Burks mit Ball und Hund

daubermühle

Aufgenommen vor 1958. Im Hintergrund die Daubermühle zwischen Winterberg und Züschen im Sauerland.

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Ferrocarriles Ecuatorianos, revisited

eisenbahn ecuador

Das Foto habe ich 1981 1979 irgendwo an der Bahnstrecke zwischen Guayaquil (eigentlich Durán) und Quito gemacht. Leider weiß ich nicht mehr, wo genau das war.

Komisch, dass ich dieses Foto bisher noch nicht veröffentlicht hatte. Das Bild gehört zu meinen Favoriten, weil ich es immer exotisch und aufregend finde, wenn ein Zug, hier sogar eine Dampflok mit Güter- und Personenwagen, mitten durch einen Ort fährt, ohne dass die Schienen irgendwie gesichert sind.

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Schneeblumen

balkonrosen

Meine Balkonrosen sind jetzt eingeschneit. Ich hatte sie gewarnt.

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Für die moderne Frau von heute

missy

Bonus: 17 Seiten über Fetische! (Das ist übrigens eine Anzeige.)

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Wohlstand für alle!

Der Wanderpokal Lautsprecher des Kapitals geht heute an Daniel Eckert und Holger Zschäpitz von Welt online für den wunderbaren Satz:

Das wilde Hin und Her droht einen Kerngedanken der Wirtschaftswissenschaften auf den Kopf zu stellen, nämlich dass der Kapitalmarkt effizient ist und den Wohlstand der gesamten Gesellschaft mehrt.

Was haben wir gelacht.

Um zu erinnern: „Der Wanderpokal “Lautsprecher des Kapitals” geht an Journalisten, die (…) sich die Propaganda der Kapitalisten unkritisch zu eigen machen, die deren Neusprech und und Propaganda-Worthülsen übernehmen, die in Populär-Okonomie dilettieren, ohne jemals ein Buch über den tenzenziellen tendenziellen Fall der Profitrate oder die Theorie des Werts gelesen zu haben. Kurzum: die ihren Beruf nicht nur verfehlt habe, sondern auch noch dummschwätzen und sich als Lobbyist missbrauchen lassen, freiwillig oder aus Dummheit und/oder Ignoranz.“

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Nicht smart

smart home

Ich bin sozusagen ein Digital-Native-Neanderthalensis und noch zu einer Zeit sozialisiert worden, als Betriebssysteme keine Leerzeichen in Dateinamen mochten. Ich habe mir angewöhnt, statt eines Leerzeichens immer einen Unterstrich zu machen und Sonderzeichen in Dateien zu vermeiden. Daher fragte mich Alexa gestern: „Soll ich die Lampe workunterstrichdesk anmachen?“ Das nervt. Ich musste also alles umbenennen und auf den IQ eines Computers downgraden.

Keine Sorge, bei mir dürfen „smarte“ Geräte nur das, was ich ihnen erlaube. Ich habe einige Lampen über die Fritzbox laufen, weil ich es leid bin, immer halb hinter Bücherregale kriechen zu müssen, um an Lichtschalter zu kommen und weil die Option, mein Schlafzimmer plötzlich mit Rotlicht erleuchten zu können, auch lustig ist.

Ich nutze für einige Steckdosen Produkte des Marktführers und muss noch ein wenig herumfummeln, zumal die volksrepublikchinesischen Teile nicht so recht mit dem Router harmonieren, da ich auch zwei Repeater laufen habe. Als zeitweilige Lösung habe ich allen Geräten, denen ich nicht über den Weg traue – und das sind eigentlich fast alle -, per Kindersicherung das Internet verboten (dafür ist die eigentlich nicht gedacht, es ist aber ein eleganter „Hack“, ich will auch nicht löten müssen).

Für die Wetteransage, als Wecker und zum Abspielen von Musik per Voice-Befehl ist Alexa ganz gut… Ob das Teil sich zu mehr eignet, muss ich noch herausfinden.

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Keine Utopie in der Weite

the expanse

Fast hätte ich übersehen, dass schon die 5. Staffel von The Expanse läuft. Ist natürlich Pflichtprogramm, da IMHO die beste Sci-Fi-Serie überhaupt (was aber nicht viel heißt).

Die üblichen Verdächtigen sind wieder dabei, zu meinem Entzücken auch Cara Gee. Schauspielerei findet aber in Wahrheit nicht wirklich statt oder auf dem Niveau einer Daily Soap. Das erwartet man auch nicht. Stattdessen gibt es – wie gewohnt – superrealistische Weltraum-Szenen, futuristische Handys und den Plot, dass wieder die Welt gerettet werden muss.

Erstaunlich aber, dass das Science im Gattungsnamen nie ernst genommen oder nur auf die Technik beschränkt wird. Gibt es keine Autoren mehr, die eine Utopie entwickeln wollen, was die Gesellschaft angeht? Kapitalismus forever und bis nach Pandora? Da ist sogar „Raumschiff Enterprise“ anspruchsvoller, wo immerhin behauptet wird, die Menschheit sei so vernünftig geworden, keine Kriege mehr zu führen. Auch die Strugatzkis wagen mehr Utopie, sogar der kommunistischen Art.

„The Expanse“ macht auch hier keine Ausnahme. Die Handlung spielt nicht in einer Post-Apokalypse, sondern – Überraschung! – in einer Zukunft, in der es Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot gibt, arme Schweine, die nichts zu verkaufen haben als ihre Arbeitskraft und eine Oberschicht aka herrschende Klasse, die in Saus und Braus lebt. Das soll es gewesen sein?

Man kann in einem Science-Fiction natürlich ausschließlich grundlegende philosophische Probleme exemplarisch abhandeln und die Futuristik nur als Kostüm benutzen, wie Stanislaw Lem in „Solaris“ oder dem „Unbesiegbaren“ (oh, das kann man demnächst nachspielen?) oder die Gegenwart parodieren.

Eine der Gründe für die mangelnde politische Fantasie der Drehbuch-Autoren ist vermutlich, dass die sich gar nicht erlauben, eine gesellschaftliche Utopie zu erfinden. Dazu müssten sie vom Kapitalismus theoretisch abstrahieren können. Fantasy parodiert bekanntlich unfreiwillig und oft auf lächerliche Weise den Feudalismus oder tribalistische Gesellschaften. Zu mehr reicht es nicht. Sogar John Norman ist mit seinem Gor-Zyklus tiefgründiger und präsentiert einen Gender-Alptraum, als hätten sich Hieronymus Bosch und Alice Schwarzer zusammengerauft, um eine Hölle zu schaffen. Das ist legitim und gar nicht so einfach.

Science Fiction sollte mehr können. Wenn das aber umgesetzt würde, hätte das Ergebnis eine Sprengkraft, die Hollywood auf keinen Fall dulden könnte. Das K-Wort muss nicht vorkommen, aber eine Gesellschaft, die nicht mehr auf Ausbeutung beruht und in der, was natürlich heute schon möglich wäre, alle Ressourcen gerecht verteilt würden? Wo kämen wir denn da hin?!

Insofern sage ich als Berufsnörgler: „The Expanse“ ist politisch reaktionärer Scheiß, übrigens genau so wie auch „Avatar„.

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Nachtgedanken

Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Am besten nicht lesen, wenn man schon Schweres im Magen hat: Der Spiegel berichtet über das dutzendfache Totalversagen aller möglicher Behörden im Fall des Attentäters von Hanau. Ich fasse es nicht. Ist das überall so?

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In Shitstormgewitterchen

twitter

Wenn Männer sich mit #feminist und #vegan taggen, muss ich immer lachen. Das Klischee scheint ausnahmslos zu stimmen. Fehlt nur noch der Herren-Dutt für Hipster, die prekäre pseudo-intellektuelle Randexistenz und die völlige protestantische Humorlosigkeit.

Auf Fratzenbuch sinnierte ich vor mich hin, ob es nicht sinnvoll sei, auch öfter bei Twitter vorbeizuschauen, weil in der Kürze bekanntlich auch die Würze liegt. Oder: Wer nicht mit 120 Zeichen Propaganda auskommt, sollte es ganz lassen. (Oder sind es jetzt sogar mehr?) Ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht komplette Zeitverschwendung ist. Andererseits liebe ich es, mit dem Holzhammer zu argumentieren, weil das mehr Leben in die Bude bringt. Wer nicht eine Million Instagram-Follower erwartet, sollte gar keine Fotos posten. (Johann Wolfgang von Goethe)

twitter
„Sei stolz, Kamerad, du bist ein Arbeiter!“ (Sowjetisches Poster 1982, credits: Soviet Visuals)

Nimm dies zunächst, Twitter-Blase!
§ 241a – Politische Verdächtigung: Wer einen anderen durch eine Anzeige oder eine Verdächtigung der Gefahr aussetzt, aus politischen Gründen verfolgt zu werden und hierbei im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen durch Gewalt- oder Willkürmaßnahmen Schaden an Leib oder Leben zu erleiden, der Freiheit beraubt oder in seiner beruflichen oder wirtschaftlichen Stellung empfindlich beeinträchtigt zu werden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Ich hatte hier schon auf einen Artikel von Fatina Keilani im „Tagesspiegel“ hingewiesen. Die erlebte einen flame war Shitstorm der üblichen Verdächtigen in den üblichen Social-Media-Blasen. Letztere halte ich nicht für so relevant wie sie selbst, sondern für eine Art moralisierende und selbstreferenzielle Lichterkette, die sich – wie diese – nur an die eigene Peer Group richtet, also irrelevant ist.

twitter

Zum Thema las ich, um mich zu amüsieren, Don Alphonso, der Politik, obzwar stilvoll und elegant, aber dennoch nur aus der Klassenperspektive des Couponschneiders beschreibt (was die Kommentare beweisen), eine Meinungsschießscharte unter vielen, die ich gegenüber den Positionen bevorzuge zu konsumieren, die mich unnötigerweise nur bestätigen. Ich meine zu allem etwas, und zwar stark, und brauche niemanden, der mir sagt, dass ich recht habe – das weiß ich selbst. Also schaue ich beim Klassenfeind nach dort nach, wo vielleicht eine winzige und interessante Korrektur meines gefestigten Weltbilds zu erwarten wäre.

Der Don bemerkt über einen Kollegen, der auch für die Jungle World schreibt (die im übrigen genausowenig antideutsch“ ist wie Don Alphonso großbourgeois): Wer ist dieser Krsto Lazarevic, woher hat er all die Zeit, einer Autorin hinterherzuforschen, solche Bezüge zu konstruieren, sie bei Twitter zu verbreiten und sich am Rufmord zu beteiligen? Darüber sagt sein Profil bei Twitter wenig aus, dort steht nur, er würde im Europaparlament arbeiten: „Working @Europarl_EN„. Das ist natürlich eine Spitzenreferenz, die er da für sich in Anspruch nimmt, aber die Realität von Krsto Lazarevic sieht anders aus. Er arbeitet nicht etwa direkt für das Europaparlament, sondern, wie eine kurze Recherche ergibt, als Mitarbeiter eines Abgeordneten. Konkret ist Lazarevic der Pressesprecher des grünen Europaparlamentsabgeordneten Erik Marquardt – nur agiert er im Netz ohne diese Information, die man eigentlich bei mit Steuergeldern finanzierten Pressemitarbeitern von Parlamentariern erwarten müsste. Denn sein Chef Erik Marquardt wiederum ist innerhalb der Grünen Experte für Migration, und hat als Aktivist das Projekt Civilfleet verantwortet. Das Projekt begann 2018 mit großer Medienaufmerksamkeit und scheiterte dann spektakulär: Gelder waren weg, das Schiff konnte nicht zu Rettungseinsätzen starten. Als der Skandal im September 2019 ruchbar wurde, war der Aktivist Marquardt für die Grünen auf einer Welle der Popularität schon ins Parlament eingezogen.

twitter

Die riechen schon, was kommt und rufen prophylaktisch „Hurra“. Ich bin dankbar, beweist dieser Politschleim doch meine These, dass zusammenwächst, was zusammengehört. Die oberen Schichten des angestellten und verbeamteten Bürgertums und deren Milieu fraternisieren mit der Großbourgeoisie. Das nennt man in revolutionären Zeiten „Stockholm-Syndrom“, in nicht-revolutionären Zeiten „gesunder Klasseninstinkt“.

Es ist wie überall. Man muss sehen, wo man bleibt und wo die finanzielle Alterssicherheit herkommt. Meinungen stören da nur. Positionen, die nicht stromlinienförmig sind, machen das digitale Leben zu unbequem. Die Attitude der Blockwartin ist die den Deutschen gemäße. Melden, durchführen, verbieten und sich dabei moralisch höherwertig fühlen – ich sagte es hier schon.

Ich halte den Opportunismus der übergroßen Mehrheit übrigens für einen Vorteil: Diese Mischpoke passte sich auch schnell an und hielte die richtigen Winkelemente hoch, wenn ein kommunistischer Arbeiter-und Soldatenrat plötzlich von einem höheren Wesen (anders ist es nicht vorstellbar) an die Macht geputscht worden wäre.

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Post-Apokalyptic Blackout

the blackout

„We’re all going to die.“

Tief in meinem Herzen fühle ich wieder, wie vorteilhaft es war, in einer Sekte aufgewachsen zu sein. Armageddon – ein vertrautes Gefühl! Könnte schon morgen eintreffen, nur ohne Zombies. Ein Film, den alle anderen „dull“ finden und verreißen. Ihr habt mein Mitleid! Alle anderen haben unrecht! Ich finde den russischen Science-Fiction-Film „The Blackout“ (2019) gut. (Wenn es keinen deutsche Wikipedia-Eintrag gibt, werde ich ohnehin neugierig.)

Natürlich ist der Plot „ridiculous„. Zum zuverlässigen Einschlafen habe ich in den letzten Tagen – immer nur einige Minuten lang – Star Trek: Enterprise angeschaut, die von allen Star-Trek-Versionen die erträglichste. Natürlich ist auch dort alles extrem lächerlich, dennoch Teil der Populärkultur.

Russische Science Fiction hat eine lange Tradition, die heute leider langsam vom Feuilleton vergessen wird. Jeder russische Filmemacher wird wissen, dass die Messlatte ziemlich hoch liegt, was man von Hollywood-Filmen nicht unbedingt sagen kann.

„The Blackout is the only film from Russia included in the program of the American festival Cinequest, combining cinema and high technology.“ Ich fand die Atmosphäre von Beginn an faszinierend. Das können die Russen mittlerweile genauso gut wie die US-Amerikaner. (The Expanse spielt in einer eigenen Liga.) Natürlich geht es um Herumballern auf Aliens, aber immerhin sehen die Militärs um ein Zehnfaches futuristischer und martialischer aus als jeder Klingone.

Erholsam ist vor allem die fehlende Political Correctness dergestalt, dass man nicht schon vorher weiß, was jetzt kommen muss: Nein, es gibt keine Figur, die Lesben zur Identifikation einlädt, es gibt keine „Quotenneger“, die Geschlechterrollen sind „sowjetisch“: Traditionell, die Männer verhalten sich Frauen gegenüber oft wie in den 50-er Jahren, die Frauen sind aber viel emanzipierter und „stärker“, als dass die Stereotypien das erwarten ließen. Es gibt nicht wirklich eine zentrale Figur, obwohl die Story oft aus der Perspektive des Helden Yura (Pyotr Fyodorov) erzählt wird. Angenehm und frisch auch, dass man die Frauen noch nicht aus jedem zweiten Film kennt: Die Kommandantin (!) Osmolovskaya (Ksenia Kutepova) in einer Funktion, wie sie Jodie Foster in „Contact“ hatte, die Journalistin Olya (Svetlana Ivanova), Alena (Lukerya Ilyashenko) als Party-Maus, die ganz am Anfang eher einen Sugar Daddy zu suchen scheint und dann beim Militär aufkreuzt. In Deutschland sind vermutlich die Schauspieler Islands bekannter als die Russlands, obwohl dort das Publikum „etwas“ zahlreicher ist.

Der Algorithmus von Amazon hatte bei mir recht. Von selbst hätte ich die Kombination aus Post-Apokalypse (Islam!), Ego-Shooter und Alien-Jagd nicht unbedingt angeklickt. Ich bin erst am Anfang; die Handlung ist nicht so spannend, dass man unbedingt weitergucken muss, aber auch nicht so träge, dass man dabei einschläft. Wie ich die Russen kenne, wird später vermutlich auch kräftig Sex eingespielt.

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Geografie und Heimatkunde

keller kopf
Das 130er-Denkmal am Kellerkopf, im Volksmund oft einfach Kellerkopf-Denkmal genannt, ist in Holzwickede im Ortsteil Hengsen.

„Es ist kein Zufall, daß die moderne Geographie von Anbeginn an eine deutsche Wissenschaft war. Sıe entstand zu einer Zeit, als man Deutschland noch kaum als »geographische Einheit« und noch viel weniger als politische Größe bezeichnen konnte. Ihre herausragende Stellung geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als sich eine »politisch-statistische Schule« in den Dienst der deutschen Territorialstaaten stellte; der Ursprung der modernen Geographie ist daher im Ethos des »wohlgeordneten Polizeistaats« zu suchen. (…)

Der entscheidende Aspekt war der aus der Tradition der Romantik abgeleitete Anspruch einer besonderen Beziehung zur Landschaft als typische Merkmal des deutschen Nationalcharakters: der Wesenszug des Landschaftsgefühls beziehungsweise der Landschaftsverbundenheit. (…)

Unter dem Dach dieser Vorstellung hat sich eine ganze Reihe von Phänomenen und Institutionen zusammengefunden: die Jugendbewegung der Wandervögel, die nationale Einrichtung des Wanderwegs, Traditionen der Landschaftspflege, ökologische Utopien, die vielen um den Begriff Heimat kreisenden Konzepte, wıe zum Beispiel das Schulfach Heimatkunde.“ (Vejas Gabriel Liulevicius: Kriegsland im Osten: Eroberung, Kolonialisierung und Militärherrschaft im Ersten Weltkrieg. 2002)

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Rossum’s Universal Robots

robot
Bühnenbild von Bedřich Feuerstein für das Drama „R.U.R.“ (1921), Credits: Wikipedia

Vor hundert Jahren erfand Karl Čapek das Wort Roboter. Sein Bühnenstück R.U.R. wurde bis 1923 39 Sprachen übersetzt „und hat das internationale Denken über die menschenähnlichen Maschinen geprägt. Beim ersten britischen Roboter Eric, der 1928 konstruiert und 2017 als Museumsexemplar neugebaut wurde, standen sogar die Buchstaben RUR auf der Brust.“

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Koinzidenz und die Lage der Opposition

lange haare

Ich schrob schrieb im Zuge eines Bonsai-Shitstorms gegen mich auf Fratzenbuch: Ich habe nur die Klassenbasis der damaligen Politsekten (marginalisierte Intellektuelle aus dem kleinbürgerlichen Milieu) mit der der Gender-Freund:_*Innen (marginalisierte Intellektuelle aus dem kleinbürgerlichen Milieu) verglichen. Da gibt es eine auffällige Koinzidenz.

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Médanos de Coro, revisited

Médanos de Coro

Dünenlandschaft im Parque Nacional Los Médanos de Coro. Wikipedia: „Der Nationalpark umfasst 91.280 Hektar Wüste, Küste und Salzwiese. Die großen Dünen (‚Médanos‘) erstrecken sich über eine Länge von 5 bis 30 Kilometer und können bis zu 40 Meter hoch werden. Durch starke Winde ändern sie ständig ihre Form. Wegen der sehr seltenen Niederschläge besteht die Flora aus stacheligen Sträuchern. Die Fauna ist ebenso spärlich und besteht hauptsächlich aus Echsen, Hasen, Ameisenbären, Füchsen, Tauben und Falken.“

Ich hatte mir einen Lokalbus genommen und bin ganz allein durch die glühend heisse Einöde gestapft. Ein Moment der Erleuchtung. (Das schrieb ich schon hier am 13.08.2016.) Fotografiert im Januar 1998.

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Die schreckliche deutsche Sprache

schachtelsatz

Liebe Studenten, bitte übersetzt diesen wunderschönen Satz ins Deutsche:
Auf die Verfassungsbeschwerde des DITIB Landesverbandes Hessen e. V. hat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts mit einem heute veröffentlichten Beschluss Entscheidungen der Verwaltungsgerichte in einem gegen die Aussetzung des bekenntnisgebundenen islamischen Religionsunterrichts an Schulen des Landes Hessen gerichteten Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes wegen Verletzung des Anspruchs auf Gewährung effektiven Rechtsschutzes nach Art. 19 Abs. 4 GG aufgehoben und die Sache zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen.

Das Bundesverfassungsgericht hat offenbar Mark Twain gelesen:
„Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist. (…) Es gibt zehn Redeteile oder Wortklassen, und alle zehn machen Ärger. Ein durchschnittlicher Satz in einer deutschen Zeitung ist eine unübertrefflich eindrucksvolle Kuriosität; er nimmt ein Viertel einer Spalte ein; er enthält sämtliche zehn Redeteile – nicht in ordentlicher Folge, sondern durcheinander; er ist hauptsächlich aus zusammengesetzten Wörtern aufgebaut, die der Schreiber an Ort und Stelle hergestellt hat, so dass sie in keinem Wörterbuch zu finden sind – sechs oder sieben Wörter zu einem zusammengepackt, und zwar ohne Gelenk und Naht, will sagen: ohne Bindestriche; er handelt von vierzehn bis fünfzehn verschiedenen Themen, die alle in ihre eigene Parenthese eingesperrt sind, und jeweils drei oder vier dieser Parenthesen werden hier und dort durch eine zusätzliche Parenthese abermals eingeschlossen, so dass Pferche innerhalb von Pferchen entstehen; schließlich und endlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes anfängt und in der Mitte seiner letzten aufhört – und danach kommt das VERB, und man erfährt zum erstenmal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Schreiber noch „haben sind gewesen gehabt worden sein“ oder etwas dergleichen an – rein zur Verzierung, soweit ich das ergründen konnte –, und das Monument ist fertig.“

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FYI: Seminare

Das nächste zweitägige Online-Seminar „Investigative Recherche im Internet“ an der Berliner Journalisten-Schule ist am 15. / 16. März 2021, jeweils 10.00 – 16.00 Uhr.

Die nächsten eintägigen Online-Seminare „Investigative Datenrecherche im Internet und Datenschutz“ in der Berliner Journalisten-Schule finden am 12.02. und am 21.04.2021 statt, jeweils von 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr.

Einzelunterricht oder kleine Gruppen wie bisher nach Vereinbarung.

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Miszellen

miscellen

Was ereignete sich denn so?

– Biden stellt die Möbel um. Deutsche Medien jubeln. Ist Gala schon live vor Ort? Wer von der Jubelarie genervt ist, kann, um sich zu erholen, die Jüdische Rundschau lesen.

– Ohne Worte: In Israel ist die Reproduktionsrate unter eins gefallen; 600.000 Israelis wurden schon geimpft.

– Was ist das für eine Gewerkschaft, der man keine verschlüsselte E-Mail schicken kann und von der man mit „sehr geehrter Herr“ statt „Kollege“ angeredet wird? Gendersternchen aber können sie. Das ist ja auch das Wichtigste.

– Noch mehr zum Gruseln: Instituto Nacional de Anthropología y Historia (Mexiko): „Revelan cómo fue la destrucción de Zultépec-Tecoaque hace 500 años, por revancha de Hernán Cortés“. Die Spanier unter Hernando Cortez haben aus Rache ihre Gegner aufgefressen, weil diese das vorher auch getan hatten. Die Story stand aber schon 2011 im Independent.

– Oh, einer meiner drei Berufe ist jetzt systemrelevant! Zum Glück ist es der, der zuverlässig Geld einbringt.

Medium.com hat einen hübschen Artikel (man muss sich mit Facebook oder Google einloggen) über die Illusionen der US-Amerikaner: „Denial Is the Heartbeat of America – When have Americans been willing to admit who we are?“
The life expectancy of Americans is shorter than for people in other rich countries that spend far less on health care. The U.S. has the highest maternal-mortality rate of any rich country. Police in the U.S. kill their fellow citizens at significantly higher rates than in any other rich country. The United States has the largest incarcerated population per capita in the world. The rate of gun violence here is significantly higher than in any other wealthy nation. Only Israel has a higher rate of poverty among rich countries than the United States. Among G7 nations, the United States has the highest rate of income inequality. The U.S. ranks second only to Greenland in the highest rate of suicides by firearm, and most of those suicides are by white men.

– Sahra Wagenknecht sagt im Neuen Deutschland, was sie immer sagt: „Wir sind mehr und mehr zu Akademikerpartei geworden“. Das ist wahr. Die „Linke“ hat ungefähr genauso viel Arbeiter in ihren Reihen wie die SPD. Fun Fact: 44 Prozent der Mitglieder der Grünen und der SPD sind Beamte und/oder Angestellte im öffentlichen Dienst. Daher das gemeinsame Faible für Gendersternchen. In diesem Milieu will man sich anpassen und um eines höheren Wesens willen nichts falsch machen.

– Was passiert eigentlich, wenn man tote Alligatoren auf dem Meeresgrund versenkt?

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Vielfältiger Ausschuss

Der Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der herrschenden Klasse der USA verwaltet, ist jetzt „vielfältig“. Ob sich der Kapitalismus von diesem schweren Schlag erholen wird?

Das wollte ich nur mal loswerden.

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Alarm!

alarmanlage

Ich bin jetzt schon bei Version 4 des fucking manuals für die f.. Alarmanlage in dem Objekt, wo ich jetzt arbeite (das mache ich als Service für die Kollegen). Die englische Version ist mehr als 90 Seiten lang und wurde offenbar von jemandem verfasst, der pedagogy noch nicht einmal buchstabieren kann. Der anwesende britischen Ingenieur, der selbige Anlage einrichtet, aber kein Deutsch spricht, aber dafür Walisisch, gab mir eine Kopie, weil er mich offenbar nett findet und die Idee, dass jemand das freiwillig ins Deutsche übersetzen will, zum Totlachen.

Gestern musste ich eine Kollegin anlernen. Es kam, wie es kommen musste: Kurz vor 22 Uhr – dem offiziellen Dienstende – kriegte ich die Alarmanlage nicht scharf geschaltet, weil ein Fehler einfach nicht verschwinden wollte. Man muss so lange bleiben, bis man das Problem gelöst hat und darf nicht einfach den Mittelfinger heben und nach Hause gehen.

Ich finde es als gelernter Altgermanist spannend, mich mit so etwas zu beschäftigen. Man muss in irgendeinem Untermenü der Anlage herumirren und herausfinden, welches Element (Fenster, Tür, Bewegungsmelder) nicht richtig funktioniert. Leider gibt es davon gefühlt mehrere Dutzend, und eine Liste ist noch nicht vorhanden. Also raten oder vermuten oder im ganzen vierstöckigen Gebäude nach einer winzig kleinen Nummer suchen, die nie an dergleichen Stelle einer Tür angebracht ist. Irgendwann hatte ich die Tür lokalisiert, aber obwohl diese verschlossen war, behauptete die Anlage stur, dem sei nicht so. Meine Kollegin stand schon am Rande des Nervenzusammenbruchs, weil sie fürchtete, so etwas im folgenden Tag allein bewältigen zu müssen.

Eine halbe Stunde nach offiziellem Dienstschluss habe ich dann entnervt den Ingenieur auf seinem privaten Handy angerufen, der zum Glück noch wach war. Aber fernmündlich kriegten wir es auch nicht hin, und remote access gibt es nicht. Also kam er – er wohnt in demselben Stadtteil. Ich fürchtete schon, ich würde mich kläglich blamieren, weil ich irgendetwas Banales übersehen hatte. Zum Glück stellte sich heraus, dass die Tür kaputt war, irgendetwas mit dem Magnetschalter. Ich hatte also keine Chance gehabt (um mal das Plusquamperfekt korrekt zu benutzen). Er musste die Tür aus der Anlage temporär herausnehmen.

Ich muss immer lachen, wenn ich irgendwelche ahnungslosen Politiker von „Home Office“ faseln höre. Und das Publikum kriegt einen kleinen Einblick dessen, was ein Security macht, wenn sein Job anspruchsvoller ist als eine Mauer zu bewachen. Letzeres ist eher etwas für die zahlreichen kleinen Firmen in Berlin, die mit türkischen und arabischen „Cousins“ arbeiten, die Deutsch so sprechen so wie ich Arabisch und nicht wissen, was eine Gewerkschaft ist, und die die Preise bei denjenigen Unternehmen unterbieten, denen egal ist, wer ihr Objekt bewacht, weil sie die Sache ausschließlich aus versicherungstechnischer Sicht betrachten.

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Gib mir noch mehr Arbeit!

securitas

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag endet automatisch, wenn man das gesetzliche Rentenalter erreicht. Man kann aber trotzdem weiterarbeiten, wenn Kapital und Arbeit ein Interesse daran haben. Das bestätigt auch der Europäische Gerichtshof. Mein Arbeitsvertrag (Vollzeit) wurde schon zum dritten Mal (heute!) wieder für ein Jahr verlängert. Sehr schön. Ich habe also einen befristeten unbefristeten Vertrag. Arbeitsrecht kann so logisch sein!

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