Sudo Festplatten [Update]

festplatten
Make a symbolic image of three computer hard drives with the Linux operating system –s 750

Ich muss den hier mitlesenden EDV-Opas und den kommandozeilenaffinen DFÜ-Omas etwas beichten. Es ist mir peinlich. Ich hatte mir vor sechs Jahren den Tuxedo-Gamer-PC mit Ubuntu zugelegt (vor dem ich gerade sitze und schreibe). Dunkel erinnerte ich mich, dass ich damals drei Festplatten orderte. Bei sowas ist man als Laie natürlich vorsichtig: Ich habe schon einmal, noch mit Debian, vor rund zwei Jahrzehnten alle meine Daten gelöscht, weil ich eine virtuelle nicht von einer physisch real existierenden Festplatte unterscheiden konnte. Ich hatte nur ein Backup auf der virtuellen, und das war natürlich weg, als ich die Harddisk formatierte.

Ich war mir irgendwann nicht mehr sicher: Habe ich nun zwei oder drei? Und wie heißen und und wo tauchen die wie auf? Ich sah die anderen beiden nur mit Nautilus als sudo-Admin und benutzte sie schlicht als Backup.

Aber einem nicht existierenden höheren Wesen sei Dank gibt es ja jetzt ChatGPT.

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Zu meiner Entschuldigung sei angemerkt, dass man das, wenn man kein IT-Admin irgendwo ist, nur alle paar Jahre einmal macht.

Schritt x: Mount-Verzeichnisse erstellen (falls noch nicht vorhanden). Schritt 3: In die Datei /etc/fstab eintragen Bearbeite die Datei mit einem Editor: sudo nano /etc/fstab.

Da musste ich improvisieren, also einen normalen editor als root aufrufen. nano ist nur was für Knäckebrotesser.

Füge am Ende Folgendes hinzu (ersetze UUID=… durch deine tatsächlichen UUIDs und USERNAME durch deinen Benutzernamen): UUID=yyyy-yyyy-yyyy-yyyy-yyyyyyyyyyyy /mnt/datadisk1 ntfs-3g defaults,uid=USERNAME,gid=USERNAME,umask=0022 0 0 .

Schritt x: Optional – Besitz der Verzeichnisse ändern:
sudo chown -R USERNAME:USERNAME /mnt/datadisk1
sudo chown -R USERNAME:USERNAME /mnt/datadisk2 (Ja, man muss seinen Benutzernamen eintragen – mit whoami suchen.)

Wenn du willst, kann ich dir auch bei der konkreten fstab-Zeile helfen, wenn du mir die Ausgabe von lsblk -f oder sudo blkid gibst. Bitte!

Danke für die ausführliche Ausgabe! Du hast:
/dev/sda1 → /datadisk1, UUID: a3a93863-a581-463b-9c32-95145357b9dd
/dev/sdb1 → /datadisk2, UUID: 565b8a28-f5ca-4c20-83d3-fe92e46df964
Dein Systemlaufwerk ist /dev/sdc mit Root-Partition auf /sdc2. Heureka!
Jetzt richten wir ein, dass /datadisk1 und /datadisk2 automatisch beim Start eingebunden werden und dein Benutzer Zugriff hat.

Falls noch nicht vorhanden oder du dir nicht sicher bist: Mountpoints sicherstellen
sudo mkdir -p /datadisk1
sudo mkdir -p /datadisk2

Mounts aktivieren
sudo mount -a

Besitz ggf. setzen (nur einmal nötig) (den eigenen Benutzernamen statt „max“ eintragen)
sudo chown -R max:max /datadisk1
sudo chown -R max:max /datadisk2

Wie du die Systemfestplatte mit Nautilus erkennst: Die Systemfestplatte ist auf / (Root-Verzeichnis) eingebunden. Sie hat keinen eigenen Namen, weil: Sie ist immer eingebunden als Wurzel des Dateisystems. Sie enthält Ordner wie /home, /etc, /usr, /var, usw.. Dein „Persönlicher Ordner“ (/home/deinbenutzer) liegt ebenfalls darauf.

Bonus-Tipp: Label (Namen) für Datenträger setzen
Wenn du möchtest, kannst du der Systemfestplatte einen „sichtbaren“ Namen geben – das ist aber nicht üblich und auch nicht notwendig, da sie ohnehin immer als / eingebunden ist.
Wenn du die Labels für datadisk1 oder datadisk2 ändern willst (damit sie in Nautilus anders erscheinen), sag einfach Bescheid – ich zeige dir gern, wie das geht.

Danke, aber das muss heute nicht sein. Ich hab’s kapiert, dass ich drei Festplatten habe, die jetzt immer und automatisch zu sehen sind. Und ich muss mich noch nicht einmal für die Hilfe bedanken!

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[Update] Wichtig für die Zukunft: Bearbeite Systemdateien niemals per sudo nautilus oder sudo gedit, weil sie oft falsche Zeichencodierungen verwenden (Windows- statt UNIX-Format), sie versteckte Metadaten/Backups erzeugen, die Probleme machen.

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Kommentare

14 Kommentare zu “Sudo Festplatten [Update]”

  1. ... der trittbrettschreiber am Mai 30th, 2025 8:35 p.m.

    In diesem Kontext eine ausnahmsweise einmal nüchterne Frage an die erlauchten und meist erleuchteten Lesemenschen in diesem unabgeschlossenen System Burks:
    Wenn man im Laufe seines Tastatur affinen Daseins drei alte Superlenovos gehortet hat (volle Festplatten, ähnlich wie bei meinem Bentley: voller Aschenbecher…neuse Auto) und feststellt, dass Windows 11 nicht darauf passt, sollte man sich für einen neuen PC entscheiden oder auf alle drei ein für allemal Linux installieren und WIN den moosbedeckten Rücken kehren?
    Macht es vielleicht fitt im Kopf, sich dem Kauderwelsch der Linuxkommandos zu widmen? Nimmt man vielleicht sogar ein paar Kilo ab oder bekommt man eine emanzipierte Libido oder gar ein Mandat?
    Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören…nohx.

  2. bentux am Mai 30th, 2025 8:43 p.m.

    Editor als Chef vom Dienst brauchste normalerweise nich. Gnome kommt mit seinem eigenen Setup Tools daher. So für Partitionen und Dateisysteme kannst Du https://en.wikipedia.org/wiki/Gparted benutzen.
    Mit dem gnome-control-center sollte das zu machen sein. Ubuntu, das Gnome benutzt, sollte mit seinem eigenen Install Geraffel daher kommen. Dazu noch ein bisschen: https://www.gnome.org/ sollte reichen um kein Terminal oder vim anfassen zu müssen.
    Ich weiss nicht welches Gnome, Ubuntu da bei Dir benutzt, aktuell ist GNOME 48irgendwas. https://en.wikipedia.org/wiki/Ubuntu
    Gegenüber der Version 3 hat sich da gut was getan, in Sachen Benutzerfreundlichkeit.

    <8*) Der Aluhut meint, zu viele "sollte" im Text. Ich habe kein Ubuntu. Aber Linux mit Gnome 48.2. Den Gnome Partitionseditor habe Ich selbst auch nicht drauf. Hatte Ich aber einmal benutzt. Ich halte an meinem Terminal fest. Das Grafische Zeugs ist mir zu kompliziert.

  3. jemand am Mai 31st, 2025 7:49 a.m.

    Ich würde in der fstab noch die Option „noauto“ statt defaults setzen. Dann werden die Platten eingebunden aber erst eingehängt wenn du sie im Dateimanager anklickst.

    Dann die Platten noch beim Systemstart via hdparm in den Standby-Modus schicken. Als Backup Laufwerke müssen die ja nicht immer rennen und sich unnötig abnutzen.

  4. Joachim am Mai 31st, 2025 10:19 a.m.

    „Bearbeite Systemdateien niemals per sudo nautilus oder sudo gedit“ Wegen falscher Zeilenkodierung?

    Glaube ich nicht. Genauer: es gibt sudoedit. Und die Zeichenkodierung ist im wahrsten Sinn der Worte eine Einstellungssache.

    man sudoedit? man fstab?

    Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand eine AI shell schreibt – vermutlich werbe- oder datenfinanziert. Einige werden dann wohl in den Wald ziehen und die letzten Bücher auswendig lernen…

  5. nOby am Mai 31st, 2025 12:39 p.m.

    Diese Zeilen sind mit so was ähnlichem wie nano geschrieben. Der Editor nennt sich vim.

    Den Befehl sudo kennt keiner meiner Rechner.

  6. nOby am Mai 31st, 2025 12:42 p.m.

    Ach so. Burk’s Lieblingstool Nautilus habe ich vor 20 Jahren zuletzt im Einsatz. Mit dem mc aka midnight
    commander in Verbindung mit diversen Shellscripten (bash) geht das wesentlich schneller und effizienter. OK, my two cents!

  7. Joachim am Mai 31st, 2025 8:59 p.m.

    Jep, nOby, alles korrekt. Fast, denn (wie du vermutlich weißt) zwischen nano und vi liegen Welten :-)

    Immerhin, der Meister hier verwendet „trotz alle dem“ Linux. Das aber gibt es gar nicht. Linux ist ein Kernel. Er verwendet wohl Gnome unter Linux (Ubuntu?). Und Gnome ist dafür verantwortlich, wenn es ihm nicht leicht gemacht wird, herauszufinden, wieviele Festplatten sein Rechner hat.

    Kurz: Unter Unix hast du die Wahl. Das ist ein erheblicher Vorteil, wenn du die Wahl korrekt treffen kannst. Es ist ein Fluch, wenn du das nicht kannst und eigentlich nur Texte schreiben möchtest. LaTex? Lyx? LibreOffice? Oder gleich Office 0815 (oder wie das heißt)? Quatsch, nimm den Emacs! (Okay, nicht wirklich, obwohl der genau mein Ding ist).

    Leider kann dir da die KI auch nicht helfen. Denn die bietet den Durchschnitt der Meinungen der Lerntexte. In der Regel ist das das ein „Kompromiss“ (mithin das schlechteste aller Welten). Burks, probiere doch vielleicht einmal die KDE (mit einer Life-CD) aus.

    Btw. Burks, wenn du wirklich einmal mit „Linux“ nicht weiter kommen solltest, du darfst mich gerne anschreiben. So könnte ich mal ein wenig zurück geben.

  8. admin am Mai 31st, 2025 9:12 p.m.

    KDE hatte ich schon mal. Jetzt nutze ich Gnome. Eigentlich ist XFCE/mint am angenehmsten, aber: Never change a running system.

  9. ... der trittbrettschreiber am Mai 31st, 2025 9:30 p.m.

    emacs ist die Krönung, TeXnicCenter ist praktisch.
    Wenn beides auf MINT funktioniert, ist dem Autorentum kein Stein im Weg.
    LaTeX ist das beste modularisierbare Tool für große referenzierbare Texte. Wäre also MINT die Wahl?

  10. admin am Mai 31st, 2025 9:33 p.m.

    Ich habe vim https://www.heise.de/download/product/ubuntu-22040 installiert, bin aber noch nicht dazu gekommen, das auszuprobieren.

  11. Joachim am Juni 1st, 2025 8:15 a.m.

    Xfxe-Mint ist doch gar keine so schlechte Wahl. Es steckt auch ein Ubuntu darunter. mintupgrade upgrade? Ich würde vorher dringend zu einem Komplettbackup raten.

  12. bentux am Juni 1st, 2025 8:24 a.m.

    @Admin
    Das einzige was Du über vim wissen solltest: „:q!“ Return oder klick einfach das X rechts oben in deinem Terminal.
    Grafischer vim, viel Spass.
    Emacs (Ctrl-x, Ctrl c).
    Das ist wie mit der DB fahren. Zeitverschwendung.

    Heise? Der ist gut: „sudo dpkg install [Installationsdateiname.deb]“ viel Vergnügen Ich bin raus.

    <8*) Der Aluhut meint: Nett, Ich hole schon mal Popcorn.

  13. Mutant am Juni 2nd, 2025 2:38 p.m.

    Seltsame Diskussion die weit am Thema vorbei geht. Nano ist eigentlich einfach, aber man braucht trotzdem ein zwei eingabefolgen um damit arbeiten zu können. Ich kann aber verstehen, wenn jemand der selten das terminal nutzt damit Schwierigkeiten hat. Ich hab früher auch lieber sudo gedit genutzt, von vim ganz zu schweigen.

    Was mich aber wundert ist, dass der Dateimanager keine eingebauten Laufwerke anzeigen. Das sollte eigentlich auch ohne fstab gehen. Zumindest ist mir noch kein system untergekommen das das nicht gemacht hat.

    Und das gedit Datei Kodierung in die Windows (iso8859) ändert muss an etwas anderen liegen, der kann utf8.

  14. bentux am Juni 2nd, 2025 4:27 p.m.

    Nautilus oder die Dateimanager lassen nur sehen was udev oder systemd-udevd (was sehr nah mit systemd zusammenspielt <8*) abliefert. In den Jahren hat sich da sehr viel an Benutzerfreundlichkeit getan. Da neue Devices, die hotplugable sind auch mit in den Dateimanager aufgenommen werden. Also kein mount vom Root mehr nötig. Mr. User kann so darauf zu greifen, wenn es erlaubt wird. ;-) Leider wenn was schief läuft, kommt häufig keine Meldung, aber über journald oder dmesg (was den journald fragt) kann nachgeschaut werden ob und was da schief geht. Man muss nur wissen wonach man sucht.
    Es bleibt immer noch die Möglichkeit das mounten von Hand oder über fstab zu machen, logisch.
    Auch das abschrauben geht nun sicherer. Beim Auswerfen ist das verhalten gegenüber den ersten Tagen von udev konsistenter. Man bekommt ne Meldung, das der Datenträger synchronisiert ist und abmontiert werden kann.
    Das Grafische Zeugs entwickelt sich ganz gut. Ich hoffe das Xorg so in den nächsten Jahren in die Tonne getreten werden kann. Was Ich befürchte, ist das Wayland ein grösseres und komplizierteres Monster wird als Xorg.
    Auch das die Netzwerktranparents so in die Tonne getreten wurde. Das finde Ich nicht so witzig, weil viele Admin tools es nicht mehr tun. So ein schönes ssh forward über ein paar Rechner nach nem Oracle Frontend geht nun nicht mehr. Musste der exKollege die Windows Version benutzen. Cooler move von Microsoft.

    <8*) Der Aluhut fragt, Popcorn mit Salz oder Zucker?

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