Lügenqualitätsmedien oder: Unter Zurückrudernden

new york times

Richard C. Schneider schrieb in der NZZ: „Israel at risk of losing the propaganda war – In a fragmented media landscape, Israel is finding it hard to sell its version of events in Gaza. Images of suffering and destruction are transforming its global image from that of small threatened state to arrogant aggressor.“

Man wundert sich schon, dass in Deutschland fast unisono auf Israel eingedroschen wird und jede Hemmung fallen gelassen wird. Auch wenn man von ausländischen Medien abschreibt, wird es nicht besser. Jetzt hat es die New York Times aber kräftig erwischt:

The New York Times is facing scrutiny after issuing a quietly placed correction to its widely shared Gaza famine story, one that critics say reached only a fraction of its audience. The editors’ note, published Tuesday, acknowledged that the emaciated toddler featured on the front page of the Times last week suffers from severe preexisting medical conditions unrelated to the war, a fact omitted from the original coverage.

The correction was appended to the online article and posted to the Times’ public relations account on X, which has fewer than 90,000 followers. It did not appear on the Times’ main account, followed by over 55 million users. By then, the image and story had already gone viral and been cited globally as emblematic of famine in Gaza.

new york times

Vermutlich denken die Damen und Herren Antisemiten, man müsse nur mit Dreck schmeißen – irgendwas werde schon hängenbleiben. Man muss die hiesige Springer-Presse loben:

Es gibt viele Aufnahmen, die das Leid der Menschen im Kriegsgebiet Gaza zeigen. Eine wurde besonders berühmt. Sie zeigt ein ausgemergeltes, knochiges Kind in den Armen seiner Mutter. Das Foto schaffte es auf die Titelseiten der renommierten „New York Times“ und der „Washington Post“. Auch CNN, die BBC, der „Guardian“, die „Daily Mail“, die britische „Times“ und viele mehr verbreiteten es weiter. Der „Stern“ druckt ein Foto des Kindes im Heft und bebildert damit seine Titelgeschichte. Die ZEIT titelt dazu: „So sieht Hunger aus“.
Doch nach der weltweiten Veröffentlichung des Fotos kam heraus, dass der Junge vor allem schwer krank ist. Der 18 Monate alte Junge leidet seit seiner Geburt an einer Behinderung, mutmaßlich verursacht durch eine geerbte genetische Erkrankung.

Haben die eigentlich überhaupt nicht recherchiert oder zu wenig oder gleich von der Hamas ab geschrieben? Übrigens wurde der Junge auf dem besagten Foto in Israel behandelt.

Wir haben also „errors, omissions, and poor editorial supervision“ (Fehler, Auslassungen und schlechte redaktionelle Aufsicht). Das gilt für die deutsche Presse um so mehr.

Andererseits hatte die New York Times vor einem Jahr laut Intercept schon geahnt, was kommen würde:

The New York Times instructed journalists covering Israel’s war on the Gaza Strip to restrict the use of the terms “genocide” and “ethnic cleansing” and to “avoid” using the phrase “occupied territory” when describing Palestinian land, according to a copy of an internal memo obtained by The Intercept. The memo also instructs reporters not to use the word Palestine “except in very rare cases” and to steer clear of the term “refugee camps” to describe areas of Gaza historically settled by displaced Palestinians expelled from other parts of Palestine during previous Israeli–Arab wars. The areas are recognized by the United Nations as refugee camps and house hundreds of thousands of registered refugees.

Geholfen hat es wenig. Einer der Leitsätze des Springer-Konzerns ist: „Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel“. Ich kann mich an ein sinngemäßes Statement Hermann L. Gremlizas dazu erinnern, warum der Verleger Axel Springer das eingeführt habe: „Weil er seine Pappenheimer kennt.“

die zeit

Christian Walther, ein ehemaliger Vorsitzender des DJV Berlin, schrieb auf Facebook, die Haaretz sei Israels führende liberale Tageszeitung“. Die Deutschen mögen das Führende, aber in diesem Fall – und in den meisten anderen auch (außer beim Formel 1-Rennen) ist es einfach Blödsinn. Die Haaretz ist so „führend“ wie die Junge Welt hierzulande. Mal sehen, ob die auch eine Richtigstellung drucken?

Haaretz

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Kommentare

8 Kommentare zu “Lügenqualitätsmedien oder: Unter Zurückrudernden”

  1. blu_frisbee am Juli 31st, 2025 3:06 p.m.

    NachTarocken des Verlierers, im moralischen Himmelreich der Shultzuweisung gewonnen zu haben.
    Klar, alle Antisemiten.

    Netanyahu macht keine Fehler.

  2. Crazy Eddie am Juli 31st, 2025 3:10 p.m.

    Gaza ist nur eine Side Show für die NYT. Es geht um Trump, der an Israels Seite steht. Die Linken bestreiten hartnäckig, daß irgendwas funktioniert, seit Trump Präsident ist. Und die NYT lügt ihrer Leserschaft deshalb die Hucke voll. Wirtschaftswachstum 3%, welch ein Fiasko! Alles wird teurer, ganz besonders die Aktien kann sich bald niemand mehr leisten. Zollpolitik völliger Irrsinn, aber alle machen Deals mit Trump, der Dollar steigt wieder, ebenso die Treasuries, und das Handelsdefizit wird sehr wahrscheinlich stark sinken. Und nun will Trump auch noch die Kryptogesetze modernisieren und das Decentralized Financing pushen?
    Pfui bah!

    Gaza ist nur eine Side Show. Interessiert in den USA niemanden, der der Rede wert ist.

  3. Crazy Eddie am Juli 31st, 2025 3:26 p.m.

    Um das noch einmal hervorzuheben:
    ICP (Internet Computer Protocol) ist DAS Leuchtturmprojekt für Web 3.0 und DeFi. Es kann die Abhängigkeit von Big Data wie AWS, Google und Microsoft beenden. ICP ist eine Stiftung in der Schweiz, ICP ist europäisch! Aber ICP hat auch schon eine Niederlassung in Kalifornien.
    BlackRock sagt jetzt schon, alles wird Blockchain, Web 3.0 und DeFi sind die Zukunft.

    Wenn Europa das verpennt und ICP auf Grund günstigerer Bedingungen komplett in die USA emigriert, wäre das eine Katastrophe. Aber Europa ist wahrscheinlich zu bräsig, um das überhaupt zu bemerken.

  4. nOby am Juli 31st, 2025 4:04 p.m.

    Na ja Burks, Hemmungen fallen lassen und so weiter. Dazu braucht niemand sich mit Israel zu beschäftigen.

    blu_frisbee am Juli 31st, 2025 3:06 pm

    Netanyahu macht keine Fehler.

    Staatsanwälte in ’schland auch nicht:

    Ein Urteil das BILD-Zeitung gar nicht paßt.

    Betrug und Steuerhinterziehung: Teil-Freispruch für „Querdenker“-Chef Ballweg

    Gegen 11.30 Uhr begann die Richterin mit der Urteilsverkündung: Ballweg wurde vom Vorwurf des versuchten Betrugs freigesprochen. Wegen zwei Fällen von Steuerhinterziehung und drei Fällen von versuchter Steuerhinterziehung wurde er verwarnt – mit einer Geldstrafe über 3000 Euro auf Bewährung.

    Die „Verurteilung wg. Steuerhinterziehung“ erfolgte mit Verwarnung gem. 59 StGB. Dieses Rechtsprinzip bedeutet, daß Ballweg nicht für schuldig erklärt wird, weil die Schuld gering ist und die Tat nicht besonders schwer wiegt. Das ist keine Teil-Verurteilung.

    Wenn ich das richtig verstehe, dann hat Ballweg in zwei Fällen zusammen um die 150 Euro Steuern nicht abgeführt. Das kann weniger, aber auch mehr gewesen sein. Und dafür saß der äh war der 279 Tage verschwunden? Demnächst könnten sich die Gefängnisse im Zuge unternehmerischer Steuerprüfungen füllen.

    Was ist versuchte Steuerhinterziehung? Soll das bedeuten, wer in Haft keine Steuererklärung abgibt, der macht sich strafbar? Die sog. Steuerhinterziehung kam deshalb zustande, weil Ballweg wegen U-Haft keine Körperschaftssteuererklärung abgeben konnte. OK, ich denke die Staatsanwaltschaft geht in die nächste Runde. Die forderte 3 Jahre und unternahm alles mögliche, um die Richterin wegen Befangenheit abzusetzen.

  5. nOby am Juli 31st, 2025 4:26 p.m.

    P.S.:

    Es geht um 19,53 €uro hinterzogene Vorsteuer und nicht um 150 €uro, wie ich geschätzt hatte.

  6. Godwin am Juli 31st, 2025 6:01 p.m.

    Chomsky behält also recht – auch in der NYT wird vorgegeben, was geschrieben werden darf und was nicht.

    und Burks regt sich nicht auf, weil die Pressefreiheit damit unterwandert wird…

    Die Geschichte mit dem Foto.
    ja – mehr als peinlich.
    aber es geht um Auflage.
    Und rührselige Geschichten um leidende Kinder verkaufen sich nun mal besser.
    Es hatte schon seine Gründe, warum Klima-Greta jung UND weiblich sein musste.
    Fakten sind da eher hinderlich.
    Und auch die besten Geschichten existieren in verschiedenen Fassungen.

    Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
    Ein Foto macht noch keine… ja was eigentlich?

    zumal alles nicht neu
    siehe Syrien
    oder andere Beispiele

    übrigens –
    Yasemin Acar wird wegen ihrer Aussagen nicht verurteilt.

    Das Gericht folgt damit einer vernünftigen Linie

    Lediglich die JA und die BLD faseln was von politischer Justiz und das der Richter der Angeklagten seine „Hochachtung“ ausgesprochen hätte…
    auch ziemlich unglaubwürdig

  7. Die Anmerkung am Juli 31st, 2025 7:04 p.m.

    Wadephul in Israel

    Daraufhin fühlt sich der israelische Außenminister veranlaßt, folgende Einschätzung auf das X zu posten:

    „80 Jahre nach dem Holocaust unterstützt Deutschland wieder den Nazismus“

    Der russische Mann sagt genau das Gleiche.

  8. Die Anmerkung am Juli 31st, 2025 7:06 p.m.

    Ich hatte mich vertan. Der gute Mann ist aktuell schon wieder Minister Nationale Sicherheit.
    —–
    Itamar Ben-Gvir (hebräisch אִיתָמָר בֶּן גְּבִיר; geboren am 6. Mai 1976 in Mewasseret Zion) ist ein rechtsextremer,[1][2] religiös-fundamentalistischer[3] israelischer Politiker und Rechtsanwalt. Er ist Vorsitzender der Partei Otzma Yehudit, die als ideologische Nachfolgerin von Kach und Kahane Chai gilt.[4] 2007 wurde er von einem israelischen Gericht wegen rassistischer Aufhetzung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt.[5] Er ist Knesset-Abgeordneter und lebt in einer israelischen Siedlung bei Hebron im besetzten Westjordanland. Von Dezember 2022 bis zu seinem Rücktritt im Januar 2025 war er Minister für die Nationale Sicherheit Israels.[6] Am 19. März 2025 kehrte er in sein Ministeramt ins Kabinett Netanjahu VI zurück.[7]

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