Unter Gesundlebenden
Ein gesundes Frühstück muss reichen für den Tag – und später noch ein Banänchen. Wenn man eine 12-Stunden-Nachtschicht nach der anderen (heute: zwei von vieren) schiebt, bleibt ohnehin nicht viel mehr Zeit.
Arbeitsplatz
Die Intendanz der Staatsoper Berlin
Unter Pförtnernden

Wenn man nicht ganz doof ist, kann man auch in der Sicherheitsbranche interessante und anspruchsvolle Jobs bekommen. Der Lohn bleibt dennoch bescheiden.
Ich sage nur: Alarmanlagen in drei Gebäuden, Brandmeldeanlage, Deistern mit digitalen Kontrollsystemen, Verwaltung und Ausgabe von mehreren hundert Schlüsseln (nur eine kleine Auswahl). Natürlich haben viele Organisationen und Firmen – noch – ihre eigenen Leute für solche Aufgaben, aber das Sicherheitsgewerbe ist auf lange Sicht billiger und bequemer.
ChatGPT Version 1:
Was bedeutet Deistern?
ChatGPT: „Deistern“ ist kein gängiger oder allgemein bekannter Begriff im Deutschen. Es scheint sich entweder um einen Tippfehler oder um einen sehr spezifischen Begriff aus einem bestimmten Fachbereich, Dialekt oder regionalen Sprachgebrauch zu handeln.
Wenn du „Deistern“ in einem bestimmten Kontext gesehen hast, könnte es helfen, mehr Details darüber zu geben, damit ich genauer herausfinden kann, was damit gemeint sein könnte. Alternativ könntest du prüfen, ob du den Begriff möglicherweise anders buchstabieren möchtest.
Unsinn. ChatGPT: „Deistern“ ist ein Begriff auf dem Sicherheitsgewerbe, der die elektronische Erfassung von Kontrollen bezeichnet. Kannst du mir mehr darüber sagen?
ChatGPT Version 2:
Der Begriff „Deistern“ bezieht sich im Sicherheitsgewerbe auf ein Unternehmen, das innovative Lösungen für das Sicherheitsmanagement anbietet. Die Deister Electronic GmbH ist ein führender Anbieter von Systemen zur elektronischen Erfassung und Verwaltung von Sicherheitsdiensten, insbesondere im Bereich der Wächterkontrollsysteme.
Wächterkontrollsysteme von Deister
Diese Systeme ermöglichen es Sicherheitsunternehmen, die Routen und Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter in Echtzeit zu überwachen und zu dokumentieren. Ein typisches System besteht aus RFID-Tags, die an verschiedenen Kontrollpunkten angebracht werden, und einem tragbaren Lesegerät, das von den Wachleuten mitgeführt wird. Wenn ein Wachmann einen Kontrollpunkt passiert, scannt er den RFID-Tag, wodurch der Besuch des Kontrollpunkts erfasst wird. Diese Informationen werden dann zentral gespeichert und können vom Sicherheitsmanagement eingesehen und ausgewertet werden.
Funktionen der Deister-Lösungen
Echtzeit-Überwachung: Sicherheitsleitstellen können in Echtzeit verfolgen, welche Kontrollpunkte wann besucht wurden.
Berichtswesen: Automatische Erstellung von Berichten und Statistiken über durchgeführte Kontrollrunden.
Zugangsmanagement: Integration von Zutrittskontrollsystemen, um zu überwachen, wer wann bestimmte Bereiche betritt.
Ereignisdokumentation: Ereignisse oder Vorfälle können direkt vor Ort dokumentiert und mit Zeitstempel und Standort versehen werden.
Schon klar, aber das kann künstliche Intelligenz nicht wissen: „Deistern“ als Verb hat sich in der Sicherheitsbranche allgemein durchgesetzt, wenn es um elektronische Kontrollen geht, so wie „Knirps“ alle kleinen Schirme meint, obwohl das eigentlich ein Markenname ist. Oder wie „Selters“ in Berlin für alle Mineralwasser.

Alles aus
Ich werde natürlich etwas zum Fall Compact bloggen, der in Wahrheit ein Fall Faeser ist. Oder auch zum Fall Ataman.
Ich habe aber zwei Nachtschichten hinter mir (bis morgens um sechs) und konnte kaum schlafen, weil das Proletariat draußen mit Presslufthämmern den Asphalt aufbohrte. Heute musste ich auch noch nach Bernau, um einem verschlaganfallten Kollegen und Freund ein repariertes Laptop zu bringen und absolvierte die übliche Irrfahrt im Berliner Nahverkehrsdschungel, weil alles ausfiel oder kaputt war oder zu spät oder gar nicht kam.
Phantome der Oper, revisited
So etwas begegnet einem während der Nachtschicht…
PS Vielen Dank an den edlen Spender!
Das Phantom der Oper
#frühschicht
Frage an die KI: Wenn ich um 4:28 Uhr morgens losfahren muss, wann muss ich aufstehen, wenn ich auch noch Kaffee trinken und frühstücken will?

Nachtwache
Ich habe gerade drei Tage mit jeweils 12-stündiger Nachtschicht hinter mir, trinke jetzt noch einen Penderyn und gehe dann ins Bett.
Übrigens: Trigger Warnung ist ein schlechter Film, obwohl Jessica Alba wie immer ein Augenschmaus ist, aber deshalb total ungeeignet für eine solche Rolle. Atlas mit Jennifer Lopez fängt interessant an und wird dann zu einem langweiligen Computerspiel ohne Seele oder Originalität. Noch nicht einmal eine Rezension lohnt sich.
Ein deutsches Unternehmen, Schachtdeckel und Gatoren
Der Kran hat etwas ans Dach gehängt, was niemand identifizieren kann. Jemand meinte, es sei eine überdimensionierte Lautsprecheranlage, die das geladene Volk später bei den Feierlichkeiten beschallen soll. Gut, dass ich dann Urlaub habe.
Auf dem Reichstag flattert schon die Fahne der Inkas Regenbogenfahne. Vermutlich wird die Musik auch homosexuell „queer“ sein, alle Sängerinnen haben Bärte und alle Frauen einen Penishintergrund.
Unten hängt übrigens unfeierlich ein Fahrrad, was auch nicht sein soll. Es war aber angekettet und fiel nicht in die Spree.
Jetzt zu uns, Buderus-Gully. Da müssen wir investigativ recherchieren. Vor zehn Jahren fasste jemand zusammen: „Wegen der Ausrichtung auf den Heiztechnikmarkt wurden die bisherigen Konzernbereiche Guss- und Edelstahlerzeugnisse (Buderus Edelstahl) verkauft. Mit Ausnahme der Buderus Guss GmbH, die mit der Herstellung von Bremsscheiben am Standort Breidenbach in der Bosch-Gruppe verblieb, wurde der Konzernbereich Gusserzeugnisse zunächst an den Venture Capital Fonds SSVP [top level domain gg, har har] veräußert und unter dem Dach der Buderus Foundry Management S.à r.l. mit Sitz in Wasserbillig (Luxemburg) weitergeführt. 2012 wurde die Buderus Kanalguss GmbH in Limburg an der Lahn an die Meierguss-Gruppe verkauft und firmiert seitdem als Meierguss Limburg GmbH.“
Eigentlich wollte ich nur wissen, ob das dreieckige Loch mit rundem Rand ab Werk in solchen Gullydeckeln ist oder ob der hier schon lobend erwähnte Rohrleger das hineingeschnitten hat? Und zeigt das Foto darunter den Einsatz des Schachtdeckels, der darunter steckt?
Schachtdeckel, auch Kanaldeckel (oder umgangssprachlich „Kanalgitter“, „Gullydeckel“, „Schleusendeckel“ sowie in der Schweiz und Schwaben „Dolendeckel“ von ahd. dola = Rinne, Röhre; in den Niederlanden Putdeksels, Englisch Manhole covers und Französisch Plaques d’égout) sind vorwiegend aus Gusseisen bestehende Schachtabdeckungen für Kontroll- und Wartungsschächte von unterirdischen Versorgungsleitungen und Abwasserkanälen. (Will sich jemand bei Microsoft bewerben?)
Das Maschinchen ist ein Gator, was sich irgendwie wie ein Saurier oder Krokodil anhört. Wer baut das denn? Mit fiel gleich ein kleines Schild auf, und mein Verdacht bestätigte sich. „Das chinesisch-japanische Joint Venture zwischen Linhai Motor und Yamaha seit den 90er Jahren“ usw.. 所以在某个时候我也必须学习中文。
Der Rohrleger und die rückwärts schwimmende Jenny
Gestern saßen mir die vier 12-Stunden-Schichten doch ein bisschen in den Knochen dergestalt, dass ich mich des Bloggens enthielt, sondern gleich ins Bett fiel. Das Publikum wird das Motiv, das meinen temporären Arbeitsplatz bei Kaiserwetter bei ganztägig glühender Sonne zeigt, schon nicht mehr sehen können. Nur noch ein Detail: Mein Kollege hatte seine beiden Frühstücksbrote samt Tüte auf die Bank gelegt und sich nur kurz umgedreht, als eine schlaue Krähe im Sturzflug alles an sich nahm und auf Nimmerwiedersehen mit der Beute verschwand. Ich habe mich köstlich amüsiert, zumal der Kollege ernsthaft erbost war. Am Nachmittag kam das Vögelchen noch mal vorbei, setzte sich aber vorsichtig in einiger Entfernung auf das Geländer. Es war garantiert dieselbe Krähe, weil die den Eindruck erweckte, sie wisse genau, dass die Hominiden Nahrung auf die Bank zu legen pflegen und dann unaufmerksam werden.
Dann kam endlich eine neue Toilette, sogar mehrere, weil das Dixie-Klo von rund drei Dutzend Bauleuten und zwei Dutzend Sicherheitsmitarbeitern in drei Tagen schon so vollgeschissen worden war, dass wir wähnten, es würde alsbald sich zur Seite neigen wie der Turm von Pisa und dann umkippen.
Frage aus dem Publikum: Warum steht ihr da herum? Antwort: Die Kombination aus der Kita des Bundestags in unserem Rücken, Horden von Touristen, die sich nicht scheuen, Baustellenbarrieren selbst wegzuräumen, weil sie von fern eine Bank mitten auf einer Baustelle erspähen, auf der sie partout ihr Picknick machen wollen, und zahlreichen Gabelstaplern, die mit sperrigem Gerät durch die Gegend sausen in einer Geschwindigkeit, die zu Recht schließen darauf lässt, dass die Fahrer keine westasiatischen Fachkräfte sind, sondern Profis – diese Gemengelage ist versicherungstechnisch ein Albtraum.
Apropos Touristen: Es kursiert eine vermutlich wahre Geschichte über eine kanadischen Nationalpark, in dem die Bären permanent die Mülleimer ausräumen und die Ranger gefragt wurden, warum man keine Mülleimer konstruiere, an die die Bären nicht herankämen? Die Antwort war einleuchtend: Das funktioniere nicht, weil es eine ziemlich große Schnittmenge gebe zwischen den klügsten Bären und den dümmsten Touristen.
Die Klos kamen mit einem langen LKW samt Kran und zweiachsigem Anhänger. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie der Fahrer die enge Kurve nehmen wollte. Aber er fuhr sogar rückwärts und rangierte so geschickt, dass er weder die Bäume abrasierte noch die zahllosen Poller umlegte – die hohe Kunst des Fahrens.
Als alles stand, erschien der Rohrleger, der dafür sorgen sollte, dass die Kacke auch ordnungsgemäß entsorgt wurde. Als Heimwerker hatte ich viele Fragen, und als der Mann mein Interesse sah, wurde er gesprächig und erklärte mir dieses und jenes, zumal ich ein Leak plante, Dichtungen einiger Abflussrohre in meiner Küche zu erneuern (was heute geschehen ist). Er hielt von Teflonband (das ich 1981 in Nicaragua zum ersten Mal benutzt habe) nicht viel, um so mehr von Hanf, aber meinte, als ich einwarf, Hanf sei eine erbärmliche Fummelei, wenn erst einmal feucht geworden, er hätte da was Besseres und zeigt mir das Tangit.
Hätte das Publikum sofort erraten, was auf dem oberen Foto zu sehen ist? Ich nicht, aber das Ergebnis war dann selbsterklärend. Gefälle konnten bekanntlich schon die Römer.
Am Nachmittag kam die Jenny rückwärts schwimmend vorbei, ein Schiff, das 100 Meter lang ist. Mir schwante, dass die Kurve der Spree zu eng sein würde, zumal dort immer auch Gegenverkehr ist, und bemühte schnell die künstliche Intelligenz aka ChatGPT:
Das Rückwärtsfahren sehr langer Schiffe auf schmalen Flüssen bietet einige spezifische Vorteile, die insbesondere mit Manövrierbarkeit und Sicherheit zusammenhängen:
1. Bessere Manövrierbarkeit beim Anlegen und Ablegen: Rückwärtsfahren kann es einem Schiff erleichtern, sich in Position zu bringen, vor allem in engen oder überfüllten Bereichen. Da die Steuerung eines Schiffes häufig im Heck konzentriert ist, kann das Schiff beim Rückwärtsfahren feinere Adjustierungen vornehmen, was das Anlegen sicherer und präziser macht.
2. Verbesserte Kontrolle über das Schiff: Schiffe haben oft einen besseren „Grip“ im Wasser, wenn sie rückwärts fahren, weil der Schub direkt gegen die Hauptströmungsrichtung des Wassers wirkt. Dies kann besonders hilfreich sein, wenn starke Strömungen oder Wind das Schiff beeinflussen.
3. Sicherheitsaspekte bei der Navigation: Beim Rückwärtsfahren ist das Bug des Schiffes dem entgegenkommenden Verkehr oder möglichen Hindernissen zugewandt. Dies ermöglicht es dem Kapitän, Hindernisse besser zu erkennen und darauf zu reagieren, was die Sicherheit erhöht, besonders in schmalen oder stark befahrenen Wasserstraßen.
4. Reduzierung des Risikos von Grundberührung: In flachen oder schmalen Gewässern kann das Rückwärtsfahren das Risiko verringern, dass der Bug des Schiffes auf Grund läuft, da der Tiefgang am Heck oft größer ist. Indem das Schiff rückwärts fährt, wird der tiefere Teil weiter vom Ufer entfernt gehalten.
Diese Techniken erfordern jedoch hochqualifizierte Kapitäne und Mannschaften, da das Manövrieren großer Schiffe in rückwärtiger Richtung komplex und herausfordernd sein kann.
Der Kapitän war also hochqualifiziert, weil er die Kurve nahm, ohne irgendwo anzuecken.
Feierabend. Die Maschinen steh’n in Reih und Glied, ein Anblick, den man gerne sieht. Donnerstag noch mal, sieben Zwölf-Stunden-Schichten in neun Tagen. Aber immerhin hat meine Firma uns nicht nur Catering und Sonnenöl, sondern sogar Eis spendiert.
Heben, Strecken und Dehnen und mehr
Zwölf-Stunden-Schicht: Ich verlasse das Haus um acht und komme um 21.45 Uhr wieder zurück. Und ich soll noch jedes Detail bloggen? Wann? Ich kann noch nicht mal mehr meinen Avatar bewegen!
Heute gab es zum Frühstück eine Care-Tüte für jeden Sicherheitsmitarbeiter: Zwei leckere Wurströllchen mit einer Art Teig drumherum, noch eine Wurstbrezel, zwei Getränke und Obst, zum Abendessen Spargel mit Schinken und Kartoffeln und Salat. Alles ganz ausgezeichnet und angeboten vom Tayfun Catering. Für uns gratis. Da kann man nicht klagen. Kaffee und noch mehr Getränke sind auch frei.
Auf der Brücke steht eine appetitliche junge Dame im Badeanzug und mit Ballettschuhen (!), die irgendwelche Streck- und Dehnübungen für Instagramtiktok machte (die große Version ist daher in sehr hoher Auflösung).
Zwischendurch bewachte ich auch den Olaf.
Dixie-Klos sind für Leute wie mich, die Donnerbalken im Dschungel kennen, nicht zum Erschrecken oder die Nase rümpfen. Da muss man einfach durch.
Interessant ist die Veranstaltungstechnik. Das Foto zeigt eine Mutation des Gabelstaplers auf drei Rädern, der das Material für Zelte heranschafft, in denen 200 Leute Platz nehmen sollen. Ich habe auch eine gar nicht so große Maschine gesehen, die eine Mischung aus Kran und Bagger war und mit Unterdruck Metallplatten ansaugte und hochhob, die sechs Leute mit Haken nur mit Mühe bewegen konnten.
Übrigens: Dort arbeitet das Proletariat, falls jemand fragt, wo das sei.
Neben Standrohren
Mein heutiger temporärer Arbeitsplatz, von neun bis 21 Uhr (ja, das sind 12 Stunden!). Hier: 9:48 Uhr.
Hier: 14:43 Uhr. Demnächst gibt es dort zahllose Veranstaltungen. Das Grundgesetz wird 75 Jahre alt.
Gosh, the memories. Vor ewigen Zeiten – ungefähr 2007 – gab es in dem mittleren Haus eine Veranstaltung über Secondlife. Ich lernte dort eine liebreizende Dame kennen, mit der ich… aber das muss ich nicht veröffentlichen.
Eigentlich wollte ich nur bloggen, wie ein Standrohr aussieht. Das ist nicht so ungefährlich, wie es scheint.
Der Herr von der Kurva-Faktion war Profi-Obachloser und stellte sogar die Bank, auf der er ein paar Stunden geschlafen hatte, wieder ordentlich hin.
Noch drei Tage 12 Stunden, dann zwei Tage frei, dann noch mal drei Tage. Immerhin stellt uns die Firma ein exklusives Catering…
Tanz in den Maien, wollüstig und angepasst
Ja, über was wollte ich schreiben? Dass der Sommer vielleicht da ist? (Das muss am Klimawandel liegen!) Oder über die Talkshow, die ich selbstredend nicht gesehen habe, bei der sich Quallitätsjournalisten wieder unsäglich blamierten?
Oder sollte ich fragen, ob die Grünen eigentlich immer noch fordern, das Wahlalter auf 16 zu senken? Ach nein, es liegt an den Lehrplänen. Die müssen „angepasst“ werden. Oder sollte man falsche Meinungen einfach verbieten?
Und dann haben wir noch zahlreiche Spionageaffären, hinter denen wie gewohnt die üblichen Verdächtigen stehen.
Ich habe jetzt – o Wunder! – vier Tage am Stück frei und kann nach der normalen Hausfrauenarbeit nach Küchenfensterputzen, Fußbodenpflege, Blumen umtopfen und einpflanzen, Knopf annähen, dem Einkauf, dem Kartoffelsalat zubereiten und dem Käsekuchen backen, Spanisch wiederholen, Hebräisch lernen, auch mal etwas völlig Sinnloses tun: Mich auf den Balkon setzen und in einem der teuersten Bücher schmökern, das ich jemals gekauft habe. Es gibt, soweit ich weiß, nur dieses eine, das den Stand der wisschenschaftlichen Forschung über die Trajanssäule referiert.
Schon die ersten Dutzend Seiten des Textes haben mich gefesselt. Eigentlich brauchte man kein einziges Buch über die römische Geschichte – in diesem ist alles, was man wissen muss. Das Werk ist jeden Cent wert. Aber ich werde noch Monate brauchen, um es zu lesen. Leider ist es auch zu schwer und zu groß, als dass ich es in den Urlaub mitnehmen könnte.
Die Lektüre hat mich auch davon abgehalten, den bescheidenen Dienstplan für Mai mehr als eine Millisekunde anzusehen. Da kriege ich schlechte Laune. Ich könnte mich beschweren, aber ich überlege noch. Ich muss beim Bundespresseamt arbeiten, und der Job dort wird sehr gut bezahlt, viel mehr als die Arbeit im Naturkundemuseum. Zum Glück habe ich die letzten beiden Maiwochen Urlaub.

Ist „in den Maien tanzen“ korrektes Deutsch?
ChatGPT: „Im Mai tanzen“ wäre die korrekte Formulierung auf Deutsch. „In den Maien tanzen“ klingt eher ungewöhnlich und wird im Allgemeinen nicht verwendet.
Klar, dass die KI mich hier wieder belügt. Mein Wortschatz ist vermutlich auch größer als der der künstlichen Intelligenz. Wahrscheinlich steht das Wort „Wollust“ auf dem Index.
Institut
Ich frage mich, ob die Nachgeborenen und Einwanderer so eine Schrift überhaupt lesen können?
Regentanz gegen rechts an einem bescheidenen Tag

Teutsche Frauen mit Protestantismus-Hintergrund berauschen sich lichterkettenumkränzt im Kampf gegen Rechts auf der Leipziger Buchmesse
As the moon cast its gentle glow upon the clearing in the forest, a peculiar sight unfolded before your eyes. A group of individuals stood in a circle, their faces adorned with foolish grins, as they held aloft strands of twinkling fairy lights. With an air of misplaced solemnity, they raised the lights towards the heavens, swaying in unison as if engaged in some arcane ritual. Their belief was unwavering – as though by some absurd mimicry of a rain dance, they thought these lights could ward off evil spirits lurking in the shadows. Yet, amidst their laughter and jubilation, there lingered a sense of earnestness, a shared conviction that their actions held the power to repel darkness. And so they danced on, oblivious to the bemused glances of onlookers, their faces aglow with the fervent hope of protection against the unseen forces of malevolence.
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Nein, ich streite mich nicht auch noch mit der künstlichen Intelligenz herum. Der ganze Tag war beschissen. Noch vor dem Weg zur kapitalistischen Lohnschinderei weigerte sich der Akku meines E-Bikes, grüne Lichtlein zu geben, und ich musste kurzerhand in strömendem Regen auf den Roller umsteigen. Zum Glück ist die Stadtmitte am Wochenende nicht so total voll, dass ich noch rechtzeitig kam.
Den ganzen Tag stand eine riesige Schlange vor dem Naturkundemuseum, manchmal mehr als hundert Leute. Wir zwei Kassierer (das war heute mein Job) konnten in den acht Stunden keine Sekunde Pause machen außer den tarifvertraglichen vorgeschriebenen, und ich hatte noch fünf Euro Minus, weil mich ein Mensch überredet hatte, ich hätte ihm fünf Euro zu wenig Wechselgeld herausgegeben, was sich am Ende als falsch herausstellte.
Ich war schon müde, als ich nach Hause kam, wo meine Gemüsesuppe mit Kasseler und zahlreichen
Würstchen auf mich wartete, die ich weise schon für drei Tage im voraus zubereitet hatte. Ich las aus Versehen dazu einen total dämlichen Artikel auf Israel heute von einem messianisch gesinnten Verehrer höherer Wesen, der auch von Jehovas Zeugen stammen könnte, wenn die Website nicht jüdisch wäre.
Ich wollte eigentlich über einen anderen Artikel bloggen, der mit Cyberkenntnissen bramabarsiert („sich in Kameras hacken“) und der mir viel heiße Luft zu enthalten scheint. Man müsste die Aussagen auf Fakten untersuchen, was ich aber der cyberaffinen Leserschaft überlasse.
Bei meiner täglichen Duolingo-Hebräisch-Lektion war ich zum ersten Mal seit 426 Tagen unter 50 Prozent bei den Wiederholungen, was mich total nervt, weil ich intrinsisch motiviert ehrgeizig bin.
Jetzt bin ich so schlapp, dass mein Avatar viele virtuelle Veranstaltungen auf der virtuellen En’Kara-Messe verpassen wird, was natürlich irrelevant ist, aber auch virtuell gilt manchmal „sehen und gesehen werden“, sogar wenn es keinen Sinn macht.
Morgen muss ich schon wieder an die Kasse. Die Sonntage sind besonders schlimm, obwohl es schlimmer als heute kaum vorstellbar ist. Und Montag, wenn ich einen ganzen Tag frei habe, muss ich dann zum Fahrraddoktor meines Vertrauens, der mir hoffentlich nicht eröffnen will, dass der Akku im Gesäß ist…
Die Folgen

Die Folgen dreier 12-stündiger Nachtschichten…
Altehrwürdig: Wissen ist Macht

Hörsaal 8 der Humboldt-Universität in Berlin
Mir hat das Studieren immer Spaß gemacht. Damals war die Studienzeit auch nicht begrenzt. Ich habe acht Jahre an der Uni verbracht und in viele Fächer auch nur zum Spaß reingehört. Neben Germanistik, Philosophie (damals noch in einer romantischen Villa mit großem Garten, IMHO Gelfertstrasse 15), Geschichte, mehrere Vorlesungen in Geologie, sogar in Mathematik an der TU (ich war in ein Mädel verknallt, die dort studierte – ich bin auch heute noch sapiosexistisch).
Ich habe das Wissen nur so in mich hineingeschaufelt, aber das taten damals viele, vor allem diejenigen, die sich auch noch politisch engagierten. Freiwilliges Seminar mit Genossen um 22.00 Uhr über Marx und Feuerbach! Ich bin dabei! Das Hildebrandslied (ganz großartiges Thema! Gehört zum Bildungskanon!) Montag früh um 9.15 Uhr? Alles kein Problem. Kapitalkurse ohne Ende; dann wurde ich auch noch Tutor bei Haug und auch in Altgermanistik.
VVs (Vollversammlungen) ohne Ende. Kadertreffen des KSV. Und nach einem Seminar über das antike Rom mit dem Prof in eine Kneipe? War damals üblich. Wenn es damals schon Smartphones gegeben hätte, mit denen man alles hätte fotografieren können!
Ich wusste aber nicht, wie man lebt. Wer eine Sektenvergangenheit hat, muss das erlernen wie eine exotische Kulturtechnik. Das kam erst nach meiner ersten Südamerika-Reise, die mir auch das nötige Selbstbewusstsein verschaffte.
Was rede ich. Während meiner Nachschicht begegnete mir ein altes Ehepaar, beide gebildet und edel gekleidet, die sich unzulässigerweise auf dem hiesigen Baustellengelände verirrt hatte und die dich hinausgeleitete. Wir kamen ins Plaudern. Alles nett. Sie kamen von einer wissenschaftlichen Veranstaltung. Plötzlich raunte mir die Dame zu: „Free Palestine!“, als sei das ein geheimes Erkennungszeichen unter Mitverschworenen, die heimlich flüstern müssen, weil sie sonst verhaftete werden.
Da war sie an den Richtigen gekommen. Ich sagte ihr, was ich davon hielt, dass ich Israel unterstütze und dass Israelis natürlich auch Palästinenser seien, weil sie bekanntlich – zusammen mit Arabern – in Palästina leben. Das hatte die Dame nicht erwartet. Stammelte etwa von „alle sind Semiten“, worauf ich entgegnete, das klänge mir aber sehr nach Rommel (jemand anderes fiel mir gerade nicht ein), wonach sie zusammen mit ihrem Gatten wortlos die Flucht ergriff.
Man muss das marxistisch sehen. Die Lebenspraxis der Menschen bestimmt, was sie denken. Ideologie fällt nicht vom Himmel. Der tief verwurzelte Antisemitismus in Deutschland war nie weg, nur übertüncht.
Und jetzt kommt alles wieder hoch. Die Antisemiten suchten nur eine Ausrede, um den Hass auf Juden neu zu kostümieren. Der Antisemitismus hat genauso eine „positive“ Funktion wie Rassismus oder das Klimaapokalypische. Man erklärt sich damit die Welt, nur leider falsch: Eine fiktive bzw. gefühlte Gruppe konstituiert sich, in dem sie andere ausschließt – mit Hilfe irrationaler Kriterien. (Wer das Klima nicht rettet, kommt in die Verdammnis. Wir werden alle störben.) Die Deutschen haben sowieso eine Obsession für die armen Araber, denen man selbst dann noch den Arsch abputzen und sie finanziell alimentieren muss, wenn sie jüdische Frauen vergewaltigt haben und ein blutiges Massaker anrichten. No mercy!
Schade eigentlich, dass ich so selten live auf das Antisemitenpack treffe. Ich diskutiere so gern kontrovers. Aber vermutlich sind die einfach zu blöd und verbohrt, um irgendwelche Argumente auch nur anzuhören. Oder es handelt sich um Feigheit vor dem Feind.

Hörsaal 10 der Humboldt-Universität in Berlin
Wer schreitet so spät
Wer schreitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Burks, ganz ohne Kind.
Er summt ein Lied. Es ist gleich zwei.
Er schaut zur Uhr, nein, schon fast drei:
„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Fleischer, er sucht sein Rind.“
Unter andersartigen fragilen Echsen

Allosaurus – der hat mich heute den ganzen Tag komisch angeguckt.
Spricht mich doch ein Besucher des Museums für Naturkunde an meinem Arbeitsplatz an: „Sind Sie Herr Schröder?“ – „Ja, wieso?“ – „Ich verfolge Ihr Blog“.
Ist man denn noch nicht einmal mehr während der kapitalistischen Lohnschinderei vor dem hiesigen Publikum sicher? Bin ich berühmt und komme ins Fernsehen? Oder war der vom Verfassungsschutz, der mich beobachtet aka die Zeitung mein Blog liest?
Heute kam ein Ehepaar zu mir an den Infostand, der Mann fragte etwas in Englisch mit hörbarem Akzent. Ich fragte sie nach ihrer Muttersprache. Beide zögerten, dann flüsterte der Mann „Hebrew“. Ich begrüßte sie dann mit meinem kümmerlichen Ivrit mit Schalom und „herzlich Willkommen“ und sagte, dass ich ein bisschen Hebräisch spräche (אני מדבר קצת עברית). Sie guckten mich an wie Vierjährige, die zum ersten Mal einen Allosaurus sehen. So etwas hatten sie vermutlich zu allerletzt erwartet. Dann drückten sie mir die beiden Aufkleber in die Hand.
Manchmal muss ich mich beömmeln. Ein höchstens dreijähriges Mädchen, an der Hand der Mutti, sagte beim Anblick des Dinos „oh mein Gott“.
Unterhaltung mit einer sehr jung aussehenden adretten Dame, die als (freiberuflicher) „Guide“ am Infostand auf ihre Kindergruppe wartete:
– „Wie wird man denn Guide im Naturkundemuseum?“
– „Ich studiere Biologie. Es geht auch Geophysik oder etwas in der Art.“
– „Und wie lange studierst Du noch?“
– „Ich schreibe gerade meine Doktorarbeit“.
– „(Der Fragenstellende grinst.) Wird man heutzutage gezwungen, bei einer Doktorarbeit Gendersprache zu benutzen?“
– (Lächelt) „Ich schreibe meine Doktorarbeit auf Englisch.“
I love it. Wenn man in tiefstem Kulturpessimismus dumpf vor sich hinbrütet und das Ende nahen sieht ob der Dummheit der Nachgeborenen oder der jungen Kollegen, die von der RAF noch nie etwas gehört haben, sich aber auch nicht informieren wollen, weil sie lieber „chillen“, dann taucht so ein blitzgescheites selbstbewusstes Mädel auf und lässt einen wieder hoffen.
Nordisch
Botschaft der nordischen Länder – für drei Tage mein Arbeitsplatz…


































































