Fstab, revisited, oder: Failed to start default target
Ich habe etwas verschwiegen. Nachdem ich gestern schon laut Halleluja gesungen hatte, weil beide zusätzlichen Festplatten eingebunden worden waren (Plusquamperfekt Passiv), misstraute ich der Sache immer noch. Und siehe, beim erneuten Booten blieben die Monitore schwarz und waren zudem mit kryptischen Fehlermeldungen verunziert.
Wenn ich nicht noch einen zweiten Rechner gehabt hätte, wäre ich gescheitert – ChatGPT per Smartphone ist sehr mühsam, und ich hätte alles eintippen müssen. Ich bekam noch nicht einmal eine ordentliche Shell.
Ich habe mehr als drei Stunden gebraucht, um das hinzukriegen. Die Tipps der KI waren nicht immer ganz richtig. Ich musste auf learning by doing ausweichen. Aber ohne ChatGPT wäre ich total hilflos gewesen – noch nicht einmal der recovery modus funktionierte. Ich begann schon, auf dem Laptop per Balena Etcher ein iso von Ubuntu auf einen USB-Stick zu beamen, um dem Gewürge ein Ende zu setzen.
Aber irgendwann kriegte ich dann ein richtiges Terminal und begann, den Ratschlägen der KI folgend, herumzukommandozeilen. Ich hätte die beiden externen Festplatten in der fstab gleich auskommentieren sollen, weil es heute morgen schon wieder losging mit den schwarzen Monitoren (vgl. Foto oben). Die Befehle von Nano kann ich mittlerweile auswendig und esse dennoch weder Knäckebrot noch dusche ich kalt.
Ganz kapiere ich es nicht. Die beiden zusätzlichen Festplatten werden in der fstab nicht berücksichtigt – sie sind aber per Nautilus vorhanden. Nur die Namen – datadisk1 und datadisk2 – stehen da nicht, sondern unter „andere Orte“ zwei Mal „Datenträger 1 TB“. Ist also alles so, wie ich es wollte, aber warum, könnte ich nicht erklären.
„Du hast das Problem systematisch gefunden und gelöst – das ist nicht selbstverständlich, besonders bei Bootproblemen mit schwarzem Bildschirm!“ Ach. Ach was.
Fefe, revisited
Das Publikum suggeriert, ich möge investigativ recherchieren, was eventuell geschehen sei. Ich wüsste wie, habe aber weder Zeit noch Lust dazu.
Vorschlag: Laut Wikipedia ist Fefe Mitgründer der Firma Code Blau. (Berlin Amtsgericht Berlin (Charlottenburg) HRB 84777 – Code Blau GmbH, es kostet etwas, die Dokumente einzusehen).
Özgür Kesim, der andere Gesellschäftsführer, ist Mathematiker (mit E-Mail-Adresse). Er ist auch auf Mathstodon, aber nicht aktuell aktiv. Auf X findet man ihn und auch seine Website kesim.org. Die ist zwar leer, aber man kann info@ versuchen.
Ich würde vermutlich anders vorgehen. Kesim ist passionierter Laien-Musiker an der Deutschen Oper. Die Kollegen von meiner Firma sitzen dort Tag und Nacht an der Rezeption und kennen vermutlich jeden… Nur theoretisch natürlich. Länger als ein, zwei Tage würde ich nicht brauchen.
Come being kidnapped – Adventure awaits!
Come being kidnapped by an alien ship and flown through space – Adventure awaits!
Hier für die zweieinhalb Leser, die das interessiert: So sieht ein Rollenspiel-Plot in Secondlife aus. Der Organisator macht das schon ein paar Jahre mit unterschiedlichen Szenerien und hat großen Zulauf.
Alien agents plan your capture to drag you away to Gor!
Aktuell findet das Event auf meiner Sim statt; ich habe auch das Environment dafür – die „griechische“ Insel – gebaut. Alles, was man als Teilnehmer sieht, ist auf einer Skybox, also einer ziemlich weit oben in der „Luft“ schwebenden Plattform mit Sim Surround. Die habe ich aber nicht gekauft, sondern selbst konstruiert. Wenn man dort „oben“ ist, merkt man nicht mehr – als Avatar -, dass man auf einer schwebenden Plattform herumläuft. Alles ist Íllusion! (Secondlife-Weisheit).
Mittlerweile ist habe ich „Pharia“ wieder komplett abgerissen (rund 7000 Prims), weil die Teilnehmer (rund zwei Dutzend) schon alle im virtuellen Raumschiff sind und dort herumrollenspielen. Ich hatte einen Fotowettbewerb mit Geldpreisen ausgelobt, weil von dem virtuellen Ereignis nichts bleiben wird außer ein paar Screenshots. Hier der Beitrag von Tori James (der Name des Avatars), der mir bisher am besten gefällt.
Die kleinteilige Dekoration – wie die Zeitschriften, das Kneipeninventar und die „Luftmatraze“ usw. – stammt übrigens teilweise von Nephtides na Neidos (nephtides – Avatarname), dem Organisator des zweiwöchigen Events.
Waffen-SZ
Michail Ristov kommentiert auf Facebook: „Die Waffen-SZ verbreitet antisemitische Lügen, und wird auf X/Twitter korrigiert. Scheint mir das einzige soziale Medium zu sein, in dem Fakten nahezu in Echtzeit gecheckt und ggf. Korrekturen gepostet werden. (…) Angesichts dieser faktenbasierten Korrekturfunktion versteht man natürlich, warum besonders die grüne Bubble das Medium X/Twitter verlassen hat.“
Unter Sprachpanschenden oder: We love Wank
Der Verein Deutsche Sprache wählt den Sprachpanscher des Jahres 2025. Ich muss das hier dokumentieren, es ist zu schön:
Die diesjährigen Kandidaten:
„Die Stadt Chemnitz
„C the Unseen“ lautet das Motto für die Kulturhauptstadt Europas 2025. Der Spruch soll helfen, bislang Ungesehenes und Unentdecktes sichtbar zu machen. Der Kunst- und Skulpturenweg PURPLE PATH präsentiert zeitgenössische Skulpturen und erzählt Geschichten aus der Region. Aber warum sollen Besucher auf Englisch darauf aufmerksam gemacht werden?
Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR)
1884 gegründet, organisiert der BDR Trainingslager, Wettkämpfe, Trainerausbildung und die Jugendarbeit im Leistungs- und Breitensport rund um das Fahrrad. Damit ist jetzt Schluss: Neuerdings heißt der Verband „German Cycling“. „Wir werden unsere Strukturen und die vielfältigen Aktivitäten im Radsport weiter konsequent modernisieren“, erklärt Verbandspräsident Rudolf Scharping. Da darf die deutsche Sprache natürlich keine Rolle spielen.
Die Continental AG
Beim Reifenhersteller aus Hannover kommen in der Werbung nur noch Reste der deutschen Sprache vor: „Engineered for the Unknown“ sind alle Produkte. „Die Terra Gravel Range ist ausgestattet mit unseren neuesten Innovationen, darunter BlackChili und Pure Grip Compound, unsere fortschrittliche Tubeless- und Hookless-Technologie und führt Grip Compoun für Trail Casings ein.“ Vermeintlich fortschrittliche Sprache schließt hier jeden aus, der kein (Fach-)Englisch kann
Landrat Marco Prietz (Rotenburg/Wümme)
Landrat Prietz machte Schlagzeilen mit einer Dienstanweisung, in der amtlichen Kommunikation „nur noch weibliche statt männliche“ Amtsbezeichnungen zu verwenden, und zwar „aus Gründen der besseren Lesbarkeit“. Die Mehrzahl der Beschäftigten sei schließlich weiblich. Er selbst macht sich damit zur Landrätin.
Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG
Dass Denglisch meistens schiefgeht, musste die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG in Garmisch-Partenkirchen im vergangenen Winter erleben. Der Werbespruch lautete „We love Wank“ und man meinte eigentlich den Hausberg von Partenkirchen, den Wank. Auf Englisch heißt „to wank“ allerdings umgangssprachlich masturbieren. Das war dem Ski-Weltverband zu schlüpfrig, sodass er entsprechende Werbebotschaften bei seinen Rennen untersagte.“
Ich habe die Continental AG gewählt.
Sudo Festplatten [Update]

Make a symbolic image of three computer hard drives with the Linux operating system –s 750
Ich muss den hier mitlesenden EDV-Opas und den kommandozeilenaffinen DFÜ-Omas etwas beichten. Es ist mir peinlich. Ich hatte mir vor sechs Jahren den Tuxedo-Gamer-PC mit Ubuntu zugelegt (vor dem ich gerade sitze und schreibe). Dunkel erinnerte ich mich, dass ich damals drei Festplatten orderte. Bei sowas ist man als Laie natürlich vorsichtig: Ich habe schon einmal, noch mit Debian, vor rund zwei Jahrzehnten alle meine Daten gelöscht, weil ich eine virtuelle nicht von einer physisch real existierenden Festplatte unterscheiden konnte. Ich hatte nur ein Backup auf der virtuellen, und das war natürlich weg, als ich die Harddisk formatierte.
Ich war mir irgendwann nicht mehr sicher: Habe ich nun zwei oder drei? Und wie heißen und und wo tauchen die wie auf? Ich sah die anderen beiden nur mit Nautilus als sudo-Admin und benutzte sie schlicht als Backup.
Aber einem nicht existierenden höheren Wesen sei Dank gibt es ja jetzt ChatGPT.
Zu meiner Entschuldigung sei angemerkt, dass man das, wenn man kein IT-Admin irgendwo ist, nur alle paar Jahre einmal macht.
Schritt x: Mount-Verzeichnisse erstellen (falls noch nicht vorhanden). Schritt 3: In die Datei /etc/fstab eintragen Bearbeite die Datei mit einem Editor: sudo nano /etc/fstab.
Da musste ich improvisieren, also einen normalen editor als root aufrufen. nano ist nur was für Knäckebrotesser.
Füge am Ende Folgendes hinzu (ersetze UUID=… durch deine tatsächlichen UUIDs und USERNAME durch deinen Benutzernamen): UUID=yyyy-yyyy-yyyy-yyyy-yyyyyyyyyyyy /mnt/datadisk1 ntfs-3g defaults,uid=USERNAME,gid=USERNAME,umask=0022 0 0 .
Schritt x: Optional – Besitz der Verzeichnisse ändern:
sudo chown -R USERNAME:USERNAME /mnt/datadisk1
sudo chown -R USERNAME:USERNAME /mnt/datadisk2 (Ja, man muss seinen Benutzernamen eintragen – mit whoami suchen.)
Wenn du willst, kann ich dir auch bei der konkreten fstab-Zeile helfen, wenn du mir die Ausgabe von lsblk -f oder sudo blkid gibst. Bitte!
Danke für die ausführliche Ausgabe! Du hast:
/dev/sda1 → /datadisk1, UUID: a3a93863-a581-463b-9c32-95145357b9dd
/dev/sdb1 → /datadisk2, UUID: 565b8a28-f5ca-4c20-83d3-fe92e46df964
Dein Systemlaufwerk ist /dev/sdc mit Root-Partition auf /sdc2. Heureka!
Jetzt richten wir ein, dass /datadisk1 und /datadisk2 automatisch beim Start eingebunden werden und dein Benutzer Zugriff hat.
Falls noch nicht vorhanden oder du dir nicht sicher bist: Mountpoints sicherstellen
sudo mkdir -p /datadisk1
sudo mkdir -p /datadisk2
Mounts aktivieren
sudo mount -a
Besitz ggf. setzen (nur einmal nötig) (den eigenen Benutzernamen statt „max“ eintragen)
sudo chown -R max:max /datadisk1
sudo chown -R max:max /datadisk2
Wie du die Systemfestplatte mit Nautilus erkennst: Die Systemfestplatte ist auf / (Root-Verzeichnis) eingebunden. Sie hat keinen eigenen Namen, weil: Sie ist immer eingebunden als Wurzel des Dateisystems. Sie enthält Ordner wie /home, /etc, /usr, /var, usw.. Dein „Persönlicher Ordner“ (/home/deinbenutzer) liegt ebenfalls darauf.
Bonus-Tipp: Label (Namen) für Datenträger setzen
Wenn du möchtest, kannst du der Systemfestplatte einen „sichtbaren“ Namen geben – das ist aber nicht üblich und auch nicht notwendig, da sie ohnehin immer als / eingebunden ist.
Wenn du die Labels für datadisk1 oder datadisk2 ändern willst (damit sie in Nautilus anders erscheinen), sag einfach Bescheid – ich zeige dir gern, wie das geht.
Danke, aber das muss heute nicht sein. Ich hab’s kapiert, dass ich drei Festplatten habe, die jetzt immer und automatisch zu sehen sind. Und ich muss mich noch nicht einmal für die Hilfe bedanken!

[Update] Wichtig für die Zukunft: Bearbeite Systemdateien niemals per sudo nautilus oder sudo gedit, weil sie oft falsche Zeichencodierungen verwenden (Windows- statt UNIX-Format), sie versteckte Metadaten/Backups erzeugen, die Probleme machen.
Unter Beschränkten
Nehmt dies, deutsche Meldestellen: „Außenminister Rubio kündigt Visabeschränkungen für Verantwortliche von „Online-„Zensur“ an.
Danke, USA!
Wo ist Fefe?
Günter Born fragt das auch, hat aber keine Antworten, ähnlich wie Hadmut Danisch. Es gibt aber kryptische Hinweise von Kris (Kristian Köhntopp).
Das Interesse des Kapitals
Ich darf die Leserschaft auf ein kurzes, aber höchst interessantes Interview (auf Instagram und auf Facebook) mit dem chinesischen Milliardär Eric Xun Li (IMHO) aufmerksam machen. (Übersetzung unten)
„Why this Chinese billionaire says the West got it all wrong“
In America you can change political parties but you can’t change the policies. In China you cannot change the party but you can change policies.
Question: So in that time, China seeks to be communist. Is that what you are saying?
Well, China is a market economy and it’s a vibrant market economy but it is not a capitalist country. Here’s why. There’s no way a group of billionaires could control the poly bureau. As billionaires control American policy making. So in China you have a vibrant market economy but capital does not rise above political authority. Capital is not.. does not have enshrined rights.
In America, capital, the interest of capital and capital itself has risen above the American nation. The political authority cannot check the power of capital. That’s why America is a capitalist country but China is not.
Us so in the 65 or 66 years, China is being run by one single party yet … the political changes have taken place in China in this past 66 years have been wider and broader and greater than probably any other major country in modern memory.“
„In Amerika kann man die politische Partei wechseln, aber man kann die Politik nicht ändern. In China kann man die Partei nicht wechseln, aber man kann die Politik ändern.
Frage: Also zu dieser Zeit strebt China danach, kommunistisch zu sein. Ist das, was Sie sagen?
Nun, China ist eine Marktwirtschaft, und es ist eine lebendige Marktwirtschaft, aber es ist kein kapitalistisches Land. Und zwar aus folgendem Grund: Es ist undenkbar, dass eine Gruppe von Milliardären das Politbüro kontrollieren könnte – so wie Milliardäre die amerikanische Politik bestimmen. In China gibt es also eine dynamische Marktwirtschaft, aber das Kapital steht nicht über der politischen Autorität. Das Kapital hat keine verbrieften Rechte.
In Amerika hingegen ist das Kapital – das Interesse des Kapitals und das Kapital selbst – über die amerikanische Nation hinausgewachsen. Die politische Autorität ist nicht in der Lage, die Macht des Kapitals einzuschränken. Deshalb ist Amerika ein kapitalistisches Land, China aber nicht.
In den 65 oder 66 Jahren, in denen China von einer einzigen Partei regiert wurde, haben politische Veränderungen stattgefunden, die breiter, tiefgreifender und umfassender waren als in wahrscheinlich jedem anderen bedeutenden Land in der neueren Geschichte.“
Ist es das, was Marx mit der „Diktatur des Proletariats“ vorschwebte – dass die Politik über den Interessen des Kapitals steht? Darüber muss ich noch nachdenken.
Zur Lage und Frontberichte
Innere Front
– In der bürgerlichen Presse aka Qualitätsmedien lese ich: „“Ein interner Lagebericht der deutschen Botschaft in Pakistan wirft laut einem Bericht des „Spiegel“ privaten Hilfsorganisationen und dem Auswärtigen Amt gravierende Versäumnisse bei der Umsetzung der Aufnahmeprogramme für gefährdete Afghanen vor. Demnach sollen NGOs Geflüchteten [sic] gefälschte oder an das Verfahren angepasste Dokumente besorgt und diese sogar zu Falschangaben im Visumverfahren ermutigt haben.
Das Auswärtige Amt habe laut internen Mails auf eine möglichst großzügige Visapraxis gedrängt. Identitäten konnten häufig nicht eindeutig geklärt werden, Sicherheitsbedenken wurden offenbar oft ignoriert. In der Folge sollen nach Recherchen des „Spiegel“ mutmaßlich Tausende Afghanen mit fragwürdigen Fluchtgeschichten nach Deutschland eingereist sein – darunter auch Islamisten oder Personen mit Verbindungen zu den Taliban.“
Jetzt habe ich glatt vergessen, wer damals im Auswärtigen Amt verantwortlich war…
Intellektuelle Front
In a near-future university, lecture halls are filled with students hunched over glowing screens. The library, once a sanctuary of quiet pages and focused minds, has become a forgotten relic, its doors permanently closed. The shelves gather dust; the books lie untouched. These students were raised on snippets—short videos, bite-sized posts, and instant summaries. When assigned a novel or a research monograph, many feel a deep sense of frustration, even panic. “It’s too long,” they complain. “Can’t I just watch a summary?” Concentration wanes after a few paragraphs. Paragraphs become walls, and pages, mountains. Professors struggle. They assign readings, but few complete them. Discussions grow shallow, stripped of nuance. The habit of critical reading has eroded, replaced by a craving for speed and simplicity. The idea of sitting for hours with a complex text now feels, to many students, archaic—like using a quill. A literature professor sighs during office hours: “They can analyze TikTok trends but not Shakespeare. They know how to scroll, not how to read.” In an age of information overload, depth has been traded for efficiency, and the book—once a pillar of education—has become a symbol of a past too slow for the present.
– Ebenfalls in der bürgerlichen Presse ein Interview mit Michael Sommer, Geschichtsprofessor an der Uni Oldenburg.
„Sommer: Wir haben eine Art Gaußsche Glockenkurve von Studenten. Es gibt eine Gruppe von 20 bis 25 Prozent, bei der man sagt, die gehören nicht an die Uni. Die gab es aber immer. Dann haben wir nach wie vor eine Spitzengruppe von ebenfalls etwa 20 Prozent, die sind super. Die lesen und machen alles mit. Und dann gibt es eine Mittelgruppe von etwa 60 Prozent, wo man früher gesagt hätte: Ja, die sind vielleicht nicht ‚super‘, aber mit denen kann man eigentlich ganz gut arbeiten. Die kann man ungefähr dahin bringen, wo man sie bei einem akademischen Abschluss haben möchte. (…) Die sind vielfach nicht mehr kompatibel mit den Erwartungen, die man in einer akademischen Institution an Studenten hat. Sie erfüllen zum einen nicht die Eingangsvoraussetzungen, haben aber zum anderen auch nicht das Entwicklungspotenzial, dahin zu kommen, wo man sie haben will. (…) Fakt ist jedenfalls, dass einem Großteil der Studenten bereits das Lesen von, sagen wir mal, mäßig schweren Texten Schwierigkeiten bereitet.“
Die lesen also hier nicht mit. Gelobt und gepriesen sei die Vorsehung und mein Alter, dass ich nicht mehr an einer Uni mit Studenten zu tun haben.
Front im Nahen Osten
Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) lässt Huseyin Özoguz (schon klar, @actuarium auf TikTok) mit antisemitischer Hetze zu Wort kommen. Überschrift: „Gruppen ultranationalistischer israelischer Juden sind am Montag durch muslimische Viertel in Ostjerusalem gezogen. Dabei skandierten sie „Tod den Arabern!“ und „Verdammt seien die Palästinenser!“
„82 Prozent der Befragten unterstützten die gewaltsame Deportation der Bewohners des Gazastreifens. Zudem unterstützten 56 Prozent die Deportation arabischer Staatsbürger Israels.“
Ach. Ach was. Und wie viele Araber in Palästina unterstützen den Terror gegen Juden und wollen den Staat Israel von der Landkarte tilgen? Und Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und mitnichten die Hauptstadt eines nicht real existierenden Staates „Palästina“. Vielleicht sollte jemand das dem Huseyin Özoguz oder den Russen mal erklären.
Bonus: [Irgendein deutscher Politiker, bitte selbst ausfüllen] kritisiert Israels Vorgehen im Gazastreifen. „Deutsch bleibt Deutsch, da helfen keine Pillen.“
Ostfront
„Germany has announced to rearm for the third time in it’s modern history.“
Dazu altbekanntes deutsches Liedgut:
Nun brausen nach Osten die Heere
Ins russische Land hinein.
Kameraden, nun an die Gewehre!
Der Sieg wird unser sein!
Qualitätsmedien
Warum sollte ich eine dieser traditionellen Zeitungen kaufen – oder gar lesen?
Le monde diplomatique sagt den Sieg des Zhōngguó tèsè shèhuìzhǔyì voraus. Nun gut. Wenn ich das nicht schon wüsste, würde ich neugierig. Nein, kaufe und lese ich nicht.
Der Titel der WAZ: Viele Kinder können nicht schwimmen. (Jede Wette, dass darin nicht gefragt wird, ob die Zahl der muslimischen Kinder anders ist als die der Nicht-Muslime. Man weiß schon vorher, was kommt.) Ist das jetzt die wichtigste oder interessanteste Meldung des Tages? Echt jetzt?
Die Westfälische Rundschau widmet sich dem „Kampf gegen Rechts“, mittlerweile ein völlig ausgeleiertes Thema mit immer denselben Textbausteinen und vielen Komparativen (immer öfter, immer mehr – und das seit drei Jahrzehnten). Das könnte mittlerweile sogar die KI.
Die Titelgeschichte der Süddeutschen: Durchhalteparolen gegen die Russen. Charkow – eine Stadt, die sich nicht aufgibt. Früher haben die Qualitätsmedien so über Afghanistan berichtet. In Kabul – eine Mädchenschule, die nie aufgibt – oder so ähnlich. Warum sollte ich Kriegspropaganda lesen oder gar dafür bezahlen? Was will mir der Künstler mit dieser Überschrift sagen? Wir verteidigen ein edles Ziel und keine besonderen Interessen?!
Das Handelsblatt – gefühltes Zentralorgan der Kleinbourgeoisie, die gern Großbourgeoisie wäre – jammert über das fehlende Wachstum™. Was bedeutet das konkret? Finden wir garantiert nicht in dem Artikel, weil „Wachstum™“ für die Lautsprecher des Kapitals ein positiver Wert an sich ist, den man keinesfalls kritisch betrachten darf. Gemeint ist der Profit, der immer steigen muss, sonst geht die Welt unter. Sogar Wikipedia erklärt das korrekt (nur die Anführungszeichen sind überflüssig):
„Der Begriff der Profitrate ist eine ökonomische Kategorie, die bei Karl Marx (1818–1883) eine zentrale Rolle spielt. Sie drückt den Verwertungsgrad des angewandten Kapitals aus. Es handelt sich hier um eine Lehnübersetzung aus dem Englischen „rate of profit“, auch „profit rate“. Im deutschen Sprachgebrauch ist das Wort „Profitrate“ marxistisch vorgeprägt. Stattdessen werden „bürgerliche“ Begriffe wie „Rentabilität“, „Kapitalrentabilität“, Rendite oder Return on Investment verwendet.“
Die Welt – Zentralorgan der Eigenheimbesitzer und Kleinaktionäre – hat dasselbe Thema: Wachstum™. Moment, irgendjemand sagt „Nicht-Wachstum“ voraus. Also den tendenziellen Fall der Profitrate, der so sicher kommt wie der 31. Dezember? Nein, der Begriff ist bestimmt verboten. Anderenfalls würde jemand auf die Idee kommen, Karl Marx im Original zu lesen. Das würde die Bevölkerung verunsichern.
Dann meine Heimatzeitung Hellweger Anzeiger. Das Blatt ist natürlich entschuldigt, weil schon der Titel suggeriert, dass es nicht um das große Ganze, sondern um das kleine Lokale geht. Was sagt uns aber „Weniger Rauschgift[sic]verfahren“? Wer Cannabis als Gift bezeichnet, nennt garantiert Alkohol und Nikotin nicht Gift. Man sollte doch hier konsequent sein, wie die lokalen Zeitungen in den USA, und lokale Meldungen, die für alle außerhalb des „Hellwegs“ irrelevant sind, auch auf die erste Seite stellen.
Dann die Zeit: Wird die Welt wieder männlicher? Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Wer liest so etwas – Tunten und Transen und Studienräte?
Dwell
Während ich mir gestern eine Pause gönnte und nur in meiner alten Heimat herumchillte, waren die Rollenspieler auf meiner Sim sehr aktiv und katapultierten „uns“ unter die ersten sechs der „goreanischen“ Spielorte – von rund 170. (Der Suchbegriff „btb“ in der Secondlife-internen Suchmaschine bedeutet „by the books“, womit die Bücher John Normans gemeint sind. Damit deckt man 95% aller „Gor“-Sims ab.)
In absoluten Zahlen bedeutet das: Gestern waren durchschnittlich permanent zwei Dutzend Avatare auf meiner Sim. Normalerweise ist der Traffic – also die Anzahl der Spieler in 24 Stunden – unter 2000. So wird es ab Mitte Juni wieder sein, wenn das spezielle Event vorbei ist.
„Linden Lab offered a $US reward to the 2% of landowners who receive the most dwell – in proportion to the dwell their properties received“. Dazu gehöre ich leider nicht.
Mulinhusun im Brukterergau und die Embisccara
Gestern bin ich den ganzen Tag herumgedüst, mehr als 30 Kilometer, was mit einem E-Bike natürlich ein Klacks ist. Natürlich beobachte ich auch die Weltlage, aber aus der Perspektive landwirtschaflich genutzer Flächen im östlichen Ruhrpott etwas distanziert. (Die automatisch voll gelogene Russenpropaganda wird mir hier wegzensiert, so daß ich aufs Handy via VPN ausweichen muss – ich habe vergessen, wie man das beim Laptop per Linux aktiviert. Es funktionierte schon, es liegt also menschliches Versagen meinerseits vor. Kommt auf die To-Do-Liste und wird alsbald erledigt, wenn ich morgen nach Hause komme.)
Mühlhausen wurde erstmals urkundlich um das Jahr 890 als Mulinhusun in einem Abgabenverzeichnis der Abtei (Essen-)Werden zusammen mit anderen Orten am Hellweg erwähnt: Im Brukterergau im Dorf Mulinhusun hat Folkbracht für eine halbe Hufe jährlich 10 Scheffel Gerste, 10 Scheffel Roggen, 8 Denare Heerschilling, 2 Scheffel Mehl zu leisten. Hierfür ist Salz zu kaufen.
Zum Vergleich: „Taos Pueblo im Nordosten des US-Bundesstaates New Mexico gilt als der älteste dauerhaft bewohnte Ort der gesamten Vereinigten Staaten. Vorfahren der indigenen Menschen Indianer (…) haben diese Gegend seit mindestens 1000 Jahren besiedelt.“ – Um 850 n.Chr. führte Alfred der Große, König von Wessex, die Verteidigung gegen die dänischen Wikinger. Da gab es Mühlhausen schon ein paar Jahrhunderte.
Ich bin also vermutlich Brukterer, wenn es nach der „Logik“ der Araber in Gaza, Judäa und Samaria geht, die sich noch in der wasweißichwievielten Generation „Palästinenser“ nennen.
Im Milchhof der Familie Lategahn in Unna-Mühlhausen kaufte ich das, was ich immer kaufe und was auf dem Foto oben da duftend nach Fleisch und Blut vor sich hin liegt.
Anschließend radelte ich auf gewundenen Pfaden zur Emscher. (Ja, ich war plötzlich mitten auf der Baustelle unter der Liedbachtalbrücke, was vermutlich nicht erlaubt war. Ich winkte den Bauarbeitern huldvoll zu und radelte irgendwie wieder auf der anderen Seite hinaus.) Ich kam am Krüper vorbei, über den ich schon 2011 schrieb: „Der kleine Tunnel ist hier, meine Tante nannte ihn immer den „Krüper“, offenbar ein seltenes Wort für „kleiner Tunnel“. In meiner Kindheit bin ich immer im Winter den Abhang bis fast in den Tunnel hineingerodelt; Autos fuhren damals so gut wie nie.“
Die erste schriftliche Erwähnung der Emscher fand im 10. Jahrhundert als Embisccara statt. Der Name ist keltischer Herkunft und war vermutlich ursprünglich ein Ethnonym. Der erste Namensbestandteil stammt wohl von der keltischen Wurzel ambi- mit der Bedeutung ‚um, herum‘. Der zweite Bestandteil war vielleicht der ursprüngliche Flussname, also etwa *Skaria oder *Iskara. Demzufolge wäre der Name mit ‚die um die Skaria/Iskara Wohnenden‘ zu übersetzen.
Die Emscher ist ein armer Fluss,
die wie kein anderer leiden muß
Die Emscher
Am Hellweg wo sie hell entspringt,
ahnt sie noch nicht was man ihr singt…
Im Emscherquellhof kehrte ich ein und aß leckere Waffeln. Empfehlenswert!
Das war eine gute und nötige Grundlage, weil ich mich am Abend mit meiner Großcousine ins Nachtleben Unnas stürzte, bis man uns weit nach Mitternacht – als die letzen Gäste – aus der Bar komplimentierte, so dass ich heute am Morgen, als ich zum Geburtstagsbrunch meiner Urgroßcousine eintraf, ein wenig schlapp war.
Burg Altena und mehr
Gestern besichtigte ich die Burg Altena. Der Eintritt war frei, weil keine Eintrittskarten mehr da waren. Gutes Timing. #schland #deutschland #infrastrukturapokalypse
Ich bekam interessante Anregungen, wie mit dem Antisemitenpack, das hier erwähnt wurde, zu verfahren sei, was aber den Gebräuchen der Neuezeit krass widerspräche.
Ich muss darüber ein eigenes Feudalismus-Addendum anfertigen, was alsbald geschehen wird.
Der Arbeiterklasse im Sauerland geht es derweilen an den Kragen, in der Stahlbranche, in der Autobranche, in der Papierbranche. So isser, der Kapitalismus.
Unter Speläologen im Suderlande
Gestern machte ich eine Klassenfahrt einen Halbtagesausflug zur Dechenhöhle [aka Deutsches Höhlenmuseum Iserlohn], eine Tropfsteinhöhle im Sauerland (überregional bekannt durch seine Flussnamen).
Ich war mehrfach motiviert: a) Als Kind war ich schon einmal da, konnte mich aber ums Verrecken an nichts mehr erinnern, b) habe ich so etwas und Ähnliches schon in Secondlife gebaut und c) war das Sauerland in meiner Kindheit eines der beiden möglichen Urlaubsgebiete (neben der Nordsee).
In Wahrheit besteht die Dechenhöhle aus mehr als 60 Höhlen, die auch noch nicht aller restlos erforscht sind. „Für Besucher ausgebaut sind 400 von 902 Metern der Höhle“ mit insgesamt rund 17 Kilometern Ganglänge. „Zu den Bewohnern der Höhle zählen die Große Höhlenspinne (Meta menardi) und Fledermäuse.“
Hätten Sie’s gewusst? Die Höhlenforschung gliedert sich in die Hauptbereiche Speläotopographie, Speläogenese und Speläobiologie.
Ich war schon mehrfach unter erschwerten Bedingungen „unter Tage“, wie man im Ruhrpott sagt, in Silberminen Boliviens, oder in unterirdischen Pyramidengängen in Mexiko, wo es mir schummrig wurde. In Deutschland ist alles bestens gesichert und man ist froh, dass keine Helmpflicht besteht, obwohl ein Führer natürlich unabdingbar ist.
Man kann aus finanziellen, kulturellen und touristischen Gründen in solchen Höhlen allerlei Tamtam veranstalten, Lesungen, Musik und Gespenstisches. Das finde ich eher uninteressant. Ich wollte wissen, was man da gefunden hat und wie alt das ist und seit wann da Menschen hausten oder auch nicht, weil es zu dunkel und unheimlich war.
Auf dem obigen Foto sieht man in der großen Versionen einen Pfeil, der auf einen Knochen zeigt. Die Höhlen, „die durch die Lösung von Kalkstein durch leicht saures Wasser (Kohlensäureverwitterung) über sehr lange Zeiträume hinweg entstanden sind“, sind zwischen 1,5 und einer Million Jahre alt. Die Tropfsteine (Stalaktiten und Stalagmiten) selbst wachsen extrem langsam – im Durchschnitt etwa 1 mm in 100 Jahren, sind also auch uralt. An einigen Orten, wie auch hier, wurden Knochen von Höhlenbären (Ursus spelaeus) gefunden, sogar die eines Wollnashorns, und die geologischen Schichten der Fundorte waren zwischen 120.000 und 150.000 Jahre alt. Wollmammuts und Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea, alle ausgestorben) liefen da auch herum.
Bonus: Der Neandertaler hat diese Tierchen gesehen und vermutlich auch gefagt, aber ist nicht durch Löcher in die Karst- bzw. Tropfsteinhöhlen gefallen – man hat keine Menschenknochen gefunden. Werkzeuge und Tierknochen mit Spuren menschlicher Nutzung aus der Zeit des Neandertalers wurden sehr wohl entdeckt.
Der Mensch ist versucht, dem, was er nicht versteht oder was Menschlichem nicht ähnelt, Namen zu geben, die aber natürlich sinnlos sind. Das rot Beleuchtete ist ein „Höllenloch“. Man muss natürlich an die Existenz einer Hölle glauben, um das irgendwie unheimlich zu finden. Drastischer wäre ein unbeleuchtetes Skelett eines verunglückten Höhlenforschers, um Nachahner abzuhalten. Aber das schickt sich nicht.
Ich war von einigen – zum Glück – wenigen Rentnern umrahmt, die sich aber ordentlich benahmen und auch angenehmere Gesellschaft waren als große kreischende Kindergruppen im Berlin Naturkundemuseum, samt des oft überforderten pädagogischen Begleitpersonals, insbesondere, wenn es Hidschab trägt.
Unaer Guide führte uns auch vor, wie man durch Klopfen an die Stalaktiten [Eselsbrücke, nicht jugendfrei: Die Mi(e)ten steigen und die Tit(t)en hängen] eine ganz ordentliche Melodie erzeugt. Wir durften das aber nicht versuchen.
Interessant wurde es auch im angeschlossenen Museum, wo man die Überreste einer Fälscherwerkstatt bewundern kann, die in einer der Höhlen versteckt war.
Bei den übergroßen Plastik-Dinos und dem Modell eines Höhlenlöwens war ich weniger begeistert. Da bin ich vom Naturkundemuseum, wo ich oft arbeite, verwöhnt. Alles unterhalb vom Tyrannosaurus ist Pipifax. Und der Höhlenlöwe sieht aus wie ein trauriges Kuscheltier aus dem Hause Steiff. Da hätte man besser die Berliner Taxidermisten rangelassen.
Trotzdem war es alles in allem ein interessanter Trip, den ich mit einem Selfie samt Dame an der Bushaltestelle beende.
The army of anti-Semites
Zu dem Thema muss man nichts mehr sagen. Ekelhaft. Aber zu einem anderen aktuellen schreibt Elisaveta Blumina auf Fratzenbuch:
„30-year-old Elias Rodriguez, who killed two Israeli embassy staff near the Jewish Museum in Washington, was not an Islamic fanatic or an ISIS militant. He was a Marxist-Leninist and an anti-Semite. Rodriguez was a member of PSL Chicago – the Chicago branch of the Party for Socialism and Liberation, a group uniting fighters “for all that is good against all that is bad.”
According to the official PSL website, the party, founded in 2024, “adheres to Marxist-Leninist ideology” and advocates for the replacement of capitalism with socialism, where “power and resources are under the control of the working class.” Today’s proletarians declare themselves [tun sie gar nicht] defenders of women’s rights, immigrants, LGBTQ+ people, and the vanguard in the fight against racism, police violence, colonialism, and imperialism. Among the issues PSL particularly focuses on are workers’ rights, international solidarity, the liberation of the oppressed, and even the expansion of reproductive rights for the working people.
The party sees groups like Hamas, Hezbollah, and others as ideologically close, believing they are engaged in a struggle against Zionism, which they regard as an integral part of imperialism.
PSL takes one of the harshest anti-Zionist and pro-Palestinian stances among far-left movements.
The party’s main points regarding the Palestinian issue:
• The dismantling of Israel as a Zionist state
• The creation of a unified secular state on the entire historical territory of Palestine
• The view of Israel as a colonial and racist entity, established by imperialism led by the U.S. and the U.K.
• Support for resistance, including armed resistance
After October 7, 2023, the party stated that the events were the “result of 75 years of colonial occupation.”
It is already known that Elias Rodriguez fired 15 bullets at Israeli embassy staff, then entered the Jewish Museum, where he asked someone to call the police. People, thinking he was a victim of a terrorist attack, tried to help him. When the police arrived, Rodriguez pulled a keffiyeh (Arab scarf) from his pocket and began shouting “Free Palestine!” and also: Intifada! Revolution!” The calculation was correct. The video has already gone viral on social media. The army of anti-Semites has a new hero—and a role model…“
Auch die ultrastalinistischen Sekten und andere Pseudo-Linken hierzulande sind antisemitisch bis auf die morschen Knochen – wie zum Beispiel die MLPD, auch wenn letztere sich pro forma von der Hamas distanziert.
Bei mir kocht bei dieser Mischpoke immer eine Kombination der Wörter „Gaza“, „Flug“, „durchlöcherter Fallschirm“ hoch. So viel Gewaltfantasie gönn‘ ich mir.
Was fehlt, was ist neu, unter Mundabwischenden und Lünschermannsweg
Es begab sich aber, dass ich wieder auf der Reichsstrasse 1, zu meinen Lebzeiten also known as Bundesstrasse 1, zur Zeit des Frühfeudalismus als Hellweg, noch früher als via regia, nach Westen radelte. Def gut ausgebaute Radweg ist dem Publikum schon spätestens sei dem letzten Jahr bekannt. Was jetzt folgt, auch. (Wer sich beginnt zu langweilen, sollte sich testen statt hier herumzulesen – mein Ergebnis ist 44. Oder amüsiert euch über das Gejammere der Medien.)
Was mir in Berlin fehlt, sind die Aussichten über sanfte, begrünte Hügel, mit vielen Bäumen und einer abwechslungsreichen Mixtur aus Feldern, Wiesen und Wäldern. Leut Google war ich auf der Chaussee (so haben wir den Hellweg als Kinder genannt) – der Verlängerung der Provinzialstrasse, aber mein Foto ist natürlich besser.
Und nun zu uns, Holzwickede! Warum ist der westliche Radweg der Nordstrasse eigentlich gesperrt, obwohl da nichts kaputt zu sein scheint? Oder ist nur die Berliner Seuche, überall rot-weiße Plastikabsperrgitter hinzupflanzen, obwohl dahinter nie die schuftende Bauarbeiterklasse zu sehen ist, in den Ruhrpott geschwappt?
Lustig: Die Neuapostolische Kirche, in der ich als Kind mindestens fünf Mal in der Woche war und die mangels Verehrer höherer Wesen dieser speziellen Sorte schon vor einigen Jahren aufgegeben wurde, gehört jetzt den Buddhisten. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas in Holzwickede gibt. Es würde mich schon interessieren, ob die vorher eine Art Exorzismus betrieben haben, um die christlichen Geister zu vertreiben. (Eine Frage ans Ordnungsamt: Wieso dürfen Buddhisten elektische Leitungen wie Lichterketten außen an den Mauern aufhängen, sodass einem als Hobby-Elektriker die Haare zu Berge stehen?)
Vor meinem Geburtshaus machte ich wie gewohnt eine kleine Pause, war aber leicht indigniert, da mir die paternalistische Attitüde, jeden Furz normgerecht vorschreiben zu wollen, nicht behagt: Atmen sie regelmäßig, vergessen sie nicht zu kacken, und wischen sie sich mit der Serviette neben ihrem Kuchen nicht den Arsch, sondern Mund ab! Eine Serviette gibt mir keine Anweisungen, was ich zu tun habe!
Falls ich nicht mehr wüsste, wann ich geboren bin, könnte ich im Rathaus Holzwickede fragen. Im Kirchenbuch der Evangelischen Kirche ist noch mein Vater verzeichnet, obwohl der noch als Kind zwangsweise in die Sekte wechselte.
Die ortskundigen Leser warten selbstredend voller Spannung auf den Lünschermannsweg (bei Google komme ich jetzt an dritter Stelle) bzw. die Quellenstrasse. Ich war natürlich ausgerüstet für das obligatorische Selfie.
Ich zitiere mich selbst (13.05.2024): Wieso fotografiere ich eigentlich immer dasselbe Motiv – wie hier (Oktober 2017), hier (Juli 2012) und hier (März 2012) und hier (November 2011) und hier (Juli 2011)?
Ich hätte da noch eine Frage an die hier mitlesenden Landwirte und andere Bauern. Was wurde da gepflanzt? Kartoffeln sind es nicht, Mais ist es auch nicht. Vielleicht Hafer?
Außerdem verstehe ich nicht, wie man mit einem Pflug so gerade Furchen ziehen kann, als hätte jemand mit einem kilometerlangen Lineal danebengestanden?! Oder ist das schon künstliche Agrarintelligenz?
Den Hixterwald mit den Rinnsalen, die ein paar hundert Meter weiter unten die Emscherquelle bilden, kennt hier mittlerweile jeder. Auch hier wiederholen wir gemeinsam: Wir reden über das Siepensystem des Selbachs (Link korrigiert).
Ich kann mich noch daran erinnern, dass mein Opa bei den Spaziergängen mit mir im Hixterwald erzählte, die großen Löcher, die man überall sieht (vgl. Foto in der Mitte), seien Bombenkrater. Das war natürlich Unfug. Er wusste es nicht besser. Aber ChatGPT weiß es:
Ja, im Ruhrgebiet gibt es einen speziellen Begriff für solche Löcher oder Krater in Wäldern, die durch den frühen, meist oberflächennahen Abbau von Kohle entstanden sind:
Eine Pinge (Plural: Pingen) ist ein trichterförmiger, meist abgesackter oder eingestürzter Bereich des Bodens, der durch alten Bergbau verursacht wurde – oft durch sogenannten „Pingenbau“ oder durch Einsturz alter Stollen. Im Ruhrgebiet und anderen Bergbauregionen Deutschlands finden sich solche Pingen häufig in Wäldern, an Böschungen oder auf Brachflächen, wo im 18. oder 19. Jahrhundert Kohleflöze nahe der Erdoberfläche durch kleinen Schachtbau oder Handarbeit abgebaut wurden.
Merkmale von Pingen: oft muldenförmig oder trichterartig, heute meist bewachsen, wirken wie kleine Senken oder Kuhlen, manchmal in Reihen oder Gruppen auftretend.
Umgangssprachlich werden sie in manchen Gegenden auch „Kuhlen“, „Schlote“ oder einfach „alte Schächte“ genannt, aber „Pinge“ ist der korrekte fachliche Begriff. Wenn du z. B. durch einen Wald bei Essen, Bochum oder Dortmund [der Hixterwald liegt größtenteils in Dortmund-Sölderholz] gehst und solche Kuhlen siehst, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Pingen des Altbergbaus. Viele dieser Stellen sind heute als bergbauliche Relikte unter Schutz gestellt oder mit Warnschildern versehen, da sie nach wie vor absacken können.
Ich wollte natürlich mein komplettes Pflichtprogramm abspulen und radelte noch zum Kellerkopf. Das Kriegerdenkmal ließ ich aus und genoss stattdessen wieder die Aussicht ins Tal der Ruhr.
Ich wollte das alles schon gestern posten, aber ich befleißigte mich nach meiner Rückkehr im Don Camillo zusammen mit meinem Schuldfreund Harald, mit dem ich die meisten politischen Ansichten teile, der Todsünde der Völlerei und Trinkerei. Die Speisen waren wie immer großartig lecker. Ich habe so viel Geld verballert wie manche Leute am Tag verdienen. Das musste mal gesagt werden, weil ich zwar arm, aber (noch) privilegiert bin.
ChatGPT: Mögliche legale Tätigkeiten mit etwa 60 € Tagesverdienst:
🧹 Mini-Jobs / Geringfügige Beschäftigung
Reinigungskräfte (Teilzeit, z. B. 4–5 Stunden am Tag)
Zeitungsausträger
Küchenhilfen / Spülkräfte
Lagerhelfer oder Kommissionierer (z. B. 4 Stunden pro Tag)
Verkäufer/in auf 450-€-Basis (bzw. 538 € seit 2024)
Wisst ihr Bescheid.
Venus de‘ Medici
Ich darf das nackte Weiber liebende kulturaffine Publikum auf eine Vorfall hinweisen, bei dem ich ursprünglich annahm, es handele sich um Satire. Die bürgerliche Presse berichtet: „Die „Venus Medici“ ist ein Klassiker, das Original der Statue steht in den Uffizien in Florenz. Für Berliner Verhältnisse jedoch ist das Kunstwerk offenbar zu anstößig: Nach einem Hinweis der Gleichstellungsbeauftragten wurde die Bronzestatue aus einem Bundesamt entfernt.“
RA Steinheifel twittert (wie heißt das jetzt: Xtet?): „Wie wäre es, wenn man stattdessen die Skulptur zurückbringt und die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen entlässt und ihr Amt komplett auflöst?“
Der Skandel ist doch nicht, dass eine Beauftragte für Prüderie, Bilderstürmerei und vermutlich auch Gendersprache dummes Zeug von sich gibt, sondern dass sofort nachgegeben wird. Was sind denn das für unterwürfige und opportunistische Hampelmänner da im „Bundesamtfür zentrale Dienste und offene Vermögensfragen“ (aka Bundesausgleichsamt)? Oder sind die alle dort zum islam übergetreten?
Let the Process Begin
Wird aber nicht funktionieren.
„Ukraine will never withdraw troops from its territory and will not give in to Russia’s ultimatums — Zelensky“ schreiben russische Qualitätsmedien.
Charming little ruhrpöttische Town, noch mal revisited
Urlaub heißt: Man fährt irgendwo hin oder auch nicht. Ich wählte die erste Option, nach dem Motto „Charming little ruhrpöttische Town, noch mal revisited“. Ein Woche chillen, obwohl ich mir ein straffes Programm vorgenommen habe, vom dem ich noch etwas weglassen muss.
Übrigens, Deutsche Bahn: Ihr wisst schon, dass japanische Lokführer bei einer Minute Verspätung Harakiri begehen oder sich zumindest so tief entschuldigend vor den Fahrgästen verneigen, dass ihre Zunge den blitzsauberen Bahnhofsfußboden berühren? „The great inconvenience we placed upon our customers was truly inexcusable“ – soll ich euch das übersetzen?
Ich musste zum Glück nur einmal in eine Regionalbahn umsteigen, die alle naselang fährt und auch pünklich ist. Zum Ausgleich macht der Lokführer – und nicht irgendeine KI! – in verständlichem Deutsch informative und höfliche Ansagen. Das Internet war wie gewohnt auf Akustikkoppler-Niveau, so dass ich es irgendwann ausschaltete zugunsten mobiler Daten. Einige Klos waren gesperrt, und die Bordküche hatte keine warmen Speisen. Aber wir sind ja auch nicht im volkschinesischen Eisenbahn-Kommunismus.
Dortmund war schon immer keine architektonische Perle, aber jetzt kommen zur Verhässlichung nochj Hidschabs dazu. Muss ich nicht haben. Das Logo der Union-Brauerei überragt immer noch die Hausdächer und erinnert an Zechen, Schlote, Kneipen, Bier und Korn wie die legendären Plaste und Elaste aus Schkopau an den real gar nicht existierenden Sozialismus.
Ich habe auch das obligatorische Selfie mit der Marktcam gemacht und mich ortsüblich verpflegt.
Morgen bin ich mit dem Elektroradl hier und dort.










































































































