FYI: Tag 2 nach Operation, Update

park

Leider musste ich heute eine geharnischte Strafpredigt der diensthabenden Chirurgin über mich ergehen lassen, dann eine weitere der Physiotherapeutin, dann noch eine meiner zum Dahinschmelzen aussehenden Lieblingsschwester. Alles zu Recht.

Ich wurde darüber aufgeklärt, dass diese Klinik zur Erst- und Wundversorgung da sei und mitnichten zur Rehabilitation. Ich dürfe also nicht einfach stundenlang im Park herumrennen, einen Krampf kriegen und infolgedessen nur unter äußerster Anstrengung laut stöhnend und mit komisch verdrehtem rechten Fuß die Station erreichen, so dass mir vor Schmerzen fast schwarz vor den Augen wurde, derweilen ich vermutlich das Wort Luxation zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervorstieß, während das Person umherlief und mir einen Rollstuhl unterschob, in den mich fallen zu lassen ich gerade noch so schaffte.

Nein, allet jut. Es war nur zu zuviel. Ich bereute öffentlich und gelobte mich zu bessern dergestalt, dass ich heute im Bett blieb und mich schonte.

Ich bin ganz froh, dass die Mahlzeiten nicht schlecht sind, obwohl sie meinen Ansprüchen nicht wirklich genügen, insbesondere die Menge an Käse – ganze zehn Gramm! Was erlauben Wenn ich schon die neue Hüfte nicht zum Joggen ausführen darf, nehme ich immerhin nicht zu.

nudeln

FYI: Tag 2 nach Operation

burks

Heute zum ersten Mal eine ortstypische Ansprache von einer Krankenschwester zu einem Patienten gehört: Jetzt aber mal hopp hopp! (Galt nicht mir.)

Meine liebreizende Physiotherapeutin hat mir jetzt mehrere Übungen gezeigt, mit denen ich meine Muskulatur so dehnen und strecken kann, dass ich mich nicht mehr schräg hinstelle, sondern wie es sich gehört. Leider habe ich mir die Fehlhaltung in den letzten zwei Jahren angewöhnt, so dass einige Muskeln ziemlich verhärtet sind. Das kriege ich aber hin. Man hält mich hier für „motiviert“.

Gestern bin ich eine halbe Stunde an Krücken gelaufen. Heute morgen um sieben Uhr noch mal. Der Beweis (Foto unten): eine winzige Blase in der Handfläche.

burks

FYI: Tag 1

burks

Tag 1 nach der Operation: Ich kann ohne Krücken stehen und mit Krücken laufen. Schmerzfrei! Meine sonstigen Werte sind alle hervorragend. Die Ärzte nicken, lächeln und sind erstaunt. Sie haben auch schon andere Fälle gesehen.

Am 19. komme ich in die Reha. Wie lange genau – zwei oder drei Wochen – entscheidet sind erst dort. Drei Monate das rechte Knie nicht mehr als 90 Grad beugen und nicht übermäßig drehen.

Was sonst noch geschah: Meine Lieblingsschwester hier, die am häufigsten kommt, sieht so aus, als sei sie einem Titelblatt von Fitness & Beauty entsprungen (den Vergleich mit unanständigeren Magazinen, bei denen es auch um die Form der weiblichen Körper geht, erspare ich mir). Die schlechte Nachricht: Sie könnte meine Enkelin sein, also bleibt das Lechzen der Fantasie vorbehalten und rein platonisch.

Noch eine gute Nachricht, überbracht von einer ebenso liebreizenden, jungen, aber offenbar sehr professionellen Physiotherapeutin: Meine Fehlhaltung sei muskulär und knochenmäßig nicht nötig, könne also, wenn auch mühsam und langwierig, wieder abtrainiert werden. Das hatte eine andere Physiotherapeutin gestern nicht (so) gesehen. Leider wird sie mir nur eine Woche erhalten bleiben.

Inside: Titan

röntgenbild
Röntgernaufnahme meiner reparierten Hüfte 1995, die Schrauben kamen nach drei Monaten raus.

Heute noch eine Spätschicht. Heute Abend erfahre ich, wann ich morgen ins Krankenhaus kommen soll. Morgen: Skalpelltag. Übermorgen: Könnte sein, dass ich schon wieder hier herumschreibe.

Checkliste:
– Laptop, Ladegerät, Headset (auch gegen das Schnarchen der Zimmernachbarn), Ladegerät Kopfhörer
– Handy, Ladegerät, Headset
– Ersatzhandy (Nokia!), Ladegerät
– USB-Kabel, USB Hub, USB Stick
– Fünffachsteckdose
– Ladegerät Smartwatch
– Schlüssel für verschließbaren Koffer
– Zahlenschloss, um verschließbaren Koffer mit einer Kette anzuketten

hüfte
Credits: Deutsches Zentrum für Orthopädie

Warten auf Dr. Godot

warten auf Godot

„Sie sind ja noch fit“, sagt der Arzt. Das hört man gern.

Miscellaneous

Ich habe heute – nach 28 Jahren – meine Zusammenarbeit mit der Berliner Journalisten Schule beendet.

Ich arbeite nicht mit Institutionen zusammen, deren Mitarbeiter ukrainische Faschisten verharmlosen oder mich in eine Ecke mit Putin-Fans stellen wollen. Das muss ich mir nicht antun. Ich will auch nicht auf Websites genannt werden, die mit woker Sprachesoterik („Gendersternchen“) meinen, etwas über „journalistisches Schreiben“ erklären zu können.

By the way: Danke an den edlen Spender A.K!

Spring et al

burks

Die Saison ist eröffnet. Man kann schon wieder auf dem Balkon sitzen, so circa fünf Minuten. Was mir sonst noch auffiel:

– Neues aus Wokistan: George Orwell könnte britische Studenten verunsichern.

– Ich aber sage Euch: Die „Linke“ wird nur überleben, wenn sie auf die Themen „Klima“, „Gendern“ und „Flüchtlinge “ mindestens fünf Jahre verzichtet.

– „Der Ständige Vertreter der Krim beim russischen Präsidenten Muradow erinnerte auch daran, dass vor der Oktoberrevolution die Gebiete der Krim, Cherson und Saporoschje eine einheitliche Region bildeten: die Provinz Taurida.“ Man weiß also, was kommen wird.

toilet paper

By the way: The end is near! German journalists are unanimously calling for war. Be prepared for Armageddon!

Screwed up

röntgenaufnahme

Das Übel begann 1995 mit einem Sturz von einer Leiter… Die Schrauben kamen damals nach drei Monaten wieder raus. Die arthrotischen Spätfolgen werden demnächst repariert.

Gechillt

caye caulker

Caye Caulker, Belize, fotografiert im November 1981. Ich wünsche schöne Feiertage!

Hippeastrum und Futur II

hippeastrum

Meine (giftige!) Amarillis, die ich im letzten Jahr schon abgeschrieben hatte, hat sich entschieden, mich zu Ostern mit zwei Blüten zu erfreuen.

Die Verehrer höherer Wesen feiern an diesem Wochenende. Gestern hat man selbstredend den richtigen Film dazu angesehen. Ich werde alles das tun, was ich schon immer machen wollte und am Montag einsehen, dass ich es noch immer nicht getan haben werde.

Sammelpunkt der professionellen Revolutionäre

weltrevolution

Gibt es noch professionelle Revolutionäre? Und deren Sammelpunkte? Ich hätte gern einen Kontakt, aber bitte nur verschlüsselt. Das ist übrigens das Inhaltsverzeichnis von Reisende der Weltrevolution: Eine Globalgeschichte der Kommunistischen Internationale. Liest noch jemand solche Bücher?

Ich nehme die Empfehlungen des Publikums ernst. Ja, interessiert mich auch, und ist schon in Arbeit. Aber da ich zur Zeit sowohl eine Sim bauen muss als mich auch organisatorisch auf einen mehrwöchigen Aufenthalt in einem Krankenhaus bzw. in einer Reha-Einrichtung vorbereiten als auch Schriftsätze für Rechtsstreite aufsetzen muss, die absolut lächerlich sind und nur Lappalien thematisieren, mich aber zermürben sollen, was nicht gelingen wird, mich aber um so mehr motivieren, habe ich alle Hände voll zu tun. Und der Krieg will auch beachtet werden.

Der Goldene und der Blecherne

rum guyana

Den Namen „El Dorado“ finde ich etwas kühn, denn in Guyana hat das niemand gesucht, noch nicht einmal Lope de Aguirre oder Philipp von Hutten, die immerhin das sagenhafte Goldland am Amazonas vermutet hatten.

Ich habe gerade noch einmal das grandiose Interview mit Werner Herzog aus dem Jahr 1999 über Kinski et al gelesen.
„Daß Kinski diese Rolle spielen sollte, stand schon fest, als ich das Drehbuch schrieb – in zweieinhalb Tagen, während ich mit meinem Fußballverein unterwegs war und alle um mich herum schon ab Salzburg betrunken waren und obszöne Lieder sangen. Ich habe das Drehbuch fast vollständig mit der linken Hand getippt, mit der rechten mußte ich einen Betrunkenen abwehren, der sich schließlich auch über einen Teil der geschriebenen Seiten erbrach. Dann schickte ich das Buch Kinski mit der Post, und zwei Tage später kam nachts um drei dieser bizarre Anruf: Zuerst hörte ich nur unartikulierte Schreie, und ich wußte gar nicht, wer es war. Aber es klang so merkwürdig, daß ich nicht auflegte. Dann begriff ich, daß es Kinski war und daß er begeistert war, und während dieser ganzen halben Stunde kam ich nur dazu, vier Worte zu sagen: »Wo treffen wir uns?«“

Und ja: Im Hintergrund meines Fotos ist ein alter und von der hässlichen grünen Farbe befreiter NVA-Waffenschrank, den ich kurz nach der so genannten Wende organisiert habe, also niemand so etwas haben wollte.

Free Speech und so

censorship

Der hier schon erwähnte Scott Ritter wurde bei Twitter gesperrt, dann aber doch wieder freigeschaltet. Ich glaube, dass das ohnehin immer mehr überhand nehmen wird, auch in Deutschland.

Wenn meine Website nicht bei einem zensurfeindlichen Provider gehostet würde, sondern bei einem der Branchenriesen, wäre sie in der Vergangenheit schon Dutzende Male abgeschaltet oder gesperrt worden.

Auch auf Facebook bin ich ständig wegen irgendeinem Quatsch „eingeschränkt“, zur Zeit, weil ich ein Plakat aus der Nazi-Zeit über Feindsender posten wollte. Dafür beamen mich die Algorithmen für zwei Monate (!) nach unten.

Bei der „Welt“ wurde jetzt zu vierten Mal ein harmloser Kommentar von mir zensiert, das vorletzte Mal wegen eines Zitats von George Orwell. Da zensieren aber nicht Algorithmen, sondern real existierende Personen, was es noch schlimmer macht. Ich weiß gar nicht, warum ich das Abo bezahle. Vielleicht sollte ich es kündigen, aber die bürgerliche Presse irgendeinen Feindsender muss man ja konsumieren.

Burks gefällt das

Vielen Dank dem edlen Spender A.N.!

Social Media

telegram

Ich habe zusätzlich einen Telegram-Kanal erstellt, in dem ich die Beiträge auf Facebook und auf meinem Blog auch posten werden, allerdings unzensiert. Man weiß ja nie, ob der Facebook-Account überhaupt noch lange existiert. Es ist immer gut, Alternativen zu haben. Mein Konto auf Facebook wurde so eingeschränkt und es wurden in den letzten Tagen so oft Beiträge von den Zensoren gelöscht, dass der Nutzen – außer dem Unterhaltungswert der Kommentare – ohnehin fragwürdig ist.

Ich werde den Link alsbald auch oben rechts in die Leiste fummeln. Telegram gibt es für alles Betriebssysteme, auch in der Desktop-Version.

Wounded Knee

knee

Zum ersten Mal seit Wochen nicht mit dem Roller, sondern wieder mit dem E-Bike zur Arbeit, weil das bei Sturm stabiler fährt. Läuft doch am Kottbusser Tor eine blöde Schlampe eine Tante direkt über die Fahrbahn, obwohl da weit und breit kein Fußgängerübergang ist, und mir direkt ins Rad. Ich fiel auf die Fresse, weil ich noch eine Vollbremsung machen musste. Die Dame lief schnell davon. (Nennt man das Fußgängerflucht?) Ich hatte zahlreiche Zeugen, die mir aufhalfen und fragten, ob ich ok sei. Ja, bin ich, außer dem Knie und einem Loch in der Hose. Hätte ich meine Motorradhandschuhe nicht angehabt, wären meine Hände auch blutig gewesen.

Verkaufte Seelen

the expanse

Ich schaue The Expanse gerade zum zweiten Mal. Mir fiel auf, dass im obigen Dialog sowohl der Journalismus in Deutschland thematisiert wird als auch das formuliert, was auf meinem Grabstein stehen sollte (den es vermutlich nicht geben wird, weil ich meiner Schwester gesagt habe, sie solle meine Urne klauen und die Asche im Hixterwald verstreuen.)

Rüstige Rentner

zeit online

Ich habe leider kein Abo von Zeit online.

Einstürzende Altbäume

baumbaumbaumbaum

Heute wollte ich mit meinem Roller einkaufen. Die Vorsehung hatte es aber so gewollt, dass eine riesige Weide im Hof umgestürzt war, direkt auf den Niu und mein E-Bike. Der Rest, der da herumliegt, ist eh Müll – und den Autowracks macht das auch nichts. Meine Nachbarn Jurek und Hassan und ich haben über Stunden mit Sägen, dann mit einer Kettensäge die Hälfte des Baums zerlegt, dass ich den Roller wieder ausbuddeln konnte. Nur eine kleine Delle. Wäre der Baum nur ein wenig anders gefallen, hätte er mir das Lenkrad zerlegt und das Gerät wäre hin gewesen. Beim E-Bike hat es nur das Hinterrad erwischt.

Der Baum hätte auch gestern Abend umfallen können, als ich direkt darunter stand. Danke, Merkel.

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burkhard schröder

Machen Sie mal eine typische Handbewegung, Herr Schröder! Was könnte ich gesagt haben? Das Reich der Freiheit kommt auch nicht mit stufenweiser Verbesserung von Gefängnisbetten? Oder: Der Kapitalismus ist ungesund – sogar für Kapitalisten. Oder: Gehe in dich, das ist leicht gesagt. Doch es zu tun, ist schon deshalb schwerer, weil da wenig Auslauf ist. Oder: Altwerden bezeichnet also nicht nur eine wünschenswerte Zeitstrecke, auf der möglichst viel erlebt worden ist, möglichst viel in seinem Ausgang erfahren werden kann. Altwerden kann auch ein Wunschbild dem Zustand nach bezeichnen: das Wunschbild des Überblicks, gegebenenfalls Ernte. Oder: Die Menschen haben keinen aufrechten Gang, wenn das gesellschaftliche Leben noch schiefliegt. Oder: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? Oder: Woher stammt nur der Aberglaube, daß die Wahrheit sich selber Bahn breche? (Nein, alles nicht von mir.)

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