Bottles und mit der Exe klarkommen

bottles

Man hat ja auch sonst nichts zu tun. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals Wine gebraucht hätte. Linux nutze ich schon etwas länger, und ich kenne keine Windows-Programme, für die es keinen Ersatz unter Linux gäbe (der in der Regel sogar besser ist, wenn man von der Usability absieht – wie etwa bei Gimp).

Ausnahmen bestätigen die Regel. Mein Firestorm-Viewer für Secondlife lässt den kleinen Laptop, den ich „außer Haus“ benutze, regelmäßig in die Knie gehen bzw. crasht alle zwei Minuten, selbst bei niedrigsten Grafik-Einstellungen. Also suchte ich nach Alternativen, um mal kurz zwischendurch und zu jeder Tageszeit auf meine Sim gucken zu können. Es ist eine bloße sinnlose Zeitverschwendung Spielerei, weil es mit dem Handy natürlich auch funktionierte.

Radegast gibt es angeblich für Linux, aber ich habe diese Version nirgendwo gefunden. Also installierte ich Wine, um mit der .exe klarzukommen. Dann, weil ich keine Lust auf Kommandozeilen hatte, eine grafische Oberfläche, die erste, die mir ChatGPT empfahl. Und schon gab es die erste Fehlermeldung.

bottles

PlayOnLinux gibt es also nicht mehr bzw. es wird praktisch nicht mehr gepflegt.

Bottles als Wine-Gui-Alternative kannte ich nicht. Dann ging es los: Funktioniert nur, wenn man Flatpak auch installiert. Done – ohne ChatGPT hätte ich ewig lange recherchieren müssen.

Read the fucking manual of Bottles. Nein, nichts von dem, was die KI mir höflich vorschlug, gelang auf Anhieb. Auch die Radegast-Version war zunächst falsch. Aber woher soll man das alles wissen?

Ich habe mehr als eine Stunde gebraucht. Jetzt läuft alles. Wenn Senioren ältere Herren zu sehr mit Software herumbasteln…

radegast

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Dunja Hayali aus Sicht der KI

ZDF

Analyse eines politischen Zitats: „Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass es sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump gibt. Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele.“

Dieser Satz wirkt auf den ersten Blick sachlich. Bei genauerer Betrachtung enthält er jedoch mehrere rhetorische Elemente, die die Wahrnehmung des Lesers beeinflussen können. Im Folgenden analysieren wir Inhalt, Sprachwahl und mögliche Motive hinter dieser Aussage.

1. Worum geht es inhaltlich?

Im Kern behauptet der Sprecher drei Dinge:
– In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos über Einsätze von ICE.
– Diese Einsätze werden mit Donald Trump in Verbindung gebracht.
– Ein Teil der Videos ist möglicherweise manipuliert oder falsch – aber viele seien echt.

ICE steht für U.S. Immigration and Customs Enforcement, eine US-Bundesbehörde, die unter anderem für Einwanderungskontrolle und Abschiebungen zuständig ist.

Während der Präsidentschaft von Donald Trump (2017–2021) rückte ICE besonders stark in den Fokus der öffentlichen Debatte, da die Regierung eine deutlich restriktivere Migrationspolitik verfolgte.

Die Aussage suggeriert somit: Es existiert umfangreiches Bildmaterial zu umstrittenen Einsätzen – und viele dieser Aufnahmen seien authentisch.

2. Sprachliche und rhetorische Mittel

Obwohl der Satz nüchtern formuliert wirkt, enthält er mehrere subtile Wirkmechanismen:
Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist…

Diese Einleitung erzeugt den Eindruck einer Selbstverständlichkeit. Es wird implizit gesagt: Das weiß doch jeder. Dadurch entsteht sozialer Druck zur Zustimmung.

ICE-Truppen Die Bezeichnung „Truppen“ ist nicht neutral. Sie hat einen militärischen Klang und vermittelt Härte oder Aggressivität. Tatsächlich handelt es sich bei ICE um eine zivile Bundesbehörde, nicht um militärische Einheiten. Die Wortwahl kann daher als bewusst dramatisierend interpretiert werden.

Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele

Diese Formulierung erfüllt eine doppelte Funktion: Sie signalisiert Differenziertheit (es gibt Fakes). Gleichzeitig verstärkt sie die Hauptaussage (viele Videos seien echt). Dadurch wirkt die Aussage moderat und glaubwürdig, während sie dennoch eine klare Richtung vorgibt.

3. Mögliche Motive hinter der Aussage

– Kritik an der Migrationspolitik: Der Sprecher könnte auf problematische oder als hart empfundene Maßnahmen aufmerksam machen wollen. Die Wortwahl kann dabei gezielt Emotionen ansprechen.

– Relativierung von „Fake-News“-Vorwürfen: Die Aussage könnte auch darauf abzielen zu betonen, dass nicht jede Kritik oder jedes Video pauschal als Fälschung abgetan werden kann.

– Strategische Meinungsbildung: In polarisierten Debatten werden Begriffe und Formulierungen oft bewusst gewählt, um Deutungsrahmen („Framing“) zu setzen. Die Kombination aus Dramatisierung („Truppen“) und scheinbarer Ausgewogenheit („nicht alle sind echt“) kann ein solches Framing unterstützen.

Fazit

Der zitierte Satz ist mehr als eine bloße Beschreibung. Er verbindet eine Behauptung über die Verbreitung von Videos, eine teilweise Einräumung von Desinformation, eine emotional gefärbte Wortwahl, sowie eine implizite Bewertung der politischen Situation.

Solche Formulierungen zeigen, wie stark politische Kommunikation durch sprachliche Feinheiten geprägt ist. Wer öffentliche Aussagen analysiert, sollte daher nicht nur auf den Inhalt achten, sondern auch auf die verwendeten Begriffe und deren Wirkung.

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Wüstendrachen oder: Gebaute Gemeinschaft

Taş Tepeler
Menschliche Männliche Statue, ca. 9600-8200 vor. Chr.

Wie schon angedeutet, war ich jüngst in der Ausstellung „Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren“. (Nicht im heutigen Türkiye“, wie die staatlichen Museen belieben zu schreiben, sondern in der heutigen Türkei.)

Fazit: Kann man machen. Man braucht ca. eine Stunde. Für jemanden, der noch nicht im Israel-Museum oder in Jericho war (sage ich mal ganz arrogant), ist das exotisch. Über Göbeklitepe lesen wir bei Wikipedia: „Als am besten etabliert kann die von Schmidt aufgestellte Hypothese gelten, wonach es sich um jungsteinzeitliche Bergheiligtümer handelt, deren Errichtung mit einem Arbeitsaufwand einherging, den zu erbringen nur ein gruppenübergreifendes Bündnis in der Lage gewesen sei. In dieser kognitions-archäologisch konzipierten Betrachtung gilt das Dasein der Monumente als Beleg der These, dass die überschaubar kleinen Jäger-und-Sammler-Gruppen des Homo sapiens bereits vor zwölftausend Jahren fähig waren, politische Organisationen zu vereinbaren.“

Taş Tepeler

Ich hatte am 14.03.2019 schon gefragt: Was und zu welchem Ende studieren wir die Urgesellschaft Steinzeit? Noch genauer: Ist das jetzt, sehr geehrte marxistischen Historiker, Urgesellschaft oder gar, da es um koordiniertes Handeln vermutlich recht großer Gruppen geht, unsere berüchtigte „asiatische Produktionsweise“? Oder wieder etwas, das bei schematischen Denkern gar nicht vorgesehen ist? Wie ich schon über Jericho schrieb: Zehn Jahrtausende vor unter Zeitrechnung? Was war da hierzulande los? Lebte man noch auf Bäumen?

– Die Weichsel-Kaltzeit (die letzte Eiszeit) ging gerade zu Ende.
– Große Teile Norddeutschlands waren noch von Tundra oder Steppe bedeckt.
– Die Gletscher hatten sich weitgehend zurückgezogen, aber:
– In Skandinavien lagen noch mächtige Eisschilde.
– Die Ostsee war damals ein Süßwassersee (Ancylussee).

Das heutige Nordseegebiet war kein Meer, sondern eine riesige, fruchtbare Steppe: die sogenannte Doggerland-Ebene, die Großbritannien mit dem europäischen Festland verband. Es gab Rentiere, Wildpferde, Wollnashörner und Mammut, Riesenhirsche, Auerochsen, Wisente, Bären, Wölfe, Luchse und Füchse.

Taş Tepeler

Das Projekt Taş Tepeler („Taş Tepeler“ Projesi / The Taş Tepeler Project) (Text der Ausstellung)

Das Taş-Tepeler-Projekt ist ein vom türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus initiiertes archäologisches Großprojekt (Start 2021). Es wird von der Universität Istanbul koordiniert und untersucht mehrere neolithische Fundstätten in der Provinz Şanlıurfa (Südostanatolien), darunter Orte aus dem 10.–8. Jahrtausend v. Chr..

Ziel des Projekts ist: die systematische Erforschung dieser frühen Siedlungen, die Sicherung des Kulturerbes, die Rekonstruktion der Umwelt und Lebensweise der Menschen der Jungsteinzeit, sowie die Dokumentation archäologischer Beobachtungen. (Vgl. zur Jungsteinzeit Çatalhöyük, revisited (07.04.2016 bzw. Çatalhöyük (31.01.2010.)

Taş Tepeler

Das Projekt ist international angelegt: Wissenschaftler aus der Türkei, Deutschland, Japan, Großbritannien und weiteren Ländern arbeiten gemeinsam. Alle Ausgrabungen folgen einheitlichen wissenschaftlichen Standards, um die Ergebnisse vergleichbar zu machen.

Die bisherigen Forschungen haben bereits bahnbrechende Erkenntnisse geliefert und verändern unser Verständnis der neolithischen Revolution und der frühen Gesellschaften in dieser Region grundlegend. (Text des Museums)

Taş Tepeler

Die Zeitleiste ordnet die Funde ein in: Pleistozän, Eiszeit, Jungpaläolithikum / Neolithikum. Sie zeigt Zeiträume etwa zwischen 30.000 und 9.000 v. Chr. und stellt die Entwicklung bis zu frühen symbolischen Darstellungen (z. B. Venus von Laussel) dar. (Text des Museums)

fruchtbarer halbmond
Der so genannte „Fruchtbare Halbmond“, vgl. Schädel bei Pflaunloch (05.01.2022)

Die ersten niedergelassenen Gemeinschaften lebten noch als Jäger. Mit der gemeinschaftlich organisierten Jagd sicherten sie lange Zeit die Fleischversorgung ihrer Gruppen. Dazu errichteten sie Fallen aus Steinmauern, die trichterförmig angeordnet zu einem Pferch am Ende führten. Sie werden in Englisch als „desert kites“, Wüstendrachen, bezeichnet und sind noch heute auf Luft- oder Satellitenbildern zu sehen. Treiber und Jäger arbeiteten zusammen, um Herdentiere wie Gazellen oder Wildesel in den Pferch zu treiben. Von dort konnten die Tiere nicht entkommen und die Jäger konnten auswählen, welche Tiere sie töten wollten.

Als Jagdwaffen nutzten sie in Holzschäfte eingesetzte Geschossspitzen aus Feuerstein oder Obsidian. Die Größe war auf das Jagdwild abgestimmt, Material und Gestalt zeigen ihre Herkunft und Produktionstradition an. Zur Vorbereitung des Holzes dienten Pfeilschaftglätter, die Tiermotive tragen konnten.

Mit der Verbreitung von Haustieren verlor die Jagd ihre wirtschaftliche Bedeutung. Die Jagd auf gefährliche Tiere blieb aber weiterhin ein wichtiges soziales Ereignis. (Text des Museums)

Taş Tepeler

Die jungsteinzeitlichen Gemeinschaften in der Region Şanlıurfa errichteten in ihren Siedlungen monumentale Gebäude aus lokalem Kalkstein. Diese waren wie künstliche Höhlen tief in den Untergrund eingegraben, deshalb war es innen dunkel. Die Bauten konnten über eine Öffnung im Dach oder einen seitlichen Zugang betreten werden.

In der Mitte des zentralen Raums standen zwei große T-förmige Steinpfeiler als zentrale Dachstützen. Mit seitlichen Armen und vor dem Körper gefalteten Händen zeigt ihre abstrahierte Gestalt sie als Menschen. Entlang der Außenwände standen kleinere Pfeiler, oft mit Tierbildern im Relief bedeckt. Das Flackern von Fackeln erzeugte die Illusion von Bewegung. Die Errichtung dieser Bauwerke und Aufstellung der Pfeiler erforderte zahlreiche Hände. Gewaltige Mengen Aushub mussten bewegt werden und jeder monolithische T-Pfeiler wog mehrere Tonnen. (Text des Museums)

Taş Tepeler

Bei vielen der ausgestellten Objekten (von denen mal nicht immer weiß, ob sie ein Original oder eine Reproduktion sind) merkt man, dass viel herumspekuliert wird, weil wir nicht wirklich wissen, wozu die da waren. Die Begleittexte sind allgemeiner Natur; vermutlich bekäme man genau so viel oder sogar mehr Informationen, wenn man Fotos davon von ChatGPT interpretieren lassen würde.

In den Ausgrabungstätten gibt es riesige Pfeiler und große Statuen. Gleichzeitig hat man aber auch winzige Versionen davon gefunden, wie in einem Museumsshop. Es liegt natürlich nahe zu vermuten, dass den Gegenständen eine Art magische Kraft zugeschrieben wurde, die man „mit nach Hause“ nehmen konnte. Das wäre ein Argument dafür, dass es sich nicht um bloße Nutzbauten handelte.

Es gab garantiert schon zu der Zeit Warlords, Mächtige und weniger Mächtige. Aber gab es schon eine etablierte herrschende Klasse wie die Priesterschaft und Pharaos der ägyptischen Dynastien? Die sind erst rund 5000 Jahre später entstanden!

Taş Tepeler

Gruppen versammelten sich anlässlich von Ritualen und Festen in den Pfeilergebäuden. Dabei wurde die soziale Ordnung erneuert und der Zusammenhalt bekräftigt. Vielleicht trugen einige Teilnehmer anschließend Miniaturpfeiler (oben) als Erinnerung mit sich. (Text des Museums)

Taş Tepeler Taş Tepeler

Viele Gebäude wurden mehrfach repariert und die Wände von innen verstärkt, wenn der Druck des umgebenden Erdreichs zu stark war. Am Ende ihrer Lebenszeit wurden die Gebäude mit Steinen und Erdreich verfüllt und so symbolisch beerdigt. (Text des Museums)

Taş Tepeler
Pfeilspitzen Typ Byblos. Material: Feuerstein, Fundort: Gürcütepe. Datierung: 7.500–7.000 v. Chr. Şanlıurfa Museum, Türkei

Taş Tepeler

Tiere nehmen in der steinzeitlichen Bildwelt einen zentralen Platz ein. Die aus Kalkstein geschlagenen Skulpturen fangen den charakteristischen Ausdruck der wilden Tiere ein und zeugen von der genauen Beobachtung der Künstler. (Text des Museums)

Taş Tepeler

Die Darstellungen fokussieren den Blick auf besonders gefährliche Tiere: Leoparden mit gefletschten Zähnen, mit gesenktem Kopf angreifende Auerochsen, rennende wilde Eber. All diese Tiere sind männlich gekennzeichnet und wirken aggressiv. Hinzu treten wimmelnde Schlangen und Skorpione, und auch Füchse, Strauße und Wasservögel sind zu sehen. (Text des Museums)

Taş Tepeler

Die Motivwahl verdeutlicht, dass die Bildwerke keineswegs die damalige Umwelt abbilden, denn das wichtigste Jagdwild, die Gazellen, fehlen unter den Motiven. Vielmehr beschwören die Skulpturen eine Welt voller Gefahren herauf, in der Menschen auf der Hut sein und ihren Mut beweisen müssen. (Text des Museums)

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Eine besondere Stellung nehmen Skulpturen ein, die wilde Tiere und Menschen zusammenführen. Ihre Interpretation entzieht sich bisher einer Deutung. Leoparden auf dem Rücken von Menschen – sind sie eine Gefahr oder ein Schutz? (Text des Museums)

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Durch das ganze Neolithikum hindurch stellen Menschen sich selbst dar. Ihre Bildnisse aus Stein oder Ton heben die Besonderheiten der menschlichen Körper und ihre biologischen Fähigkeiten hervor. Die Darstellung der primären Geschlechtsorgane erlaubt für viele eine klare Unterscheidung in männliche und weibliche Skulpturen. Zugleich sind zahlreiche schematische und uneindeutige Figuren bekannt. (Text des Museums)

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Männerbilder überwiegen während der frühen Phasen der Jungsteinzeit. Skulpturen von Männern zeigen einen oft übergroßen erigierten Penis als sichtbaren Ausdruck männlicher Zeugungskraft. Auch die großen zentralen T-Pfeiler der Sondergebäude bilden Männer ab, und Männer sind ebenso zentral in den Szenen aus Sayburç. Weibliche Figuren werden in den späteren Phasen der frühen Jungsteinzeit häufig, als Ackerbau und Viehzucht bereits etabliert sind. Die nun oftmals nur handgroßen Frauenfiguren betonen die lebensspendende Gabe der Frauen durch ihre körperliche Fülle. (Text des Museums)

Taş Tepeler

Wir wissen wenig über die tatsächlichen Rollen von Männern und Frauen in den jungsteinzeitlichen Gesellschaften. Die Bildwerke verweisen auf idealisierte Weise auf die sichtbaren Beiträge von Männern und Frauen zum Fortbestand der Gruppe. (Text des Museums)

Taş Tepeler
Geierstatue, Karahantepe,ca. 9400-8000 v. Chr.

Mich haben am meisten die Gesichter fasziniert, soweit man sie noch erkennen kann. Dass Menschen sich als halbes Tierwesen darstellen, ist aus allen Kulturen bekannt, von tribalistischen bis zu Hochzivilisationen. Aber was haben die gedacht? Waren die uns entfernt ähnlich? Für mich ist jemand, der an höhere Wesen glaubt, genauso weit „entfernt“ wie ein Mensch aus der Altsteinzeit.

Taş Tepeler

Es ging auch damals um die einfachen Dinge: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Taş Tepeler

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Kreischen, Schaben und VPN

bash
Der Screenshot hat vermutlich nichts mit dem Thema zu tun, sondern dient nur zur Erbauung für die hier mitlesenden Senioren Windows-Nutzer.

Ich habe mich gerade mit ChatGPT lang und breit darüber unterhalten, warum ich mit Windows und Wireguard aus einen Firmennetz über meine FritzBox online komme, aber mit Ubuntu nicht.

Hintergrund: Der (von der Großbourgeoisie runderneuert erstandene) Laptop mit Windows, den ich nur auf Reisen und (minderlegalerweise) auf der Arbeit nutzte, fing an zu Kreischen und Schaben dergestalt, dass die Festplatte mir wohl mitteilen wollte, sie werde demnächst nach Ghana in die ewigen Festplatten-Jagdgründe für Festplatten eingehen.

Man kann bekanntlich nie genug Laptops haben. Der Tuxedo-Gamer-20-Zöller ist zu unhandlich, aber ich hatte noch einen etwas kleineren mit Windows in Reserve, den ich nicht wirklich brauchte. Neu ist der auch nicht, aber besser als der runderneuerte. Ich habe ein wenig herumfummeln müssen. Ich wollte ursprünglich Mint installieren, bin dann aber doch bei Ubuntu geblieben, weil ich den USB-Stick mit dem Mint-Iso verlegt hatte, und habe das Windows komplett geschreddert.

ChatGPT hat ziemlich ausführlich herumschwadroniert, warum Wireguard über ein Firmennetz nicht funktioniert, aber so richtig schlau wurde ich aus dem künstlich intelligentem Gelaber nicht.

🧠 Warum Windows funktioniert
Windows-WireGuard:
-ignoriert oft aggressives Default-Routing
– oder nutzt Split-Tunnel automatisch
– oder dein Windows-Profil hat andere AllowedIPs
– Ubuntu ist hier „strenger“ und setzt exakt, was konfiguriert ist.

Ich nutze die grafische Oberfläche Wireguird.

🎯 Fazit
– Routing ist korrekt.
– Es ist zu 80% DNS.
– Zu 20% MTU.

DNS kann ich mir nicht vorstellen, weil ich aus dem Firmennetz auf die hierzulande zensierten Russen komme. Ich hatte keine Lust, in allen möglichen Konfigurationsdateien mit nano herumzufummeln, daher sind wir bei dem etwas unbefriedigendem Ergebnis geblieben:

➡️ Dann liegt es an etwas sehr Speziellem (selten).

PS Bei dieser Ubuntu-Version scheitert das Installieren von Veracrypt, aber das kriege ich noch hin.

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Klassismus

In der bürgerlichen Presse lese ich von Frédéric Schwilden über „Vorurteile, Rassismus, Sexismus und Klassismus – und zwar von links“:

„Auf der anderen Seite schreibt die antifaschistische Amadeu-Antonio-Stiftung über den „Prozess gegen Deutschland“: „Das ist keine Kunst.“ Die ebenfalls linke, und sich als Mobilitätsexpertin inszenierende Meinungsunternehmerin Katja Diehl schrieb auf der Social-Media-Plattform Bluesky: „Ins Thalia werde ich nicht mehr gehen können. Theater sollten safe spaces sein.“

Alles davon ist falsch. Es war kein Schauprozess, sondern eine Theater-Inszenierung. Bei Schauprozessen im Nationalsozialismus wurden Tausende Menschen rechtswidrig zum Tode verurteilt. Dazu ist es höchst totalitär, Menschen abzusprechen, Kunst zu machen. Vielleicht war es keine tolle Kunst. Aber es war Kunst, was dort passiert ist.“

Natürlich hat er recht. Aber was hat das mit „links“ zu tun?

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Von Unten nach Oben

Zeughaus

Erwartet einen Museums-Besuch…

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Neue Ware eingetroffen

Bücher

Simon Bernfeld: Der Tanach in Deutscher Übersetzung: Eine Umfassende, Kritisch Überarbeitete Gesamtausgabe von Tora, Propheten und Schriften, 2025 sowie Eusebius von Caesarea; Kirchengeschichte 1-10, 2025.

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Endspiel in Venezuela

Orinoco
Der Autor in San Fernando de Atabapo

Michael Roberts schreibt auf seinem Blog über „Venezuela: the end game“. Er rezensiert Venezuela in Crisis – Socialist Perspectives, herausgegeben von Anderson M. Bean. Ich habe mir das Posting übersetzen lassen, es umformuliert und Links hinzugefügt.

Der Artikel bestätigt, was ich bisher hier über Venezuela geschrieben habe. Venezuela war nie ein „sozialistischer“ Staat. Maduro verhielt sich zu Chavez wie Stalin zu Lenin. Noch mehr: Die Machtübernahme Maduros nach dem Tod Chavez war ein reaktionärer Putsch in „linkem“ Kostüm. Die Frage, die das Buch nicht beantwortet: Wie konnte das passieren?

Die Entführung von Venezuelas Präsident Maduro und seiner Ehefrau durch US-Militärkräfte, die anschließende Machtübernahme durch Vizepräsidentin Rodríguez und ihre Zustimmung, den USA die Kontrolle über Venezuelas Ölexporteinnahmen zu überlassen und US-Energie-Multis ins Land zu holen – all dies signalisiert das Endspiel der chavistischen Revolution, die vor über 25 Jahren begann. Daher ist es sehr passend, dass nun ein neues Buch darüber erschienen ist, was in Venezuela geschehen ist, um an diesen Punkt zu gelangen.

Unter dem Titel Venezuela in Crisis und veröffentlicht bei Haymarket Books versammelt das Buch „einige der wichtigsten marxistischen, sozialistischen und antikapitalistischen Denker Venezuelas, die verschiedene linke politische Traditionen und Organisationen repräsentieren“. Diese spanischsprachigen Autoren wurden übersetzt, sodass englischsprachige Leser die Argumente und Erfahrungen der venezolanischen Linken nachvollziehen können. Einige Mitwirkende dienten im Kabinett von Chávez und sind inzwischen zu Kritikern der Maduro-Regierung geworden. „Diese Stimmen einem englischsprachigen Publikum zugänglich zu machen, ermöglicht es den Lesern, sich mit den aktuellen Debatten und Perspektiven der venezolanischen Linken auseinanderzusetzen.“

Herausgegeben wurde das Buch von Anderson Bean von der North Carolina Agricultural and Technical State University, der bereits zuvor über Venezuela geschrieben hat. Sein einleitendes Kapitel vermittelt dem Leser die Essenz der Beiträge des Buches. Bean beginnt mit dem Hinweis, dass die chavistisch-bolivarische Revolution in Venezuela in den 2000er-Jahren für viele im sogenannten Globalen Süden eine Inspiration war – vielleicht sogar mehr noch als die kubanische Revolution der 1960er-Jahre. Die Wahl von Hugo Chávez im Jahr 1998, nach Jahrzehnten korrupter, pro-kapitalistischer und pro-US-amerikanischer Regierungen, war ein frischer Wind. In den darauffolgenden Jahren „verbesserte die Chávez-Präsidentschaft das materielle Wohlergehen der Venezolaner, sorgte für größere soziale Gleichheit und stärkte gesellschaftliche Gruppen, die traditionell vom politischen Prozess ausgeschlossen waren.“

berlin
Caracas, Venezuela, Anfang März 1998

Bean argumentiert, dass es drei zentrale Komponenten der Chávez-Präsidentschaft gab: Erstens die Neufassung der Verfassung zur Förderung breiter Bürgerbeteiligung und umfassender Menschenrechtsschutzbestimmungen; zweitens die Umverteilung der Ölgewinne über verschiedene Sozialprogramme, wodurch die offizielle Armutsquote um 37,6 % und die „extreme Armut“ um 57,8 % gesenkt wurde.Bis 2008 hatte Venezuela zudem den höchsten Mindestlohn in ganz Lateinamerika, und die Ungleichheit im Land sank auf einen der niedrigsten Werte in Amerika. Bis 2011 war Venezuela das zweitgleichste Land der westlichen Hemisphäre – nur Kanada wies eine geringere Ungleichheit auf. Und drittens – was Bean als „am transformativsten“ bezeichnet – die Machtübertragung an die Volkssektoren durch neue Formen von Volksversammlungen sowie Experimente mit Arbeiterkontrolle und Gemeinderäten.

Doch ab 2013 geriet alles massiv aus dem Ruder. Zwischen 2013 und 2021 schrumpfte Venezuelas BIP um 75 %, die Inflation erreichte 2018 mit 130.000 % den höchsten Wert weltweit. Der Anteil der als arm eingestuften Haushalte stieg von 48,4 % im Jahr 2014 auf 81,5 % im Jahr 2022. Der monatliche Mindestlohn von 2,23 US-Dollar war damals der niedrigste in ganz Lateinamerika. Tatsächlich entsprach der monatliche Mindestlohn nur 0,15 US-Dollar pro Tag – achtmal weniger als die damalige Weltbank-Grenze für absolute Armut von 1,25 US-Dollar pro Tag. Zum Vergleich: Unter Chávez lag der monatliche Mindestlohn bei 300 US-Dollar – über 60-mal höher.

Der Zusammenbruch der Realeinkommen und der starke Anstieg der Armut in den 2010er-Jahren führten zu einer Migrationskrise. Seit 2016 sind Millionen Venezolaner aus dem Land geflohen, um im Ausland Arbeit zu suchen und Geld in die Heimat zu schicken. Heute wird die Zahl der venezolanischen Flüchtlinge und Migranten weltweit auf rund 7,7 Millionen geschätzt – etwa 20 % aller Venezolaner. Venezuela weist nun die höchste Zahl Vertriebener in Lateinamerika und die zweithöchste weltweit auf, nur hinter Syrien.

Was erklärt diesen Absturz von Inspiration zu Albtraum? Bean nennt zwei Ursachen. Die erste waren die von den USA verhängten Sanktionen gegen Venezuela sowie mehrere Versuche des US-Staates in Zusammenarbeit mit der venezolanischen rechten Opposition, die venezolanische Wirtschaft zu untergraben, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Der US-Imperialismus betrachtete Venezuela als Bedrohung – insbesondere wegen Chávez’ Renationalisierung der Ölindustrie und seines Versuchs, Handelsbeziehungen mit anderen lateinamerikanischen Ländern außerhalb des von den USA geführten Handelsrahmens aufzubauen und Unterstützung bei Handel und Investitionen etwa aus China zu suchen. Der frühe Erfolg der chavistischen Präsidentschaft war ein Dorn im Auge.

Bereits 2002 versuchten die USA in Zusammenarbeit mit der venezolanischen Wirtschaftselite einen Staatsstreich gegen Chávez. Er wurde für 47 Stunden aus dem Amt entfernt, bevor er durch massive Mobilisierungen der Bevölkerung wieder eingesetzt wurde. Von Ende 2002 bis Anfang 2003 unterstützten die USA einen Öl-Lockout, um die Produktion zum Stillstand zu bringen und Chávez zum Rücktritt zu zwingen. 2014 unterstützten die USA erneut die venezolanische Rechte bei gewaltsamen Straßenprotesten („guarimbas“), die den „Abgang“ Maduros forderten. Im Januar 2019 unternahmen die USA in Zusammenarbeit mit Teilen der venezolanischen Rechten einen weiteren Putschversuch, als Juan Guaidó sich verfassungswidrig selbst zum Präsidenten erklärte. Nachdem dieser Versuch scheiterte, folgte im April 2019 ein weiterer – ebenfalls erfolglos.

Zwar scheiterten diese Putschversuche, doch es folgte eine Vielzahl wirtschaftlicher Sanktionen. Unter Trumps Sanktionen wurde US-Institutionen und -Bürgern der Handel mit venezolanischen Staatsschulden untersagt. Alle Staatsvermögen wurden eingefroren. Das Land wurde daran gehindert, seine Auslandsschulden umzustrukturieren oder Zahlungspläne zu ändern. Zahlungen aus Programmen mit Vorzugskonditionen für Öl wurden blockiert. Der Verkauf von Milliarden an Handelskrediten wurde untersagt. Sanktionen versperrten Venezuela zudem den Zugang zu seinem wichtigsten Ölmarkt, den USA, und beschlagnahmten im Ausland gehaltene Vermögenswerte wie das US-Unternehmen Citgo, auf dessen Einnahmen der Staat angewiesen war. Allein 2018 führten diese Maßnahmen zu einem Verlust von 6 Milliarden US-Dollar an Öleinnahmen. Sanktionen froren 17 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten ein und verursachten 2019 Exporteinbußen von rund 11 Milliarden US-Dollar – etwa 30 Millionen pro Tag.

Das in Washington, D.C. ansässige Center for Economic and Policy Research veröffentlichte 2019 einen Bericht über die Auswirkungen der US-Sanktionen auf Venezuela. Zwischen 2017 und 2018 sollen die Sanktionen schätzungsweise 40.000 Venezolaner das Leben gekostet und viele weitere in extreme Unsicherheit gestürzt haben. Über 300.000 Menschen gerieten durch Medikamenten- und Gesundheitsmangel in Gefahr, darunter 80.000 HIV-Positive ohne Zugang zu antiretroviralen Medikamenten. Auch für 16.000 Dialysepatienten, 4 Millionen Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sowie 16.000 Krebspatienten wurde die Versorgung mit notwendigen Medikamenten extrem schwierig.

Doch die Autoren des Buches betonen, dass der Zusammenbruch Venezuelas nicht allein dem US-Imperialismus und seinen Sanktionen angelastet werden könne. Neben den Schäden durch Sanktionen sei ein weiterer Hauptfaktor das wirtschaftliche Missmanagement und das neoliberale Programm der zunehmend autoritären Maduro-Regierung gewesen. Mainstream-Ökonomen behaupten, der Zusammenbruch sei Folge des Sozialismus; während viele Linke das Maduro-Regime als sozialistisches Beispiel verteidigen. Beide Seiten liegen falsch. Bean und die anderen Autoren akzeptieren nicht, dass Chávez (und später Maduro) eine sozialistische Wirtschaft etabliert hätten oder dass Venezuela sich auf einem „Weg zum Sozialismus“ befunden habe.

Wie ich in meinen eigenen Beiträgen zu Venezuela argumentiert habe, beruhte Chávez’ relativer Erfolg bei der Verbesserung der Lebensbedingungen auf dem Rohstoffboom der 2000er-Jahre. Hohe Öl- und Gaspreise führten schon bei moderaten Steuer- und Abgabenerhöhungen zu enormen Staatseinnahmen. Diese ermöglichten höhere Sozialausgaben und eine Verbesserung des Lebensstandards.

Doch wie Bean hervorhebt, geschah dies ohne grundlegende Veränderung der venezolanischen Eigentumsverhältnisse. „Es gab keine echte Transformation der gesellschaftlichen Eigentumsverhältnisse, keine Veränderung der internationalen Arbeitsteilung und keine Herausforderung der Vorrechte des transnationalen Kapitals.“ Der Privatsektor dominierte weiterhin die Wirtschaft. Zwischen 1999 und 2011 stieg sein Anteil an der Wirtschaftsleistung sogar von 65 % auf 71 %. Auch zentrale Branchen wie Nahrungsmittelimporte, Pharma oder Autoteile blieben privat kontrolliert.

Selbst dort, wo der Staat Produktionsmittel besaß – etwa beim staatlichen Öl- und Gasunternehmen PDVSA – lag die Kontrolle bei der Staatsbürokratie, nicht bei den Arbeitern. Chávez selbst sagte: „Wer würde behaupten, Venezuela sei ein sozialistisches Land? Nein, das wäre Selbsttäuschung. Wir leben noch im Kapitalismus; wir haben nur einen Weg begonnen…“ Entscheidend war zudem, dass es keinen Bruch mit der Abhängigkeit vom Export von Rohstoffen und Kohlenwasserstoffen gab. Im Gegenteil, die Ölabhängigkeit nahm sogar zu.

Mit dem Ende des Rohstoffbooms 2013 endete auch der „Kompromiss“ mit dem venezolanischen Kapital. Bis 2015 waren die Preise auf ein Zwölfjahrestief gefallen. Gleichzeitig starb Chávez, und Maduro übernahm. Die Frage war nun: Wer würde die Krise bezahlen?

bolivares venezuela
Das Geld sieht jetzt anders aus.

Die Antwort zeigte sich bald. Laut dem Ökonomen Luis Salas gebe es „nicht viel Unterschied zwischen dem Wirtschaftsprogramm der Opposition und dem der Regierung“. Der Unterschied liege lediglich in den Partnern – Russen, Chinesen oder Türken statt Amerikanern oder Europäern. Auch Roberto López argumentiert, dass mit Maduros Amtsantritt 2013 das anti-neoliberale Programm fast vollständig aufgegeben worden sei. Trotz radikaler Rhetorik habe Maduro neoliberale Maßnahmen eingeführt – im Rahmen wachsender Autorität.

2016 öffnete die Regierung den Orinoco-Bergbau-Gürtel für Ausbeutung. 2021 wurden Sonderwirtschaftszonen für kapitalistische Unternehmen geschaffen, steuer- und regulierungsfrei. 2018 wurde das Streikrecht abgeschafft. Mit dem sogenannten Anti-Blockade-Gesetz 2020 setzte Maduro faktisch die Verfassung außer Kraft. Große Industriezweige – Öl, Eisen, Aluminium, Gold, Diamanten – wurden privatisiert, teils rückgängig gemacht, was zuvor verstaatlicht worden war.

Schlimm sei vor allem die Vetternwirtschaft. Der venezolanische Staat sei zu einer Piñata geworden, in der eine politisch-militärische Kaste Ressourcen und Privilegien verteile, um Loyalität zu sichern. Selbst Fedecámaras – der Unternehmerverband, der 2002 eine Schlüsselrolle beim Putsch gespielt hatte – wurde wieder eingebunden.

Die Schlussfolgerung der Autoren lautet, dass viele Beobachter im Globalen Norden ungewollt einem Regime Glaubwürdigkeit verliehen hätten, das sozialistische Sprache nutze, um autoritäre und arbeiterfeindliche Praktiken zu verschleiern. Gescheitert sei nicht der Sozialismus, sondern das Versäumnis, tatsächlich sozialistische Politik umzusetzen und die Arbeiterbewegung im Kampf gegen US-Imperialismus zu vereinen.

Im Februar 2026 liegt die Rodríguez-Administration nun vor dem US-Imperialismus am Boden. Die Trump-Regierung agiert vorsichtig und hat Maduro bislang nicht durch die rechte, marktliberale und (ironisch gemeint) „Friedensnobelpreisträgerin“ María Machado ersetzt, um Unruhen oder gar Bürgerkrieg zu vermeiden. Stattdessen zwingt sie Rodríguez schrittweise zur Zustimmung zu ihren Forderungen, um spätere Wahlen vorzubereiten, die ein klar pro-US-Regime an die Macht bringen könnten. Bei einem gemeinsamen Auftritt im Präsidentenpalast Miraflores erklärte US-Energieminister Chris Wright: „Wir wollen das venezolanische Volk und die Wirtschaft befreien.“ Eine Umfrage von Gold Glove Consulting ergab, dass Machado bei Neuwahlen mit 67 % deutlich vor Rodríguez (25 %) liegen würde. 72 % der Befragten meinten, Venezuela bewege sich nach Maduros Festnahme „in eine positive Richtung“.

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Mädchen aus Elorza, Venezuela 1998

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Cazuela de Vacuno

Cazuela

Ich wurde zu einer leckeren chilenischen Cazuela de Vacuno eingeladen, „ein herzhafter Hausmannskost-Eintopf mit Rindfleisch, Kartoffeln und diversen Gemüsen, der typisch für Zentralchile ist“.

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Unter Behüteten

staatsoper

Arbeitsplatz in Sicht. Zur Zeit ist es mir zu kalt für den Roller, und ich brauchte genauso lange wie die BVG zur Staatsoper, wo ich heute die 4. von vier 12-Stunden-Schichten verbringe.

Ja, der Fedora-Hut sieht komisch aus, weil niemand sonst so etwas trägt. Aber er ist wärmer als eine Wollmütze, weil der Schirm den Wind abhält, und sieht auch besser aus. „Nach der Jahrhundertwende kam der Fedora zudem bei Männern in Mode, so etwa bei den hochrangigen Vertretern der Gangsterorganisationen während der Prohibition in den USA.“

Rechts ist übrigens der Eingang des Hotel De Rome, links die Staatsoper, geradeaus die Intendanz.

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Volksmudschahedin in Persien

Volksmudschahedin
Demonstration des Nationalen Widerstandsrats Iran und der Volkschmudschahedin im September 2024 in Berlin

Ich empfehle der Leserschaft, sich über die Volksmudschahedin (MEK) im Iran zu informieren. Die kommen in deutschen Medien so gut wie nie vor und wenn, dann diffamierend, sind aber die größte Gruppe der Opposition in Persien. Die Berichterstattung ist oft Mumpitz und wird nicht selten vom iranischen Geheimdienst manipuliert.

„Nach dem Beginn einer neuen Phase der gegenseitigen Dämonisierung zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten machten einige US-amerikanische und israelische Politiker deutlich, dass die Mudschahedin bei dem Szenario einer militärischen Konfrontation mit Teheran sehr nützlich sein könnten.“ 2016)

„Donald Trumps Berater John R. Bolton, der ebenfalls anwesend war, brachte die Solidarität der US-Regierung mit der MEK zum Ausdruck…“

Ich sehe das mit den Augen des Mossad Pragmatikers: Man muss mit allen zusammenarbeiten, die den eigenen Zielen nützlich sind, auch wenn diese bekloppt sind.

Wenn das Regime gestürzt werden sollte, würden die Volksmudschahedin die neuen Machthaber oder an der Macht beteiligt sein. I told you so.

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I told you so

Zölle
Karikatur von Hermann Dyke aus den „Fliegenden Blättern“ gegen Zollschranken und Kleinstaaterei, 1847. (Credits: Universität Heidelberg)

„Das Schutzzollsystem ist nichts anderes als ein Mittel, die industrielle Entwicklung eines Landes auf Kosten der industriellen Entwicklung anderer Länder zu beschleunigen.“ (Rede des Herrn Dr. Marx über Schutzzoll, Freihandel und die Arbeiterklasse, MEW 4)

In der bürgerlichen Presse lese ich: „Der Westen habe seine Industrie auf dem Altar des Freihandels geopfert und lange ignoriert, dass andere Staaten unsere Wirtschaft mit unfairen Handelspraktiken unterminierten. Zusätzlich habe er seine Wettbewerbsfähigkeit riskiert mit hohen Energiepreisen, „um den Klima-Kult zu befrieden“.

Die Ideologie offener Grenzen bringe durch Massenimmigration zudem die kulturelle Identität des Westens in Gefahr, sagte der amerikanische Außenminister. „Die Kräfte zivilisatorischer Auslöschung bedrohen sowohl die USA als auch Europa“, so Rubio.“

Da hat der Rubio natürlich ein bisschen recht. Wer sagt es aber jetzt den deutschen Medien?

It’s the economy. Der Rest ist Feuilleton. Was will uns ein Mitglied des Ausschusses, der in den USA die gemeinschaftlichen Geschäfte der Bourgeoisie organisiert, damit mitteilen?

„Die Herren von der Bourgeoisie, welche das Schutzsystem befürworten, verfehlen nie, das Wohl der arbeitenden Klasse in den Vordergrund zu schieben. Ihren Worten nach zu urteilen, beginne zugleich mit der Beschützung der Industrie ein wahrhaft paradiesisches Leben für die Arbeiter…“ (Friedrich Engels: Schutzzoll oder Freihandels-System, Deutsche-Brüsseler-Zeitung Nr. 46, 10.06.1847 (MEW 4)

Das interessante Stichwort ist natürlich Freihandel. Jetzt ist die Bourgeoisie also plötzlich gegen „freien“ Handel? O tempora! O mores! Man hört Friedrich List im Grabe rotieren!

Der Begriff „Schutzzoll“ ist ohnehin affirmativ, weil er verschweigt, dass nur die Profite einer bestimmten nationalen Bourgeoisie „geschützt“ werden. Gemeint ist ein Mittel, bestimmte importierte Produkte künstlich zu verteuern, weil sie sonst mehr gekauft würden als Güter der einheimischen Industrie. Man kann das Ergebnis natürlich auch bekommen, indem ein Staat Exporte subventioniert – wie das China macht. Beide Methoden sind zwei Seiten einer Medaille. Die letztere funktioniert in den USA nicht, weil die Beteiligung des Staates an Unternehmen im Vergleich weitaus geringer ist. Daher kann auch viel weniger auf lange Sicht geplant werden.

„Altar des Freihandels“ klingt verzweifelt – und ist es auch. Zölle im jetzigen Stadium des Kapitalismus sind der Volkssturm im Kampf gegen den tendenziellen Fall der Profitrate. Das wird nicht funktionieren, es sei denn, die nationalen Kapitalisten in Europa unterwürfen sich freiwillig den Konzernen der USA und ließen sich die deshalb entgangenen Gewinne von den Steuerzahlern erstatten. Auch das würde nicht lange gutgehen.

Die kulturelle Identität des Westens? Was soll das sein? Die Shoa? Das Christentum? US-Interventionen in Lateinamerika? Der Antikommunismus?

Man lehnt sich zurück und beobachtet die Weltläufte mit Interesse und Vergnügen und mit den Worten: Marx told you so.

helge klockmann
Ein Freund und ich auf der Jubelparade vor der Gedächniskirche am 27.1.1989

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Wenn der Feierabend nicht kommt

Mehringdamm

Zwei mal 12 Stunden Tagschicht 7-19 Uhr, sofort danach zwei mal 12 Stunden Nachtschicht 18-6 Uhr. Wisst ihr Bescheid.

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Unter Nichtannehmenden

„…hat die 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen, die von einem im Gazastreifen lebenden Palästinenser erhoben wurde und die sich gegen die Erteilung von Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Israel richtet.“

Wie kann ein Araber aus Gaza vor dem Bundesverfassungsgericht klagen? Und wer bezahlt das?

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Was mit Cyber

jpost

Ich schreibe gerade einen längeren Artikel (für das Blog) und werde damit heute nicht fertig, zumal ich morgen kurz vor fünf aufstehen muss, um 12 Stunden zu schindern arbeiten.

In Kürze: In Israel ist das Niveau, auf dem offiziell vor dem pöhsen Cyberdings aka Phishing gewarnt wird, genauso „hoch“ wie hier. „The cyberattacks involve “targeted phishing,” in which attackers impersonate familiar figures to lure victims into revealing personal information or downloading malicious files“, schreibt die Jerusalem Post.

Mit Linux wäre das nicht passiert. Dann nutzt gefälligst ein E-Mail-Programm, dass nur Text anzeigt wie Clawsmail oder fummelt in den Einstellungen so lange herum, bis alle Nachrichten statt in HTML in reinem Text erscheinen! Dann seht ihr größtenteils, wo die Links hinführen und die Phisher können sich ihr Phishing sonstwohin stecken. Und wenn das nicht geht, tretet dieses Programm in die Tonne und denjenigen, der so etwas installiert, gleich mit!

Aber die werden das genausowenig machen wie die deutsche Journaille. Dann jammert mich wenigstens nicht voll!

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Kann man machen

„Oder Caren Miosga. Ihre Fragen richten sich nach der politischen Heimat des Gastes. Bei Robert Habeck ging ich davon aus, dass sie nach der Sendung ein Date vereinbaren. Bei Tino Chrupalla war zu befürchten, dass sie ihm noch während der Sendung die Augen auskratzt. Kann man machen. Darf dann aber nicht überrascht sein, wenn man nicht mehr ernst genommen wird.“ (Waldemar Hartmann in der bürgerlichen Presse, Vorsicht: Schwefelgeruch!)

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Alles nach Plan

Israel
Jerusalem, 14.10.2025

Ich plane gerade den Oktober. Dieses Mal habe ich drei Wochen, aber das ist für das, was mich interessiert, immer noch zu wenig.

Tel Aviv
Haifa
Caesarea
Ayun Stream Nature Reserve
– Berg Hermon
Tel Hazor Netionalpark, übernachten in Kirjat Schmona (Yarin’s Appartment) oder Metulla
Mount Meron, von Safed aus?

Von Jerusalem aus:
– Masada
– Yad Vashem
Hebron
Adulam Caves (Fahrrad)
Valley of Elah – Terebentental

ʿAin DschālūtMa’ayan Harod National Park – Gideon’s Spring, übernachten in Nazareth oder Kibbutz Beit Alfa Guest House?

Kalya Kibbutz und Qumran Höhlen.

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Sozialislamische Partei Deutschlands

SPD

Religioten, Islamisten und Antisemiten wählen SPD!

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Unter Lustkäufern [Update]

Messer

Spontan- und Lustkauf: Matsato Küchenmesser.

Die Website Matsato.com gibt es nicht mehr, was schon verwundert. Matsatomesser.de existiert: „Bitte beachten Sie, dass matsatomesser.de keine der auf der Website aufgeführten Produkte verkauft“.
Das Impressum ist lustig: Grandline Marketing, inc., Bel Ombre Rd. P.5057, 00000 Beau Vallon, Mahe, Seychellen.

Wenn das ein japanisches Messer ist, fresse ich meinen Küchenbesen.

Wir haben noch ähnliche Websites mit diesem Impressum wie Kesselbambule („Aktionsbündnis von Klimaaktivisten“). OST Service & Consulting Limited („Standort Erweiterung mit einer virtuellen Postanschrift blabla“) gibt übrigens einen server error 502 bad gateway.

Das nenne ich mal eine „seriöse“ Firmenschrift.

Update: Matsoto.com geht bei mir nur mit Tor.

Messer

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Guter Zweck

iboycptt palestine

Vielen Dank für den Hinweis, Facebook, aber man kann nicht etwas boykottieren, was es gar nicht gibt?!

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