Man lege seine „Hand aufs Herz“, d. h. auf die linke Brustseite in die Gegend der Brustwarze, horche und fühle hin: da schlägt etwas, das klopft und klopft und klopft und klopft. So hat es vor 10 Jahren und vielleicht schon vor 50 Jahren geklopft, so gestern und so klopft es heute, und so wird es vielleicht noch Jahre und Jahrzehnte klopfen! Da arbeitet ein Motor in unserm Leib ganz so wie die Maschine in einem Auto. Das ist das Herz, das so viel besungene Menschenherz! — Ein Herz betrachten ist einfach. Man braucht sich nur beim Schlächter ein Kalbsherz zu besorgen und kann dann die Konstruktion der großen Zentral-Pumpe studieren. Das Herz ist ein Hohlmuskel und ist beim Menschen so groß wie eine Faust. Die Herzwand besteht aus Muskel-Fasern, die sich zusammenziehen können und hierdurch das Herz auspressen. Erschlaffen die Fasern, so dehnt sich das Herz wieder und saugt aus den Adern Blut in sich hinein. Durch eine Scheidewand ist das Herz in zwei Hälften geteilt und durch Querwände ist jede Hälfte wieder gekammert, sodaß das Herz aus vier Kammern zusammengesetzt ist. Diese sind durch Klappen-Ventile, die Herzklappen, erstens untereinander und zweitens von den großen Adern geschieden. Die Ventile arbeiten so, daß das Blut stets nur in der Strom-Richtung vorwärts fließen, nicht aber beim nächsten Stoß des Herzens etwa wieder zurückgetrieben werden kann. Werden die Herzklappen schadhaft, wie dies vor allem nach bestimmten Krankheiten geschehen kann, deren Gift-Stoffe im Blut treiben (Scharlach, Gelenks-Rheumatismus u. ähnl.), so sind die Ventile undicht und das Herz kann nicht mehr die bisherige Höchstleistung vollbringen (Herzklappen-Fehler). Wird die Herzwand schlaff, so kommt es zur Herz-Erweiterung.
Die Arbeits-Leistung des Herzens ist außerordentlich groß. Es schlägt täglich ungefähr 100 000 mal und pumpt hierbei 10 000 Liter Blut. Jeder kann sich hiernach die Arbeits-Leistung des Herzens im Lauf eines Lebens errechnen. Würde man ein Herz in einen Fahrstuhl einbauen können, so könnte ein Mensch, durch seine Herzkraft getrieben, in einer halben Stunde 12 Meter hoch fahren. In ein kleines Auto, das Herz-Auto, eingebaut, würde es den kleinen Wagen im Lauf eines Jahres um den Äquator treiben. Das Herz ist der leistungsfähigste aller uns bekannten Kleinst-Motoren.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine „Quittung der Berliner Morgenpost über 55 Pfennig für die 18. Woche vom 03.05. bis 09.05.1931“.
Am 25.05.2023 hatte ich zum letzten Mal Bilder der „Berliner Morgenpost“ gepostet. Drei Jahre – und jetzt sieht man, was sich geändert hat: Ich brauchte den Text auf der Rückseite nur der KI zu zeigen, um ihn posten zu können. Damals hätte ich ihn mühsam abtippen oder ihn mit einem OCR-Tool transkribieren müssen. Ich habe auf meinem Handy immer noch Textfee, mit dem ich sehr zufrieden bin – aber das wird bald überflüssig sein.
Hier der Text – ChatGPT und Gemini sind gleich gut, aber Gemini bietet an, das Ergebnis gleich als HTML und in zwei Spalten zu kopieren.
Bakterien
Bei dem Wort Bakterien (oder Bazillen) packt die meisten Menschen ein Schreck, in ihrer Phantasie steigen sogleich Bilder von Krankheiten auf. Jeder denkt an Tage, an denen er mit Fieber und Schmerzen im Bett lag und neben sich ein Glas mit schlecht schmeckendem Spülwasser stehen hatte, um damit die Bakterien in seinem Hals abzutöten. Diese Vorstellung ist ganz falsch. Bei dem Wort „Bakterium“ sich etwas Böses vorzustellen, ist genau so falsch, als wollte man bei dem Begriff „Mensch“ an einen Mörder denken. So wie es unter unzähligen Menschen vereinzelt Mörder gibt, so sind unter zahllosen Bakterien-Arten einige wenige gefährlich.
Bakterien bevölkern die ganze Welt. Mit jedem Hauch Luft atmen wir mehrere tausend ein. Mit jedem Schritt über den Erdboden scharren wir hunderte auf. In jedem Tropfen Wasser (nicht Leitungs-Wasser, das filtriert ist, sondern Fluß-Wasser) leben zahllose Kleinst-Lebewesen. In einem Liter Milch sind mehr Bakterien enthalten, als es Menschen auf dem ganzen Erdball gibt.
Die Zahl der Bakterien auf der Erde anzugeben, ist absolut unmöglich. Man müßte eine Zahl schreiben, die so viel Nullen enthält, daß die Zahl von einem Zimmer ins andere reichte. Die meisten Bakterien sind nicht Feinde des Lebens, sondern für seine Entwicklung und seinen Bestand auf Erden unentbehrlich. Ohne sie würde sich unser Planet in wenigen Monaten in einen großen Friedhof verwandeln. Die Bakterien sind es, die, in jeder Krume Ackerboden lebend, hier die toten Mineralien auflösen und sie in halbflüssige und flüssige Formen überführen. Ebenso wirken sie im Flußwasser und im Meer. Sie stehen an der unteren Stufe zwischen der toten und lebendigen Natur, sie allein sind imstande, tote mineralische Stoffe zu verdauen, sie dienen den kleinsten unsichtbaren Meeres-Tierchen als Nahrung, diese wieder den größeren, diese abermals größeren. So baut sich auf der Urnahrung der Bazillen das lebendige Gebäude der irdischen Natur auf. Ohne die Mithilfe der Bakterien kann das Obst nicht reifen, bildet sich kein Essig, kann man aus der Milch keinen Käse gewinnen, gäbe es kein Bier, keinen Wein und auch kein Brot. Denn beim Backen bedient sich der Mensch der Mithilfe der Bakterien, indem er in die Teigmasse einen den Bakterien nahestehenden niederen Pilz, den Hefe-Pilz, als Hefe einbringt. Dieser nährt sich von der Teigmasse, erzeugt hierbei Kohlensäure-Gas, und dieses treibt den Teig auf, der hierdurch lufthaltig, krümelig und genießbar wird.
Im Körper des Menschen leben etliche Trillionen Bazillen. Das Verhältnis zwischen Mensch und Bazillus ist nicht das einer Feindschaft, wie zwischen Jäger und Fuchs, sondern das einer friedlichen Zusammenarbeit, wie zwischen Mensch und Haustier. Der Mensch gibt dem Haustier „Bazillus“ von seinen Nahrungs-Abfällen zu fressen, er gibt ihm die warme Stallung im Innern seines Leibes, dafür leistet ihm das Haustier Bazillus wertvolle Dienste. Beispielsweise weichen sie bei der Verdauung alle Zellen, Fasern, Kerne, Hornteilchen u. dgl. auf, die von den Verdauungs-Säften selbst nicht angegriffen werden. Ohne die Mithilfe der Bakterien kann kein Tierleben, und wenn man junge Hühnchen in einem ganz bakterienfreien Kasten aufziehen will, so gehen sie bald an Entkräftung zugrunde — es fehlen ihnen die Helfer des Lebens, die Bakterien.
Nur wenige Dutzend unter ihren vielen tausend verschiedenen Arten sind dem Menschen gefährlich und verursachen in seinem Innern die Infektions-Krankheiten (Scharlach, Masern, Diphtherie, Keuchhusten, Pocken, Pest, Tuberkulose, Blutvergiftung, Halsentzündung usw.).
Quittung der Berliner Morgenpost über 55 Pfg. für die 18. Woche vom 3. 5. bis 9. 5. 1931
Quittungen, auf denen Preis oder Bezugszeit geändert ist, sind ungültig
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine „Quittung der Berliner Morgenpost über 55 Pfennig für die 17. Woche vom 26.04. bis 02.05.1931“.
Im Menschen-Blut schwimmen 25 Milliarden weiße Blutkörper. Sie sind die „Schutz=Polizei“ unseres Körpers, vernichten z.B. Bakterien, die in Wunden eindringen, und verlassen dann den Körper als Eiter.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine „Quittung der Berliner Morgenpost über 55 Pfennig für die 16. Woche vom 19.04. bis 25.04.1931“.
„Teil eines Blutstropfens unter dem Mikroskop“ – es ist irgendwie niedlich, dass die das damals gezeichnet haben, wahrscheinlich wäre Foto im Druck zu teuer gewesen. Ab wann kann man Dinge unter einem Mikroskop fotografieren?
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine „Quittung der Berliner Morgenpost über 60 55 Pfennig für die 14. Woche vom 05.04. bis 11.04.1931″.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 12. Woche vom 22.3. bis 28.03.1931“.
„Vergleich eines Muskels (oben) mit einem Auto=Motor (unten)“
Der Naturforscher kann nicht ohne Schmerz zu den Menschen des Alltags vom Muskel reden. Da ißt jung und alt sozusagen täglich Fleisch. Heute ein Stück Wurst und morgen ein Kotelett und übermorgen Schabefleisch und dann abends einen Hering – sie zerschneiden und schlagen, salzen und wässern, kochen und zersäbeln das Fleisch und dann zerfasern sie es mit ihren Gabeln und stecken es in den Mund und kauen es und schlucken es herunter – und wer von ihnen allen denkt einmal darüber nach, was wohl das Fleisch sei?
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 13. Woche vom 29.3. bis 4.4.1931“.
Es ist dem Menschen nicht möglich, mit verbundenen Augen gradeaus zu gehen. Der Mann, der von a nach b gehen soll, weicht unfehlbar seitlich nach der einen oder der anderen Richtung ab.
Der Mensch ist zwar in seinen Grundzügen zweiseitig symmetrisch gebaut. In gewissen Einzelheiten aber ist die Gleicheit der Körper-Hälften durchbrochen. (…) Im Nebel, in Wüsten und über Schneefelder bewegt man sich aus diesem Grunde leicht im Kreise. und es gibt Fälle, in denen Ruderer bei Nacht das Ufer ohne Kompaß nicht erreichten, Verirrte nicht aus tiefen Wäldern fanden und Wüsten-Wanderer zwei-, ja drei- und viermal zum Ausgangs-Punkt zurückkamen, weil sie sich im Kreise bewegten. Nichts in der Natur ist sinnlos. Auch dieses „Kreisen“ nicht. Infolge der automatischen Kreis=-ewegung verirren sich Tiere selten weit von ihrem Heimatort, auch in Steppen, Wüsten und Urwäldern nicht. Die Asymmetrie ihres Körperbaus bringt sih nach „Planlosen“ Streifereen wider zum Ausgang-Punkt zurück. Die Asymmetrie des Körperbaus ist die naturwissenschaftliche Grundlage der „Heimat“.
Eine kühne These, der ich nicht ganz folgen kann. Interessant übrigens, dass man 1931 Symmetrie schon mit zwei m schrieb.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Februar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 11. Woche vom 15.03. bis 21.03.1931“.
Der größte in Europa gemessene Mensch ist der Österreicher Winkelmeyer, der 2,78 m hoch wurde. 10 cm wenger maß der Engländer O’Brin, der durch die Londoner Straßen spazierte und sich seine Pfeife an Laternen anzündete. (…) Der berühmte englische Anatom Hunter wollte durchaus den Körper dieses Riesen for seine anatomische Sammlung haben. Aber er konnte den Riesen selbst gegen große Versprechungen nicht bewegen, ihm für den Fall, daß er früher sterbe als der Professor, seinen Körper zu verkaufen. Als Hunter mit seinem Angebot nicht nachließ, bekam es der Riese mit der Angst zu tun und schloß mit einigen Fischern einen Vertrag, daß diese seinen Leichnam aufs Meer fahren und dann ins Wasser werfen sollten. Doch er hatte seine Rechnung zwar mit dem Himmel und mit den Fischern aber nicht mit dem anatomen gemacht. Dieser bestach die Fioscher, daß sie ihm den od des Riesen mitteilen sollten, und als es einen Tages soweit war, fuhr er mit den Fischern und dem toten Riesen hinaus, sah zu, wie die Fischer den Leichnam ins Wasser warfen und so ihre Pflicht erledigten, und fischte dann den Körper heraus. Mit der Beute fuhr er heim, und noch gheute sieht man das Skelett des Riesen in der berühmten Hunterschen Sammlung in London.
Diese Geschichte erschien mir anfangs doch ein wenig zu phantastisch. Heute würde sich sowieso eine Kompanie Rechtsanwälte händereibend einmischen. Nach einer kurzen Recherche stellte sich heraus, dass die „Berliner Morgenpost“ den Namen des Riesen falsch geschrieben hatte – er hieß O’Brien oder auch Charles Byrne. Über ihn gibt es sogar einen Roman: The Giant, O’Brien“ von Hilary Mantel. Bilder vom Skelett fand ich auf thetallestman.com.
Heute würde man die Angelegenheit „pietätlos“ nennen. Wahrscheinlich ist sogar „Riese“ nicht mehr politisch korrekt. Vermutlich sagt „man“ in sprachpolizeilichen Kreisen „hochwüchsig“.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Februar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 10. Woche vom 08.03. bis 14.03.1931“.
„Der neugeborene Mensch ist eine Zellen-Großeinheit. Jener ist ein ‚Krähwinkel‘, jener ein ‚Berlin'“. Neu in meinen Wortschaft importiert: „Krähwinkel„. Laut Wörterbuch der deutschen Sprache: Krähwinkel Ortsname, auch Kra-, Kreh-, Kran-, Kram-, Grauwinkel, eigentl. ‘Ort, wo Krähen nisten’, übertragen ‘provinzielle, spießbürgerliche, schwatzhafte Kleinstadt’; literarisch zuerst bei Jean Paul (1801), dann bei Kotzebue (1803).
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Februar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 08. Woche vom 22.02. bis 28.02.1931“.
„Man überlege einmal, was das heißt: einen Motor in sich zu haben, der 70 Jahre ohne Unterbrechung läuft, der niemals repariert, nicht ein einziges Mal überholt wird, den man nicht zu schmieren und zu putzen braucht. Der, wenn man nur vernünftig mit ihm umgeht und ihm nicht allzuviel zumutet, ununterbrochen seine Dienste tut. Der sich immer selbst instand hält, automatische Ölschmierung besitzt und jeden Morgen ‚wie neu geboren‘ aus der Garage des Nachtschlafes vorrollt.“
Der Homo sapiens wäre nie an die Spitze der Nahrungskette gelangt, wenn man jedem Morgen ein Update hätte einspielen müssen.
Today in History berichtet übrigens über den 25. Februar 1932: „Immigrant Adolf Hitler gets German citizenship“.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Februar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 06. Woche vom 08.02. bis 14.02.1931“.
Die „Morgenpost“ schreibt im Februar 1932: „Dreißig Billionen Zellen hat der Leib des Menschen. Würde ein Flieger [sagte man damals „Flieger“ statt „Flugzeug“?] die Zellen eines Menaschen als Perlen-Kette [schrieb man damals offenbar auseinander] wie von einer Spule abrollen, so reichte das Zellenband fünfmal um die Erde.
Spektrum der Wissenschaft schreibt heute: „Ein Erwachsener besteht aus (..) 100 Billionen (…) Zellen. Legte man die durchschnittlich nur 40 Tausendstel Millimeter kleinen Zellen aneinander, reichten sie vier Millionen Kilometer weit – oder 100-mal um die Erde. Und selbst wenn man in jeder Sekunde eine Zelle an die andere reihte, würde das Ziel erst nach über drei Millionen Jahren erreicht.“
30 Billionen oder 100 Billionen? Fünf Mal oder hundert Mal? Offenbar haben die Biologen seit 1932 noch mal nachgezählt.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Januar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 05. Woche vom 01.02. bis 07.02.1931“.
In der ersten Februarwoche 1931 scheint nicht viel passiert zu sein. Immerhin erwähnt Wikipedia: „1931/1932: Die Wirtschaftskrise in Deutschland erreicht ihren Höhepunkt. Es gibt 70.000 Konkurse und 6 Millionen Arbeitslose“.
Das ist jetzt 82 Jahre her. Was werden sie im Jahr 2095 über heute schreiben? „Schwedisches Königpaar bummelte durch Quedlinburg.“ – „Dieter Wiefelspütz, der so genannte „Innenexperte“ der SPD, findet es gerechtfertigt, dem Whistleblower Edward Snowden keinen Aufenthalt in Deutschland zu gewähren: ‚Ich kann nicht erkennen, dass der Mann politisch verfolgt wird‘, sagte er der Mitteldeutschen Zeitung.“ – „Weil angeblich der frühere amerikanische Geheimdienstmitarbeiter Snowden an Bord gewesen sein sollte, wurde die aus Moskau kommende Maschine des bolivianischen Präsidenten Morales zur Landung in Wien gezwungen.“
Vielleicht aber auch anders. „Obwohl Edward Snowden, der spätere Nobelpreisträger für Transparenz und Informationsfreiheit, in seiner Heimat USA wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt wurde und ihm eine langjährige Haaftstrafe drohte, wurde ihm in Deutschland Asyl verweigert. Hans-Peter Friedrich (CSU), der spätere kurzzeitige Alterspräsident der deutschen Militärjunta in den Jahren 2033-2045, kündigte an, Deutschland werde nichts tun, was der US-Regierung missfalle. Man müsse der Obrigkeit untertan sein, so stehe es in der Bibel. Snowden sei ein Krimineller, und kriminelle Ausländer gehörten bekanntlich ohnehin abgeschoben. Auch sei die Industriespionage seitens des Geheimdienstes NSA irrelevant; das sei eben eine Feature des freien, sozialen und alle glücklich machenden Marktes, und man solle sich über derartige Peanuts nicht künstlich aufregen.“
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Januar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 04. Woche vom 25.01. bis 31.01.1931“.
„Eine Made setzt sich aus mehreren tausend, ein Regenwurm schon aus hunderttausend Zellen zusammen. Die größten Geschöpfe, wie der Mensch, bestehen aus zahllosen Zellen, von dene jede für sich lebt wie der Bürger im Staat, jede eine besonderen Beruf ausübt, die aber alle zusammen – gleich den Menschen in einem Volk – nicht nur neben, sondern auch für einander leben und arbeiten, eine große Lebens-Gemeinschaft wie ein Staat.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Januar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 03. Woche vom 18.01. bis 24.01.1931“.
„Da wir Meerwasser in uns tragen, müssen wir, damit sich das Körper-Wasser nicht mit der Zeit verdünnt, unsere Speisen salzen. (…) In Deutschland verbraucht jeder Bürger jährlich 15 Pfund Kochsalz. Ohne dieses kann dieser Mensch nicht leben. (…) Als man die Unentbehrlichkeit des Sales noch nicht kannte, entzog man in einem Gefängnis den Insassen das Salz, weil man es für einen Luxus hielt. Die Gefangenen erkrankten und starben. (…)
Der spanische Eroberer Mexikos, Cortez, konnte die Azteken mit Waffen-Gewalt nicht besiegen. Deshalb griff er zu folgender List: Er schnitt sie vom Wasser ab, und bald mußte sich das tapfere Volk, vom Salzhunger bezwungen, den spanischen Eroberern ergeben.“
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Januar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 02. Woche vom 11.01. bis 11.01.1931“.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Januar 1931 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 01. Woche vom 04.01. bis 10.01.1931“.
„Die Lokomotive, die an uns vorüberrast, dieses schnaubende Riesen-Ungetüm, wird von der Kraft unsichtbarer kleiner Uratome hingetrieben, die im Dampf mit 100 km Schnelle hin- und herzittern und die Kessel bis zum Bersten füllen. Die Zeitung, die du täglich in den Händen hältst, ist aus Holz gepreßt, das vor ein paar Dutzend Monaten in einem nordischen Wald als Baum im Winde hin- und hergeschaukelt hat…“
Worüber sich die Leute wohl in hundert Jahren wundern werden?
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost November 1929 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 52. Woche vom 22.12. bis 28.12.1929“.
„Nach einem Jahrtausend stetiger Fortentwicklung hat heute die Kultur unserer Zeit das ganze deutsche Volk erfaßt. (…) Der Sport ist notwenig gesellig. Die Gesellschaft bildende Kraft des Sports entspricht dem zur Massenhafigkeit drängenden Zuge unserer Zeit. (…) Der allgemeine Hochstand der Volksbildung wird davor schützen, daß eine ungesunde Überbewertung des rein körperlichen die geistigen Leistungen herabdrückt. In harmonischem Verein müssen beide gedeihen, entsprechend dem alten Römerwort: gesunder Geist nur in gesundem Körper.“
Leider haben sich der Verfasser dieser niedlichen Zeilen im Jahr 1929 schrecklich geirrt. Von „stetiger Fortentwicklung“ der deutschen Kultur weit und breit keine Spur, auch nicht vom einem „allgemeine Hochstand der Volksbildung“.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost November 1929 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 50. Woche vom 08.12. bis 14.12.1929“.
Ich muss gestehen, dass ich Albert Ballin bisher nicht kannte.
Albert Ballin (* 15. August 1857 in Hamburg; † 9. November 1918 ebenda) war ein Hamburger Reeder und eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten in der Zeit des deutschen Kaiserreiches. Er machte als Generaldirektor die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) zur größten Schifffahrtslinie der Welt.
Offenbar war Albert Ballin auch der Erfinder der Zwischendecks auf den Überseepassagierschiffen, die auch im Titanic-Film vorkommen. Es ist doch sehr nett, wenn man durch das eigene Blog etwas lernt, obwohl das so ist, als erzählte man sich selbst einen Witz.
Als ich diese „Postkarte“ in die Hand nahm, fiel mir aber sofort „Hoboken“ auf. Im allerersten Karl-May-Roman, den ich je las („Kapitän Kaiman“), tauchte das Wort auf und ich hatte nie verstanden, was das bedeutete. Ein Rätsel meiner Jugend hat sich also gelöst. Ich habe mir natürlich sofort Hoboken von oben angeschaut. 1979 stand ich auf dem Empire State Building und 1982 auf dem World Trade Center und werde Hoboken vermutlich auch gesehen habe.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost November 1929 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 49. Woche vom 01.12. bis 07.12.1929“.
„Die Wissenschaft vom Spaten hat und die Märchen und Sagen altersgrauenr Vorzeit zur Wahrheit gemacht“, heisst es da. So war es wohl nicht, aber das wissenschaftliche Buddeln nach Artefakten aka Altertümerkunde ist noch gar nicht so alt.
Die Archäologie interessiert sich ausschließlich für den Menschen und seine Hinterlassenschaften, wie etwa Gebäude, Werkzeuge, Kunstwerke etc. Sie umfasst einen Zeitabschnitt, der von den ersten Steinwerkzeugen vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis in die nähere Gegenwart reicht. Erkenntnisse zu Umwelt, Klima, Ernährung oder Alter von Funden tragen zur Rekonstruktion vergangener Kulturen bei. Als Quelle dienen dabei die materiellen Hinterlassenschaften des Menschen.
Heinrich Schliemann, der Ausgaber einer alten Stadtanlage am Hellespont, ist heute in der Wissenschaft umstritten. Ich halte das „Troja“ Schliemanns übrigens für das hethitische Wilusa – ich habe aber nur das überzeugende Buch Birgit Brandau „Troja – eine Stadt und ihr Mythos: Die neuesten Entdeckungen“ dazu gelesen.
Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost November 1929 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 48. Woche vom 14.11. bis 30.11.1929“.
Nicht jeder wird wissen, in welchem historischen Zusammenhang der Begriff „Schutztruppen“ steht, den unsere mental gleichgeschalteten Medien für die alliierten Besatzertruppen – darunter die Bundeswehr – in Afghanistan benutzen.
Dieses „Kulturbild“ beschäftigt sich mit Georg Schweinfurth und Gustav Nachtigal, beides so genannte „Afrika-Reisende“ bzw. „Forscher“. Letzterer war auch Arzt; nach ihm ist noch heute ein Platz in Berlin benannt.
Unter dem Mantel der wissenschaftlichen Forschung werden schlicht imperialistische und kolonialistische Ziele verfolgt. Das Bild – zwei hell gekleidete „Forscher“ mit Tropenhelm, die von dummen Negern umringt werden – ist ein gern benutzter Topos bis heute – die jeweiligen Eingeborenen sind keine „Naturvölker“ mehr, sondern zum Beispiel Studenten, die beim „Aufbau“ ihres Landes mithelfen. (By the way: Was bedeutet eigentlich „Aufbau“ – zu was? Zur „Erschließung“ für wen?)
Auf der Rückseite des „Kulturbilds“ lesen wir u.a.: Der schwarze Erdteil, Afrika, lag Jahrhunderte unerforscht. (…) Erst im 19. Jahrhundert ging man daran, dieses ungeheure Gebiet zu erforschen. Eine große Reihe von Forschungs-Expeditionen zog in das Innere des dunklen Erdteils, den schwarze Naturvölker bewohnten. (…)
So war die Erschließung Afrikas für den neuzeitlichen Handel nicht nur wissenschaftlich beeinflußt, sondern auch von politischen Motiven bestimmt. Deutschland, das politisch zerrissen war, blieb deshalb trotz des Aufschwungs (…) zunächst im Hintergrund. (…)
Nachtigal hat in Westafrika an verschiedenen Stellen im Auftrag Bismarcks die deutsche Flagge gehißt, um sie zu Kolonien des Reiches zu machen (…).
Wißmann hat den schwarzen Kontinent durchquert und war nachher Beamter des Reiches in Deutsch-Ostafrika, als Führer der Schutztruppe.
Edmund Schnitzer (…) hat die abenteuerlichste Laufbahn gehabt. Er war in der Provinz Äquatoria, im Quellgebiet des Nil, Gouverneur, wurde durch einen Aufstand der fanatisierten mohammedanischen Neger abgeschnitten und hielt jahrelang seinen verlorenen Posten..
Wie sich die Metaphern gleichen: Damals waren es die „fanatisierten mohammedanischen Neger„, heute sind es die „extremistischen“ Islamisten und Taliban. Und die Bundeswehr hält schon wieder jahrelang auf verlorenem Posten aus.
Wikipedia zu Nachtigal: Am 5. Juli 1884 errichtete Nachtigal die sogenannte deutsche „Schutzherrschaft“ über das Gebiet von Togoland (heute Togo bzw. Teilgebiet von Ghana). Am 14. Juli stellte er Kamerun „unter deutschen Schutz“. Im selben Jahr beglaubigte er die teilweise betrügerisch erworbenen Rechte bzw. Landerwerbungen der Firma Lüderitz in Südwestafrika, dem heutigen Namibia…