Deutschland – ein Wintermärchen und mehr

gander
Mein Kater Antares, fotografiert ca. 1979, Symbolbild für das Internet

„2000 Journalisten und Politiker feiern im Adlon“. Mehr braucht man über deutsche Medien nicht zu wissen. Wenn man die Bildunterschrift im Tagesspiegel liest, assoziiert der kritische Bürger: Die Charaktermasken der herrschenden Klasse und ihre Helfershelfer feiern sich selbst. Ein Schelm, wer an George Grosz und sein Deutschland – ein Wintermärchen denkt. Dazu passt thematisch: Der Brandenburger Landesrechnungshof befasst sich mit den Sitten und Gebräuchen Geschenken für Redakteure beim RBB. Es gibt übrigens 227 Journalistenpreise in Deutschland.

Noch etwas aus der Welt– mich überkommen düstere Ahnungen für die Zukunft und die schleichende Hijabisierung der Grünen Gesellschaft: „Weil er Mohamed als ‚Massenmörder und krankhaften Tyrann‘ [sic] bezeichnet hat, wurde Abdel-Samad angezeigt und von der Berliner Staatsanwaltschaft verhört.“ Unfassbar. Vielleicht sollte ich hier noch ein paar Mohammed-Karikaturen veröffentlichen.

krempelmarkt
Krempelmarkt am Potsdamer Platz/am Reichpietschufer, frühe 80-er Jahre. Der Mann mit dem Zylinder und im Kleppermantel bin ich. Natürlich auch ein Symbolbild für das Internet.

Bei Amazon wird gestreikt. Das nur, weil hier jemand fragt, wo die Arbeiterklasse sei. Dort. Die andere Seite agiert auch so, wie der Kapitalismus es vorgesehen hat. Martin Sonneborn erklärt auf Facebook die EU-Version der Charaktermasken.

Übrigens ist der Mord an Herrhausen noch nicht aufgeklärt.

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Fotografiert vom Funkturm am Messedamm in Richtung Halensee, vor 1982. Symbolbild für die paketorientierte Datenübertragung im Internet.

Man kann lange darüber debattieren, aber die Neue Zürcher Zeitung beschreibt die Situation in Schweden schonungslos und IMHO korrekt. „…hat es die Regierung bis anhin nicht geschafft, entschieden auf die Welle von Bandenkriminalität zu reagieren, die Schweden seit Monaten in Atem hält. Diese Kriminalität geht von einigen notorischen Quartieren in Grossstadt-Agglomerationen mit hohem Anteil an Immigranten vor allem aus einigen afrikanischen und asiatischen Ländern aus.“

Merke: die NZZ erwähnt nicht „die Araber“. Dafür aber die Welt (2015).

So wird es auch hier kommen. Wer immer nett und tolerant ist, wird an der Realität scheitern.

Via Gander

gander

Zwischenlandung auf dem Gander International Airport, Kanada, fotografiert 1984. Wir flogen von Berlin-Schönefeld, damals DDR, nach Lima, Peru.

amtsplatz

Am ehemaligen Grenzübergang Walthersdorfer Chaussee in Richtung Flughafen Schönefeld. Aus meinem Reisetagebuch:
„…Polizeikontrolle in Rudow, einen Tag warten in Schönefeld. Dort gruppenreisenden Ostler mit aufdringlich-fröhlichem Leiter-Animateur, nach Syrien abreisende Araber. Zwischenlandung auf Neufundland/Kanada mit supermodernem Flughafen Gander. Tiefer Schnee draußen. Landkarten à la Elch mit Holzfäller. Dann weiter nach Kuba, 20 Grad plus, aber kühl, und wegen der Wolken nichts von oben zu sehen… Dort wusste ich dann weder Tag und Uhrzeit.“

Nepali oder: Babylonisch in Kreuzberg

Babylonien, 43.0: Nepali, eine indogermanische indoeuropäische Sprache. Der Mann stammte in der Tat aus Nepal.

Rupununi, revisited

Rupununi

Das Takatu-Guesthouse in Lethem, Guyana, fotografiert im Februar 1982. Heute steht da offenbar ein Neubau. (Vgl. Rebellion in der Rupununi, 21.10.2012 sowie Termiten in der Rupununi, 10.07.2011)

Ich habe noch mal in einem meiner alten, manchmal kaum noch leserlichen Reisetagebüchern geblättert. Ich war zwei Mal in der Rupununi-Savanne in Guyana (Südamerika), Rupununi 1980 nur in Lethem (die Brücke über den Rio Tacutu gab es noch nicht), und 1982, dann wieder in Lethem und anschließend eine Woche auf der Manari-Ranch (die Piste ist auch „neu“).

Beide Aufenthalte waren grandiose und exotische Abenteuer; zur Manari-Ranch möchte ich noch einmal zurückkehren, dann aber mit mehr Zeit (und mehr Geld), um auch das Landesinnere zu erkunden. (Ich würde aber bei einem Dschungel-Trip keine Schwimmwesten anlegen – das wäre mir peinlich.) So etwas macht man allein oder schließt sich den Einheimischen an. (Vgl. Visions of the Interior, 04.09.2003)

Trees and water are among the greatest features of Guyana – two resources to be treasured and preserved for the generations yet unborn. The Guyana forest is not a jungle, it is one of the safer forests of the world, whrer nothing rushes out to attack unless disturbed or trod upon.

In einem Buch über die Geschichte Guyanas heisst es:
Dutch and British colonization made an indelible mark on Guyana, leaving behind a now dilapidated colonial capital, a volatile mix of peoples and a curious political geography. The country’s natural attractions, however, are impressive, unspoiled and on a scale that dwarfs human endeavor. Guyana has immense falls, vast tropical rainforest and savanna teeming with wildlife. If the government doesn’t destroy the environment in a bid to pay off its huge foreign debt, Guyana could be the eco-tourism destination of the future. Right now, it’s the place for independent, rugged, Indiana Jones types who don’t mind visiting a country that everybody else thinks is in Africa.

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Rupununi bei Abenddämmerung, in der Nähe der Manari-Ranch

„Bei der Ausreise aus Brasilien werden unsere Rucksäcke nur flüchtig und nur aus Neugierde durchsucht. Die ganze Bande, uns eingeschlossen, fährt im Pickup bis zum mir schon bekannten Fluss. Dort gibt es mittlerweile [im Gegensatz zu 1980] eine Autofähre.

Auf der anderen Seite wartet schon ein Halsabschneider mit einem Auto, das uns im Tacatu-Guesthause absetzt, weil das Immigration Office schon geschlossen hat. Die Fahrt wie im Bilderbuch, ein ratternder Jeep, eine lange Staubfahne auf dem rötlichen Pfad, zartblaue Berge am Horizont, rote Sonne, krüppelige Bäume, Buschwerk und von der Abendsonne angestrahle Termitenhügel.

Das Tacatu hat angebaut. Möbel im Nierentischstil. Weiße Tücher verdecken das Geschirr so lange, bis die Gäste (schon wieder ein „Tropical-Fish“-Händler!) kommen. Wir kriegen nur Tee und zwei Eier, aber nach einer kritischen Bemerkung vom Chef, einem weißhaarigen dicken Neger mit Kolonial-Shorts, bekommen wir zwei halbe knusprige Hähnchen, natürlich nicht umsonst. Der knatternde Generator schräg gegenüber stört etwas. Im Gästebuch in zwei Jahren ca. zehn Deutsche, ich finde noch dein Eintrag von H. und mir vom 4.3.1980. (…)

Am Immigration Office alle sehr freundlich, nachdem wir unsere Erlaubnis vom Konsulat vorgezeigt haben, uns in der Rupununi aufhalten zu dürfen. Wir kaufen noch einen Flug nach Georgetown für nächsten Montag und probieren an einer Erfrischungsbude ein schrecklich schmeckendes Ingwer-Getränk. Bemerkenswert auch der Revolutions-Platz.

Ich quatsche noch mit einem alten Schwarzen, der freundlicherweise den Jeep von der Manari-Ranch anhält: Man hatte uns am Morgen nicht gefunden. Eine halbe Stunde Autofahrt zur Manari, die wie eine Bilderbuch-Ranch zwischen riesigen (Avocado?) Bäumen liegt wie ein Heidehof. Termitenhügel – bis zu dreieinhalb Meter hoch in der kargen, mit Buschwerk bestandenen Landschaft. Viel Sand und Pflanzen, die sich durch den harten Boden wühlen.

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Vier Mal am Tag ausgezeichnetes Essen, Frühstück mit Pampelmusen. Mittags zwei Sorten Fleisch, Salat und viel Gemüse. Lunch: es gibt Empanada-ähnliche Brote und Käse und Marmelade. Am Abend: ein Dienstmädchen kündigt höflich an „the dinner is ready, Sir“, wieder zwei Sorten Fleisch mit Birnen etc. Kein Bier, keine Cola – ist aber auch nicht nötig. Es ist wie im Paradies und kostet uns nur wenig, weil wir uns in Brasilien – nicht ganz legal und für einen unglaublich günstigen Kurs – mit Guyana-Dollar eingedeckt haben [die Einfuhr von Guyana-Dollar war verboten, aber wir hatten das Geld trotzdem reingeschmuggelt.]

Nebenan ein kleiner Fluss, aus dem das Wasser für die Ranch kommt. Wir kriegen ein Boot, aber S. wird beim Schwimmen von irgendetwas gebissen. Wir gehen besser nicht mehr ins Wasser.

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Der Kanadier, einer der wenigen Gäste, erzählt: Vor dem Aufstand [1969] waren die Rancher in der Rupununi unermesslich reich, einer hatte 6.000 Pferde (sie wollen die mit US-amerikanischen Rasse-Pferden kreuzen) und 4.000 Rinder. Alle Flugplätze – bis auf den der Manari-Ranch – waren geschlossen. Die Soldaten, die auch noch jetzt [1982] klauten wie die Raben, schlachteten das meiste Vieh oder transportierten es nach Georgetown.

Die Ureinwohner (Amerindios) leben in Hütten mitten in der Savanne und verkaufen, jetzt für viel Geld, Töpferwaren und Hängematten. Die Regierung steckte sie in Reservate, um sie kontrollieren zu können. Jede Familie besitzt einen Hund, den nicht nicht füttert (alle anderen Hunde schon).

Die Hausmädchen sprechen ihre eigene Sprache und vermuten, wie sie uns schüchtern versuchen mitzuteilen, dass wir „sehr reich“ seien. Ihre Vorfahren, sagt man auf der Ranch, seien Kopfjäger aus dem Amazonas-Gebiet gewesen. Ein Schotte war auch mit seinen Genen dabei.

Der Rancher lästert beim allabendlichen Plausch über die ausländischen Botschaften in Georgetown: Die Russen führen den ganzen Tag mit schweren schwarzen amerikanischen Chevrolets umher. Die Kubaner lägen nur in den Fenstern und guckten den Leuten zu. Die Chinesen hätten eine Mauer gebaut, so dass man noch nicht einmal den ersten Stock sehen könne. Die Briten hätten jeden Tag eine Party. Der Botschafter der DDR sei mit einer Zahnärztin verheiratet gewesen, ist jetzt wieder geschieden.

Wir haben abwechselnd Durchfall und bekommen fettlose Süppchen zum auskurieren. Ich paddele mit dem Boot umher, bis das Wasser zu niedrig wird, und hole mir einen entsetzlichen Sonnenbrand, obwohl ich sowieso schon braungebrannt bin. Am Sonntag bekommen wir Pferde gestellt und reiten ein wenig umher, aber die Gäule sind sehr müde.

Wir beschließen, nicht nach Surinam zu reisen. Wir werden auch zum Karneval in Trinidad ankommen, so dass wir dort kaum eine bezahlbare Unterkunft finden werden. Der Plan also: von Georgetown sofort nach Tobago…“

This article was censored

The Greanville Post: „How the Western media support state terror – while millions die“.

„How this article was censored – We set out in Spring 2019 to write a short and very readable article for the mainstream press, which critiqued the media’s treatment of Western foreign policy. As we expected, our efforts were roundly ignored.“

Dazu >b’s weblog: “While millions die” wurde aus dem Titel gestrichen. Alle Hinweise auf das westliche Engagement in Osttimor, Vietnam, Indonesien und Venezuela wurden entfernt. Unsere Hinweise auf Ed Herman, Noam Chomsky und sogar unseren eigenen Status als Propagandaexperten wurden entfernt.

Eingewandert

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Gott und die Welt (Felix Kruppa, mit Quellenangaben): „Dank der Studien von Bildungsforschern wie Ludger Wößmann vom ifo Institut liegen inzwischen verlässliche Informationen über die Qualifikation und das Bildungsniveau von Flüchtlingen vor. Leider ergibt sich ein niederschmetterndes Bild…“

„In Syrien schaffen 65 % der Schüler nicht den Sprung über das, was die OECD als Grundkompetenzen definiert (PISA-Kompetenzstufe I). In Albanien liegt die Quote bei 59 %. Das heißt, dass zwei Drittel der Schüler in Syrien nicht oder nur sehr eingeschränkt lesen und schreiben können und die Grundrechenarten nicht beherrschen. Sie müssen als funktionale Analphabeten und Dyskalkulaten gelten. Diese Schüler werden in Deutschland, selbst wenn sie Deutsch gelernt haben, kaum dem Unterrichtsgeschehen folgen können.“

„Laut der Handwerkskammer München und Oberbayern haben 70 % der seit 2016 nach Deutschland gekommenen Immigranten aus Krisenländern, die eine Ausbildung in Bayern begannen, diese inzwischen wieder abgebrochen. Bei Einheimischen und früheren Einwanderern liegt die Abbrecherquote nur bei 25 %.“

„2019 sind 46 % aller ALG-Bezieher Immigranten. Bei den erwerbsfähigen Leistungsbeziehern beträgt der Immigranten-Anteil sogar 57 %. 2013 lagen diese Anteile noch bei 36 % bzw. 43 %. Während die Zahl der arbeitslosen Deutschen zwischen 2010 und 2018 um 43 % zurückging, hat sich die Zahl der sozialleistungsberechtigten Einwanderer in Deutschland seit 2016 mehr als verdoppelt.“

Dazu die Berliner Zeitung (September 2018): „Die Menschen in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten sind mehrheitlich dafür, dass Kriegsflüchtlinge in der EU aufgenommen werden. Aber die meisten EU-Bürger lehnen zugleich die Art und Weise ab, wie die Europäische Union mit der Migration umgeht. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Erhebung, die auch zehn EU-Mitgliedsstaaten umfasste.“

Man kann dazu – und zu Vergangenem – sagen, was man will. Aber was schließt man jetzt daraus?

PS Was uns noch fehlte? Das Wort Geflüchtetenfeindlichkeit. Das ist viel zu kurz. Ich schlage vor: Menschenmitmigrationshintergrundfeindlichkeit.

Ad Vitam!

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Unbedingt empfehlenswert: Ad Vitam auf Netflix. Die FAZ schreibt: „Die Alten lassen den Jungen keine Chance: In der französischen Serie „Ad Vitam“ geht es um den Fluch ewigen Lebens. Das klingt nach Science-Fiction, ist aber ein packender, gegenwärtiger Gesellschaftsthriller.“ Französische Filme sind eben meistens intelligenter als alles, was aus Hollywood kommt.

Und mit Hanna Schygulla!

Einfach ist nicht dumm oder: We must be smart!

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Der Economist analysiert die Sprache Trumps:
It is easy to make fun of the way Donald Trump uses the English language. His tweets tend to follow the same structure: two brief statements, then a single emotive word or phrase and an exclamation mark. (On June 12th, after the Orlando shootings: “We must be smart!”) He invents playground nicknames for his opponents (Little Marco, Lyin’ Ted, Crooked Hillary). His vocabulary is earthy: “big-league”, to describe how he would do things, or “schlonged”, for someone beaten badly. During the primary campaign, his swearing was so criticised that he promised to stop (and actually did).

How did this man become the presidential nominee of the party of Abraham Lincoln? He must be doing something right: after all, language is virtually all a politician has to wield influence with (handshakes and hugs aside).

Natürlich macht er es richtig. First, he keeps it simple.. Also genau das Gegenteil der Sprache linker Parteifunktionäre, die Unwörter wie „nachhaltig“, „Migrationshintergrund“ und ähnliches Gefasel benutzen.

„Never use a long word when a short one will do,“ Orwell wrote in Politics and the English Language.

Warum ignorieren das diejenigen, die sich als Lobby der kleinen Leute verstehen sollten? Aus Arroganz, ist meine These. Unsubstantiierter Arroganz, wie es im Juristen-Jargon heisst. Simplicity is not stupidity; making language easy to apprehend is intrinsic to making it appealing.

Another Trump tactic is repetition. This, too, may be incorrectly seen as childish. (…). But in more sophisticated guise, repetition is a venerable rhetorical tool.

Irgendwo in Wolf Schneiders Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil las ich, ein Sektenprediger habe Rednern geraten, man müsse nur drei Dinge tun: 1) Sage den Leuten, was du ihnen sagen wirst. 2. Sage es ihnen. 3. Sage ihnen, was du ihnen soeben gesagt hast.

Yet the most effective way Mr Trump beguiles his audience is perhaps the simplest: he does not give speeches. Instead, he talks. (…) This unscripted quality is powerful. Even a valid argument is weakened if it sounds canned.

Merke: Alles, was deutsche Medien an Trumps Reden auszusetzen haben. ist in Wahrheit der Schlüssel zu seinem Erfolg. Even an invalid one sounds stronger if it appears spontaneous, especially to voters disgusted with the professional politicians.

Kapiert das endlich! Seid clever! Aber das seid ihr nicht. Ihr linken gendersprechenden Politiker*_/innen seid verkappte Kleinbürger, die stolz darauf sind, moralisch höher zu stehen als die kleinen Leute, weil ihr „richtig“ schreibt und redet. Nur will euch keiner zuhören. Wenn die „Linke“ bei fünf Prozent angelangt ist, sprechen wir uns wieder.

Point of View

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Ich musste dort arbeiten, wurde aber nicht gezwungen, Gendersternchen zu benutzen.

Haec arbor a me alienum puto

baum

Fotografiert 1982 in Georgetown, Guyana. Die Dame im Baum ist meine damalige Freundin. Leider weiß ich nicht, welche Baumart das ist. Vielleicht lesen hier Botaniker mit?

Muße , Merkel, Miscellaneous

whisky
Chillen nach einer 12-Stunden-Schicht und über die Weltläufte nachdenkend

Das gemeine Volk, welches sich in den so genannten sozialen Medien über Politik, insbesondere über die gegenwärtige Leiterin des Ausschusses der herrschenden Klasse, der auch als „Regierung“ bekannt ist, negativ äußert und meint, Merkel habe mit dem Satz „wir schaffen das“ das Falsche getan, irrt: Es gab bekanntlich keine Alternative, außer einem Schießbefehl auf Einwanderer. Merkel ahnte aber vermutlich nicht, dass ihre Hoffnung, einen Ansturm von Flüchtlingen der unterschiedlichen Couleur und Provenienz organisatorisch bewältigen zu können, von der desolaten und völlig unfähigen Verwaltung, vor allem in Berlin, konterkariert werden würde. Nicht Merkel war das Problem, sondern die Pappnasen der Bürokratie. Just saying.


zensur

Vielleicht haben die chinesischen Zensoren in ihren Kaderakten gefunden, dass ich vor mehr als vier Jahrzehnten die Peking Rundschau abonniert hatte und belohnen mich dafür.

Ich finde Zensur des Internet aus pädgogischen Gründen nicht schlecht: Selbst der DAU wird daduch gezwungen, alles zu lernen, was Zensur obsolet macht, angefangen vom Gebrauch und der richtigen Konfiguration des Tor-Browsers, über die Suchmaschine DuckDuckGo, über das Bekämpfen aktiver Inhalte, die ein Browser nicht zulassen sollte, über JonDonym, Orweb, Veracypt, nicht zuletzt bis zum Verschlüsseln von E-Mails als Standard. So etwas gehörte in den Schulunterricht in die Rubrik „Medienkompetenz“. Das wird natürlich nicht geschehen.

berlin
Die Schönheit der nächtlichen Stadt, vom Rücksitz eines Taxis aus betrachtet

Und nun das Wetter. Trump wird gewinnen. Corbyn wird knapp verlieren. Die Niederländer sind wie gewohnt vernünftig. Die Israelis improvisieren, wer sie regiert. Im Iran kracht es gewaltig.

Free Julian Assange!

assange

Goma

goma

Ein Kautschuk-Sammler im Urwald des Rio Madre de Dios, Bolivien 1984 (vgl. 04.04.2011)

Sale a la calle, companeros!

huelga general

Generalstreik und Demonstration in La Paz vor dem Präsidentenpalast, Bolivien, fotografiert 1984. Leider sehr aktuell.

Unter Vertrauenspersonen

Telepolis: „Im Untersuchungsausschuss des Bundestages berichtet ein Kriminalbeamter aus Nordrhein-Westfalen von massiven Einflussversuchen des Bundeskriminalamtes und des Bundesinnenministeriums, eine Quelle von Amri abzuziehen.“

„Im Abu-Walaa-DIK-Komplex wimmelte es nur so von Spitzeln.“

Ach.

Redakteure [sic] vom Tagesspiegel!

gendersprache

Jetzt reicht es aber endgültig mit dem sprachesoterischen Quatsch. Wie soll ich meinen Eltern, die beide über 90 Jahre alt sind und den „Tagesspiegel“ abonniert habe, diese Sprache erklären? Ist trans jetzt ein Adjektiv? Und Sternchen in Wörtern? Da drehen sich doch alle deutschen Schriftsteller von Rang und Namen im Grabe um (ich kenne keine lebenden deutschen Schriftsteller, die mir etwas sagen können, was mich interessierte).

Es gibt noch andere Zeitungen in Berlin. Das muss ich mir nicht antun.

Cis- und Transjordanien oder Judäa und Samaria

sechstagekrieg
Map by Nicolas Eynaud – Own work, CC BY-SA 3.0

Jerusalem Post: „The phrase „illegal Israeli settlement,“ said so often, for so long, by so many has turned into an axiom. Almost any time you read an article in the international media about the settlements, somewhere the terms „illegal settlement“ or the „settlements are illegal“ will appear. One European diplomat after the next will say „illegal West Bank settlement“ without stopping to wonder who determined their illegality.“

Das US-amerikanische Aussenministerium sieht die Siedlungen jetzt nicht mehr als illegal an.

Man kann mal ausnahmsweise ins deutsche Wikipedia gucken: Ostpalästina, auch East Bank genannt, wurde von den Briten vom Mandatsgebiet Palästina abgetrennt und unter dem Namen Transjordanien ein Emirat, das 1946 als Königreich Transjordanien seine Unabhängigkeit erlangte. Im ersten arabisch-israelischen Krieg von 1948 eroberte Transjordanien den östlichen Teil Jerusalems und weite Teile des als arabischer Staat im UNO-Teilungsplan vorgesehenen Gebietes Westpalästinas. Nach der Militärbesatzung und anschließenden Annexion der 1948 eroberten Gebiete Westpalästinas erfolgte 1950 die Umbenennung des Staates, der sich fortan als haschemitisches Königreich Jordanien bezeichnet. Heute hat der arabische Staat Jordanien alle Ansprüche auf sein ehemaliges Besatzungsgebiet endgültig zurückgegeben.

Illegal ist gar nichts. Im Sechstagekrieg vom Juni 1967 wurde das Westjordanland von Israel erobert und steht seither unter israelischer Militärverwaltung. Das alles haben sich die Araber selbst zuzuschreiben. (Man müsste mal eine Umfrage machen, wie viele Deutsche was über den Sechstagekrieg oder den Jom-Kippur-Krieg wissen.)

Der Rest ist Feuilleton und irrelevant. Oder denkt wirklich jemand, Israel würde die Golan-Höhen wieder Syrien überlassen, um von dort aus beschossen zu werden? Es wird auch keine Zwei-Staaten-Lösung geben – genausowenig wie Russland die Krim aufgeben oder Bromberg wieder deutsch werden wird.

Tamaziɣt oder: Babylonien

Babylonien, 42.0: Tamaziɣt, eine Berbersprache.

Ich musste mein racial profiling wieder überprüfen. Der Herr wurde von der Polizei gebracht und sah ein wenig derangiert aus. Dazu „urbane“ Kleidung à la Görlitzer Park, sowie halblange Wursthaare aka Rasta-Look. Arbeitsthese laut meiner privaten phänotypischen Statistik, über die ich nie öffentich sprechen würde: Der ist ein Nafri und ein Fall für die Ornithologen der Notaufnahme. Macht nur Ärger, pöbelt die Schwestern an usw..

Ich habe gern den Überblick, wer was wo macht. Das ist bei manchmal mehr als 50 anwesenden Personen in der Rettungstelle nicht immer einfach. Bei einem Kontrollgang traf ich den besagten Herrn auf dem Männerklo, grüßte ihn auf Arabisch und sprach ihn dann in allen mir bekannten Sprachen an, ob alles o.k. sei. Er wusch sich weiter und antwortete auf Englisch, dass er nur wenig Arabisch spreche. Es sei Schwede. Damit war meine Statistik perdu.

Kurz darauf kam mein Arbeitskollege (Facebook) vorbei, der Arabisch, Deutsch und Englisch spricht, aber auch ein wenig Schwedisch, weil der Rest seiner Familie aus Syrien dorthin ausgewandert ist und er sie manchmal besucht.

Mein schwedischer „Nafri“ und er unterhielten sich kurz. Es stellte sich heraus, dass er in Algerien geboren war, aber Tamaziɣt sprach. Jetzt besaß er die schwedische Staatsbürgerschaft. Er war auch nicht „psych“, wie man hier sagt.

Über die Berber hatte ich hier schon gebloggt. Kāhina kannt ich nicht, habe aber mit Entzücken darüber gelesen.

Ein Kollege, der hier im Krankenhaus fachmännisch alles reinigt, spricht neben Deutsch auch Twi. Das will ich aber nicht lernen.

Und wenn in den nächsten Tagen ein anderer Kollege Streifendienst hat, werde ich mein Spanisch üben können. Das spricht er genauso gut oder schlecht wie ich, weil er dort mehrere Jahre als doorman gearbeitet hat, sein Deutsch klingt noch nicht gut. Seine Muttersprache ist Litauisch, und er spricht natürlich auch Russisch und ein wenig Polnisch. In Litauen war er mal Schwergewichtsboxer, hat keine natürlichen Feinde und sieht auch so aus – die Schwestern nennen ihn den „Schrank“, obwohl er kleiner ist als ich und auch nicht sehr viel breiter. Dabei ist er Familienvater und sehr nett und ruhig. Unsere zahlreichen Problemkunden bleiben aber alle still auf den Stühlen und verhalten sich unauffällig, wenn mein Litauer freundlich lächelnd nur vorbeigeht. Es ist eben eine Frage der Attitude.

Ich hatte neulich einen besoffenen und pöbelnden polnischen Bürger auf Wunsch des Personals auf die Straße gesetzt, und er versuchte, im Rahmen seiner Möglichkeiten, noch eine Diskussion anzuzetteln. Mein Kollege kam zufällig vorbei, und der betrunkene Herr machte sich unverzüglich von dannen, als er ihn sah. Noch nicht einmal das unvermeidliche kurwa kam über seine Lippen. Mein Kollege grinste und sagte: „Zwei Mann… immer besser.“

Sehr babylonisch hier, aber lustig.

Affektkontrolle

Berliner Kurier: „Prügelexzesse krimineller Großfamilien vor Kliniken“.

Beim zweiten erwähnten Ereignis hatte ich Dienst im Krankenhaus und war Augenzeuge:
In der Nacht zu vergangenem Dienstag, also nur wenige Tage später, dann der nächste Vorfall. Nach einer Messerstecherei in Kreuzberg kamen die beiden Kontrahenten mit Stichverletzungen in ein Krankenhaus. Hier erschienen nach Polizeiangaben dann „nach und nach Angehörige und Bekannte der Verletzten“. Diese sollen teils hochgradig aggressiv gewesen sein. „Nur unter Hinzuziehung weiterer Einsatzkräfte konnten die Personen abgedrängt und die Arbeitsfähigkeit der Rettungsstelle gewährleistet werden“, so die Polizei weiter.

Noch haben wir keine schwedischen Verhältnisse, aber wir sind nah dran.

Die Mitglieder dieser Einwanderer-Großfamilien verfügen nur über wenig Affektkontrolle. So etwas muss bekanntlich gelernt werden. Das dauert aber Generationen – mehr dazu bei Norbert Elias.

Kein Rechtsruck, ha!

spitzel

Lesenswerte Analyse im Tagesspiegel: „Wider die Mär vom Rechtsruck – Die AfD mobilisiert bestehendes Potenzial“.

„Der Aufstieg der AfD hat in der deutschen Öffentlichkeit verständlicherweise eine gewisse Alarmstimmung ausgelöst. In dieser Stimmung wird immer wieder behauptet, den unerwarteten Erfolgen der radikalen Rechten liege ein gesamtgesellschaftlicher Rechtsruck zugrunde. Jedoch gibt es keine ernsthafte empirische Grundlage, auf der man von einer solchen plötzlichen Verschiebung nach rechts sprechen könnte.“

Well said. Hier wird aber rational argumentiert, und das kommt in den alarmistischen Medien nicht gut an.

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