Die Macht des Faktischen

palästinenser

Was vernünftig ist, das ist wirklich, und was wirklich ist, das ist vernünftig. (Georg Friedrich Wilhelm Hegel)

Metz war eine echt deutsche Stadt, denn als Lothar der Jüngere seine Länder theilte, kam es (…) in den Besitz Ludwigs des Deutschen, also an das deutsche Reich. Nur fortgesetzten französischen Umtrieben und Hinterlistigkeiten gelang es, die Schutzherrschaft über Metz zu erlangen, (Karl May, Die Liebe des Ulanen)

Ich muss hier etwas klarstellen. Das Stammpublikum schien verwirrt ob einiger meiner Thesen. Natürlich habe ich mit völkischen Quatsch nichts zu tun. Ich habe auch eindeutig argumentiert, dass fromme Märchen und Mythen, die durch Fakten und die Archäologie nicht gestützt werden, ungeeignet sind, die Existenz von Staaten zu legitimieren. Was früher mal war, muss nicht unbedingt wieder sein. Das wissen Deutsche am besten.

Die „Palästinenser“ sind ein erfundenes Volk. „Volk“ ist immer ein kulturelles Projekt und kann nie auf anthropologischen oder gar biologischen Konstanten fußen. Die Juden sind ein historischer Sonderfall insofern, als dass die Religion auch eine Nation schuf. Aber auch das ist vage, da es vor der Shoah auch viele „assimilierte“ Juden gab, zum Beispiel in Deutschland, für die das Judentum so wichtig bzw. unwichtig war wie für heutige Katholiken. Sie waren deutsche Juden, aber gehörten sie zu einer jüdischen „Nation“? Oder gehörten sie damals als deutsche Staatsbürger zum jüdischen Volk? Oder beides? Das entscheidet jeder selbst, auch auf welche kulturellen Konventionen er sich dabei jeweils beruft. Es gibt keine „objektiven“ Kriterien, zu welchem „Volk“ jemand gehört. And period, wie man im Englischen zu sagen pflegt.

„Palästinenser“ sind genausowenig ein Volk wie es ein sudetendeutsches oder ostpreußisches Volk gibt. Sie sind schlicht Araber, mit oder ohne Staatsangehörigkeit. Kein Araber, der nach dem Krieg 1948 aus Israel flüchtete, hat automatisch das Recht, wieder zurückzukehren. Außerdem gingen viele freiwillig oder wurden von den arabischen Regierungen, die Israel vernichten wollten, dazu aufgefordert.

Das gilt natürlich auch für alle anderen Kriege Israels. Wenn man die Juden ins Meer werfen und sie töten will, sollte man nicht herumjammern, wenn das nicht funktioniert. Zu Risiken und Nebenwirkungen von Kriegen gegen Israel fragen Sie Ägypten, Syrien, Jordanien, den Irak usw.

Die Araber, die sich heute Palästinenser nennen, haben genauso wenig „Rechte“ wie Deutsche, die meinen, Elsass-Lothringen gehöre wieder heim ins Reich. Solange das Existenzrecht Israals angezweifelt wird, ist jede Diskussion über die „Palästinenser“ völlig überflüssig.

Beispiele?

Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen! (Abdallah Jarbu, stellvertretender Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, 2010)

Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden. (Jahia al-Sinwar, Chef der Hamas in Gaza, 2017)

Artikel 7: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.
Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung.
(Gründungscharta der Hamas)

In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten. (Mahmoud Abbas, Präsident der „Palästinenser“, 2013)

Abbas ist übrigens ein Freund Siegmar Gabriels (vgl.Screenshot unten). Was sagt uns das über den Mainstream in Deutschland?

palästinenser

Kommentare

19 Kommentare zu “Die Macht des Faktischen”

  1. André am Dezember 11th, 2017 4:07 pm

    Vielen Dank für dieses klare Statement!

  2. Wolf-Dieter Busch am Dezember 11th, 2017 6:19 pm

    Deine Begrifflichkeit geht fehl.

    Die „Palästinenser“ sind ein erfundenes Volk.

    Es gab im britischen Protektorat, auf dessen Gebiet heute der Staat Israel steht, vor der Landnahme vielleicht kein „Volk“, aber eine „Bevölkerung“ auf alle Fälle doch, lieber Burks.

    Was geschah mit denen bei Landnahme? Friedlich weggestorben oder vertrieben?

    Wo leben die vertriebenen Araber, die du „Palästinenser“ zu nennen dich weigerst, heute? In der wievielten Generation?

    Es gibt keine „objektiven“ Kriterien, zu welchem „Volk“ jemand gehört.

    Können die Araber im Staat Israel Bürgerrechte erwerben, oder sind sie davon ausgeschlossen?

    Könnte es sein, dass die Staatsbürgerschaft von Israel dem – echten oder so definierten – Juden vorbehalten ist, der Araber also davon ausgeschlossen ist?

    Ist das eine Definition von Rassismus?

    https://youtu.be/Jlyi49D-fzo

  3. Pjotr56 am Dezember 11th, 2017 6:20 pm

    Am Anfang war Vertreibung und Enteignung durch Bürger/Organe des Staates Israel, das ist Fakt.
    Die Gewalteskalation ausschließlich den Arabern zuzuschreiben zeugt von Blindheit eines Auges – zu einem Konflikt gehören mindestens zwei Parteien.
    Für uns Deutsche sollte UN-Völkerrecht verbindlich sein, immer und überall, aber keinesfalls die Schaffung von Tatsachen mit der Macht des Faktischen.

  4. Wolf-Dieter Busch am Dezember 11th, 2017 6:39 pm

    Nachtrag, deine Zitate von Hamas und Abbas sind in der Totalitarität sicher indiskutabel.

    Der – buchstäblich einzige – Weg zu friedlicher Einigung kann nur darin bestehen, den umgebenden Arabern die Ressourcen zum Leben zu gewähren.

    Der – buchstäblich einzige – regionale Akteur, der das leisten kann, ist der Israel.

    Danach sieht es aber nicht aus. Unter gegenwärtigen Bedingungen ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Juden ins Meer gejagt werden. Mittlerweile überwiegt die Zahl der Auswanderer die der Einwanderer nach Israel. Also natürlich nur die Reicheren, die es sich leisten können; die ärmeren mit begrenztem, lokalem Besitzstand interessiert sowieso keiner.

    Und erzähl mir nicht, ich wäre zynisch.

  5. Godwin am Dezember 11th, 2017 9:39 pm

    Die Aussage von Jahia al-Sinwar lässt sich sehr einfach beantworten: Nie.
    Dafür ist Israel militärisch auf einem ganz anderen Level. Insofern sind solche Statements Humbug und völlig irrelevant.

    RelevanteR ist da die Tatsache dass Israel eine aggressive und für die Opfer inhumane Siedlungspolitik betreibt. Es besteht auch kein Interesse irgendwie zivile Strukturen aufzubauen um irgendwas zu entspannen.
    Solange die Palästinenser schön wütend bleiben und zu den Extremistien rennen, hat man immer einen äußeren Feind vor dem man sich schützen muss. Sobald das wegfällt, brechen die innerisraelischen Konflikte auf. Das wäre nicht mehr regiert.

    Btw – interessant auch, dass gerade die ultraorthodoxen den Staat Israel z.T. nicht anerkennen…

  6. Margot am Dezember 12th, 2017 1:54 am

    Kein Araber, der nach dem Krieg 1948 aus Israel flüchtete, hat automatisch das Recht, wieder zurückzukehren.

    Aber „die Juden“ haben das selbst nach 2000 Jahren noch („Existenzrecht Israels“) und dürfen dabei andere verjagen? Wieder mal die Geschichte mit dem Splitter und dem Balken?

  7. flurdab am Dezember 12th, 2017 7:24 am

    Streich die Kohle für die Palästinenser, dann werden die schon Vernunft annehmen.
    Solange ihr Geschäftsmodell „Terror“ finanziell einträglich ist, werden sie es nicht aufgeben.
    Die Kohle nützt nur einer kleinen Oberschicht, denen ihr „Volk“ mächtig am Arsch vorbeigeht.
    Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

  8. Crazy Eddie am Dezember 12th, 2017 7:56 am

    Wenn wir schon mal dabei sind:
    1) Ein Land ohne Bier ist kein richtiges Land. (Frei nach F. Zappa)
    2) Das Land ist Dein Land, wenn Deine Soldaten es sichern.
    3) Völker ohne Land nennt man Überbevölkerung.

  9. Konservator am Dezember 12th, 2017 11:10 am

    @Busch: 20% der Staatsbürger Israels *sind* ‚Araber‘! Als Muselmane kann man eingebürgert werden. Nicht nur Hetze in der tagesschau, FAZ & Der-Jud‘!-Tube kucken. Die umgebenden Araber sind Ägypten, Jordanien, Syrien, Saudi und Irak. Iran ist auch zu so einigem in der Lage.

  10. Wolf-Dieter Busch am Dezember 12th, 2017 11:21 am

    Zu deinem Vergleich Palästinenser mit Sudetendeutsche:

    „Palästinenser“ sind genausowenig ein Volk wie es ein sudetendeutsches oder ostpreußisches Volk gibt.

    Die Vertreibung der Sudetendeutschen war ein opportunistisch veranlasstes Unrecht: weil es den Kriegsverlierer Deutschland betraf, gab es keinen öffentlichen Eklat. Im Dorf Oberkleen, in dem ich 25 Jahre wohnte (kannst du googeln), gibt es für diese Vertriebenen die Egerländer Straße. Die leben heute in der 3. Generation unter Deutschen und arbeiten heute als Heizungsmonteur oder LKW-Fahrer oder Verkäuferin. Es gibt wohl noch Vertriebenenverbände, aber das Thema „Vertriebene“ gerät – zu Recht, wie du selbst notierst – in Vergessenheit, weil: Normativität des Faktischen.

    Die Vertreibung der Araber aus ihrem Lebensraum war keinem Krieg geschuldet, und sie leben bis heute – nach meinem bescheidenen Verständnis – in Zeltlagern. Das ist im Unterschied zu oben nicht lebenswert. Die sind heute auf Almosen angewiesen.

    Normativität des Faktischen? Stimmst du mit mir darin überein, dass dies Unrecht in Erinnerung bleibt?

    Das Völkerrecht ist auch auf nicht-nationale Gebiete anwendbar. Das blendest du vollständig aus. Das ist zynisch.

  11. Detlef Borchers am Dezember 12th, 2017 12:05 pm

    Natürlich können Araber (oder eben auch Palästinenser) in der künftigen Einstaaten-Lösung auch Bürgerrechte bekommen, dies ganz im Sinne der Einführung eines Apartheid-Systems. Man erinnere sich daran, dass Israel diesem sympathischen Regime am Kap Atomwaffen veraschaffen wollte.

  12. Konservator am Dezember 12th, 2017 5:04 pm

    @Busch: Israel, ‚Palästinenser‘, „Lebensraum“ und „kein Krieg“? Alles in einem Satz? Gut, der von Deutschlang inszenierte Holocaust war wohl kein Krieg sondern wahrscheinlich nur eine asymmetrische Form der Verantwortungsübernahme? Die Aktionen der umgebenden Araber bis heute (6-Tage, YomKippur, Messerbuspassagiere, Gazaraketen etc.) natürlich nur eine Demonstration guten Willens von rechten Rechthabern? Ich hoffe sehr bis zum Abitur werden diese Bildungslücken im Geschichtsunterricht nochmal irgendwie aufgefüllt.

  13. Margot am Dezember 12th, 2017 8:41 pm

    @Konservator:
    Die umgebenden Araber sind Ägypten, Jordanien, Syrien, Saudi und Irak. Iran ist auch zu so einigem in der Lage.

    Können Sie mir sagen, warum man dann überhaupt so etwas da errichtet, wenn das so da keiner haben will? Hauptsache mal Konfliktpotenzial schaffen, oder was?

  14. Konservator am Dezember 13th, 2017 1:15 am

    @Margot:

    Sie haben da fast vollkommen den waidwunden Punkt benannt. Die umgebenden Araber haben offensichtlich nur zum Zweck „Hauptsache mal Konfliktpotenzial schaffen“ diese Flüchtlingslager – ich sag jetzt mal nicht: errichtet – aber jahrzehntelang als Lager belassen.

  15. Wolf-Dieter Busch am Dezember 13th, 2017 9:38 am

    @Konservator (12.12. 5:04) – „Lebensraum“ bezeichnet die vorher dort existierende Land- und Viehwirtschaft der Araber. Nicht als Schlagwort misszuverstehen.

    „Kein Krieg“ – die Vertreibung der Sudetendeutschen war nur mittelbare Folge des zweiten Weltkriegs (opportunistisch motivierte Aktion, da Kriegsverlierer betreffend). Kein Schlagwortcharakter. Bei den Arabern gab es keinen solchen.

    Zu den Attentaten habe ich mich nicht geäußert, jedoch wirst du mir wohl nicht Rechtfertigung für diese Taten unterstellen.

    Ich akzeptiere deine augenscheinliche Sympathie für Israel.

    Du akzeptierst bitte, dass die tatsächlichen Gräuel an Palästinensern in der westlichen Öffentlichkeit vollständig ausgeblendet werden.

  16. Iannis 70 am Dezember 13th, 2017 4:41 pm

    @Busch Ist es nicht vielmehr so, dass kein Araber (Palästinenser) überhaupt eingebürgert werden WILL. Das würde ja bedeuten, dass man die Existenz des Staates Israel anerkennt, was in keinem Fall in Frage kommt für einen richtigen Pali!

    Noch nicht einmal das Wahlrecht bei Kommunalwahlen wird genutzt, weil es als Kollaboration mit dem Todfeind gilt.

  17. Wolf-Dieter Busch am Dezember 13th, 2017 9:36 pm

    @Iannis 70

    Noch nicht einmal das Wahlrecht bei Kommunalwahlen wird genutzt

    Quelle?

  18. blu_frisbee am Dezember 15th, 2017 7:03 am

    Es geht nicht darum ein „Existenzrecht anzuzweifeln“ sondern „Recht“ ist als Transzendentalie eine gegenstandslose Bullshit-Kategorie auf der selben Ebene wie Werte, Gott, unsichtbare Hand.

    Was es gibt ist militärische Stärke einseitiger Durchsetzung oder Anerkennung durch andere (eine Hegelsche Kategorie).

    Das ist der Unterschied zwischen Idealismus und Materialismus.
    Als Atheist will ich nicht stiekum wieder Religion einführen.

  19. drogenlog am Dezember 20th, 2017 7:26 pm

    „Hat seinen Freund getroffen“. So ein Unsinn. Es gibt auf einer solchen Ebene keine Freundschaften. Nur Interessen.

Schreibe einen Kommentar