Quatsch vom DJV
Ich distanziere mich in aller Form von dem Quatsch, den der DJV (Bundesverband, ich bin Mitglied im DJV Berlin) zum Thema HateAid von sich gibt. Ich bin nicht solidarisch mit denjenigen, die jetzt nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Im Gegenteil: Geschieht den Befürwortern von Zensur ganz recht.
Debanking oder: Die Presse ist frei
„Oppositionellen Journalisten, Politikern und Privatpersonen werden in den letzten Jahren zunehmend und ohne Angabe von Gründen Bankkonten gekündigt. Laute Kritik an diesem Vorgehen gibt es weder von Journalistenverbänden noch von etablierten Medien oder Politikern. Multipolar hat das weithin totgeschwiegene Phänomen für den deutschsprachigen Raum erstmals chronologisch aufgearbeitet – und wird diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren.“
Beispiel: „Die Deutsche Bank beendete die Geschäftsbeziehung mit dem Medium Israel heute zum 1. Juli 2025 endgültig. Bereits 2019 versuchte das Bankhaus, Israel heute abzustoßen. Das Nachrichtenmagazin wurde einst gegründet von dem Holocaust-Überlebenden Ludwig Schneider. Das Konto bei der Deutschen Bank soll 45 Jahre bestanden haben. Noch bevor Israel heute den Vorfall öffentlich machte, erhielt das Medium Ende Juni ein weiteres Kündigungsschreiben, diesmal von der Hausbank in Österreich, der Raiffeisenbank.“
Beispiel: „Mit Schreiben vom 24. Februar 2025 kündigte die Commerzbank-Tochter Comdirect der Publizistin und Filmemacherin Gaby Weber ein Privatgirokonto. Die Journalistin nutzte die Bankverbindung seit Jahren, um Spenden für Gerichtsprozesse in Informationsfreiheitsangelegenheiten zu sammeln. Sie klagte unter anderem gegen das Bundeskanzleramt, den Bundesnachrichtendienst und die Deutsche Bundesbank auf Akteneinsicht.“
Der Begriff „oppositionell“ ist natürlich Quatsch. Dennoch ist das Thema wichtig, weil die Journalistenverbände keinen Grund sehen, irgendetwas zu tun. Das sagt schon genug aus.
Miszellen

Mitgliederversammlung des DJV Berlin – JVBB. Wir haben uns (fast) garnicht herumgezankt, sondern ein paar Dinge diskutiert.
Heute nur gute Nachrichten. Ich habe einen Tag frei, bevor es wieder in die 12-stündigen Nachschichten geht. Nein, ich würde nie vom Arbeitsplatz bloggen oder dort surfen. Das ist total vollumfänglich absolut verboten. Ich starre meinen Laptop mit eigenem Modem nur an.

Blick von der Markgrafenstr. 15 nach Westen
Meine Rechtsschutzversicherung hat überraschend zugesagt, die Kosten für mein gerichtliches Vorgehen gegen Facebook zu übernehmen. Das hatte ich gar nicht erwartet. Mein Anwalt setzt gerade ein Schreiben auf, Meta aufzufordern, meinen Account wieder komplett freizuschalten. Wenn die das nicht unverzüglich tun, kommt die juristische Kavallerie.

Blick von der Markgrafenstr. 15 nach Süden, am Horizont ist der Radarturm des ehemaligen Flughafens Tempelhof zu sehen.
Ich habe auch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, weil mir rechtzeitig einfiel, meine Krankenversicherung zu fragen, ob ich in Israel versichert wäre. Nein, wäre ich nicht. Wenn mich dort vor zwei Jahren einen Rakete gestreift hätte, wäre das auch finanziell übel geworden. Jetzt kann ich arabische Messerstecher verhauen und muss nicht selbst zahlen, wenn ich dabei was abkriege.

Blick von der Markgrafenstr. 15 nach Norden – man sieht die Kuppel des Deutschen Doms.
Unter Eingeschüchterten

Screenshot: Ausschuss für Kultur und Medien: 46. Ausschusssitzung, Landtag NRW
Die bürgerliche Presse berichtet: „Einschüchterungsversuche im ÖRR? „Ja, die gibt‘s“, sagt der ZDF-Reporter“.
Die Sitzung, um die es geht, ist komplett online, aber mehr als vier Stunden lang.
„Mit drastischen Beispielen hat der ZDF-Investigativjournalist Andreas Halbach („Frontal“) bei einer Anhörung im Kulturausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags am Donnerstag die Entscheidungsprozesse im ÖRR geschildert. Unter anderem sprach Halbach von der „Gefahr eines Themenfilters“, der „die journalistische Agenda“ steuern könnte. (…)
Es gebe nicht nur fehlende Kontrolle in den Sendern selbst, sondern auch geringe Möglichkeiten, intern Kritik zu äußern. Und wenn intern Kritik geäußert werde, bedeutete das für denjenigen eventuell Nachteile. So antwortete Halbach auf die Frage, ob es bereits zu Einschüchterungsversuchen gekommen sei: „Ja, die gibt’s.“ Er habe Fälle recherchiert, in denen Mitarbeiter nach Kritik fristlos gekündigt oder versetzt worden seien, so Halbach in der Sitzung.“
Für mich ist es auch ein Skandal, dass die Journalistenverbände nicht den Mumm haben, sich des Themas anzunehmen. Die kümmern sich lieber, wie gewohnt, um die Reparatur des Kapitalismus, was niemandem weh tut.
An anderer Stelle heisst es: „Der Deutsche Journalisten-Verband veröffentlicht eine „grüne Ausgabe“ seines Magazins und präsentiert darin kritiklos die Dogmen der linken Klimabewegung. Das verrät viel über die deutschen Medien.“
Mit „links“ haben die Themen zwar nichts zu tun, aber mit bräsiger Schwarmdummheit sowie Opportunismus, weltanschaulichem Schießschartenmodus und kleinbürgerlichem Klassenstandpunkt und damit, dass der DJV strukturell unfähig zu sein scheint, sich selbst zu reformieren. (Ich bin seit Jahrzehnten Mitglied – ich weiß, wovon ich rede.)
„Es gibt manche Leute, die nicht eher hören können, bis man ihnen die Ohren abschneidet.“ (Georg Christoph Lichtenberg)
Eine Zensur findet nicht statt
Gibt es eigentlich eine Partei in Deutschland, die definitiv fordert, die „Zensurgesetze“ und die Zensurindustrie komplett abzuschaffen? Nein? Das dachte ich mir. (Ich habe sogar zwei Bademäntel.)
Auch der DJV macht sich wie gewohnt lächerlich. Wie verrückt sind Journalistenverbandsfunktionäre?
Criticism – unknown to German journalists
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) wird immer mehr zu einer Vorfeldorganisation der „Grünen“. Das wundert natürlich nicht, weil mehr als die Hälfte aller Journalisten grün wählen. „Gendern bis der Arzt kommt“ war schon seit langem dort üblich. Dieses Titelbild – zeitgleich mit der Amtseinführung Trumps – da fragt sich jeder, ob es nicht wichtigere Themen für Journalisten gebe?
Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern. Es gehören hierher: Klimaverbesserer, Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. (Karl Marx – Friedrich Engels: Kommunistisches Manifest, angepasst an die Zeitläufte)
Wichtigere Themen: Das Versagen des RBB bei dem Intrigenstadl der „Grünen“. Oder den Bayrischen Rundfunk (Marus Lanz). Oder Correktiv. Oder ARD und ZDF. Oder das Auswärtige Amt. Oder die unsäglichen Pressemeldungen des DJV, wenn Israel irgendwie vorkommt. Nimm dies, DJV-Pressestelle: Al Jazeera ergreift offen Partei für die Terrororganisation Hamas, und sogar die so genannte Palästinenserbehörde schließt deren Büros!
Am 25.07.2013 empfahl ich: MediaACT: „Criticism – unknown to German journalists“. „More than one-third of the questioned German journalists never or hardly ever criticize their peers; two-thirds are never or hardly ever criticized even by their supervisors. Conclusion: Although German journalists regularly attack politicians and managers, they lack the experience of turning a critical view on themselves. This is a key result of an international study“.
Noch Fragen, euer Ehren?
Sicherheitsrisiko HTML-E-Mails
Finde den Fehler! Ich weiß schon, warum meine E-Mail-Programme – sowohl Linux als auch Windows – so etwas gar nicht anzeigen.
Der DJV findet den Fehler seit 20 Jahren nicht und verschickt seine Newsletter ausschließlich im HTML-Format. Aber dort ist man auch beratungsresistent und zu sehr damit beschäftigt, zu Gendern und sich selbst zu bejubeln, obwohl dazu nicht der geringste Anlass besteht.
Für Haus, Bureau und Schule

Tja. Die Unterlage ist das Neue geographische Handbuch für Haus, Bureau und Schule. Hrsg. von R. Fritzsche. Daniel, H. A., Verlag: Buchhandlung des Waisenhauses, Halle, 1929 (gehörte meiner verstorbenen Mutter).
Inhaltsleere Stichworte

Several tax officials and auditors, looking very stuffy, with glasses and ill-fitting boring suits, throw banknotes lavishly into the air with both hands
Der Bundesrechnungshof hat wieder Backpfeifen verteilt, die leider nicht weh tun. Es ist einfach unglaublich,
Deutliche Worte findet der Rechnungshof auch hinsichtlich der Vergabe von Aufträgen an externe Berater. Das konkrete Beispiel ist hier ein Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund. 765.000 Euro zahlte diese an eine Beraterfirma, um sich eine „Geschäftsordnung“ erstellen zu lassen, wie in den Bemerkungen 2024 aufgeführt wird. Das Ergebnis: ein Dokument von zehn Seiten, gefüllt mit „mit weitestgehend inhaltsleeren Stichworten“.Das sei kein Einzelfall, heißt es vom Rechnungshof. Es fehle „regelmäßig an einem nachgewiesenen Bedarf und an konkreten Beratungszielen“. Auch sei meist nicht nachvollziehbar, „wie die Beratungsergebnisse in die Praxis umgesetzt wurden oder welchen Mehrwert die zum Teil millionenschweren Beratungsaufträge brachten“.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt. So eine Geschäftsordnung schreibe ich übrigens in einem Tag mit links und mit ein paar Blicken in den Sauter.
Disqualifiziert

Der bayrische Ministerpräsident Söder redet beim Festakt zum 75-sten Bestehen des DJV.
Ich wurde hier nach dem DJV gefragt. Man lese turi2: Die Journalisten Ulrike Heidenreich und René Hofmann, Ressortleitung München und Bayern bei der „Süddeutschen Zeitung“, verlassen den DJV. Sie werfen der Gewerkschaft vor, auf dem DJV-Verbandstag am Wochenende „grobe Unwahrheiten über die ‚SZ‘ verbreitet und keinerlei journalistische Maßstäbe eingehalten“ zu haben. (…) „Der DJV hat sich damit für uns disqualifiziert. Das Vorgehen der Verbandsverantwortlichen widerspricht jedweder journalistischen Arbeitsweise und dem Berufsethos, für das der DJV für uns als überzeugte Mitglieder bislang stand“, schreiben sie. Heidenreich und Hofmann waren jeweils mehr als zwei Jahrzehnte lang im DJV.
Sie wurden gewarnt
Das Publikum wurde bekanntlich schon informiert, zu welchem Behuf ich mir mein freies Wochenende um die Ohren schlage. Nichts, was irgendjemanden interessierte – daher nehmen sich alle Beteiligten ultraernst. Auch der Kollege Zörner möchte zur Zeit nicht mit mir diskutieren, weder über Vergangenes noch über fast Gegenwärtiges. Er wird wissen, warum.
„Beziehungen“ sind wie Schlösser: Wenn sie alles abschließen, sollte man sie einfach an den nächsten Zaun hängen. Das ist übrigens die Donau. #weisheitendesalltags #fragonkelburks
Ich werde von meinem Berufsverband „vor den Lügen Trumps“ gewarnt. Unausgesprochen: Harris sagte immer die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr ihr das Kapital half, zum Glück vergeblich. Alles äußerst cringe.
Keine Fragen

Wisst ihr Bescheid.
Unter spitzenpolitisch Unterstreichenden
Vom DJV erfahre ich Erschröckliches: „Scholz und Söder kommen“. – „Der Besuch der beiden Spitzenpolitiker unterstreicht die Bedeutung von Deutschlands größter Journalistenorganisation für die Politik.“ Rhabarber Rafasel.
Da fällt mir ein, dass ich dort als Delegierter bin. „Nach dem Grußwort des Landesvaters wird der Kanzler eine Rede halten und sich anschließend den Fragen der Gäste stellen.“
Da werden sich natürlich alle Wichtigtuer drängeln, weil sie sich wichtiger fühlen, wenn der Vorsitzende des Ausschusses, der die Geschäfte der Bourgeoisie organisiert, mit ihnen Textbausteine austauscht. Mir fällt dazu nichts ein.
Aber vielleicht sollte ich Scholz zur „Zweistaatenlösung“ befragen? Ich muss jedoch befürchten, dann öffentlich gesteinigt, gekreuzigt und gevierteilt zu werden. Vermutlich ist es meiner Gesundheit zuträglicher, nur das Buffett aufzuessen. „Ab 18:15 Uhr wird im Foyer des Saals ein Fingerfood-Buffet angeboten.“ Gut zu wissen.
„Außerdem ist es notwendig, dass Taschen u.a. nicht größer als DIN-A4 bei sich geführt werden. Das Vorzeigen eines Personalausweises (oder Reisepass) ist obligatorisch.“ Gut, dann also nur das kleine Laptop. Oder Bleistifte?
Fällt dem Publikum etwas ein?
Unter erschütterten BerichterstatterI%$&_*Innen
Die New York Times so: „Israel Accuses 6 Al Jazeera Reporters of Belonging to Militant Groups“.
Der DJV so: „In seinem Schreiben weist der DJV-Vorsitzende auf die hohe Zahl getöteter Berichterstatterinnen und Berichterstatter im Nahen Osten seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hin: „Seit Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen in Gaza und jetzt im Libanon kamen bereits mehr als 100 Medienschaffende ums Leben.“ In vielen Fällen sei nicht geklärt, ob sie Opfer der Hamas oder des israelischen Militärs wurden. „Das ändert nichts an unserer Erschütterung über den Tod von so vielen Kolleginnen und Kollegen.““
Fremdgeschämt

So stellen sich offenbar einige Funktionäre des DJV „Recherche“ vor…
Wieder etwas zum Fremdschämen: Der Deutsche Journalistenverband (DJV) will „keine politischen Gespräche mit Repräsentanten verfassungsfeindlicher Parteien oder Gruppierungen führen, egal auf welcher staatlichen Ebene“, so ein Positionspapier des Bundesvorstands der Journalistengewerkschaft. Gemeint ist damit die AfD. Außerdem will man nicht mehr an Veranstaltungen der Partei teilnehmen. Begründung des DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster: „Die AfD versucht, Diskurs zu zerstören.“
Machte ich mir diesen Quatsch zu eigen, hätte ich keines meiner acht Bücher über Neonazis und Rechtsextremisten schreiben können.
By the way: Echte Journalisten führen mitnichten „politische Gespräche“, sondern recherchieren und interviewen – und lassen Interviews nicht autorisieren.
Eine Zensur findet statt
Deutsche Journalistenverbände wi der DJV sind für Zensur, und sie denken auch, Musk sei pöhse. Warum, hat man aber vermutlich vergessen.
Übrigens, DJV: Twitter hatte bei Leuten, die gegen Zensur sind, einen schlechten Ruf, bevor Musk den Laden übernahm. Ich zitiere mich selbst vom 28.05.24 und empfehle Joachim Nikolaus Steinhöfel: Die digitale Bevormundung: Wie Facebook, X (Twitter) und Google uns vorschreiben wollen, was wir denken, schreiben und sagen dürfen.
Zitat: „Da es an jeglicher neutraler Überprüfungsinstanz fehlt, sind die Faktenchecker niemand rechenschaftspflichtig, noch stehen sie irgendjemandem gegenüber in der Verantwortung, noch haben sie mit Konsequenzen wie einer Dezertifizierung zu rechnen, (…) Bei der entscheidenden Frage, wer bestimmt, was bei einem Dissens richtig und was falsch ist, überwacht jeder Faktenchecker nur sich selbst. Damit ist schon strukturell eine Befangenheit institutionalisiert, nemo iudex in sua causa“.
Die Akte Lammel, to be continued [Update]
Kauf- und Lesebefehl. Ich weiß nicht, ob die heutige Titelgeschichte der Berliner Zeitung jemals online verfügbar sein wird.
Ceterum censeo: Die Bild-Zeitung samt „Chefreporter“ und der RBB hatten unrecht. Ich hatte recht. Manchmal muss man sich eben mit allen anlegen.
Zur Erinnerung (das ist schon acht Jahre her!)
Die Bild-Zeitung in Gestalt ihres „investigativen“ Reporters“ Hans-Wilhelm Saure behauptet, ich würde in meinem Blog „pöbeln“. Das würde ich doch nie tun! Aber wenn es die „Bild“ behauptet, muss es ja stimmen.
[Update] Der Artikel ist online verfügbar.
Cringe Zeichen irgendwo hinsetzen

Quelle: Instagram-Account des DJV Berlin
Wikipedia: Mit Stand 2022 ist Instagram das am meisten genutzte soziale Netzwerk unter jungen Menschen in Deutschland. Einer der häufigsten Kritikpunkte an der Plattform ist, die psychische Gesundheit junger Menschen negativ zu beeinflussen. Weitere Kritikpunkte sind beispielsweise Zensur und Überwachungskapitalismus.
Ach Wikipedia. Wer wen (Lenin) kritisiert, würde ich gern wissen, sonst glaube ich gar nichts. Gegenfrage: Welches „soziale Netzwerk“ zensiert nicht? Dann habe wir noch „Überwachungskapitalismus“. Welche Kapitalismen gibt es denn sonst noch? Etwa den überwachungsfreien Kapitalismus? Eine herrschende Klasse, die darauf verzichtet, die Untertanen zu beobachten und auszuspionieren? Vielleicht ist das in Tuvalu oder Niue so, weil man dort sowieso jeden sehen kann, wenn man auf eine Palme klettert, aber sonst nirgendwo – also ein weißer Schimmel.
Nun zu uns, DJV Berlin! Rein PR-mäßig ist da noch sehr viel Luft nach oben. Wenn man auf Instagram erfolgreich sein will, dann braucht man Katzenvideos und halbnackte Weiber großartige Kunst oder Inhalte. Inhalte! Völlig abgedroschene Textbausteine wie „Flagge zeigen“, „Zeichen setzen“ oder „Farbe bekennen“ sind keine Inhalte, sondern sinnfreies Herumgesülze von Sprechblasenfacharbeitern.
Unter dem Motto #Fairnessfunkt, der bundesweiten Aktion des DJV, haben heute auch die Beschäftigten der Deutschen Welle am Standort Berlin (Foto) und beim Berliner Deutschlandradio in einer aktiven Mittagspause ein klares Zeichen für faire und angemessene Tarifverträge im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesetzt.
41 Wörter. Der zweite Teil des Verbs zum Schluss. Mark Twain dazu: „In einer deutschen Zeitung setzen sie ihr Verb drüben auf der nächsten Seite hin; und ich habe gehört, dass sie manchmal, wenn sie eine oder zwei Spalten lang aufregende Einleitungen und Paranthesen dahergeschwafelt haben, in Zeitnot geraten und in Druck gehen müssen, ohne überhaupt bis zum Verb gekommen zu sein.“
Merke: Die deutsche Presseagentur (dpa) sieht neun Wörter pro Satz als Obergrenze für die optimale Verständlichkeit an. Und ihr? Ein Journalistenverband, der nicht verständlich schreiben kann?
Der Deutsche Journalisten-Verband hatte die festangestellten und freien Journalisten der öffentlich-rechtlichen Sender und der Deutschen Welle zu einem gemeinsamen #Aktionstag aufgerufen, daran beteiligte sich auch die Gewerkschaft ver.di.
Wait a minute. Zwei Gewerkschaften, und dann ein Bild mit neun Leuten, wenn ich richtig gezählt habe? Wie kommt denn das bei der instagramigen Jugend rüber? Schlecht und cringe. Es gibt übrigens genau so wenig „faire Tarifverträge“ wie „faire Löhne“. Die Höhe des Lohns ist ein Resultat des Klassenkampfes. Just saying.
Und dann haben wir noch: In einer gemeinsamen Schalte haben die Journalisten über die Aktivitäten an ihren Standorten informieren. [Sic]
Soll das ein deutscher Satz sein? Das klingt eher nach Trappatoni. Wolf Schneider hat übrigens „Aktivitäten“ ausdrücklich verboten, da „Aktivität“ schon die Summe mehrerer Aktionen sei, das Wort nicht des Plurals bedürfe.
Was ist eine „Schalte“? Insidersprech? Klassismus?
Wir geben zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
33 oder: Wir freuen uns sehr
Kulturkampf und Landschaftspflege

Deutsche Journalisten verleihen sich gegenseitig Journalistenpreise (Symbolbild)
Was haben wir an der Qualitätsmedienfront?
Deutscher Fernsehpreis. Helmut-Schmidt-Journalistenpreis. Adolf-Grimme-Preis. Auch hochbepreiste Journalisten nehmen mehr als eine halbe Million Euro an. Aber natürlich lassen sie sich deshalb inhaltlich nicht beeinflussen. Wo kämen wir denn da hin! Es geht doch um das Klima die politische Landschaftspflege. (Hat jemand „Putin“ gesagt?)
Lifestyle- und Genderfront
„Exemplarische Beispiele“ – was darf ich mir darunter vorstellen? Beispielhafte Exempel? Wenn ich in der bürgerlichen Presse geduzt werde, ist das immer pseudojugendliches Anbiedern. Danach kommen unweigerlich queer, trans, nachhaltig, Klima, gendern. Meine Analyse des Klassenstandpunkts hat ergeben, dass Begriffe „Konfrontationslinien, Spaltungen und Triggerpunkte“ sich an das reaktionäre neue Kleinbürgertum wendet, das, wie auch das alte, nach unten sprachpolizeilich tritt und nach oben kapitalismusaffin buckelt.
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) arbeitet weiter daran, sich lächerlich zu machen. Der hessische Landesverband legt noch eins drauf. „Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbieten – das wäre ein Verstoß gegen Art. 5 GG und ein eklatanter Bruch mit der Pressefreiheit in Deutschland.“
Ach ja? Erstens sind bestimmte Sprachformen kein Menschenrecht, und zweites hat das nicht mit der Pressefreiheit zu tun, sondern mit dem Recht des Eigentümers eines Medienunternehmens, seinen Angestellten vorzuschreiben, was und wie sie etwa publizieren. Natürlich kann „Gendern“ verboten werden. Und was wäre auch gut so, allüberall.
Auf dem Verbandstag 2023 des DJV in Magdeburg, an dem ich als Delegierter teilgenommen habe, war ebenfalls ein ziemlich lächerlicher Antrag positiv abgestimmt worden. Der Fachausschuss Chancengleichheit und Diversity wollte sich unbedingt wichtig tun und forderte „alle Medienhäuser, Verlage, Pressestellen, Redaktionen und Sender – öffentlich-rechtliche wie privatwirtschaftliche – in Deutschland auf, ihren Mitarbeiter:innen [sic] das Gendern in journalistischen Beiträgen zu ermöglichen“. Die werden sich kaputtlachen. Ich war leider zu verschnupft und konnte kaum sprechen, sonst wäre ich vehement in die Bütt gegangen.

Front der „palästinensischen“ Völkischen und sonstigen Vollhonks
Al Jazeera: „Canada’s Justin Trudeau tells Israel to end ‘killing of babies’“. Vielleicht sollte der Kerl besser die Hamas auffordern, die als Geisel gehaltenen Babies freizugeben – und alle anderen Geiseln auch. Zum Glück lassen sich die Israelis nicht von solchen antisemitischen Idioten beeinflussen und ziehen die Sache bis zum Ende durch.
Politik- und Vollklatschenfront
Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt, dass der Bund zur Bekämpfung der Coronakrise gedachte Gelder nicht für den Klimaschutz nutzen darf. Die Änderung des Nachtragshaushalts 2021 sei verfassungswidrig. Har har.

































