Mein höheres Wesen, Hassan!

Harald Martenstein über „Falsche Toleranz gegenüber radikalen Muslimen“. (Zur Toleranz fällt mir natürlich auch Gerhard Polt ein: „Man muss auch mal einen Standpunkt haben“.)

Hassan Akkouch schreibt auf Facebook: „Leute, mein Gott. Antisemitismus, Israelhasser, das sind doch zwei verschiedene paar Schuhe!“

Ach ja? Man darf den Staat Israel (!) „hassen“ (wie entstehen Gefühle?), aber man ist kein Antisemit? Das ist der Mainstream. Deutsch bleibt eben deutsch, da helfen keine Pillen, auch wenn man Hassan heißt.

Kommentare

12 Kommentare zu “Mein höheres Wesen, Hassan!”

  1. andreas am Dezember 17th, 2017 4:48 pm

    Frau Schwarzer hat in einem Doppelinterview ohne Adresse irgendwas geblubbert. Da hauts mich vor Begeisterung grad aus den Latschen. Frauen, mit und ohne Perücke und Juden können sich in bestimmten Stadtteilen nicht ungefährdet in Cafes setzen. Das kann ich auch nicht, niemand, nirgends. Es gibt in Paris und anderen Großstädten eine Stadtteil- und Cafeauswahl. Um Ärger zu bekommen reicht oft ein falscher Fussballschal.

    https://www.youtube.com/watch?v=BHm0N-3amek
    https://www.youtube.com/watch?v=tihMVlNb76A

    Bildung und Zugang ist alles. Alphabetisierungskurse wären für viele gut, sogar in ihrer Heimatsprache. Die unkontrollierte Agitation mancher Moscheen und Moscheevereine, Ditib, Arab-Nil etc.. ist ein Fehler. Beschissene Löhne für noch schlechtere Jobs usw.

  2. Wolf-Dieter Busch am Dezember 17th, 2017 9:19 pm

    Man darf den Staat Israel (!) „hassen“ (wie entstehen Gefühle?), aber man ist kein Antisemit?

    Erstens, Kritik an Israels Apartheid-Politik wendet sich nicht gegen einen Menschen. Darum ist „Hass“ das falsche Wort.

    Zweitens, du bringst politische Kritik mit Rassismus durcheinander (denn Antisemitismus ist ein Unterbegriff von Rassismus).

    Ich kann selbstverständlich die Siedlungspolitik Israels als kriminell ansehen und gleichzeitig mit einem Juden im „Krug“ friedlich ein Bierchen picheln.

    Über die Nicht-Anwendbarkeit des Begriffs „Rasse“ haben wir noch nicht mal geredet.

    Der Staat Israel hat ab Gründung einen Konstruktionsfehler: er schließt jeden Nicht-Juden – insbesondere Araber – von der regulären, gleichberechtigten Bürgerschaft aus. Solange diese Fehler nicht erkannt und behoben ist, muss Israel sich vor seinen Nachbarn fürchten.

    Isso.

  3. admin am Dezember 18th, 2017 5:44 pm

    Das ist doch Blödsinn. Der Staat Isreal hat nicht nur zahlreiche Nicht-Juden als Staatsbürger, er hat auch noch viel mehr Nicht-Juden eingebürgert.

  4. Messdiener am Dezember 18th, 2017 8:07 pm

    Hi Burki,
    lass dich nicht unterkriegen.

  5. Roland B. am Dezember 18th, 2017 11:01 pm

    Mag sein, daß der Staat Israel Nichtjuden als Bürger hat – in der Anfangszeit sicher gewollt, da war der Staat wohl recht offen. Heute ist aber fraglich, ob weitere Nichtjuden so einfach Bürger werden können, und die nichtjüdischen Bürger sind auch keineswegs gleichberechtigt. So dürfen israelische Araber/innen nicht in der IDF dienen.
    Manches mag durch die historische Entwicklung verständlich sein. Ist aber so und bleibt immer ein Kritikpunkt.
    Die Formulierung, der Unterschied zwischen Nichtjuden als Staastbürger und den „noch mehr“, die er eingebürgert hat (Beitrag #3) verstehe ich überhaupt nicht.
    Daß Israel sich wegen dieser mangelnden Gleichberechtigung vor den Nachbarn fürchten muß (#2) ist natürlich Unsinn. Den Hetzern bei Hamas und Hisbollah & Co. geht es am Arsch vorbei, ob Araber oder Muslime in Israel Rechte haben oder ob nicht.

  6. Roland B. am Dezember 18th, 2017 11:02 pm

    Das „Mag sein“ ist natürlich nicht so gemeint, als ob ich das in Frage stelle.

  7. Wolf-Dieter Busch am Dezember 20th, 2017 1:01 am

    @Burks (Dezember 18th, 2017 5:44 pm) – meine Quellen sind nur die regulären Veröffentlichungen im Netz. Dass ein Araber nicht voll berechtigter Bürger von Israel werden kann, muss ich aus dem Zusammenhang kombinieren; Hebräisch werde ich nicht lernen. Weißt du mehr als ich? Quelle (bitte deutsch oder englisch)?

    @Roland B. (Dezember 18th, 2017 11:01 pm) – wenn Araber und Israelis gleichberechtigt und mit gleichem Zugang zu Ressourcen nebeneinander leben, verliert Hisbollah und Hamas seine Basis und stirbt mehr oder weniger friedlich weg.

  8. admin am Dezember 20th, 2017 5:16 pm
  9. Wolf-Dieter Busch am Dezember 20th, 2017 9:04 pm

    Ok, danke. Bei politischen Themen lasse Wikipedia generell aus, aber seiʼs drum.

    Die Menschen- und Bürgerrechte werden von mittlerweile elf Grundgesetzen (Israel hat keine geschriebene Verfassung) garantiert.[

    Bürgerrechte:

    Einbürgerung und Einreise nach Israel

    Während Juden, die nach Israel einwandern, in der Regel automatisch die israelische Staatsbürgerschaft erhalten, gestaltet sich die Einbürgerung von Nichtjuden und besonders von Arabern wesentlich schwieriger. (…)

    Diskriminierung:

    Die arabischen Bürger sind zwar dem Gesetz nach gleichberechtigte Israelis, doch viele offizielle Quellen belegen, dass Araber in Israel in vielen Bereichen des Lebens diskriminiert werden.

    Theodor Or, ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofs, schrieb im Bericht der Or-Kommission, einer vom Staat eingesetzten Kommission zur Untersuchung der Ereignisse vom Oktober 2000:

    Die arabischen Bürger Israels leben in einer Realität, in der sie Diskriminierung als Araber erleben.

    Alles in allem ist der Tenor des Wikipedia-Artikels nicht geeignet, eine praktische Gleichberechtigung der Araber zu belegen. Und das unter dem Generalverdacht gegenüber Wikipedia, durch Nebeninteressen korrumpiert zu sein.

  10. Wolf-Dieter Busch am Dezember 20th, 2017 9:38 pm

    Mein Kommentar von eben ist etwas entstellt, sorry. Hier die korrigierte Fassung:

    Bei politischen Themen lasse Wikipedia generell aus, aber seiʼs drum.

    Die Menschen- und Bürgerrechte werden von mittlerweile elf Grundgesetzen (Israel hat keine geschriebene Verfassung) garantiert.

    Bürgerrechte:

    Einbürgerung und Einreise nach Israel

    Während Juden, die nach Israel einwandern, in der Regel automatisch die israelische Staatsbürgerschaft erhalten, gestaltet sich die Einbürgerung von Nichtjuden und besonders von Arabern wesentlich schwieriger. (…)

    Diskriminierung:

    Die arabischen Bürger sind zwar dem Gesetz nach gleichberechtigte Israelis, doch viele offizielle Quellen belegen, dass Araber in Israel in vielen Bereichen des Lebens diskriminiert werden.

    Weiter:

    Theodor Or, ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofs, schrieb im Bericht der Or-Kommission, einer vom Staat eingesetzten Kommission zur Untersuchung der Ereignisse vom Oktober 2000:

    Die arabischen Bürger Israels leben in einer Realität, in der sie Diskriminierung als Araber erleben.

    Alles in allem ist der Tenor des Wikipedia-Artikels ungeeignet, eine praktische Gleichberechtigung der Araber zu belegen. Und das trotz des Generalverdachts, mit Hilfe von amerikafreundlichen Agenten durch Nebeninteressen korrumpiert zu sein.

  11. admin am Dezember 21st, 2017 6:37 am

    Es geht nicht um „praktische“ Gleichberechtigung, sondern um die gesetzlichen Grundlagen. Natürlich gibt es auch Rassismus in Israel. Aber warum sollte man Leute, die Terror unterstützen oder eine korrupte Mörderbande wie die Hamas, gleichberechtigt behandeln?

  12. ... der Trittbrettschreiber am Dezember 21st, 2017 1:32 pm

    @admin

    …ohne diese bedingunglos gleichberechtige Behandlung sabotiert sich die freiheitlich demokratische Grundordnung selbst. Erst nach dem Urteil eines Gerichts darf einem Mitglied einer unter dieser Ordnung lebenden Gesellschaft dieses Grundrecht eingeschränkt oder entzogen werden. Die Praxis sieht selbstverständlich anders aus. Unser Grundgesetz habe ich z.B. immer in Form eines kleinen roten Büchleins bei mir. Manchmal(oder auch öfters) denke ich, ich sollte es zu den Märchenbüchern im Regal zurückstellen. Vielleicht wäre Goethes „Westöstlicher Divan“ eine alternative Lektüre für unterwegs.

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