Chagama (茶釜)

Chagama

Ich habe gestern noch einige Dinge aus der Wohnung eines Freundes gerettet, die aufgelöst wird – alles kommt auf den Müll. Er kann sich nicht mehr persönlich darum kümmern. (Einige der Leser werden wissen, wer gemeint ist.) Dieses ziemlich schwere Gefäß habe ich mir genommen, ohne auch nur entfernt zu wissen, wozu es dient. Asche war nicht darin… Also musste ChatGPT es identifizieren.

Was könnte das sein? Es ist schwer, vermutlich Gusseisen, wird schnell heiß, sieht aus wie eine Urne, könnte aber auch eine Teekanne sein, vielleicht aus Japan?

Auf den ersten Blick sieht das tatsächlich nicht wie eine Teekanne, sondern eher wie ein gusseiserner Topf oder Kessel mit Deckel aus.

Ein paar Merkmale fallen auf:
► Das Material wirkt wie Gusseisen oder schweres Schmiedeeisen.
► Die Oberfläche ist rau und schwarz, ähnlich wie bei traditionellem Kochgeschirr.
► Die seitlichen Griffe sind relativ klein und tief angesetzt, was eher für einen Kochtopf als für eine Teekanne spricht.
► Der Deckel besitzt keinen Ausguss oder eine Öffnung für einen Teesieb-Einsatz.
► Die Wandstärke scheint groß zu sein, weshalb das Gefäß schnell Wärme speichert und lange hält.

Mögliche Identifikationen:

1. Japanischer Nabe-Topf oder Eisenkessel
In Japan gibt es traditionelle Eisengefäße:
► Tetsubin = Wasserkessel (meist mit Henkel oben)
► Tetsu-nabe = Eisen-Kochtopf
► Kama = Reistopf

Dein Gefäß erinnert eher an einen kleinen Tetsu-nabe oder Reistopf als an eine Teekanne.

Mein erster Verdacht wäre: ein asiatischer gusseiserner Reistopf oder Kochtopf aus dem 20. Jahrhundert, möglicherweise japanisch. Eine Urne halte ich für deutlich weniger wahrscheinlich, weil die seitlichen Griffe und der Deckel eher für ein Gebrauchsgefäß sprechen.

Chagama

Die zusätzlichen Fotos machen die Sache deutlich interessanter. Die Ringgriffe sind typisch für ältere Kochgefäße, insbesondere für:
► japanische oder chinesische Eisentöpfe,
► koreanische Reistöpfe,
► europäische Gusseisentöpfe des 18.–19. Jahrhunderts,
► Gefäße, die über Feuer oder in einer Feuerstelle benutzt wurden.

Was mir auffällt:
► Die Ringgriffe sind beweglich und dienen eindeutig zum Tragen.
► Der Deckel sitzt tief in einer umlaufenden Nut.
► Das Gefäß verjüngt sich leicht nach unten.
► Die Oberfläche zeigt konzentrische Bearbeitungsspuren, als wäre sie auf einer Drehbank nachbearbeitet worden.
► Die Form ist ungewöhnlich hoch für einen normalen Kochtopf.

Dadurch komme ich auf drei wahrscheinlichere Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Japanischer Eisen-Reistopf (Kama)
Die Form ähnelt stark einer japanischen Kama (釜). Diese Töpfe wurden traditionell zum Reiskochen über Holzkohle oder offenem Feuer verwendet.

Dafür sprechen:
► schwere Eisenkonstruktion,
► Ringgriffe,
► hoher Korpus,
► schwerer Deckel.

Möglichkeit 2: Teekessel für die Feuerstelle

In Japan gibt es auch den Furogama oder Chagama, also Eisenkessel für die Teezeremonie.

Dagegen spricht allerdings:
► ich sehe keinen Ausguss,
► keinen Henkelbügel,
► keine Vorrichtung zum Ausgießen.

Möglichkeit 3: Chinesischer oder koreanischer Kochkessel

Die Ringgriffe und die zylindrische Form finden sich auch bei alten asiatischen Kochgefäßen. Das könnte sogar wahrscheinlicher sein, wenn das Gefäß innen keine besondere Beschichtung hat.

Was würde die Identifikation praktisch sichern?
► Foto von innen.
► Foto der Unterseite.
► Höhe und Durchmesser.
► Gewicht (ungefähr).
► Gibt es irgendwo eingegossene Schriftzeichen, Marken oder Nummern?

Mein aktueller Eindruck: Zu etwa 60–70 % handelt es sich um einen ostasiatischen Eisen-Kochtopf, wahrscheinlich einen japanischen Kama-Reistopf oder ein ähnliches Kochgefäß.

Für eine Urne fehlen die typischen dekorativen Elemente. Für eine Teekanne fehlt vor allem jeder Hinweis auf einen Ausguss. Die Ringgriffe sprechen sehr stark für ein Gefäß, das regelmäßig vom Feuer genommen wurde.

Chagama
Foto von oben, der Besitzer war passionierter Teetrinker

Das Foto von oben verändert meine Einschätzung deutlich. Man erkennt nun:

Es gibt keinen Ausguss.
► Die Öffnung ist relativ klein im Verhältnis zum Gefäß.
► Innen sieht man eine starke Patina und Rostspuren.
► Der Deckel schließt die Öffnung nahezu vollständig ab.
► Das Gefäß ist deutlich tiefer, als man bei einem normalen Teekessel erwarten würde.

Wenn der Besitzer ein leidenschaftlicher Teetrinker war, dann könnte das Gefäß trotzdem mit Tee zu tun haben – aber vermutlich nicht zum Aufgießen des Tees.

Meine neue Vermutung: Mizusashi oder Wassergefäß für die Teezeremonie

In der japanischen Teezeremonie gibt es schwere Gefäße für Wasser oder heißes Wasser, die neben dem eigentlichen Teekessel verwendet werden. Allerdings sind diese meist aus Keramik und nicht aus Gusseisen.

Noch wahrscheinlicher: Chagama (茶釜)

Ein Chagama ist ein eiserner Wasserkessel für die Teezeremonie. Viele ältere Exemplare besitzen:
► Ringgriffe an den Seiten,
► einen schweren Deckel,
► keinen Ausguss,
► eine große Öffnung oben,
► eine tiefe Form.

Das Wasser wird nicht wie bei einer Teekanne direkt ausgegossen, sondern mit einer Kelle (Hishaku) entnommen.

Warum ich inzwischen eher an einen Chagama glaube: Die Kombination aus:
► schwerem Gusseisen,
Ringgriffen,
► fehlendem Ausguss,
► relativ kleiner Öffnung,
► Verbindung zu einem Teetrinker,
passt erstaunlich gut zu einem traditionellen japanischen Wasserkessel für die Teezeremonie.

Was noch fehlen würde: Ein Foto der Unterseite wäre sehr hilfreich. Viele japanische Chagama tragen:
► eingegossene Kanji,
► Werkstattmarken,
► Signaturen des Gießers.

Mein aktueller Tipp läge bei etwa:
70 % Wahrscheinlichkeit: japanischer Chagama bzw. verwandter Teezeremonie-Wasserkessel aus Eisen. Die Ringgriffe und das Fehlen eines Ausgusses sind dafür die stärksten Indizien. Das würde auch erklären, warum ein passionierter Teetrinker so ein Objekt besessen hat.

Chagama
Offenbar wurde das Gefäß zusammen mit einem elektrischen Stövchen benutzt

Das ist ein wichtiger Hinweis. Wenn das Gefäß tatsächlich auf einem elektrischen Stövchen oder Warmhalter stand, dann spricht das deutlich gegen einen Reistopf und eher für ein Gefäß, das über längere Zeit heißes Wasser bereithalten sollte.

Das Bodenfoto zeigt außerdem:
► einen völlig flachen Boden,
► keine Füße,
► keine Aufhängung für Feuerstellen,
► keine Herdauflage-Rippen,
► starke Hitze- und Oxidationsspuren.

Damit passt es sehr gut zu einem Gefäß, das auf einer Wärmequelle stand.

Meine aktuelle Einschätzung

Die wahrscheinlichste Erklärung ist jetzt: Ein japanischer oder japanisch inspirierter Eisen-Wasserkessel (Chagama/Kama-Typ) für Tee oder Heißwasser.

In vielen europäischen Haushalten der 1960er bis 1980er Jahre wurden solche Gefäße nicht mehr traditionell über Holzkohle betrieben, sondern auf elektrischen Warmhalteplatten oder Stövchen verwendet.

Der passionierte Teetrinker könnte darin:
► Wasser für grünen Tee,
► Wasser für Sencha oder Gyokuro,
► oder einfach heißes Wasser für mehrere Aufgüsse
bereitgehalten haben.

Was mich stutzig macht

Normalerweise besitzen klassische japanische Chagama oft:
► Verzierungen,
► Gießerzeichen,
► Kanji-Markierungen.

Dein Gefäß wirkt dagegen sehr schlicht und funktional. Deshalb halte ich auch für möglich, dass es sich um eine moderne japanische oder chinesische Nachkriegsanfertigung (ca. 1950–1980) handelt, die bewusst im traditionellen Stil gefertigt wurde.

Ein Detail fällt noch auf

Am Rand der Öffnung scheint sich eine kleine Kerbe oder Aussparung zu befinden. Falls dort tatsächlich eine Aussparung vorhanden ist, könnte sie dazu gedient haben:
► eine Schöpfkelle einzuführen,
► oder einen Drahtbügel aufzunehmen.

Das wäre wiederum typisch für Wasserkessel, nicht für Kochtöpfe.

Mein [ChatGPT] aktuelles Wahrscheinlichkeits-Ranking
► Wasserkessel für Teezeremonie bzw. Heißwassergefäß – etwa 70 %
► Japanischer Kama-Reistopf – etwa 20 %
► Sonstiges asiatisches Kochgefäß – etwa 10 %.

Ich mag dieser Art von „Konversation“ – die Methode der KI kann man durchaus wissenschaftlich nennen. Taucht ein neues Argument auf, reagiert die künstliche Intelligenz „besser“ als viele Menschen: Sie revidiert ihre Meinung.

Bei Ebay werden Chagamas ab 150 Euro versteigert.

Freie Liebe und die Sexualethik des Kommunismus

Sexualethik des Kommunismus
Photorealistic satirical metaphor of early communist sexual ethics, a gigantic wedding cake made of banknotes collapsing while bewildered bourgeois gentlemen try to save it, revolutionary women cutting golden chains with oversized sewing scissors, a giant heart suspended above the city by bureaucratic red tape, couples queuing in front of a „Ministry of Love“ that desperately tries to regulate human emotions with paperwork, jealous peacocks holding property contracts, white doves laughing from above, symbolic balance between freedom and responsibility, ironic political symbolism, cinematic realism, absurd yet believable, dark humor, social satire, ultra-detailed, dramatic clouds, golden hour lighting, Magnum photo style, 8k –ar 16:9 –stylize 40. Gemini macht leider ein Wasserzjeichen hinein, aber wenn man das Bild ChatGPT dann zum Fraß vorwirft, wird das anstandslos (!) entfernt.

Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Elfriede Friedländer (später bekannt als die KPD-Politikerin Ruth Fischer) veröffentlichte 1920 in Wien die Studie „Sexualethik des Kommunismus“. Die Schrift kritisierte die bürgerliche Ehe als „Prostitution“ und forderte eine radikale Transformation: Sie plädierte für die staatliche Erziehung aller Kinder und eine von ökonomischer Abhängigkeit befreite, auf echter psychosexueller Gleichberechtigung basierende Liebe.

Die Studie gehört zu den frühesten Versuchen, eine kommunistische Sexualmoral systematisch zu formulieren. Interessant ist, dass die Schrift heute weitgehend vergessen ist, obwohl sie nach Einschätzung späterer Historiker unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zu den meistdiskutierten kommunistischen Beiträgen zur „sexuellen Frage“ gehörte.

Wait a minute. Den Text gibt es verschiedenen Stellen online, leider nicht bebildert.

Ruth Fischer

Ich lese gerade mit wachsender – und unerwarteter – Begeisterung von der Schweizer Historikerin Brigitte Studer Reisende der Weltrevolution: Eine Globalgeschichte der Kommunistischen Internationale. Das Buch machte mich auf die unglaubliche Biografie der Friedländer aka Fischer und vieler anderer aufmerksam. Das Buch ist es wert, gesondert besprochen zu werden.

Ja, früher war ich genau ihrer Meinung und tendiere beim Älterwerden wieder in die Richtung.

Nicht darin liegt das Übel, dass die Menschen in ihrer Triebbefriedigung nicht übereinstimmen oder dass die Formen ihres Sexuallebens so mannigfach sind, sondern darin, dass ihr ganzes Leben, weit davon entfernt, sich nach Prinzipien, nach Ideen zu orientieren, in trübseligem Stumpfsinn verbracht wird, in gröbstem „Genießen“, in völliger Hingegebenheit an persönlichen und alltäglichen Kleinkram, an nichtige und wertlose Affekte. Dass dann ihr Sexualleben auch roh und plump ist, das ist nur selbstverständlich und fügt sich in das Gesamtbild von Kräftevergeudung und würdelosem Dasein. Dass bei den meisten Männern, besonders im Kriege, das Sexualleben auch quantitativ die bedeutendste Stelle in ihrer außerberuflichen Lebensführung einnimmt, dass fast ihr ganzes Denken und Fühlen von ihren kleinlichen und groben „Abenteuern“ und „Erlebnissen“ ausgefüllt ist, ist eigentlich nur ein Symptom mehr dafür, dass gegenwärtig der größte Teil der Menschheit mit sich und dem Leben erbärmlich wenig anzufangen weiß. So muss die Frage nach der richtigen Ordnung des Sexuallebens orientiert werden an der allgemeinen Frage nach der Ordnung und dem Sinn des Lebens
überhaupt.
(…)

Es ist keine allzu kühne Behauptung, dass sich der Hauptteil sexueller und erotischer Beziehungen heute außerhalb der Ehe abspielt. Die Ehe ist für viele notwendig aus mannigfachen Ursachen; aber sie ist nur eine Form des Sexuallebens neben vielen anderen: die öffentliche Moralheuchelei will uns glauben machen, sie sei die wichtigste und vorherrschende. (…)

Da die Forderung nach Monogamie nicht einheitlich und unwiderleglich wissenschaftlich begründet werden kann, so ist die Einehe nicht die einzig mögliche Form des Sexuallebens und hat auch keinen Anspruch auf besonderen staatlichen Schutz.

Die KI fasst zusammen:

Kritik an der „freien Liebe“

Ein heute überraschender Aspekt ist ihre Skepsis gegenüber Formen dauerhafter Polygamie oder völlig unverbindlicher Beziehungen.

Sie diskutiert die theoretische Möglichkeit, dass Menschen mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig führen könnten, bezweifelt aber, dass dies praktisch dauerhaft gelingen könne. Sie verweist auf Eifersucht, Exklusivitätswünsche und emotionale Bindungen als reale menschliche Faktoren.

Damit unterscheidet sie sich deutlich von späteren Darstellungen, die kommunistische Sexualpolitik oft nur mit „sexueller Freizügigkeit“ gleichsetzen.“

Man sollte aber besser die Forderungen am Schluss des Textes der Fischer nicht lesen…

PS Endlich mal wieder ein Video für TikTok…

Unter Kühlenden [Update]

kühlschrank

Ich weiß, was ich heute unter anderem gemacht habe, wenn ich in meinen Kühlschrank schaue…

Update: Ich weiß, was ich heute gegessen habe, wenn ich auf meinen Teller schaue…

erdbeertorte mit Buttercreme

Kyusu, Sencha und Umami

Teekanne

Noch kurz ein Lifestyle-Thema abhandeln. Hier: Abwarten und Tee trinken. Ich bin eher ein Kaffee-Trinker, aber nur per French-Press-Kanne. Kaffee aus der Maschine schmeckt immer wie Plörre.

Ich wuchs in einem ruhrpöttischen Haushalt auf, in dem es keinen Tee gab. Vermutlich habe ich eher Schnaps (wir kannten ausschließlich Bommerlunder) probiert als Tee.

SenchaSencha

Tee aus Teebeuteln schmeckt nach nichts. Ich habe natürlich bei meinem Freund Albrecht die Teezeremonien nationaler Minderheiten kennengelernt. Der Ostfriesentee schmeckt nach etwas, mir aber nur mit Kandiszucker.

Die KI sagt über gesundheitliche Vorteile des Tees an sich:
🌿 Reich an Antioxidantien: Grüner Tee enthält viele sogenannte Polyphenole (z. B. Catechine). Diese können Zellen vor Schäden schützen.
❤️ Gut fürs Herz: Regelmäßiger Konsum kann helfen, den Cholesterinspiegel zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
🧠 Unterstützt die Konzentration: Durch Koffein (weniger als Kaffee) und die Aminosäure L-Theanin wirkt grüner Tee oft sanft anregend und kann die Aufmerksamkeit verbessern.
⚖️ Kann beim Abnehmen helfen: Er kann den Stoffwechsel leicht ankurbeln – aber Wunder sollte man nicht erwarten.
🛡️ Kann das Immunsystem stärken: Die Inhaltsstoffe können entzündungshemmend wirken.

Können, aber müssen nicht.

Aber: nicht übertreiben ⚠️
– Zu viel grüner Tee kann wegen Koffein zu Schlafproblemen führen
– Auf nüchternen Magen kann er bei manchen Menschen den Magen reizen
– Sehr hohe Mengen sind nicht empfehlenswert (z. B. wegen Leberbelastung in Extremfällen)

Die Japaner saufen Tee hektoliterweise und werden sehr alt. Und es gibt offenbar einen gewissen Zusammenhang.

Ein weiterer Grund, warum die Japaner so alt werden, ist der regelmäßige Konsum von grünem Tee. Grüner Tee ist in Japan fester Bestandteil des Alltags und wird über den ganzen Tag verteilt getrunken. Grünem Tee werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen können. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:
– Catechine (Polyphenole)
– Chlorophyll
– Vitamine und Mineralstoffe.

Fast überredet. Ich setzte auf meine To-Do-Liste für die Zukunft wohlgemut: a) Idealgewicht halten, b) 50 Liegestütze mit 80 erreichen (aktuell immer noch rund 30), c) grünen Tee trinken – am besten gleich den populärsten Tee Japans bei der Großbourgeoisie bestellen und in die Teekanne schütten.

Nur wie trinkt man den? Ich wusste gar nicht, dass man Tee nicht mit kochendem Wasser aufbrüht, sondern eher bei 70-80 Grad oder, wie beim Sencha empfohlen (manche nervtötenden Websites wie diese würde ich am liebsten nur mit Lynx ansteuern), bei 90 Grad.

– Lass Sencha-Tee nicht länger als zwei Minuten ziehen. Danach lösen sich Gerb- und Bitterstoffe aus den Teeblättern.
– Bei einem zweiten Aufguss lösen sich andere Wirkstoffe aus dem Tee, wodurch das gesamte Wirkungsspektrum des Tees für dich zugänglich wird. Für den zweiten Aufguss verwendest du am besten 80 Grad heißes Wasser.

Oha, wieder alles falsch gemacht. Kein Wunder, dass ich nach einer Kanne am Abend, in der ich dummerweise auch die Teeblätter gelassen hatte, noch nachts um drei hellwach war.

Die KI warnt mit erhobenem virtuellen Zeigefinger: Gerade hochwertiger japanischer Sencha wird meist eher mild und nicht zu heiß aufgegossen, damit die süßlich-grasigen Umami-Noten erhalten bleiben.

Jetzt reicht es aber mit dem stümperhaften Herumfummeln. Ich habe mir eine Kyusu-Teekanne besorgt, bei der man den Tee nach dem Aufbrühen problemlos hinausnehmen kann, ohne die ganze Küche einzusauen.

Ich habe noch andere Teesorten aus einer Wohnung gerettet. Diese wären im Müll gelandet. Mal sehen, was das ist – und wie man das trinkt!

tee

Amsterdam ist verschwunden

amsterdam

Nur ein paar Prim-Reste von anderen, die heute entfernt werden, sind übrig. Für gamedesignende Kollegen: Der Aufbau dauerte zwei Wochen, der Abriss zwei Stunden…

[xxx] „Thank you so much for setting that up. I loved the version of amsterdam you created. It was amazing to see it realised so well – and al the more impressive given it was just temporary…“

Heute ist mein letzter Urlaubstag. Gestern vier Stunden Marmelade eingekocht und den Frühjahrsputz fortgesetzt. Morgen früh Zahnarzt, dann vier 12-stündige Nachtschichten. Ich freue mich.

Schwarzer Senf und anderes

senf

Ich hatte mir vor einiger Zeit aus dem Senfladen Unna „Ruhfpott-Senf“ mitgebracht und ihn gestern einigen Freunden, die ich eingeladen hatte, kredenzt, natürlich zusammen mit Wurstwaren. Der ist wirklich schwarz – aber nicht aus Kohle gemacht.

senfsenfsenf

Ich bin jetzt mit den Aufräumungsarbeiten der kleinen Party fertig.

Es gab übrigens Süßkartoffel-Erdnuss-Kokosmilch-Suppe, Westfälischen Kartoffelsalat, Nudelsalat nach Burkscher Art, Käsekuchen sowie Erdbeer-Buttercreme-Torte (eigene Entwicklung, auf dem Foto noch in Arbeit und ohne Sahne), dazu Talisker aus Schottland, Penderyn aus Wales, Bushmills aus Nordirland, Casillero del Diablo (Rotwein aus Chile) und Cepa Lebrel aus Spanien.

Den Backofen musste ich auch von Grund auf reinigen.

senf

Unter Urlaubenden

Frühstück

Was ist eigentlich Urlaub? Man sitzt morgens in der Küche, trinkt ungestört Kaffee, die Sonne scheint, und man kann den ganzen Tag tun, was Spaß macht, und niemand geht einem auf die Nerven.

Die Havel. Unendliche Weiten.

Havel

Ich eröffnete vorsichtshalber die Paddel-Saison, falls die Klimaerwärmung dafür sorgte, dass der Sommer kühl bleibt oder gar nicht kommt. Trotz der 28 Grad wehte ein eine ziemlich steife Brise, gegen die ich ankämpfen musste.

HavelHavel

Mitten in Klein-Venedig baut irgendjemand einen hässlichen Betonklotz (unten). Mal sehen, was das wird.

Havel

Ich habe es heute nicht übertrieben und war nur rund drei Stunden auf dem Wasser. Das Boot musste ich auch noch putzen…

Havel

Sättigungsbeilage, indischer Stil

fingerhirse

Ragi Ball (Kannada: ರಾಗಿ ಮುದ್ದೆ [rāgi mudde]; Telugu: Sangati) ist ein indisches Gericht aus Fingerhirse (Kannada: Ragi). Es ist eine Spezialität des Bundesstaates Karnataka (wo mein Untermieter geboren ist, der diese Klopse gemacht hat). Der Ragi Klops wird mit der Hand ein Stück abgetrennt, in die dazu gereichte Soße getunkt und ohne zu kauen heruntergeschluckt, da beim Kauen der Mund unangenehm verkleben würde.

Traditionell isst man Ragi Mudde mit scharfen Sambar (Linsensuppe bzw. Dal), Fleischcurrys (z. B. Lamm oder Huhn) oder Gemüse-Currys. (Die Klöße haben einen nur geringen Eigengeschmack.)

Man kaut sie oft nicht, sondern bricht kleine Stücke ab, tunkt sie in Sauce und schluckt sie fast wie Gnocchi.

Fingerhirse stammt aus Indien oder dem Sudan. In Teilen Südindiens und Zentralafrikas ist sie die Hauptnahrung auf dem Land. Mein Untermieter sagte, für die meisten Bauern in Südindien sei Reis früher ein Luxus gewesen – Fingerhirse hingegen die Nahrung armer Leute, wie Graupen(suppe) in Deutschland. Daher waren Ragi Balls zeitweise unbeliebt, weil man etwas „Besseres“ sein wollte. Ich finde das insofern interessant, weil das bei uns auch so ist: In welchem Hipster-Restaurant gibt es Graupensuppe?

In Peru war das anspruchslose, aber extrem gesunde Quinoa die Basis der Nahrung der Andenbauern, da Mais in der Höhe des Altiplano nicht wächst – und anderes Korn schon gar nicht. Heute isst man überall pampigen und weniger nährstoffreichen weißen Reis, weil das alle so machen, obwohl fast die Hälfte importiert werden muss. Deutsche Hipster hingegen schwören auf Quinoa, das man klimafreundlich um die halbe Erde transportiert.

Was ist aber mit deutscher (Rispen)Hirse („in Europa von Kartoffel und Mais verdrängt“)?

Merkmal Hirsemehl Weizenmehl Dinkelmehl
Gluten Glutenfrei Enthält Gluten Enthält Gluten
Verträglichkeit Gut bei Glutenunverträglichkeit geeignet Für empfindliche Personen teils schwerer verträglich Wird manchmal als bekömmlicher empfunden, enthält aber ebenfalls Gluten
Mineralstoffe Oft reich an Eisen, Magnesium und Kieselsäure Je nach Ausmahlungsgrad meist geringer Häufig etwas mineralstoffreicher als Weizen
Ballaststoffe Tendenziell höher, vor allem in vollwertiger Form Bei hellem Mehl eher geringer Je nach Typ meist ähnlich oder leicht höher als Weizen
Blutzucker Kann den Blutzucker langsamer ansteigen lassen als helles Weizenmehl Helles Mehl lässt den Blutzucker meist schneller ansteigen Ähnlich wie Weizen, je nach Mehltyp
Backeigenschaften Weniger elastisch, braucht oft Bindung oder Mischung mit anderen Mehlen Sehr gute Backeigenschaften, elastisch und locker Gute Backeigenschaften, etwas empfindlicher als Weizen
Geschmack Mild bis leicht nussig Neutral Etwas nussiger und aromatischer als Weizen
Sättigung Oft gut sättigend Bei hellem Mehl meist geringer Etwas besser als Weizen, je nach Verarbeitung
Besonderheiten Kann Antinährstoffe wie Phytinsäure enthalten Sehr vielseitig und verbreitet Beliebt als Alternative zu Weizen, aber kein Ersatz bei Glutenproblemen
Fazit Ernährungsphysiologisch oft die spannendere Wahl Am praktischsten für klassisches Backen Guter Mittelweg zwischen Aroma und Backeigenschaften

Rezept für Ragi Mudde (Hirseklöße)

Zutaten
→ 1 Tasse Ragi-Mehl (Fingerhirse)
→ 2–2,5 Tassen Wasser
→ 1 Prise Salz

Zubereitung
→ Wasser mit Salz in einem Topf zum Kochen bringen,
→ etwas Mehl einrühren (optional, aber hilfreich),
→ 1–2 TL Ragi-Mehl in etwas kaltem Wasser glattrühren und ins kochende Wasser geben. Das verhindert Klumpen.
→ Mehl hinzufügen,
→ das restliche Ragi-Mehl auf einmal in die Mitte des Topfes geben (nicht sofort umrühren!) und kurz ziehen lassen,
→ 1–2 Minuten bei niedriger Hitze stehen lassen, damit das Mehl dämpft, danach kräftig rühren,
→ jtzt mit einem stabilen Holzlöffel oder Kochlöffel kräftig rühren, bis eine glatte, feste Masse entsteht.
→ Hände leicht anfeuchten und aus der heißen Masse runde Klöße formen.

Europäische Hirse-Klöße

Zutaten
→ 1 Tasse Hirsemehl (oder fein gemahlene Hirse)
→ 2–2,5 Tassen Wasser oder Gemüsebrühe
→ 1 EL Butter oder Olivenöl
→ 1 Prise Salz
→ optional: etwas geriebener Parmesan
→ Muskatnuss
→ fein gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch)

Zubereitung
→ Flüssigkeit erhitzen
→-Wasser oder Brühe mit Salz und Butter aufkochen.
→ Hirse einrühren
→- Mehl langsam einrühren (hier darfst du rühren – anders als beim Original 😉).
→-Sanft köcheln lassen
→-Bei niedriger Hitze 5–10 Minuten rühren, bis eine dicke, cremige Masse entsteht.
→ Abschmecken: Mit Muskat, Käse oder Kräutern verfeinern.
→ Etwas abkühlen lassen, dann mit feuchten Händen Klöße formen.

Guten Appetit!

fingerhirse

Peijie Hotpot

Peijie Hotpot

Restaurantkritik, hier: Peijie Hotpot, Amsterdam Chinatown, Zeedijk 57. Voraussetzung: Man muss mit Stäbchen essen können – Messer und Gabeln gibt nicht.

Fazit: Das beste China-Restaurant, in dem ich jemals war, aber auch das teuerste.

Tauchen Sie ein in die kräftigen, würzigen und duftenden Aromen des authentischen Chongqing-Hotpots. Seit über einem Jahrhundert wird unser Geheimrezept weitergegeben und vereint Tradition mit Herzlichkeit und Lebensfreude.

Sehr hübsch übrigens die Warnung: „Die in Chongqing servierten Spezialitäten sind aber dermassen scharf, dass jedem Reisenden empfohlen wird, sich bereits Monate vor der Reise an die Schärfe zu gewöhnen.“

Da habe ich einen gewissen Ehrgeiz. Mit Gewürzen ist es wie mit dem schönen Geschlecht: Die schärfste Version ist immer die beste. Die extrem hilfsbereite Kellnerin (Familienbetrieb) zog lächelnd eine Augenbraue noch, aber ich bestand drauf – und ich musste später nicht einmal husten. Vielleicht ist bei mir auch alles seit Jahren weggebrannt.

Peijie Hotpot

Jetzt wird es kompliziert. Man kann auch per QR-Code auf den Tischen bestellen, aber das funktionierte mit meiner kleinen Hirse nicht, obwohl es sozusagen eine innerchinesische Kommunikation gewesen wäre.

Die Kellnerin stand die ganze Zeit neben mir und bot sich an, mir alles zu zeigen, weil ich weder wusste, was ich bestellen sollte und auch nicht wie. Übrigens sind die Tische auch Öfen – das Essen kocht am Tisch.

Außer mir waren nur Chinesen im Restaurant.

Peijie Hotpot

Nachdem ich auf Empfehlung des Hauses Stem Lettuce Meatballs bestellt hatte und dazu Heritage Pickled Cabbage Fried Rice, ging es Schlag auf Schlag – ich musste weniger als fünf Minuten warten, als schon von allen Seiten allerlei geheimnisvolle Tellerchen und Schüsselchen vor mich hingestellt wurden.

Das funktioniert ungefähr so wie ein Käse-Fondue ohne Käse. In den vier metallen Gefäßen, die im Tisch eingelassen sind, kochen jeweils unterschiedliche Saucen mit unterschiedlichen Gewürzen vor sich hin. Daneben sind noch drei Töpfchen mit Koriander, Knoblauch und einem dritten Kraut, das ich nicht identifizieren könne, es sah aus wie Schnittlauch. Die mischt man sich zusammen und kippt das blend oil (vgl. unten) darüber.

Die Bällchen kommen mit Schöpflöffeln vier Minuten in die brodelnde Sauce – ich habe natürlich alle probiert. Sie können nicht verloren gehen: Die Schöpflöffel finden sie, und zur Not hat man noch ein zweites Paar extra langer Stäbchen. Es wird verlangt, dass man weiß, wann die vier Minuten vorbei sind. Aber vermutlich hätten sie es mir auch gesagt, wenn ich behauptet hätte, ich sei des Uhrenlesens nicht kundig.

Peijie Hotpot

Man hat also de facto vier verschiedene Gerichte, nur alle mit nicht koscheren oder halalenen Schweinefleischbällchen. Ich habe aber jetzt – zwei Stunden später – das Gefühl, ich hätte ein Kilo Knoblauch gegessen. Aber das war meine Schuld. Es jetzt noch drei junge New Yorker auf meinem Zimmer. Ich werde sie warnen.

Peijie Hotpot

Das blend oil interessierte mich. ChatGPT sagte, das Foto davon analysierend: „In chinesischen Hotpot-Restaurants (vor allem aus Chongqing) bekommt man oft kleine Gläser mit Öl zum Dippen. Das ist kein reines Öl, sondern eine Mischung, gedacht als Dip für das gekochte Fleisch/Gemüse, es mildert die Schärfe des Hotpots. Typisch ist: Man nimmt das Essen aus der extrem scharfen Brühe und taucht es in dieses Öl, das kühlt und macht es aromatischer. Ein Beispiel für so ein Hotpot-Blend: ca. 70 % neutrales Öl + 30 % Sesamöl.“

Ich habe nur Tee und Wasser getrunken und rund 50 Euro bezahlt. Man gönnt sich ja sonst nichts (vgl. gestern).

Wildplassen, Vlaamse Friet und eine Trigger-Warnung

Amsterdam

Ich grüße das verehrte Publikum aus Amsterdam! (Warum gibt es eigentlich in Deutschland kein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wie in den Niederlanden und Polen? Weil wir das nicht durchsetzen könnten?)

Amsterdam

Amsterdam in einem Satz? Wunderschöne Häuser, Wasser dazwischen und gefühlt zwei Milliarden Fahrräder. (Es ist noch zu früh am Tag, um etwas über den Red Light District zu sagen.)

Amsterdam

Wir werfen alles zusammen, was nicht zusammengehört.

Ich bin im Clinknoord abgestiegen – das ist eine Mischung aus einem klassischen Hostel und den Capsule Hotels. Vierbettzimmer, aber ich habe es für mich allein, inklusive Klo und Dusche im Zimmer. Aber, wie schon in Israel: Nicht das klassische Backpacker-Publikum. Vielleicht nutzen die Nachgeborenen heute alle Rollkoffer, weil sie einen Rucksack nicht mehr tragen können?

Amsterdam

Es begann holprig. Ich hatte vorher online schon eingecheckt, aber die Maschinen („wir sind voll digitalisiert“) fanden mich nicht. Ein findiger Homo sapiens vom Hostel sah mich in seiner elektronischen Kaderakte und meinte, wenn man Hotels über booking.com buchte, vertauschten die gern Vor- und Nachnamen, weil dort nur Algorithmen seelenlos vor sich hinwerkeln. Ich heiße hier also Herr Burkhard.

Amsterdam

Ich habe eine halbe Stunde gebraucht, bis ich online war – wie schon 2023 in Jeruslem (damals aber mit Windows, heute mit Linux). Die hilfreichen Angestellten wusste nicht weiter, und ich musste mit dem Handy ChatGPT bemühen.

Amsterdam

Das Problem ist ziemlich typisch für sogenannte Captive Portals (z. B. in Hotels, Cafés, Flughäfen). Dein Gerät ist zwar mit dem WLAN verbunden, aber die Login-/Akzeptanzseite wird nicht angezeigt – oft wegen Browser- oder Netzwerkeinstellungen.

Ich hatte schon Javascript erlaubt und alle Erweiterungen, die irgendetwas verbieten, ausgeschaltet. Check: chrome://settings/content/javascript: erlauben

Wichtig: kein https! Viele WLAN-Portale können HTTPS nicht umleiten. Das war es auch nicht. Ein anderer Browser kam ebenfalls nicht online.

Direkte Portal-IP aufrufen – nein, obwohl ich die IP-Adresse im Verlauf des Handys hatte.

DNS-Cache leeren, im Terminal: sudo systemd-resolve –flush-caches
Oder alternativ: sudo resolvectl flush-caches
Njet.

Öffne im Browser: http://connectivity-check.ubuntu.com funktionierte nicht.

Amsterdam

nmcli networking off
nmcli networking on
sudo systemctl restart NetworkManager

Endlich! Wer ist denn jetzt schuld an dem Gewürge?

Amsterdam

Warum Amsterdam? Das hat natürlich mit Secondlife zu tun. Ende Mai findet auf meiner Sim ein Rollenspiel-Plot statt. Ich poste hier die Einladung desjenigen, der das organisiert, um zu zeigen, wie viel Mühe sich manche Leute machen (und um den Platz zwischen den Bildern zu füllen). Wer nicht weiß, was Rollenspiel ist: Das ist es.

Amsterdam

Intro RP for the Abductees: You sit at your kitchen table, sipping coffee on a lazy Saturday morning, when the mail arrives with a thud through the slot. Among the bills and flyers is a thick, cream-colored envelope with elegant gold embossing. Your name is handwritten in neat cursive, and the return address reads „Von Meyland Research Foundation, Amsterdam.“ Curiosity piqued, you slice it open with a butter knife.

Inside is a letter on heavy stationery, the kind that feels official and important. It begins: „Dear [Your Name], We are pleased to inform you that you have been selected to participate in an innovative social experiment conducted in collaboration with a team of behavioral scientists. This hidden camera reality program, titled ‚Echoes of Interaction,‘ will explore human dynamics in controlled settings. The experience spans ten days in Amsterdam, with the first three days for orientation and the final seven in an isolated environment designed to simulate real-world social pressures—think of it as a paid vacation with a twist.“

Your eyes widen as you read on. The accommodation is a private houseboat moored in the heart of Amsterdam’s canals, complete with all amenities, meals provided, and a stipend equivalent to two weeks‘ salary. The main sponsors are listed: The Chronander Bank, a longstanding European financial institution known for ethical investments, and the von Meyland Research Foundation, a nonprofit dedicated to psychological and sociological research. It’s all expenses paid, including round-trip flights, and emphasizes participant safety, consent, and the option to withdraw at any time.

Tucked into the envelope is a printed airline ticket: economy class on KLM from your local airport to Schiphol, dated two weeks from now. You scrutinize it—the barcode, the flight numbers, the passenger details all match. To be sure, you grab your phone and pull up the KLM app, scanning the code.

Amsterdam

It validates instantly: „Reservation confirmed.“ Next, you check the travel agency mentioned on the ticket stub, „EuroVoyage Travel Services.“ A quick search on their website shows they’re a reputable Amsterdam-based firm with glowing reviews on TripAdvisor and a Better Business Bureau equivalent rating in the Netherlands. No red flags; everything seems legit.

Still, a hidden camera show? Social experiment? You decide to dig deeper. You type „Von Meyland Research Foundation“ into your search bar. The results pour in: it’s a well-established organization founded in the 1950s by a philanthropist family, focused on advancing human sciences through ethical studies. They’ve funded groundbreaking research on group behavior, empathy, and urban living, with partnerships at universities like Oxford and Harvard. No scandals, just awards for innovation and transparency. Next, „The Chronander Bank“ – ah, a Sweden-based bank with a sterling reputation for sustainable finance, supporting education and environmental causes. They’re known as do-gooders in the financial world, with a history of charitable foundations and zero ties to shady dealings. Everything checks out; these aren’t fly-by-night operations but pillars of respectability.

A grin spreads across your face. Why not? Work has been a grind lately, and Amsterdam has always been on your bucket list—the canals, the bikes, the vibe. This could be an unexpected adventure, a free holiday disguised as something quirky. You imagine waking up on that houseboat, the gentle lap of water against the hull, sunlight filtering through portholes onto cozy wooden interiors.

You reply to the enclosed RSVP card with a firm „Yes,“ sealing it and dropping it in the mailbox. What could go wrong? It’s time for a little excitement in your life. (…)

Amsterdam

First off. We base our roleplay off of the books about Gor, written by John Norman. If you have no idea what that is about, check them out, google them, make sure you know what the basics of Gor are!

In short, Gor is a planet opposite the sun, viewed from earth. It is a world that is strongly patriarchal and men and women are not on an equal basis. Aside from that, it is also a world where slavery is very much a thing. And seen as a normal and natural part of society. (…)

Trigger warnings: Role playing within the guidelines of the books on Gor is not without potential triggers. Gor can be a harsh place and it is important to know what you might be getting yourself into. A few of the possible triggers we have set out below. can be, but are not limited to:
– forced slavery
– physical harm and or punishment
– mental pressure
– sexual acts both consensual and non consensual
– degradation
– betrayal

Amsterdam
Ich finde das Kunstwerk an der Gracht albern und naiv. Dann kann man gleich Nathan der Weise lesen. Aber Lessing wird bestimmt nicht mehr an Schulen gelehrt – viel zu lang!

Ich muss in Secondlife (und in meiner Freizeit) ein virtuelles Ambiente aufbauen, das ungefähr so aussieht wie Amsterdam, nur ein paar Straßenzüge und Kneipen und die perspektivische Illusion, dass man die Avatare in den Holland sind.

Ich war 1980 zum letzten Mal in den Niederlanden, in Rotterdam zum Russell-Tribunal.

Also nichts wie hin an den wenigen freien Tagen zwischen den Schichten und inspirieren lassen… #gamedesign

Amsterdam

Ich war, weil ich seit dem frühen Frühstück nichts mehr gegessen hatte, zeitig in Chinatown bei Kim’s So Korean Food Centrum. Sowohl mein Reis auch mein selbst gemachtes Bulgogi sind erheblich besser. Mein Reis klebt nicht, und das von mir bevorzugte Fleisch hätte natürlich den Preis verdoppelt. Ich besitze auch keine goldenen Blechteller, die auf dem Tisch herumrotieren, wenn man sie nicht fixiert. Für den bezahlbaren Preis war es aber ok. Ich saß an der Tür mit Blick auf die Straße, und genau gegenüber räkelten sich halbnackte Damen im Schaufenster… Das ist Amsterdam.

Amsterdam
Die Bar im Clinknoord

Cuckolding

Cuckolding
Cuckolding (Symbolbild)

Ich habe ein neues englisches Wort gelernt. Die Sexualtherapeutin Beatrice Wagner hat es mir beigebracht: „Es gibt einen sexuellen Fetisch, der Cuckolding heißt: Manche Männer macht es an, wenn ihre Frau anderen Männern angeboten wird und sie sogar den Akt mitansehen. Das ist im großen Spektrum des BDSM angesiedelt. Es wird dabei eine Mischung aus Aggression, Sadismus, aber auch Masochismus ausgelebt, denn es ist ja „meine“ Frau oder Freundin, die da anderen Männern angeboten wird. Das Ganze kann auch im Einverständnis mit der Frau passieren.“

Wait a minute, Frau Wagner. Was ist mit: „Manche Frauen macht es an, wenn ihr Mann anderen Frauen angeboten wird und sie sogar den Akt mitansehen? Oder gilt dieser Fetisch nur in Österreich?

Frage für einen Freund: Muss es nicht Cockolding heißen?

Für Leib und Geist [Update]

whisky josephus
Ardbeg 10 Years Old Islay Single Malt Scotch Whisky sowie Flavius Josephus: Jüdische Altertümer („Antiquitates Judaicae“): Vollständige Ausgabe (Judaika) (Links gehen zur Großbourgeoisie)

Frisch eingetroffen: Ein Labsal (Wortschatzübung!) für Geist und Körper. Vielleicht trieb mich auch nur der Ehrgeiz, ein Posting mit „Whisky“ und „Flavius Josephus“ zu verfassen. Was gäbe ich darum, wenn meine Bücher, zumindest der Roman, noch nach 2000 Jahren gelesen würden… Die Wirkungsgeschichte der Werke des Flavius Josephus kann gar nicht unterüberschätzt werden.

PS Drei 12-Stunden Nachtschichten und heute auch noch – nach fünf Stunden Schlaf – 90 Minuten Zahnarzt und noch das Gefühl der Spritze im Mund – bin ein bisschen gerädert….

Update: Link usw. repariert

Schweren und leichten Herzens

deutsch

Ich habe heute meinen Flug nach Israel im Oktober schweren Herzens gecancelt. Ich würde auch unter Beschuss dahin reisen, aber ich hatte geplant, den Norden zu erkunden, was jetzt nicht so entspannend ist. Wer weiß, wie es im Oktober aussieht, aber sicher ist sicher. Also 2027.

Ich werde improvisieren. Ägypten? Albanien? Kosovo? Thailand? Spanien? Tipps nehme ich gern entgegen.

Ich muss aber sparen, weil ich mehrere größere Posten bezahlen muss. Vielleicht kaufe ich auch schon in diesem Jahr einen neuen Niu – mein jetziger hat schon mehr als 17.000 Kilometer auf dem Tacho.

Leichten Herzens bedanke ich mich bei dem edlen Spender H.H.: „Toller Blog, klasse Infos – weiter so! Lese hier schon lange mit und wollt mal was ablatzen. Grössten Respekt für deinen Fleiß und Energie! Mein Tip: Ardbeg Corryvreckan.“ Schon bei der Großbourgeoisie bestellt!

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von dem Kuba, das wir kennen. Es wird so ausgehen wie in allen ehemaligen „sozialistischen“ Staaten.

Cazuela de Vacuno

Cazuela

Ich wurde zu einer leckeren chilenischen Cazuela de Vacuno eingeladen, „ein herzhafter Hausmannskost-Eintopf mit Rindfleisch, Kartoffeln und diversen Gemüsen, der typisch für Zentralchile ist“.

Unter Behüteten

staatsoper

Arbeitsplatz in Sicht. Zur Zeit ist es mir zu kalt für den Roller, und ich brauchte genauso lange wie die BVG zur Staatsoper, wo ich heute die 4. von vier 12-Stunden-Schichten verbringe.

Ja, der Fedora-Hut sieht komisch aus, weil niemand sonst so etwas trägt. Aber er ist wärmer als eine Wollmütze, weil der Schirm den Wind abhält, und sieht auch besser aus. „Nach der Jahrhundertwende kam der Fedora zudem bei Männern in Mode, so etwa bei den hochrangigen Vertretern der Gangsterorganisationen während der Prohibition in den USA.“

Rechts ist übrigens der Eingang des Hotel De Rome, links die Staatsoper, geradeaus die Intendanz.

Unter Lustkäufern [Update]

Messer

Spontan- und Lustkauf: Matsato Küchenmesser.

Die Website Matsato.com gibt es nicht mehr, was schon verwundert. Matsatomesser.de existiert: „Bitte beachten Sie, dass matsatomesser.de keine der auf der Website aufgeführten Produkte verkauft“.
Das Impressum ist lustig: Grandline Marketing, inc., Bel Ombre Rd. P.5057, 00000 Beau Vallon, Mahe, Seychellen.

Wenn das ein japanisches Messer ist, fresse ich meinen Küchenbesen.

Wir haben noch ähnliche Websites mit diesem Impressum wie Kesselbambule („Aktionsbündnis von Klimaaktivisten“). OST Service & Consulting Limited („Standort Erweiterung mit einer virtuellen Postanschrift blabla“) gibt übrigens einen server error 502 bad gateway.

Das nenne ich mal eine „seriöse“ Firmenschrift.

Update: Matsoto.com geht bei mir nur mit Tor.

Messer

Ölig

Olivenöl Israel

Habe ich mir mal gegönnt – ich war neugierig. Die liefern über eine tschechische Adresse. Hat nur zwei Tage gedauert, dann war es da – eigentlich unfassbar.

קיבוץ ארז
Kibbuz Erez

שמן זית כתית מעולה
Natives Olivenöl extra

מכרמי זיתים ישראליים מובחרים
Aus ausgewählten israelischen Olivenhainen

כבישה קרה
Kaltpressung

חמיצות מירבית 0.8%
Maximaler Säuregehalt: 0,8 %

Luftgebratene Bratkartoffeln

bratkartoffeln

Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln – Cosori TurboBlaze (das ist mein Airfryer)

Zutaten (2 Portionen)
•500–600 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
•1–1½ EL Öl (Butterschmalz oder Sonnenblumenöl)
•Salz
•80–100 g Speckwürfel
•1 kleine Zwiebel (feine Streifen)
•Pfeffer (erst zum Schluss)

Zubereitung
1 Kartoffeln vorbereiten: Schälen oder gut waschen, in ca. 3 mm Scheiben schneiden. Kurz abspülen
und sehr gut trocknen. Mit Öl und etwas Salz mischen.
2 Erste Garphase: 190 °C, 12 Minuten. Nach 6 Minuten Korb kräftig schütteln.
3 Speck dazugeben: Speck unter die Kartoffeln mischen. 185 °C, 5 Minuten.
4 Zwiebeln dazugeben: Zwiebeln untermischen. 180 °C, 5–6 Minuten.
5 Finish: Optional 200 °C für 2 Minuten. Danach pfeffern und ggf. nachsalzen.
Tipps
•Korb nicht überfüllen – lieber zwei Durchgänge.
•½ TL Speisestärke sorgt für extra Knusper.
•Für mehr Pfannenaroma 1 TL Butter nach dem Garen unterheben.

Für zwei Personen? Ich habe das allein aufgegessen.

Öl und Thymian, revisited

Hummus

Ich musste noch nachhaken: Das ist ein Falafel-Gericht des Restaurants Zait & Za’atar Falafel in Berlin, Kantstraße. Kannst du die Zutaten identifizieren, vor allem das Weiße, das wie Schaum aussieht?

Ja 🙂 – das Gericht lässt sich ziemlich gut einordnen.
Erkennbare Bestandteile auf dem Teller:

– Falafel – klassische, frittierte Bällchen aus Kichererbsen (oder Kichererbsen/Fava-Bohnen-Mix)
– Pommes / Kartoffelspalten – offenbar frittiert
– Gemischter Salat – Eisberg/Blattsalat, Tomate, Gurke, eingelegte Peperoni, evtl. Rotkohl
– Eingelegte Gemüse – gelbe Rübe/Steckrübe (typisch levantinisch), evtl. eingelegte Gurke
– Kichererbsen – ein paar ganze Bohnen als Garnitur
– Rote Sauce – wahrscheinlich Scharfe Chilisauce (Shatta) oder eine milde Paprika-Tomaten-Sauce

Das Weiße, das wie Schaum aussieht (der wichtigste Teil deiner Frage): Das ist keine Luft oder Schaum, sondern sehr wahrscheinlich:
👉 Hummus bi-Tahina, also Hummus (Kichererbsenpüree) mit viel Tahini, Zitronensaft, Knoblauch und Olivenöl.

Warum wirkt es so schaumig/cremig?

Hummus wird oft sehr fein und lange aufgeschlagen. Viel Tahini + Zitronensaft emulgiert stark. Manchmal wird Eiswasser oder sehr kaltes Wasser untergemixt → extrem helle, fast mousseartige Textur. Gerade in guten Falafel-Läden ist dieser seidig-weiße, fast fluffige Hummus ein Qualitätsmerkmal.

Wenn du willst, kann ich dir auch sagen, wie man genau so cremigen Hummus selbst macht oder welche Variante Zait & Za’atar typischerweise serviert (klassisch levantinisch).

Ja, ich bitte darum.

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