Vom Meister des staubtrockenen Humors

kaurismäki

Neu in meiner Videothek: Aki Kaurismäki – Proletarische Trilogie.

Wollte ich schon immer haben. Das Beste, was man sich antun kann, wenn man zu nichts Lust hat, sich schlapp fühlt und alle Knochen schmerzen. Ja, ich halte Kaurismäki für einen der besten Filmemacher aller Zeiten und für einen waschechten Linken dazu, auch wenn er diese Kategorie von sich weisen würde. Wer hat jemals den Überlebenskampf der kleinen Leute besser und humorvoller dargestellt?

By the way: Kennt jemand gute Filme aus der DDR, die man sich heute besorgen kann – ohne revolutionäres Pathos – und keine Komödien?

Kommentare

10 Kommentare zu “Vom Meister des staubtrockenen Humors”

  1. ... der Trittbrettschreiber am Juli 29th, 2017 3:59 pm

    S.P.A.S.S.* geht immer:

    https://www.youtube.com/watch?v=KB5PSBIXQsg

    *Story Prividing Activates Story Supplement

    Sind nicht alle ein bisschen link?

  2. Messdiener am Juli 29th, 2017 4:47 pm

    ein Western/Film der mir gut gefallen hat….. sollte man jedoch im Kino anschauen..

    https://www.youtube.com/watch?v=auQAphjgycY

  3. Frau Was am Juli 29th, 2017 7:50 pm

    Filme:
    Berlin Ecke Schönhauser
    und
    Das Kaninchen bin ich

  4. postgeschichtler am Juli 29th, 2017 10:32 pm

    Bei Amazon suchen nach:
    – Unterm Birnbaum
    – Einer trage des anderen Last
    – Die Legende von Paul und Paula
    – die anderen Fontane-Verfilmungen in der DDR (falls Fontane gefällt)

    Bei Amazon auch eingeben: DDR TV-Archiv & DEFA
    Da tauchen etliche gute DDR-Filme auf.

    Näheres auch hier
    https://ssl.ofdb.de/view.php?page=dvd

  5. wischiwaschi am Juli 30th, 2017 1:06 am

    Spur der Steine?
    Die neuen Leiden des jungen Werther?
    Paul und Paula?

    die Lindenstraße macht das eigentlich auch schon seit 30 Jahren, mehr oder weniger. Alltäglicher Lebenskrampf und seine üblichen Banalitäten eben.
    Ich bin ja Fassbinderfan, was deutsche Filme angeht. Aber Kaurismäki ist auch großartig.

  6. Lutz Hausstein am Juli 30th, 2017 10:16 am

    Oh, da schlummert soviel im Archiv, das lässt sich gar nicht auf die Schnelle alles unterbringen.

    Sicher sollte man da die Arbeiten von Wolfgang Staudte unbedingt mit aufführen. „Die Mörder sind unter uns“, „Der Untertan“, „Die Geschichte vom kleinen Muck“ (auch wenn es ein Märchenfilm ist, dennoch toll umgesetzt) sind wahrscheinlich drei seiner besten Filme, bevor er „in den Westen machte“.

    Die Filmreihe „Das unsichtbare Visier“ (immerhin 16 Teile!) hat zwar hier und da mal ein revolutionäres Pathos, aber das ist überschaubar (da es fast vollständig im Westen spielt) und wenn man um die unabdingbar notwendigen Phrasen weiß, insbesondere wenn es um die Systemauseinandersetzung geht, kann man das nonchalant übergehen. Hochinteressant ist die Reihe jedoch deswegen, weil sie sich mit Geheimdienstarbeit beschäftigt, in Ost und in West. Und zwar nicht fiktiv, sondern – wie Otto Normalverbraucher wenigstens heute wissen sollte – ganz eng an der Realität.

    Da geht es um den Aufbau der Bundeswehr in den 50-ern mithilfe nach Südamerika ausgewanderter, ehemaliger SS-Angehöriger. Bis hin zu den geheimdienstlichen Aktivitäten in Südeuropa in den 70-er und 80-er Jahren (Griechenland, Türkei, Italien) – siehe Gladio – der gezielten Desavouierung von linken Strömungen und dem Attentat auf den Bahnhof von Bologna (im Film nach Mailand verlegt). Sozusagen ein geheimdienstlicher Streifzug durch drei Jahrzehnte. Und hochbrisant, weil viel Realität dahintersteckt.

    Mit dem heutigen Wissen sieht man diese Filmreihe natürlich mit ganz anderen Augen. Damals war es für uns nur einfach mega-spannend, weil natürlich Geheimdienste eine völlig andere, uns unbekannte Welt waren.

    Ansonsten sind es überraschenderweise die kleinen Alltagsserien, die häufig einen recht unverstellten Blick auf den DDR-Alltag gewähren. (Ich vermute mal, dass dies Dich auch interessieren könnte.) Die mit dem vermutlich im Westen noch teilweise verbreiteten Vorurteil aufräumen, wie es denn den Menschen in der DDR so gegangen sei, so zwischen permanent präsenter Stasi, ständiger Bespitzelung unter Nachbarn und ständigen Fahnenappellen (so zumindest der Mythos). Derzeit bringt der MDR wöchentlich jeden Dienstag kurz vor 23 Uhr eine alte Folge Polizeiruf 110. Nur mal so als ein Beispiel.

    Wie gesagt: DDR-Filme sind ein zu großes Feld, als dass man sie in vier, fünf Sätzen abhandeln könnte.

  7. Godwin am Juli 30th, 2017 11:18 am
  8. oblomow am Juli 30th, 2017 12:26 pm
  9. Martin Däniken am August 3rd, 2017 3:46 am

    „Hände hoch oder ich schieße“ ist die einzige Kriminalkomödie der DDR
    ..ansonsten gab es nur die Olsenbande ;-)
    Dann Frank Schöbel und Chris Doerk in „Heisser Sommer“
    Supatolle Songs,total gut aufgelegte sozialistische Jugend aber irgendwie Tarkowski-Feeling (Solaris)!

  10. epicykel am August 9th, 2017 4:56 am

    „Jahrgang ’45“ von Jürgen Böttcher ist unbedingt empfehlenswert. Nicht nur, weil der Film verboten war. Unübertroffen ist die Szene mit dem Touristenbus aus dem Westen.

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