Unter Wartenden
Das Publikum wies schon darauf hin: „In der Rettungsstelle des Krankenhauses Lichtenberg wurde ein Arzt niedergeschlagen und ein Krankenpfleger angegriffen.“ So eine Situation war sechs Jahre lang mein „täglich Brot“. Mit uns wäre das aber nicht passiert. Die westasiatischen Herren wären gar nicht erst hineingekommen oder wären, weil man das als Security im Gefühl hat, wer ein potentieller Störer ist, ständig beobachtet worden.
Warum gibt es in Lichtenberg keine Security? Wenn nicht, lernen die das jetzt auf die harte Tour. Welche Firma wird genommen, wenn man eine beauftragt? Die billigste. Das heißt: Die Security nimmt dann Reißaus, wenn es hart auf hart kommt. Das wollen Berliner Journalisten aber weder wissen noch recherchieren.
Unter Normenverdeutlichern

A school building and many young male pupils who are fighting, everyone has black hair, press photo, hyper-detailed –ar 16:9 –s 750
Massenschlägerei. Neukölln. Schule. 49 Verletzte. Schulleiterin bricht sich die Hand.
Die Qualitätshauptstadtmedien schreiben: Die Schule gilt als sogenannte „Brennpunktschule“ und wird seit vergangener Woche wieder von hauseigenen Security-Kräften bewacht, nachdem der Wachschutz aus finanziellen Gründen im Sommer vom Bezirk zunächst eingestellt worden war.
Als „Brennpunktschulen“ werden Einrichtungen mit einem hohen Anteil an Schülern bezeichnet, deren Familien Sozialleistungen erhalten. Der Anteil der Jugendlichen nicht-deutscher Herkunftssprache lag an der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg im Jahr 2022 bei 81,3 Prozent – eine andere Herkunftssprache geht in Berlin überproportional häufig einher mit dem Bezug von Sozialtransfers.
Tagesspiegel: Von der Pressestelle der Berliner Polizei hieß es auf Nachfrage, dass aktuell „überhaupt nichts“ auf einen möglichen politischen Hintergrund der Auseinandersetzung hindeute. Vielmehr handele es sich mutmaßlich um einen „Streit unter Jugendlichen“.
Berliner Zeitung: Aus Polizeikreisen heißt es, dass es sich um einen Familienstreit handelte. Und: Auch Mitarbeiter dürfen sich nicht äußern, sie seien Angestellte im öffentlichen Dienst, sagt eine Frau. Manche Kinder verbreiten lieber Gerüchte, der Name eines stadtbekannten Clans fällt.
Die Welt (Paywall): Ein mit der Materie vertrauter Beamter sagt: Da helfe auch kein Wachschutz mehr – und das Problem gehe längst über Neukölln hinaus.
Die Polizisten führen in den Schulen „normverdeutlichende Gespräche“. Vergangenes Jahr erstellte die Polizei einen ersten Zwischenbericht. Detailliert legten sie dar, was sie in den Neuköllner Schulen erlebt haben. In dem Bericht stehen Sätze wie: „Zunehmende Gewaltbereitschaft“, „Fehlende Konsequenzen bei gewalttätigem Verhalten“, „Fehlende Mitwirkung der Eltern“, „Problematisches Sozialverhalten/Fehlende Empathie“.
Ich könnte das alles so kommentieren: Seit meine kleine Schwester dort nicht mehr Rektorin ist, geht alles drunter und drüber. Isso.
Ich weiß nicht, was für eine „Security“ dort herumläuft. Wer das Gewerbe kennt weiß, dass der Anteil von Wachleuten, die sehr schlecht Deutsch sprechen, hoch ist, und der Anteil von Deutschtürken und Arabern ebenso. Allerdings darf man, wenn es nach der Gesetzeslage geht, ohnehin niemanden anfassen. Was sollen die also dort tun? Nach meiner Erfahrung nehmen viele Security sowieso Reißaus, wenn sich ihnen eine Gruppe von Südländern Westasiaten nähert.
Ein bisschen kann ich mitreden, weil ich sechs Jahre auch in einem „Brennpunkt“ als Normenverdeutlicher gearbeitet habe. Die Klientel war genauso, nur schlimmer, weil noch von Psychos, Junkies und polnischen Mitbürgern, die nur noch „kurwa“ sagen können Alkoholikern durchmischt.
Entweder stellt man dort Kampfsportler Leute hin, die sich Respekt verschaffen und die sich auch gegen eine Großfamilie durchsetzen können, oder man lässt es gleich. Die Auftraggeber machen aber eine Ausschreibung, und die billigste Sicherheitsfirma wird dann genommen, mit einem vorhersagbaren Ergebnis. Darüber schreiben Journalisten in Berlin aber nicht.
Bei den Gesprächen der Polizei, „die Normen“ zu verdeutlichen, würde ich gern zuhören. In welcher Sprache werden die geführt? Auf Hebräisch oder Skandinavisch oder Japanisch?
Unter Cyberangreifenden und Administrierenden

IT-Verantwortlicher einer deutschen Kommune (Symboldbild)
Ich habe mir die 18 Checklisten des BSI angesehen, auf die Heise hinwies: „Kommunen sind zunehmend Ziele von Cyber-Angriffen. Für angemessenen Schutz mangelt es oft an Wissen und Personal.“
Da bin ich aber gespannt. Wie sollen die Kommunen das ändern, wenn sie ohnehin für nichts mehr Geld haben? Fortbildungskurse für Mitarbeiter? Wer soll das bezahlen?
Man kann natürlich über alles meckern. Wenn man sich ansieht, was das BSI vorschlägt, beginnt man zu ahnen, wie es in den Kommunen cybermäßig aussieht. Word-Dokumente! Da fängt es schon an. Das BSI geht mit schlechtem Beispiel voran. Da fällt mir die uralte Schlagzeile ein. „Microsoft Word bytes Tony Blair in the butt“.
Schon gelesen, BSI? Microsoft warnt Kunden aktuell vor einer gravierenden Sicherheitslücke in Verbindung mit docx-Dateien. Das Gefährliche an dieser Sicherheitslücke ist die Tatsache, dass das alleinige Öffnen der jeweiligen Word-Datei genügt, um den Schadcode auszuführen und Remote Code Execution zu ermöglichen.
Der Transport von Dokumenten und Datenträgern sollte bspw. in einer verschlossenen Tasche und/oder im Kofferraum eines Fahrzeugs erfolgen, statt sie sichtbar und leicht zugreifbar zu machen.
Full ack. Man ist von lokalen Politikern gewohnt, dass sie Laptops mit unverschlüsselten Daten gern in Fahrzeugen lassen und dass diese Laptops dann bei Rockerbanden landen. Das sollten Kommunen anders handhaben.
Ist festgelegt, ob und wie dienstliche Informationen auf fremden IT-Systemen verarbeitet werden dürfen?
Gilt das nicht viel mehr für das Gegenteil? Also etwa während der Dienstzeit Raubkopien herstellen – verboten oder nicht? Und was ist ein „fremdes“ IT-System? Bei mir wäre da Microsoft erste Wahl für Alienmäßiges. (Chor der Administrierenden im Hintergrund: Aber was ist dann mit der Cloud?)
Zielsetzung ist der Bezug von integrer Software, die bei einem seriösen Anbieter gekauft/heruntergeladen wird. Eine vertrauenswürdige Quelle ist typischerweise der Hersteller/Entwickler der jeweiligen Software. Idealerweise stellt die vertrauenswürdige Quelle eine Möglichkeit bereit, die Software auf Integrität zu überprüfen. Steht diese Möglichkeit zur Verfügung, sollte sie auch genutzt werden.
„Integer“ ist nur und ausschließlich Open-Source-Software, hilfsweise Software, die von Edward Snowden oder Phil Zimmermann persönlich empfohlen wurde. Aber dann bliebe in den Kommunen vermutlich gar nichts mehr übrig von der schönen Klickibunti-Welt. Auch Netzwerk Recherche ist im April 2023 mit dem Newsletter auf diesen Zug aufgesprungen. Wenn schon Journalisten einen feuchten Kehricht auf Sicherheit geben, was sollen dann die Kommunen machen?
Aktive Inhalte in Office-Dokumenten sollten nie automatisch ausgeführt werden. Falls eine händische Ausführung notwendig ist, müssen die aktiven Inhalte aus vertrauenswürdigen Quellen stammen. Alle Benutzenden [sic] müssen bezüglich der Gefährdungen durch Aktive Inhalte in Office-Dateien sensibilisiert werden. Zu Office-Anwendungen zählen hier insbesondere auch Anwendungen für PDF-Dateien sowie E-Mail-Clients.
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Wieso eigentlich „händisch“? Oder meinen die „händisch sensibilisieren“? Das würde mich interessieren, obzwar es dann auf die einzelne Verwaltungsfachangestellte ankäme. Zwischenfrage, wie vor Sodom und Gomorrha: Gibt es Kommunen, die als E-Mail-Client nicht Outlook einsetzen?
Zudem sollte der Versand und Empfang von ausführbaren Dateien über E-Mail, die Nutzung veralteter Office-Formate (z. B. .doc oder .xls) oder das lokale Ausführen von Skripten nach Möglichkeit blockiert werden.
Schon klar. Aber ist das Verschicken von Attachments mit Visual Basic Script nicht so was von Anfang des Jahrtausends?
Es sollten ausschließlich moderne Webbrowser mit Sicherheitsfunktionen und mit aktueller Herstellerunterstützung verwendet werden.
Definieren sie „modern“?1 Ich darf also weder den Netscape Navigator noch Lynx einsetzen? Was erlauben BSI?
Die Prüfung sollte bereits auf dem E-Mail-Server stattfinden. Es muss dabei geregelt werden, wie mit Dateien umgegangen werden soll, die das Schutzprogramm nicht lesen kann, z. B. bei verschlüsselten Daten. Falls die Prüfung nicht auf dem E-Mail-Server stattfinden kann, muss sie auf dem E-Mail-Client erfolgen.
Außerdem sollten folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
Ausführbare Dateien in E-Mail-Anhängen unterbinden
Prüfung des Dateiformats (Anzeige der Dateiendungen in voller Länge aktivieren)
Größe von Dateianhängen beschränken (der Wert kann bspw. individuell je nach vorhandenen Ressourcen, Fachverfahren oder externen Vorgaben festgelegt werden)
Ja, das ist doch die Frage: Wie soll man mit verschlüsselten Daten umgehen? Alles so lassen oder gar entschlüsseln? Nennen Sie mir eine Kommune in Deutschland, der man eine verschlüsselte Nachricht schicken kann! Eine! Nur eine! Wait a minute. Welches „Schutzprogramm“ kann verschlüsselte Daten nicht lesen? Sollte das nicht auch verboten werden?
Soweit sinnvoll und möglich sollte auch die automatische Darstellung von HTML-Inhalten deaktiviert werden.
Ja! Full ack. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Aber die Firma möchte ich sehen, die ihren Angestellten die E-Mails auf plain text umstellt. Und die meisten wissen gar nicht, was ich damit meine. Noch nicht einmal der Deutsche Journalistenverband macht das.
Nur berechtigte Benutzende [sic] sollten sich an Clients anmelden können. Es gibt verschiedene Techniken, über die die Authentizität von Benutzenden nachgewiesen werden kann. Die bekanntesten sind: PINs (Persönliche Identifikationsnummern), Passwörter, Token wie z. B. Zugangskarten sowie Biometrie.
Ich sage nur: Paxton! Ich schreibe gerade ein Handbuch, wie man damit Zugangskarten programmiert und druckt, weil Paxton keines herausrückt, sondern die Experten lieber zu Schulungen einlädt, damit das Herrschaftswissen kostenpflichtig bei ihnen bleibt.
Benutzende [sic] sollten angehalten werden, die Bildschirmsperre bei Verlassen des Arbeitsplatzes zu aktivieren.
Ich verrate jetzt kein Betriebsgeheimnis, aber in meiner Firma ist jeder Angestellter verpflichtet, den Bildschirm zu sperren, sobald er oder sie den Allerwertesten auch nur ein wenig lüftet.
Nur Administrierende [sic] sollten von externen Speichermedien booten können.
Ähm. Das ist irgendwo erlaubt? Normale Nutzer dürfen von USB-Sticks booten?
Administrierende müssen außerdem über eine geeignete Persönlichkeit verfügen, um die ihnen übertragenen Aufgaben zuverlässig und sorgfältig zu erledigen.
Wie und zu welchem Ende erlangt man eine „geeignete Persönlichkeit“? Und wer stellt einem dann das betreffende Zertifikat aus?
Ist sichergestellt, dass Benutzende einem Zugriff auf ihre Desktop-Umgebung zwecks Fernwartung jeweils aktiv zustimmen müssen?
Das muss man extra betonen? Ich werde also manchmal in einer Kommune ferngewartet, ohne dass ich es weiß? Das stelle ich mir für Politiker nützlich vor, aber doch nicht für IT-Systeme?
Die Personal Firewall muss so konfiguriert werden, dass die Benutzenden [sic] nicht durch Warnmeldungen belästigt werden, die sie nicht interpretieren können.
Das wird jetzt Comedy. 0x8007042c? ChatGPT: Die Zeichenfolge „0x8007042c“ ist ein Fehlercode im hexadezimalen Format. In Windows-Betriebssystemen werden solche Fehlercodes oft verwendet, um spezifische Probleme oder Fehlerzustände zu identifizieren. In diesem Fall steht der Fehlercode „0x8007042c“ für den Windows-Firewall-Fehler „RPC-Server nicht verfügbar“. Aha.
Die Aufgaben sollten so verteilt werden, dass einerseits Überschneidungen in den Zuständigkeiten vermieden werden und andererseits keine Lücken entstehen.
Rharbarber, Rharbarber, Rahfasel. Man ahnt: Wenn mehr als einer zuständig ist, geht gar nichts mehr. Und meistens ist niemand zuständig. IT-Standort Deutschland at its best.

Fehlende Kenntnis über den Speicherort von Informationen. Unbefugter Zugriff auf Informationen, z. B. durch Administratoren des Cloud-Diensteanbieters.
Keine Ahnung. Sollte denn eine Kommune wissen, wo in der Microsoft-Wolke ihrer geheimen Daten gespeichert hat sind und wer die verwaltet? Seriously? Und an wen sollen die faxen, um das zu erfahren?
Passwörter müssen geheim gehalten werden.
Gut zu wissen. Ich kenne ein großen Krankenhaus in Berlin, bei dem an der Rezeption das Master-Passwort des Rechners an dessen Monitor klebt. Lächerlich ist dieser Hinweis gar nicht.
Eine erzwungene Passwort-Erneuerung ist wenig zielführend, da dies zur Nutzung einfacher Passwörter nach einem festen Muster verleitet.
Ich werde in unregelmäßigen Abständen von der IT-Abteilung in sehr höflichem sophisticated business English aufgefordert, mein Passwort zu ändern. Falls ich das nicht mache, wird mein Account gesperrt. Ich benutze trotzdem keine einfachen Passwörter. Das wird lustig, wenn dieses deutsche Sonderzeichen enthält, man aber – wie ich – mit einer englischen Tastatur arbeiten muss oder mit einer deutschen Tastatur, die Englisch belegt ist – und man nur drei Versuche hat, das Passwort einzugeben.
Gibt es eine Festlegung, wie mit verschlüsselten E-Mails zu verfahren ist, wenn diese nicht durch das Virenschutzprogramm entschlüsselt werden können?
WTF, BSI? Virenschutzprogramme, die E-Mails entschlüsseln?
Hier Klicken oder: Доверяй, но проверяй!

Ich trage Eulen nach Athen, aber vielleicht lesen hier auch die Nachgeborenen mit, die bekanntlich nicht so IT-affin sind wie wir alten Digital Natives.
Liebe Kinder, „Hackerangiffe“ definieren wir als Blödheit der Endverbraucher, die auf alles mit der Maus oder mit dem Finger klicken, was nicht bei drei auf dem Norton Commander sitzt. Wir beschäftigen uns heute nicht mit dem Scum aus Nigeria, sondern mit den etwas klügeren Varianten. Ich werde mir nicht verkneifen können, Ratschläge zu erteilen.
1. Sind Postkarten wahrscheinlich?
Wichtige Dinge schickt niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, unverschlüsselt. Elektropost vom BKA, von Banken oder Finanzämtern usw. sind immer Spam. (Höre ich da jemanden im Hintergrund lachen?)
Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass Strato mir eine E-Mail schickt, obwohl ich dort gar kein Kunde bin? Oder: Wie wahrscheinlich ist es, dass Strato einem subalternen Mitarbeiter des Rheinland-Pfalz-Kreises eine E-Mail schickt, der gar nicht weiß, ob „die Internet-Präsenz“ seiner Behörde bei Strato hängt oder nicht? Was aber, wenn ich eine E-Mail von Strato bekomme und dort einen Account habe?
2. E-Mails nur im Textformat anzeigen lassen
Gibt es jemanden, der nicht weiß, wie das geht? Ich habe hier einen Screenshot aus dem letzten Jahrtausend. Ich bin für nichts und niemanden repräsentativ, aber gerade jetzt sitze ich ausnahmsweise vor einem tiny tits schmalbrüstigen (sic) Windows-Rechner und schaue mir meine E-Mails mit Hamster und Claws Mail an. Letzteres hat die angenehme Eigenschaft, E-Mails nicht in HTML anzeigen zu können, was mich von der lästigen Pflicht befreit, in den Voreinstellungen herumfummeln zu müssen.
Trotzdem zeigt Claws Mail den Link der E-Mail nicht wirklich – der wird nur, falls man mit der Maus herumfuchtelt, unten eingeblendet. Ich werde also zum Biohof Roegnitz (hof-roegnitz.de) weitergeleitet? Seriously? In einer E-Mail von Strato?

Natürlich nicht. Aber wer schaut da schon hin außer mir?
3. Nur Https-Verbindungen über den Cyberweg trauen
Der Browser Opera (für Windows) meckerte, als ich den vermeintlichen „Biohof“ aufrief. Ein Provider, der keine Website hat, die man per https aufrufen kann, sollte ohnehin als unseriös gelten. Strato aber ist 600 Millionen Euro wert – da sollte man nicht erwarten erwartet man keine Azubis an der Servern. Hier stimmt also etwas nicht.

4. Den Header ansehen
Man kann auch in die Headerzeilen der E-Mail schauen, um Indizien zu finden, ob derjenige, der sich als Empfänger ausgibt, dort auch zu finden ist. Natürlich kann man das alles fälschen – das kann sogar ich, und der Gott der Niederlande konnte das schon 1984.
In unserem Beispiel sieht es aber eher danach aus, als schriebe jemand mit einem Web.de-Account. Der hat sich also vermutlich gar nicht die Mühe gemacht, irgendetwas zu verbergen.
Wer mit den Details der elektronischen Briefköpfe nicht vertraut ist, kann übrigens Thomas Hochstein fragen.
5. Auf die Domain oder den URL schauen
Der Link in meiner E-Mail führt für DAUs Unbedarfte zu einer Website, die exakt wie die bei Strato aussieht, wenn man sich einloggt. Nur die Domain ist nicht mehr eine von Strato (vgl. unten: oben die gefakte Website der Phisher, unten die Original-Website von Strato).
Die Maximen Lenins helfen nicht nur bei bewaffneten Aufständen, sondern auch bei E-Mails weiter. Ich frage mich eher, warum immer noch Leute auf die Maschen der Phishenden (sic) reinfallen? Wäre das nicht so, würden diese es nicht versuchen…
Hier ist kein Wartebereich, revisited

Aus einem meiner Schreiben an die Polizei aus dem Jahr 2015:
(…) Ich habe die dem Herrn B. vorgeworfenen Tat „Sachbeschädigung Schrankenautomat“ nicht selbst gesehen, sondern nur gehört.
Herr B. kam ca. 2 Uhr [nachts] in den leeren Warteraum der Rettungsstelle im Vivantes Klinikum am Urban. Er kaufte dort am Automaten ein Getränk. Ich habe ihn beobachtet, aber zunächst gewähren lassen. Er begann aber, seinen Rucksack auszupacken und Müll auf den Bänken und dem Fußboden herumzustreuen. Daraufhin habe ich ihm erklärt, dass der Warteraum nur für Patienten und deren Angehörige sei und er die Rettungsstelle zu verlassen habe. Herr B. wurde verbal aggressiv, verließ aber dann doch den Warteraum unter lautem Schimpfen.
An der Doppeltür nach draußen drehte er sich um und warf seinen Rucksack nach mir, traf mich aber nicht. Der Inhalt – u.a. Papierschnipsel und leere Dosen – breitete sich dabei großflächig auf dem Boden aus. Einige Schwestern waren durch den Lärm aufmerksam geworden und kamen aus der Rettungsstelle. Ich kann mich aber nur noch an den Namen einer erinnern. Als eine der Schwester eine leere Erdnussdose des Herrn B. aufheben wollte, stürzte der in aggressiver Weise auf sie zu. Ich habe eingegriffen und ihn auf den Boden geworfen, um zu verhindern, dass er sie angriff.
Herr B. sammelte dann seine Sachen wieder ein, ich habe währenddessen den Kollegen Sebastian P., der Streife lief, per Diensttelefon zur Unterstützung geholt. Wir haben Herrn B. zu verstehen gegeben, dass er die Rettungsstelle zu verlassen habe, was auch geschah. Der Kollege und ich haben uns vor der Eingangstür draußen aufgehalten, um sicher zu sein, dass Herr B. auch wirklich ging.
Nur kurze Zeit später hörten wir laute Geräusche auf dem Parkplatz, konnten aber nichts sehen. Es hörte sich metallisch an, als wenn jemand auf ein Auto einschlüge. Wir sind sofort auf den Parkplatz gerannt. Kollege P. verlor dabei noch sein Diensttelefon, was ich einsammelte. Auf dem Parkplatz haben wir niemanden mehr angetroffen. Wir sahen aber, dass die Sprecheinrichtung des Schrankenautomats demoliert war. Teile davon hingen herunter oder lagen auf dem Boden.
Ich bin die Dieffenbachstrasse in Richtung Grimmstraße gelaufen, der Kollege P. in Richtung Planufer. Ich habe noch gerufen, dass ich Herrn B. nicht sähe. Den Kollegen habe ich, als ich wieder zurückging, auch nicht mehr gesehen, ich hatte aber noch sein Diensttelefon. Das habe ich beim Pförtner abgegeben.
Kurz nachdem ich wieder in der Rettungsstelle war, erhielt ich einen Anruf aus der Pforte, dass der Kollege den Herrn B. aufgegriffen habe, dass dieser aber in den Kanal gesprungen war, und dass ich eine Decke bringen solle, was ich auch tat.
Impfpflichtdurchsetzungsgesetz und Klarnamendurchsetzungsgesetz

Das hiesige Publikum riet mir, um den Abschaum im Internet anzutreffen, Twitter aufzusuchen. O mein höheres Wesen – da schwillt einem die Gülle gleich kubikhektorliterweise entgegen. Man muss nur nach #impfpflicht suchen. Das halte ich nicht aus, und schon gar nicht an einem freien Wochenende.
Ich habe da aber mal ein paar Fragen. Wie wollen „die“ eigentlich feststellen, wer geimpft ist, wenn das Impfpflichtdurchsetzungsgesetz in Kraft tritt? Es gibt keine Zentrale, sondern alles machen wieder die Länder. Die erhobenen Daten sind auch nicht personenbezogen. Das RKI bekommt die Daten aber nicht direkt, sondern über die Bundesdruckerei (WTF?) Außerdem ist unstrittig, dass die Daten nicht stimmen.

Die Unternehmen müssen sich also selbst kümmern. Nehmen wir das Sicherheitsgewerbe. Zufällig kenne ich mich ein bisschen in der Praxis aus. Es herrscht extreme Personalnot für Jobs, die mehr verlangen, als eine Mauer zu bewachen, und das schon seit Jahren. Auch die Löhne sind nicht mehr so extrem niedrig wie noch vor einem Jahrzehnt. Das Problem: Die Jobs müssen besetzt werden – wenn jemand ausfällt, muss jemand anderes einspringen. Die Impfquote ziemlich niedrig, weil der Anteil der Idioten hoch ist. Was soll ein Unternehmen also machen? Zwingen kann eine Firma niemanden, aber in manchen Objekten dürfen Ungeimpfte nicht mehr arbeiten. Und wer soll das alles kontrollieren – und wie? Wer sich schlecht behandelt fühlt, kann sich auch krankschreiben lassen. Wenn ein Angestellter ausfällt und eine Schicht nicht besetzt werden kann, müssen Sicherheitsfirmen dem Auftraggeber Strafe zahlen, und noch mehr: Eine Brandmelde- oder Alarmanlage kann man nicht einfach acht Stunden sich selbst überlassen. Ich gehe davon aus, dass mindestens drei Augen zugedrückt werden. Und wenn man sich erst die kleinen Sicherheitsklitschen ansieht, bei denen weder Dienstuniformen vorhanden sind noch Mitarbeiter, die einen korrekten deutschen Satz formulieren können, dann weiß man, was man bekommt.

And now to something similar. (Rainer Wendt – das ist übrigens der mit den virtuellen Streifenfahrten.) Unsere Qualitätsmedien schreiben oft: Klarnamenpflicht im „Netz“ sei gefordert worden. Das möchte ich im IRC oder Usenet mal sehen. Die, die so etwas herumtönen, haben keine Ahnung, und davon ganz viel. Wenn ich mir anschaue, mit wie vielen Fake-Profilen ich täglich in den sozialen Medien konfrontiert werden – von Porno-Spam bis zu „Klarnamen“, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie frei erfunden sind…
Alles Bullshit-Bingo.
Burks.de kann man übrigens abschalten, wenn ich zu viele Hassreden schwinge.
Blaue Bagger, faule Spree und noch mehr

Die Spree bei Sophienwerder, nach Osten fotografiert
Die Weltläufte und dergleichen: Irgendwie passiert nichts von Belang.
Jemand fordert einen Gesinnungstest für Journalisten der ARD. Bin ich klar dafür. Wer nicht mindestens eine halbe Stunde frei über das „Kapital“ von Marx referieren kann, darf kein Journalist werden oder sein. Ersatzweise geht auch „Lohn, Preis und Profit„.

Industrieruine in Strelow, an der Mündung der Spree in die Havel
Die Hölle friert ein In der Taz finden wir etwas über „Symbolkämpfe in der Sackgasse“: „Die Idee, mit dem Gendersternchen eine diskriminierungsfreie Gesellschaft zu erzwingen, ist gescheitert. Die Gendersprache schließt zu viele aus.“
Das wird die linksidentitären Sprachesoterikerglottisschlaginnen aber nicht erschüttern. „Gegenderte“ Sprache ist nur ein Vorwand, um sich „nach unten“ abzugrenzen und sich moralisch besser zu fühlen – ohne Rücksicht auf Verluste. Aber das sagte ich vermutlich schon. „Dazu passt, dass die treibenden Kräfte vor allem an Universitäten und in Behörden zu finden sind. Sie geben Leitfäden zur geschlechtergerechten, diskriminierungsfreien Sprache heraus, die einen angemessenen Umgang empfehlen, in der Konsequenz aber aufgrund ihrer Vormachtstellung anordnen…“ Es geht um die Macht der Mittelklassen.
Sachlich und sehr informativ auf Telepolis: „Man sollte die Fähigkeiten der KP Chinas nicht unterschätzen“. De facto eine Vorschau, was wir hier (Tonfall: drohend) noch diskutieren müssen.
„Offiziell heißt es heute in den Geschichtsbüchern, dass China vor 1949 ein „halbfeudales“ und „halbkoloniales“ Land war.“ Das bedeutet: Sie wissen es nicht und drücken sich vor der Analyse. Damals hat die KP Chinas einfach den Unsinn und das schablonenhafte Geschichtsbild übernommen, den Stalin allen aufgezwungen hatte. Wenn ich keine Ahnung habe, wie ein Ding oder ein Etwas zu definieren sei, sagte ich einfach irgendetwas und setze „halb“ davor. Dann ist es halb wahr oder halb falsch.

Der Bagger bzw. Kran gehört vermutlich zum Heizkraftwerk Reuter West
Schöne Schlagzeile im Guardian: „Why most people who now die with Covid in England have had a vaccination“. Das Deutsche kann ein Wort dafür zusammenstückeln: aufmerksamkeitsheischend.
Lieder hinter der Paywall der Welt – ein Interview mit dem „Risikoforscher“ Gerd Gigerenzer (warum schreiben die nicht einfach „Psychologe“?). „Gigerenzer arbeitet über begrenzte Rationalität, Heuristiken und effiziente Entscheidungsbäume, das heißt über die Frage, wie man rationale Entscheidungen treffen kann, wenn Zeit und Information begrenzt und die Zukunft ungewiss ist (siehe auch Entscheidung unter Ungewissheit).“ Hört sich spannend an. Zu Beginn der aktuellen Pandemie lag er total falsch und hat seine Meinung geändert.
Gigerenzer: Man vertraut beispielsweise in das, was aus dem eigenen Land kommt. Eine Umfrage zeigte, dass die meisten Deutschen das größte Vertrauen in den Impfstoff von Biontech haben und weit dahinter in Moderna, das ja aus den USA kommt. Die meisten Amerikaner haben das größte Vertrauen in Moderna und Pfizer und die Briten in das Vakzin von AstraZeneca, das in Oxford entwickelt wurde. Und die Franzosen haben am wenigsten Vertrauen in alle diese Impfstoffe.

Abrissarbeiten auf Sophienwerder
Ukrainische Soldatinnen [sic] sehen jetzt furchterregend aus. Putin schlottert schon.

Faule Spree, ein Landschaftsschutzgebiet
RBB: „Betrügerische Netzwerke in der privaten Sicherheitsbranche verdienen bei der Bewachung von Berliner Flüchtlingsunterkünften viel Geld. Die Spuren führen in die organisierte Kriminalität und ins Clanmilieu.“
Das wundert niemanden, der sich in der Branche auskennt. Man sollte eher fragen, warum die so genannte öffentliche Hand dann immer die billigsten Angebote bei Ausschreibungen nehmen muss, statt auf Qualität zu achten? Anspruchsvolle Auftraggeber verlangen inoffiziell schon, dass die Sicherheitsfirma keine „Schwarzköpfe“ (Original-Zitat) schickt, sie wollen also weder türkischstämmige Sicherheitsmitarbeiter und auch keine Araber. Deren Arbeits“ethos“ in oft ganz anders. Ganz einfache Statistik, da hilft auch kein Drumherumreden oder Verschweigen.

Die Rudolf-Wissell-Brücke, die abgerissen werden soll, kurz vor der Schleuse Charlottenburg, bei der ich kehrtmachte und zurückpaddelte.
A few alarms to view [Update]

Alarmanlage (Symbolbild)
Ich musste gestern folgende Sätze in Englisch sagen, was mir ohne Google nicht spontan gelang:
„Um das herauszufinden, brauchten wir eine Rohrzange. Die habe ich leider nicht dabei.“
„Ich habe den Klempner, der hier ist, um die Heizung zu reparieren, off the record gefragt, ob er eine Idee habe, warum das Wasser nicht läuft. Er war hilfsbereit und hat den Hauptwasserhahn gesucht, gefunden und angestellt. Der Geschirrspüler sei übrigens an die Warmwasserleitung angeschlossen. Das ist keine gute Idee.“
„Der Ingenieur hat die Alarmanlage repariert. Einer der Bewegungsmelder war kaputt. Der hatte die zahlreichen Fehlalarme ausgelöst und bewirkt, dass die ganze Anlage herumspinnt.“
#neubau #handwerk #security #einmalmitprofisarbeiten
Ich mochte immer an der journalistischen Recherche, dass man ständig vor neuen und herausfordernden Situationen steht, für die es keine „Dienstanweisung“ gibt. Ein sesselfurzender Job war nie mein Ding. In dem Beruf, der meinen Lebensunterhalt zuverlässig sichert, was vom ersteren nicht gesagt werden kann, ist es ähnlich. Hier spricht niemand Deutsch, und alle kennen sich mit Datenverarbeitung aus. Aber eben nicht mit Rohrzangen und wie man deutsche Klempner dazu bringt, dass sie etwas tun, was nicht im Auftragsbuch steht.
Die Chefin hier spricht fünf Sprachen fließend, aber Englisch ist auch nicht ihre Muttersprache. Mit einem Stromkonzern zu telefonieren, warum der Formschreiben in unverständlichem Bürokratendeutsch schickt, statt eine konkrete Anfrage zu beantworten, übersteigt ihr (gutes) Deutsch. Also muss ich plötzlich dolmetschen. Oder mit deutschen Handwerkern ausdiskutieren, warum es für anspruchsvolle elektronische Anlagen, die ich auch noch bedienen soll, gar kein Handbuch in irgendeiner Sprache gibt. Oder die Tipps eines superhilfsbereiten britischen Ingenieurs kapieren, der kein Wort Deutsch kann, aber dafür mit starkem walisischen Akzent über komplizierte elektronische devices plaudert, den ich so verstehe wie ein Deutsch lernender Pakistani Niederbayrisch.
Ich mag den neuen Job. Er ist nicht ganz so herausfordernd wie die Aufgabe, randalierende psychiatrische Patienten daran zu hindern, das medizinische Personal zu attackieren, oder Großfamilien der südländischen Art davon abzuhalten, gewaltsam in die Rettungsstelle einzudringen, oder Türkisch sprechende männliche Jugendliche zu ermahnen, nicht mit einer Fernbedienung erotische Filme auf den Fernseher im Warteraum zu „zaubern“, oder weibliche Insassen der geschlossenen Abteilungen, die – für mich nicht nachvollziehbar – Ausgang bekommen haben, wieder einzufangen, weil sie sich – für mich nachvollziehbar – weigern zurückzukommen, ober polnische Bürger, die nur noch „kurwa“ sagen können, zu bitten, nachdem sie ihren Rausch ausgeschlafen haben und der Promillepegel unter zwei gefallen ist, die Notaufnahme zu verlassen, mit dem glaubwürdigen Hinweis, dass ich gewaltsam nachhelfen würde, falls sie sich weigerten.
Man muss eben improvisieren mögen.
[Update] Geschirrspüler an die Warmwasserleitung anzuschließen ist möglich. Also irrte der Plumber.
Selfie mit Bär. Und ihr so?
Auf dem Weg zur Arbeit, in aller HerrgottsFrühe (Die Metadaten sagen 5.12.54 Uhr). Frau Chebli würde jetzt fragen: Und ihr so?
Bescheidene Verhältnisse
Man kann sich lebhaft vorstellen, was die üblichen Verdächtigen aus diesem Tagesspiegel-Artikel für Schlüsse ziehen: „Mehr Corona-Infektionen in Einwanderervierteln“.
Insbesondere Patienten, meist seien es Männer, aus „Großfamilien“ seien wegen Covid-19 in Behandlung. Oft sprächen sie Arabisch, auch Türkisch oder Serbokroatisch. Ab und zu habe es Streit mit Angehörigen gegeben, die sich nicht mit dem Besuchsverbot abfinden wollten, berichten Vivantes-Pflegekräfte.
Allerdings, so sagen die selben Klinikmitarbeiter, gebe es Coronafälle in der gesamten Bevölkerung. Tendenziell seien schwere Verläufe bei jenen Patienten häufiger, die aus „eher bescheidenen Verhältnissen“ kommen, wie es eine Vivantes-Medizinerin ausdrückte.
Auch die Tatsache, dass „man sich [mit Regeln] nicht abfinden will“, kann ich mir lebhaft vorstellen, ich habe das sechs Jahre mitmachen müssen.
Engineer Modus
Das hiesige Publikum wird sicher wissen, was ich da in der Hand halte. Ich vermute aber, dass die marginalisierten Intellektuellen aus der kleinbürgerlichen Mittelklasse, die merkwürdige Abkürzungen wie „cis“, „Poc“ und „trans“ wie Adjektive benutzen und dreist Sonder- und Satzzeichen mitten in unschuldigen Wörtern platzieren, keine Ahnung haben, wofür ich dieses Gerät benutzen werde.
By the way: Das Publikum merkte ganz richtig an, dass ich viel zu tun habe. Das war aber noch nie anders. Gestern wurde mir eine recht komplizierte Alarmanlage mit gefühlt zwei Millionen Features von einem nur Englisch sprechenden Ingenieur mündlich erklärt. Ein fucking manual gibt es nicht. Ich verfasse daher jetzt eine Anleitung auf Deutsch für Kollegen, die ausländischer Sprachen nicht mächtig sind. Um zu beschreiben, wie man die Anlage scharf schaltet, habe ich schon sechs Seiten gebraucht…
Tutorial: Daten verschlüsseln mit Veracrypt I
Neu auf der Website des Vereins German Privacy Fund: Tutorial: Daten verschlüsseln mit Veracrypt I.
Ich bitte die kryptoaffine Leserschaft um Verbesserungsvorschläge und Korrekturen, falls nötig.
Tutorial: Verschlüsseln mit dem Smartphone [Android]
Neues Tutorial: Verschlüsseln mit dem Smartphone.
Ich halte das für schwierig, kompliziert und für Laien nicht zu empfehlen. Das Feature „Signieren“ ist zum Beispiel zwar enthalten, funktioniert aber nicht. („This is not a supported use case.) Auch die Ausdrucksweise ist eher verwirrend: Statt OpenKeychain taucht plötzlich OpenPGP App auf (womit de facto dasselbe gemeint ist). Statt signieren eines Schlüssels (beglaubigen anhand des digitalen Fingerabdrucks) schreiben die verschlüsseln. Verschlüsseln einer Signatur? Geht’s noch?
Die gute Nachricht: andere Tutorials sind noch schwieriger – das tut sich niemand an, der das Prinzip begreifen will. Auf der OpenKeychain-Website werden die meisten Fragen beantwortet, aber nur in Englisch.
Wenn ich alle Features erwähnt und erklärt hätte (wann ist ein Schlüssel „gesund“?), säße ich noch in einer Woche hier.
Man kann es natürlich noch schlimmer machen – wie das BSI: „Wie bereits in der Beschreibung von APG eingeführt, entstand OpenKeychain als Fork von APG im März 2012.“ Schon klar. Zeige ich gleich dem nächsten Deutschlehrer, der gern verschlüsseln möchte.
Security Engineering
Schon bestellt (via Fefe): Ross Anderson Security Engineering: A Guide to Building Dependable Distributed Systems. Das Buch gibt es auch als pdf, man muss nur jedes einzelne Kapitel herunterladen. Wer Ross Anderson nicht kennt: Da war irgendwas mit Tiger-Hashalgorithmen und Schlangen.
Alles sicher
Security-Treffen: die ehemaligen „Bodyguards“ der Rettungsstelle im Urban-Krankenhaus.
Un tendre poulet oder: Die purpurnen Flüsse
Ich empfehle die Thriller-Serie Die Purpurnen Flüsse (auf Netflix, bis jetzt drei Staffeln). Die Serie hat nichts mit dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2000 zu tun (was ich zuerst dachte) – außer dem Titel der Romanvorlage.
Hauptdarsteller sind Olivier Marchal, der im realen Leben auch Polizist war, und die erstaunlich wandlungsfähige Erika Sainte.
Als ich die Biografie Marchals überflog, musste ich mehrfach nicken. Ich kann das Gefühl sehr gut nachvollziehen – nach sechs Jahren als Security in einem so genannten sozialen Brennpunkt, in direktem Kontakt mit Irren, Kriminellen, Kranken, Gewalttätern, Alkoholikern, Junkies, Einwanderern jeder Art, Nazis und Normalos. „Die offene Verachtung, die die Menschen ihn spüren ließen, wenn er seine Arbeit verrichtete, die Beleidigungen, die er zu hören bekam, wenn er beispielsweise in Bars Kontrollen durchführte, desillusionierten ihn rasch. Er charakterisiert sich heute, auf die damalige Zeit zurückblickend, als weichlich („un tendre poulet“), respektvoll gegenüber den Ganoven, außer in Fällen von Gewalt gegen Kinder oder alte Menschen.“
Das hört sich komisch an, aber „verweichlicht“ war ich vor meiner eigenen Erfahrung auch. Ich weiß jedenfalls, was Marchal damit meint.
Die Ausstrahlung des Hauptdarstellers und seine Attitude („grumpy“) passen hervorragend zu seiner jungen Assistentin, die sich viel von ihm abguckt, vor allem das Motto, dass Vorschriften dazu da sind, ignoriert zu werden und dass Vorgesetzte Idioten sind, denen man das auch möglichst oft sagen muss. Ich musste laut lachen, als Kommissar Niémans (Marchal) seiner Kollegin Camille (Sainte) sagt, er müsse noch kurz mit dem „Stümper“ reden, einem Dorfpolizisten, der in Sichtweite an einem Auto wartet, und sie schmunzelt, weil sie weiß, dass er den armen Kerl mit wenigen ruhigen Sätzen so zusammenscheißen wird, das der nicht mehr weiß, wo vorn und hinten ist, was auch geschieht.
Beide gehen sehr robust vor, vermutlich wäre das so in deutschen Krimis so nicht politisch korrekt möglich. Nicht so wie „Dirty Harry“, sondern nachvollziehbar für die Rezipienten, kein Klamauk wie „Schimanski“, sondern spannend, düster und abgründig.
Nicht anfassen


Keine Corona-Gefahr, aber trotzdem nicht anfassen, auch nicht mit Handschuhen! #wirfüreuch #security #SecuritasHeroes
Ich habe jetzt vier 12-Stunden-Schichten. Am Sonntag muss ich in Second Life auf die Schnelle ein Sim bauen. Montag und Dienstag noch zwei 12-Stunden-Schichten. Danach gibt es wieder mehr hier zu lesen.
Kritische Infrastruktur
Schon merkwürdig, dass ich bei keiner Meldung in den Medien seit Beginn der Pandemie etwas über die Leute gelesen habe, die in der Sicherheitsbranche arbeiten, zum Teil unter extrem prekären Bedingungen. Prekär heisst: Wenig Lohn, lange Arbeitszeiten, Wechselschicht usw. Natürlich ist das auch eigenes Verschulden: Extrem geringer Organisationsgrad, Lohndumping, viel nicht tarifgebundene Subunternehmen, oft wechselnde Arbeitsplätze, Wechselschichten, oft zwölf Stunden Arbeitszeit.
Wären die Sicherheitsmitarbeiter so selbstbewusst und organisiert wie Bergleute, läge der Mindestlohn vermutlich bei 40 und nicht bei gut zehn Euro. (Meine Firma zahlt mehr, aber die ist ja auch nicht die billigste – Qualität ist eben nicht umsonst zu haben.) Die Sicherheitsbranche ist die Hochburg des Lohndumpings, noch vor dem Baugewerbe. Das wird noch dadurch gefördert, dass städtische Unternehmen – wie etwa die Krankenhauskonzerne in Berlin – oft selbst dann Billigfirmen vorziehen, wenn die lokale Verwaltung und das Personal hoch zufrieden sind. (Ich weiß, wovon ich rede.) Nur der Profit zählt.
Zudem arbeiten in der Brache oft Kolleginnen und Kollegen, die keinen deutschen Pass haben und/oder der deutschen Sprache kaum mächtig sind. Das wäre an sich nicht so wichtig, je nach Aufgabe, aber Einwanderer, vor allem aus arabischen Ländern, sind nur wenig klassenbewusst und lassen alles oft mit sich machen. Ich musste mehrfach erklären, was eine Gewerkschaft ist, sogar das Wort buchstabieren. Geholfen hat es nicht. Mein Mitleid über schlechte Arbeitsbedingungen in der Branche hält sich daher in engen Grenzen.
Die Arbeiter der Sicherheitsbranche müssen immer arbeiten (wie medinizisches Personal); wenn jemand ausfällt, muss die Schicht trotzdem besetzt werden. Was ist, wenn sich in einem Monat die Hälfte aller Leute krank melden, weil sie infiziert sind? Wer wartet die Brandmeldeanlagen in vielen Objekten, die zum Teil gar nicht so einfach zu „handeln“ sind (RTFM!)? Selbst ich kam bei einigen Manuals, die ich studieren musste, ins Grübeln.
Ich hatte sogar einmal einen lautstarken Streit mit einem Feuerwehrhäuptling, der mich anfauchte, als sie drei Minuten nach einem Brandalarm mit großem Gerät samt Leiterwagen und in Begleitung der Polizei vor dem Objekt standen, warum ich denn den akustischen Alarm ausgeschaltet habe? Er grummelte was von mehreren Tausend Euro, die ein Feuerwehreinsatz koste. Zum Glück hatte ich Recht, und er entschuldigte sich später. Ich war aber schon relativ nervös geworden – wer legt sich schon gern mit einem Expertem der Feuerwehr an? (Ursache des Alarms und des „Brandes“ war übrigens ein vor sich hin kokelnder Toaster.)
Die Sicherheitsbranche ist – wie der Name suggeriert – dafür da, die so genannte kritische Infrastruktur zu bewachen und ist daher, wie ein aufmerksamer Leser hier schon anmerkte, „systemrelevant“.
Aber wie schützt man sich, wenn man bei einer Billigfirma des Sicherheitsgewerbes arbeitet, die noch nicht einmal Dienstkleidung stellt, bei einer Einlasskontrolle davor, sich anzustecken? Zum Glück sind die meisten Events zur Zeit abgesagt… Das musste mal gesagt werden.
Die gute Nachricht: Eine Ausgangssperre wäre für mich kein großes Problem.
Keine Panik! Oder Speichen und Sprechpuppen
Nach vier mal zwölf Stunden und zwei Mal acht hat die Leserschaft einiges verpasst, da mir die Zeit zum Bloggen fehlte. Die Politik hierzulande ist bekanntlich grottenlangweilig. Was soll man dazu schreiben? Man muss das aus der Perspektive der Chinesen sehen – 2000 Jahre Kultur und die passende Schrift dazu – und was dauerhaft wichtig ist. Oder auch der Italiener, die seit der Gründung Roms erfahren sind in der permanenten Intrige der Herrschenden gegen alle anderen und sich selbst.
Was wird man in einem halben Jahrhundert sagen über die SPD, Thüringen hinter den sieben Bergen bei den sieben politischen Zwergen, einen Friedrich Merz und seine widerwärtigen Vorbilder? Da lobe ich doch meinen Großvater, der als Analphabet zur Zeit der russischen Revolution nach Deutschland kam und intuitiv wusste, dass Hitler ein „Arschloch“ (Zitat von meiner Mutter überliefert) war.
Apropos Corona und Corona-Prophylaxe [Update von der WHO]: An den Folgen der „Spanischen Grippe“ starben in Deutschland geschätzt mehr als 400.000 Menschen, infolge der „Asiatischen Grippe“ starben 1957/58 rund 29.000 Menschen, und infolge der „Schweinegrippe“ im Winter 2009/10 starben 350 Menschen. Just saying. Fakten und Statistiken sind immer prägnanter als Talkshow-Gelaber.

Credits Martin Heuwold (megx.one|Instagram)
Man kann sich mit Kunst beschäftigen oder mit Wissenschaft. My Modern Met schreibt über Lego am Bau. Schön! Mehr davon!
Das Smithsonian Magazin stellt die verwegene These auf: „Fairy tales could be older than you ever imagined“. Das ist aber nicht neu, das Nibelungenlied ist nur ein Beispiel. Man muss sich diese oral history aber wie eine Schichttorte vorstellen: Die Erzähler bzw. Sänger wussten nicht immer um den tieferen Gehalt, was wiederum garantierte, dass dieser nicht ganz verfälscht wurde, da es auch darum ging, das Erinnerte genau so wiederzugeben, wie man es gelernt hatte. Vgl. auch die Quellen zum Thema Pontos Oxeinos sowie Ranke-Graves, insbesondere Die Weiße Göttin. Nicht zu vergessen Die Erlkönigin (der beste Artikel, den ich jemals geschrieben habe).

Credits: Lei Xue
Noch mal My Modern Met: „Smashed cans sculpted in the traditional style of Ming dynasty porcelain. Das nenne ich wahrhaft große Kunst, die man sich lange anschauen kann.

Credits: Somewhere on the internet
Jetzt nur noch gute Nachrichten, zum Beispiel grüne Dörfer und Entenarmeen.
And now for something completely different. Auch wenn der Beklagte ein politischer Idiot ist, kann ich klammheimliche Freude nicht verhehlen. Eine auch hier schon erwähnte Klägerin darf „islamische Sprechpuppe“ und „Quotenmigrantin der SPD“ genannt werden. Die Textbausteine sind natürlich keine Tatsachenbehauptungen, sondern werden durch das Recht, die freie Meinung zu äußern, gedeckt. Die Klägerin blamierte sich schon durch die Klage und zeigt, dass sie das nicht verstanden hat. Und auch der Kommentar Katja Füchsels und Sebastian Lebers greift total ins Klo: „Für Rechtsradikale ist Sawsan Chebli ein Trigger auf zwei Beinen“. Nicht nur für die. Wer den Blödsinn, den die Dame von sich gibt, kritisiert, wird in die rechte Ecke gestellt? Geht’s noch? Ihr habt doch ein Rad ab.
Da zitiere ich zum Trotz Henrik M. Broder noch einmal:
Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftiches Engagement und ähnliches Gedöns hat vor kurzem wieder mal Auschwitz besucht….) Derweil Frau Chebli, die den IQ einer Birkenstocksandale mit dem Charme einer handbetriebenen Kaffeemühle verbindet, noch lauter gegen Rassismus aufsteht. (…) Ob die Frau nun einen an der Klatsche oder nicht alle Speichen am Rad hat, dafür ist das Duisburger Amtsgericht zuständig. Was man auch ohne juristischen Beistand sagen kann, ist, dass sie unter einem hypertrophen Mitteilungszwang leidet, der in der Fachliteratur als Logorrhoe bezeichnet wird.
Auch schön: Der Hijabisierung wird zumindest vor Gericht Einhalt geboten. Auf Fratzenbuch wurden die Richter als „Kulturrassisten“ beschimpft, ein Wort, das direkt aus Pallywood stammen könnte.
Der Schockwellenreiter schrieb dazu: „Negative Religionsfreiheit bedeutet auch, die katholische Kirche als das bezeichnen zu können, was sie ist – eine Kinderfickersekte. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat mich wegen dieser Behauptung der Gotteslästerung angeklagt, die zuständige Richterin sah das allerdings anders. Eine Richterin mit Kopftuch hätte da sicher im Sinne der katholischen Kirche entschieden. Daher gilt: Kein Kreuz, keine Kippa und kein Kopftuch in Gerichten (und auch nicht in Schulen oder sonstigen Amtsstuben). Wir Atheisten fordern endlich die Freiheit von den Religioten.“
Zum Schluss noch ein Video (Facebook).
Neuanfang
Ist es normal, dass Ende Februar die Blumen auf dem Balkon blühen? Oder ist das Ende nahe?
Gestern hatte ich meine letzte Schicht in der Rettungsstelle. In dieser Woche werde ich erfahren, welche neuen Jobs mir angeboten werden.
Hier noch ein Insider-Witz aus der Notaufnahme:
Sagt ein Pfleger zum Patienten: „Es kommt gleich jemand.“








































