Beseeltes Personal am Abgrund von Landesverrat

Derzeit bei der Großbourgeoisie nicht verfügbar
Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muß er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet haben.
Tja, der Elsässer. Ich bin ein bisschen besorgt. Hätte man mir vor vierzig Jahren gesagt, es werde die Zeit kommen, da in Deutschland Medien verboten würden, die Meinungen verbreiteten, die strafrechtlich nicht zu beanstanden sind, ich hätte es nicht geglaubt. Wer ist als nächstes dran? fragte das Publikum hier schon zu recht. Erst RT.de, dann Elsässer, dann wer?
Ich habe nie etwas von Elsässers „Medienimperium“ gelesen, weiß also nicht, was er so von sich gibt. Seitdem er die „Konkret“ verließ und Panserbist wurde, habe ich ihn nicht mehr ernst genommen. Ich heftete das unter der Rubrik ab: „keiner hört mir mehr zu, also suche ich mir welche, die das tun, egal, wer das ist.“ Harald Juhnke hat solchen Leuten ein Denkmal gesetzt.
Als in der 70-er Jahren alles verboten wurde, was als „kommunistisch“ galt, auch die Zeitschrift „radikal“, haben die Liberalen und die Linken protestiert. Das müssten sie auch tun, wenn es die Rechten trifft. Tun sie aber nicht. Ganz im Gegenteil: Sie begrüßen Zensur. Den Vogel schießt der DJV ab: Das, was Elsässer publiziere, sei gar kein Journalismus, daher berühre ein Verbot nicht die Meinungsfreiheit. Das ist nur noch cringe, aber spiegelt natürlich den erbärmlichen weltanschaulichen Zustand der deutschen Journaille wieder, der von den Funktionären der Journalisten-Verbände immer noch unterboten wird.
Die so genannten „Linken“ möchten die AfD gleich mit verbieten. Wie dämlich kann man sein?
Wir hatten das schon einmal bei der Nationalzeitung:
1969 stellte der damalige Bundesminister des Innern Ernst Benda beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag nach Art. 18 Grundgesetz – das Verwirken der Pressefreiheit aufgrund Missbrauchs. 1974 lehnte das Bundesverfassungsgericht den Antrag jedoch ab, da das Blatt „keine […] ernsthafte Gefahr für den Bestand der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ darstelle und keine „politisch bedeutsame Resonanz“ finde.
Deniz Yücel schreibt dazu ganz richtig:
Da aber, siehe oben, unterhalb der Strafbarkeitsgrenze alles erlaubt ist, versucht die Innenministerin nun etwas anderes: Sie senkt die Strafbarkeitsgrenze. „Ich habe heute das rechtsextremistische ‚Compact-Magazin‘ verboten“, verkündete sie auf X. „Es agitiert auf unsägliche Weise gegen Jüdinnen und Juden, gegen Muslime und gegen unsere Demokratie. Unser Verbot ist ein harter Schlag gegen die rechtsextremistische Szene.“
Eine Begründung, die für diese Bundesregierung zur Art Handschrift wird: Ob das Forschungsministerium versucht, missliebige Universitätsprofessoren zu bestrafen oder das Innenministerium „unsäglich“ für eine hinreichende Verbotsbegründung hält – es ist derselbe Mechanismus: Eine Exekutive, die keinen Unterschied mehr zwischen Recht und Moral kennt und deren leitendes Personal derart beseelt ist von der Richtigkeit des eigenen Tuns (gegen „Hass“, Rechtsextremismus, Antisemitismus etc.), dass es rechtsstaatlichen Prinzipien so viel Beachtung schenkt wie dem Kleingedruckten auf einem Beipackzettel.
Die Qualitätshauptstadtmedien schreiben: Verfassungsschutz bescheinigt Elsässer „devote Moskau-Ausrichtung“ – Nach Angaben der Behörden stellt Compact die Legitimität des Grundgesetzes offen infrage. Hinzu kommen Umsturzfantasien.“ Die üblichen Textbausteine: Journalisten übernehmen schlicht die Pressemeldungen oder das Briefing des Verfassungsschutzes.
Und verbotene Fantasien? Umsturzfantasien habe ich auch manchmal, nur gebe ich das nie zu…
Kommentare
10 Kommentare zu “Beseeltes Personal am Abgrund von Landesverrat”
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netter Hinweis bei Fefe:
„Bemerkenswert: Grundlage des Verbots war das Vereinsrecht, obwohl es sich um GmbHs handelt, nicht um Vereine.“
könnte das juristisch zum Eigentor werden?
Das „Verbot“ des „politischen Gegners“ ficht mich jetzt mal nicht so an. Die können ruhig auch mal ein bissl was einstecken.
Die Saat der Verderbnis ist ohnehin schon erfolgreich unters Volk gebracht – und solange Kubitschek in Schnellroda machen kann, was er will…
passend dazu – der RBB trennt sich von El Hotzo
PS: wir erinnern uns DER RBB
Aber nicht nur Schland ist so, auch andere
Danke Burks.
Das Grundgesetz ist zwar bis jetzt die beste Verfassung in der deutschen Geschichte – aber eben nur als Hardcover im Bücherregal.
Die Angst regiert, sie reitet auf dem Halbwissen vieler Politiker, die wie eh und JEVERsäumt haben, bestehendes Recht zu kennen und anzuwenden. Sie alle wähnen sich als Lex-Manufakturer und werden mangels Kompetenz und Rechtskenntnissen vom Zeitgeist hin und her geschleudert, wie ein Unternehmen von den Horrormeldungen seines Cashflows.
Wenn man über Spaltungen in diesem Land sprechen will, dann muss die Entfernung zwischen Parlament, das m.E. selbst nicht mehr weiß wozu es da ist, und den Bewohnern m/w/d/hx Priorität haben – was nicht bedeutet, dass das auch gelingen kann (s. Wittgenstein).
Zischend Zeiten, das muss ich sagen. Was will man mehr…hx?
Wenns denn nur Politjournalismus wäre.
Statt Denken wird Gefühl angesprochen
die Berichte sind horse race journalismus
das Publikum wird passivisiert zur show auf der Bühne.
Es geht nicht um die Sache sondern um Beifall.
Die „Rechten“ streiten um den Nationalerfolg.
Sie claimen die bessere Mannschaft.
Ein anderes System wollen sie nicht.
Außerhalb von Kapitalismus wird nicht gedacht.
Die Sitzordnung des ersten französischen Parlaments
waren rechts die Adligen die den König wieder wollten.
Die Rechten glauben an unterschiedliche politische Rechte,
letztlich Sklaven gegen Fürsten oder Deutsche gegen Ausländer.
Der Kapitalismus erledigt Ungleichheit ökonomisch.
Das Elend des deutschen Politjournalismus ist,
daß der so gar keinen Begriff von der Sache hat
aber die Gewißheit zu den Rechtgläubigen zu gehören.
Statt Auseinandersetzung in der Sache Diffamierung im Rang,
guilt by association etc.
Das Elend der „Linken“ ist daß sie
so gar kein Argument haben gegen die „Rechten“:
Dabei wäre es so einfach:
Man müßt den Rechten die Nation bestreiten.
Das Volkstum.
Die Hitlerei wird als autoritäre Herrschaft argumentiert.
Dabei ist auch Demokratie zu Härten und Gemeinheiten fähig
die denen der Rechten um wenig nachstehen.
Deshalb kann Politjournalismus nicht gegen AfD argumentieren.
Systemverherrlichkeitsblogger wie du oder Feynsinn wird man nicht belästigen. Ihr habt gute Arbeit während der Corona-Maßnahmen geleistet.
Schwurbler glauben Gesundheit wär Privateigentum statt Staatserlaubnis.
Hallo Burks, heute keine Geburtstagsgrüße an das Geburtstagskind? Von einem
wird das erwartet. Bist Du eingeladen? Am Kupfergraben 6 wird heute im „privaten Kreis“ gefeiert. Bring ihr Chorizo-Wurst mit. Gibt’s im Berliner Kaufhaus des Westens.
Endlich hat Elssers Islamophobe Hetze ein Ende.
Allerdings sollte das nur der Anfang sein und weitere Verbote rechter Medien sollten folgen, z.B. von Apollo News und Tichys Einblick.
Diese haben bewusst Zweifel an der Durchführung der Bundestagswahl 2021 in Berlin geschürt und damit die Grundlage unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung in Frage gestellt.
Ebenso sollte ein Verbot der selbsternannten „Achse des Guten“ erfolgen. Mehrmals hat diese Webseite durch juristische Winkelzüge des berüchtigten Szeneantwaltes Joachim Steinhöffel Faktenchecker zum zurückziehen ihres Urteils gezwungen und damit dem Kampf gegen Fakenews im Internet erheblich geschadet.
Das rechte Publikationen wie Cicero, Bild und die Welt immer noch nicht verboten sind zeigt leider auch das es Innenministerin Faeser nicht ernst ist mit dem Kampf gegen Rechts.
Woher kommt eigentlich noch dieser unerschütterliche Glaube an due Medien?
Schon vor vierundzwanzig Jahren begann deren Bedeutungslosigkeit.
Wer liest denn noch Zeitungen und Wochenmagazine?
Das soll jetzt ein schwerer Schlag sein?
Das ist eher Werbung, zumindest wenn das Urteil gesprochen ist.
Wie werden die denn sonst Nazi? Der Kumpel ist halt auch Nazi und ein dufter Typ und auch sonst der Held. Gemeinsam kann man prima Feindbilder aufbauen und Leute angreifen & so.
Bei den Linken läuft’s kaum anders. Nur sind deren Feindbilder so mannigfaltig, dass man schon Millionen braucht, um ein paar zu bekämpfen.
Diese Entwicklung passt natürlich zu einer narzisstischen Gesellschaft.
Der Hammer ist dann moch, das die Ideologiekerne nicht etwa von hier stammen, sondern aus dem Amiland. Der GröFaZ würde di h im Grabe umdrehen. Marx eh.
Da kann man evtl. noch dankbar sein, für so manche Postille.
Heute, eine Woche später:
Es ist ziemlich ruhig in den deutschen Leitmedien. Das Verbot scheint keinen deutschen Journalisten weiter zu stören und auch die Demokraten im Bundestag sind still. Lediglich der linke Blogger fefe geilt sich an der im WWW aufgetauchten Anklageschrift auf. Aber auch nur über die bei dem „Verein“ beschäftigten „NPD“ler und hier freut er sich besonders darüber, dass die mit vollständiger Anschrift genannt werden.
Nein, der Marx würde sich nicht umdrehen. Aber vielleicht dabei:
Vielleicht dreht er sich auch nicht. Ich bin kein Marx-Kenner.