Zero Click, reloaded
Das Publikum aka Godwin (vermutlich ChatGPT enhanced) erklärte Zero-Click-Angriffe (leider an der falschen Stelle, hier also noch einmal an der richtigen):
Hier ist die genaue technische Funktionsweise einfach erklärt [typischer AI-Jargon]:
1. Der Einfallsweg: Automatische Vorschau & Parsing
Moderne Messenger (wie WhatsApp, iMessage oder Signal) und Mail-Apps versuchen, dem Nutzer den größtmöglichen Komfort zu bieten. Wenn eine Nachricht eingeht, verarbeitet das Betriebssystem die Daten sofort im Hintergrund:
► Vorschaufunktionen: Bilder werden skaliert, Links werden überprüft, um einen Titel anzuzeigen, und Emojis oder Schriftarten werden geladen.
► Das Problem („Parsing„): Um beispielsweise ein Bild anzuzeigen, muss die App den Code der Bilddatei lesen und interpretieren (das nennt man Parsing). Genau hier setzen Angreifer an. Sie senden eine speziell präparierte Datei (z. B. ein manipuliertes Bild oder PDF), die einen Fehler im Parser provoziert.
2. Die Ausnutzung: Speicherfehler (Memory Corruption)
Viele Systemkomponenten zur Medienverarbeitung sind in Programmiersprachen wie C oder C++ geschrieben. Diese sind extrem schnell, aber anfällig für Speicherverwaltungsfehler.
► Buffer Overflow (Pufferüberlauf): Die manipulierte Datei enthält mehr Daten als der für sie reservierte Speicherbereich aufnehmen kann. Die Daten „laufen über“ und überschreiben benachbarte Speicherbereiche.
► Code-Ausführung: Durch das gezielte Überschreiben von Speicherzellen gelingt es den Angreifern, den normalen Programmablauf umzuleiten. Das Gerät führt plötzlich nicht mehr den Code des Messengers aus, sondern den Schadcode, der in der manipulierten Datei versteckt war (Remote Code Execution, kurz: RCE).
3. Das Ausbrechen: Sandbox-Escape & Privilege Escalation
Moderne Apps laufen in einer sogenannten Sandbox (einem isolierten Sicherheitsbereich). Wenn der Messenger gekapert wird, hat der Angreifer zunächst nur Zugriff auf das, was der Messenger darf (z. B. Zugriff auf die Kamera oder das Mikrofon).
► Um die vollständige Kontrolle über das Gerät zu erlangen, kombinieren Angreifer den ersten Fehler meist mit einer zweiten Schwachstelle im Betriebssystem-Kern (Kernel).
► Durch diese Privilege Escalation (Rechteausweitung) bricht die Schadsoftware aus der Sandbox aus und erlangt Root- oder Admin-Rechte.
4. Das Spurenverwischen
Sobald der Angreifer (wie die berüchtigte Pegasus-Spyware) im System ist, wird die Nachricht, die den Angriff ausgelöst hat, oft automatisch gelöscht, noch bevor das Display des Opfers überhaupt aufleuchtet [Wieso sollte das Display aufleuchten, AI? Bei mir verhält es sich ganz ruhig und brav] oder ein Benachrichtigungston ertönt. Das Opfer merkt absolut nichts.
Ein reales Beispiel: Der ForcedEntry-Angriff (2021)
Bei diesem Angriff auf iPhones nutzten Angreifer eine Schwachstelle in Apples iMessage aus:
► Sie schickten dem Opfer eine Datei mit der Endung .gif via iMessage. [Der Nutzer hilft also mit.]
► In Wirklichkeit handelte es sich um ein manipuliertes PDF, das Apples System im Hintergrund fälschlicherweise an einen alten, fehlerhaften Kerneltreiber für Xerox-Drucker-Schriftarten weiterleitete.
► Dieser Treiber hatte einen Rechenfehler (Integer Overflow). Die Angreifer bauten innerhalb des Speichers eine eigene, virtuelle Computerumgebung nach, um Apples Sicherheitsmechanismen komplett auszuhebeln – alles durch das bloße Empfangen einer Nachricht.
Jaja, alles gut und schön. Die zentrale Frage ist aber: Wie spioniert man einen einzelnen Nutzer gezielt aus, von dem man noch nicht einmal weiß, welcher Geräte er besitzt? Alles Obige ist immer noch ein Schuss mit der Schrotflinte in den Wald, um – wie gesagt – die Ameise Fräulein Müller zu treffen.
Kommentare
3 Kommentare zu “Zero Click, reloaded”
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Die KI antwortet
Um „Fräulein Müller“ gezielt zu treffen, ohne ihre Hardware zu kennen, nutzen Geheimdienste und hochentwickelte Angreifer (APTs) eine strukturierte Kette von der Aufklärung bis zur adaptiven Auslieferung.
1. Phase: Digitale Aufklärung (OSINT & Zielgruppen-Profiling)
Niemand wirft einen Zero-Click-Exploit blind in den Raum. Der Angreifer startet mit Informationen, die er garantiert über Fräulein Müller hat, meistens ihrer Telefonnummer, ihrer E-Mail-Adresse oder ihren Social-Media-Accounts.
Über diese Ankerpunkte wird folgendes Profil erstellt:
• Messenger-Präsenz: Ist die Nummer bei WhatsApp, Signal, iMessage oder Telegram registriert? (Das verraten die Server der Apps ganz regulär, wenn man die Nummer einspeichert).
• Metadaten-Analyse: Über öffentliche Quellen oder manipulierte Webseiten/E-Mails (falls sie diese doch mal öffnet) werden Vorab-Daten gesammelt. Oft reicht schon ein verlinktes Profil, um den ungefähren Typ des Geräts (iOS vs. Android) einzugrenzen.
2. Phase: Der „Über-Vektor“ (Standard-Dienste als Brücke)
Die wichtigste Erkenntnis ist: Der Angreifer muss das Gerät anfangs gar nicht genau kennen, weil moderne Betriebssysteme Standard-Protokolle nutzen.
Angreifer nutzen Dienste, die auf jedem modernen Smartphone laufen und im Hintergrund permanent Daten verarbeiten:
• iMessage (Apple) / RCS (Android): Diese Dienste sind tief im System verankert. Wenn der Angreifer eine präparierte Nachricht an die Telefonnummer schickt, muss das empfangende Gerät (egal ob iPhone 13, iPhone 15 oder ein Samsung-Gerät) die Daten verarbeiten, um zu prüfen, was es damit tun soll (z. B. eine Vorschau generieren).
• Die Mobilfunk-Infrastruktur (SS7 / Diameter): Geheimdienste haben oft Zugriff auf das Kernnetz der Telekommunikationsanbieter. Sie können Datenpakete direkt an die SIM-Karte bzw. IMSI von Fräulein Müller senden, unabhängig davon, in welchem Smartphone die Karte gerade steckt.
3. Phase: Das „Fingerprinting“ (Der schlaue Vorkommando-Pfeil)
Hier wird aus der Schrotflinte ein Scharfschützengewehr. Der eigentliche Zero-Click-Angriff erfolgt meist in zwei Stufen:
1. Die Erkennungs-Sonde (Fingerprinting): Der Angreifer sendet ein speziell formatiertes Datenpaket (z. B. ein unsichtbares Bild via iMessage oder einen manipulierten Anruf via WhatsApp, der nicht klingelt).
2. Die automatische Antwort des Geräts: Das Betriebssystem von Fräulein Müller versucht, dieses Paket zu verarbeiten. Selbst wenn die Verarbeitung fehlschlägt oder blockiert wird, sendet das Gerät Fehlermeldungen oder Statusberichte an den Server zurück.
3. Die Auswertung: Anhand dieser minimalen Rückmeldungen (Timings, Protokoll-Reaktionen) weiß der Server des Angreifers mathematisch exakt: „Das ist ein iPhone 15 Pro mit iOS 17.4.“ oder „Das ist ein Google Pixel 8.“
4. Phase: Die adaptive Auslieferung (Der maßgeschneiderte Exploit)
Erst jetzt – nachdem das Gerät im Hintergrund vollautomatisch identifiziert wurde – schlägt die Falle zu.
[Ziel-Telefonnummer]
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[Schritt 1: Unsichtbarer Ping senden]
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[Schritt 2: Gerät antwortet unbemerkt mit Metadaten] (Aha, ein iPhone!)
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[Schritt 3: Server wählt exakt passenden iOS-Exploit]
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▼
[Schritt 4: Zero-Click-Infektion wird ausgeführt]
Der Server des Angreifers hält ein Arsenal an verschiedenen Exploits bereit. Wurde das Gerät als iPhone identifiziert, schießt der Server Sekundenbruchteile später den maßgeschneiderten iMessage-Exploit (wie z. B. historisch Pegasus / FORCEDENTRY) hinterher. Wäre es ein Android-Gerät gewesen, wäre ein WhatsApp- oder Chrome-Vektor gewählt worden. Passen die Daten zu gar keinem Exploit, bricht der Angriff ab, um nicht entdeckt zu werden.
Zusammenfassend
Man schießt nicht blind in den Wald. Man nutzt die Telefonnummer als feste Zieladresse, schickt einen unsichtbaren „Späher“ voran, der das Gerät vermisst, und feuert erst dann die exakt kalibrierte, unsichtbare Cyber-Waffe ab. Fräulein Müller merkt von diesem gesamten Dialog zwischen ihrem Telefon und dem Angreifer-Server absolut nichts.
Möchten Sie tiefergehend wissen, wie solche Späher-Packs (Fingerprinting) im Mobilfunknetz oder in Messengern technisch aufgebaut sind, oder interessiert Sie, wie sich Sicherheitsbehörden und IT-Forensiker gegen diese extrem gezielten Angriffe schützen?
„Geheimdienste haben oft Zugriff auf das Kernnetz der Telekommunikationsanbieter“ – Quelle?
Naja – statt im Elfenbeinturm zu hocken und wie so ein Winkeladvokat alles abprallen zu lassen
Erkläre doch mal sinnvoll was technisch machbar ist.
Ist ja offensichtlich doch einiges mehr als du bisher immer wiederholt hast.
Und Wo in den Ansätzen die Schwachstellen sind,
Und wieso Lischen Müller und Josef Jedermann ggf überhaupt nicht betroffen sind
Oder ggf halt doch
Sich ständig darüber auszulassen, dass alle anderen nur Mist schreiben ist das eine.
Es mal selber gerade zu rücken was anderes