisation für die Arbeiterklasse und die armen Leute – und alle anderen könnten sich verpissen und die SPD und die Kleinbourgeoisie Grünen wählen.

Nix auf Vorrat

Ich zitiere mal den Schockwellenreiter: „Klatsche für die GroKo: Gericht stoppt Vorratsdatenspeicherung“. Quod erat demonstrandum. Aber sie werden es wieder und wieder versuchen.

Betreutes Fernsehen [Update]

bataclan

Westdeutsche Zeitung: Die WDR-Fußnoten zum Film, nachzulesen unter doku-faktencheck.wdr.de, dürften nachträglich für kaum weniger Diskussionen sorgen als der Film, wie eine schnelle Übersicht zeigt. Beispiel: Der WDR-Kommentar Zum Anschlag auf die Pariser Konzerthalle „Bataclan“ im November 2015, bei dem 90 Menschen ums Leben kamen. Der Film stellte dar, dass die nach Israel ausgewanderten ehemaligen Besitzer bereits seit 2008 massiv bedroht wurden und bereits 2011 nur knapp einem geplanten Anschlag entgingen.

Das kommentiert der WDR so: „Es gibt keinerlei Belege dafür, dass der Anschlag auf das Bataclan im November 2015, zu dem sich der IS bekannt hat, antisemitisch motiviert war. Er kann deshalb nicht in eine Aufzählung antisemitischer Attentate aufgenommen werden.“ Es gibt ein Videomit Palästinenser-Tüchern Vermummte das „Bataclan“ bedrohen, weil dort Spenden-Galas für Israel stattfinden. Die Band „Eagles of Death Metal“, die am Abend des Anschlags spielte, wurde schon Monate vorher von pro-palästinensischen Musikern kritisiert, weil sie sich weigerte, sich einem Boykott Israels anzuschließen. Keinerlei Belege?

Schade, dass bei diesem „Faktencheck“ kein Autor genannt wird. Ich würde den oder die gern einen antisemitischen Volltrottel nennen.

[Update] Meedia.de: „Die Antisemitismus-Doku bei „Maischberger“ – ein Debakel für den WDR auf allen Ebenen“. – „Diese Sache mit der Antisemitismus-Doku hat der WDR auf wirklich spektakuläre Art und Weise vergeigt.“

Exodus

exodus

„Die Juden stehen den Arabern blutsmäßig sehr nahe und zwischen den beiden Völkern gibt es keinen Konflikt der Charaktere. Grundsätzlich besteht zwischen uns absolutes Einvernehmen.“ [Faisal I., König von Syrien (1920) und König des Irak (1921–1933)]

Niemand hat mich bisher gefragt, warum ist wie und was über Israel denke. (Tenenbom machte sich jetzt über mich lustig: Die Deutschen und ihre Obsession „Israel“, ja, ja…) In meiner streng christlichen Familie redete man weder über die Shoa noch über den Nationalisozisalimus; und die Juden kommen bekanntlich im Christentum nur als diejenigen vor, die Christus nicht akzeptieren, also die Bösen sind. Im Schulunterricht kamen wir nur bis zum 1. Weltkrieg….

Die Antwort ist einfach: Ich habe, als ich 13 oder 14 war, Leon Uris‘ Roman Exodus gelesen. Das Buch hat mich zutiefst beeindruckt und bis heute gefesselt. Man sollte auch es allen Arabern zwangsweise zum Lesen verordnen.

Da ist alles drin und unterhaltsam und sehr spannend anhand einzelner Schicksale verpackt: Der Aufstand im Warschauer Ghetto bis zur Rampe in Auschwitz, vom dänischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung bis zur Staatsgründung Israels, von der Balfour-Deklaration bis zu Liebesszenen, in denen Salomons Sprüche gemurmelt werden. Übrigens bezeichneten sich die Juden zu der Zeit immer noch als Palästinenser.

Das Buch gehört zum hier vom Stammpublikum vorausgesetzten Bildungskanon. Den gleichnamigen Film Exodus mit Paul Newman habe ich auch angesehen: Der wirkt heute zu oberflächlich und aufgesetzt und ist für Jugendliche, die sich noch nicht mit dem Thema befasst haben, nicht zu empfehlen.

Fazit: Unbedingter Lesebefehl!

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