Zur Lage und Frontberichte
Innere Front
– In der bürgerlichen Presse aka Qualitätsmedien lese ich: „“Ein interner Lagebericht der deutschen Botschaft in Pakistan wirft laut einem Bericht des „Spiegel“ privaten Hilfsorganisationen und dem Auswärtigen Amt gravierende Versäumnisse bei der Umsetzung der Aufnahmeprogramme für gefährdete Afghanen vor. Demnach sollen NGOs Geflüchteten [sic] gefälschte oder an das Verfahren angepasste Dokumente besorgt und diese sogar zu Falschangaben im Visumverfahren ermutigt haben.
Das Auswärtige Amt habe laut internen Mails auf eine möglichst großzügige Visapraxis gedrängt. Identitäten konnten häufig nicht eindeutig geklärt werden, Sicherheitsbedenken wurden offenbar oft ignoriert. In der Folge sollen nach Recherchen des „Spiegel“ mutmaßlich Tausende Afghanen mit fragwürdigen Fluchtgeschichten nach Deutschland eingereist sein – darunter auch Islamisten oder Personen mit Verbindungen zu den Taliban.“
Jetzt habe ich glatt vergessen, wer damals im Auswärtigen Amt verantwortlich war…
Intellektuelle Front
In a near-future university, lecture halls are filled with students hunched over glowing screens. The library, once a sanctuary of quiet pages and focused minds, has become a forgotten relic, its doors permanently closed. The shelves gather dust; the books lie untouched. These students were raised on snippets—short videos, bite-sized posts, and instant summaries. When assigned a novel or a research monograph, many feel a deep sense of frustration, even panic. “It’s too long,” they complain. “Can’t I just watch a summary?” Concentration wanes after a few paragraphs. Paragraphs become walls, and pages, mountains. Professors struggle. They assign readings, but few complete them. Discussions grow shallow, stripped of nuance. The habit of critical reading has eroded, replaced by a craving for speed and simplicity. The idea of sitting for hours with a complex text now feels, to many students, archaic—like using a quill. A literature professor sighs during office hours: “They can analyze TikTok trends but not Shakespeare. They know how to scroll, not how to read.” In an age of information overload, depth has been traded for efficiency, and the book—once a pillar of education—has become a symbol of a past too slow for the present.
– Ebenfalls in der bürgerlichen Presse ein Interview mit Michael Sommer, Geschichtsprofessor an der Uni Oldenburg.
„Sommer: Wir haben eine Art Gaußsche Glockenkurve von Studenten. Es gibt eine Gruppe von 20 bis 25 Prozent, bei der man sagt, die gehören nicht an die Uni. Die gab es aber immer. Dann haben wir nach wie vor eine Spitzengruppe von ebenfalls etwa 20 Prozent, die sind super. Die lesen und machen alles mit. Und dann gibt es eine Mittelgruppe von etwa 60 Prozent, wo man früher gesagt hätte: Ja, die sind vielleicht nicht ‚super‘, aber mit denen kann man eigentlich ganz gut arbeiten. Die kann man ungefähr dahin bringen, wo man sie bei einem akademischen Abschluss haben möchte. (…) Die sind vielfach nicht mehr kompatibel mit den Erwartungen, die man in einer akademischen Institution an Studenten hat. Sie erfüllen zum einen nicht die Eingangsvoraussetzungen, haben aber zum anderen auch nicht das Entwicklungspotenzial, dahin zu kommen, wo man sie haben will. (…) Fakt ist jedenfalls, dass einem Großteil der Studenten bereits das Lesen von, sagen wir mal, mäßig schweren Texten Schwierigkeiten bereitet.“
Die lesen also hier nicht mit. Gelobt und gepriesen sei die Vorsehung und mein Alter, dass ich nicht mehr an einer Uni mit Studenten zu tun haben.
Front im Nahen Osten
Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) lässt Huseyin Özoguz (schon klar, @actuarium auf TikTok) mit antisemitischer Hetze zu Wort kommen. Überschrift: „Gruppen ultranationalistischer israelischer Juden sind am Montag durch muslimische Viertel in Ostjerusalem gezogen. Dabei skandierten sie „Tod den Arabern!“ und „Verdammt seien die Palästinenser!“
„82 Prozent der Befragten unterstützten die gewaltsame Deportation der Bewohners des Gazastreifens. Zudem unterstützten 56 Prozent die Deportation arabischer Staatsbürger Israels.“
Ach. Ach was. Und wie viele Araber in Palästina unterstützen den Terror gegen Juden und wollen den Staat Israel von der Landkarte tilgen? Und Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und mitnichten die Hauptstadt eines nicht real existierenden Staates „Palästina“. Vielleicht sollte jemand das dem Huseyin Özoguz oder den Russen mal erklären.
Bonus: [Irgendein deutscher Politiker, bitte selbst ausfüllen] kritisiert Israels Vorgehen im Gazastreifen. „Deutsch bleibt Deutsch, da helfen keine Pillen.“
Ostfront
„Germany has announced to rearm for the third time in it’s modern history.“
Dazu altbekanntes deutsches Liedgut:
Nun brausen nach Osten die Heere
Ins russische Land hinein.
Kameraden, nun an die Gewehre!
Der Sieg wird unser sein!
Kommentare
9 Kommentare zu “Zur Lage und Frontberichte”
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Also nix neues.
Wachsende Leseinkompetenz ist bekannt.
Wird dem Internet attributiert. Aufmerksamkeit ist
die neue Währung. Profit untergräbt seine Quelle.
Ein paar werden reich, die Masse verarmt.
Früher war Politik nicht so blöde das zu fördern.
Ein Übel wird nicht dadurch weniger daß man auf ein anderes Übel verweist.
Es mag die Gerechtigkeitswaage ausgleichen, aber auf niedrigerem Niveau. Race to the bottom.
In der Spieletheorie gibts das Gefangenendilemma.
Frieden wird nicht erzwungen durch Aufmandeln (was der Gegner als Bedrohung interpretiert),
sondern durch Vertrauen herstellen.
Reflexe sind nicht reflektiert.
Abitur für alle, dass bringt solche Student hervor.
1982, also in den Kohl-Jahren.
Aufgabe E-Technik, gedämpfte Schwingung.
Studi sagt geht nicht weil Wurzel aus Negativ vaboten.
Nix Kenne https://de.wikipedia.org/wiki/Komplexe_Zahl
1872 brauchte das Kapital noch ein schlaues Volk, jetzt zu teuer. Die Verblödung ist Absicht, nicht Dummheit.
Das Kapital will es, die Regierung führt nur aus.
Der Schauspieler spielt nur den Text.
Wie will man mit jmd argumentieren der die Welt völlig anders buchstabiert? Erscheinung für Wesen hält?
Galilei hatte es leicht.
Er hatte Messungen, die Kirche nur Glaube an Epizyklen.
https://www.youtube.com/watch?v=rsL6mKxtOlQ#_3:12_Carlin
https://www.youtube.com/watch?v=RqESHNvmP20#27:42
@blu_frisbee
Ergibt das was du schreibst wenigstens für dich Sinn?
Die Fiktion „Volk“ ist Mittel statt Zweck.
Der Staat ist nicht für Dich da.
https://www.loc.gov/pictures/item/2017649700/
Die Heere müssen nicht ins russische Land hinein, die Russen kommen zu uns, früher oder später (vorher kommen sie nach Estland und Litauen).
Und keiner von Putins Tschetschenen wird die Putinversteher von AfD oder BSW verschonen.
Burks, wie immer vergißt Du die „Sozialistische Front“ oder die „Kommunistische Front“. Ja, ich verstehe das. Du willst nicht auffallen. Also:
Sozialforscher Andreas Herteux Auf einmal erlebt links-sozialistisches Denken bei uns ein beachtliches Comeback
Geht das ohne Bildung, ich meine links-sozialistisches Denken?
Wer aus der GenZ liest heute Marx, Engels, Lenin u.a.m.?
Oder reicht es heute völlig aus die einschlägigen Wikipedia-Artikel zu lesen, um links-sozialistisches Denken zu verwirklichen?
Warum erkennen die das vom FOCUS und nicht Burks?
Und rechts-sozialistisches, was ist mit denen?
Ich verstehe das alles nicht.
… und noch was aus der Gerichtsfront:
Wenn schon das Fragen nach Verboten verboten ist
Die *** stammen von mir – zur Sicherheit. :)
Die Einfügungen in () stammen ebenfalls von mir.
Jetzt noch was von der Glückseligmachfront:
Merz und Selenskyj schmieden neue Waffen-Allianz
Dazu paßt auch das die Schweiz uns 71 Leopard A1 verkauft. Die wurden in den Jahren 1978 bis 1982 gebaut und dürfen nicht an die Ukraine geliefert werden. Zur Zeit stehen die Panzer in Italien.