Demokratie ist…?

Demokratie

In der Tasche ist Demokratie.

Käuflich

Abgeordnetenwatch: „Als vor einiger Zeit ein vertraulicher Brief der SPD-Schatzmeisterin an eine gesetzliche Krankenkasse öffentlich wurde, war die Blamage groß. In dem Schreiben bat sie ganz offen um eine Spende für den bevorstehenden Wahlkampf – dabei dürfen Parteien von gesetzlichen Krankenkassen gar keine Spenden annehmen. Nach dem Parteiengesetz sind Zahlungen von Körperschaften des öffentlichen Rechts verboten.“

Die Parteispenden im Jahr 2017 sind aufschlussreich.

Wer SPD wählt, ist doof

marktwirtschaft

„Alles, was man vor der Europawahl über die SPD wissen muss, um sie nicht zu wählen, hat übrigens Katarina Barley im Fragebogen des aktuellen Freitag gesagt.“ (Christian Baron)

Kostümierter Staatsfunk

Ein Artikel ist wie eine Hose und hat wie diese einen Preis. Liefert der eine Journalist nicht, was bestellt ist, liefert der andere. (…) Die sogenannten privaten Medien gehören eben nicht irgendwelchen „zweihundert reichen Leuten“, sondern „der Wirtschaft“, dem Kapital; die sogenannten „öffentlich-rechtlichen“ gehören dem Staat, vertreten durch die ihn tragenden Parteien. (…) Was sich „öffentlich-rechtlich“ kostümiert, ist: Staatsfunk. Presse- und Meinungsfreiheit bedeuten, dass der Staat und das Kapital so frei sind, ihre Meinung vom Blatt singen zu lassen, begleitet von einem manchmal dezent murrenden Chor. (…) Für neunzig Prozent des Gesendeten und Gedruckten und Erwägungen wie die hier angestellten freilich sinnlos. Es ist einfach Schund, Abfall, Dreck, wie die Hersteller selbst zugeben, wenn sie das eine oder andere ihrer Produkte als ‚Qualitätsmedium“ davon abzuheben versuchen… (Hermann L. Gremliza: Aus der Welt der Wahren, in der aktuellen konkret)

Moralisierender Kindermüll

koran

Wenn ihr Wer glaubt, ich würde mir jetzt die Haare blau färben, mein Blog mit Musik unterlegen, auf Diskussionen zum Frühfeudalismus und der Programmierung merkwürdiger Polygone verzichten und unpolitischen Quatsch faseln über das Klima (und vermutlich auch was mit Tieren), der irrt.

Female Muslim Workers!

korankoran

Source: Russian perspectives on Islam

Damit sollte man heute die grünen und parteilinken Islamversteher*_&$innen traktieren. (Die Position Lederers ist ein Grund, warum ich die „Linke“ nicht mehr wähle.)

By the way: Wie man die Rechte fördert, hat Mark Harbers, der niederländische Minister für Einwanderung, gerade demonstriert.

Er hat „Österreich“ gesagt!

Österreich

Habe ich in den letzten vier Tagen etwas verpasst? Österreich? Dieser Zwergstaat hinter den sieben Bergen hat 8,8 Millionen Einwohner. Die chinesischen Städte Shanghai, Peking, Shenzgen, Guangzhoue, Tianjin haben mehr Einwohner. Wuhan hat ungefähr so viele Bewohner wie Österreich und ist ähnlich wichtig. So what?

Die herrschende Klasse ist korrupt? Hört, hört! Was war noch mal der Berliner Bankenskandal, den unsere Qualitätsmedien nicht aufgeklärt haben, sondern der geschätzte Kollege Mathew D. Rose fast im Alleingang?
So wurden seit langem und systematisch Verluste über Netzwerke von Strohmännern verborgen, Risiken aus Geschäften wurden mit dubiosen Verträgen auf das Land Berlin abgewälzt. Für einen ausgewählten Personenkreis (vor allem Prominente, Mitglieder der Regierungsparteien CDU und SPD, Bankmanager sowie deren Bekanntenkreis) wurden Sonderfonds angeboten, deren Konditionen noch wesentlich besser als die der normalen Immobilienfonds waren. Weiterhin gab es hohe Abfindungen und Renten für die entlassenen Bankmanager sowie Verträge mit unangemessenen Mieten für bankeigene Villen, die von den Managern genutzt wurden. Auch die kostenlose Renovierung mehrerer dieser Villen kam ans Licht.

Die Neue Zürcher Zeitung hat einen netten und treffenden Kommentar dazu: „Deutsche Politiker reden über Österreich, als wäre Wien Magdeburg oder Hannover. Die FPÖ dürfte davon profitieren.“

Genau so wird es sein.

Three strikes law?

„Es ist seltsam: Wir gehen brutal gegen jeden vor, der ins Land will. Wer die Berichte aus den Lagern am Mittelmeer liest, die wir dulden, um Flüchtlinge fern zu halten, den muss das Schaudern packen. Aber kaum ist jemand im Land, schalten wir auf eine Nachsicht um, die an Apathie grenzt.“

Man muss hier jedem Wort zustimmen.

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Wilhelm Brauckmann

Wilhelm Brauckmann, Holzwickede, Nordstr. 19, geboren am 27.05.1888 in Holzwickede, heiratete und wurde Vater zweier Töchter. Zuletzt arbeitete er als Maurerpolier bei der Firma Horstkorte. In das Fadenkreuz der Nationalsozialisten geriet er durch seine engagierte Tätigkeit in der SPD und der Gewerkschaft. Ohne weiteren Anlass wurde er am 01.09.1933 von der Polizei verhaftet und in das Konzentrationslager Bergkamen-Schönhausen verschleppt, wo er unter desolaten Verhältnissen eingesperrt und schwer misshandelt wurde. Nach seiner Entlassung im Oktober 1933 war er dauerhaft arbeitsunfähig, musste sich regelmäßig bei der NSDAP-Ortsgruppenleitung melden und wurde unter ständige „Betreuung“ eines Truppführers gestellt. Von den Folgen der Misshandlungen erholte sich Wilhelm Brauckmann nicht mehr und verstarb am 01.08.1937.

The Decline of Anti-Trumpism, revisited

Ich hatte vor mehr als einem Jahr einen Artikel der New York Times erwähnt: „The Decline of Anti-Trumpism“. „The modern lowbrow (…) ignores normal journalistic or intellectual standards. He creates a style of communication that doesn’t make you think more; it makes you think and notice less. He offers a steady diet of affirmation, focuses on simple topics that require little background information, and gets viewers addicted to daily doses of righteous contempt and delicious vindication.“

Heute lese ich im Tagesspiegel: „Donald Trumps Beliebtheitswerte sind nicht nur stabil – sie steigen sogar“.

Wie kann denn das sein, da doch die deutsche Journaille freiwillig gleichgeschaltet unisono sich die Finger wundschreibt, um das Gegenteil zu erreichen?

Im November 2016, nach Trumps Wahlsieg, publizierte ich hier:
Robby Soave auf Reason.com: „Nobody votes for Trump or likes Trump on the basis of policy positions. That’s a misunderstanding of what the Trump phenomenon is. (…) The segment of the electorate who flocked to Trump because he positioned himself as „an icon of irreverent resistance to political correctness“ think it means this: smug, entitled, elitist, privileged leftists jumping down the throats of ordinary folks who aren’t up-to-date on the latest requirements of progressive society.“

Ganz großartig: „ordinary folks who aren’t up-to-date on the latest requirements of progressive society“. Ich sage nur: Gendesprech*(/_innen! Wie schreibt man das noch mal?

Ferdinand Knauß in der Wirtschaftswoche: „Gerade wir Journalisten können oder wollen dieses Wahlergebnis kaum fassen. Vermutlich auch, weil wir zwar über Trump schreiben, aber kaum jemals mit seinen Anhängern sprechen.“

Die Neue Zürcher Zeitung behauptet übrigens das Gegenteil – Trump werde immer unbeliebter. Das kann aber unser Vertrauen in den Qualitätsjournalismus nicht erschüttern.

Ich hatte Trumps Wahl vorhergesagt. Ich sage jetzt voraus, dass Trump die nächste Wahl gewinnen und wiedergewählt werden wird. Bin ich der einzige Journalist in Deutschland, der noch alle Tassen im Schrank hat der das so sieht?

Organisiert verantwortungslos

Schöner Artikel im Tagesspiegel über den Irrsinn der Verwaltung: „Das alles ereignet sich in einer Stadt, in der es zudem die Spezialität der organisierten Verantwortungslosigkeit gibt, wo Verwaltungen von Landesregierung und Stadtbezirken viel Mühe darauf verwenden, ihre jeweiligen Zuständigkeiten so präzise untereinander aufzuteilen, dass Mitarbeiter regelmäßig selber nicht mehr wissen, wer sich um was zu kümmern hat und dann nahezu zwangsläufig in Lethargie versinken oder überarbeitet sind.“

Das Problem ist: Mir fällt auch keine Lösung ein.

Authentische Heinrichsfeiern

wilhelm Peterson

Kommentar der Ausstellung im Schlossmuseum Quedlinburg: In historischen Ausstellungen des „Dritten Reiches“ war die Gegenüberstellung von „gesundem, hochwertigen, vorbildhaften Menschen und solchen, die als „minderwertig“ oder „entartet“ galten, eines der verbreitesten ästhetischen Mittel. (Elke Harten)

Die dem „GermanenheldenHeinrich I. vorgeführten slawischen Gefangenen wurden von der NS-Rassentheorie den „slawischen Untermenschen“ zugeordnet. Das Bild war ein Geschenk von Himmler an den Quedlinburger Oberbürgermeister Karl Selig.

Wilhelm Petersen [Falsche Schreibweise in der Quedlinburger Ausstellung, Petersen gestaltete ab 1953 die Mecki-Bücher, die ich als Kind begeistert gelesen habe.]

„Gefangene vor Heinrich I. am Jagdhof Bodfeld im Harz“ (Ich habe dieses Bild nirgendwo sonst gefunden.)

Krypta

Sie lernen nichts dazu. Die Nationalsozialisten benutzten Sachsen Heinrich, um ihre mörderischen Idee des „Lebensraums im Osten“ weltanschaulich zu untermauern. Vor fast 20 Jahren publizierte die Zeit einen langen Artikel (nur eine Seite verfügbar) über diese pseudoreligiösen Phantastereien: „Himmlers Heinrich“. Wikipedia: „Er hielt die bei Grabungen von Rolf Höhne am Schlossberg aufgefundenen Knochenreste für die Gebeine Heinrichs I. und ließ sie 1937 feierlich in der leeren Grabstelle neben Königin Mathilde beisetzen. Im Schlossmuseum werden heute die Überreste des Sarkophages und eine Dokumentation zur NS-Zeit ausgestellt.“

Aber es geht immer noch nur um die herrschende Klasse – in Ausstellungen, Museen und Dokumentationen – und nur um die. Welchen Sinn macht es, das Grab einer Feudaladligen in einer Krypta anzustarren? Der MDR entblödet sich nicht, das Thema als eine Art Soap-Opera anzubieten und holpert stabreimend herum: „Mathilde von Quedlinburg – Vom Mädchen zur Machtfrau“.

himmler Krypta

Die Nazis hatten die angeblichen Gebeine des Sachsenherrschers verbuddelt. Als man nach dem Krieg das Grab öffnete, fand man nur Bretter.

Immer wenn ich die Fotos von damals sehe, denke ich nicht nur an Fackelzüge, sondern auch an die gemäßigte Version, die Kerzen- oder Lichterkette. Wenn der Deutsche an sich etwas im Schilde führt, spielt er gern und in der Nacht mit dem Feuer herum, das ist eben gemütlich.

Krypta

Die Stadt Quedlinburg schreibt heute: Heinrich I. ist der erste Sachse auf dem Königsthron. Er befriedet das ostfränkische Reich, steigt zum mächtigsten Herrscher im damaligen Europa auf und begründet eine Herrscherdynastie. Sein Sohn wird als Kaiser Otto der Große in die Geschichte eingehen. Wer ist dieser Heinrich, der im Jahr 919 plötzlich König wird? 2019 feiert die Welterbestadt Quedlinburg sein 1.100-jähriges Thronjubiläum mit einer gemeinsamen Sonderausstellung am authentischen Ort der Geschichte: dem Schlossmuseum und der Stiftskirche. Heinrichs Grab in der Quedlinburger Stiftskirche steht am Anfang einer florierenden mittelalterlichen Stadt und im Zentrum eines einzigartigen historischen Welterbes.

Große Männer machen die Geschichte? Und was soll uns das lehren? „Die Zeit Heinrichs I. gehört zu den quellenärmsten des gesamten europäischen Mittelalters“, lese ich auf Wikipedia. Dann kann man ja um so mehr herumphantasieren und feiern.

Wer baute das siebentorige Theben? In den Büchern stehen die Namen von Königen. Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt? Alle zehn Jahre ein großer Mann. Wer bezahlte die Spesen?
So viele Berichte,
So viele Fragen.

wilhelm Peterson

Weg mit dem Hijab!

Hijab headscarf

Nimm dies, Taz! „Der muslimfeindliche Populismus gehört mittlerweile zu den zentralen Merkmalen rechter Propaganda und stellt ein länderübergreifendes Kampagnenthema des partei-politischen Rechtsaußenspektrums dar.“

Ihr tickt ja wohl nicht mehr richtig!

Das Bild zeigt hunderttausenden von Frauen, die am 8. März 1979 in Teheran gegen den vom religiösen Staatsoberhaupt Ayatollah Khomeini verhängten Verhüllungszwang demonstrierten. (Das Foto ist vermutlich von Hengameh Golestan. es ist u.a. auch auf Rare Historical Photos in besserer Auflösung zu sehen.)

„… die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.“ (Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie).

Offenbar sind einige Leute, die sich für links halten, hinter das Jahr 1844 zurückgefallen.

Update: Vgl. Atheist Refugee Relief.

Спаси́бо • Thank you • Merci • Danke

torgau

Sowjetische und US-Soldaten an der Elbe, bei Torgau, am 26. April 1945.

Ich finde es immer wieder lustig, wenn AfD-Groupies und andere braun gebrannte Pappnasen mich auf (in?) den so genannten sozialen Medien „anfreunden“, weil ihnen ein Algorithmus vorgaukelt, ich sypathisierte mit ihnen (ich sage bei Anfragen fast immer „ja“), und sie mich dann wegen solcher Bilder wieder „entfreunden“ oder es zähneknirschend ertragen.

Heute ist der Tag der Befreiung.

Wohin mit der herrschenden Klasse?

Fallbeilraubgrafenkasten

Oben: Fallbeil, 14. Jh., unten der so genannte Raubgrafenkasten, Schlossmuseum Quedlinburg

Mir war klar, dass die Jusos Karl Marx nie gelesen haben, sonst wären sie ja nicht in der heutigen SPD. Also kann man ihnen nicht vorwerfen, sie hätten etwas falsch verstanden, genausowenig man einem Hauptschüler zum Vorwurf machen kann, er hätte die spezielle Relativitätstheorie missinterpretiert.

Karl Marx hat nie von Verstaatlichungen gesprochen. Ein Zitat, das man (als Juso) falsch anwenden könnte, steht im Kommunistischen Manifest:
Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, das heißt des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.

Haben wir zur Zeit eine „politische Herrschaft“ des Proletariats? Nicht, dass ich wüsste. Ist der Staat in den Händen des Volkes der Bevölkerung? Auch nicht wirklich. Welchen Sinn könnten Verstaatlichungen im Kapitalismus dann haben?

Natürlich kann man denselben reformieren oder so tun als ob, abmildern, damit die Leute nicht allzusehr herumrebellieren. Man könnte Strom, Wasser, Gas, Internet, Nah- und Fernverkehr in die öffentliche Hand überführen, das Gesundheitssystem sowieso, da es jedem einleuchtet, dass mit dem, was jeder umbedingt zum Leben braucht, keine Profite gemacht werden müssen. Aber Autos?

So einen Quatsch kann nur die SPD fordern. Ich vermute jedoch, dass hier nur jemand die größtmögliche Aufmerksamkeit suchte und wusste, an welches Heiligtum er pinkeln musste, um das zu erreichen.

Failed State Ukraine

Opendemocracy.net: „Ukraine: the International Workers’ Day that we lost. In the Soviet Union, May Day devolved into a formal holiday with little direct political meaning. Today, Ukraine has never been further from trade union struggle.“

Interessanter Hintergrund-Artikel, der sich wohltuend von dem Quatsch unterscheidet, den man in deutschen Mainstream-Medien zu lesen bekommt.

Der Einzug des Religiösen ins Politische

Lesebefehl für ein sehr interessantes Interview auf Telepolis mit Tyma Kraitt: „Der Einzug des Religiösen ins politische Feld“. Ihr Buch Sunniten gegen Schiiten: Zur Konstruktion eines Glaubenskrieges habe ich gerade gekauft.

Die Diskussion über die Reconquista der Religion gegen säkulare Ideen ist jedoch nicht neu. Der Islam ist in einigen arabischen Ländern Erbe des Marxismus sowjetischer und nationalistischer Prägung.

Talabartería

talabartería
machete

In diesem Laden („Lederwaren“) in den Llanos von Kolumbien habe ich meine Machete gekauft. Ich meinte mich zu erinnern, dass wir in Vistahermosa eine Woche gewohnt hatten. Der Ort am Fluss Guejar, den wir auf dem Weg in die Serranía de la Macarena überquerten, heisst jedoch Piñalito. Darüber muss ich noch nachdenken.

Balkonien, Subjektlose Herrschaft, Rich Kids et al

balkonien

Hiermit teile ich Ihnen mit, dass ich nach vier 12-Stunden-Schichten zwei Wochen Urlaub habe und den Beginn desselben heute morgen um 7.35 Uhr feucht-fröhlich (Lagavulin) begossen begonnen habe.

Wenn ich jetzt Zeit und Lust hätte, würde ich die Leserschaft mit allerlei Themen behelligen; ich beschränke mich auf Hinweise.

CNN: „What explains rich-kid terrorists“. „Sri Lankan Defense Minister Ruwan Wijewardene said Wednesday that most of the terrorists who killed at least 253 people at churches and hotels in Sri Lanka on Sunday were „well-educated and come from maybe middle- or upper-middle-class. So, they are financially quite independent, and their families are quite stable financially.“

➨ Tomasz Konicz schreibt auf Telepolis über „Die subjektlose Herrschaft des Kapitals“. Interessant und richtig, aber das weiß ich schon alles. „Die Prämisse, die dem altlinken Klassenkampfdenken innewohnt, wonach es eine Gruppe von Menschen gebe, die die gesellschaftliche Reproduktion bewusst kontrollierten, ist falsch.“ So habe ich nie gedacht. Ich sage nur: Alles Charaktermasken!

➨ Ich habe in den so genannten „sozialen Medien“ einen Artikel der Zeit kommentiert: Ich lese nicht weiter, wenn die Wörter „Verfassungsschutz“ und „warnt“ vorkommen. (Ich lese auch keine Artikel in Genderdeutsch.)

Phys.org™ (formerly Physorg.com): „Ecuador Amazon tribe win first victory against oil companies“. Hasta la victoria siempre!

jerusalem Post: „The newly formed Committee to Ban Hezbollah in Germany called on US consumers to boycott German automobiles in an advertisement in The Jewish Journal of Greater Los Angeles, after German Chancellor Angela Merkel rejected outlawing Hezbollah.“

➨ Ein informativer Artikel in der New York Times: „Casting Light on Little-Known Story of Albania Rescuing Jews From Nazis“. „With ordinary Albanians moving Jews from hide-out to hide-out to elude capture, Albania saved virtually all of its 200 native Jews and 400 Jewish refugees from Germany and Austria. The country also helped spirit hundreds more over from Nazi-occupied Balkan lands.“

➨ Wer sich über die Krim von heute informieren will, kann einen Artikel auf Rubikon lesen – dort sind auch zahlreiche Primärquellen verlinkt. „‚Annektiert‘ und gut drauf – Vor-Ort-Erfahrungen von Besuchern der Krim widersprechen eklatant den Negativberichten deutscher Medien.“ Ich habe an dem Artikel aus journalistischer Sicht nichts auszusetzen.

➨ „Antimuslimischen Rassismus“ gibt es nicht. Das sieht ein Gastkommentar im Standard ähnlich. „Rassismus und Religion haben nichts miteinander zu tun.“

➨ Orang-Utans in freier Wildbahn werden in zehn Jahren ausgerottet sein. Auch den Königspinguinen geht es schon an den Kragen.

Welche Gesellschaft soll das abbilden?

schutzweste

Die Firma sorgt sich um die Sicherheit der Mitarbeiter. Also tragen wir jetzt hieb- und stichfeste Westen in der Notaufnahme. Ein Kollege wurde neulich so schwer verletzt, dass er für Monate ausfallen wird. Vor kurzem ging jemand mit einer abgebrochenen Flasche vor dem Krankenhaus auf Leute los.

Wäre ich Boris Palmer, würde ich fragen: Welche Gesellschaft soll das abbilden?

Eine Gesellschaft, die von vielen Einwanderern und deren Nachfahren geprägt ist, deren Werte und Verhalten nicht mit denen des gefühlten Mainstreams übereinstimmen. Zum Beispiel Leute, die in Deutschland geboren wurden, aber Fans des Diktators Erdogans sind. Leute, die hier Zuflucht gefunden haben, aber keinerlei Regeln akzeptieren (weil sie Regeln nie kennengelernt haben). Männer der „südländischen“ Art, die ausflippen, wenn Krankenschwestern (!) oder Ärztinnen (!) sie etwa anweisen zu tun. Mit denen habe ich täglich zu tun. Man muss es sportlich sehen, aber niemand wird mich daran hindern, die Dinge zu benennen.

Besonders lustig ist es natürlich, jetzt die Kommentare der Krawallzeitung Bild über Tübingens Oberbürgermeister und seine Kritik an der Multikulti-Werbekampagne der Deutschen Bahn zu lesen: „Boris Palmer ist eine notorische Krawallnudel und ziemlich eitel verliebt in seine eigenen Provokationen.“ Har har. (Ich finde den Namen des Kommentators nicht.) „Denn das Bild, das die Bahn von Deutschland und den Deutschen entwirft, ist nicht das, was die große Mehrheit der Deutschen täglich sieht. In der Nachbarschaft. Am Arbeitsplatz. In der Eisenbahn.“ Ist aber richtig und wahr.

Der Tagesspiegel zitiert Palmer zum aktuellen Thema: Menschen wie ich, also alte, weiße Männer, tauchen auf dieser Bildauswahl nicht auf“, sagte er. „Das finde ich erst mal erklärungsbedürftig.“ Offen und bunt heiße nicht, dass Personen, die aussähen wie er, auf einmal keinen Platz mehr zugewiesen bekämen.

Palmer weiß genau, auf welche Knöpfe er drücken muss, damit diejenigen, die er meint, Schnappatmung bekommen. Meinungstyrannen ist der richtige Begriff für Leute (oder schmallippige verletzte Frauen), die gar nicht mehr kontrovers diskutieren können oder wollen und die nur tolerant gegenüber der eigenen Meinung sind. (Beifall von der falschen Seite – etwa von den Salonfaschisten der AfD – sollte man ohnehin ignorieren.)

Ich habe eine Sache, zu der ich stehe und die ich weiterhin für richtig halte, falsch kommuniziert, weil ich mir nicht mehr als eine Minute Zeit genommen habe, um die Wirkungen meiner Formulierungen zu durchdenken.

Das ist natürlich gelogen. Palmer weiß genau, was er tun muss, um in sozialen Milieus, die nicht „grün“ sind, Stimmen bei der nächsten Wahl zu fangen. Der Mann ist ein Naturtalent. Im Gegensatz zu ihm würde ich aber nicht so weicheirig etwas verwässern oder zurücknehmen, was ich gesagt habe.

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