Swing Bridge

BelizeBelize

Der Hafen von Belize City (1981) mit Blick auf die berühmte Swing Bridge. Die Brücke „is the oldest swing bridge in Central America and one of the few manually operated swing bridges in the world still in use.“

Ich war zwei Mal in Belize – definitiv eines meiner Lieblingsländer. Auf der rechten Seite hinter der Brücke war eine stadtbekannte Bar, wo sich damals auch die wenigen Ausländer trafen. Vor allem saßen dort ehemalige englische Soldaten, die in Belize hängengeblieben waren und interessante Geschichten zu erzählen wussten.

Das untere Foto zeigt den Blick landeinwärts, von der anderen Seite des Flusses.

B’aakal und Lakamha’

palenque

Palenque in Mexiko, das Foto habe ich 1981 gemacht.

Was von uns bleibt

Peter Baumgart

Was mir von meinem Großvater Peter Baumgart (geb. 26.06.1897 in Podlesche bei Brzozówka, Kreis Neuhof – Nowy Dwór bei Warschau, gest. 30.12.1979 in Bönen) geblieben ist – außer ein paar Fotos und den Erinnerungen: Eine Kaffeetasse (die sogar mehrere meiner Wohngemeinschaften überlebt hat), ein Feldstecher „Compass“ von Eschenbach, der Wehrpass und ein silbernes Messer aus Solingen. Das Messer wurde so oft geschliffen, dass die Klinge jetzt um ein Drittel schmaler ist. Es ist das schärfste Messer, das ich besitze.

The People of Belize

People of Belize

In der Nähe von Dangriga, formerly know as Stann Creek, in Belize, Mittelamerika (1981). Dangriga ist ein bedeutender Ort der Garifuna.

Ik gihorta dat seggen

altgermanistikHildebrandtslied

Zur Erinnerung an mein sechsjähriges Studium der Altgermanistik. Hat ja auch Zukunft, sowas.

Bürgerliche Mitte und mitreissende Kader [Update]

comrade lenin

Wie die neueste Forsa-Umfrage zeigt, sind CDU, Grüne und FDP die neue und alte bürgerliche Mitte, die Linke bleibt marginalisiert. IMHO wieder ein Argument für Wagenknecht & Lafontaine.

Zum Vergleich: Die spanische Podemos ist mit der Izquierda Unida verbündet, das wird die „Linke“ vermutlich nur schwer über’s Herz bringen. Wie hier schon von kundigen Lesern erwähnt wurde, müsste eine linke Sammlungsbewegung „von unten“ kommen, also auf zahlreichen Initiativen usw. fußen. Podemos ist reformistisch und stellt das System nicht in Frage. Der europaweite Trend geht aber zu Bündnissen wie Syriza in Griechenland, nur dass die Deutschen wie gehabt unfähig sein werden, sich aus ihrer rechthaberischen linken Sektenmentalität herauszubuddeln. Allerdings begann auch Podemos mit einem Manifest von Intellektuellen oder denen, die sich dafür hielten.

Trotzdem müsste eine echte linke Partei (die es in Deutschland nicht gibt) einen Plan B haben, falls man wider Erwarten die Macht zugeworfen bekommt (wie in Griechenland, wo eben dieser Plan fehlte.) Aber da sind wir schon wieder bei Lenin:

Und nur das gröbste Missverstehen des Marxismus (…) konnte zu der Ansicht führen, dass die Entstehung einer spontanen proletarischen Massenbewegung uns der Pflicht enthebe, eine ebenso gute, ja noch unvergleichlich bessere Organisation von Revolutionären zu schaffen, als die Semlja i Wolja sie hatte. Im Gegenteil, diese Pflicht wird uns gerade durch diese Bewegung auferlegt, denn der spontane Kampf des Proletariats wird nicht zu einem wirklichen »Klassenkampf« werden, solange dieser Kampf nicht von einer starken Organisation der Revolutionäre geleitet wird. (…)
Nun behaupte ich: 1. Keine einzige revolutionäre Bewegung kann ohne eine stabile und die Kontinuität wahrende Führerorganisation Bestand haben; 2. je breiter die Masse ist, die spontan in den Kampf hineingezogen wird, die die Grundlage der Bewegung bildet und an ihr teilnimmt, um so dringender ist die Notwendigkeit einer solchen Organisation und um so fester muss diese Organisation sein (denn um so leichter wird es für allerhand Demagogen sein, die unentwickelten Schichten der Masse mitzureißen; 3. eine solche Organisation muss hauptsächlich aus Leuten bestehen, die sich berufsmäßig mit revolutionärer Tätigkeit befassen; 4. je mehr wir die Mitgliedschaft einer solchen Organisation einengen, und zwar so weit, dass sich an der Organisation nur diejenigen Mitglieder beteiligen, die sich berufsmäßig mit revolutionärer Tätigkeit befassen und in der Kunst des Kampfes gegen die politische Polizei berufsmäßig geschult sind, um so schwieriger wird es in einem autokratischen Lande sein, eine solche Organisation »zu schnappen«, und 5. um so breiter wird der Kreis der Personen aus der Arbeiterklasse wie aus den übrigen Gesellschaftsklassen sein, die die Möglichkeit haben werden, an der Bewegung teilzunehmen und sich in ihr aktiv zu betätigen.

Aus dem Jahr 1902, klingt irgendwie trotzdem aktuell. Nur fehlt hierzulande eine organisierte Arbeiterklasse. By the way: Was machen eigentlich die Kader der ehemaligen WASG?

Ich schrob schrieb 2004:
Auch heute könnte eine neue linke Partei nicht jenseits ihres angestammten Milieus wildern und etwa die „Kulturschranke“ zwischen den Arbeitern und den „Neuen Mittelschichten“ oder zwischen sozialdemokratischem Milieu und der PDS niederzureißen. Deshalb würde eine weitere linke Partei kaum Erfolg haben – Umfragen über den Anteil der Unzufriedenen innerhalb des eigenen Lagers sagen kaum etwas über deren Wahlverhalten aus.

[Update] By the way: Don Alphonso sehr lustig über Wagenknecht: „In die Richtung weg vom Dogmatismus wird es immer Wähler geben, die ihre noch kommenden Wandlungen als klug und durchdacht begrüßen werden, und insgeheim wünscht sich doch jeder echte Reaktionär für seinen laschen Bubi eine tatkräftige Frau, die genau weiß, was sie will. Sahra Wagenknecht ist anschlussfähig, und vermutlich sammelt sie die Herde nicht hinter sich, um sich von der Herde bestimmen zu lassen. Sie ist im besten Sinne des Wortes gesellschaftsfähig. Man möchte ihr vorgestellt werden. Eigentlich ist sie ja fast eine verwunschene Prinzessin, versklavt in der Stasinachfolgepartei. Der gepflegte Reaktionär kennt das als ‚Die wäre schon was, wenn die Familie nicht wäre‘.“

Iran

Neu in der Blogroll: Iran Commentary von Heshmat Alawi (Twitter).

Drachenköpfe, das Bestehende und das Mögliche

coal miner

Legende: „An 8 year-old coal miner in Utah or Colorado, USA, in the early 1900’s.“ Herkunft nicht ermittelbar, vielleicht stammt das Bild von Lewis Hine (1847-1940).

„Um einiger zugkräftiger Wahlparolen willen werden alle Grundsätze verleugnet. Die kommunistische Partei verschmäht es nicht, um den Nationalsozialisten Mandate abzujagen, ihnen die arbeiterfeindlichsten Schlagworte nachzuplappern, von denen sie den Erfolg der nationalsozialistischen Agitation bei den Massen herleitet. Die Kommunisten haben die Internationalität des Proletariats preisgegeben und schwelgen in nationalen Phrasen. Sie verkünden nicht mehr die internationale und sozialistische Befreiung der Arbeiterklasse, sondern die nationale und soziale Befreiung Deutschlands.“
(Erich Mühsam 1932, im letzten der vier Fanal-Rundbriefe)

„Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen. Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. (…) Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.“
(Karl Marx – Friedrich Engels: (Manifest der Kommunistischen Partei, 1848)

Ja, ich weiß, man könnte die Zitate jetzt nehmen, um der Sammlungsbewegung #aufstehen eins auszuwischen. Aber diejenigen, die heulend und zähneklappernd aus der gefühlslinken Ecke mit der „Querfront“-Keule kommen, sollten der Tatsache eingedenk sein, dass sie nur die Wahl haben, marginalisiert zu bleiben in dem bequemen Gefühl, die Wahrheit gepachtet zu haben, die das Volk angeblich noch nicht versteht, also gut deutsch der Rechthaberei zu huldigen, oder etwas zu machen, das die Mehrheit der da unten mitträgt und vor allem versteht. Was seid ihr doch für ein arrogantes Pack?! Wer ist schuld, dass die Linke in Deutschland auf dem Boden herumkrepelt? Die Linke, wer sonst!

Man kann es natürlich auch so machen wie Katja Kipping: „Wie sie lauter richtige Sätze gesagt hat, hinter die man im richtigen Milieu jederzeit, auch nachts im Schlaf, einen Haken machen würde. Dadurch werden die Sätze nicht falsch, aber eben ein bisschen egal und folgenlos.“ Wie die Politik der Partei „Die Linke“ und der Sekten am linken Rand sowieso.

Mir ist ein Arbeiter, der militant für seine Rechte eintritt, aber „Neger“ sagt, lieber als eine kleinbürgerliche studentische Trulla, die gendrifiziert spricht, aber nicht weiß, wie man einen Nagel in die Wand schlägt. Auf Letztere kann ich gern verzichten. Wenn die Linke das nicht einsieht, wird sie so enden wie die traditionsreiche Kommunistische Partei Frankreichs, die mittlerweile unter der Fünf-Prozent-Hürde liegt. Wenn ihr da hin wollt: Macht weiter so! Die neue linke Sammlungsbewegung kann offenbar schon etwas erreichen (fragwürdige Quelle!), obwohl ich wenig Illusionen habe.

coal miner

„Muslim women-workers! The tsars, beis and khans took away your rights. You were a slave in the government, at the factory, at home. Soviet rule gave you equal rights, tearing away the chains that were binding you“- 1921 Soviet poster.

Raimund Löw vom österreichischen Magazin „Falter“ hat vor einem Jahr ein Interview mit Moishe Postone ( †2018, vgl. auch die Jungle World über ihn) geführt: „Marx in the Age of Trump“.

Most of the American Left, including the movements you just mentioned, use the word capitalism when they actually mean inequality, or racism, or sexism. Their thinking is not grounded in any detailed political-economic analysis.

Meine Rede. Öko, vegan, Gendersprech- den gesmaten Scheiß kann man den Grünen überlassen. Ich sage nicht, dass alles schlecht ist, aber was sollte der Kern linker Politik sein? It’s the economy, stupid.

Postone hält auch von Bernie Sanders genausowenig etwas wie ich.
Focusing on trade easily leads to a nationalist position, defending the domestic working class against foreign imports. In the course of the 20th century, due to the welfare state and similar developments, the communist dream of internationalism dissipated and working class movements became de facto nationalist. But if that’s going to be your position, then the Right is much better at that. The Right are much better nationalists. (…) The current crisis of labor is actually a structural problem of capitalism that was foreseen by Marx. His analysis of relative surplus value and accumulation predicted that runaway growth would be accompanied by declining surplus value, and declining levels of surplus value are related to a growing superfluity of labor. People become more and more superfluous. And the Left does not have an answer to that. The Right does, but it’s a stupid and dangerous answer. They blame these developments on immigrants, on women, and in the US also on Blacks, or on China or Mexico. And the Left does not offer a viable alternative explanation.

Und nun zu etwas nicht ganz anderem. Die Chinesen bauen große Brücken und ganz schnelle Züge. Wenn man das aber verstehen und wissen will, wohin das führt, sollte man den sehr interessanten Artikel von Felix Wemheuer in der aktuellen Konkret lesen: „Plan: Markt. Mit autoritären Mitteln organisiert die chinesische Zentralregierung eine Art »ursprüngliche Akkumulation“. (Von dem werde ich mir ein paar Publikationen besorgen.)

Die New York Times hat noch was dazu: „How China Wins the Trade War.“ – „Instead, when the next round of tariffs hits, American households will face higher prices on computers, clothing and thousands of other products. China, not the United States, will improve its standing in the world as a place to make and build the future.“ Nimm dies, Trump.

Natürlich sind die hiesigen wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser, aufgefordert, ihren Senf dazuzugeben. Wir sind ja nicht bei der typisch Deutschen Welle, die sich vor dem Volk fürchtet wie wie Linke.

Die Nebelkrieger in Sacsayhuaman

Sacsayhuaman

Sacsayhuamán in den Anden Perus in der Nähe der alten Inkastadt Cuzco.

Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Man weiß bis heute nicht, wie die Inka die Steine transportiert haben, da sie weder das Rad noch Rollen kannten.

Sacsayhuaman war 1536 der Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den Spaniern und den Truppen Manco Cápac II., der noch Jahre später später einen Guerillakrieg gegen die Konquistadoren führte.

Der Beginn des Aufstandes war absichtlich auf Ostern 1536 festgesetzt worden. Eine Woche zuvor gelang Manco die Flucht vor seinen Bewachern zu einem vorbereiteten Versteck im Norden, wo sich seine Truppen sammeln sollten. Aufgrund von Verzögerungen konnte der Angriff allerdings erst Anfang Mai beginnen, nachdem es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Generälen über den genauen Angriffszeitpunkt gegeben hatte.

Als die Inka-Armee in Cuzco ankam, waren etwa 200 Spanier sowie mehrere tausend indigene Soldaten in der Stadt stationiert. Unter diesen sind viele Kañaris und Chachapoyas (die „Nebelkrieger“) aus dem Norden, welche in der späten Inkazeit umgesiedelt worden waren und dort eine wichtige Rolle als Elitetruppen spielten, bis sie sich den Spaniern anschlossen. Mancos Armee umfasste vermutlich mehrere Zehntausend Krieger (Augenzeugen sprechen von bis zu 30.000). Nachdem die Wasserversorgung unterbrochen worden war, begannen sie die Belagerung der Stadt und der ihr vorgelagerten Festung Sacsayhuamán, welche schon nach kurzer Zeit fiel.

Obwohl ihre Niederlage fast sicher schien, kämpften die Spanier erbittert um ihr Leben – sie wussten, dass sie von den Inka keine Gnade zu erwarten hatten. Als Druckmittel versuchten sie deshalb, die von Manco zur Unterstützung seiner Armee angeheuerten Zivilisten zu terrorisieren. Gleichzeitig gelang es mehreren Inkaverbänden, Entsatztrupps der Spanier auf dem Weg nach Cuzco zu vernichten, wobei über dreihundert Spanier den Tod fanden…

Ein Stoff, den Homer sicher interessant gefunden hätte…

Das Foto habe ich im Februar 1980 gemacht (vgl. Sacsayhuamán).

Ganz normal

Älterer türkischer Mann: „Meine Frau liegt da drin. Haben Sie sie vielleicht gesehen?“
Ich: „Fragen Sie bei der Anmeldung. Aber ich habe mehrere Frauen gesehen, trägt sie ein Kopftuch oder Hijab?“
Er: „Nein, ganz normal.“
Guter Mann!
#Notaufnahme #Rettungsstelle #Hijab #Security

Burks.de ist für Google gefährlich

google

Das hat man nun von so genannter künstlicher Intelligenz. Das Problem liegt an meiner harmlosen Javascript-Spielerei burks.de/javascript.html (jetzt gelöscht), die ältere Browser zum Absturz brachte, indem das Script zahllose Fenster öffnete. Ich wollte damit vor dem Gebrauch von Javascript warnen. Das habe ich nun davon. „Auf www.burks.de befindliche Hacker“ – das hat natürlich was.

Mein Provider arbeitet daran. Bitte vorerst einen Browser benutzen, der nicht auf de Blacklist von Google zurückgreift. Ich komme mit Linux Firefox oder Chromium nicht mehr auf so einfach auf burks.de, nur mit SRWare Iron für Windows und natürlich mit allen Tor-Browsern.

#aufstehen

Ich habe mich dort registriert. Ich mag Shitstorms von allen Seiten. Demnächst mehr in und zu diesem Theater.

20000 Schriftrollen

Bibliothek Ephesus

Credits: Benh Lieu Song/Wikipedia

Vielleicht bin ich überhitzt oder kann nicht mehr suchen, aber den ausführlichsten und informativsten Bericht über den Sensationsfund in Köln – die älteste Bibliothek auf „deutschen“ Boden – fand ich im Guardian. Die anderen seriösen Medien scheint das nicht so zu interessieren. Sogar die Original-Meldung im Kölner Stadt-Anzeiger ist recht dürr.

Ich habe mir mehr Infos zur Celsus-Bibliothek in Ephesus gesucht – die sich als Vergleich anbietet. Die Römer hatten einen guten Geschmack, heutige Architekten bauen IMHO fast ausschließlich hässlicher. Ich würde mich in solchen Gebäuden wohlfühlen.

Glienicker Brücke und die Kleine Neugierde

HavelPfaueninselglienicker Brückeschloss babelsbergkleine neugierdekrughornhavel

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal auf der Glienicker Brücke war – vermutlich im Jahr 2004. Jetzt war ich unter ihr, die Perspektive ist genauso interessant. Man muss nur fast vier Stunden dahinpaddeln (und wieder zurück). Mittags bei 37 Grad ist man fast allein auf der Havel, und die nervigen Besitzer der nervig lauten Motorboote nerven noch nicht. Die Stille reinigt und glättet das Gemüt.

Was ich sah und fotogafierte, kannte ich noch nicht – das Schloss Babelsberg zum Beispiel und die Kleine Neugierde.

Schade, dass im Westen Berlins fast ausschließlich die Überreste der herrschenden Klassen der Vergangenheit konserviert sind. Und zum millionsten Male an die gerichtet, die Schlösser usw. für die Nachwelt beschreiben (auch an Wikipedia):
Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,
Die Maurer?

Blue Screen of Death, revisited

blue screen of death

Da macht man einmal die halb vergessene Windows-Partition auf.. Ich wusste gar nicht, dass es den Blue Screen of Death noch gibt. Muss an der Hitze liegen…

Cheddar Man

cheddar man

Interessant: IFLScience zitiert wissenschaftliche Quellen, dass die ersten Bewohner Britanniens wohl dunkle Haut hatten. Der Cheddar Man lebte ca. 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung – im Mesolithikum – und hatte blaue Augen. Von ihm ist ein fast komplettes Skelett erhalten.

The DNA of a man found in Cheddar Gorge 100 years ago revealed that this group of early Britons were dark-skinned, which is obviously interesting and to see the reconstructed face of one of the earliest inhabitants of England is very cool indeed.

Ausangate, revisited

ausangate

Das Foto habe ich 1984 gemacht. Der schneebedeckte Berg ist der Ausangate (6.384 m) am westlichen Rand der Cordillera Vilcanota. Die Route habe ich hier 2014 schon beschrieben – dort sieht man den Gipfel des Bergriesen aus einer anderen Perspektive.

Die Heilerin und der manipulierende Einfluss

spiegel

Wir hatten hier schon einen Verweis auf Noam Chomskys und Edward S. Hermans Theorie der Medien, die „den manipulativen Einfluss wirtschaftlicher und politischer Interessengruppen auf die Berichterstattung der Massenmedien in Demokratien beschreibt.“

Hier ein aktuelles Beispiel von Spiegel online: „Wie Neuseelands Regierungschefin ihr Land heilen will“.

1. Jacinda Ardern wird fast ausschließlich lachend dargestellt, also von den Medien sympathisch gemacht – ganz im Gegenteil zu Trump, den man nur in ungünstiger Position abgebildet sieht. (By the way: Wie man aussieht, sagt nichts darüber aus, was man macht. Oder?) Ich habe nur eine Ausnahme in einer indischen Zeitung gefunden. (Wie wäre es mit jenem Bild, Spiegle online? Machte das den Artikel kaputt?)

2. Was eine Vertreterin der herrschenden Klasse ankündigt zu tun, ist irrelevant. „…will zeigen, wie moderne Sozialdemokratie aussehen kann.“ (Ach ja? Es gibt keine herrschende Klasse, raunt man in den Mainstream-Medien, und wenn es sie gäbe, dürfte man sie nicht so nennen?) Meiner Meinung nach ist es mitnichten die Aufgabe von Journalisten, sich zum Sprachrohr der Politik zu machen. Dafür gibt es Pressesprecher und andere Lautsprecher des Kapitals.

„Nun hat sie es sich zum Ziel gemacht, das Land umzukrempeln“. Das steht vermutlich genau so vage im Parteiprogramm. Als Helmut Kohl Bundeskanzler wurde, hatte er es sich zum Ziel gemacht, das Land umzukrempeln etcetera. Ist das eine Information, die mir nützt, die mich aufklärt, die mich informiert, die Hintergründe erhellt? Nein. Es ist schlicht Bullshit und Gefasel. „Nun hat sie es sich zum Ziel gemacht, das Land nicht umzukrempeln.“ Wäre ja viel lustiger, mit so eine Aussage gewählt zu werden. Keine Experimente oder so.

3. „Für ihre erste Woche kündigte sie an, sie wolle sich in den kommenden Tagen um Themen kümmern, die ‚mir sehr viel bedeuten‘. Herrje. Wie langweilig ist das denn? Ist auch das Gegenteil möglich? Der Satz erinnert mich an Wolf Schneiders Deutsch für Profis und seine Tipps: Was selbstverständlich ist, sollte nicht erwähnt werden. „Bauernverband ist dagegen, die Subventionen für die Landwirtschaft zu streichen.“ Wer hätte das gedacht?! Ausserdem ist das Zitat „mir sehr viel bedeutet“ total unsinnig. Zitate sind dazu da, etwas authentisch zu machen (was diese vier Wörter nicht tun) oder die Ideen des Zitierten exakt zu erläutern, weil es besser nicht geht. (Ich vermute, dass man in Neuseeland Englisch redet; Ardern hat das eh nicht wörtlich gesagt.)

Was soll das also? Ich spüre den suggestiven Holzhammer: Die muss mir unbedingt sympathisch gemacht werden. Finde die Charaktermaske der neuseeländischen herrschenden Klassen nett, im Gegensatz zu Trump. Widerstand ist zwecklos.

4. „Der Kampf gegen Kinderarmut ist ein persönliches Anliegen der Premierministerin.“ Wäre ja noch schöner, wenn es ein unpersönliches Anliegen wäre oder die Dame sagte: Kinderarmut geht mir am Arsch vorbei! Ist das Journalismus? Nein, es ist wiederholtes Geschwurbel und langweilig zudem.

By the way: Spannend war für mich nur, darüber informiert zu werden, wie der Kapitalismus in Neuseeland funktioniert – Obdachlosigkeit, Armut: wie überall, nur mehr. Aber warum gibt es dort so viele Gewalt gegen Frauen? Das Land ist doch schön, wie man aus unzähligen Hochglanzbroschüren und den jubilierenden deutschen Medien weiß. Vielleicht sollte man Neuseeland einfach mal boykottieren, genauso wie die Türkei, bis sich die Männer gebessert haben?! Nein? Geht nicht? Oder liegt es an den Schafen?

5. „Bis 2021 soll der Mindestlohn auf 20 Dollar steigen.“ Das kennen wir von der hiesigen SPD. Ich wüsste aber gern, wie viele Ausnahmen es gibt? Was ist mit Teilzeitarbeit? Der Mindestlohn wird hier bekanntlich von vielen Firmen umgangen. Man müsste auch den Lebensstandard in Neuseeland kennen: Sind 20 Dollar wie 10 Euro hier oder nur fünf oder 20? Ich fühle mich wieder nicht hinreichend informiert.

6. „Im neuen Haushaltsplan kommen vor allem Gesundheit und Bildung gut weg.“ Schon klar, aber viel zu vage. (Ein Link wäre hilfreich gewesen: Was ein „Wānanga“ ist, wusste ich bis eben nicht.) „Gut wegkommen“ ist ohne Details (was vorher war und jetzt besser oder schlechter werden soll) keine journalistische Aussage.

7. „Dann hätte sie insgesamt sechs Jahre Zeit, um den Sozialstaat nach ihren Vorstellungen umzugestalten.“ Große Frauen machen die Geschichte. Wer baute das siebentorige Wellington? Hat sie nicht wenigstens eine Köchin bei sich?

„Palästinenser“

Foreign Policy berichtet über eine gute Idee Trumps: „Trump and allies seek end to refugee status for millions of Palestinians“.

Audiatur et altera pars: „Kushner E-Mails reveal attempt to abolish UNWRA and Palestinian refugee Status. „…so radical and insane, they could only have been concocted by Israel itself.“ (Tikun Olam)

Warten auf den Zug

ollantaytambo

Dieses Foto habe ich 1984 in Ollantaytambo in Peru gemacht.

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