Out of date

Naturally Theresa May is out of date in June. (Peter Glaser)

De omnibus dubitandum

De omnibus dubitandum

„Wer Zeitungen besitzt und verlegt, ist ein reicher Mann. Reiche Männer aber gehören alle zum selben Klub. Sicher, es gibt Konkurrenz – harten, zähen Wettkampf um Auflage, Sensationsnachrichten, Exklusivberichte. aber bloß so lange, wie dergleichen nicht dem Prestige, den Privilegien und der Position der Besitzer gefährlich wird. Kommt’s mal so weit, fällt die Klappe.“ (Raymond Chandler: Der lange Abschied, 1954)

Fake News oder Lüge

„Es gibt (…) nicht den geringsten Grund, der Presse, ihrer Freiheit und ihren Freiern mit dem Respekt zu begegnen, den das Publikum dem Pfleger und der Krankenschwester schuldig bleibt, Die Medien sind Teil des gesellschaftlichen und des staatlichen Herrschaftsapparats. Die Moral, die sie für sich reklamieren, ist, wie’s beliebt: Fake News oder Lüge.“ (Hermann L. Gremliza)

Die besten Journalisten

SPIEGEL ONLINE: Die besten Journalisten sind für Sie also jene…

Tenenbom: … die von Tatsachen berichten. Und die uns nicht erzählen, was richtig und was falsch ist.

SPIEGEL ONLINE: Aber ist es nicht zum Beispiel ganz elementar, gegen Hass einzutreten, wie es Emcke getan hat?

Tenenbom: Nein. Das kann man im Privatleben praktizieren, aber nicht im Journalismus.

Grandios, der Mann… Wird aber in Deutschland nicht viele Freunde finden.

Wenn du etwas nicht mit einfachen Worten erklären kannst, hast du es nicht verstanden.

Echokammer

„Man orientiert sich nicht an der Wirklichkeit (…), sondern an dem, was die Kollegen schreiben. Die größte und dichteste Echokammer ist der Journalismus. “ (Norbert Bolz)

In Defence of Lenin

„It is a monstrous lie to suggest that Stalinism is the continuation of the democratic regime of Lenin, as the apologists of capitalism claim. In reality, a river of blood separates the two. Lenin was the initiator of the October Revolution; Stalin was its grave-digger. They had nothing in common.“ (Rob Sewell: In Defence of Lenin)

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem der Blockwart kroch

„Ihr widert mich so dermaßen an, das glaubt ihr gar nicht. Ich kann mich nicht mit einem Mob gemein machen, der Morddrohungen und Existenzvernichtung für ein Mittel des politischen Diskurses hält.“ (Fefe)

Well said.

Wenn ich hingegen das protestantische Wort bekennen höre, denke ich an historische Beispiele – von stalinistischen Schauprozessen bis hin zur chinesischen Kulturrevolution, und mir wird ganz übel.

Friert die Hölle ein?

„Leider verbinden heute viele mit ‚links‘ etwas ganz anderes, etwa die Befürwortung von möglichst viel Zuwanderung oder abgehobene Gender-Diskurse, die mit dem Kampf um echte Gleichstellung wenig zu tun haben. Das bedauere ich sehr.“

Ich auch.

Oh! Sahra Wagenknecht scheint Christian Baron und Didier Eribon gelesen zu haben.

Nachahmungstäter

„Wäre man zynisch, würde man sagen, die deutschen Sicherheitsbehörden sind Nachahmungstäter ihrer französischen Vorbildkollegen beim Anschlag auf Charlie Hebdo. (…) Denn der Staat benötigte das radikale und gegen alle Bürger gerichtete Instrument der Vorratsdatenspeicherung nicht, um einen kommenden Terroristen zu identifizieren und zu überwachen – er war schlichtweg nicht in der Lage, aus seinen völlig ausreichenden Methoden die richtigen Schlüsse und Handlungen abzuleiten.“ (Don Alphonso)

Zersetzung oder: Sozialer Druck gegen abweichende Meinungen

Sollte man lesen: Don Alphonso in der FAZ über „Auch nach Freiburg keine Stimme für die AfD“.

„Ich bin schon oben und habe etwas gegen Leute, die der Meinung sind, Klasse könnte man sich erarbeiten.“ Das gegen die Kleinbürger, die irrig meinen, Bildung garantiere den sozialen Aufstieg.

Tolerant

„Ich glaube nicht, dass die sexuelle Orientierung Menschen tolerant macht.“ (Don Alphonso)

Erlösende Identität

„Es ist das Prinzip des deutschen Humors, dass die Pointe nur dann sitzt, wenn sie als Verächtlichmachung des Beargwöhnten zelebriert wird, sodass sich im Hohngelächter der Bescheidwisser erlösende Identität herstellt.“ (Lizas Welt aka Alex Feuerherdt)

Kluger Mann.

Normal und verrückt

Ein nachdenklicher Hochstapler sagt einige sehr kluge Sätze (leider auf einem merkwürdigen Kanal bei Youtube). Gibt es psychiatrische Krankheiten oder nur anders geartete Menschen? „Mit Etikettierungen beweist man immer nur Dankfaulheit.“ („Jetzt mal im Ernst…“ fragt ihn Maischberger, die sich offenbar köstlich amüsiert. Hihi.)

Die deutsche Volksseele

Noch ist keiner auf die Idee gekommen, die Lage der Deutschen des Jahres 1932 mit der von heute zu vergleichen, um herauszufinden, dass „die deutsche Volksseele“ damals bei einer Arbeitslosigkeit von 44 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung, einer Halbierung der Industrieproduktion seit 1928 bei gleichzeitiger Senkung der Löhne und Gehälter um vierzig Prozent auf erst 37,5 Prozent für die NSDAP hochgekocht war. Wie die Volksseele bei ähnlicher Lage 2017 brodelte, lässt sich gar nicht übertreiben. Noch auch brannten 1932 die Synagogen nicht wie seit 1990 bis heute die Ausländerheime, noch konnten Juden mit ihrer Kippa auf dem Kopf, anders als heute, unversehrt durch Berlin spazieren. Deutschland (..) war vor 1933 weniger nazistisch (und viel weniger antisemitisch) als heute. (Hermann J. Gremliza in der aktuellen Konkret)

Der dümmste Utopismus

Leo Kofler: „Warum ich Marxist geblieben bin“ [1988]

Die Geschichte bleibt nur in den Köpfen der bürgerlichen Nihilisten stehen. Wirft man uns Marxisten Utopismus (“Heilsgeschichte”, “Diesseitsreligiösität”, “Eschatologie” usw.) vor, so ist zu antworten, daß wir den historischen Fortschritt als einen zwar widerspruchsvollen betrachten, aber zugleich als einen, der in asymptotischer (unendlicher) Manier unaufhaltsam sich durchsetzt; damit hängt aufs engste zusammen, daß wir die Meinung vertreten, es gebe keinen dümmeren Utopismus als jenen, der im Glauben an die Ewigkeit des Kapitalismus besteht.

Leo Kofler sollte man kennen. Ossis werden nie von ihm gehört haben – unanbhängige marxistische Denker wurden in der DDR abgesägt oder ignoriert, wenn sie aus dem Westen stammten.

Kofler war ein scharfer Kritiker Stalins und dessen Jünger. In meiner Bibliothek steht jedoch nur Geschichte und Dialektik. Immer wieder lesenswert.

Es stinke, sagt der größte deutsche Dichter

“Welcher Recht hat, weiß ich nicht –
Doch es will mich schier bedünken,
Daß der Rabbi und der Mönch,
Daß sie alle beide stinken.”
(Heinrich Heine)

Und noch eines:

„Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind: eine bescheidene Hütte, ein Strohdach, aber ein gutes Beet, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Tür einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, läßt er mich die Freude erleben, daß an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden. Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt – Ja, man muß seinen Feinden verziehen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden.“

sich besser fühlen und nichts Gutes tun

„Biolebensmittel eignen sich vor allem für wohlhabende Menschen, die sich mit dem Kauf gut fühlen wollen“. (Björn Lomborg auf Welt online)

Deutsch bleibt Deutsch

Wäre Deutschland direkt nach dem Urknall entstanden, hätte es erstmal Anzeigen wegen Ruhestörung gegeben. (Peter Glaser)

Unter Proktologen

„Nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus“. (Karl-Friedrich Boerne aka Jan Josef Liefers)

Ich bin intolerant gegenüber Religionen und Esoterik, und das ist gut so

Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben. (Konrad Paul Liessmann)

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