#miomiogate et al

Wer vom geschätzten Publikum nicht in der Medienblase lebt, sollte jetzt vielleicht kurz die Titanic lesen.

And now for something completely different. Wir reden über reaktionäre Sch…haufen. Nein, nicht die so genannte AfD, sondern die Journaille, die nichts, aber auch gar nichts kapiert hat, wie man bei Salonkulumnisten vorgeführt bekommt: „Neoliberale Professoren- und Anti-Euro-Partei war einmal, in der AfD geben jetzt die Sozialnationalisten den Ton an. Zeit, sich auf das Erfolgsrezept der jungen Bundesrepublik zu besinnen: Wachstum und Wohlstand für alle.“

Wachstum und Wohlstand für alle im Kapitalismus?! Wie blöde muss man sein und in welcher Blase muss man leben, um so etwas zu formulieren? Der Autor dieses ideologischen Sondermülls schreibt angeblich aus „aus konsequent humanistischer Perspektive“. Freunde werden wir in diesem Leben nicht mehr.

Grenztruppen

grenztruppen

Grenze zwischen Mexiko und Belize am Rio Hondo, nordöstlich der Höfe der mennonitischen Bauern in Tres Leguas, bei denen ich 1979 ein paar Tage gewohnt habe. Auf der anderen Seite ist Mexiko.

Orgy of Murder

Haaretz: „‚Orgy of Murder‘: The Poles Who ‚Hunted‘ Jews and Turned Them Over to the Nazis. More than 200,000 Jews were killed, directly or indirectly, by Poles in World War II, says historian Jan Grabowski, who studied the brutal persecution of the victims. His conclusion: There were no bystanders in the Holocaust.“

Ein interessanter Beitrag vor dem Hintergrund des neuen polnisches Gesetzes.

Die Jagd auf den Regenbogen

Rainbow
Foto: Burks 2008

Alles Irdische ist eitel. (Die Bibel, Prediger)

Ich empfehle den intelligenten und des sophisticated Englischen kundigen Leserinnen und den klugen und an Wissenschaft interessierten Lesern den Artikel „Chasing the Rainbow: The Non-conscious Nature of Being“ (verdammt schwierig). Vielleicht vorher noch einen kurzen Abstecher zum Spiegeltest und zur Binokularen Rivalität.

Despite the compelling subjective experience of executive self-control, we argue that “consciousness” contains no top-down control processes and that “consciousness” involves no executive, causal, or controlling relationship with any of the familiar psychological processes conventionally attributed to it.

Das ist natürlich Gift für die Moraltheologie. Ich habe mir Wikipedia über Bewusstsein durchgelesen. Wenn man es auf den Punkt bringen will: Wir haben immer noch keine Ahnung. (Die Frage müsste auch sein, was eigentlich die richtige Frage dazu ist. Eine Zwischenüberschrift lautet denn auch: „Anthropomorphism and the Search for Meaning“.)

In our account, we take this argument to its logical conclusion and propose that “consciousness” although temporally congruent involves no executive, causal, or controlling relationship with any of the familiar psychological processes conventionally attributed to it.

Au weia. Jetzt wird es hart. Gefällt mir aber, in dem Sinn: Alle anderen Wissenschaftler hatten bisher Unrecht.

A key feature of our account (…) is that it does not set out to offer an explanation for the subjective “experience of consciousness” but rather to highlight what we consider to be the fundamental misconception rooted in everyday experience and embedded in the powerful folk-view of the nature of “consciousness.” Central to our view (…) is the simple proposition that all neuropsychological processing takes place independently of the experience of “consciousness.” This is not to deny the powerful and ubiquitous existence of “conscious experience” but rather to claim that all executive psychological processes irrespective of how quickly and intuitively causally they might appear, actually reflect background neuropsychological activity that takes place in non-conscious systems. As noted earlier, to avoid unwanted associations embedded in traditional accounts of “consciousness” we have choosen to use the terms “personal narrative” and personal “awareness” in our account in place of “contents of consciousness” and “experience of consciousness.” (…) We describe the process of generating this personal narrative as Internal Broadcasting.

Die neurophysiologischen Prozesse, die im Gehirn ablaufen, haben also nichts oder nur wenig mit dem zu tun, was wir als „Bewusstsein“ bezeichnen. In der Zusammenfassung heißt es:
We take no issue with the experiential primacy or reality of personal awareness and the related powerful sense of agency and self, that we all feel. We argue, however, that central to the traditional domain of “consciousness” is a personal narrative created by and within inaccessible, non-conscious brain systems where personal awareness is no more than a passive accompaniment to this process. In this view, both the personal narrative and the associated personal awareness are end-products of widely distributed, efficient, non-conscious processing that arrives too late in the psychological process cycle for there to be a reason to infer the necessity of an additional independent executive or causal capacity to either of them.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, aber wenn ja, dann könnte man das Ergebnis wahrhaft in die schöne Metapher kleiden: Was wir meinen zu sei, ist so real wie ein Regenbogen.

Zornige alte weiße Männer in unbeliebten Bademänteln

selfie

Grandioser und gut geschriebener Artikel von Hilmar Klute in der Zeit über den Kolumnisten Harald Martenstein: „Es sind aufgeregte Zeiten, in denen Männer nicht zu wissen glauben, was sie sagen dürfen“. Für mich stimmt das natürlich nicht, aber vielleicht ja für andere Männer. Mein Beileid.

„Anfang der Fünfzigerjahre geboren, Arbeiterhaushalt, Dosenravioli und keine Bücher im elterlichen Wohnzimmer. Da muss man nicht, aber da kann man natürlich Kommunist werden, in die DKP eintreten, das hat Martenstein gemacht.“ Alles stimmt bei mir auch, ausser natürlich das mit der DKP. Ich suchte damals etwas Radikaleres.

Harald Martenstein und Deniz Yücel sind für mich großartige Journalisten, so wie es sein müsste, die besten Schreiber, die Deutschland hat. (Das Foto oben zeigt natürlich nicht Martenstein, dessen Bademantel ist weiß.)

Lesetipps ohne Rezension

literatur

Wollte die Leserschaft nur informieren, was ich im Moment an elektronischer Literatur konsumiere… Bücher, die Strom brauchen.

Wie ein falscher Islamist deutsche Behörden vorführt

Die Presse: „Der israelische Journalist Zvi Jecheskeli hat unter Lebensgefahr gezeigt, wie man zum „syrischen Flüchtling“ werden und Zugang nach Deutschland erlangen kann. Und was die wachsende islamistische Gemeinde in Europa langfristig vorhaben könnte.“

Jede Zeile lesenswert. Zum Beispiel: „Wenige Tage später erschien er in einem Flüchtlings-Auffanglager in Berlin und traf dort just auf einen Beamten mit Wurzeln im Gazastreifen, der vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen war – und laut der Reportage sehr rasch mit dem Neuankömmling sympathisierte. Es habe nur Stunden gedauert, bis ihm der Beamte – ein Sozialarbeiter – vorläufige Aufenthaltspapiere samt solcher über Ansprüche auf Sozialleistungen gegeben habe. Dazu der Kommentar: ‚Mit Allahs Hilfe beginnst Du hier ein neues, islamisches Leben.'“

Der Original-Artikel der ‚Welt‘ versteckt sich hinter einer Paywall.

Chichén Itzá [Update]

chichen itza

Diese Fotos (demnächst mehr) habe ich ganz knapp vor dem Verderben gerettet – die Dias kriegen schon einen erheblichen Blaustich. Hatte ich vergessen zu digitalisieren. Chichén Itzá, Mexiko 1979.

[Update] Der des Fotobearbeitens kundige Leser Andreas hat sich über das Bild hergemacht (danke!):

chichen itza

Meine Meinung zu Dresden

dresden

Whisky-Warnung!

whiskywhisky

Ich könnte das hiesige qualitätsgetränkekundige Publikum auf die Folter spannen und zum oberen Bild fragen: Wo war ich (Running Gag: „Hier entsteht eine neue Internet-Präsenz“) und was tat ich? Das Schild jedoch ist eine Lüge, denn meine Hausmarke Glentauchers ist ausgegangen!

Ich musste daher auf die Linkwood Distillery ausweichen. „The distillery was built in 1821 by Peter Brown with two stills, and started production in 1825…“ Nein, das ist kein Blended Wihsky: „Nur ca. 2 % der Produktion werden als Single Malt auch vermarktet.“

Davon habe ich was erwischt: Das Gesöff schmeckt großartig!

Gringo con mochila

gringo

Das bin ich irgendwo in Guatemala (1979). Der Rucksack wog 22 Kilo – gutes Konditionstraining, aber der Inhalt musste ja auch für die sieben Monate reichen, die ich unterwegs war.

Deus vult

deus vult

Gesehen bei den so genannten Anti-Deutschen :-)

Challenge und Datafizierung

Hypertext

Christoph neuberger @LMU_Muenchen – journalisten sollen sich kommentaren unter ihren artikeln stellen statt ihre texte als sakrosanktes endprodukt zu sehen. journalistisches endprodukt ist nicht text sondern der kommunikationsprozess /v @hiig_berlin

Der Vortrag ist ein rechtes Geschwurbel. Der Vortragende kann nicht reden und kennt auch keine Zwerchfellatmung (und er muss an den falschen Stellen schlucken).

„Auch in der Raum-Zeit-Dimension gibt es viele neue Möglichkeiten.“ Wer hätte das jetzt gedacht?

Der Vorwurf trifft aber den Punkt. Frage: Warum tun sie es nicht?

#FreeDeniz

#FreeDeniz!

Keine Katzenbilder

katzenbild

Ich habe gerade so viel zu arbeiten, dass ich kaum Zeit habe, etwas Vernünftiges zu bloggen. Morgen oder übermorgen wieder….

Charaktermasken

Die deutsche Journaille interessiert sich nur für die Charaktermasken der herrschenden Klasse. Sophokles und Aischylos gefällt das.

Prayer Cleanup Service

The Western Wall in Jerusalem. A holy place in Judaism were people write down their prayers on prayer notes and place them in the crevices.
In the meanwhile this guy is like: „Excuse me, prayer cleanup service coming through.“
Religion summed up by a man with a brush.
(via The Dutch Atheist/Facebook)

Themensuche oder: Nur ganz kurz zwischendurch

Warum liest man weder in der Berliner Zeitungen und in den aktuellen Polizeimeldungen darüber, dass einer meiner Kollegen gestern in der Notaufnahme von einem Patienten nicht unerheblich verletzt wurde? Der Randalierer konnte nur mit Hilfe mehrerer Polizisten und Feuerwehrleute überwältigt werden. Das ist offenbar so normal dort, dass sich niemand die Mühe macht, darüber zu berichten. Mein Kollege muss krankfeiern.

Fernreisen per Bus

agua

Fernreisen per (Schul)Bus in Guatemala (1979). Die Fahrgäste mussten öfter aussteigen und schieben oder warten, bis das Gefährt sich durch den Schlamm gewühlt hatte.

Tropenfrüchte

market

Frage an die hier mitlesenden Biologen: Welche Frucht halte ich da in der Hand? (1982 in Scarborough, Republic of Trinidad and Tobago)

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