Exegi monumentum
Neulich hatte ich drei (!) Tage hintereinander frei und beschloss, einen davon mit etwas total Sinnlosem zu verplempern, also mit virtueller Kunst virtueller Bautätigkeit auf meiner Sim. Einer meiner virtuellen Mieter hatte ein Haus von mir gemietet (für einen mehr symbolischen Preis im Cent-Bereich); es war ihm jedoch ein wenig zu beengt, weil er im Erdgeschoss eine virtuelle Brauerei installieren wollte. (Hallo, Trittbrettschreiber!) Also musste ich ihm ein neues bauen, das aber dieselben Ausmaße haben, aber höher sein sollte und die Räume irgendwie größer – und auch mehr Fenster haben musste.
Aus Gründen des virtuellen Arbeitsschutzes trägt mein Avatar natürlich einen virtuellen Bauhelm.
Da es virtuell keine Gravitation gibt, kann man hoch über den Wolken bauen, damit man von unten davon nichts mitbekommt. Hier habe ich das ursprüngliche Mesh-Haus zerlegt und über dem Neubau schweben lassen, um die Größe richtig hinzubekommen.
Auf den Screenshots kann man die verschiedenen Bauphasen erkennen. Ein Gebäude (ohne Mesh, sondern Old-School-Prims) setzt sich aus Polygonen zusammen, die man zu komplexen Strukturen verbinden kann. Ein Standard-Polygon (ein Kubus, es gibt acht verschiedenen Standard-Polygone) hat sechs Flächen, die jeweils einzeln mit Texturen (also hochgeladenen Grafiken) unterlegt werden können. Oder auch mit nur einer, die dann auf allen sechs Flächen erscheint wie hier bei den „Mauersteinen“.
Das Problem ist die Feinarbeit. Damit das Ganze realistisch aussieht, muss jede Fläche eines Prims/Polygons gesondert bearbeitet werden, also gedehnt oder verkürzt, damit das Verhältnis stimmt. Das sieht man auf der großen Version des dritten Bildes: Einige „Mauersteine“ sind hoch und schmal (z.B. links neben der oberen Tür), andere das Gegenteil. Die Prims werden für’s Bauen gedehnt oder gestaucht, was die Grafiken mitmachen. Es gibt aber ein Tool des Viewers, nur das Polygon zu strecken, nicht aber die Textur. Anfänger würden kläglich scheitern – selbst nach mehr als zehn Jahren Erfahrung im Gamedesign habe ich noch nicht alle Features des „Bautools“ vollständig verstanden. Um das hinzukriegen, braucht man eine Menge Erfahrung.
Ganz unten das Ergebnis. Das Gebäude hat 46 Prims, und der Mieter ist sehr zufrieden. Ich habe mehrere Stunden für den Bau gebraucht.
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